Dramatisches Kochen
Was wird denn das?
Bratkartoffeln !
Einfach und doch geschmacklos.
(Nein, war gut!)
Was wird denn das?
Bratkartoffeln !
Einfach und doch geschmacklos.
(Nein, war gut!)
Das macht mir Spaß: Ein Gericht von einer Speisekarte abzufotografieren und zu Hause auszuprobieren. Den Vegiteller habe ich in einem türkischen Restaurant in Solothurn entdeckt und ihn dort weder gegessen noch gesehen, wie der Koch das Gericht umgesetzt hat. Höchstwahrscheinlich sieht der Teller dort völlig anders aus als der meinige. Ich wäre neugierig ... vielleicht beim nächsten Besuch in Solothurn !
Der Salat
Ich habe mich für einen Lollo verde entschieden, mit einer roten Paprikaschote und einer Tomate. Angemacht mit einer einfachen Essig-Öl-Marinade, Zwiebelwürfelchen und gepresstem Knoblauch. Granatapfelkerne als Dekoration.
Der Schafskäse
Einfach ein Stück Fetakäse auf den Teller legen? Nö, das wäre ja etwas langweilig. Ich hab den Käse in Stückchen geschnitten, mit Knoblauchöl mariniert und die Stückchen anschließend in einer Gewürz-Blüten-Zubereitung gewälzt. So wird die Sache etwas bunter und ist hübsch anzusehen.
Die Pommes frittes
Da kann man ja kaum etwas falsch machen. Selbst geschnittene sind es halt geworden.
Die Falafel
Für die Kichererbsenbällchen habe ich heute die schnelle Version gewählt. Üblicherweise werden getrocknete Kichererbsen über Nacht eingeweicht und dann gekocht. Ich habe eine kleine Dose (200 Gramm) fertige Kichererbsen genommen, püriert und gewürzt mit Currypulver, Koriander, Kurkuma, Salz, Pfeffer, Knoblauch. Ein ganzer Bund Petersilie wurde feingehackt untergearbeitet. Die Masse habe ich mit gegartem Bulgur (circa 50 Gramm) vermischt, bis die richtige Konsistenz erreicht war: Es müssen sich mit nassen Händen Falafelkügelchen formen lassen, die nicht kleben und ihre Form behalten.
Zuerst wurden die Falafel in einer kleinen Fritteuse in Kokosfett knusprig gebacken, anschließend lässt man sie auf Küchenpapier gut abtropfen. Zum Schluss wurden die Pommes frittes (hergestellt aus 2 mittelgroßen Kartoffeln) frittiert.
Und hier der fertige Teller. MEINE Version des türkischen Vegi-Tellers. Zusätzlich wurde etwas Tahin (Sesampaste) als Dip dazugegeben.
Schmeckt einfach toll !
Haselnuss-Öl:
Der Feldsalat mit gebratenen Pilzen wurde mit aromatischem Haselnuss-Öl verfeinert.
Gestern hab ich Kräuterseitlinge, Shiitakepilze und andere wunderbar schmeckende Pilze mit hübschen Namen wie Samtfußrübling und Semmelstoppelpilz („pied de mouton“ = Hammelfuß) gekauft. Pilze heißen ja ganz oft wunderlich-märchenhaft: Purpurfilziger Holzritterling, Nebelgrauer Trichterling, Semmelstoppelpilz, Mairitterlling, Netzstiliger Hexenröhrling, krause Glucke.
Ich muss gestehen: Ich kaufe nach Namen !
Die Pilze wurden mit Knoblauch und frischen Kräutern gebraten, dazu gab es Seitan. Ich bin begeistert und der Samtfußrübling ist jetzt mein ausgesprochender Favorit.
Folgendes Problem wurde an mich herangetragen:
“Am Wochenende will ich für meine Familie mal wieder eine Pizza machen. Die Pizza mache ich auf dem rechteckigen Backblech. Jetzt das Problem: Immer wird gemeckert, dass eine von 3 Personen von meiner Pizza mehr vom Rand bekommt als die andere. Wie kann man also eine rechteckige Pizza so teilen bzw. schneiden, dass jeder gleichviel Teig und Rand bekommt?”
Meine spontane Idee, zur Pizza noch eine vierte Person einzuladen, z.B. MICH, wurde verworfen :-(
Man könnte den Rand abschneiden und zu einer langen Geraden zusammenstückeln, mit dem Lineal abmessen und durch 3 teilen. Die Pizza in drei Teile schneiden und den verhackstückten Randteil außen herumlegen, haha.
Auch nix !
Da ich die „Formel“ nicht kenne und nicht mehrere Pizzen zu Experimentiergründen wüst zerstückeln wollte, hab ich mit mehreren Blättern Kopierpapier geübt, um die ich mit gelbem Markierstift einen „Pizzarand“ angedeutet habe.
Nächste Idee:
Einen Mercedesstern hineinschneiden?
Oder:
Zweimal diagonal schneiden, dann zwei der gegenüberliegenden Dreiecke nochmal senkrecht zum Rand. Jeder bekommt zwei Stück, macht zusammen je ein Drittel.
Schon, aber so ganz richtig ist das auch nicht!
Gerecht, aber wenig mathematisch wäre auch dies:
Der ERSTE der Hungrigen bestimmt, wer die Pizza teilen soll, der ZWEITE (nämlich der Auserwählte) teilt die Pizza in drei (möglichst gleich große) Teile, der DRITTE darf zuerst auswählen, danach der ERSTE, zuletzt der ZWEITE.
Also zurück zur angewandten Mathematik:
Wie wär’s damit?
Die Zahlen sagen, was Person 1, 2 und 3 bekommt. Was am Rand eingekreist ist, wird noch einmal aufgeteilt:
Jöööö, nun fällt mir auch nix mehr ein !
Guten Appetit !
Ein Schweizer Rösti besteht aus vorgekochten, geraspelten Kartoffeln, die in der Pfanne wie Bratkartoffeln angebraten und danach zu einer Omeletteform zusammengedrückt werden.
Die Kartoffelmasse wird gesalzen und gewürzt nach Geschmack (z. B. mit gerieberer Muskatnuss, Pfeffer, Paprika oder wie hier, mit Majoran).
1. Schritt:
Die gewürzte Kartoffelmasse in Butter anbraten:
2. Schritt:
Die angebratene Masse zusammenschieben und -drücken:
Im Gegensatz zu einem Kartoffelpuffer, der seine Bindung
durch die Zugabe von Eiern erhält, wird bei einem Rösti der Zusammenhalt allein durch die knuprige Kruste erzielt.
Entscheidend und nicht ohne ein gewisses Risiko
ist daher das Umwenden des Röstis, das
entschlossenes und zügiges Handeln erfordert.
3. Schritt:
Das Wenden des Röstis
Dies geschah hier in einer
affenartig rasenden Überschallgeschwindigkeit,
sodass die Kamera kaum nachkam.
Zack !
Und zack !
Das Ergebnis entschädigt für alle Aufregungen:
Und schließlich das Finish:
Rösti Gärtnerin
Rösti Tessiner Art
(mit geschmolzenen Tomatenwürfeln und Käse überbacken)
Rösti mit Spiegelei: