"Täubchen"
- ein Gedicht von Oddvar aus Oslo ©
Täubchen, Täubchen, klein und fein
lass mich in dein Häuslein ein.
Mir ist kalt in dünnem Gewand.
Darauf geb’ ich mein Wort als Pfand.
Öffne, öffne Täubchen lieb,
ich doch bin ja gar kein Dieb.
War der Pfad auch platt und steil.
gewandert bin ich fünfzig Meil’.

Die Knie zittern, die Knöchel weh’n.
Oh, der Rücken ..., kann fast nicht steh’n.
Die alten Füße sind schon platt,
ich fühl mich überall so matt.
Geh zum Fenster, guck mich an.
da siehst du gleich den armen Mann.
Es hat geregnet Fass um Fass,
von oben bis unten bin ich nass.

Täubchen Täubchen, gnädig auch,
vor lauter Hunger knurrt der Bauch.
Riech ich durch den Spalt’ der Tür –
welchen Duft vom Fleisch ich spür’!
Ich hol dir Wasser aus dem Bach
und spalt dir Holz zu deinem Fach.
Ich spüle gerne dein Geschirr
und stell’s zurück ohne Gewirr.

Ich führe die Sense wacker
und pflüge deinen Acker.
Ich brauch nur Kleidung trocken
und begnüg' mich auch mit Brocken.
Du schmeißest nach mir deinen Schuh,
die Tür, die bleibt noch immer zu !
Du Vettel ohne Gewissen.
hol dich der Teufel aus den Kissen!

Ich seh hier draussen eine Kuh,
die melk ich gleich in einem Nu.
Die Geiß, die steht im Eck herum,
die bring ich mit dem Messer um.
Die Ente für dein Weihnachsmahl,
die mach ich auch gleich tot und kahl.
Die Eier aus dem Hühnerstall,
die ess ich nun auf jeden Fall.

Das Blut vom alten Hahn ich sauf
und häng ihn gleich am Baume auf.
Das ist ein Gruß von mir,
dem Wanderer Peter Zier.