Es war kalt, ausgerechnet heute, wo ich mal keine Jacke bei mir hatte. Der Himmel war merkwuerdig... Dieses Mal sind mir wirklich wunderschoene Fotos gelungen! Leider werde ich sie aber vor naechster Woche nicht online stellen koennen... Oh, nein, da muss ich die Bewerbungen machen und zu dem merkwuerdigen Institut, waehrend ER noch arbeiten muss :/ Ich bin nicht begeistert. Aber wenn die Bewerbung endlich weg ist, habe ich erst einmal ein wenig Ruhe, hoffe ich. Wisst ihr, was ich sehr traurig finde? Dass ALLES, wirklich alles, darauf aufgebaut ist, dass man vor Beginn eines Berufes keine Beziehung fuehren kann! Es wird einem so schwer gemacht. Allein schon, dass man aufgrund eines Studiums gewoehnlich die Stadt verlassen muss. Der Partner hat einen anderen Studiengang, eine Ausbildung oder arbeitet, und schon ist man wieder getrennt und muss eine triste Wochenend-Beziehung fuehren! Das gefaellt mir gar nicht. Ich merke immer wieder, wie ich schulisch, beruflich und in anderen Bereichen sehr benachteiligt bin, weil ich diese Stadt nicht verlassen kann und moechte, da ich einen Verlobten habe. ER arbeitet hier. Da kann ich nicht fortgehen, wenn ich weiter bei ihm bleiben moechte! Das Leben ist hart. Aber eines ist klar: Fuer IHN wuerde ich einen guten Studienplatz irgendwo in einer anderen Stadt ablehnen. WIR waren ueber zwei Jahre getrennt, das moechte ich NIE wieder! Ich denke, viele Menschen haetten da kein Verstaendnis... Spruech wie "Vergiss ihn doch, du bist doch noch jung!" hoere ich oft. Sie lassen mich die Menschheit nur noch mehr verachten. Wer soetwas sagt, weiss nicht, was LIEBE bedeutet! Denn wenn man jemanden liebt, wirft man ihn nicht einfach weg, wenn man aus irgendwelchen Gruenden 'keine Lust' mehr hat. Ich weiss, wie grausam es ist, nicht wirklich geliebt zu werden.
Meine erste Beziehung war in der Hinsicht die Hoelle gewesen. Die Person war... Ekelhaft! Ich wuerde sie heute noch immer als Haufen Scheisse bezeichnen, das muss ich so derb sagen, denn sie hat mich nie geliebt! Sie wollte nur meinen Koerper und das wars, ich habe ihr nicht gegeben, was sie wollte, und dann hat sie mich einfach fallen gelassen. Einfach so. Sie hat mich NIE geliebt, aber mir das immer vorgelogen! Ich HABE sie geliebt, wirklich. Eigentlich war es alles solch ein Leichtsinn, Liebe macht eben blind... Manchmal ist es ein schreckliches Erwachen. Wir kannten uns nicht so gut, trafen uns, nach ihrem Liebesgestaendnis (Ich war schon lange vorher verliebt) in der Stadt, am A.platz hier in B., an einem markanten Punkt, zuvor war sie hier in B. bei einer Demo gegen den Irakkrieg gewesen, bekam aber Platzangst und so trafen wir uns auch noch frueher, als geplant. Wir besuchten einige Friedhoefe. Es war Mitte Februar, eiskalt, Minusgrade. Ich war zu leicht gekleidet, fror, trug nicht einmal Handschuhe. Sie lieh mir ihre fingerlosen und die habe ich auch heute noch zuhause. Es gab nie ein Wiedersehen und die Handschuhe sehe ich nun als meine an, das ist geklaert :P Nun... Aber das wusste ich damals nicht. Ich dachte, wir wuerden uns spaetestens naechstes Wochenende wiedersehen... Ich denke, es war ein Montagabend, oder ein Samstagabend, ich weiss es nicht mehr. Sie machte sogar Fotos von mir. Dann kam das Fatale. Es war der Friedhof an der G.allee, wir waren lange durch einen Park gelaufen, komplett im Dunkeln, alle Wege waren vereist, wir liefen an einem Fluss entlang, schwarzes Wasser, auf dem riesige, kristallene Eisschollen schwammen... Die Temperaturen waren auf minus 20 Grad gesunken, wir waren dennoch dort. "Tapfer" nannte es ein Freund, am naechsten Abend, als ich ihm davon erzaehlte. Auch er ahnte nicht, was kommen wuerde.
Und ich habe seitdem eine gewisse panische Angst vor schwarzem Wasser und Eisschollen... Nun. Wir liessen uns auf einer Bank nieder. Weisse Blumen, welke Kraenze. Vor uns die Schemen der alten Grabmale, dahinter der Fluss, der silberne Glanz auf dem Wasser. Das blaeuliche Licht von einer Werbetafel einige Strassen weiter. Sie sass rechts von mir, stellte links von mir eine grosse schwarze 3-Docht-Kerze. Sie lachte. Sagte mehrmals, ich sei wunderschoen, mein Gesicht leuchte vom Kerzenschein so engelhaft golden. Es kam soweit, dass ich ihr meinen allerersten Kuss schenkte. Einige folgten. Es war ein merkwuerdiges Gefuehl. Meine Zunge war taub, es war so kalt. Ich bekam bei den Temperaturen sogar einen Kuss auf den Bauch. Dann sassen wir, redeten mal, mal schwiegen wir lange. Es war einmalig. Dann bekam sie aber nicht mehr, nicht das, was sie sich wohl erhoffte. Es war so kalt, ich bemerkte meine Gliedmassen nicht mehr. Trug damals nur eine schwarze Steppjacke, schwarze Lederoptik-Jeans, Biker-Stiefel. Meine Zehen spuerte ich zuerst nicht mehr, dann brannten sie. Fuehlte sich nach Erfrierungen an, aber ich blieb 'tapfer', und sie blieb es auch. Irgendwann war es Zeit, zu gehen. Sie musste ihren Zug noch bekommen... Ich sollte um 20 Uhr zuhause sein. Damals war ich knapp 16. So fuhren wir zum Bahnhof... Wenn ich sie kuesste, ihre Hand hielt, dann merkte ich gar nicht, dass wir ein ungewoehnlicher Anblick waren, nein, ich sah es als so selbstverstaendlich an, ich liebte sie so! Mit ihrem unordendlich rot-blond gefaerbtem Haar, ihrem Nietenhalsband, der olivgruenen Jacke, blaue Jeans, soweit ich mich erinnere, und Springerstiefel mit Nieten und Kettchen dran... Ich fand es komisch, dass sie mich nur so verstohlen beruehrte. Erst TAGE spaeter bemerkte ich, wieso sie es tat - Ja, sie hatte Scheu, aufzufallen.
Dann standen wir an jenem Bahnhof, am Aufgang zu den anderen Bahngleisen. Sprachen wenig, sie war so verschwiegen, drueckte mir dann noch, aber erst auf meine Erinnerung hin, etwas in die Hand, was sie mir mitbringen wollte, eine bestimmte CD... Nun ja, da kam es mir schon komisch vor. Dann ging ich, sie ging auch, sie blickte sich nicht mehr um. Ich stieg in meine Bahn... Dann musste ich vom Bahnhof zu meinem Vater nach Hause laufen... Ich spuerte meine Beine gar nicht mehr, war aber sehr spaet dran, es ging gegen 9, ich rannte, und bei jedem Schritt fiel ich fast, weil ich nichts mehr spuerte! Dann kam ich heim. Alltag. Was fuer ein Tag. Und dann vergingen Tage... Genau am Tag des Treffens schrieb sie mir noch eine Email, sie haette diesen Tag wunderschoen gefunden. Dann war Ruhe. Ich... Hatte eine sehr boese Ahnung. Erst nach zwei Wochen meldete sie sich, nachdem ich sie mehrmals angeschrieben hatte, wieder. Es sei aus. Sie haette mich zwar gemocht, aber ich waer ihr doch zu unangepasst. Das sagte die Richtige... Dann fand sie dumme Ausreden, wie, sie sei schizophren und was weiss ich, und ihr eines Ich wuerde mich ja lieben, nur das andere nicht - Spaetestens da wusste ich, das konnte nichts werden! Und ich litt sehr lange... Ja. Meinen ersten Kuss so verschwendet zu haben, meine erste echte Beziehung so schnell scheitern sehen zu muessen... Verdammt. Nun. Dann kam ein langer Streit und dieser Streit wiederholte sich auch nach Jahren noch, IMMER, wenn wir wieder aufeinander trafen, wenn auch nur durch Zufall online! Scheinbar Hass... Dann habe ich mitbekommen, dass sie wohl wirklich ein mieses Schwein ist. Denn sie hat nicht nur mir etwas vorgemacht - Nein, sie hat auch noch ihre damalige Freundin mit mir betrogen, ohne dass ich davon wusste! Haette ich gewusst, dass sie bereits in einer Beziehung ist, haette ich mich von ihr 100%ig fern gehalten! Aber sie spielte scheinbar mit sehr vielen Leuten ein falsches Spiel. Das tat sie immer und tut sie immer. Verlogen.
Heute ist sie angeblich verlobt und studiert in P. Dorthin will ich nicht. Ob sie mit einer ihrer damaligen 'Gefaehrtinnen' verlobt ist oder wieder mit jemand anderem, weiss ich nicht. Wir hatten einiges gemein, habens vielleicht noch, aber entfremdet hat sie sich dennoch immer weiter. Heute kann ich nur sagen: Es war ein sehr romantischer Abend, unvergesslich, leider schmerzhaft. Eine schnelle und sehr schmerzvolle Angelegenheit... Dachte nie, dass mir das passiert. Aber immerhin, es hatte auch einen Vorteil... Ihr werdet es bescheuert finden. Das Leben ist bescheuert, aber ich denke, ohne dieses Erlebnis haette ich IHN nie so kennen gelernt! Ja, wir kannten uns so schon vorher, locker, freundschaftlich. Aber nach dieser 1. gescheiterten Beziehung war ich willig, zu sterben, wollte mich noch einmal wirklich... Es mag bloed klingen, aber... Ich wollte ohne jeglichen Gedanken mich einfach 'opfern'. Mein Leben so beenden. Kein Gedanke. Keine Vernunft. Noch einmal scheitern, dieses Mal richtig und fuer das letzte Mal. Daran dachte ich nicht, als ich mich dann schliesslich mit IHM traf. Ich hatte ihn sehr gerne, ja, und die erste Begegnung war wirklich sehr schoen. Lachten viel, redeten viel, verstanden und so perfekt... Und dennoch: Waere nicht dieser Wille zum Scheitern da gewesen, ich haette an unserem 1. Abend nicht das getan, was ich getan habe! Ich habe sehr viel riskiert. Derselbe Friedhof, dieselbe Bank. Dieses Mal scheiterte es nicht. Es folgte zuerst weiterer Schmerz und heute bin ich verlobt. Wer weiss, wie mein Leben heute waere, haette ich anders gehandelt.
Ich war mit 16 Jahren schon ein irres Huehnchen *re* Uebrigens, UNSER erstes Treffen war schon am 1.4.2003... Keine zwei Monate nach meinem ersten Scheitern. Ich sage ja, es war eine reine Verzweiflungstat... Die Wege des Menschen sind unergruendlich... Entschuldigt diese sehr persoenliche Erzaehlung, ich weiss, ich bin zu intim geworden, aber... Ich wollte das nun schreiben. Wertet es, wie ihr es wollt. Macht, was ihr wollt. Zaehlt nicht eher, was heute mit mir ist, als die Vergangenheit, damit ihr mich einchaetzen koennt?
cn P