Memoriae Ex Aeterna Nocte

31.01.2007 um 01:08 Uhr

30.1.07

Ich oeffnete langsam die Augen. Schwer drueckte sich mein Koerper auf den steinigen Untergrund. Ich muss auf dem Ruecken gelegen haben, denn das erste, was ich sah, war ein hellblauer Himmel mit weissen Schaefchenwolken und grelles, sommerliches Sonnenlicht. Ich lebte noch? Muehsam versuchte ich, mich zu erheben. Da stand ich und blickte an mir herab. Blut, ueberall Blut. Aber ich lebte doch noch, trotz allem?

~*~

Um 3 Uhr offline - Was fuer eine muehsame Zeit noch auf mich zukommen wuerde. Muede legte ich mich schlafen. Am naechsten Morgen um 10 Uhr stand ich muede und schwach wieder auf. Den gesamten Morgen musste ich mir das uebliche Gelaber anhoeren, wirklich PAUSENLOSES Gelaber, und ich fuehlte mich krank - Aber heute musste ich wirklich durchhalten. Den Bus verpasste ich - Er war 5 Minuten zu frueh vorbei gefahren. Daher musste ich mich mit prostituiertenhaft gekleideten, kettenrauchenden jungen "Damen" abgeben, mit irgendwelchen schrulligen alten Herren, und mit besoffenen Obdachlosen. Und ich bekam wieder graessliche Kopf- und Bauchschmerzen aufgrund eines ueblen Parfuems. Der Busfahrer quatschte die gesamte Zeit mit einem Kollegen. Dabei verpasste er sogar mehrere Haltestellen und grosser Unmut machte sich unter den Fahrgaesten brei. Dann wusste der Kerl nicht einmal mehr, welche Linie er gerade fuhr. Stellen die Verkehrsbetriebe nur Idioten ein?

Ich sass herum und erinnerte mich an diverse Dinge... Beispielsweise an einen gewissen Unfall, den ich gestern bereits angesprochen hatte. Wie mich danach einige Leute, zumindest wenige Tage lang, fast umsorgten. Bevor der uebliche "Krieg" losbrach. Kranke Leute sind vielen Menschen doch nur ein Klotz am Bein. Das bekam ich deutlich zu spueren, so viel Mobbing haetten sie einer gesunden Person sicherlich nicht angetan, dazu waeren sie zu feige gewesen! Aber wenn es einem schlecht geht, schlagen sie in der Not nur noch weiter auf einen ein. Sie nutzen wie die Geier jede Schwaeche. Ich verabscheue solche Menschen. Aber die ersten Tage... Da machten sich einige wenige Leute ein wenig Muehe mit mir. Ich weiss noch, wie jemand fuer mich Weissbrot in Wuerfel schnitt (Ich konnte nicht einmal Besteck halten) und in Tee tunkte. Leider konnte ich die auch nicht essen, nein, eigentlich konnte ich gar nichts essen und trinken, weil mein ganzer Mund wund war. Ich habe einige Tage nichts zu mir genommen und habe schon einiges an Gewicht verloren. Danach ernaehrte ich mich zwei Wochen lang nur von Jogurt. Bin ich vielleicht deswegen verrueckt geworden? ;)

Ich dachte noch weiter zurueck. Wie ich frueher, als Kind, jedes Wochenende mit meiner Mutter im Tempel gewesen war. Und wie offen sie mich eigentlich erzogen hat. Manchmal hat sie seltsam verklemmte Phasen, manchmal ist sie so offen, dass ich eigentlich - laut Psychologenmeinung - in der Kindheit schon hoechst traumatisiert haette werden muessen. Wie dem auch sei - Ich fand diese offene Erziehung eigentlich sehr gut. Ich denke, von Homosexualitaet, als Beispiel, habe ich das erste Mal schon mit 4 oder 5 Jahren gehoert. Meine Mutter hatte auch Transgender-Freunde bzw -Freundinnen. Mit vielleicht 6 Jahren habe ich mal spaet abends eine Travestieshow gesehen, meine Mutter hatte mich mitgenommen. Nein, keine von den "seltsamen" deutschen Travestieshows, sondern eine mit thailaendischen Katoeys. Eine Modenschau, um genau zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Vorliebe fuer sehr feminine Maenner/Jungen entwickelt habe, aber das stoert mich nicht - Ich habe diese Neigung sehr gern ;)

Einige Asis rissen mich aus meinen Gedanken. Aber nicht lange. Wo war ich stehen geblieben? Ich denke, mein "Vater" hat meinen Charakter auch ordendlich versaut. Die Tatsache, jahrelang ohne Mutter aufgewachsen zu sein (Ich spreche hier von der Zeit, nachdem meine Mutter die Familie verlassen hatte - Danach war auch nichts mehr mit Modenschauen und Tempelbesuchen) muss mich sehr jungenhaft oder zumindest "maedchen-untypisch" gemacht haben. Meine Mutter hat sich danach noch lange Zeit beschwert, ich wuerde nur "maennliche" Kleidung tragen. Wenn ich mich so ansehe, aktuell, wie ich draussen herumlaufe... Ja, das stimmt. Aber muss man unbedingt "Frauenkleidung" tragen? Das tue ich ja auch ab und zu. Nur im Alltag sind mir Jeans und Tshirt praktischer, als Roecke und irgendwelche knappen Tops oder irgendwelche Blusen (Nur fuer besondere Gelegenheiten oder in der Freizeit laufe ich im Kleid herum, oder mit Rock, Bluse und Korsett). Aber auch, was mein Verhalten betrifft... Aber vielleicht ist das auch nur diese Offenheit? Fuer mich gab es nie "dafuer darfst du dich nicht interessieren", "das ist nichts fuer Maedchen" oder "das ist Jungenkram". Ich bin meinen Interessen nachgegangen, egal, ob sie eher jungen- oder maedchentypisch sein sollen, und ich denke, es hat mir keineswegs geschadet. Ich mag, was aus mir geworden ist (Besser, als eine "Tussi" zu sein, ist es allemal!).

ER kommt mit meinem Charakter auch sehr gut klar. Das ist auch so eine Sache, auf die es ankaeme ;) Was den Unterricht heute betrifft... Es war viel sinnloses Blahblah. Mehr kann ich dazu kaum sagen. Einige Stichworte habe ich mir gemacht. Dazu ein andern Mal. Und dann habe ich Buecher bekommen... Nicht nur das eine, worueber ich eigentlich schreiben sollte, sondern noch ein anderes in der Dicke eines Grossstadt-Telefonbuches, an dem ich mich dann totschleppen durfte! *amok* Und das nur, weil in diesem grossen Sammelding ein kleiner Artikel zu "meinem" Thema war - Also die 10 Seiten haette mir die Prof ruhig kopieren koennen! Aber nein, ich muss das ganze Buch hin und her schleppen... 10 Minuten ueberzogen hatten wir auch noch. Ich regte mich ausserdem ueber einige andere Studenten auf... Also wie dumm einige Leute sind, ist doch wirklich unglaublich! Wie asozial, ebenfalls... Und niveaulos. Oder gehoert es mittlerweile zum guten Ton, seine Lebensgefaehrtin als "die Nutte" zu bezeichnen?! Und dann haben sie noch Witze ueber Behinderte und ueber Kranke gemacht, danach meinte die eine Tussi, sie litt unter Depressionen, dabei bin ich mir sicher, sie weiss nicht einmal, wie man das schreibt. So viel Scheiss haben sie geredet und ich dachte mir nur eines: Mit solchen Leuten WILL ich gar nichts zutun haben!

Das Wetter war graesslich. Endlich sass ich, es war schon spaet, im Bus. Meine Haende sahen schrecklich aus... Schneeweiss und die Adern traten alle stark dunkelblau deutlich hervor. Gerade an den Fingerspitzen sahen sie erschreckend aus. Woher das so ploetzlich kam - Keine Ahnung. Ich sass also im Bus nach Hause und dachte wieder ueber seltsamste Dinge nach. Wieso ist die Handhaltung beim Beten in vielen Religionen so annaehernd gleich? Gibt es dafuer eine Erklaerung? Ich blaetterte ein wenig im Geschichtsbuch. An sich ein nettes Thema, nur sehr viel zu lesen und zu wenig Zeit :/ Also wird es noch sehr muehsam. Ich sinnierte weiter... Ich fragte mich, wie lange ER wohl braeuchte, um Thai zu lernen? Allein aus dem Umgang mit meiner Mutter heraus kennt er ja schon einige Worte. Ich habe die Angewohnheit, wenn ich unkonzentriert bin, und in einer Sprache gesprochen habe, andere Personen in derselben anzusprechen, auch, wenn sie sie gar nicht verstehen... Dh wenn ich gerade mit meiner Mutter auf Thai sprach und ER mich dann etwas fragte, antwortete ich gewoehnlich automatisch auf Thai... Also Phrasen wie "Warte mal", "Ja", "Nein" oder "Komm her" kennt ER schon ;) Soetwas ergibt sich einfach aus dem "Zusammenleben". Es ist schon erstaunlich... Aber ich habe die Sprache ja auch durchs Leben gelernt, nie in irgendeiner Schule oder weiss ich was. Einfach durch den Umgang mit anderen Kindern.

Es war auf meinem ersten Urlaub in Thailand. Ich sprach nur Deutsch, die anderen Leute nur Thai. Irgendwie kam man trotzdem miteinander klar und ich sprach binnen nicht einmal einer Woche fluessig Thai :) Zumindest das, was man alltaeglich brauchte. Mehr hat sich mit der Zeit ergeben. Und ich frage mich immer: Wie viel, von dem, was sich in meinem Charakter befindet, ist "typisch asiatisch"? Ich denke schon, es ist eine Menge. Und wie weit spiele ich eine "Rolle"? Ich weiss es nicht. Dann war es Zeit, auszusteigen. Ich verpasste die Bahn wegen einiger im Weg stehenden und die Rolltreppen blockierenden Menschen. 10 Minuten Wartezeit! Dann Busausfall... Asis, schreiende Kinder, hysterische Hausfrauen. Ein violetter Himmel... Die Baumwipfel lagen schwarz davor. Waere es moeglich gewesen, haette ich den Anblick gerne fotografiert. Im Bus sass dann ein komischer Typ neben mir. Er war mir vom gesamten Verhalten her sehr suspekt. Zuhause: Keine Post, dafuer ganz toller Uringestank im Aufzug *zyn* Und dann koennen diese Leute nicht einmal die Lueftung einschalten!

Ich war eine Weile online, habe gelesen und Hausaufgaben gemacht. ER sollte erst noch heim kommen - Heute erst gegen 7, es sollte also sehr spaet werden :( Gezeichnet habe ich auch wieder und massenhaft Ideen. Dann habe ich noch etwas bei Youtube gefunden, worueber ich einerseits den Kopf schuetteln, anderseits herzhaft lachen konnte. Den Link habe ich leider nicht mehr. Es war ein 15(!)-minuetiges Video, in dem ein "Aktionskuenstler" in Jeans und Tshirt dastand und sich kreisrunde Loecher in die Kleidung schnitt. Von derselben Person gab es auch ein Video, in dem er Butterkloetze an eine weisse Zimmerwand warf. Vielleicht hielt sich der arme Mensch fuer Beuys. ER kam heim. Eigentlich gibt es nicht mehr viel zu sagen. Morgen - Mein 1. Vortrag :/ Drueckt mir bitte die Daumen! Und dann muss ich weiter lernen und einen anderen Vortrag schreiben. Es folgen: Montag - Klausur, Dienstag - Vortrag, Samstag - Klausur, danach muss ich mich um meine Semesterarbeiten kuemmern und eine muendliche Pruefung im Maerz habe ich auch noch :(( Die bereitet mir am meisten Sorge. Denn davon hab ich keinerlei Ahnung :/ Abends nervte wieder der Besoffene an der Haltestelle. Mensch, ist der strunzdumm *seufz* Und soetwas von nervraubend. Im Bus sassen dann auch nur Chaoten. Der Fahrer wurde lautstark angepoebelt, dann wurde Bier verschuettet, einige senile Alkoholiker sassen auch herum und eine alte Frau, die auch schon geistig nicht mehr klar war. Sie war die einzige, die mir von all den Menschen Leid tan. Die anderen konnten sehr wohl etwas fuer ihr unangebrachtes Verhalten.

"Zuhause" war alles wie immer. Auch das Gelaber ist immer dasselbe und immer gleich belaestigend. Online ist auch alles wie ueblich. Gehabt euch wohl!

cn P