Enjoy the silence
Dass sich sogar auf der Farbspitze von Buntstiften feine Staubpartikelchen absetzen, sieht man mit bloßem Auge gar nicht.
Jetzt heißt es also: Buntstifte abstauben :-)
Stimmung: eukalyptisch
Was ist das ?
A - Ein Tirolerhut mit Puderzucker ?
B - Ein missglückter Muffin ?
C - Die Samenkapsel eines Eukalyptusbaumes ?
D - Ein vergammeltes staubiges Ufo ?
Wasserbewegungen, speziell Tropfen, zu fotografieren, ist gar nicht so einfach, weil es sich hierbei um Hochgeschwindigkeits-aufnahmen handelt.
Ganz wichtig ist dabei eine sehr kurze Belichtungszeit (hier: 1/250 Sekunde), eine kleine Blendenöffnung (hier: Blende 20) und ein niedriger ISO-Wert.
Hier mein Versuchsaufbau:
Eine sehr einfache Ausrüstung ist der schwarze Schuhkarton als Hintergrund, die normalen Haushaltsgläser und als "Tröpfchengeber" ein Pfannkuchenteigfläschlein.
Man muss ziemlich nahe ans Objekt herangehen (Abstand ca. 10 cm) und dann aus einer Höhe von ungefähr 50 Zentimetern Tropfen in das volle Wassergefäß fallen lassen.
Leider hatte ich gerade keinen Assistenten zur Hand, der mir vorher an der Stelle, wo der Tropfen voraussichtlich auf die Wasseroberfläche auftreffen würde, einen Stift oder Ähnliches hinhalten konnte, auf ich hätte fokussieren können. Deshalb bin ich mit der Schärfe meiner Bilder noch nicht zufrieden. Ich musste in der einen Hand den Tröpfchengeber, in der anderen den Fernauslöser halten und mit dem Fuß die Lampe ausschalten und dann in völliger Dunkelheit auf das Wasserglas zielen.
Die Kamera im richtigen Moment, also genau beim Aufprall des Wasserstropfens auf die Wasseroberfläche, auszulösen, ist somit eine reine Glücks- und Geduldsache. (Profis arbeiten mit Lichtschranken: Wenn der Tropfen eine bestimmte Stelle passiert, wird die Kamera plus Blitzgerät ausgelöst. So etwas hatte ich natürlich nicht zur Verfügung.)
Das sind die Ergebnisse meiner allerersten Versuche. Weitere werden folgen. Schön ist, mit verschiedenen Gefäßen, verschiedenfarbigen Hintergründen und Flüssigkeiten zu experimentieren.
Meine Fotos habe ich hier zu Tropfen-Collagen zusammengestellt.
Wasser auf Wasser - der Goldrand
des Glases spiegelt sich wunderschön
in den Tropfengebilden:
Obwohl der Hintergrundkarton schwarz ist,
überwiegt bei meinen Fotos die Farbe Blau:
Hier sind ein paar hübsche "Kronen" gelungen:
Blasen,
ganz fragile Gebilde,
quallenartig:
Jedes Foto ist einzigartig -
ein nicht reproduzierbares Unikat.
Das ist das Faszinierende
an der Tropfenfotografie !
Für diese Riesengebilde habe ich Schokokugeln
und dicke Bohnen aus großer Höhe
wie Bomben ins Wasser einschlagen lassen *peng*:
Und nun noch ein paar Experimente
mit Eierlikör, der jedoch sonderbarerweise eine
milchig-blaue Farbe angenommen hat.
Säulen ...
Noch mehr Eierlikör-Panschereien:
Das passiert, wenn man bei geöffnetem
Verschluss ganz schnell am Zoom-Ring dreht:
(hier Verschlusszeit 1/15 Sekunde, ISO 100,
beide Male HERANgezoomt)
Baum-Explosionen
mit Knall-Effekt:
Oben: Buche, unten: Trauerweide:
Verschneite Statue in Ladenburg
Dezember 2010
Das Ganze nochmals mit Eiszapfen
(Wischfinger-Werkzeug)
... in eine Decke verpackt vor dem Fernseher liegen
und Schnee fotografieren.
Ein alter Schwarz-Weiß-Film:
Schneemänner:
Schneehuhn:

Rasante Abfahrten:

Ängstliche Schafe:
Begeisterte Schlittenhunde:
Husky mit Schneemütze:

Zeichentrickfilm:

Schneeberge:
Ein Dessert aus Früchten, Vanillesauce, Rosenblättern
und viel Zuckerschnee:
Camera obscura - die Urform der Fotokamera
Das Prinzip der Lochkamera ist einfachst: ein lichtdichter Raum und eine winzige Öffnung, durch die Licht von außen eindringen kann, Licht, das von Gegenständen reflektiert wird. Macht man ein sehr kleines Loch in die Wand einer völlig abgedunkelten Schachtel, so entsteht - bei guter Beleuchtung der Außenwelt - in der Schachtel, auf der dem Loch gegenüberliegenden Wand, ein Bild der Außenwelt.
Eine Lochkamera besitzt kein Objektiv, die Abbildung entsteht allein durch eine sehr kleine Blende. Das Bild ist nicht völlig scharf, da die das Licht bündelnde Optik fehlt.
Das ist, neben dem Experimentieren, ist der eigentliche Reiz einer Lochkamera. Die Fotos haben weiche Konturen und eine unentrinnbare Unschärfe.
Wenn man - wie ich - keine Lust mehr auf Rollfilme und Entwickeln hat, kann man sich aus seiner Spiegelreflexkamera ganz leicht eine Lochkamera basteln und damit eine interessante Mischung aus fotografischen Anfangstechniken und modernen digitalen Möglichkeiten erzielen. Man braucht nur einen Gehäusedeckel für das Kamerabajonett, der mit einem kleinen Löchlein versehen wird. Man kann es mit einer heißen Nadel selber stechen oder es professionell durchgelasert kaufen - hier: 0.25 mm.
Die Verschlusszeiten sind Erfahrungswerte, man muss einfach ausprobieren!
Das ist die Kerze, hier noch ganz normal mit Objektiv aufgenommen, die ich für den ersten Lochkamera-Versuch mit meiner modifizierten Spiegelreflexkamera fotografieren möchte. Ich habe ISO 200 gewählt bei normaler Wohnungsbeleuchtung, bei manuellem Modus auf Langzeitbelichtung („bulb") eingestellt und die Kamera mit dem Infrarot-Fernauslöser bedient. Stativ!
1. Versuch mit Verschlusszeit von ungefähr 5 Sekunden - zu dunkel.
Das andere Extrem mit 10 Minuten (!) Belichtungszeit im zweiten Versuch - überbelichtet !
Auch 5 Minuten Belichtungszeit sind noch zu lange:
Hier wurde exakt 2 Minuten lang belichtet, dabei mehrmals in die Flamme gepustet und die Kerze dreimal neu angezündet:
Am besten gefällt mir diese Aufnahme kurz vorm Abfackeln der Wohnung:
Auf Versuche im Freien bin ich schon gespannt!