Natuerlich schrie mein Vater wieder nur herum und ich fuehlte mich extrem schlecht, also ging ich recht bald schlafen, um all das nicht mehr ertragen zu muessen. Am naechsten Morgen ging es eigentlich genauso weiter... Das Radio lief und mein Vater rastete aus, nur, weil man ein franzoesisches Lied spielte, mit der 'Begruendung', das sei doch 'Vaterlandsverrat'. Die gesamte Zeit schrie und meckerte er nur herum, ich war noch muede, das Essen war absolut Ekel erregend, aber bald war ich also mit dem Essen fertig und ging hinaus. ER versetzte mich mal wieder. Mit dem Treffpunkt klappte wieder nichts. Es war kalt und ich bekam Bauchschmerzen, dann wurde ich irgendwann abgeholt und wir fuhren zuerst zur Baeckerei in S., dann nach Hause. SEINE Mutter war zuhause geblieben, wir begruessten einander, dann setzte ich mich an den Computer und traf noch einige Planungen fuer den heutigen Tag. So suchte ich die Adressen eines asiatischen Marktes heraus und die einiger Fabrikverkaeufe. Eigentlich planten wir noch viel mehr, aber auch hier klappte so wenig. Dann stellte sich auch noch heraus, dass ein Ort, zu dem WIR muessen, heute gar nicht geoeffnet hatte, dabei wollten wir gerade heute dorthin... Ich fuehlte mich nicht sonderlich gut, wir sassen eine Weile herum und fuhren dann zur Domaene, wo wir noch eine Lampe fuer die Kueche besorgten, Geschirr und einige weitere Dinge. Das Gartencenter nebenan war die reinste Katastrophe. Dort gab es nur haessliche oder schrottreife Dinge. Und die Preise waren auch nicht wirklich niedrig. Im Anschluss fuhren wir durch das durch eine Nazi-Demo aufgewuehlte Adlershof (Es sah etwa aus wie alljaehrlich zum 1. Mai... Ueberall riesige Mengen von Polizeiwagen, Polizisten mit Schilden, usw) zum Hermannplatz und wollten zu zwei Asialaeden. Wider erwarten war allerdings schon zu viel Zeit vergangen und ich musste zur Schule. Vom Karstadt-Parkhaus aus lief ich durch den Laden zur Bahn, dort verabschiedeten WIR uns kurz, dann fuhr ich in Richtung der Schule.
Ich war ueber eine Viertelstunde zu frueh dort angekommen, beschaeftigte mich also noch irgendwie ein wenig und kaufte mir in der Kantine ein Gebaeckstueck. Es verspeisend sass ich auf einer nahe gelegenen Bank und beobachtete den Lehrer, den so gut wie alle Schueler hassen. Es sind die verdammten Vorurteile... Mir tut er irgendwie leid. Mathelehrer, fast in Pension, dick und weisshaarig, immer mit unfreundlicher Miene, ein wenig altmodisch (Spricht alle Schueler mit Herr oder Fraeulein an), aber eigentlich wirkt er sehr nett. Zwar ist sein Unterricht ein wenig strenger, das weiss ich, denn ich hatte schon ein paar Stunden bei ihm, aber als Person scheint er nicht schlimm zu sein. Da sass er, eine Cola-Flasche neben seinem Fuss auf dem Boden stehend, die andere in der Hand, er beobachtete ein paar Leute und sass eben da und trank und schien nachzudenken. Unfreundlich ist er wirklich nicht. Ich werde immer von ihm gegruesst, das, obwohl wir uns nicht kennen, und wenn wir uns mal zufaellig unterhielten, war es immer nett gewesen. Die verdammten Vorurteile... Nur, weil er aelter ist, nur, weil er ein 'unpraktisches' Gesicht hat, mit dem er immer finster wird, ist er ueberall als schrecklich und brutal verschrieen. Wenn die Menschen wenigstens einmal versuchen wuerden, hinter ihren Wall aus Vorverurteilungen zu schauen... Die Pause verging und ich machte mich auf den Weg zum Lateinunterricht. ER hatte derweil die Asialaeden besucht und dort viel eingekauft, dann hatte ER sich mit seinen Eltern noch im Karstadt und in einem Antiquitaetenladen, sowie einigen anderen Laeden der Umgebung umgesehen. Ich hingegen musste mich mit dummen Schuelern herumstreiten. Diese standen am heutigen Tag nicht nur unsinnig blind in der Gegend herum, und standen im Weg und erregten damit meinen Zorn (Ironischer Weise scheint es wirklich so, als staenden die meisten Menschen im Weg und behinderten mein Gesehen, gerade dann, wenn ich es sehr eilig habe!), sondern es gab auch andere, absolut bescheuerte, Aergernisse...
Eine Mitschuelerin fragte mich zuerst nach einem Stueck meiner Kokosschokolade, was ich ihr dann auch ohne Zoegern abgab. Was ist schon ein einzelnes Stueck Schokolade... Da bin ich nett. Zu nett, wie ich meine... Es zeigt sich immer haeufiger. Denn dann fragte die Schuelerin mich danach, ob sie aus meiner Flasche trinken koennte. Auch das erlaubte ich noch. Als sie dann jedenfalls auch noch ein Blatt Papier und Schreibzeug von mir haben wollte, bejahte ich nicht mehr, was auch nicht nur daran lag, dass ich nichts zum Verleihen bei mir hatte. Aber es sollte noch dreister werden! Die gesamte Zeit redete diese Person waehrend des Unterricht auf mich ein, stellte daemliche Fragen, sodass ich kaum etwas von der Stunde mitbekam, wenn ich nicht antwortete, wurde das Geschrei lauter, wenn ich antworten wollte, jammerte die Lehrerin mit mir herum. Da fuehlt man sich doch bescheuert... Nun. Ich bekam ziemliche Kopfschmerzen und hoffte, diesen Stunden wuerden schnellstens enden und ich diese Person endlich los sein und seit dieser Stunde auch meiden koennen. In der ersten Stunde ging es uebrigens nochmals um den roemischen Staat, in mehreren Referaten. Aber sonderlich interessant war es dennoch nicht... Dann kam eine grosse Pause, und diese eine Person fragte mich auch noch, ob ich ihr Geld fuer die Kantine leihen koennte! Da reichte es mir und ich sagte ihr ohne Scheu ins Gesicht, sie koenne sich auch mal selbst versorgen und nicht immer ueberall wie eine Asoziale durch das Leben schnorren. Ein Stueck Schokolade wuerde ich ihr noch geben, aber bei Geld und allen Dingen und vor Allem dieser Frechheit, vom Geld Anderer zu leben, sei es damit genug! Das naechste Mal solle sie sich selbst etwas mitnehmen, dass sie nicht unter Geldmangel leidet, weiss ich, ich sehe nicht ein, wieso ich fuer mein Geld Dinge kaufen sollte, nur damit jeder Andere sie aufbraucht, nur ich selbst nicht! ICH habe hier kein Geld. ICH bin staendig kurz vor dem Bankrott, gerade, seitdem ich meine eigene Wohnung habe. Da kann ich es mir nicht leisten, auch noch Fremde durchzufuettern... Freunde vielleicht, in hoechster Not, aber Fremde? Nee danke. Da wurde diese Person sauer und schrie auf mich ein, ich sei egoistisch, selbstsuechtig und ja nicht einmal fuer meine 'Freundin' da. Ich sagte ihr, dass ich unter 'Freunden' andere Menschen verstehe, als solche, die in der 'Freundschaft' nur den eigenen Vorteil sehen, da wurde sie noch sauer, schrie lang herum und wendete sich dann ab und schnorrte andere Personen an... Es ging von vorn los, wie bei mir! Reihum fragte sie nach Geld, Nahrungsmitteln, Papier, etc. Einige Leute sind nicht nur dreist, sondern auch aeusserst bescheuert. Wie kann man so asozial sein...
cn P