Gestern Abend hatte mein Vater meine Lateinboegen verkramt, ein weiterer Beweis, dass man nicht einmal in der eigenen Wohnung etwas unbeaufsichtigt liegen lassen kann, dann hat er, obwohl ich vorher gesagt hatte, er solle es nicht tun, mehrere Dateien, die ich heruntergeladen hatte und fuers Referat brauchte, einfach so geloescht, ohne mich vorher zu fragen. Klar bin ich dankbar, auf der Welt zu sein und vor Allem so einen tollen Vater zu haben! *zyn* Ich konnte fast richtig froh sein, endlich weg von hier zu kommen, aus dem erbaermlichen, unertraeglichen Gestank, den ich versuchte, fuer mich unriechbar zu machen, indem ich mich von oben bis unten mit Weihrauchparfuem einspruehte, doch selbst das half nicht wirklich und so verging ein weiterer beschissener Tag. Ich bin so froh, wenn ich das alles endlich hinter mir habe. Dann lag ich also irgendwann nachts in meinem Zimmer herum, telefonierte noch ein wenig mit IHM, dann allerdings... Naja, danach bekam ich wieder ein wenig Depressionen, machte mir zu viele Gedanken ueber alles Moegliche, ueber Dinge, die wahr sind, die wirklich Probleme darstellen, aber irgendwie... Ist es doch wohl besser, sie nicht zu verdraengen, oder? Und ich hatte sie schon lange verdraengt, vielleicht sollte also endlich mal wieder bei der ganzen Scheisse die Wahrheit heraus. Ja, WIR sind ziemlich verschieden geworden, es gibt Dinge an IHM, die ich als viel zu barbarisch ansehe, die... Ich eigentlich an einem Menschen, der meiner Eitelkeit Wert ist, nicht dulden will... Aber ER hat sie. Naja, ich kann IHN nicht erziehen, er ist ein Individuum, aber da muss er wohl sehen, was er tut, damit er mir nicht immer mehr missfaellt. Doch, es gibt Dinge, allerdings will ich jetzt nicht genauer darauf eingehen, die mich an ihm absolut stoeren, aber meistens schrecke ich davor zurueck, darueber zu reden, weil ich einfach nicht will, dass er es falsch versteht oder dann tagelang herumheult, wenn es sowieso alles auch so schon beschissen genug ist. Aber zufrieden bin ich mit Einigem nicht, ich muss es ganz ehrlich sagen, aber so ist sein Charakter wohl, wenn ich mich nie damit abfinde, sollte ich mich erschiessen, denn nie werde ich jemanden finden, der mir wirklich perfekt gefiele. Vielleicht sollte ich endlich aufhoeren, die Perfektion zu suchen. Bei Anderen.
Noch dazu aber stoert mich eigentlich eine Sache besonders: Dass ER naemlich einige Dinge unuebersehbar extra deswegen tut, weil sie mir nicht gefallen. Ich denke eigentlich, ER denkt sich dabei nicht viel, er ist eben ein wenig naiv ab und zu, aber dennoch sollte es mir wohl doch zu denken geben, dass er Dinge tut, um mich scheinbar zu verletzen. Eigentlich erinnert es mich eher an kindliche Trotzreaktionen, von wegen 'Mami hat gesagt, ich darf nicht mit weisser Kleidung im Schlamm spielen, deswegen probier ichs mal', aber... Trotzdem. Ich weiss nicht, ob ers einfach nicht bemerkt oder ob... Wenn der zweite Fall der wahre ist, dann sollte ich wohl, so schmerzhaft es ist, einige Dinge veraendern. Es kann nicht immer so gut gehen udn eine Person, die mir wissentlich schadet und ihre Freude daran zu haben scheint, kann mich einfach nicht lieben. Erst recht nicht, wenn sie weiss, was mir das alles bedeutet. Eine Person fragte mich neulich, ob ich IHM trauen wuerde. Damals sagte ich noch 'ja'. Ja, eigentlich duerfte es offensichtlich sein, er hat genug Dinge fuer mich riskiert und geopfert, aber andererseits, hat er nicht auch schon so viel getan, was gegen seine Liebe sprach? Ich bin vielleicht blind, aber ich werde es nicht ewig sein. Ja, ich glaube noch, ihn zu lieben, aber wenn er mir zeigt, dass es nicht auf Gegenseitigkeit beruht, bin ich zweifelsohne weg. In irgendein Frauenhaus oder was weiss ich. Ich meine es ernst und der Spass ist langsam wirklich vorbei. Dennoch weiss ich nicht, ob ichs ueberleben werde. Wenn der Wille, fuer diese Liebe, die ich eins lebte, zu sterben... Langsam aber sicher immer geringer wird. Ich will nur ehrlich sein, aber ich will nicht mehr sterben, wenn ich weiss, dass nichts fuer die Ewigkeit ist. Nicht fuer etwas sterben, was mich vielleicht verletzt, aber was wohl ueberstehbar ist. Ja, es wird immer weniger, im Moment besonders, aber ich denke, das passiert nun einmal, wenn man sich nur so selten sieht. Und er alles daran zu setzen scheint, mich zu nerven. Ach, ich weiss es nicht...
Eigentlich liebe ich ihn, doch in Zeiten der Not wird natuerlich oft zu viel nachgedacht, auch ueber Dinge, von denen man meint, man haette bereits alles Moegliche bedacht. Aber... Ja, natuerlich denke ich ab und zu auch darueber nach, ob es nicht besser waere, ein neues Leben zu beginnen, sprich: Wieder zu spueren, ob es nicht eine groessere Liebe gibt, aber ich werde sie mit absoluter Sicherheit nicht finden. Wobei ich das, bevor ich IHN kennen lernte, eigentlich genauso dachte. Nach dem Scheitern meiner damaligen, intensiven, aber kurzen, Beziehung, war ich auch so weit, mein Leben beenden zu wollen. ER hat mich gerettet, eigentlich sollte ich dankbar sein und das bin ich auch. Ach, ich weiss es selbst nicht. Ich will, dass irgendetwas diese jetzige, verdammte Beziehung rettet. Es kann nicht ewig so weitergehen... Aber vielleicht habe ich heute doch nur einen schlechten Tag. Habe seit Tagen nur schlechte Tage. Aber trotzdem: Es ist moeglich und wenn ich noch darum kaempfe, die Liebe erhalten zu wollen, und zwar nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern viel mehr aus... Ja, ich liebe IHN noch! Wenn es nicht so waere, koennte ich mich trennen. Ich koennte es einfach. Vielleicht muessen wir uns alle einfach nur... Jede Sekunde das konstante Sterben aller Existenz vor Augen fuehren, um wirklich zu spueren, dass wir am Leben sind.
cnP