Memoriae Ex Aeterna Nocte

15.04.2008 um 00:58 Uhr

14.4.08

Bis 3:30 geschrieben. Man schreibt ja haeufiger gern ueber Dinge, die man gerne erleben wuerde, irgendwelche Utopien, oder man denke mal an die Westernromane des Karl May, der noch nie in den USA war. Oder man denkt sich Alternativen zu Dingen aus, die man erlebt hat, und die man lieber anders erlebt haette. "Was waere wenn...?" Was waere, waere alles anders gekommen? Haette ich noch Geschwister gehabt, oder haetten sich meine "Eltern" nicht getrennt, oder haette meine "Mutter" meinen "Vater" ermordet und ich waere im Heim gewesen. Wer weiss schon, wie alles gekommen waere? Es sind manchmal makabre, aber zum Teil auch sehr interessante, Gedanken. Ich mache sie mir manchmal, in letzter Zeit eigentlich selten, ich glaube, wirklich intensiv beschaeftigte ich mich damit das letzte Mal vor gut 10 Jahren. Aber mann kann ja ruhig auch mal eine Dekade spaeter noch einmal darueber nachdenken. Wie Sichten sich veraendern koennen. Und nun tippe ich meine Gedanken hier hinunter. Der Pc ist vollkommen ueberlastet und mein "Vater" labert so viel einfach nur unglaublichen, daemlichen Muell, das kann ich hier gar nicht ansatzweise wiedergeben.

Morgen habe ich eine Klausur... Eine 2. Chance, die mir - da will ich realistisch sein - wohl leider nicht viel bringen wird. Aber versuchen kann ich es ja. Nur, wann soll ich lernen? Es kann doch gar nichts werden... Den gesamten Tag habe ich es versucht, aber die Schmerzen waren so schlimm, dass ich mich auf NICHTS konzentrieren kann. Es faellt mir schwer, einen einzigen Satz zu schreiben, ohne dabei haeufiger nachdenken zu muessen, was ich gerade ausdruecken wollte. Die Allergien, und die Erkaeltung... Alles brennt. Augen - ich kann kaum mehr sehen, die Nase, die Lippen, der gesamte Mund. Das Zahnfleisch ist empfindlich, der Kopf pocht auch die gesamte Zeit, irgendwie funktioniert alles nicht. Klingt schlimm und viele wuerden sicher sagen, ich soll zum Arzt - aber ich kann doch nicht IMMER beim Arzt sitzen! Zudem ist es doch immer dasselbe. Jedes Jahr leide ich unter starken Allergien. Ich weiss schon, wie sie sich aeussern und anfuehlen, ich habe meine Tabletten, da muss ich zu keinem Arzt. Was getan werden kann, WIRD getan, und trotzdem tut alles weh. Kann man nicht aendern. Und mein "Vater" versteht es auch nicht, ich kann ihm 10x ins Gesicht sagen, wenn ich irgendwo Schmerzen habe, er versteht es nicht. Ich bekomme, wenn ueberhaupt, nur die Behauptung zurueck: "Wieso solltest du irgendwelche Schmerzen haben?! Du bist doch jung!"

Und nun muss ich mir das obligatorische Geschwafel anhoeren, ich kann also sowieso noch nicht gehen. Selbst, wenn ichs woellte, ich koennte nicht schlafen. Ich muesste hier sitzen. Und dann kann ich in der Zeit ja wohl auch noch schreiben, besser, als nichts tun, so ueberhoere ich zumidnest einen Teil des Geschwafels. Abgesehen von vorhin, wo er wieder herumgeflucht und den Ton vom TV abgeschaltet hat, nur weil diese "grauenvolle Rockmusik" lief. Ich weiss nicht, was es genau war, aber ich glaube, so schlimm, dass man deswegen den Ton abschalten musste, war es nicht. Vorhin stand ich wegen der lieben Verkehrsbetriebe wieder 15 Minuten im stroemenden Regen. Denn die kam der Bus zu spaet, und war dann natuerlich auch wieder ueberfuellt. In der Naehe wurde eine Autobahnauf/abfahrt gebaut, ganz neu, seit heute, gibt es dort eine Schranke. Irgendeine Automatik daran ist zu sensibel eingestellt, staendig zuckt die Schranke urploetzlich einen halben Meter hinunter und wieder hinauf, immer unter grellem Geblinke und mit lauter Warnsirene. Die Nachbarn duerfen sich das nun die ganze Nacht antun, ca alle zwei Minuten ein Vorfall, je nachdem, wie der Wind weht.

Ich kam spaet in S. an. Und mir grauts vor morgen. Vorhin war mir schlecht, morgen wirds vielleicht genauso, und ich sitze wieder 2 Stunden pro Richtung im Bus. Und der Unterricht dauert auch immer mindestens 1,5 Stunden am Stueck, ohne Pause. Semesteranfaenge sind immer besonders stressig, all die organisatorischen Schwierigkeiten, unbekannte Leute, blah blah. Und es soll wieder kaelter werden. Gestern noch Waerme, Dunst, ein "Regenbogen" um den Mond (was hier oft vorkommt), heute... Wieso schreibe ich das ueberhaupt? Was faellt mir noch ein? Ein neuer PC waere wirklich nicht schlecht, wo die beiden alten immer ueberlastet sind. SA fiel fuer Stunden die TV-Verbindung aus, schade, da hatte EIN Mal ein Musiksender einen Themenabend "Liebe und Hass", bei dem eine interessante Ansammlung diverser Rock- und Pop-Goth-Lieder lief (kann man sich drueber streiten, aber angenehmer, als das sonstige Hiphopgestammel war es auf jeden Fall). Weiter des sinnlosen Geschwafels... Neigen Menschen eher dazu, nach solchen, die ihnen aehnlich, oder die ihnen unaehnlich sind, zu suchen? Evolutionaer waere ja die Unaehnlichkeit sinnvoller, wegen der genetischen Durchmischung...

Wie dem auch sei, in UNSEREM Fall stimmt es irgendwie, rein biologisch/physikalisch... Zumindest habe ich rein aeusserlich Skandinavier immer sehr attraktiv gefunden, je blasser und blonder und hellaeugiger, desto schoener (-> man will immer, was man nicht hat ;) Ausnahmen gibts ab und zu auch, aber sie bestaetigen bloss die Regel), und ER? Er hatte eigentlich nie direkte Praeferenzen, aber in letzter Zeit betont er haeufig, dass er meine Augen in Farbe, Form und aufgrund der asiatischen Lider sehr schoen faende, ganz zu schweigenmal von der kleinen Nase und der Gesichtsform im Allgemeinen. Man will, was man nicht hat... Dabei gaebe das nur antiproportionale Kinder (sagt eine, die keine 1,70 gross ist, und sich mit ueber 120cm Brustumfang durch die Gegend mueht - vollkommen antiproportional)). Letzte Nacht getraeumt, wie ich die Melancholie-HA korrigiere bzw neu schreibe... Sollte/muss ich auch noch machen, als ich erwachte fuehlte ich mich bereit dazu, war aber dann doch zu krank... Immerhin hat sich im Traum schon alles geordnet, ich muss es nur noch alles niederschreiben... Klingt absurd, aber so sind Traeume mal richtig nuetzlich fuer die Realitaet. Wenn es immer so waere, wuerde ich wohl Sprachen im Traum lernen...

10:30 aufgestanden, mit Augenringen, blass und nicht sehr gesund wirkend (allerdings WAR ich auch genauso nicht gesund und fuehlte mich auch so). Aufs Fruehstueck gewartet, mal wieder festgestellt, dass mein "Vater" noch nie etwas von Humor gehoert hat, und mich derweil ueber den Anblick ausserhalb des Fensters gewundert... Eine Blaumeise... Kletterte auf einem Ast herum... Und fiel urploetzlich davon herunter. Und konnte sich auch nicht mehr fangen O_O NEIN, heute habe ich KEINE Halluzinationen mehr! Mich den gesamten Tag krank gefuehlt, VERSUCHT, zu lernen, bisschen an Kunst gearbeitet, aber das auch nur langsamer, und weniger produktiv, als sonst. Wann werde ich wieder gesund?

(Diesen verwirrenden und verwirrten Eintrag muss keiner lesen). Mal sehen, ob ich nachher noch lerne, gleich schlafen gehe, oder gar noch schreibe? Klingt unlogisch, aber das wuerde zumindest meinen psychischen Stress reduzieren, und das waere auch niht schlecht. Morgen muss ich kurz vor 8 Uhr aufstehen.

cn P

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensoJA schreibt am 15.04.2008 um 09:36 Uhr:1908 war Karl May sechs Wochen in Amerika.
    Manchmal überlege ich auch was geworden wäre wenn, aber ist schon so alles richtig wie es ist.
  2. zitierenAngelInChains schreibt am 15.04.2008 um 16:33 Uhr:Dann ist das Geruecht, May habe ueber Landschaften geschrieben, die er nie gesehen hat, nicht wahr? Das muss ich gleich nachlesen.

    Ich denke auch, das, was wirklich ist, ist richtig. Schliesslich lebe ich noch und es koennte mir auch sehr viel schlechter gehen. Und so einige wirklich positive Dinge hat mir das Leben auch gebracht. Waere alles anders gekommen, haette ich vielleicht auf sie verzichten muessen.
  3. zitierensoJA schreibt am 15.04.2008 um 16:38 Uhr:Von Karl May weiß ich es, da ich schon in Hohenstein-Ernstthal und Radebeul im Museum war. Wann er in den USA war, habe ich bei Wikipedia gefunden.

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