14.11.06: Schwiegereltern zu Besuch, Tag 3/5
Erkaeltet, krank, mit Magenschmerzen und Uebelkeit bekam ich dann also wieder mit meinen Schwieger"eltern" zutun. Resultierten die Beschwerden aus meiner allgemeinen Verfassung oder aus dem Stress, den ich vorher mit meinem "Vater" hatte (1. Wieso soll man ein Butterbrotpapier mehrfach verwenden? 2. Was soll das, mit fuer die Uni nur noch stilles Wasser mitzugeben, da Tee zu viele Kalorien habe?! Ich esse schon immer sehr wenig und der Tee diente mir immer dazu, mein Hungergefuehl zu unterdruecken und lieferte mir ein wenig Zucker, was wichtig war, da ich sonst oft Kreislaufprobleme bekam - All das bringt Wasser nicht)? Mir war so uebel, dass ich gar nicht essen konnte, und so blieb es. Dann wurde ich um 10:30 also von IHM und seinem Vater abgeholt und wir fuhren nach S., nach Hause. Bald zeigte sich, dass ich so kaum zur Uni konnte, wenn ich nicht absolut still sass, wurde mir gleich so uebel, dass ich mich fast uebergeben musste. Ich verbrachte einige Zeit vor dem PC. Es war wenigstens eine Ablenkung, aber irgendwie auch fast langweilig. Schlimm war fuer mich, die gesamte Zeit Baulaerm und das Geschrei meiner "Familie" mitbekommen zu muessen. Ihr glaubt kaum, wie sie sich IMMER streiten und einander anschreien! Ich weiss wirklich nicht, wieso sie dennoch den Kontakt zueinander halten wollen.
Noch schlimmer finde ich es, wie ER seine Eltern quasi anhimmelt und IMMER wieder bloed gehorcht, wenn sie ihm irgendetwas vorschreiben. Was soll denn das?! Ich habe meist das Gefuehl, sie bedeuteten IHM mehr, obwohl er mich angeblich liebt und sie angeblich hasst. Ich wurde nie nach meiner Meinung gefragt, wie in die Abstellkammer gestopft, wuerdigte man mir keinen Blick mehr, es war so, als waere ich nicht da gewesen, ich haette also auch zuhause bleiben koennen. Aber was mich auch sehr stoert... Die gesamte Zeit diese Aggression, die in der Luft liegt. Wie unfreundlich sie alle sind und wie manierenlos! Kein Bitte und kein Danke, niemals. Und immer diese intoleranten, fremdenfeindlichen Sprueche, das "krankhaft" Konservative, das uebertrieben Traditionelle, was ich gar nicht mag. Wie soll ich weiter damit klarkommen? Und den gesamten Nachmittag troedelten sie herum, dass wir eigentlich zu gar nichts kamen. Immer schoen "ruhig", troedelig, und dann hetzen, und planen konnten sie auch nicht... Statt heute mal die Sachen ausserhalb der Wohnung zu machen, wo ich schon einmal mitkommen konnte, da ich nicht in der Uni war (Die Uebelkeit nahm am spaeten Nachmittag ab und kehrte am spaeten Abend wieder), haben sie heute nur im Haus ein paar Dinge erledigt. Dabei koennten sie die auch machen, wenn ich nicht zuhause bin, es waere auch nervenschonender fuer beide Parteien, wenn man so will. Naja, wenigstens haengen nun einige Regale, in die ich einige meiner Andenken, Statuetten, usw unterbringen konnte, es sieht monstroes aus und ich bin immer skeptisch, wenn Dinge ueber meinem Kopf haengen (Ueber der Couch), aber... Damit werde ich schon zu leben lernen. Bilder werden auch noch gehaengt, ob morgen, weiss ich nicht. Aber eines zeigt sich deutlich: Durch das Getroedel schaffen wir wieder nicht einmal die Haelfte des Geplanten, obwohl das eigentlich moeglich gewesen waere.
Abends fuhren wir dann noch zum Baumarkt, ER erwischte mich beim Herumfuchteln mit einem Holzbrett, wundert mich nicht, wenn er tut, als sei ich Luft, und immer nur seine Eltern anstarrt. Ich weiss ja auch nicht, wie ich damit umgehen soll... Ich denke, wirklich entscheiden sollte ich mich erst Freitag, wenn ich sehe, ob ER, wie seine Eltern es wollen, noch nach Bayern faehrt, fuer 4 Tage, und mich hier krank zurueck laesst, oder ob er sein Versprechen an mich haelt und hier bleibt, egal, was seine Eltern dazu sagen. Ich bin skeptisch, irgendwie befuerchte ich, laesst er sich doch von den Eltern beschwatzen. Allein dieses Misstrauen laesst diese Beziehung sinnlos erscheinen, oder? Wieso muss man auch so eine beknackte "Familie" haben! Es war generell stressig, ich fuehlte mich nicht gut, und dann immer das Gezanke... Schliesslich sassen wir wieder im Auto, auf dem Rueckweg. Aber das war noch kein Grund zur Freude.
Das Thema Hochzeit wurde laut, wie so oft in den letzten Tagen, da SEINE Schwester im April heiraten moechte (Ob sie es wird, bezweifle ich irgendwie). Sie moechte natuerlich all den traditionellen Kram... Ich erwaehnte, dass ich, nicht nur aus finanziellen Gruenden, nicht kirchlich und auch nicht im weissen Kleid heiraten moechte. Mein rotes Barockkleid ist meiner Meinung nach gut genug, in eine Kirche moechte ich aus religioesen Gruenden nicht (Ich bin kein Christ, wieso sollte ich mich von einem Pfaffen trauen lassen?! Bloss nicht!), Kirchenmusik moechte ich darum auch nicht, ich moechte auch keine grosse Feier, ich moechte meine Ruhe, diesen wichtigen Tag nicht aus dummen "Traditionsgruenden" mit der gesamten verhassten Sippe verbringen, sondern mit den Menschen, die mir WIRKLICH etwas bedeuten - So sollte es meiner Meinung nach doch wirklich sein! Ich hasse naemlich Geheuchel. Wisst ihr, wie dann meine Schwieger"eltern" ausgerastet sind?! Ich habe es kaum glauben koennen! Die Aussage war im Grunde "Ihr heiratet in der Kirche, mit Ave Maria und in Weiss, oder gar nicht! Das war hier in der Familie schon immer so und so wird es auch bleiben!" - Ich dachte, so viel Dummheit und Intoleranz gaebe es heute gar nicht mehr! Gerade in so einer pseudoliberalen, aber irgendwie doch betonkoepfigen, "Familie". Ich war wirklich erstaunt. Was nun? Ich kann mir doch nicht vorschreiben lassen, wie ich heiraten "soll"! Ich denke, als Braut sollte es MIR gefallen (Und natuerlich auch dem Braeutigam) - Es kann doch nicht der Sinn sein, als Marionette jeden Scheiss zu machen, den einem die Eltern und Schwiegereltern vorschreiben! Ich kanns einfach nicht fassen... Wie man sich noch so wichtig machen kann, wie man meinen kann, ERWACHSENEN Kindern solche Vorschriften machen zu koennen! Wenn ich dann von genau diesen Personen dann den Spruch "Ihr seid erwachsen, wir koennen euch zu nichts mehr zwingen" hoere, koennte ich kotzen bei so viel Scheinheiligkeit!
Natuerlich gab es weiteren Streit, und davon sehr viel, an diesem Abend. Und immer dieses Geschrei, die Gewalt, Aggression... Ich hasse es! Das Abendessen war auch nicht so toll. Daemliche Vorwuerfe, Sprueche... Ach, mir wird einfach nur schlecht, da muss man sich nicht wundern, dass ich krank werde vor lauter Aerger! Abends haben WIR wohl noch kurz fern gesehen, aber es war nicht gemuetlich, ich wurde wieder kranker, ich bin froh, dass immerhin schon der 3. Tag um ist. Besser, als keiner... Dann wurde ich heim zu meinem "Vater" gefahren, es gab wieder Streit (Ist doch immer dasselbe - Wieso laesst ER seine "Eltern" zu Besuch kommen, wenn sie uns sowieso immer nur die Tage vermiesen?!), morgen wird es chaotisch. Mal sehen, wie ichs dann ertrage, ob ich kranker werde, ob ich zum Studium kann, was ich schon gerne wuerde (Nicht, weil es mir gefaellt, sondern, weil ich sonst zu viel verpasse, was einfach nicht geht). An der Haustuer klebten mehrere riesige Motten, seltsam, bei den Temperaturen. Im Sommer hat man kaum so grosse gesehen. Kann es sein, dass diese Arten eher Kaelte vertragen, als die kleinen, die mich seit dem Fruehjahr, den gesamten Sommer ueber, plagten?
Im Treppenhaus hing wieder ein Zettel: Die Hausmeisterin ist MAL WIEDER im Urlaub! Ihr koennt euch erinnern, wie ich mich mal darueber beschwerte, dass sie eigentlich so gut wie IMMER verreist ist? Sie sollte sich stattdessen mal lieber um die Hausanlage kuemmern, denn hier geht derweil alles ein... Ausserdem frage ich mich sowieso, woher sie das Geld hat, jeden Monat mindestens eine Woche, manchmal laenger, zu verreisen. Aber das geht mich nichts an. Zuhause nervte mein "Vater" wie immer, dann ging ich spaet online, habe getippt, mich ueber den PC belastende Werbeanzeigen geaergert, darueber, dass der PC generell spinnt, etwas gelesen, bin noch nicht zu viel gekommen, aber eine Weile habe ich noch. Gehabt euch wohl.
cn P

