1.11.06: Studienchaos, Totengedenken und 1. Schnee
Stimmung: Ok.
Musik: Diorama.
Ich musste mir noch 10x haargenau denselben Muell anhoeren und der Wetterbericht kuendigte Schneefall an. Es war auch wirklich kalt draussen... Winterkleidung erscheint mir im Moment irgendwie unangenehm, sie bedeckt so viel, ist relativ eng. Was sein muss, muss aber sein. Dann traf ich mich mit IHM und sein Gejammer besserte meine ohnehin schlechte Laune auch nicht gerade. WIR fuhren ins Center, nach einem Buchladen schauen. Ja, ich sollte mir schon einmal ein Buch fuer das Studium besorgen, das auf jeden Fall alle Kurse benutzen. 20 Euro, Grundlagen der Literaturwissenschaft. Ich wusste schon, eigentlich wuerde man das nirgens sofort finden. Im Center war es chaotisch: So viele gaffende, poebelnde und einfach nur daemliche oder zumindest daemlich im Weg stehende Personen! Einige schienen im Laufen eingeschlafen zu sein. Und dann diese zahlreichen einfach nur merkwuerdigen Werbeplakate... Ich musste einfach ein Foto fuer meine Absurd-Sammlung machen, ich werde es demnaechst hier online stellen, mit einigen anderen Bildnissen... Im Buchhandel haben WIR erst einmal die kleine Lehrbuchabteilung angesehen. Neben einem Chinesischwoerterbuch, das ich eigentlich recht gut fand (Durch Zufaelliges Aufschlagen las ich als erstes die Worte Totenmesse und Tintenfisch), war nichts zu finden, was auch nur im Geringsten meine Aufmerksamkeit erregte. Das Deutschbuch musste bestellt werden. Wieder so ein Trara. Angeblich soll es morgen ab 13 Uhr abholbar sein. Das hoffe ich, denn ich moechte nicht umsonst fahren.
Danach waren WIR noch in den Supermarkt gegangen, danach noch einen pH-Wert-Verbesserer beim Zooladen besorgen. Ich sah an der Tuer eine Anzeige haengen, die ich fast erschuetternd fand: Eine Frau wollte die Katze ihres Sohnes verkaufen. Der haette einen Motorradunfall gehabt und laege im Koma, er wuerde sich sowieso nicht mehr drum kuemmern koennen. Ich will mir nicht ausmalen, wie der arme Sohn sich fuehlt, wenn er erwacht und erfaehrt, dass man einfach sein Haustier verkauft hat. Meiner Meinung nach macht diese Mutter das absolut Falscheste ueberhaupt... Danach, WIR waren gerade zwischen den Laeden unterwegs, klingelte SEIN Handy. Es war ein Mensch von SEINEM Ausbildungsplatz - Hoch lebe der Datenschutz! SEINE Handynummer wird wohl schon in der gesamten Firma gehandelt, dabei hatte er sie nur mal einer Person ueberlassen, mit der er in einem Projekt kooperieren musste. Aber ich finde es sowieso dreist, irgendwelche "Kontrollanrufe" aufs Handy zu machen. Zumal man doch wohl mal einkaufen gehen muss, wenn man alleine lebt. So dachte ich zuerst zumindest, doch der Anlass des Anrufs war ein anderer: Angeblich seien nicht alle Atteste angekommen. Im Umschlag soll nur einer von zweien gewesen sein. Nach viel Gejammer wurde aufgelegt, nach gut 5 Minuten kam ein erneuter Anruf: Man habe das 2. Attest doch noch gefunden. Haette mich auch gewundert. Ausserdem frage ich mich, wie blind man sein muss, um in einem Briefumschlag zwei Zettel nicht zu finden!
Uebrigens gibt es auch sonst Aerger mit der Arbeit. So hat man IHM das letzte Mal 100 Euro zu wenig ueberwiesen - Was soll es dieses Mal sein? Ein "Datenbankfehler" wie damals, als das Urlaubsgeld erst zwei Monate zu spaet ankam? "Menschliches Versagen"? "Ein bedauerlicher Unfall"? Fakt ist, dass das ja wohl nicht angehen kann. WIR sind von den 100 Euro angewiesen, da koennen diese Leute doch nicht einfach meinen, sie koennten eine REGELMAESSIGE Zahlung dann und wann losschicken, wie sie gerade lustig sind! Die Zinsen, die so verloren gegangen sind, sollten sie eigentlich erstatten. Aber das waere genauso wahrscheinlich, wie 30 Grad und Sonnenschein am Heiligabend. WIR waren nun endlich auf dem Weg nach Hause, es war kalt, es waren massenhaft Asis unterwegs, der Bus war eigentlich auch zu frueh in R. gewesen. An mehr erinnere ich mich kaum. ER war wohl noch Getraenke holen, ich sass etwas am PC, sah vielleicht etwas fern, doeste ein wenig. Habe dann auch noch paar Finnland-Artikelchen geschrieben, wer interessiert ist, schaut einfach auf den 1. meiner Links in der rechten Seitenleiste. Viel mehr war wohl gar nicht. Ich aergerte mich wieder mit der Studienberatung herum, ueber die politisch extremistische Asta wundert man sich auch immer wieder, dann habe ich meine Kurse verbindlich gebucht. Wie gesagt, nicht alles, wie ich es woellte, aber besser, als dass gar nichts geklappt haette. Nun geht der Aerger aber weiter: Von gut 50% aller Leute, die ich frage, hoere ich, 12 SWS seien zu wenig, man muesse mindestens 20 machen. Die anderen 50% sagen, 12 seien perfekt, man sollte nicht mehr als 16 machen, 20 seien das Hoechstmass. Was nun? Ich hasse es, dass sich alle widersprechen, jeder etwas Anderes sagt und man eigentlich NIE weiss, wem man wirklich glauben soll! Das erschwert alles ungemein.
Nun denke ich, werde ich morgen mein Buch holen und dann ab Montag studieren gehen, nach dem Plan, den ich jetzt habe. Hoffentlich klappt das alles... Ach, bei der Uni sehe ich es schon kommen, dass man mir erst am Ende des Jahres sagt, ich haette zu wenig Stunden gehabt und wuerde daher durchfallen. Dann kann ich mich immerhin damit troesten, fuer ein halbes Jahr eine billige Fahrkarte gehabt zu haben *zyn* Hoffentlich hat das Chaos endlich ein Ende! Es war Nacht geworden, Zeit zu gehen und verdammt kalt. Der Bus war uebefuellt; Keine Sitzplaetze uebrig. In S. ist es im Allgemeinen noch kaelter, als in R. Ich frage mich, wie es weitergehen soll. Sicher, ich kann noch mehr Schichten anziehen, aber zum Winterbeginn so sehr zu frieren, ist mir neu. Heute gab es uebrigens den 1. Schnee. Irgendwie ist es absurd: Dieses Jahr hatten wir kaum "Zwischenjahreszeiten", kaum ein Fruehjahr, und der Herbst ging auch hoechstens 2 Wochen. War das vor einigen Jahren nicht noch ganz anders? Wenn ich an das letzte Jahr denke, begann im November 2005 ein Winter bzw fiel damals der 1. Schnee. Dieser Schnee wich nicht bis zum Ende April 2006 - Der Winter dauerte 6 Monate! Danach wurde es schnell heiss, so ging es bis vor Kurzem, genau genommen dauerte der Sommer auch 6 Monate. Nun, am 1. November, ist es wieder Winter geworden. Was kommt nun? Wieder 6 Monate Schnee? Sah es in Mitteleuropa nicht mal anders aus?
Man fragt sich, was die Ursachen sind. Erderwaermung, Polkappenschmelzen, Treibhauseffekt - Oder natuerliche Klimaschwankungen (Eiszeiten und Warmzeiten gab es schliesslich immer mal)? Dabei drifteten WIR auch auf komplett anderen Fragen ab. Zum Beispiel: Wer weiss, wie lange die Erde noch existieren wird? Was, wenn morgen schon ein grosser, sehr schneller Asteroid in die Sonne einschlaegt und diese erlischt? Wie wuerde man leben, wuesste man, in wenigen Wochen oder Monaten ginge das Licht aus und man wuerde auf jeden Fall sterben? Koennte soetwas nicht taeglich passieren? Nicht einmal auf asteologischer Ebene, auch im Kleinen: JEDEM von uns koennte JEDEN Tag ein Unfall geschehen, wir koennten in jeder Sekunde sterben! Eigentlich sollte man daher so leben, dass man das Leben geniest. Jeden einzelnen Tag. Nur leider faellt das aufgrund vieler verschiedener Dinge schwer. Ich habe manchmal Probleme, dies zu akzeptieren. Ich wuerde gerne mein Leben geniessen und die Dinge auslassen, die mich daran hindern. Aber unsere Gesellschaft zwingt uns in bestimmte Grenzen, so muss ich eben studieren, muss arbeiten gehen, muss funktionieren - Auch, wenn dies meiner Lebensfreude im Weg steht. Werde ich mich jemals damit abfinden koennen, ohne das Gefuehl zu haben, irgendwie handle ich falsch?
Zuhause wurde ich gleich wieder von meinem "Vater" vollgesuelzt. Er sieht einfach nicht ein, dass ich nicht zu Veranstaltungen gehen kann, die es nicht gibt, und dass ich mir auch keine Dokumente aus den Fingern saugen kann, die nicht existieren! Eigentlich wurde ich fast eine ganze Stunde lang zugemeckert, von Mitternacht bis um 1 Uhr. Wie soll es weitergehen? Ich war so genervt. Natuerlich mein er, 12 Stunden seien zu wenig. Ich solle gefaelligst mindestens 20 Dinge machen, "um sicher zu gehen", Freizeit solle ich gar keine haben, es koenne ja nicht angehen, dass man im Studium weniger in der Uni ist, als in der Schule im Schulgebaeude - So ist es aber nun einmal!!! Ich solle AGs machen, Sport- und Musikkurse und was weiss ich. Ich weiss aber: Ich lasse mich zu NICHTS zwingen! Ich mache meine Kurse, mache Zusatzdinger, wenn ICH es fuer richtig halte, sonst nicht. Zwingen lasse ich mich garantiert nicht mehr. Schlimm genug, dass ich schon Dinge tun musste, die ich nicht wollte, so kann es nicht ewig weiter gehen. Das restliche Gesuelze will ich nicht nochmals wiederholen. Spaet konnte ich online, noch habe ich nicht viel getan. soJA hat mich heute wieder auf den Gedanken "Friedhofsspaziergang" gebracht. Ja, eigentlich ist es der heutige Feiertag, der dieses Thema aufwirft, aber ehrlich gesagt: Hier in B. merkte man von diesen Feiertagen, heute und gestern, nichts, daher war ich mir in meinem Stress gar nicht so wirklich bewusst, was fuer Daten es waren. Aber es weckt Erinnerungen, ich zitiere mich mal wieder selbst:
"Die Totengedenktage finde ich auch wunderschoen... Eben aufgrund der Lichter, die man dann in der Dunkelheit schon aus weiter Ferne sieht. Sehr gut erinnere ich mich an den Ewigkeitssonntag/Totensonntag vorletzten Jahres, wahrscheinlich werde ich ihn auch noch viele Jahre im Gedaechtnis behalten. Dieses Jahr werde ich, wenn ich Zeit habe, an diesem Tag sicherlich auch noch den einen oder anderen Abstecher auf einen Friedhof machen.
Aber da kommt mir eine Frage auf: Wenn einige Menschen NUR an diesen Gedenktagen auf den Friedhof gehen und den Verstorbenen gedenken, waere das nicht etwas wenig? Sollte man jemanden, der einem viel bedeutet(e) nicht immer irgendwie im Gedaechtnis behalten?"
In diesem Sinne, gehabt euch wohl.
cn P

