Memoriae Ex Aeterna Nocte

03.09.2005 um 00:32 Uhr

Freitag, Beginn

Freitagmorgen. Ich erinnere mich kaum. Ich weiss nur noch... Ich stand um kurz nach 6 Uhr auf, nach dem ich bereits laenger wach gelegen hatte, dann troedelte mein Vater so lange, dass ich erst 5 vor 7 mein Fruehstueck bekam, also 15 Minuten spaeter als sonst, umso mehr musste ich hetzen... Und ich war noch muede gewesen. Und mein Vater schrie und meckerte... Ich hetzte, beeilte mich, noch puenktlich zur Schule zu kommen. Ich lief zum Bahnhof, dass meine Beine schmerzten, wurde wieder von meinem alten Sportlehrer gegruesst, dann sass ich in der Bahn wieder zwischen Elaekelaeiset und dem kleinen Goth, dann war ich an der Schule angelangt und hatte zuerst zwei Stunden Englischunterricht... Und die daemliche Tussi vom Mittwoch scheint es wohl nie zu begreifen! Es war genauso aergerlich, wie vor zwei Tagen... 'Hast du Geld? Hast du Schokolade? Oder Kaugummis?' Sehe ich aus wie ein Kiosk?! Und dann wieder das Gegrapsche an meiner Tasche, das Gegaffe und Rumgezerre an meinem Schreibzeug und meinen Arbeitsboegen... Ich sagte, es wuerde langsam reichen, aber ich scheine noch viel zu nett zu sein, denn auf die Schuelerin drosch ich nicht ein, wenn das wohl auch der einzige Weg waere, das laestige Vieh los zu werden... Die restlichen Aergernisse waren auch wie ueblich. Gewisse andere Schueler, die ich absolut nicht leiden kann. Dumme Kommentare. Dumme Witze. Ueberhebliche, unreife Schueler... Usw, extrem viel. Und der Lehrer war mindestens genauso schlimm. Zuerst sprachen wir mal wieder ueber Vokabeln und er machte imme wieder Abspielungen auf mich, nach der Art 'Phoenix ist ja immer skeptisch, also wird sie wohl diese Worte, bei denen ich mir unsicher war, sicherlich zur naechsten Stunde nachschlagen und dann kann sie uns allen beim Erweitern unseres Wortschatzes helfen', usw, mehrmals. Um nicht zu sagen: Dauerhaft. Derweil las ich eigentlich den Text, den wir als Hausaufgabe fuer den Deutschunterricht lernen sollten. Ich war mit diesem beschaeftigt, nicht mit den Vokabeln... Aufmerksam war ich bei beidem. Von wegen man kann keine zwei Dinge auf einmal tun! Es klappte ausgezeichnet, doch, es lief bei beidem wirklich gut, auch, wenn ich zu dem Deutschtext lieber nichts sage, er ist so hirnrissig... Naja, spaeter, nun erst einmal zur Englischstunde... Jedenfalls hatten wir zuerst das Vokabular besprochen, dann ging es mit sinnlosen Diskussionen weiter, dann... Weis ich nicht mehr. Ich glaube, wir lasen etwas ueber den American Dream. Ja, richtig! Der war zum xten Mal das Thema, aber meinentwegen. Wenn ich einen Text bearbeite, muss ich wenigstens nicht mit unsinnigen Menschen sprechen, also... So verging dann die Stunde und ich ging zur Kantine, as, packte das andere Gebaeckstueck ein, dann ging ich zum Deutschunterricht, wo man sich gleich nach meinem Befinden erkundigte. Erstaunlich. Man war so relativ nett... Aber zu all dem anderen wohl morgen oder in den naechsten Tagen. Ich muss nun gehen. Gehabt euch wohl,

cn P

03.09.2005 um 00:21 Uhr

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03.09.2005 um 00:18 Uhr

Donnerstag Ende

Da stand ich in der prallen Sonne, in der Hitze, die mir so starke Kopfschmerzen bescherte, da meine Haare sich auch schon auf Backofentemperatur erhitzt hatten, durch die Einstrahlung, es war einfach nur ekelhaft... Da stand es auf dem Fahrplan: Der naechste Bus wuerde erst in 20 Minuten kommen. Ich war viel zu spaet. Es war ekelhaftes Wetter, ich wollte fort... Es war die reinste Horrorvorstellung. Und weiter weg stand auch noch ein braun gebrannter Normalo und gaffte daemlich. Aber irgendwann kam auch dieser Bus und ich fuhr heim... Dort begann mein Vater gleich, zu meckern und auf mich einzuschreien, weswegen ich mir natuerlich wuenschte, schnellstmoeglichst wieder gehen zu koennen... Der Idiot ist selbt Schuld, wenn er mich eines Tages niemals mehr wiedersehen wird. Er hat es sich selbst eingebrockt, da soll er sich nicht nachher beschweren! Er ist doch schon der Grund, wieso ich ueberhaupt ginge. Wuerde er mich halbwegs menschlich behandeln, dann wuerde ich nochmals darueber nachdenken, weiterhin zuhause leben zu wollen, aber so! Nein danke! ER war derweil noch immer nicht zuhause, aber immerhin bald auf dem Weg nach Hause... Ich wartete so lange in meinem Zimmer, bis ER in die Naehe kommen wuerde, dann ging ich los, damit WIR uns am Bahnhof treffen wuerden... ER schien so ungluecklich wie noch nie. Ich konnte IHN mit nichts zum laecheln bringen und ahnte Schlimmes. Es war sein erster Arbeitstag gewesen. Irgendetwas musste da wohl schief gelaufen sein... Wir bekamen bald den Bus und schon begann ER, zu weinen. ER sagte kein Wort zu mir. Natuerlich enttaeuschte mich das auch. Aber ich blieb geduldig und spaeter erfuhr ich, was los war... Irgendwie erinnert es mich ein wenig an jenen Traum, den ER neulich hatte, in dem ER erschossen wurde... Von wem auch immer, wo auch immer, in einem Haus, das relativ normal eingerichtet war, vielleicht eine Art Ferienhaus... Naja, aber was die Realitaet betrifft: Es ist so, dass ER in einen reinen Idiotenkurs gekommen ist. Voll mit 'Normalos', die nur Parties und Saufen im Kopf haben, die untereinander nur am Tuscheln sind und mit IHM wegen seines Aeuseren kein einziges Wort sprachen, dann eine unangenehme Umgebung und dazu noch ein Lehrerwechsel. Aber wenn das alles waere! Nein, mit dem Lehrer wechselten auch die Themen und der Grund, weswegen ER dort arbeiten wollte, wurde einfach rausgeworfen! So blieb letztendlich gar nichts mehr. Es gab nichts, was IHN noch irgendwie an dem Job interessierte. Es war einfach extrem mies. Es erschein scheinbar deprimierend, nun 3 Jahre in dieser Irrenanstalt, mit den ganzen Idioten, arbeiten zu muessen... Natuerlich machte ich mir Sorgen. Was sollte ich tun? Ich versuchte alles, was ich konnte, aber er war nicht mehr in den Normalzustand zu bekommen. Nichts. Nichts wirkte! Es deprimierte mich noch mehr. Verdammt... Ja, irgendwann nervte es mich auch. Ich hatte mich den gesamten Morgen in unserer Wohnung abgerackert und ER wuerdigte meine Arbeit nicht eines Blickes! Natuerlich war ich sauer. Natuerlich haette ich ihn schlagen koennen. Aber er schien sich schon schlecht genug zu fuehlen. Es dauerte Stunden an Geheule, bis ich IHN halbwegs beruhigen und troesten konnte, aber tagelang, bis... Naja. Lassen wir das. Ich schlug IHM vor, wir wuerden zum naechsten Semester versuchen, eine andere Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz zu bekommen, damit liess er sich halbwegs vom Geheule wegbringen. Aber ich glaube auch an eine reelle Chance. Wieso sollte es denn nicht klappen, die Lage noch zum Besseren zu wandeln?! Es hat so oft geklappt, wenn auch nur knapp. Auch dies hier werden wir irgendwie schaffen. Die restlichen wenigen Stunden sahen wir ein wenig fern oder verbrachten die Zeit am PC, wir schauten auch nach diversen Fachhochschulen usw. Unterhielten uns, assen, dann bekam ich eine Reihe von Kraempfen im Bein *heul* Es dauerte auch wieder Ewigkeiten.Ich fuehlte mich wieder extrem schlecht und mir war auch noch extrem schlecht, was das Allerschlimmste war. Wie lange wuerde es noch so gehen? Was waren die Gruende? Dass ich stark zugenommen habe? Ich weiss es nicht... Generell ist mein Kreislauf schwach und ich bin dauerhaft krank. Naja. Was solls. Irgendwann sterbe ich eh. Ein kleines Wunder ereignete sich heute Nachmittag uebrigens auf meinen Handgelenken. Sie sprungen ohne meine Beihilfe auf und bluteten leicht. Ich hatte weder daran gekratzt, noch hatte ich mich an irgenetwas verletzt, dennoch sah ich sie ploetzlich bluten. Heute sieht man nur noch kleine Punkte an den Stellen der Wunden. Schade, wenn die katholische Kirche von mir erfahren hat, duerften meine Stigmata laengst verschwunden sein... Dachte schon, ich koennte mir noch gutes Geld mit diesem Zufall verdienen, aber natuerlich klappte mal wieder nichts. Weiter sass ich in meinem pinken Kitschzimmer auf meinem pinken Bett und hierte ein wenig Musik... Aber wo war ich ueberhaupt stehen geblieben? Ach ja, der Tag verging langsam und ich war am Nachmittag wieder zu nicht viel gekommen, dann gingen wir auch schon wieder zur Bushaltestelle, hetzten, in R. waren wieder nur Asoziale, im Park alles voll mit Insekten (Ich hasse es...), ich habe nahezu eine Phobie vom Dunkel entwickelt, da sich dort die Insekten aufhalten, die sich ggf. in meinem Haar festsetzen und auf mein Bett verschleppt werden koennten *heul* Naja. Dann waren wir vor der Wohnung meines Vaters angekommen und SEINE Mutter rief an und war extrem empoert darueber, dass ER seinen Ausbildungsplatz nicht mag. Auch scheint sie ihn fuer bescheuert zu halten, denn sie fragte, ob er nicht etwa den Job schon geschmissen haette... Es scheint wohl mit allen Eltern dasselbe zu sein! Immer halten sie einen fuer ihr kleines bescheuertes, unvernuenftiges Kind, dem sie alles vorschreiben oder raten muessen, wollen, wie auch immer... Es nervt. Das Gespraech zog sich ueber Ewigkeiten und brachte nur Aerger, denn SEINE Mutter wollte ueberhaupt nicht, dass ER sich evtl einen anderen Job suchen wuerde und diesen abbrechen wuerde, beim Finden einer besseren Gelegenheit fuer das naechste Semester. Wenn man immer auf seine Eltern hoeren wuerde... Das waere das Verderben. Wuerde ich alles glauben, was mein Vater sagt, wuerde ich nur tun, was er erlaubt... Gott, dann koennte ich ja nicht einmal Luft atmen! Das Gespraech endete, da ich nun endlich hinauf in die Wohnung gehen musste, es war schon nach 10 Uhr gewesen und mein Vater deswegen sauer, als ich ankam. Er meckerte nur herum, also ging ich zuerst ins Bad und dann in mein Zimmer, um herumzusitzen und meien Ruhe zu haben, dann konnte ich online und schrieb hier ein wenig weiter und beantwortete Emails, dann machte GMX massig Probleme und alles keinen Spas mehr *amok* Typisch, absolut typisch... Auch der heutige Tag war eine verdammte Katastrophe gewesen. Ich war erneut zu nichts gekommen und muste auch gleich wieder offline *headshot* Dann sass ich also in meinem Zimmer herum, zuvor war der PC wieder kurz vorm Absturz und ich kurz vorm Nervenzusammenbruch gewesen, da ich noch so viele URLs und Bilder retten musste... Gott, ich werde Ende dieser Woche noch graue Haare haben! Die letzte Zeit war so extrem stressig... Dann unterhielt ich mich noch ein wenig per SMS mit ihm, ging dann spaeter erst ins Bad und packte meine Tasche, machte Notizen zu den letzten Tagen fuer dieses Tagebuch, dann war ich weiter hektisch, denn ich hatte heute wirklich fast nichts geschafft... Und irgendwann gegen 1 oder 2 Uhr ging ich schlafen. Ich war nicht muede und hatte grosse Sorge vor Alptraeumen. Ich war panisch. Seit einigen Tagen habe ich einen Schaden. Ich habe Panik vor so vielen Dingen... Was verdammt ist das...

cn P

02.09.2005 um 23:50 Uhr

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02.09.2005 um 23:49 Uhr

Hausarbeit

Nachdem ich vergeblich versucht hatte, das Sekretariat meiner Schule zu erreichen, setzte ich mich wieder an den Computer und sah noch einige Sachen nach und schrieb meine Entschuldigung, die ich am naechsten Tag abgeben wollte. Dann schrieb ich einer Mitschuelerin, sie solle doch meine Tutorin von mir informieren... Spaeter jedoch rief ich nochmals an und die Sekretaerin wuenschte mir sogar gute Besserung, war extrem nett, was mich sehr verwundert, denn normalerweise sind diese zwei Damen immer extrem unfreundlich und schlecht gelaunt. Dies war nun erledigt, was ich der Mitschuelerin auch noch schrieb. Dann verbrachte ich noch eine Weile vor dem Computer, dann legte ich mich wieder auf das Bett und doeste. Aber im Hinterkopf hatte ich immernoch die Tatsache, dass ich doch am Haushalt arbeiten sollte. Ich fuehlte mich noch immer schlecht, aber irgendetwas musste ich wohl tun, um mich abzulenken. Die Bauchschmerzen waren verschwunden, die Kopfschmerzen leichter geworden. Die Uebelkeit, so dachte ich, wuerde ich am besten bei Arbeit vergessen. Und auf dem Sofa standen noch die Kaesten mit dem neu gekauften Geschirr. Das Essen stand in Kisten im Wohnzimmer herum. Die neu aufgehaengten Schraenke waren noch nicht abgewischt, die Saegespaene nicht beseitigt. Nun also begann ich damit... Alle Schraenke putzte ich, dann spuelte ich alle Teller (Es duerften etwa 24 gewesen sein), eine Schuessel, ein paar seltsam geformte Gefaesse, 6 Tassen und was weiss ich, was noch kam, dann raeumte ich all die Schraenke ein, meine Haende taten mittlerweile vom Wasser und Spuelmittel weh, aber ich machte weiter... Ich wollte nebenbei auch noch ein wenig Schokolade essen, aber ich hatte keine Zeit... Ich war so schon ziemlich langsam gewesen. ER war waehrenddessen arbeiten... Nun hatte ich das Geschirr fertig, dann raeumte ich die Nahrungsmittel in die Schraenke und bekam alle voll... Was nun mit all den anderen Dingen geschehen soll, die noch lose irgendwo in der Wohnung herumstehen, weiss ich nicht. Irgendeine Loesung wird sich aber irgendwann noch finden, auch, wenn immer klarer wird: Diese Wohnung ist eigentlich zu klein fuer uns.

Ich beseitigte der Arbeitsspuren, saugte Staub, putzte den Boden, stellte die Kuechengeraete ordendlich hin, dann raeumte ich ein wenig im Bad auf, dann im Wohnzimmer und letztendlich auch im Schlafzimmer, das das reinste Schlachtfeld gewesen war. Papierreste wurden eingesammelt, Kleidung zusammen gelegt, die frische Waesche aus dem Waeschekorb sortierte ich in den Schraenke ein... Irgendwann war ich mit all dem Kram fertig. Die Wohnung hat zwar noch immer ein paar Makel, aber wir haben kaum mehr Schraenke, also... Den Rest kann ich erst spaeter erledigen. Ich setzte mich ins Wohnzimmer und trank zwei Tassen Kokosmilch, die dummerweise so einen starken Fettgehalt hatte, dass mir nur noch schlechter wurde. Daraufhin ging ich wieder ins Schlafzimmer und goennte mir endlich mal eine Pause. Ich hatte gut 3 Stunden gearbeitet... Es ist kaum zu glauben, wie anstrengend Hausfrauenarbeit sein kann. Und ich hatte so viel nicht geschafft... Ich war weder zum Vollbad, noch zum Friedhofsspaziergang, gekommen, ich hatte meine Naegel nicht gemacht, hatte weder den Englischroman gelesen, noch Prospekte oder Zeitung, ich hatte keine Hausaufgaben gemacht, ich war nicht zum LIDL einkaufen gegangen... Gott, ich schaffte so gut wie gar nichts, aber nun wollte ich auch nicht mehr funktionieren. Ich setzte mich vor den Computer und sah mir einige Sachen an, beantwortete Emails, schaute mit Artikel auf diversen Pages an, dann auch wieder einigen paranormalen Krempel zu meiner Belustigung, hoerte ein wenig Musik, doeste herum, goss nochmals schnell die Pflanzen, dann war ich gerade beim Schreiben einer Email, als ich gerade bemerkte, es war schon viel zu spaet geworden! Ich hetzte schnell hinunter und zur Bushaltestelle. Diesen Bus hatte ich verpasst. Er war natuerlich mal wieder zu frueh an der Haltestelle gewesen *amok*

cn P

02.09.2005 um 23:36 Uhr

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02.09.2005 um 23:33 Uhr

Stimmungen

Schon am Morgen meckerte mein Vater nur herum. Ich fuehlte mich immernoch dermassen krank, mir war schon um 5 Uhr morgens kotzuebel gewesen, weswegen ich schon vor dem Klingeln des Weckers erwacht war... Ich packte auch nicht fuer die Schule, stattdessen lag ich auf dem Bett, mich miserabel fuehlend, ich doeste, mir war schlecht, ich hatte Bauch- und Kopfschmerzen... Eines war jedoch klar: Ich koennte unmoeglich hier bleiben. Ich musste zu SEINER Wohnung statt zur Schule fahren, sonst, waere ich krank hier zuhause geblieben, haette mein Vater mich die naechsten Nachmittage nicht mehr fort gelassen und ich haette IHN nicht mehr sehen koennen. Das wollte ich nicht. So musste ich mich irgendwie auf den Weg nach S. machen und hoffen, mich nicht im Park oder noch besser, im Bus, zu uebergeben... Ich lief langsam mit Musik im Ohr in Richtung Park. Die Sonne ging gerade auf, der gesamte Morgen glaenzte merkwuerdig, ich atmete das Morgenrot foermlich ein, so extrem schoen wirkte auf mich die Daemmerung, der Glanz des Taus auf allen Pflanzen... Dazu das Zwitschern der Voegel, die anderen natuerlichen Geraeusche, das seltsame Licht, das ich so mag... Ich hatte zu viel Zeit, und ich hatte einen Plan. Ich musste meine BVG-Karte verlaengern, so musste ich also zum Bahnhof. Jedoch durfte ich nicht draussen erwischt werden, das war eine meiner groessten Aengste. Weder mein Vater auf dem Weg zum Einkaufen haette mich treffen duerfen, noch irgendwelche Mitschueler auf dem Weg zur Schule. Ich musste also erst kurz vor 8 am Bahnhof ankommen. So troedelte ich und setzte mich sogar eine Weile auf die Parkbank und sah mir die seltsame Stimmung an...

Die Dämmerung ihr Herz zerreißt, denn es ist die Farbe seiner Haut, die sie erblickt / und das Silber des Mondes, den Schatten der Bäume: / Sein Wesen ward erkannt / Für immer gebrochen und voller Gram, konserviert im eigenen Gedanken / Vor dem Ende nie zurückschauend, begibt sie sich auf die Reise, und es ist ein langer Weg zurück / Das Licht umgreift sie warm, der Glanz badet sie in der Liebe. / Und am Ende? / Wird er dort sein? / Wird sie ihn wiederseh'n? / Wird er es nicht sein, der sie empfängt? / Ihre Augen nehmen Kontakt auf, mit den Blicken der Vergangenheit / Ein Lächeln nur: "Ich bin daheim" / Doch er verblasst.


Ich hoerte ein wenig Musik, es baute sich eine unglaubliche Gesamtstimmung auf. Bald jedoch ging ich weiter, denn ich fror ziemlich, es war noch sehr kuehl gewesen, und ich lief zum Bahnhof... Ich war viel zu frueh dort gewesen, doch ich hatte keine andere Wahl. Grob umgeschaut hatte ich mich und ich sah niemanden, den ich besonders kannte, aber was sollte es ueberhaupt. Ich liess meine Fahrkarte erneuern, die alte nahm man mir gleich ab und entsorgte sie, die neue ist uebrigens laenger gueltig, als ich eigentlich noch Schuelerin bin, was mir aber recht ist. Mein aktuellstes Foto ist drauf... Eigentlich ist es auch schon ueber 2 Jahre alt, muss ich ehrlich sagen, ich bin seit dem dicker geworden, aber ich finde, ansonsten habe ich mich kaum veraendert. Ich habe mich nie sonderlich veraendert... Dann lief ich zur Bushaltestelle und wartete. Es war extrem ueberfuellt mit Schuelern und viel zu hell und warm. Ich mochte es absolut nicht. Aber mir blieb nichts anderes uebrig... Der Bus kam auch erst nach Ewigkeiten an. Extrem viele dumme Schueler gafften mir wie bloede nach. Aber dann war ich zu Hause bei UNS angekommen und stellte meine Sachen grob ab, ging sofort ins Schlafzimmer und schaltete den PC an. Da sass ich... Auch diese Stimmung war unglaublich...

Der Flug der Engel entblößt meinen Neid, / Ach, wär' doch auch ich schon dem Tode geweiht / Auf himmlischen Schwingen durchglitt ich die Nacht, / Von den Sternen mit Schutz und mit Obhut bedacht / Den Weg weist Luna, die Göttliche, mir, / So bin ich vor der Dämm'rung des Morgens bei Dir

Da sass ich, auf einem schwarzen Metallbett mit zahlreichen Verzierungen, Efeuranken und schwarzen Rosen, die sich auch an unserer Tuer entlang zogen, der Raum begrenzt durch dunkelrote Vorhaenge mit floralen Mustern, ueber mir ein pinker Himmel, die Bettwaesche schwarz-roetlich, ein zartes rosa Netz auf mir... Das Licht... Ebenfalls roetlich, und auch das Sonnenlicht schien leicht in dieser Farbe hinein. Es wirkte unwirklich, an was fuer einem Ort war ich, was fuer einen Ort hatte ich geschaffen? Viele wuerden es den puren Kitsch nennen, aber ich sehe darin mehr. Es ist kein Billigkitsch, es ist der Versuch, einen romantischen Raum zu schaffen, im aelteren Stil, einen Raum, der sich von der modernen Kahlheit der meisten heutigen Wohnungen unterscheidet. Und ich glaube, es ist uns sehr gut gelungen. Da sass ich und wollte kaum gehen, aber ich musste mich noch um wichtige Dinge kuemmern. So sah ich erst einmal im Internet die Telefonnummer meiner Schule nach, dann sollte ich sie anrufen und mich krank melden...

cn P

02.09.2005 um 23:13 Uhr

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02.09.2005 um 23:12 Uhr

Daemlicher Mittwoch

Es gibt einige Dinge, die mich an IHM nerven. In den letzten Tagen haeuften diese sich. Es scheint immer so zu sein, wenn SEINE Eltern hier sind. Ich weiss schon, wieso ich eine gewisse Antipathie verspuere. Ob er mich nun in den letzten Tagen staendig versetzte, er sich an meinen Sachen einfach bediente (Das hasse ich besonders... Ich weiss bis heute nicht, was ich mit meinen Tagebuechern machen soll, ich moechte nicht, dass sie irgendjemand liest. Wie soll ich sie versiegeln?), genauso bescheuert und aggressiv herumschrie wie mein Vater, dumme Bemerkungen machte oder aber einfach nur rumzickte... Ich fuehlte mich alles andere als sicher bei IHM, ich hatte im Grunde fast gar keine Lust mehr, IHN ueberhaupt zu sehen, zumindest fuer den Moment. Irgendwie ging es einfach immer weiter bergab und ich machte mir haeufiger Gedanken, wie es waere, ihn mal wieder ein paar Tage nicht zu Gesicht zu bekommen. Ob es irgendeinen hilfreichen Nutzen haben wuerde oder ob es nur mehr Schaden anrichten koennte. Es gibt einfach so viel, was mich stoerte... Eines war klar: Heiraten wollte ich nun garantiert erst einmal nicht mehr. Der restliche Abend verging ziemlich schnell, ich denke, wir unterhielten uns nur und das war es gewesen. Dann bekamen wir den Bus ziemlich knapp und mussten zu viel fuer eine Fahrkarte zahlen, in R. waren wieder nur Schlaegertypen unterwegs, ich hasse diese Leute, dann war ich zuhause angekommen und wurde gleich weiter genervt. Mein Vater beschimpfte mich und lachte die gesamte Zeit hoehnisch ueber jeglichen Mist, zeigte seine verdammt ekelhaft menschenfeindliche Attituede, er ist und wird immer ein Arschloch bleiben... Dann fragte er mich auch noch, ob ich zu Abend essen woellte und als ich, nachdem er herumgeschrieen hatte, als ich sagte, ich haette schon gegessen, doch sagte, ich wuerde gerne noch etwas essen, lachte er wieder nur und bruellte mich zusammen, es gaebe aber kein Abendessen mehr, er haette sich gerade nur fuer sich eines gemacht und haette keine Lust mehr, nur wegen mir nochmals in die Kueche zu gehen. Er schrie die gesamte Zeit auf mich ein und als ich nun also in mein Zimmer gehen wollte, um mir den ganzen Scheiss nicht weiterhin anhoeren zu muessen, rastete er vollkommen aus. Der Volldepp schrie dann auch noch, er wuerde mir doch gleich etwas zu Essen machen, ich solle gefaellist hier bleiben. So ein Idiot... Dann kam also irgendwann das Essen, das auch nicht gut war, ich musste die gesamte Zeit sinnloses, absolut dummes Gelaber ertragen, konnte dann nicht einmal online und fuehlte mich noch dazu schwer krank und hatte solche Kopfschmerzen... Also ging ich bereits gegen 22 Uhr schlafen. Ich war im Bad gewesen, danach beschloss ich, am morgigen Tag nicht zur Schule zu gehen. Ich fuehlte mich zu schlecht. Ich legte mich ins Bett - Aber denkste, natuerlich wars das noch nicht gewesen!

Dieser Unglueckstag war natuerlich noch nicht zuende. Denn kaum dass ich wenige Minuten da lag, fiel mir ploetzlich ein krabbelndes Etwas auf das geschlossene Augenlid und bewegte sich auf mein Gesicht, bis ich es panisch versuchte, von mir abzuschuetteln. Ich warf das Bettzeug auf den Boden, da ich im Dunkeln nicht sehen konnte, wo sich das Tier befand, dann war ich zum Lichtschalter gelaufen und sah mir aus der Entfernung mein Bett an... Dann besah ich das Bettzeug, die Kissen, etc, genauer, doch nirgendswo war etwas vom Tier zu sehen! Es war schaetzungsweise eine Spinne oder ein groesserer Kaefer gewesen, evtl auch eine kleine Motte. Es irritierte mich, dass das Tier scheinbar von oben auf mich hinab gefallen war... Woher sollte es kommen? Ueber mir befand sich nur, in groesserer Hoehe, die Zimmerdecke. Ich hasse Insekten... Lange suchte ich alles ab, schaute auch grob unters Bett, denn ich stellte mir nichts ekliger vor, als dass das Insekt nochmals auf meinen mehr oder minder unbekleideten Koerper kriechen koennte und wenn ich daran denke, wie viele Insekten ein Mensch jaehrlich im Schlaf schlucken soll *KOTZ* Es war absolut ekelhaft und dass ich das Tier nicht fand, liess mir keine Ruhe. Ich stand in meinem Zimmer herum, konnte mich nicht einmal irgendwo setzen. Es war ekelhaft und ich wusste nicht einmal genau, was ich nun tun sollte. Irgendwann legte ich mich doch wieder hin und wartete, nach dem Motto 'Augen zu und durch', darauf, dass das dumme Getier wiederkehren wuerde. Irgendwann schlief ich ein. Was aus dem Insekt geworden ist, weiss ich nicht, ich hatte wohl nichts mehr bemerkt.

cn P

02.09.2005 um 00:14 Uhr

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02.09.2005 um 00:10 Uhr

Noch ein Teil

Ich mag es absolut nicht, ueber eine halbe Stunde versetzt zu werden. Und das, wenn es schon heisst, die Zeit waere knapp... Nunja, wir fuhren zu einer Gegend gar nicht allzu weit weg von hier, dort hielten wir in einem Industriegebiet und als wir ausstiegen, staunte ich ueber den ziemlichen Laerm einiger Geblaese... Wir waren an der Schokoladenfabrik angekommen. Im Laden sahen wir uns um, ueberluden uns viel zu sehr (Das reicht fuer etliche Wochen O_O), aber es war schon guenstiger, als im Laden, ein ganzes Stueck... Wo bekommt man sonst ein Kilogramm Sarotti-Pralinen fuer 5 Euro? Normal zahlt man schon fuer 200 Gramm so viel O_o Wenn mans mag. Dann fuhren wir ein Stueckchen zurueck und zu einer Keksfabrik nach Tempelhof... Das Lager dort war einfach nur riesig O_o Kauf zu glauben. Auch hier nahmen wir wieder ziemlich viel mit, andererseits, ER isst auch ziemlich viel, nimmt kaum zu, ich bin dick und esse dennoch kaum etwas, verglichen mit IHM... *re* Naja, das ist Schicksal. Jedenfalls sahen wir uns um, uebersahen leider Einiges, aber ich wollte nicht den ganzen Parcours nochmals laufen, dann gingen wir durch die Kasse, luden die Kaesten und Tueten in das Auto und fuhren in Richtung S. Es war bereits gegen 6 Uhr, dabei wollten SEINE Eltern eigentlich um 5 schon wieder abreisen. Naja. Dann trugen wir die ganzen Dinge einzeln zum Fahrstuhl und dann in die Wohnung, deren Flur ich natuerlich mit meinen Schuhen verdrecken musste, nachdem ich nahe der Haustuer in die Beeren einer Art Kirschbaum getreten war. Die 'Maenner' der Familie arbeiteten noch ein wenig an der Wohnung herum, ich sortierte die Nahrungsmittel, sass herum, doeste. Ich war so muede... Ich weiss es gar nicht mehr genau, ob ich noch am PC war, oder was ich sonst tut. Nur eines war klar: Ich wollte endlich Feierabend haben!

Als SEINE Eltern dann gegangen waren, lag ich auf dem Bett, as ein wenig und dachte ueber diesen Tag nach. Ueber alles Moegliche. Wie ueberheblich einige Menschen sind... Wie laecherlich es ist, dass sich diese Nervensaege von heute im Lateinunterricht fuer die Reifste von uns allen haelt... Sie ist mehrmals sitzen geblieben, zwei Jahre aelter als der Schnitt, und immer wieder beklagt sie sich lautstark, an dieser Schule gaebe es ja niemanden, mit dem sie sich unterhalten koennte, alle seien ja viel zu unreif, haetten ja keine Ahnung vom Leben und auch absolut nicht ihre Interessen. Na, wenn sie meint. Das, was ich bisher von ihr mitbekommen habe, ist, dass sie eigentlich eine durchschnittliche, strunzdumme 08/15-Tussi ist, die ausser Mode, Klatsch und Jungs nichts im Kopf hat. Vielleicht kichert sie nicht so oft wie die Anderen, vielleicht sind ihre Witze nicht ganz so bescheuert, aber nur, weil sie reifer als die Massen ist, ist sie noch immer nicht reif! Ausserdem muss man beachten, dass sie aelter ist, als all die Anderen. Daher koennte man vielleicht noch sagen, sie denkt ihrem Alter entsprechend. Denn von Menschen unter 30 halte ich mittlerweile sowieso nicht mehr sonderlich viel. Mit 18 volljaehrig, reif, blah blah blah... Pustekuchen! Selbst 25jaehrige sind fuer mich nicht mehr reif, die Massen zeigen es mir. Ich habe keinen Respekt vor solchen Kindsgeistern in Erwachsenenkoerpern. ErwachsenenKOERPER, das ist ALLES, mehr haben sie nicht! Aber wie dem auch sei... WIR hatten auch noch Einiges zu bereden. Und natuerlich begann auch wieder das Herumgeheule. Wenigstens waren seine Eltern fort... Sie moegen in Ornung sein, aber irgendwann lebt man doch lieber wieder so, wie sonst, wenn man nicht unter Beobachtung steht...

cn P

01.09.2005 um 23:40 Uhr

Immernoch Mittwoch

Eine weitere Stunde Latein musste ich mit dieser nervtoetenden Person neben mir ertragen. Da sass sie nun einmal und sie schien selbst nach dem Gespraech in der Pause noch immer nicht verstanden zu haben, dass es mir unerwuenscht ist, was sie tut! Da sollten wir nun also einen neuen Text uebersetzen, zuvor hatten wir die Hausaufgaben verglichen, die diese Person natuerlich von mir abschrieb. Nun aber war die neue Uebersetzung dran und dann auch noch in Gruppenarbeit. Kleingruppen. Wie sich es gerade ergeben sollte... So kam es, dass ich alles uebersetzte und alles, was vorgelesen wurde, Loesungen, etc, mitschrieb, und diese daemliche Tussi neben mir spielte in der Stunde mit ihrem Handy und was weiss ich! Und schrieb dann einfach alles bei mir ab, zog mir dazu sogar den Zettel weg, obwohl ich gerade darauf schreiben wollte, wollte sich einfach an meiner Tasche bedienen und dann las sie auch noch das Abgeschriebene vor und wurde von der Lehrerin fuer ihre ach wie tolle Uebersetzung, die eigentlich von mir stammte, gelobt! Klar hat es mir dann gereicht und diese Person wird in Zukunft einen grossen Bogen um mich machen. Ist mir sehr recht so. Endlich bin ich diese Plage los... Dann endeten bald die Stunden und ich musste mich auf den Weg zum Deutschunterricht machen. In Latein hatte irgendwie alle Schueler gesponnen, waren extremst aggressiv, die Lehrerin ebenfalls. Nun hingegen war es ruhiger geworden. Ein wenig, zumindest... Meine Kopfschmerzen endeten dennoch nicht. Zu trinken hatte ich aufgrund der dummen Tussi im Lateinunterricht uebrigens fast gar nichts mehr. Und noch zwei Stunden und solchen Durst...

Wir begannen damit, die beiden Teile des Fausts zu besprechen und zu vergleichen. Dann hiess es, das Thema Faust wuerden wir nur 3 Stunden lang behandeln. Die, die das Drama komplett lasen, fuehlten sich nun also komplett auf den Arm genommen... Ich persoenlich, das muss ich zugeben, habe von diesem 2. Faust nur die Haelfte ausfuehrlich gelesen, den Rest lediglich sehr grob ueberflogen. Ich habe nur ein Problem: Dieses Drama wird wohl auch Klausurthema sein :( Das wird katastrophal. Denn den Faust 2 mag ich absolut gar nicht und ich habe auch nicht die Zeit, ihn zu lesen! Kabale und Liebe muesste ich auch noch wiederholen, dann habe ich in Englisch auch noch einen Roman... So vieles zutun! Es ist grausam. Danach amuesierte ich mich mit einigen Schuelern ueber die Plakate, die in dieser 7. Klasse, in der wir uns befanden, hingen. Sie waren mehr als bescheuert, aber einige Dinge sollten einem zu Denken geben. So hing dort ein von den Schuelern geschriebenes Plakat ueber den idealen Klassensprecher. Darunter standen Dinge wie 'ist fair', 'macht sich ueber niemanden lustig' oder 'hoert zu', aber auch 'tritt und schlaegt nicht', 'missbraucht die Mitschueler nicht' und 'ist nicht gewalttaetig'. Dinge, die eigentlich selbstverstaendlich sein sollten, es aber in der heutigen Gesellschaft scheinbar nicht mehr sind, sonst muesste man sie nicht explizit erwaehnen. Arme Menschheit... Aber andere Stichworte brachten natuerlich eher zum Lachen. Wenigstens ein Trost... Wie unbeholfen in dem Alter noch so viele Schueler sind! Natuerlich ist das andererseits auch traurig, denn viele schienen der Sprache gar nicht wirklich maechtig zu sein. Und sonderlich intelligent waren sie wohl auch nicht. Unsere angebliche Zukunft... Hilft Foerdern da? Ich weiss es nicht genau. Im Deutschunterricht war nun wieder eine absolut dumme, sinnlose Diskussion ausgebrochen, mit Unmengen an dummen Aussagen und Kommentaren anderer Schueler, und dann ueberzogen wir die Stunde auch noch um fast 10 Minuten. Sehr schnell musste ich zum Englischunterricht hetzen.

Dort hoerten wir ein Referat ueber den franzoesischen Romanhelden Candide, verglichen ihn mit dem Protagonisten unseres aktuellen Romans, aber noch mehr auf die Nerven gingen mir die dummen Kommentare von sowohl Schuelern als auch Lehrer, diese Mitlaeuferei (Ein Schueler sagt etwas, alle anderen nicken, ohne ueberhaupt nachgedacht zu haben, bloss mit dem Kopf und sagten zu Allem ja und Amen...), die Idiotenwitze, bei denen alle lachen, nur, weil einer lacht... Generell, diese gesamte dumme Massenmentalitaet. Das ist es, was dieser Lehrer liebt. Er ist ein Teil der Massenkultur, in der kein Mensch mehr ein eigenes Wesen, geschweige denn eine eigene Meinung hat. Und da soll jemand wie ich mit diesem Lehrer klarkommen, der jeden verurteilt, der nicht so ist, wie er... So verging die gesamte Stunde, eventuell redeten wir auch noch ueber einige Uebersetzungen, aber ich weiss es nicht mehr genau... Ich weiss nur noch, wir ueberzogen stark. Dann hetzte ich zur Bahn, wieder von vielen Leuten aufgehalten, dann fuhr ich zum Einkaufscenter, wo WIR uns nahe des Eingangs trafen. Gemeinsam liefen wir vor eine Apoteke, in der sich gerade SEINE Eltern befanden. Wir setzten uns auf eine Bank und warteten. Es verging eine ewig lange Zeit. Ich machte mir Gedanken, wie ich noch halbwegs puenktlich nach Hause kommen sollte. Gott, war das ein Tag... Ich wartete. WIR warteten. Dann fuhren wir heim zu mir, ich nahm mein Mittagessen ein. Eigentlich wollten wir uns nach einer halben Stunde wieder an der Haustuer oder in der Naehe treffen. Da wartete ich nun. Fragte IHN per SMS, wann er wieder hier waere. Bekam mal wieder eine Antwort. Wie so oft in der letzten Zeit. Dann ging ich eben wieder hinaus und stand herum, wieder in Gefahr, von meinem Vater erwischt werden zu koennen! Wie ich es hasse. Immer werde ich versetzt... Ich lief weiter, rief IHN an, was auch wieder fast 80 Cent kostete, wir fanden einen Treffpunkt, dorthin lief ich und wartete weiter. Ewigkeiten. Dann fuhren wir los, an zahlreichen Friedhoefen und anderen Orten, die WIR in guter Erinnerung haben, aus den letzten Jahren, vorbei, zu zwei Fabriken... Wieder kamen so viele Erinnerungen hoch.

cn P

01.09.2005 um 23:40 Uhr

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01.09.2005 um 23:20 Uhr

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01.09.2005 um 23:19 Uhr

Schlag die Naegel tiefer

Natuerlich schrie mein Vater wieder nur herum und ich fuehlte mich extrem schlecht, also ging ich recht bald schlafen, um all das nicht mehr ertragen zu muessen. Am naechsten Morgen ging es eigentlich genauso weiter... Das Radio lief und mein Vater rastete aus, nur, weil man ein franzoesisches Lied spielte, mit der 'Begruendung', das sei doch 'Vaterlandsverrat'. Die gesamte Zeit schrie und meckerte er nur herum, ich war noch muede, das Essen war absolut Ekel erregend, aber bald war ich also mit dem Essen fertig und ging hinaus. ER versetzte mich mal wieder. Mit dem Treffpunkt klappte wieder nichts. Es war kalt und ich bekam Bauchschmerzen, dann wurde ich irgendwann abgeholt und wir fuhren zuerst zur Baeckerei in S., dann nach Hause. SEINE Mutter war zuhause geblieben, wir begruessten einander, dann setzte ich mich an den Computer und traf noch einige Planungen fuer den heutigen Tag. So suchte ich die Adressen eines asiatischen Marktes heraus und die einiger Fabrikverkaeufe. Eigentlich planten wir noch viel mehr, aber auch hier klappte so wenig. Dann stellte sich auch noch heraus, dass ein Ort, zu dem WIR muessen, heute gar nicht geoeffnet hatte, dabei wollten wir gerade heute dorthin... Ich fuehlte mich nicht sonderlich gut, wir sassen eine Weile herum und fuhren dann zur Domaene, wo wir noch eine Lampe fuer die Kueche besorgten, Geschirr und einige weitere Dinge. Das Gartencenter nebenan war die reinste Katastrophe. Dort gab es nur haessliche oder schrottreife Dinge. Und die Preise waren auch nicht wirklich niedrig. Im Anschluss fuhren wir durch das durch eine Nazi-Demo aufgewuehlte Adlershof (Es sah etwa aus wie alljaehrlich zum 1. Mai... Ueberall riesige Mengen von Polizeiwagen, Polizisten mit Schilden, usw) zum Hermannplatz und wollten zu zwei Asialaeden. Wider erwarten war allerdings schon zu viel Zeit vergangen und ich musste zur Schule. Vom Karstadt-Parkhaus aus lief ich durch den Laden zur Bahn, dort verabschiedeten WIR uns kurz, dann fuhr ich in Richtung der Schule.

Ich war ueber eine Viertelstunde zu frueh dort angekommen, beschaeftigte mich also noch irgendwie ein wenig und kaufte mir in der Kantine ein Gebaeckstueck. Es verspeisend sass ich auf einer nahe gelegenen Bank und beobachtete den Lehrer, den so gut wie alle Schueler hassen. Es sind die verdammten Vorurteile... Mir tut er irgendwie leid. Mathelehrer, fast in Pension, dick und weisshaarig, immer mit unfreundlicher Miene, ein wenig altmodisch (Spricht alle Schueler mit Herr oder Fraeulein an), aber eigentlich wirkt er sehr nett. Zwar ist sein Unterricht ein wenig strenger, das weiss ich, denn ich hatte schon ein paar Stunden bei ihm, aber als Person scheint er nicht schlimm zu sein. Da sass er, eine Cola-Flasche neben seinem Fuss auf dem Boden stehend, die andere in der Hand, er beobachtete ein paar Leute und sass eben da und trank und schien nachzudenken. Unfreundlich ist er wirklich nicht. Ich werde immer von ihm gegruesst, das, obwohl wir uns nicht kennen, und wenn wir uns mal zufaellig unterhielten, war es immer nett gewesen. Die verdammten Vorurteile... Nur, weil er aelter ist, nur, weil er ein 'unpraktisches' Gesicht hat, mit dem er immer finster wird, ist er ueberall als schrecklich und brutal verschrieen. Wenn die Menschen wenigstens einmal versuchen wuerden, hinter ihren Wall aus Vorverurteilungen zu schauen... Die Pause verging und ich machte mich auf den Weg zum Lateinunterricht. ER hatte derweil die Asialaeden besucht und dort viel eingekauft, dann hatte ER sich mit seinen Eltern noch im Karstadt und in einem Antiquitaetenladen, sowie einigen anderen Laeden der Umgebung umgesehen. Ich hingegen musste mich mit dummen Schuelern herumstreiten. Diese standen am heutigen Tag nicht nur unsinnig blind in der Gegend herum, und standen im Weg und erregten damit meinen Zorn (Ironischer Weise scheint es wirklich so, als staenden die meisten Menschen im Weg und behinderten mein Gesehen, gerade dann, wenn ich es sehr eilig habe!), sondern es gab auch andere, absolut bescheuerte, Aergernisse...

Eine Mitschuelerin fragte mich zuerst nach einem Stueck meiner Kokosschokolade, was ich ihr dann auch ohne Zoegern abgab. Was ist schon ein einzelnes Stueck Schokolade... Da bin ich nett. Zu nett, wie ich meine... Es zeigt sich immer haeufiger. Denn dann fragte die Schuelerin mich danach, ob sie aus meiner Flasche trinken koennte. Auch das erlaubte ich noch. Als sie dann jedenfalls auch noch ein Blatt Papier und Schreibzeug von mir haben wollte, bejahte ich nicht mehr, was auch nicht nur daran lag, dass ich nichts zum Verleihen bei mir hatte. Aber es sollte noch dreister werden! Die gesamte Zeit redete diese Person waehrend des Unterricht auf mich ein, stellte daemliche Fragen, sodass ich kaum etwas von der Stunde mitbekam, wenn ich nicht antwortete, wurde das Geschrei lauter, wenn ich antworten wollte, jammerte die Lehrerin mit mir herum. Da fuehlt man sich doch bescheuert... Nun. Ich bekam ziemliche Kopfschmerzen und hoffte, diesen Stunden wuerden schnellstens enden und ich diese Person endlich los sein und seit dieser Stunde auch meiden koennen. In der ersten Stunde ging es uebrigens nochmals um den roemischen Staat, in mehreren Referaten. Aber sonderlich interessant war es dennoch nicht... Dann kam eine grosse Pause, und diese eine Person fragte mich auch noch, ob ich ihr Geld fuer die Kantine leihen koennte! Da reichte es mir und ich sagte ihr ohne Scheu ins Gesicht, sie koenne sich auch mal selbst versorgen und nicht immer ueberall wie eine Asoziale durch das Leben schnorren. Ein Stueck Schokolade wuerde ich ihr noch geben, aber bei Geld und allen Dingen und vor Allem dieser Frechheit, vom Geld Anderer zu leben, sei es damit genug! Das naechste Mal solle sie sich selbst etwas mitnehmen, dass sie nicht unter Geldmangel leidet, weiss ich, ich sehe nicht ein, wieso ich fuer mein Geld Dinge kaufen sollte, nur damit jeder Andere sie aufbraucht, nur ich selbst nicht! ICH habe hier kein Geld. ICH bin staendig kurz vor dem Bankrott, gerade, seitdem ich meine eigene Wohnung habe. Da kann ich es mir nicht leisten, auch noch Fremde durchzufuettern... Freunde vielleicht, in hoechster Not, aber Fremde? Nee danke. Da wurde diese Person sauer und schrie auf mich ein, ich sei egoistisch, selbstsuechtig und ja nicht einmal fuer meine 'Freundin' da. Ich sagte ihr, dass ich unter 'Freunden' andere Menschen verstehe, als solche, die in der 'Freundschaft' nur den eigenen Vorteil sehen, da wurde sie noch sauer, schrie lang herum und wendete sich dann ab und schnorrte andere Personen an... Es ging von vorn los, wie bei mir! Reihum fragte sie nach Geld, Nahrungsmitteln, Papier, etc. Einige Leute sind nicht nur dreist, sondern auch aeusserst bescheuert. Wie kann man so asozial sein...

cn P