rechts und links
links / rechts
Die beiden Adverbien links und rechts werden grundsätzlich kleingeschrieben: Seit ihrer Scheidung weiß sie nicht mehr, wo links und wo rechts ist. Mit der Kritik von rechts kann der neue Bürgermeister gut leben. An dieser Kreuzung gilt rechts vor links. Getrennt schreibt man die Adverbien im Allgemeinen in Verbindung mit Verben, also z. B. rechts stehen, links abbiegen. Eine Ausnahme stellen adjektivisch gebrauchte Partizipien dar, die sowohl getrennt als auch zusammengeschrieben werden können: Der rechts abbiegende / rechtsabbiegende Lastwagen hat die Vorfahrt missachtet. Eine Gruppe links stehender / linksstehender Abgeordneter hat die Petition unterschrieben. Nur zusammen schreibt man allerdings die festen Verbindungen links-/rechtsdrehend und links-/rechtsgerichtet: Alle rechtsgerichteten Parteien mussten bei den Parlamentswahlen erhebliche Verluste hinnehmen. Es handelt sich um ein linksdrehendes Gewinde. Werden links oder rechts als Präpositionen gebraucht, müssen sie mit dem Genitiv verbunden werden: rechts des Rheins, links der Mosel.
Links und rechts – anders ausgedrückt
Eine nicht ganz ernst gemeinte Variante der Umschreibung hatten wir bereits in der Einleitung erwähnt: Links ist da, wo der Daumen rechts ist. Selbstverständlich gibt es auch durchaus seriöse Möglichkeiten, die Richtungsangaben zu ersetzen oder zumindest abzuwandeln: Zur Rechten sehen Sie den Wasserturm, linker Hand den Rosengarten. Seit einem Schlaganfall ist die Patientin linksseitig gelähmt. Die Medizin bedient sich häufig der lateinischen Bezeichnungen für rechts und links: dexter und sinister. In See- und Luftfahrt spricht man von steuerbord[s] und backbord[s]. Bei Materialien unterschiedlichster Art ist die linke Seite gleichbedeutend mit Innen- oder Unterseite. Bleibt noch die Politik: Häufig wird links mit kommunistisch oder sozialistisch – auch rot –gleichgesetzt, rechts mit konservativ oder reaktionär – auch schwarz.
Jemanden (oder: etwas) links liegen lassen
Diese Wendung geht darauf zurück, dass die linke Seite im Volksglauben als die Seite des Bösen oder Unheilvollen gilt, mit der man nichts zu tun haben will. Jemanden oder etwas links liegen lassen bedeutet „jemanden oder etwas bewusst nicht beachten”: Randgruppen der Gesellschaft werden nur zu oft links liegen gelassen. […] Die Wendung etwas links liegen lassen wird darüber hinaus noch im Sinne von „an etwas rechts vorbeigehen oder –fahren” gebraucht: Um in die Sophienstraße zu kommen, müssen Sie den Palmengarten links liegen lassen und an der Ampel rechts einbiegen.
Jemandes rechte Hand
Die Wendung nimmt in ihrer Bildlichkeit darauf Bezug, dass die Rechte im Allgemeinen die aktive, für die Durchführung manueller Tätigkeiten wichtige Hand ist. Wer jemandes rechte Hand ist, ist in einer dem Betreffenden untergeordneten Position und nimmt ihm wichtige Arbeiten ab, unterstützt ihn bei seiner Arbeit: Er fühlte sich schon als die rechte Hand vom Chef. Sie ist die rechte Hand des Ministers. […]
Aus der Duden-Redaktion Mannheim




Eine sehr lehrreiche Lektion, frau Buchzeiger !
Ich möchte nur eine " Spezialität " hinfügen.
Im Mittelhochdeutschen gab es ein Wort tenk, das
links bedeutete und das noch in Bayern unter denk neben links noch existiert.
Der Nachname Denk bedeutet Linkshänder. Der Nachname Denkschmid verweist nicht auf einen denkenden Schmied, sondern auf einen linkshändigen Schmied.
Wenn du nächstes Mal nach Bayern fährst kannst du ab und zu denk abbiegn und dann : Denk von mir ( was du willst )
oder links von mir, hihi.
Erwähnenswert ist noch, dass "denk / tenk" nicht nur linkshändig heißt, sondern im übertragenen Sinne auch "ungeschickt". Dafür sagt man noch heute im Baierischen "tengasch" oder "tenkisch", also linkisch.