Memoriae Ex Aeterna Nocte

30.06.2007 um 22:04 Uhr

Polarlicht?

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Internet, Natur


"Immer wenn der Kp-Wert größer als 4 ist, sollte man in Norddeutschland auf Polarlichter achten. In Süddeutschland treten Polarlichter meistens erst bei Kp-Werten von 7 oder mehr auf.

Bei einem Kp-Wert von 5 sind zwar Polarlichtern bei uns nicht sehr wahrscheinlich, dennoch sollte man im Norden auf Polarlichter achten, da die Anzeige immer eine gewisse Verzögerung aufweist. Es kann also sein, daß der derzeitige Kp-Wert bereits bei 6 oder höher liegt, obwohl der Balken noch bei 5 steht. Gerade wenn zusätzlich die ACE Daten (siehe unten) sehr hohe Werte aufweisen, sollte man auch bei Kp 5 im Norden einen Blick zum Himmel werfen. Wichtig zu wissen ist auch, daß die besten Voraussetzungen für Polarlichter immer um die astronomische Mitternacht herum bestehen, da dann das Polarlichtoval besonders nah an Deutschland heranreicht. Während der Sommerzeit ist dies etwa um 1.00 MESZ der Fall. Wenn man den Himmel nach Polarlichtern absucht, sollte man zuerst tief am Nordhorizont schauen, dann den Nordhimmel und schließlich auch die anderen Himmelsregionen absuchen."

Diese Info stammt von www.meteoros.de , wo auch einige andere Diagramme zu sehen sind, sehr empfehlenswert, wenn man sich fuer Polarlichter interessiert!

cn P

30.06.2007 um 01:46 Uhr

29.6.07

Stimmung: Genervt von Muecken. Und meinem "Vater" natuerlich. Und diesem verdammten PC. SEHR genervt.
Musik: Keine.

Noch immer hatte ich Magenschmerzen und war ein wenig saeuerlich darueber, von meinen evtllen Vorhaben fuer diese Woche (man erinnert sich evtl an die kleine Auflistung mit Ideen) nichts geschafft zu haben, ausser krankheitsbedingt die gesamte Woche nicht in der Uni erschienen zu sein. Nichts, worauf man stolz sein kann, und ich fuehle mich auch gar nicht gut, wenn ich an die Klausuren in 2-3 Wochen denke: Aber das habe ich mir selbst verschuldet, da muss ich jetzt durch! Ich werde einfach versuchen, es so gut wie moeglich hinzubekommen. Ab 3 Uhr war ich offline, schrieb noch eine Weile, von Muecken belaestigt. So kuehl, wie es war, kamen mir irgendwie wieder Erinnerungen an den 1. Winter in der Wohnung in S. Wie wir bei katastrophalem Wetter hinueber zum Supermarkt gelaufen waren, ich rieche noch die kalte Luft, und wie ueberall Schnee lag, riesige Eiszapfen von den Daechern hingen, der See gefroren war und die Sonne schon gegen 15 Uhr unterzugehen schien, wenn es denn an solch einem Tag ueberhaupt hell war - es gab welche, an denen blieb es einfach dunkel. Wie die Sonne, wenn mal zu sehen, bizarr durch dicke weisse Nebeldecken schien, wie ruhig es war, insektenfrei ;) , und auch nicht so viele Menschen gammelten auf den Strassen herum. Und nie mehr vergessen werde ich die seltsamen Frostspuren auf den Gehwegen direkt am See, der Wind hatte aus Eis interessante Muster auf die Platten gemalt, - ich bin gespannt, wie der naechste Winter dort aussehen wird.

Um 4 Uhr ging ich dann schlafen. Ach, wo wir schon bei Erinnerungen von vor 1,5 Jahren sind - ich muss abgenommen haben, hatte gestern noch einige Messungen gemacht (wenns darum geht, Kleidung zu naehen, ist das nur logisch), und laut denen bin ich wohl tatsaechlich einige wenige Zentimeter schmaler geworden. Wollte ich nur mal anmerken, da meine "Eltern" ja immer klagen, ich wuerde immer fetter werden - Also, es stimmt eindeutig NICHT! Aber persoenlich ist mir das nicht wirklich wichtig, ich will nur von all diesen oberflaechlichen Menschen meine Ruhe haben. Sie sollen mich nach meinem Charakter bewerten, nicht danach, ob ich 1cm Speck am Bein, drei im Vergleich zum Rest zu lange Haare oder einen Kratzer an der Schlaefe habe. Einen richtigen schoenen Vorteil haben meine aktuellen Masze aber doch: WIR haben nun wieder aehnliche und ich duerfte wieder in seine Kleidung passen *lach* Das klingt sicher seltsam, aber wenn man sich - bis auf wenige Ausnahmen - doch sowieso aehnlich kleidet, dann kann das sehr nuetzlich sein (dann kann man alles in einen Kleiderschrank stopfen und muss nach dem Waschen auch nicht mehr sortieren - ihr koennt kaum glauben, wie muehsam das bei mehreren Koerben von rein schwarzer Kleidung sein kann). Ausserdem ist es mir wirklich egal, ob ich nun ein schwarzes Shirt von IHM trage oder eins, das urspruenglich mir gehoerte... Sieht sowieso alles gleich aus ;) Nur wenn ER meine Damenkleider (generell Mittelalterbekleidung fuer Frauen) tragen wuerde, wirkte das evtl etwas ungewoehnlich.

Um 9:30 musste ich wieder aufstehen. Gleich ging das Gemecker los, und was fuer bloede Sprueche zum Teil - ich glaube langsam wirklich, mein "Vater" lebt geistig noch in den 50er Jahren mit seinen zum Teil sehr strengen "Moral"vorstellungen. Er hat da so einige etwas laecherliche Bemerkungen gemacht. Im Radio wurde auch wieder etwas laut, was ich irgendwie sehr bezeichnend fuer unsere Zeit finde: Es wird geplant, private Wachdienste an Schulen in B. einzusetzen. Finde das irgendwie dreist, denn darum, dass sich keine Schueler pruegeln, sollten sich bisher die Lehrer in ihrer Pausenaufsicht kuemmern (dass sie schon immer lieber die Augen geschlossen und irgendwo in einer Ecke Kaffee getrunken haben, ist eine andere Sache). Aber muss man jetzt schon professionelle Waechter einsetzen, evtl sogar bewaffnete? Da gibt es den schoenen Spruch "Gewalt provoziert Gegengewalt" - ich denke nicht, dass es friedlicher in den Schulen wird, nur, weil man "aufruestet" - Das wirkt sogar noch bedrohlicher. Ansteigende Gewalt bei Schuelern hin oder her (wobei ichs schon verstehen kann, dass Lehrer sich manchmal gar nicht mehr trauen, einzuschreiten). Wobei ich zugeben muss, ich habe schon immer ein "Problem" mit den meisten Wachleuten. Hier in B. sehen diese meist aus, wie die uebelsten Schlaegertypen und sind zum Teil auch extrem aggressiv. Ich wuerde so jemanden ja nicht fuer mich einstellen, weil ich meine, dass das einfach einen schlechten Eindruck auf die Kunden macht, aber das scheint andere Menschen im Gegensatz zu mir wohl nicht zu kuemmern. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich, aber ich finds eben nicht schoen, gleich von irgendwelchen boese glotzenden, Pistole tragenden Glatzkoepfen mit zum Teil diversen "kritischen" Tattoos umzingelt zu werden, wenn ich einen Schritt ins Einkaufszentrum mache.

So, jetzt ist wieder mehrfach die Internetverbindung abgebrochen. Toll *zyn* Ich habe noch keine halbe Stunde am PC verbracht, schon ging gar nichts mehr. Eine weitere Viertelstunde habe ich gebraucht, bis das einloggen wieder funktionierte. Langsam reichts mir aber... Musste mehrfach neu starten. Dieses Mal konnte ich den Text hier wenigstens zwischenspeichern, auf dem PC. Find ich zwar auch nicht so toll, aber besser, als wenn er verloren gegangen waere. Mal sehen, wann ich das naechste Mal ausgeloggt werde...

Mueckenstiche plagten mich, sowie das uebliche Gemecker meines "Vaters". Beim Spruch, keiner litt als Erwachsener noch unter einer schlechten Kindheit, Kinder wuerden das ja alles vergessen, haette ich kotzen koennen! Ich glaube, ich muss das gar nicht weiter ausfuehren. Dann habe ich die Wohnung verlassen. Die zahlreichen Insekten waren unschoen, die gaffenden Menschen, Bauch- und Nasenschmerzen - und starke Atemprobleme. Bekam heute fast gar keine Luft, hatte ein merkwuerdiges Druckgefuehl auf der Brust sowie eine starke Erkaeltung. Im Bus begegnete ich den ueblichen Trampeln und zuhause kam dann der Baulaerm, der mich mehrere Stunden lang belaestigte. Darueber habe ich schon einmal geschrieben. Ich habe uebrigens noch etwas anderes anzumerken: Ich kann Extremisten nicht leiden, egal, in welche Richtung sie tendieren. Dazu bekenne ich mich - ich kann Personen nicht leiden, die andere verurteilen, gar beschimpfen, nur, weil sie anders sind. Da mache ich keine Ausnahme - ob auslaenderfeindliche Deutsche, deutschenfeindliche Auslaender, maennerfeindliche Emanzen, heterosexuellenfeindliche Schwule und Lesben, fleischesserfeindliche Veganer, nichtchristenhassende christliche Fundamentalisten - all die Menschen, die andere Menschen verurteilen, nur, weil sie nicht sind, wie sie selbst, halte ich fuer sehr intolerant und damit auch gewissermassen dumm. Sehr schade finde ichs, dass Extremismus scheinbar bei kleineren Gruppen gehaeuft auftritt. Dabei koennten Menschen doch auch friedlich mit verschiedenen Meinungen nebeneinander leben, oder nicht? Wir sollten uns doch viel mehr darauf konzentrieren, gemeinsam einen schoenen Lebensraum fuer jeden zu schaffen, statt sinnlos aufeinander herum zu hacken. Besonders infantil finde ich uebrigens all die Parolenschwinger, die glauben, wer am lautesten schreie, habe am meisten Recht: Wenn ich ganz derb sein woellte, koennte ich gar behaupten, zwischen einem rassistischen "Auslaender raus!" und einem fundamentalistisch-veganischem "Fleischesser sind leichenfressende Moerder!" besteht kein grosser Unterschied. Beides beschimpft Gruppierungen, die dem, der beschimpft, gar nichts getan haben. Irgendwie schon dumm, und vor allem nicht sozial, finde ich. Hier haben wir - so woellte ich sagen - wieder das Problem vieler Menschen, bei bestimmten Dingen einfach blind vor Wut zu werden und sich dann Vorurteile aufzubauen und einfach extrem aggressiv und intolerant zu werden. In ihrer Verblendung woellten sie das auch niemals wahrhaben. Da liegt das Problem.

Ich wartete lange auf den Bus, einer war ausgefallen, ich musste ueber 20 Minuten warten. Zuerst freute ich mich, dort die frische Luft atmen zu koennen - doch, ich nahm es bewusst war und genoss es - dort direkt am Feld, frischer Wind, kein Grossstadtgestank... Dann setzte sich eine Kettenraucherin neben mich und das wars mit guter Luft :/ Im Bus und spaeter in der Bahn dann war alles voll mit irgendwelchen Ghetto-Idioten, wie vorletzten Donnerstag schon einmal beschrieben. Merke: Ich hasse Einkaufengehen am Freitagnachmittag. Denn dann sind immer diese ganzen Personen unterwegs... Ich habe sie nun, gegen 16 Uhr, zum Teil schon wieder mit Bierkaesten und aus Handtaschen ragenden Schnapsflaschen dort auf den Baenken haengen sehen. Das erinnerte mich gleich wieder an die Alkoholleichen, die ich schon samstagnachts in der Bahn gesehen habe: Da lagen sie dann, auf einer Bank oder gar auf dem Boden, mit der Flasche am Mund, lallend, sich selbst mit Alkohol beschuettend, und nicht mehr wissend, wo sie ueberhaupt sind. Was soll daran schoen sein? Das ist doch auch sicherlich kein Genuss von Alkohol mehr (der einzige Grund, wieso ich manchmal Alkohol trinke, ist der Geschmack - und um den zu haben, brauche ich keine 1-Liter-Flasche Vodka, sondern drei Schluck reichen mir). Ich traf mich mit IHM kurz nach 16 Uhr an der B.allee, dann liefen wir gemeinsam zu einer Bushaltestelle und warteten. Es war NICHT angenehm, denn dort sassen schon zwei Besoffene, stark stinkend, einfach eklig. Mit dem Bus fuhren WIR einige Stationen weiter, um mir bei einem nahe gelegenen Pralinengeschaeft eine Tafel Absinth-Schokolade zu besorgen. Dort kostet sie kurzzeitig nur ein Drittel vom normalen Preis, das wollte ich mir nicht entgehen lassen (und den Euro hatte ich noch bei mir).

Wie gesagt, ich meide Alkohol nicht 100%ig, ich finde gemaessigten Konsum (ausser waehrend der Schwangerschaft und bei Kindern) okay, aber das BETRINKEN finde ich sinnlos und unschoen, weil viele Menschen dadurch sehr aggressiv oder einfach andersweitig unertraeglich werden. Die Schokolade nun wirkte ungeahnt stark - ich dachte nicht, dass man den Absinth so deutlich bemerken wuerde, aber er gelangte doch sehr schnell ins Blut, aber vielleicht lag es auch nur daran, dass ich seit dem Fruehstueck nichts gegessen hatte? Die Tafel werde ich mir gut einteilen, paar Tage, wenn moeglich auch einige Wochen ;) sollte sie schon halten... Ist ja gut verpackt, duerfte den Geschmack nicht so schnell verlieren. Nun fuhren WIR noch ins Center, einige Nahrungsmittel besorgen, dann gings weiter nach R., wo wieder kein Bus kam (ja, wieder Ausfall :/ ) und WIR schliesslich erneut ueber 20 Minuten warten mussten. Wie froh war ich, als WIR dann endlich zuhause waren. Habe schoen vor mich hin gedoest, und der Tag war auch schnell um... Meine Stimmung schwankt zwischen starker Ueberzeugung von mir selbst (und ich finde es unglaublich, wie viele Menschen PROBLEME mit ihrem Selbstbewusstsein haben! Ich haette das nicht gedacht) und leichter Depression im Anbetracht des Studiums. Aber es ist schon gut so. Es ist wohl alles "im gruenen Bereich", so lange ich noch fuer irgendetwas kaempfe... Gescheitert waere ich erst, wenn ich fuer immer resignierte.

Noch einige Gedanken zu Menschen... Ich finde es verwirrend, wie bei einigen emotionale Dinge sehr unterschiedlich ausgepraegt sein koennen. Das ist jetzt schwer zu beschreiben, aber bei vielen Menschen habe ich den Eindruck, sie seien zum Einen extrem zimperlich ("Aua, mein Fingernagel ist abgebrochen, ich werde sterben!"), zum Anderen absolut unfaehig, sich in die Position anderer Menschen zu versetzen oder sich fiktive Dinge vorzustellen. Vielleicht werden fuer beide Dinge andere Eigenschaften vorrausgesetzt? Ich stelle generell fest, gerade Kreativitaet scheint immer seltener zu werden. Ich moechte jetzt ja nicht wieder mit der Sache mit den Anleitungen bzw Ratgebern beginnen... ;) Der Bequemlichkeit halber zitiere ich mich mal doch selbst: "Ich halte nicht viel von Ratgebern. Die verleiten viele Menschen dazu, sich komplett auf fremde Anweisungen zu verlassen, statt ihren eigenen Weg zu gehen. Da geht meines Erachtens viel Kreativitaet, eigentlich sogar Individualitaet, verloren." Ach ja, nebenbei, zum Thema Partnerschaft ;) : "Natuerlich muss man Kompromisse eingehen koennen, aber eine Partnerschaft darf nicht so sein, dass man immer nur seine eigenen Interessen zurueck stellt und damit ungluecklich wird. Das ist nicht der Sinn einer Beziehung. Ausserdem glaube ich, wenn wirkliche Liebe da ist, interagiert man von sich aus so miteinander, dass man auch mal Kompromisse schliesst. Das brauch einem nicht erst irgendein Ratgeber sagen (wer weiss - vielleicht ist der Durchschnittsmensch auch nicht mehr faehig dazu, selbst etwas zu entscheiden...)."

Es war bald Nacht und Zeit, zu gehen. Ich hoffe auf ein schoenes Wochenende (und wuensche euch natuerlich auch eines!). Bei meinem "Vater" gab es den ueblichen Stress und dass der PC nicht richtig funktioniert, bringt mich auch auf die Palme. Irgendwie macht das bloggen (und allein schon das "Surfen" - eigentlich JEDE Internetaktivitaet) so keinen Spass mehr. Dabei haette ich auch zu gern noch etwas gelesen - kann ich so aber wohl auch vergessen. Wieso glauben Menschen eigentlich, dass die Bibel eine wahre Schrift sei? Ich meine, die kirchlichen Lehren schreiben es so vor, natuerlich. Aber wer garantiert, dass sie wahr ist? Wer kann sagen, dass das, was darin steht, wirklich stimmt, und wieso sollte das alles nicht nur Fiktion sein? Es gab doch auch damals schon romanartige Schriften. Ehrlich gesagt finde ich das sehr kritisch - einer Schrift zu glauben, die so alt ist, die durch alle Jahrhunderte von allen moeglichen Menschen nach ihrem Willen manipuliert wurde (gerade das sollte uns aufmerksam machen!) und bei der man nicht sagen kann, ob sie wahr ist, oder nicht. Natuerlich, wir glauben, Beweise fuer die Richtigkeit einiger beschriebener Ereignisse zu haben. Aber wir bauen unsere Wissenschaft ja auch auf diesem Denken auf! "Wer ein Grab von Jesus finden will, findet auch eines." - So sehe ich das. Daher finde ichs irgendwie merkwuerdig, dass eine unglaublich grosse Zahl von Menschen nach einem Buch leben will, das es als "Wahrheit" betrachtet, obwohl man gar nichts sicher darueber sagen kann. So, jetzt habe ich mir unter allen intoleranten Christen Feinde gemacht ;) Seis drum. Ich finde es zwar schon schoen, wenn Menschen aus Religion Kraft schoepfen, und wenn sie sie positiv nutzen. Aber es gibt auch so viele negative Auswirkungen von Religion (Fanatismus, Feindlichkeit gegenueber nicht oder anders religioesen Menschen, Religionskriege, usw), dass man mit dem Thema einfach auch mal kritisch sein sollte. Ich stelle sehr viele Dinge in Frage und lasse mich da auch von niemandem dran hindern.

Ah! Meine Sonnenwind- und Magnetismus-Anzeige zeigt gerade (ca 1:30 morgens am Samstag) mittlere Aktivitaet an! Das heisst, in ca 2 Tagen um die Zeit koennte man Polarlichter sehen. Sehr unwahrscheinlich, aber die Chance ist immerhin schon groesser als sonst. Ich werde die Anzeige weiter im Auge behalten, wer weiss, vielleicht werden die Werte mal richtig hoch - dann werde ich mich aber bemeuhen, das Nordlicht auch wirklich zu sehen zu bekommen. Juhu... Jetzt wird man sogar auf dem ZDF mit Erotikfilmwerbung vollgeplerrt O_o Gerade festgestellt - und aeltere Herrschaften scheinen wohl einen Inzest-Fetisch entwickelt zu haben. Ist das gerade "in"? Koennte man ja fast meinen, so praesent, wie das Thema im Moment erscheint *re* Irgendwie muss ich wieder an meinen Ein-Tages-Ausflug von Bad Segeberg aus nach Hamburg denken. Nein, das hat weder mit Sexfilmen, noch mit Polarlichtern etwas zutun ;) Ich bin nur irgendwie wieder bei der bizarren Situation haengen geblieben, die sich damals ergab: Wir wurden von den Lehrern in einem Viertel abgesetzt, in dem nur Luxuslaeden beherbergt waren. Da hiess es: "In 5 Stunden holen wir euch wieder ab" und da hatten wir den Salat. Nicht einmal etwas zu Essen konnte man sich besorgen, wir waren orientierungslos (und damals noch ein ganzes Stueck juenger - das war direkt am Anfang der 8. Klasse, also eigentlich genau einen Tag nach Jahresbeginn), und in der gesamten Gegend gab es nichts zu kaufen, was weniger als 100 Euro kostete. Und dieser 100-Euro-Artikel war ein Paar Herrensocken. Da haette man uns wirklich in einer "sinnvolleren" Gegend absetzen koennen :/

cn P

29.06.2007 um 14:20 Uhr

Diverses und ein wenig finnische Musik...

Ich kanns kaum glauben, jetzt ist mir wieder der PC abgestuerzt, dieses Mal in S., wo es sonst so gut wie nie vorkommt. Kann es sein, dass es an blogigo liegt; hat jemand aehnliches bemerkt? Ich habe den Eindruck, die Seiten laden zT fehlerhaft und lassen den Browser dadurch haengen. Aber nun habe ich auch keine Lust mehr, wieder zu schreiben, was ich grad schrieb. Irgendwie ist das doch zu frustrierend - aber mit dem Bloggen aufhoeren? Vielleicht sollte ich mich einfach auf kuerzere Beitraege konzentrieren. Viel kuerzere. Zum Beispiel ueber meine Selbstverliebtheit, die von diversen Schwestern noch gesteigert wird ;) oder ueber die Frage, wieso Menschen, die sich immer uebertrieben ueber die angebliche Ekligkeit von Frauen, die nicht in Groesse 34 passen (wir kennen sie ja, die Sprueche ueber Ekel, Brechreiz, usw), aufregen, immer Visagen haben, als stammten sie aus der Geisterbahn. Der Laerm hier hat uebrigens immernoch kein Ende, dabei sind schon wieder 2 Stunden vergangen. Aber bald werde ich mich auch hinaus begeben.

Ach ja, hier nochmal ein Video des finnischen "Superstar"-Siegers von 2007 ;) Die Musik ist zwar viel "softer" als das Aeussere des Saengers und auch als die Musik, die er sonst so privat machte (da habe ich schon einiges gehoert), aber in Deutschland waere soetwas wohl doch nie denkbar, nicht einmal ansatzweise. Schon wegen des Aeusseren haetten sie ihn hier nicht einmal zugelassen, jemanden, der fast ein Stereotyp des huebschen, minderjaehrigen finnischen Jugendlichen ist ;) "Zwerg-Metler" klaenge jetzt so negativ, aber er sieht SEHR jung aus... Nunja, hier ist das Video: HIER KLICKEN .

cn P

29.06.2007 um 12:11 Uhr

Gegen den Laerm anschreien

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Stress, Musik

Stimmung: Wenn es naechste Woche, wenn ich fuer die Klausuren lernen muss, genauso laut ist - Gute Nacht :/
Musik: Entwine - Bittersweet.

Jetzt bin ich relativ genau eine Stunde zuhause und bekomme langsam die Krise. Dass die Bauarbeiter draussen ihren ohrenbetaeubenden Laerm (den man auch sehr schoen durch geschlossene Doppelglasfenster hoeren kann) nicht wegen meiner empfindlichen Ohren beenden, war zu erwarten. Dass dann gleichzeitig ein Nachbar 14 Naegel in seine Wand schlug, konnte man auch noch ertragen. Dann hat aber noch einer draussen im Treppenhaus Staub gesaugt und draussen begann der Hausmeister mit dem Rasenmaehen. Und - die Hoehe - jetzt hat auch noch der Nachbar auf der anderen Seite meiner Wohnung damit begonnen, Naegel einzuschlagen. Und, sofern ich grob mitzaehlen konnte, mittlerweile schon ueber 90 Stueck! Ich frage mich, was der Typ da macht. Generell ist es mir unverstaendlich, wie einige Nachbarn es schaffen, wirklich JEDEN Sonntagmorgen ab 7 Uhr Naegel einzuschlagen (gerade, wenn sies - wie ich heute feststellen musste - auch wochentags schon gerne tun). So viel Wand hat hier doch niemand... Menschen sind und bleiben mir ein Raetsel - Ein weiterer Beweis, wieso man bei Personen nie irgendetwas verallgemeinern sollte, oder zumindest bei mir und anderen Menschen nicht *re*

Ich habe versucht, gegen den Laerm mit eigenen Laerm anzukommen, laut Musik aufgedreht und mindestens genauso laut dazu gesungen, was fuer einige Momente aggressionsabbauend auf mich wirkt, aber auf Dauer sicherlich auch nicht. Vielleicht werde ich heute ja so direkt zum Friedhof "gezwungen" - Wenn dann da auch noch gebaut oder gemaeht wird, reichts mir aber... Was mir dann noch fehlte, waere irgendwelches Gepoebel oder dummes Geschwaetz. Zum Glueck bin ich allein hier und heute sowieso geneigt, allem, was mich nervt, einfach schweigend-veraechtlich aus dem Weg zu gehen. Sollte vielleicht noch ein wenig Lyrik schreiben, das kann mich immer beruhigen. Wort und Gedanke bedeuten mir viel mehr, als alle physischen Dinge auf dieser Welt.

cn P

29.06.2007 um 03:04 Uhr

Zweiter Versuch :/

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: PC, Stress, SVV, Familie, Liebe, Gesellschaft, Blog, Internet, Erinnerung

Ich koennte heulen. Einfach nur heulen. Jetzt hab ich an dem letzten Beitrag ueber 45 Minuten geschrieben, staendig ist der Browser abgestuerzt - aber ich habe ja mitgedacht und auf dem Wordpad geschrieben, damit mir nichts verloren geht. Da hatte ich den Beitrag fertig und wollte gerade auf "Absenden" klicken - in genau dem Moment ist der Pc ganz abgestuerzt! Ich hoffte, dass das Absenden vielleicht doch noch geklappt hat, in letzter Sekunde. Denkste, nein, natuerlich nicht! Ich weiss gar nicht mehr, was ich alles schrieb, und diese umsonst vergangene Zeit... Koennte heulen, wirklich.

Ich hatte dabei so viel ueber mein derzeitiges Denken dargelegt. Dinge, die ich als "wichtig" empfand. Vielleicht finde ich den Anschluss wieder, wenn ich grob von "vorne" beginne. Also, wo war ich gewesen? Ja, Insekten und Rauchgestank von den Nachbarn im Treppenhaus, gut gut. Herbstwetter draussen, Regen, Kaelte, ein merkwuerdig gefaerbter Himmel. Zuhause gleich Gemecker durch meinen "Vater" - dumme Sprueche, die ich wohl nicht nochmals naeher benennen muss, kein Dank dafuer, dass ich einkaufen war - stattdessen hat er mich nur nochmals dafuer beschimpft, dass ich GESTERN nicht daran gedacht hatte. Aber - so fuhr ich fort - es gaebe Menschen, die machten mir dennoch viel Freude. Solche, mit denen ich mich gut unterhalten kann - eine gute Unterhaltung sei mir wichtiger, als die meisten anderen Dinge. Geistiges ist mir mehr, als Physisches. Die einen machen gern Sport oder gehen in die Disco - ich erfreue mich eben an Gedanken, Diskussionen, Philosophie. Meine Welt ist eher geistlich.

Und es sei schade, dass viele Menschen, mit denen ich mich gut verstehe, weiter weg lebten. Zufaelligerweise zum Grossteil in Sueddeutschland. Mentalitaetsfrage? Aber natuerlich gibt es immer Ausnahmen. Erstaunlich, dass ich viele Leute aus dem Internet in Unterhaltungen amuesanter finde, als solche, mit denen ich taeglich in der Uni sitze. Mag daran liegen, dass ich andere Interessen habe, als die meisten Gleichaltrigen (Friedhoefe, Kunst, Museen und Natur statt Parties, Konzerte, Saufen und Sex). Und als so ein "Freak" findet man eben seltener Gleichgesinnte, als der 08/15-Partymensch, der in einem Klassenraum schon 30 Leute hat, die "sind", wie er. Das Internet hat hier den grossen Vorteil, dass man oertlich nicht beschraenkt ist und gezielt nach Menschen suchen kann, die einem aehnlich sind. So kommt es eben zu regen Emailaustauschen, Telefonaten, wenn man sich richtig gut versteht und es moeglich ist, gar zu treffen - Ich habe es schon mehrfach erlebt und es hat micht nicht enttaeuscht.

So hatte ich dann auch IHN kennen gelernt :) Weiter ging es darum, was ich glaube, was UNSERE Beziehung von den meisten anderen von Gleichaltrigen unterscheidet. So steht bei vielen scheinbar einfach nur "irgendwie Spass" im Vordergrund - zweimal pro Woche ausgehen, sich Parfuem oder Blumen kaufen lassen, Freitagnacht gemeinsam zur Disco, bisschen Sex - oefters scheinbar NULL geistige oder emotionale Ebene, nicht einmal unbedingt die gleichen Hobbies. Mir hingegen ist das Geistige sehr wichtig - einen Partner, mit dem ich mich nicht unterhalten koennte, waere fuer mich "sinnlos". Auch das Gefuehl, sich "die Hoerner abstossen" zu wollen, ohne Sinn dahinter, hatte ich nie - ich bin eben eindeutig "merkwuerdig" - Aber wuerde nie mit einem "Normalen" tauschen wollen, denn ich gefalle mir, wie ichs bin! Weiter habe ich mich gefragt, woran es liegen koennte, dass es in UNSERER Beziehung selten wirklichen Streit gibt. Vielleicht haben viele andere Menschen das Gefuehl - ich erinnere an die gewissen Ratgeberbuecher! - eine Beziehung sei etwas Starres, eine Schublade, und jeder Partner muesse vorgeschriebenen Regeln folgen. So entsteht Stress durch das Denken, man MUESSE bestimmte Dinge tun, und Frustration, wenn etwas "nicht nach Plan" laeuft.

WIR hingegen sehen unsere Beziehung als etwas, das ist und entsteht, ohne Schubladen, ohne Klischees, ohne Bezeichnung. WIR sehen uns nicht genau tituliert als "Teilnehmer einer Liebesbeziehung", sondern leben einfach das, was wir fuer richtig halten und wonach wir uns fuehlen. Ich beschrieb es hierbei als unverkrampfte Mischung aus "normaler" Liebesbeziehung, sehr enger Freundschaft und sogar Geschwisterverbindung. Ich fuehle mich oefters, als kannten WIR uns schon unser ganzes Leben lang, als seien wir miteinander aufgewachsen, als haette es nie etwas Anderes gegeben. Der Wunsch, die Zeit miteinander zu verbringen, ist bei beiden einfach da, wir wuessten gar nicht, wieso wir uns mal laenger trennen sollten. Viele werden das jetzt nicht glauben wollen, aber nur, weil es bei euch nicht geht, heisst das nicht, dass es auch bei anderen nicht klappen kann ;)

Was dieses "Verschwimmen" von Grenzen betrifft - vielleicht liegt das an meiner Vergangenheit. Vielleicht ist es vorteilhaft gewesen, dass ich keine wirklichen Vorbilder hatte: keine lebenden Geschwister, keine sich liebenden Eltern, einige Jahre nicht einmal eine Mutter. Ich erlebte nicht, was "Familie" heisst, was "Liebe" heisst, oder was "Geschwister sein" heisst. Ich kann mir Dinge darunter vorstellen, aber vielleicht liege ich mit meinen Ideen auch falsch. Aber interessiert das ueberhaupt, so lange man gluecklich ist? Und vielleicht habe ich auch nur richtig Glueck gehabt. Ein anderer Mensch in derselben Situation waere vielleicht verwirrt gewesen, depressiv, unfaehig, Beziehungen zu bilden, weil er Vorbilder gebraucht haette. Vielleicht ist das eine Frage sowohl des Zufalls als auch des Charakters.

Alles in allem bin ich froh zu sein, wer ich bin und IHN zu haben - und nicht irgendeine "Tussi" zu sein, die sich den - kurzfristigen - Partner danach sucht, wieviel Geld er hat, wie "cool" er gekleidet ist und wie angesehen er im Freundeskreis ist. Was traurigerweise bei etlichen Gleichaltrigen (Und das soll "erwachsen" sein?) der Fall ist - ich sehe es immer wieder. Ausserdem kann ich nur betonen, wie gutmuetig ER ist - ich glaube, kaum ein Mensch wuerde meine Stimmungsschwankungen so tapfer hinnehmen ;)

So, ich denke, es fehlt eine Menge, aber vielleicht faellt mir ja nachher noch etwas ein, oder es fehlt eben - so ist das Leben :/ Werde nun wohl schlafen gehen, 1. ist es ziemlich spaet, 2. werde ich sonst noch depressiv. Gerade, weil das Geschrei/Gemecker meines "Vaters" wieder zunimmt und mir unglaublich auf den Geist geht. Was fuer ein Abend :/ Vorhin Geschnarche, nun Geschrei - nachher wieder Geschnarche? Hoffentlich nicht, sonst hoer ichs bis in mein Zimmer und kann nicht schlafen :/ Das regt mich auch regelmaessig auf. Und Stress schadet mir im Moment sehr. Erhoehte SVV-Neiugung... Zum Glueck kaum "Schlimmes" mehr, aber auch Kratzer und Bluterguesse muessen wirklich nicht sein.

Nun sende ich lieber ab, bevors wieder weg ist...

cn P

29.06.2007 um 01:44 Uhr

28.6.07, Teil 1

Schlafende Menschen finde ich aesthetisch. Liegt das vielleicht daran, dass wer schlaeft, nicht meckern kann? ;) Vor 4 Jahren empfahl mir ein Bestatter, bei meiner Menschenscheu ihm doch in die Fussstapfen zu treten. Die Begruendung: "Da quatscht dir keiner dazwischen und du hast den gesamten Tag deine Ruhe." Aber eine Bueroarbeit wuerde es da evtl auch schon tun. Aber nochmals zu den schlafenden Menschen: Ich bin der Meinung, dass die Gesichtszuege eines Menschen im Schlaf viel zarter und unverkrampfter aussehen. Irgendwie schoener. Aber wie oft sieht man schon mal einem Menschen beim Schlafen zu? Ich habe das Vergnuegen manchmal einmal woechentlich, von Samstag auf Sonntag. Frueher, als WIR uns nur einmal monatlich sehen konnten, habe ich IHN die ganze Nacht hindurch beobachtet und war am Sonntag todmuede, konnte mich aber trotzdem auf den Beinen halten. Gerade zu der Zeit schlief ich kaum, weil ich keine Zeit vergeuden wollte. Die wenigen Stunden, die ich mit IHM hatte, wollte ich nicht schlafen. Was nicht heisst, ich waere heute nachlaessiger. Aber nun, wo WIR uns gewoehnlich taeglich sehen, traue ich mich wieder, mal die Augen zu schliessen ;)

Gestern Abend zickte der PC noch haeufiger herum und nach dem letzten Absturz um 2:30 ging ich dann auch genervt offline. Mit Beinschmerzen legte ich mich ins Bett und schrieb noch ein wenig, von Muecken gestoert. Um 4 bin ich dann schlafen gegangen und hatte einen merkwuerdigen Traum. Am naechsten Morgen musste ich um 9:30 wieder aufstehen. Allerdings war ich vorher schon um 6 Uhr wieder aufgewacht - und konnte kaum mehr einschlafen :( Ich war wieder in so einem Zustand zwischen Traum und Realitaet, und es fiel mir schwer, festzustellen, wie spaet es war. So eine merkwuerdige Situation hatte ich vor einigen Wochen schon einmal. So fuehlte ich mich gegen 9:30 grottenschlecht. Mir war uebel, ich hatte Bauchschmerzen und diverse andere Magenbeschwerden, der Kopf pochte und ich hatte mich gleich mehrfach uebergeben muessen. Was fuer ein Tag :( Es war schrecklich, und auf PMS geht es auch wieder zu. Ich war muede, launisch und haette mich am liebsten gleich wieder ins Bett verkrochen. Mein "Vater" motzte nur herum, ich solle nicht so troedeln, aber mir war eben so schlecht, dass ich kaum einen Bissen hinunter bekam. Und dann sollte ich auch noch zu Mittag essen. Irgendeine eklige, fettige Thunfischpizza, von deren Geruch mir nur noch schlechter wurde. Ich haette mich fast wieder uebergeben. Dazu das Geschmatze meines "Vaters" - Einfach nur ekelhaft! Es war wieder so eine Situation, in die man nie kommen moechte.

Verstaendnis bekam ich, wie ueblich, keines, es folgte nur immer weiteres Gemecker. Dumme Fragen, wieso mir denn schlecht sei. Dumme Witze, ekelhaftes Verhalten, und wieder verkroch ich mich ins Bad, nach dem Essen. Hockte danach noch eine ganze Weile auf meinem Bett und versuchte, den Wuergreiz irgendwie zu unterdruecken, was schwer fiel. Ich bekam nichts auf die Reihe und besser ging es mir auch nicht. Und als ich auf die Uhr sah, war klar, ich war laengst zu spaet. Dazu dann Buschaos und die Tatsache, dass heute Sonderunterricht stattfinden wuerde und mir kein Mensch sagen konnte, WO er stattfindet (es ist nur klar, dass er NICHT im regulaeren Raum ist)... Deprimierend. Und es war keine Besserung in Aussicht. Ich war viel zu spaet, behauptete vor meinem "Vater" aber natuerlich, ich wuerde noch puenktlich sein, sonst haette er nur noch mehr herum geschrieen. Dann bekam ich auch die ueblichen hormonell bedingten Stimmungsschwankungen. ER hatte mal gesagt, man koennte mich an solchen Tagen glatt fuer schizophren halten (aber ich WEISS, wirkliche Schizophrenie fuehlt sich anders an - nach einem schweren Unfall vor 7 Jahren war ich mal sehr angeknackst, nach 2 Monaten war dieser psychische Schaden - praeziser: traumatisch bedingte dissoziative Stoerung - zum Glueck wieder verschwunden, und ich unglaublich froh darueber).

Ich verliess die Wohnung gen R. Es war herbstlich, die Luft kuehl, es roch nach den Verbrennungsprodukten der Kamine aelterer Einfamilienhaeuser. An er Bushaltestelle war ich aber auch gleich wieder von einigen aelteren Frauen mit ekelhaftem Parfuemgeruch umringt - wie das in Lunge und Nase schmerzte! Ich weiss nicht, wieso man ein Mittel benutzen sollte, freiwillig, dass sogar physisch wehtut... Es ging mir noch immer schlecht, als ich, irgendwie halbtot im Sitz haengend, mit dem Bus in Richtung S. schaukelte. Jedes Schlagloch in der Strasse und jeder vorstehende Stein im Kopfsteinpflaster verstaerkte meine Kopfschmerzen. Aber bald war ich in S., betrat die Wohnung, goennte mir erst einmal eine kurze Pause. Spaeter machte ich mich auf zum Supermarkt eine Strasse weiter, Brot fuer meinen "Vater" besorgen. Draussen stank es extrem, Baulaerm herrschte, und ich hoffte, schnell zurueck zu sein, denn mein Magen drehte sich immernoch. Leider hatte ich heute im Laden mal Pech an der Kasse (musste so kommen, war schliesslich nur eine offen): Der Mensch direkt vor mir hatte seine Geldboerse im Auto vergessen, und statt die naechsten Kunden vorzuziehen, meinte die Kassierin, sie wuerde warten, bis er das Geld geholt hat. So ist der dann langsam losgetroedelt, zu seinem Auto, das NICHT in Sichtweite geparkt war. Dafuer war er nach ca 9 Minuten aber ziemlich schnell zurueck... *re* Trotzdem war diese Wartezeit aergerlich und es wurde nicht einmal eine zweite Kasse geoeffnet. Aber wie auch, hier auf dem Dorf...

Den Rueckweg zur Wohnung machte ich ueber eine grosse Blumenwiese, die sich auf einem brach liegenden Baugebiet ergeben hat. Ein unglaublich schoenes Stueck Natur zwischen den Betonkloetzen von Haeusern. Kornblumen, wilder Mohn, Spitzwegerich und Nelken, Storchenschnabel, Silberdisteln, Giersch, Kamille und Natternkopf - Ich erinnere mich noch gut an die Namen, die ich irgendwann in meiner Kindheit lernte. Erstaunlich, was hier wieder alles waechst, nachdem davon in den letzten Jahren GAR NICHTS zu sehen war. Manchmal habe ich den Eindruck, die Natur hole sich diesen Ort langsam wieder zurueck. Zuhause schaute ich gleich ins Aquarium - 7 Jungfische! Ich habe tatsaechlich 7 auf einmal gesehen. Wenn davon nur 3 ueberleben, dann ist das schon einmal super. Es sind auch ganz sicher sehr verschiedenartige dabei. Ja, ich weiss, eigentlich sind 7 fuer 4 schwangere Fische sehr wenig, aber ich denke, es ist ganz gut so, schliesslich zuechte ich nicht professionell, sondern lasse einfach der Natur ihren Lauf und schaue schliesslich einfach, wie das Ergebnis aussieht.

Nachmittags war ich wieder eine ganze Weile online unterwegs. Manchmal etwas antriebslos, da noch immer unter Magenbeschwerden leidend, aber einige Sachen habe ich schon noch gelesen. Ich bemerke, dass immer mehr Menschen bestimmter "Gruppierungen" hier ihr Blog eroeffnen. Es scheint, als wuerde das immer "phasenweise" geschehen, im Moment findet man zB viele "naturbewusste", aber auch viele christliche Blogs. Schade finde ichs, dass es bei einigen schon sehr intolerant zugeht. Da werden Klischees geschuert, da wird manchmal fast schon fundamentalistisch mit Parolen um sich geworfen. Wer sich jetzt beleidigt fuehlt, ist selbst Schuld, ich koennte jeden meinen - aber wenn er sich angesprochen fuehlt, scheint er ja selbst zu wittern, dass bei ihm etwas, naja, etwas unschoen zugeht ;) Denn es gibt hier durchaus auch sehr gute Blogs zu bestimmten Themen. Aber eben auch welche, die, nunja, etwas blind vor "Enthusiasmus" sind.

Ich weiss, viele werden nun sehr boese auf mich sein, wenn ich das schreibe, aber ich kann viele etwas "uebertriebene" Vegetarier nicht verstehen. Wenn sie tolerant gegenueber anderen Konsumenten sind, dann koennen sie gerne so leben, wie sie es wollen. Auch bin ich der Meinung, dass Menschen wirklich nicht so viel Fleisch fressen muessten, wie viele es tun. Aber schon irgendwie "pervers" finde ichs, wenn Menschen so tun, als seien sie Freunde der Natur, als wuerden sie der Natur moeglichst nahe sein wollen und NATUERLICH leben wollen - und dann wollen sie Tieren, die von NATUR aus FLEISCHfresser sind, das Fleischfressen verbieten, weil das "asozial" sei. Da fallen dann Begriffe wie "Schuld" und "Respekt" bzw man wirft Tieren, die nun wirklich nur ihrem Instinkt folgen, ihr Verhalten als schlecht vor - Dabei waere alles andere, streng gesehen, widernatuerlich. Soetwas finde ich dann wirklich ein wenig pervers - und sehr weit am Ziel vorbei, denn mit NATUeRlichkeit laesst sich das meines Erachtens nicht vereinbaren. Denn sobald man Tieren entgegen ihrer NATUR Doktrinen aufzwingen will, findet eine Vermenschlichung statt, und das ist kein natuerliches Verhalten. Waere es "falsch", dass Tiger Fleisch fressen (um ein Beispiel zu nennen), dann waere es von Natur aus nicht so. Es mag vielleicht naiv klingen: Aber ich denke, dass Dinge, die von Natur aus bestehen, ihren Sinn haben, so, wie sie existieren. Der Mensch ist nicht auf der Welt, um der Natur Dinge vorzuschreiben (bizarr, dass genau das haeufig gerade die Menschen, die sich fuer naturfreundlich halten, versuchen!). Sie war vor ihm da und "WEISS", was "richtig", dh natuerlich, ist...

Aber der Mensch, so naturfreundlich, wie er sich haelt, verliert manchmal den Sinn dafuer, was wirklich natuerlich ist, ohne es ueberhaupt zu merken (bis ers sich mal ernsthaft vor Augen fuehrt). Ich weiss, da bin ich nicht anders (man beachte meine Abneigung gegenueber Insekten und Spinnentieren) - aber andererseits gehoere ich auch nicht zu den Personen, die staendig darueber reden, wie natuerlich sie doch seien. Genau genommen bemerke ich gerade in letzter Zeit immer wieder, wie FERN ich dem, was die Natur zu sein scheint, doch bin. Denn auch die Menschheit scheint sich doch irgendwie natuerlich zu entwickeln, und ich bemerke so oft, dass ich einfach anders bin, als sie. Wir moegen denselben Koerper haben, aber ich fuehle oft anders, denke anders, empfinde anders, als das, was als "normal" gilt. Ich bin eben ein Freak, damit habe ich mich abgefunden ;) Ich sehe so oft die Menschen um mich herum, ich sehe Definitionen, ich sehe, dass gesagt wird, was "falsch" und was "richtig" sei. Es wird gesagt, der Mensch sei dieses und jenes. Und ich vergleiche manchmal, wie auch Kinder es tun, um sich an ihr Umfeld anzupassen (oder eben auch nicht) - und ich bemerke, "irgendetwas stimmt da einfach nicht" - Aber ich bin dennoch gluecklich mit dem, WAS ich bin!

Vielleicht kann man daran nur messen, dass ich komplett wahnsinnig geworden sei, ich weiss es nicht. Aber ich glaube schon, irgendwie noch klar denken zu koennen. Ich empfinde nur "falsch". Ich bemerke, dass Menschen auf bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art reagieren, angeblich nicht aus Erziehung, sondern da das biologisch so festgelegt sei. Aber wieso habe ich nie das Gefuehl, so handeln zu muessen, sondern finde diese Aktion einfach nur unverstaendlich und raetselhaft? Ich bemerke immer wieder, in manchen Dinge reagiere ich unglaublich reflex- und trieblos. Ich finde es gut so, andere Menschen finden es sicher krank (aber was kuemmern mich andere Menschen?! Da bin ich nicht therapierbar) - so hoert man bei vielen Menschen immer von Kontrollverlust. Wieso habe ich das nie? Weil ich es nicht will? So hoert man von Reaktionen, die "eben einfach passieren" - Wieso wirken auf mich weder Kindchenschema, noch Schluesselreize? (Ganz im Gegenteil, das, was Frauen angeblich an Maennern schoen finden, empfinde ich regelmaessig als abstossend)

Es passt sicher zu meiner abgehobenen Art, nun zu schildern, dass ich den Eindruck habe, ich sei mehr von Gedanken, als von Trieben gesteuert. Einige wuerden "abgestumpft" sagen, aber das finde ich auch falsch, denn ich bin sehrwohl faehig, zu empfinden. Aber ich empfinde diese Welt eher auf einer gedanklichen, denn einer sinnlichen Ebene. Versteht jemand, was ich sagen moechte? Mein Handeln und mein Denken basieren eher auf meiner Gedankenwelt, als auf dem, was ich fuer Reize wahrnehme. Ich habe mich unter Kontrolle, da alles zuerst an meinem logischen Denken vorbei kommen muss, bevor es geschieht. Nicht, dass Reize gar nicht auf mich wirkten - das tun sie auch, aber die "andere Ebene" ueberwiegt eben. Ich erfreue mich auch weniger an zB dem Geruch einer Blume selbst, nicht am Moment, sondern an den Erinnerungen, die durch diesen Geruch wieder in meinem Kopf auftauchen. Oder Assoziationen, oder was auch immer - im seltensten Fall ist es der konkrete Ausloeser selbst, der mir gefaellt. Ich bin mir recht sicher, dass viele Menschen dies nun befremdlich finden koennten, dass einige mich direkt ins Irrenhaus sperren woellten - derb gesagt: "Ihr koennt mich mal" Ein wenig Toleranz wuerde nicht schaden - wir leben und empfinden sehr anders, klischeehaft koennte man fast von zwei verschiedenen Welten sprechen, aber ich toleriere euch doch auch, also solltet ihr meine Welt auch tolerieren! Es zaehlt doch, dass ICH damit zufrieden bin, wie es MIR geht - niemand anderen geht das etwas an.

Und wenn ich sagte, ich strebte nach "etwas Hoeherem" - Dann heisst das nicht, dass ich mich fuer etwas Besseres als euch hielte. Aber fuer mich persoenlich ist es ein hoeheres Ziel, auf eine geistige Ebene zu geraten und die weltliche damit ein wenig in den Hintergrund ruecken zu lassen. Fuer MICH PERSOENLICH! Ihr habt euren Weg, ich habe meinen. Wir haben unterschiedliche Prioritaeten und ich strebe eben nach einer Sache, die - vielleicht ;) - ein wenig bizarr auf euch wirkt.

Bin ich ein Mensch, oder ist dieses Gefuehl schon zu seltsam? ;) Abends zickte SEINE "Mutter" wieder am Telefon herum. Sie schuldet uns, so gesehen, Geld, und WIR haben so schon Probleme, irgendwie ueber den Monat zu kommen. Ja! Ich weiss, er ist bald um, aber das naechste Geld kommt doch erst irgendwann Anfang oder Mitte Juli. Wenn ueberhaupt - SEIN Ausbilder macht haeufiger Mist. Da gab es zum Beispiel schon haeufiger verspaetete Ueberweisungen, da - angeblich - Fehler geschehen seien, man das vergessen haette, die Bank Probleme machte, was weiss ich. So haben WIR das Weihnachts(!)geld mal erst Anfang Maerz des naechsten Jahres bekommen. Natuerlich sind die Zinsen dadurch verloren gegangen. Und vorher gab es einen unglaublichen finanziellen Engpass - den kann es bei dem miesen Arbeitgeber haeufiger geben. Genauso ueberweist dieser das Urlaubsgeld gewoehnlich erst nach den Ferien, dh, man konnte im Grunde gar nicht in den Urlaub fahren, weil man das Geld erst danach erhalten hat. Es ist alles so laestig...

cn P

28.06.2007 um 01:54 Uhr

27.6.07

3 Uhr offline, geschrieben, 4 Uhr schlafen gegangen, um 12 wieder aufgestanden, gleich wieder ueblem Gemecker ausgesetzt gewesen - Mensch, war ich genervt :/ Ich hatte gerade einen Schritt aus meinem Zimmer getan und wollte ins Bad, da wurde ich schon beschimpft, ich sei ein "ungeflegter Hippie" und wuerde mir "nie" die Haare kaemmen. Nachdem ich dann gekaemmt wieder aus dem Bad kam, wurde mir unterstellt, das haette ich ja nur getan, weil man mir das gesagt haette. Weiter ging der Aerger mit dem Fruehstueck: Wurst XY wuerde mit Sonnenblumenbrot nicht schmecken. "Woher weisst du das, hast du das schon einmal probiert?", fragte ich. Die "logische" Antwort (war zu erwarten...): "Nee, aber das kann gar nich schmecken!" Es hat sehrwohl geschmeckt, aber danach war das Gemecker noch groesser. Beim Wetterbericht, den ich hoeren wollte (was ich auch angekuendigt hatte), hat er auch nur dazwischen gelabert, und als ich versuchte, ihn zu unterbrechen, weil ich wenigstens den Rest hoeren wollte, ist er dann wirklich wuetend geworden und hat ca 15 Minuten auf mich eingeschrieen. So habe ich vom Wetter natuerlich gar nichts mehr gehoert. Mein Fehler *re*

Ich sah hinaus. Es hatte tatsaechlich Sturmschaeden gegeben, aber das war gestern Nacht schon so einzuschaetzen gewesen. Mein "Vater" fuehrte das Aufstellen bloeder Sprueche fort. Die "schoensten" Thesen: 1. Wenn ein Urvolk im 13. Jahrhundert mehrgeschossige Lehmhuetten baut, sei das keine Leistung, da zur gleichen Zeit ja in Europa schon Menschen in "richtigen Haeusern" gelebt haetten. (Wenn das so waere, lebten die heutigen Urvoelker dann alle in Wolkenkratzern, nur, weil es "woanders" auch welche gibt?) 2. Bis zum Mittelalter wurde keine Kunst erschaffen, da die Leute andere Sorgen gehabt haetten, zum Beispiel, Nahrung zu finden. (Da kraeuseln sich jedem halbwegs geschichtskundigen Menschen die Fussnaegel) 3. Klimawandel vollzieht sich nie global, sondern betrifft immer nur zwei oder drei Laender, wo eben schlechtes Wetter sei. (So viel Dummheit tut schon weh) 4. Vor 1000 n. Ch. gab es keine hohen Kulturen. (Aua) Ich muss ehrlich sagen, bei so viel Dummheiten (eigentlich immer, wenn jemand ueber etwas redet, als sei er ein Experte, dabei hat er NULL Ahnung und redet nur Muell!) ist mir das Zuhoeren schon peinlich.

So gelangte ich wieder zur Frage, wie viel bei einem Menschen Erziehung und Umfeld ausmachen, und wieviel ein angeborener Charakter. Denn wenn ich ein daemliches, immer gehorsames Goer gewesen waere, das Papi immer nur alles nachgeplappert haette und damit auch jeden Unsinn geblaubt haette, dann waere das schrecklich gewesen. Aber so bin ich nicht. Ich habe, obwohl ich nie(!) zu Kritik, sondern, sowohl durch "Vater" als auch die Schule (auch, wenn die immer das Gegenteil behauptet - verlogene Institution) zu blindem Autoritaetsgehorsam erzogen wurde, immer hinterfragt und nie ohne Zweifel geglaubt. Das muss doch vom Charakter kommen, wenn es nie anerzogen wurde. Zur Schule uebrigens - natuerlich moechte die brave, gehorsame Schueler. Die lassen sich viel leichter steuern, als solche, die ihren eigenen Kopf haben. Selbst auf dem Gymnasium noch gab es etliche Lenkversuche. Die intelligenteren unter den Schuelern haben es bemerkt und darueber gelaechelt. Obwohl es gleichzeitig natuerlich auch traurig war, aber es war eben auch ironisch-lustig, wenn es in einem Satz hiess "Folgen Sie keinen Ideologien, denken Sie fuer sich selbst!" und im naechsten "Tun Sie einfach immer das, was man von ihnen verlangt und fragen Sie nicht zu viel. In der Gesellschaft muss der Mensch funktionieren". Ob sie diese Widerspruechlichkeit wirklich nicht selbst bemerkt haben? Oder haben sie einfach sich selbst und ihr Umfeld belogen, wissentlich. Denn damit folgen sie ja genau dieser Doktrin: Nicht hinterfragen, einfach tun/lehren, was vorgeschrieben wird.

Draussen regnete es und ich geriet genau in den Schulschluss :( Vergesslich, aber nicht muede, daemmerte ich waehrend der Busfahrt vor mich hin - so gut es ging, aber die Bedingungen waren durch Laerm und Gedraengel schlecht. Die Post habe ich heute uebrigens wieder nicht gesehen, als ich heim kam, war der Briefkasten leer, und danach sah ich kein Postauto mehr kommen (Am Vortag war ich sogar schon ab 9 Uhr morgens in S. und habe auch den gesamten Tag kein Postauto gesehen, dh es KANN keines da gewesen sein). Der Tag verging ziemlich schnell. Schade - aber wenigstens ist bald Wochenende :) Aber leider ruecken auch die Klasuren naeher und ich muss mich langsam mal wieder zusammen reissen und lernen. 4 Klausuren in einer Woche und eine direkt in der Woche zuvor ;/ Mitte Juli geht es los. Von den Guppies gibt es uebrigens auch etwas Neues: im Moment befinden sich 3 Jungfische im Aquarium. Ich weiss nicht, ob sie noch gefressen werden koennen, da sie schon relativ gross sind - ich hoffe einfach mal sehr, dass sie ueberleben werden! Ich denke, das eine, das ich neulich sah, ist nicht dabei. Scheinen alle von einem anderen Weibchen (von demselben) zu stammen, farblich zumindest (ja, diese haben schon einen farbigen Koerper). ER ist zwar anderer Meinung, aber das wird sich dann ja zeigen, wenn sie groesser sind. Mir faellt gerade ein, ich haette mehr fuers Studium unternehmen sollen, habe meinen Uni-Mail-Account schon ueber eine Woche nicht mehr abgerufen - und ich habe grosse Unlust, das zu tun! :/ Da stuerzt dann wahrscheinlich nur wieder der Browser wegen eines Programmierungsfehlers ab... Ok, jetzt hab ichs doch getan, habe nachtraeglich erfahren, dass die Vorlesung am MO ausgefallen war. Auch gut *re* Aber die Pinnwand seh ich mir lieber doch erst nachher an, wenn ich diesen Beitrag abgeschickt habe, will ihn nicht durch einen Absturz verlieren.

Generell habe ich das Gefuehl, ich komme bei einigen Dingen einfach nicht mehr hinterher. Allein wegen der Uni muesste ich mich taeglich schon in 3 verschiedene Websites einloggen, immer mit anderem komplizierten Passwort, die ich natuerlich noch nicht auswendig kann - das macht das alles natuerlich unbequem. Und bestenfalls wuerde ich mir die Websites nicht nur einmal taeglich ansehen, sondern mehrfach - koennte ja immer irgendwann, zu irgendeiner unmoeglichen Zeit, ein Prof etwas hinzufuegen. Aber ich habe auch andere Dinge in meinem Leben zutun. Ja, und ich logge mich taeglich bei vielen Websites ein, das weiss ich auch. Aber... Ich weiss nicht, die Uni ist mir einfach unlieb *re* Vielleicht eben auch, weil es immer Programmfehler gibt, die den PC zum Absturz bringen. Das macht einfach keinen "Spass" so. Es war Abend geworden, WIR mussten uns schon wieder auf den Weg nach R. machen. Es war relativ kuehl, windig, der Bus uebermaessig voll und auch nicht angenehm. Bei meinem "Vater" "zuhause" erwartete mich das uebliche Gemecker. Als ich die Wohnung betrat, wurde ich gleich gefragt, wo denn das Brot bleiben wuerde. Da bin ich sauer geworden! Hatte der Mensch doch heute Morgen auf meine Nachfrage, ob ich immernoch Brot besorgen sollte, mit "Noe, das mach ich lieber selbst!" geantwortet. Naechstes Mal lasse ichs mir schriftlich geben, sonst bestreitet ers wieder... :/

Aber das war natuerlich nicht das einzige Streitthema. Es kam zu den ueblichen Unterstellungen, dummen Behauptungen, usw. Ausserdem nerven mich hier Muecken, im Bad waren zwei Spinnen, in meinem Zimmer nur viele Bluetenpollen :/ Es koennte besser aussehen. Der PC hier spinnt auch herum, will staendig haengen bleiben, ist vorhin schon einmal abgestuerzt und tut es, wenn ich Pech habe, noch mehrfach diesen Abend. Aber genauso koennte es auch noch schlimmer sein. Schliesslich koennte es auch sein, dass die Menschen meine Kunst NICHT bewunderten, ich IHN nicht haette, ich aktuell noch mehr Schmerzen haette (im Moment habe ich eigentlich nur Probleme mit der Allergie, bisschen Bauchschmerzen und Nasenbluten - wie mittlerweile taeglich :/ ), oder Zahnfleischbluten, wie vor einigen Tagen (welch Banalitaet) oder was auch immer. Und mit dem Fuss habe ich im Moment auch keine Probleme, nicht einmal mit dem Knie! Aber das wird sich morgen beim Buecher-zur-Uni-schleppen auch wieder geben :/ Aber im Moment bin ich auch nicht mehr so uebermaessig geraeuschempfindlich, was schon einmal sehr hilfreich ist. Aber auch das kann sich schnell aendern. *seufz* Da hilft es nur, sich ueber den MOMENT zu freuen, da er bald wieder verschwunden sein wird...

cn P

28.06.2007 um 01:12 Uhr

Probleme unserer Gesellschaft

Wie einige Leser schon bemerkt haben sollten, beobachte ich unsere Gesellschaft oft und gern, und stelle mich oefters die eine oder andere Frage ueber Sinn und Unsinn ihrer Handlungen. Gestern Abend habe ich mich mal wieder in einigen Foren umgesehen, oder einfach nur "herumgegoogled", Menschen erforschen ;) Ab und zu in fremde Blogs zu sehen, um zu erkennen, was andere Menschen so interessiert, kann auch nicht schaden, wenn man genug Zeit hat.

Aufgefallen ist mir, dass viele Muetter darueber klagen, ihr Kind wuerde sich nicht alters- und geschlechtsgemaess benehmen. Da wird ein Drama gemacht, "Hilfe, mein Sohn wird schwul!" geschrien, wenn der Kleine mit 5 Jahren mal Mamas BH anziehen moechte, oder "Hilfe, meine Tochter wird ein lesbisches Mannsweib!", weil sie im Kindergarten lieber mit den Jungen zusammen mit Autos spielt. Ich frage mich, ob man das "frueher" auch schon so eng sah. Ich habe den Eindruck, mittlerweile sei eine richtige Mode-Phobie vor der moeglichen Homosexualitaet des eigenen Kindes ausgebrochen. Kaum benimmt sich Sohn oder Tochter nicht wie jedes 08/15-Kind, macht man sich Sorgen. Vielleicht haengt das damit zusammen, dass es immer mehr Ratgeber gibt, richtige Checklisten, wie ein "gesundes" Kind sich benehmen sollte? So einiges liest sich schon wie die Betriebsanleitung einer Maschine. Dass man ein Kind bei "Fehlfunktionen" nicht umtauschen oder reklamieren kann, haben wir nur der Tatsache zu verdanken, dass Kinder nicht so einfach und schnell herstellbar sind.

Es ist schon schade, wenn man Menschen nun schon nach Listen beurteilt, abhaken kann, ob es "richtig" lebt oder nicht, da doch jeder andere Interessen und einen eigenen Charakter hat. Das klingt fuer mich immer so sehr nach "Massenabfertigung" (wie diverse Sexratgeber, die pubertierende Maedchen und spaetpubertaere Weibchen so lesen, die natuerlich nicht im Geringsten auf indiviuelle Vorlieben des Partners eingehen, sondern wirklich wie die Bedienungsanleitung eines Geraetes klingen), nicht nach liebevoller Beschaeftigung mit einem Lebewesen. Sofern ich mich an meine Kindheit erinnere, gab es da auch viele Kinder, die einfach nicht dem Klischee entsprechen wollten: Eben Maedchen, die mit Autos spielen, oder Jungen, die Puppen mochten (auch das gibt es, wenn es nicht sofort unterdrueckt wird). Da kamen keine dummen Sprueche.

Aber selbst wenn das Kind nun wirklich homosexuell werden wuerde - denke ich mir, wenn ich die Klagen in den Foren so lese - wo liegt denn da das Problem? Sollte man als Eltern nicht immer das beste fuer das Kind wollen, egal, wie es nun sexuell ausgerichtet ist? Ich kann diese Diskriminierungen einfach nicht verstehen. Ein Mensch ist doch ein Mensch - und Liebe ist Liebe, egal, wem gegenueber! Ob MannxFrau, FrauxFrau oder MannxMann (ich bin mal so unkorrekt und lasse Hermaphroditen aus) - natuerlich hat jeder andere Vorlieben, fuehlt sich von anderen Menschen angezogen, aber wieso sollten diese Lieben nicht trotzdem gleichwertig sein? Naja, wenigstens sind sie in Deutschland nicht mehr strafbar *re* Oder fuerchten sich Eltern, die verkrampft wuenschen, dass ihr Kind hetero wird, vor moeglichen Diskriminierungen? Das mag ja ganz nett sein, aber diese Reaktion, dem Kind womoeglich die Homo- oder Bisexualitaet sogar ausreden zu wollen, ist sicher nicht die richtige. Man kann soetwas eben nicht aberziehen. Lieber sollten die Eltern sich hinter das Kind stellen, wie auch immer es sich entwickelt.

Was ich auch etwas merkwuerdig fand, um zu einem etwas anderen Thema zu gelangen, war eine Meldung in den Spaetnachrichten: Mittlerweile sei fuer jedes Kind in B. mindestens eine Stunde "Anti-Gewalt-Training" waehrend ihrer Schullaufbahn verpflichtend. Ich frage mich, was das fuer eine Entwicklung ist. Information und Aktionen gegen Gewalt sind zwar schoen - aber ist es wirklich so weit, dass man Kindern da extra Unterricht geben muss, damit sie sich nicht gegenseitig die Schaedel einschlagen? Noch in meiner Kindheit galt das als normales soziales Verhalten und man hielt die Eltern fuer zustaendig, den Kindern die Grundlagen dafuer beizubringen. Wenn ein Vorfall geschah, haben die Lehrer sich (zumindest in der Theorie) darum gekuemmert. Okay, meine eigene Schule darf ich nicht als Beispiel nehmen, die war schrecklich. Aber ich weiss von Mitschuelern, dass die meisten Schulen keine Gewaltprobleme hatten, und das ohne irgendwelchen Sonderunterricht. Sind die Schueler "von heute" wirklich so aggressiv und kontrolllos? Ist es nicht mehr selbstverstaendlich, gewaltlos mit seinen Mitmenschen umzugehen? Ich finde dies erschreckend, sollte es wirklich so sein. Nun bin ich selbst erst 20 und klinge wie ein altes Weib... ;) Ich kann eigentlich gar nicht glauben, dass sich Dinge so sehr veraendert haben. Aber das haben sie wohl, oder?

Ich frage mich, inwiefern unsere Gesellschaft mit ihrem Verhalten selbst Schuld an der heutigen Situation ist und wie lange sie sich noch ihr eigenes Grab schaufelt. (Naja, eigentlich MUESSEN sie ja selbst Schuld sein - die nicht-menschliche Natur ist sicherlich nicht Schuld an dem, wies der Menschheit heute geht und an all den katastrophalen sozialen Situationen in vielen Grossstaedten!)

cn P

27.06.2007 um 21:38 Uhr

Jaja, die Post...

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Post, Bizarr

 

Schoen, dass sie immer so sorgsam nachsieht, was fuer einen Wert die Marken haben, die sie abstempelt.

cn P

27.06.2007 um 02:35 Uhr

26.6.07

Gegen 7:30 erhob ich mich mit wackeligen Beinen aus dem Bett. Dies war wieder einer der Morgen, an denen ich alles andere als antriebslos war, sehr gut und schnell mit allen Anforderungen zurecht kam, ja, richtig agil war, aber dennoch geistig noch im Halbschlaf und koerperlich in einer Art... Ich weiss nicht, es zu beschreiben... Es fuehlt sich an, als wuerde am Koerper alles kribbeln, als wuerde man das Blut deutlich fliessen fuehlen, alles um einen herum wirkt verschwommen, man schwebt vor sich hin... "Morgendliche Kreislaufschwaeche" wuerde es wohl treffend beschreiben. Und mit dieser ging heute auch eine grosse Vergesslichkeit einher. Aber immerhin - wenn alles "schwammig" ist, stoert man sich auch am lauten Radio und an den schreienden Nachbarn weniger, als man es sonst taete, und das Gemecker des "Vaters" ist vielleicht auch weniger belaestigend (wobei ich mich, trotz allem, immernoch an den dummen Spruechen und dem Gejammer, heute zB wegen des Wetters, stoerte). Und all die Aggresionen, diese Dummheit, diese Manierlosigkeit (davon, einen Menschen aussprechen zu lassen, hat er scheinbar auch noch nie gehoert). Es war einfach nur Muell, wenn man so will.

Genauso ein Muell, wie der Vorschlag, in Zukunft die Schulformen der Mittelstufe nicht mehr zu trennen. Wenn das die heutigen Gymnasiasten und die heutigen Hauptschueler zusammen lernen sollen, dann gute Nacht! Da sollte sich niemand wundern, wenn die Leistungen immer weiter sinken. Ich will nicht sagen, dass Hauptschueler schlecht seien (charakterlich gibt es auch dort sehr nette Menschen - nur leider ist die Hauptschule hier in B. DAS Sammelbecken fuer alles, was, grob gesagt, "aus der Gosse kommt" - also nicht einfach lernschwache Schueler, sondern all die lieben Schlaeger, Diebe, Raeuber, Vorbestrafte, usw. Das, was man sich klischeehaft als jugendlicher Schlaeger im Ghetto vorstellt - die paar vernuenftigen Menschen an der Hauptschule tun mir unglaublich Leid!), aber es gibt zwischen einem Hauptschueler und einem Gymnasiasten schulisch doch einen Leistungsunterschied; nicht umsonst gab es bisher verschiedene Schulformen, damit jede Stufe unterschiedlich gefoerdert werden konnte (was ich sinnvoll finde). Das ist fuer mich auch wichtiger, als die Gegenargumente, die man manchmal hoert: Von wegen die Schueler frueh zu trennen, koenne sozial problematisch sein, usw - Spaeter im Beruf kann man sich auch nicht aussuchen, mit wem man zusammen arbeitet, und man weiss auch nie, wie schnell die Kollegen wechseln! Ausserdem sollte man so eine Umstellung doch wohl von einem 13Jaehrigen verlangen koennen (ich kenne niemanden, der wirklich darunter gelitten hat - ausserdem behaelt man gute Freunde aus der Grundschule ja auch wohl bei, wenn man nicht mehr die Schule mit ihnen teilt - sonst waere das keine wirkliche Freundschaft, sondern eher eine Zweckbindung). Also allgemein finde ich es kritisch, einfach alle Schulformen zusammen zu fassen. Ich weiss, in Finnland lernen die Schueler auch bis zur 10. Klasse gemeinsam, aber erfahrungsgemaess kann ich mir das bei deutschen Schuelern irgendwie einfach nicht vorstellen. Gerade, wenn man sich eben ansieht, wie es hier in den Hauptschulen aussieht - bei solchen Verhaeltnissen haette ich nicht lernen wollen (und es auch nicht koennen). Ich weiss ja, dass sich dadurch ein uebler Nachteil fuer Hauptschueler ergibt. Ich sagte ja auch schon, sie tun mir Leid, aber was soll man tun? Alle mit hinunter zu ziehen, kann nicht die Loesung sein. Und anders wuerde es wohl nicht gehen, da viele Paedagogen einfach nicht damit zurecht kommen - ich erinnere mich gut an die Grundschulzeit: Schon da hat niemand es auf die Reihe bekommen, die sehr guten Schueler zu foerdern und die schlechten hinterher kommen zu lassen. Wenn man ein 1er- oder 2er-Schueler war, langweilte man sich meistens nur. Zeitgleich gab es aber in derselben Klasse auch Leute, die in der 6. Klasse (mit 12 oder 13 Jahren) noch nicht einen Satz fehlerfrei lesen, geschweige denn schreiben, konnten! Die liess man dann versauern. Die "Guten" liess man sich langweilen. Schliesslich schleppte man das "Mittelfeld" von Jahr zu Jahr, und wer nicht mittelmaessig war, hatte ein Problem. Daher faende ich es rueckblickend sogar sinnvoll, wenn man damals schon eine Teilung zwischen guten und weniger guten Schuelern eingefuehrt haette, einfach, damit jeder gleich gut, nach seinen Faehigkeiten, lernt. Aber um soetwas durchzusetzen, muss man wohl das gesamte System, auch die Ausbildung von Lehrern, grundlegend aendern.

Als ich gerade die Wohnung verlassen wollte, nervte mein "Vater" mich noch einmal - gerade, als ich schon in der Tuer stand, fiel ihm ein, ich solle doch noch Brot besorgen. Leicht genervt steckte ich das Geld ein. Wieso kann er soetwas nie frueher sagen?! Da haette ich nicht wieder meine Tasche durchkramen muessen und haette mir das auch im Kalender notieren koennen, so haette ichs nicht vergessen koennen. Aber so machte ich mich dann eben auf den Weg... Noch irgendwie "nachgenervt" von all den dummen Fragen, und, vor Allem, noch im Halbschlaf. Als ich dann im Bus sass, wurde ich etwas wacher, bemerkte gleich Rueckenschmerzen und einige merkwuerdige Menschen *re* Und auch zahlreiche Gedanken ueber unsere "liebe" Gesellschaft gingen mir wieder durch den Kopf. Mir ist bewusst, dass ich in letzter Zeit viele Fragen ueber sie stelle, und dass das unter Umstaenden sehr bizarr wirken kann. Aber "die Menschen", so habe ich das Gefuehl, werden mir von Tag zu Tag fremder. Das "Problem" dabei ist: Ich fuehle mich gut so und habe keinerlei Beduerfnis, das zu aendern. Es ist, als triebe ich in einem Boot ohne Ruder immer weiter aufs Meer hinaus, wuerde aber keine Anstalten machen, zurueck zu schwimmen oder mit den Haenden zu paddeln. Stattdessen lehne ich mich zurueck, geniesse meine Einsamkeit und blicke, manchmal etwas wehmuetig, manchmal doch sehr zufrieden, zurueck ans sich entfernende Ufer. Mittlerweile haben die Menschen, die man dort sehen koennte, die groesse von Ameisen erreicht. Ich hoere sie nicht mehr, ihre Sorgen sind mir fremd. Ich erkenne allerhoechstens noch ihre Schemen und schattenhafte Bewegungen. Natuerlich, ich wuerde gerne "die Menschen" verstehen. Deswegen frage ich ja stets, wenn mich etwas an ihnen verwundert. Aber ich entfremde mich trotzdem, zufrieden.

Jaja, die Menschheit... Manchmal sind es "schwerwiegende" Dinge, die ich an ihnen merkwuerdig finde (wobei ich wohl weiss, dass meine "Beobachterposition" an sich auch sehr merkwuerdig ist), manchmal auch vollkommen banale. Beispielsweise ihr manchmal irrationales Empfinden fuer Normen und Schamgefuehl. Mir ist bewusst, dass diese von Kultur zu Kultur variieren, aber zumindest die hier in Deutschland, die ich taeglich erlebe, kommen mir manchmal sehr seltsam vor. Allein das Thema "Peinlichkeit bzw Nicht-Peinlichkeit von Nicht-Wissen": Wie oft sehe ich Menschen, die ueber Dinge ihren Mund aufreissen, von denen sie wirklich NULL Ahnung haben?! Und es ist ihnen nicht einmal peinlich, wenn sie ihre Stammtischparolen schreien. Oder die Leute, die laut irgendwelche Dinge singen, den (nicht deutschsprachigen) Text aber gar nicht verstehen. Klar, man muss nicht unbedingt alles verstehen, aber ich wuerde mich schon informieren, worum es geht, um nicht moeglicherweise irgendetwas vollkommen Hirnloses von mir zu geben, was mir ehrlich gesagt peinlich waere. Daher kenne ich von allen moeglichen finnischen Texten, bei denen ich ggf dazu tendiere, sie zu singen, zumindest den Sinn (wenn auch nicht den 100%igen Wortlaut) des Textes. Aber das ist ja wohl auch nicht zu schwer, wenn man dermassen gute Kontakte zu einigen Finninnen hat.

Irgendwie traurig finde ich es, wie viele Menschen scheinbar meinen, sie braeuchten gar kein Allgemeinwissen. Daher verwundert es mich auch gar nicht mehr, wenn einige Menschen glauben, George Bush sei Deutschlands Bundeskanzler und Daenemark ein deutscher Bundesstaat. Manchmal geht es sogar so weit, dass einige Personen vollkommen erstaunt sind, dass Erdbeeren an Straeuchern wachsen und - ueberspitzt ausgedrueckt - nicht in der Plastikschale. Aber was ich einfach nur verdreht finde, ist die "Sexualmoral" einiger Personen. Es soll ja tatsaechlich Frauen geben, die bei Freundinnen ihr ganzes Sexualleben ausplaudern, aber sich nicht trauen, vor ihrem Partner einmal zu sagen, was ihnen gefaellt, und was nicht. Und dann noch die, die Angst haben, haesslich zu sein, und sich daher nie nackt vor dem Partner zeigen - Sex bitte nur im Dunkeln, bei zugezogenen Vorhaengen und immer unter der Bettdecke! Und nicht ungeschminkt, falls man doch was vom Gesicht sehen koennte. Soll ja Damen geben, die hat der Partner nie ohne einen halben Zentner Farbe im Gesicht gesehen. Seltsam erscheint mir auch, wie einige Dinge bewertet werden. So so, ein BH aus Seide mit Spitze ist "geil", derselbe Schnitt aus, zB, Lackleder "pervers" und "eklig"? Ich will niemandem einreden, er muesse alles moegen, aber manchmal erscheint es mir einfach unverstaendlich, was alles sofort in die "Pervers!"-Ecke geschoben wird. Ich moechte gar nicht ins Detail gehen (zu viele junge Leser ;) ), aber ich finde es zB schon charakterlich viel schlimmer, seinen Partner durch Fremdgehen zu verletzen, als bestimmte Sexualpraktiken auszuueben, die als "ungewoehnlich" gelten. Bei letzteren wird niemand verletzt, wenn sie einvernehmlich geschehen. Und dennoch scheint in unserer tollen Gesellschaft ein Mann, der seine Frau regelmaessig betruegt, viel akzeptierter zu sein, als ein Paar, das sich treu ist, aber boese boese unchristliche SM-Praktiken (einvernehmlich!) ausuebt. Klar, die muessen nicht jedem gefallen, aber Toleranz waere manchmal nicht fehl am Platz.

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich, abgesehen davon, dass ich ein wenig am PC arbeitete, im Bett. Ich schlief ziemlich lange und fuehlte mich danach endlich mal eine Weile ungestresst, es hat wirklich gut getan. Hinaus bin ich nicht mehr gegangen, den gesamten Tag stuermte und gewitterte es, eine Zeit lang hagelte es sogar stark. Der Postbote kam deswegen gar nicht erst vorbei (ist so sicher auch nicht rechtens, passiert hier aber ab und zu bei schlechtem Wetter). Unglaublich, dass bei der hier mittlerweile herrschenden Kaelte in Rumaenien bei 45 Grad im Schatten Menschen an der Hitze sterben sollen. Gen Nachmittag bekam ich dann auch kein Auge mehr zu. Der Sturm war sehr laut und man hoerte wieder Leute groehlen (ja, selbst bei dem Wetter!). Ich habe es mittlerweile mehrfach beobachtet und finde es schrecklich: Viele Deppen, die bisher am Bahnhof herumlungerten und dort Menschen belaestigten, fahren nun mit dem Bus hierher, setzen sich mit Bierkaesten an den See, saufen und groehlen, werfen ihren Muell ins Wasser und poebeln ab und zu vor vorbei gehende alte Damen und Herren an. Die Hausverwaltung beobachtet das durchs Fenster, unternimmt aber nichts. Ich hatte schon angemerkt: Hier verfaellt alles immer mehr. Wenn das, was in den letzten 2 Jahren geschehen ist, in den naechsten Jahren so weitergeht, sieht es hier in vielleicht 7 Jahren aus, wie in einer Geisterstadt mit ueberwucherten Ruinen.

Abends war es kalt. Brot kaufen zu gehen, hatte ich vergessen (Ich hatte es heute Morgen doch irgendwie geahnt, dass das nichts wird, wenn ichs mir nicht notieren kann!). Der Himmel war merkwuerdig rot, stellenweise auch gruenlich, aber wir haben keine ungewoehnliche Sonnenaktivitaet (vielleicht ist dem einen oder anderen von euch schon die Solar-Anzeige unten in der Seitenleiste aufgefallen). Es war stuermisch, und es roch unglaublich nach Meer! Der Wind hatte deutlich den Geruch von Salzwasser und Fisch, erinnerte stark an meinen letzten Urlaub an der Nordsee (der auch schon 9 Jahre her ist :( ) - so einen Geruch vergisst man nicht mehr. ER nahm ihn auch wahr, also war es keine Einbildung meinerseits. Dass Wind so sehr nach etwas riechen kann, was so fern von hier ist... Es war sehr windig, auch wie damals, an der Kueste. Sturmwarnungen wurden ausgesprochen, es soll bis hin zu 135 km/h gehen, diese Nacht. Nun fand ich es aber immernoch sehr angenehm. In R. blickte ich vom Bus aus auf eine Baustelle. Ein Anbau, falls man das so nennen kann, oder eine "Erweiterung": Der Anbau von einem 3. Stockwerk. Irgendwie sah der Bau so interessant aus, wie eine Ruine. Fuer etwas, was noch fertig gestellt werden soll, fast verfallen. Nicht so, als sei man noch am Bau, sondern - im Gegenteil - als wuerde das Gebaeude sich langsam wieder von alleine "abbauen". Aber da hat mein Eindruck mich sicher getaeuscht; die Baustelle ist neu und es wird damit auch weiter gehen, da bin ich mir sicher.

Als ich wieder "zuhause" war, musste meine Stimmung leider sofort wieder abnehmen. Zum einen roch es hier nicht gerade gut, zum anderen bekam ich gleich wieder Generve und Gemecker zu hoeren. Und hatte eine riesige Spinne in meinem Zimmer, direkt ueber meinem Bett an der Decke. Ich fragte meinen "Vater" also nach einer Fliegenklatsche o.ae., aber er machte sich nur ueber mich lustig: "Das Tier tut dir doch nix, du musst nicht so aengstlich sein!" Die Fliegenklatsche wollte er mir nicht geben. Blosse Schikane. Dann habe ich eben zurueck schikaniert und - ja, ich kann genauso kindisch sein, wie er, wenn ich will! - so lange gequaengelt, bis ich sie doch bekommen hatte. Nun habe ich eine Spinne weniger in meinem Zimmer, mal sehen, wann die naechste auftaucht :/ Und ja, das Quaengeln war sicher nicht sinnvoll, so wird man erst recht nicht als reifer, erwachsener Mensch wahrgenommen. Aber werde ich das hier sowieso je? Ich denke, nicht. Ausserdem habe ich eher meinen "Vater" nachgeaefft - das wird ihn dann auch so sehr genervt haben, bis er mir diese Fliegenklatsche gegeben hat, damit ich damit aufhoere. Ich weiss, das ist alles sehr banal.

Und das Gemecker ging weiter :( Wegen der Spinne, wegen des nicht gekauften Brotes - er unterstellte mir sogar, es absichtlich nicht gekauft zu haben, um ihn zu "aergern" (Kennen wir die Unterstellung nicht? *gaehn*). Und weiter meinte er ploetzlich, sich ueber mein "chemisch stinkendes Deo" aufregen zu muessen, dabei habe ich mit Sicherheit nicht nach einem Deo gerochen, nicht im Moment. Und ich stinke "normal" sicher nicht gerade chemisch. Kurz gesagt: Er war dauerhaft am Meckern, ueber alles und jeden, und ging mir damit extrem auf den Geist. Und wenn ich mal eine Meinung habe, die ihm nicht gefaellt, dann behauptet er immer, dadurch sie die Schulerziehung "von den verdammten Kommunisten" Schuld. Ja, so isses in seiner Traumwelt, wenn etwas schlecht ist, sind immer die Kommunisten, die Juden oder die Auslaender schuld. Das daemliche Gebrabbel kann man schon gar nicht mehr Ernst nehmen. Was mich im Moment, wo wir schon bei nervenden Dingen sind, auch stoert, ist eine gewisse sehr laute Handy- und eine ebenfall laute Deo-Werbung (Deo? Duschzeug? Keine Ahnung, die Werbung hat bei mir ihren Sinn also verfehlt *re*). Geht es euch auch so, dass einige Werbungen euch einfach sehr auf die Nerven gehen, wegen was auch immer (ob Lautstaerke, daemlicher Werbespruch, laecherlich oder primitiv wirkende "Sexiness", usw)?

Mensch, bin ich diesen Abend vergesslich... Aber ich glaube, das ist nicht der Grund, wieso mein Name mir mittlerweile fremd erscheint (wie die Gesellschaft ;) ). Das habe ich vorhin, gegen 23 Uhr, nochmals feststellen muessen. ER hat, aus welchem Grund auch immer, meinen Vornamen benutzt! Ich habe ihn entgeistert angesehen *lol* Die einzige Person, die meinen wirklichen Vornamen nennt, ist manchmal meine "Mutter", und die sehe ich nur alle paar Wochen einmal fuer ein paar Stunden (und bald gar nicht mehr). Mein "Vater" redet mich nicht an, in der Uni heisst es von allen nur "Frau XY", meine Freunde nutzen gewoehnlich nicht meinen echten Namen (den ich auch gar nicht schoen finde). Bei einigen weiss ich gar nicht, ob sie ihn ueberhaupt (noch) kennen. Generell finde ich es eher verwirrend, so angesprochen zu werden, weil ich manchmal den Eindruck habe, ich werde gar nicht gemeint. Denn das bin ich einfach irgendwie nicht. Auch so eine "Macke" von mir - aber nichts, was mich stoert.

cn P

27.06.2007 um 01:14 Uhr

Gedanken der letzten Nacht

Es gibt verschiedene Arten von Uebeln. Die einen hinterlassen gravierende Spuren und moeglicherweise auch das eine oder andere Trauma. Und dann gibt es wieder welche, die sind stoerend, einfach nur stoerend, aber man kommt mit ihnen irgendwie zurecht. Aber obwohl man sie ertragen kann, belaestigen sie einen natuerlich dennoch. Das sind zum Beispiel Muecken(stiche). Oder mein so genannter "Vater". Gestern Abend wurde mir das wieder deutlich demonstriert. Alle moeglichen daemlichen Unterstellungen, rassistische Sprueche, und just, als ich aufstehen und ins Bad gehen wollte, um mir die Zaehne zu putzen, ggf nochmals zu duschen und dann ins Bett zu verschwinden (nachdem ich am PC schon alle "Spuren" beseitigt hatte), sprang er auf, rannte in Bad, und schloss sich fuer eine halbe Stunde ein. Ihm war jetzt, um 2(!) Uhr nachts, ploetzlich eingefallen, dass er sich rasieren woelle. Na wenn das nicht die offensichtlichste Schikane ist (kommt hier haeufiger vor). Ich habe dann also nur noch ein wenig herum gesessen, am PC etwas zu "unternehmen", haette sich nicht mehr gelohnt. Bis ich danach wieder Cache, Firewall-Protokoll, Cookies, Verlauf, etc, geloescht haette, waere wohl zu viel Zeit vergangen. So musste ich also bis um 2:30 warten, war sichtlich genervt, habe danach auch keine drei Zeilen mehr geschrieben (allerdings auch, weil mir dann mal wieder die Tinte ausgegangen war *seufz*), und bin dann so gegen 3 Uhr schlafen gegangen.

Oder zumindest versuchte ich, zu schlafen. Da kamen mir jedoch etliche Erinnerungen in den Kopf, die das deutlich erschwerten. Was mich immer wieder nervt, sind die Versuche meines "Vaters", auch noch jetzt, wo ich 20 bin, mich immer und ueberall zu kontrollieren. Mit der "Begruendung", ich sei schliesslich seine Tochter, da sei das nicht nur erlaubt, sondern seine "Pflicht" (ich habe ihm schon haeufiger gesagt, dass diese Pflicht spaetestens seit meinem 18. Geburtstag erloschen ist, was ihn nicht interessiert). Aber da ich mich natuerlich nicht kontrollieren (und schon gar nicht beherrschen!) lasse, unternehme ich vielerlei Dinge dagegen. Post geht, zum Beispiel, sofern es moeglich ist (bei der Uni gehts beispielsweise nicht, weil die nur an die Adresse verschicken, die man auch im Ausweis als Wohnsitz stehen hat - das Problem gibt es bei einigen Institutionen), immer an meine Adresse in S., damit mein "Vater" sie nicht lesen kann (ich weiss, jeder Brief, der in R. fuer mich ankommt, wird von ihm geoeffnet; das Postgeheimnis ist ihm egal - aber ich koennte ihn auch schlecht anzeigen, da man soetwas 1. schlecht beweisen kann und 2. wuerde das hier alles nur noch viel schlimmer machen). Ja, es gibt schon so einige Dinge, die man unternehmen kann, um seine Privatsphaere zu schuetzen und der Kontrolle (zumindest partiell) zu entgehen. Aber es ist einfach nervig, da es einen Mehraufwand bedeutet und auch einiges an Zeit kostet. Da bleibt nur die Hoffnung, dass ich vielleicht, mit zunehmendem Alter, doch endlich meine Ruhe bekomme, schliesslich hats sich, verglichen mit vor 4 Jahren, zu heute ja auch schon ein wenig (und leider nur wenig :/ ) gebessert. Mit 16 war es besonders schlimm, das laesst sich sogar noch am Anfang dieses Blogs nachlesen. Wenn ich damals nur einmal die Wohnung verlassen wollte, selbst nur fuer eine Stunde fuer ein Schul-Referat, war gleich die Hoelle los. Da wurde ich zum Teil eine ganze Stunde lang aggressivst ausgefragt (das war schon ein richtiges Verhoer), wohin ich gehen wuerde, von wann bis wann, wo dieser Ort sei, mit wem ich dorthin gehen wuerde, wer noch dabei waere (dazu den Wohnort und die Telefonnummer aller Personen), was wir tun wuerden, wie ich dorthin und womit ich zurueck fahren wuerde, usw. Einfach auszugehen, war auch unmoeglich. Wenns ums Kino ging, wollte er auch das genaue Kino und den Film wissen. Besonders schlimm war es aber, wenn ich sagte "...und danach gehen wir vielleicht noch irgendwo ins Café" - Da ist er dann komplett ausgerastet! "Irgendwo" gaebe es nicht, er muesse gefaelligst wissen, wohin ich gehe, und wie lange, und mit wem, blah blah blah, Spontaneitaet war da unmoeglich. Er hat mich fast zum Luegen gezwungen (Was soll ich denn machen?! Wenn ich zB zu einem Referat musste, und nicht die Adressen aller irgendwie Beteiligten kannte, dann musste ich doch etwas sagen, sonst waere ich nie dorthin gekommen, und das ging einfach nicht!). Alles in allem eine absolut daemliche Sache. Zumal ich nicht wuesste, was zB (ja, auch das wurde ich tatsaechlich gefragt!) die Berufe der Eltern einer Person, mit der ich bloss einen Vortrag schreiben MUSS, weil ich mit ihr vom Lehrer in eine Gruppe eingeteilt wurde, meinen "Vater" angehen wuerden.

Ich kann es einfach nicht verstehen, dass einige Menschen einfach nicht dazu lernen koennen, oder es scheinbar auch gar nicht wollen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein "Vater" diesen ganzen Mist auch bei meiner Halbschwester gemacht hat, die dann - sehr zu Recht! - sofort zu ihrer Volljaehrigkeit ausgezogen ist und sich danach nie mehr wieder gemeldet hat. Da haette mein "Vater" sich doch evtl mal Gedanken darueber machen sollen, ob er nicht vielleicht etwas falsch gemacht hat, wenn seine eigene Tochter fuer immer verschwindet und nicht ein einziges Mal mehr hier angerufen, einen Brief hierher geschrieben, oder was auch immer, hat. Aber stattdessen hat er die Schuld einfach auf die geschoben (ist ja auch das einfachste). Da hiess es immer, sei sei dumm, ungebildet, durch ihre Mutter verzogen, undankbar, verrueckt, krank, usw, gewesen, und das sollte dann als Begruendung dafuer dienen, dass sie von so einem "tollen" Mann wie meinem "Vater" nichts mehr wissen wollte. Denn wer meinen goettlichen, unmenschlich wunderbaren, herzensguten "Vater" nicht liebt, der muesse ja krank sein! (Selbst, wenn diese Worte zynisch gemeint sind, vom blossen Klang wird mir schlecht) In diesem Zusammenhang wurde ich dann auch oefters beschimpft: "Du bist ja genauso krank/dumm/bloede wie meine 1. Tochter!", oft auch mit dem Zusatz "ihr Frauen seid sowieso alle bescheuert".

Was ich auch einfach nicht verstehen kann, ist, wie Menschen immer nur auf Streit aus sein koennen. Wie es Menschen gibt, die so intolerant sind, dass sie staendig Leuten ihr Leben vermiesen wollen, obwohl es sie gar nichts angeht. Richtig gut in Erinnerung ist mir dabei etwas, was mit meinen Zeichnungen zutun hat (das Thema kam gestern Abend noch in der Unterhaltung mit einer Bekannten auf): Da kam mein "Vater" haeufiger nachmittags in mein Zimmer, weil er sich ueber irgendetwas beschweren wollte, und ich habe zu der Zeit oft gezeichnet. Er glotzte immer bloed auf meine Zeichnung, nur, um mich dann zu beschimpfen: "Was ist denn das fuer ein Scheiss? Kannst du nix Ordendliches malen? Du bist doch krank im Kopf, diese Viecher gibts doch gar nicht wirklich!" Ich habe Engel gezeichnet, Engelstatuen, um genau zu sein, manchmal vom Foto, oft aus dem Gedaechtnis (ich habe, was Statuen betrifft, ein sehr gutes). Ich sagte, ganz ruhig, dass das Skulpturen seien, und wenn er woellte, koennte ich ihm auch sagen, wo sie stuenden, da koenne er sie sich ansehen und sich vergewissern, dass sie wirklich existieren. Daraufhin hat er gewoehnlich nur "Ich lass mich nich verarschen! Du bist doch krank im Kopf! Leute wie dich sollte man in die Klapsmuehle sperren!" geschrieen und ist dann wieder gegangen. Ich fragte mich immer, was es ihn ueberhaupt angeht, was ich zeichne. Ausserdem wuesste ich nicht, was an Statuen schlimm sein sollte. Und damals regte es mich immer sehr auf; ich dachte mir, er solle doch froh sein, dass ich - anders als viele andere Gleichaltrige! - nicht auf der Strasse hockte, soff und kiffte, oder irgendwelche Leute ueberfiel oder mit 14 jede Woche mit einem anderen Typen ins Bett ging, sondern einfach nur - zugegeben brav - in meinem Zimmer sass und meiner Kunst nachging. Aber er war nie froh, nicht einmal zufrieden. Immer hatte er an mir etwas auszusetzen, egal, was ich getan habe. Mit meinen Zensuren war er auch nie zufrieden - wie schon einmal erwaehnt: Wenn ich eine 1- schrieb, hat er mich niemals auch nur ansatzweise gelobt, sondern sich nur darueber beschwert, wieso es denn keine glatte 1 sei. Und die Kunst, und Kuenstler allgemein, hat er auch immer gehasst. Daher gefiel es ihm gar nicht, dass ich mich fuer Kunst interessiere. Wenn er irgendwann ueber Kuenstler gesprochen hat, benannte er sie immer als "kranke, verkommene, verwirrte Gestalten", die alle ein Lotterleben fuehren wuerden, nicht ordendlich arbeiten wuerden, Sozialschmarotzer und weltfremd und psychisch gestoert seien. Wenn ich sagte, ich wuerde gerne als Kunstfotografin arbeiten (nicht als realististisches Ziel, sondern als Wunschtraum), dann kommentierte er demnach: "Das is ja klar! Das passt zu deinem asozialen Charakter." Er wird es sicher nie verstehen. Manchmal komme ich mir vor, als stamme dieses Geschwaetz aus den 50er Jahren. Es ist, fuer unsere "heutige Zeit" doch ungewoehnlich autoritaer und die Klischees kommen mir auch sehr veraltet vor. Aber naja, bald ist er sicher tot (in dem Alter zu erwarten, waere da nicht die hohe Lebenserwartung in meiner Sippe ;/ ) und dann habe ich endlich meine Ruhe *schulterzuck*

cn P

26.06.2007 um 11:20 Uhr

Unter meinem Bett versteckt...

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Internet, Bizarr

Was man alles Bizarres bei Google Maps finden kann O_o

 

Alle Orte, an denen sich Menschen unter ihrem Bett verstecken, sind hier zu finden ;)
HIER KLICKEN

cn P

26.06.2007 um 01:02 Uhr

25.6.07

Gestern Abend kraenkelte ich weiter, ging um 2 Uhr offline, schrieb bis 3, allerdings nicht sonderlich konzentriert, ging dann schlafen. Am naechsten Tag gings um 12 Uhr wieder los - Gemecker, Getroedel, dumme Unterstellungen. Eine grosse Fliege wurde vom Wohnzimmer in mein Schlafzimmer gescheucht, mit der "Begruendung", ich muesse die doch nur am Abends paar Stuendchen ertragen, ausserdem sei es doch sowieso egal, wie es mir ginge. (Na wenigstens ist er ehrlich) Die weiteren Sprueche, die ich mir noch anhoeren muesste, waren auch unglaublich dumm. Da hiess es zum Beispiel, Suizid sei "undeutsch", wie alles, was "krank, asozial und feige" sei. Na dann. Und dann meinte er, es sei schrecklich, dass man in Deutschland so viel "auslaendischen Schund" essen wuerde. Aber selbst frisst er staendig Pizza und saeuft Cola. Irgendwie ging mir das dumme Gerede auf den Geist; wie ein Trampel benommen hat er sich auch noch. Ausserdem frage ich mich immer, wie verwirrt man eigentlich sein muss, um so dumme Behauptungen von sich zu geben, wie er es immer tut.

Ich fuhr schnell nach S., habe dort erst herumgelegen, weil ich mich nicht sonderlich gut fuehlte, ueberlegte, ob ich nicht am spaeteren Nachmittag noch wegfahren sollte. Aber dann begann es, stark zu regnen und zu gewittern, da konnte man das auch vergessen. Also habe ich noch ein wenig gezeichnet und gedoest. Sollte mal wieder ordendlich durchschlafen (leider macht mir die hier - trotz Gewitter - noch immer vorherrschende Hitze ziemlich zu schaffen und ich bekomme Kreislaufprobleme davon).

Da es sich gerade anbietet, moechte ich noch einige Gedanken zu Blogigo aeussern: Ueber einige User naemlich. Bei einigen Kommentaren, die ich hier erhalte, denke ich naemlich mittlerweile darueber nach, ob ich meinen Schreibstil nicht vereinfachen sollte (man, alder, ey!), damit mich auch jeder Depp versteht. Denn in letzter Zeit bekomme ich gehaeuft absolut dumme Kommentare, die ich aus guten Gruenden nicht veroeffentliche, denn darin geht es nicht nur um irgendwelche Unterstellungen, die auf Missverstaendnissen basieren (einige Leute scheinen gar nicht verstehen zu WOLLEN, worueber ich schreibe), sondern auch ueble Beschimpfungen. Ich weiss, dass ich manchmal sehr kontrovers schreibe, daher finde ich jede Diskussion sinnvoll, die "gesittet" ablaeuft - aber dumme Beschimpfungen ohne richtigen Argumentationsgehalt lasse ich nicht gelten! Eigentlich wollte ich gar nicht darueber schreiben, da bestimmte Menschen sich nun erst recht provoziert fuehlen koennten, aber nun gut.

Es geht mir dabei um solche Aeusserungen, die gewissermassen bestimmte meiner Aussagen an bestimmten Gruppen von Menschen festmachen. Da heisst es zum Beispiel "Ist ja klar, dass du Grufti das sagst". Gut, das hat auch etwas mit Vorurteilen zutun, aber es regt mich weniger auf. Ein anderer Spruch, der tatsaechlich auch schon mehrfach auftrat, stiess mir da viel mehr auf: "Typisch Auslaender!" Ich hoffe, ihr koennt nachvollziehen, wieso ich solche Kommentare nicht veroeffentliche. Den zum Teil bleibt es auch nicht "nur" beim "Typisch Auslaender!", sondern man darf sich noch so einige Klischees ueber seine Nationalitaet anhoeren, was ich ziemlich primitiv finde. Namen moechte ich hier dennoch keine nennen. Gemeldet habe ich sie auch nicht an Herrn Blogigo, da der sich sowieso nie um etwas hier kuemmert - erfahrungsgemaess, seit geraumer Zeit. Es ist wohl das beste, dumme Sprueche (auch solche, die ganz "normale" Beschimpfungen beinhalten - dass ich krank sei, hoere ich taeglich - Recht habt ihr! *zyn*) einfach zu ignorieren. Obwohl ich - da will ich ehrlich sein - wenn sich solche Kommentare gehaeuft haben, schon fast darueber nachgedacht habe, von blogigo woanders hin zu wechseln. Aber es gibt hier doch einige Leute, mit denen ich sehr gerne kommuniziere; daher bleibe ich hier. Das ist wohl einer der wenigen Gruende.

Was ich uebrigens auch sehr "interessant" finde, ist, dass durch viele Blogs bei Blogigo im Moment der Name "Hanna Pakarinen" geistert... Nun, einige Zeit nach dem Grand Prix. Dabei hatte ich schon letzten Februar mal ueber sie geschrieben, und da hats - salopp ausgedrueckt - bis auf wenige Ausnahmen kein Schwein interessiert (aber dieses Blog wird wohl sowieso unterdurchschnittlich oft gelesen): http://www.blogigo.de/FleurDuMal/FINNLAND-beim-Eurovision-Song-Contest-2007/6081/ Eins muss ich dann aber doch noch zu dem alten Eintrag sagen: Frau Pakarinen hat mich mit der Zeit doch mehr begeistert, als zuerst erwartet.

Schon war wieder Abend und Zeit, zu gehen... Das Vorurteile, in B. gaebe es "ja gar keine Wildtiere", hat sich heute Nacht durch zwei Igel widerlegt. Und kaum, dass ich "zuhause" war, ging der Stress wieder los :( Zuerst stand mein Fenster offen - nun gut, vielleicht ist die Fliege dann wenigstens draussen. Dann gings aber gleich mit dummen Spruechen weiter... So hat er ein biologisches Phaenomen nicht verstanden und sich die gesamte Zeit darueber aufgeregt. Ich machte den Fehler, es ihm erklaeren zu wollen... Worauf er natuerlich erst Recht ausrastete und gut 20 Minuten auf mich einschrie. Solche daemlichen Sprueche wie: "Du kannst das gar nicht wissen, du bist viel zu dumm dazu!" Soetwas passiert hier also, wenn man mal nett sein moechte und jemandem helfen moechte (aber da hat er Recht - ich bin dumm genug, trotzdem hilfsbereit zu sein, den Fehler habe ich wirklich schon mehrmals gemacht). Weiter gings mit diversen Aeusserungen, wo ich mir auch nur gedacht habe: "Mensch, wie stunzdumm ist dieser Depp eigentlich?" -

Da hat er mal wieder andere Menschen beschimpft, naemlich Fruehrentner und Raucher (dabei war es beides selbst einmal!), das seien schliesslich alles "asoziale Schmarotzer" und "Arschloecher", und danach zeigte sich, dass er scheinbar nicht im geringsten eine Ahnung davon hat, was es in B. fuer Orte gibt, und schliesslich - was ich noch viel schlimmer finde - hat er den Anschein erweckt, er wuesste nicht einmal, was ich studiere! Da habe ich lieber nicht nachgefragt. Er scheint zu glauben, ich studiere Amerikanistik - dabei habe ich davon extra abgesehen, weil ich kein Auslandssemester (das verpflichtend ist) machen kann. Ich frage mich sowieso, wie das weiter gehen soll. Und das ewige gewalttaetige Gefluche hier macht mich auch krank. Und dann noch diese saudaemlichen Behauptungen... Im Juni gaebe es keine Allergien mehr (Ach ja?! Das weiss ich ja wohl besser, schliesslich leide ich drunter!) und hier im Raum waeren keine Insekten, das koenne ja gar nicht sein (und ich habe hier staendig mehrere Muecken am Monitor herumfliegend und eine grosse Motte sitzt auch genau an der Decke - Ist der Idiot blind?!).

Das zeigt wieder einmal zu gut, wie viele Menschen vom starren Tunnelblick betroffen sind. Da schreit das Hirn "Hier gibts keine Insekten!", da kann ein ganzer Schwarm durch den Raum fliegen, er wird einfach uebersehen... Eine Meisterleistung des menschlichen Gehirns, aber doch irgendwie traurig. Soetwas Aehnliches muss meinen "Vater" auch dazu bewogen haben, vorhin ueber "Rassisten" geschimpft zu haben. Das sei ja schrecklich und dumm. Ach ja? Der groesste Rassist der ganzen Gegend ist wohl immernoch er selbst! Aber ist ja auch zu schoen, die Schuld immer auf andere zu schieben (okay, das koennte man jetzt auch mir unterstellen; ich glaube aber, dass ich nicht gerade rassistisch bin - im Gegensatz zu meinem "Vater", bei dem da WIRKLICH zutrifft). Zuletzt wollte er dann auch noch fernsehen und hat sich ueber eine Reise-Dokumentation aufgeregt. Das sei doch "so weit weg", das wuerde doch "kein Schwein" interessieren. Ich bin immernoch der Meinung: Wenns einen stoert, kann man immernoch wegschalten. Ausserdem kann es gar nicht schaden, zu wissen, wies ausserhalb der eigenen 4 Waende aussieht...

Dieser ganze Bloedsinn kann einem wirklich auf den Geist gehen. So viel Dummheit ist mir manchmal wirklich nicht mehr erklaerlich. Zuletzt gibt es auch noch etwas ueber die "tollen" Verkehrsbetriebe zu erzaehlen: Nun sind mehrere Bahnlinien fuer mehrere Tage ausser Betrieb (darunter auch eine in Richtung meiner Uni - langsam wird man wohl gar nicht mehr dorthin kommen O_O Hoffentlich passiert mir das nicht, wenn ich zu Klausuren muss!) - aus einem Grund: Es gaebe einen Fahrermangel aufgrund von Krankheitsfaellen. Kaum zu glauben, oder? Da soll es nicht einmal mehr Fahrer geben, um alle Linien der Stadt in regulaerem Betrieb zu halten. In welcher Irrenanstalt leben wir hier eigentlich?! Wenn man sich nicht einmal auf die - so sollte man zumindest annehmen - "professionellen" Verkehrsbetriebe verlassen kann, ist man komplett aufgeschmissen, wenn man kein Auto hat. Na toll. Super. Sehr, sehr schoen. Langsam macht das hier keinen "Spass" mehr.

cn P

25.06.2007 um 19:53 Uhr

Kunst-Stoeckchen

Heute mal ein kleines Stoeckchen fuer alle, die sich kuenstlerisch betaetigen. Ich habe es fuer meinen Fall mal ein wenig erweitert bzw gehe parallel auf mehrere "Arten" von Kunst ein (Malerei/Grafik, Lyrik, Fotografie), hoffe, das wird nicht zu unuebersichtlich.

1. Wann hast du begonnen, dich künstlerisch zu betätigen?
* Geschrieben habe ich eigentlich schon mit 8 Jahren, wobei meine Ergebnisse damals natuerlich ein wenig anders waren, als heute ;) Meinen heutigen Stil habe ich dann wohl mit 13 oder 14 begonnen, natuerlich hat er ueber die Jahre an Reife gewonnen, aber wie man merkt: Ich schreibe schon viele Jahre, nicht erst seit gestern.
* Wenn ich an Malerei denke, dann erinnert mich das meistens an Wasserfarbbilder in der Grundschule. Malerei konnte ich damals nie sonderlich leiden; ein wenig veraendert hat sich das erst, als ich in der 10. Klasse war. Da machten wir die ersten Bilder mit Tempera-Farben, spaeter mit Acryl, privat habe ich dann auch mit Oel begonnen. Seitdem konnte ich dann auch endlich etwas mit der Malerei anfangen.
* Gezeichnet habe ich - abgesehen von den Kinderzeichnungen, die wohl jeder macht - ab dem Alter von vielleicht 11 oder 12 Jahren, verstaerkt dann ab ca 15 (da begann es dann auch mit den Friedhofsstatuen).
* Fotografiert habe ich schon viel, als ich im letzten oder vorletzten Jahr der Grundschule war, also auch mit 11 oder 12. Wobei auch noch viele fruehere Fotos existieren (habe sogar eins von 1993 online - damals war ich 7). Meine eigene Kamera duerfte ich dann so in der 8. Klasse bekommen haben, seitdem ist das Fotografieren bei mir exezessiv geworden ;) Seit Weihnachten 2005, also seitdem ich meine Digital-Kamera habe, mache ich mehrere Fotos taeglich.

2. Was sind deine üblichen Themen? Wieso?
* Schriftstellerisch versuche ich, einen gewissen hoeheren Stil beizuhalten. Ich lege viel Wert auf eine "ordendliche" Sprache. Es finden sich Einfluesse von Goethe ueber Eichendorff bis zu Poe. Thematisch beschaeftige ich mich viel mit Vergaenglichkeit und schwarzer Romantik, aber auch mystische Themen sind zu finden. Ebenfalls einige gesellschaftskritische.
* Gezeichnet habe ich frueher so gut wie nur Friedhofslandschaften und -statuen. Das hat sich mittlerweile ausgeweitet, aber den Statuen, Ruinen, u.ae. bleibe ich dennoch treu. Blumen finde ich als Motiv aber auch sehr interessant.
* Was meine Fotos betrifft, war ich auch hier frueher nur auf Friedhoefen unterwegs. Dazu kamen dann historische Gebaeude, Landschaften, Pflanzen, Fotomontagen haben auch an Wert fuer mich gewonnen.

3. Welches deiner Werke findest du am gelungensten?
* Lyrik: http://www.blogigo.de/Seelentot/Welke-Naechte-15.6.2005/23/
* Malerei: http://www.blogigo.de/Stille/Waldlandschaft-unterer-Teil/2/
* Fotografie: http://www.blogigo.de/TheBrokenChalice/109/
* Grafik: http://www.blogigo.de/Stille/Schlafender-Juengling/78/
Natuerlich sind das nicht die einzigen und man kann in einer Menge von Werken nicht DAs Beste benennen (zumindest faellt mir das schwer). Die oben Links sollen als Auswahl verstanden werden.

4. Bei welchem Werk glaubst du, hättest du besser sein können?
* Es gibt einige Gedichte, bei denen mir das Metrum nicht so richtig gefaellt.
* Fotos habe ich auch einige, die nicht optimal sind, weil sie bei schlechtem Wetter aufgenommen wurden, aber ich wollte sie dennoch unbedingt auf meiner Website haben, "der Vollstaendigkeit halber". Kommt oft vor bei Motiven, die weit weg von hier sind, die ich also gewoehnlich nicht noch einmal besuchen kann, um ein neues Foto zu machen.
* Die meisten meiner Zeichnungen mit Kugelschreiber sind nur als Skizzen zu betrachten und liegen qualitativ unter meinen Arbeiten mit Bleistift oder Pitt-Stift.

5. Welches deiner Werke berührt dich emotional am meisten? Wie lautet die Geschichte dahinter?
* Alle meiner Fotos erinnern auch an Reisen, alle Gedichte an die Stimmung, die mich beherrschte, als ich sie geschrieben hatte.

6. Hast du Tipps für andere künstlerisch arbeitende Menschen?
* Immer schoen weiter ueben ;) So abgedroschen es klingt: Uebung macht den Meister.

7. Was hast du dir für die Zukunft vorgenommen?
* Aktuell: Evtl meine Fotos zu vermarkten. Generell: Mir mehr Zeit fuer meine Kunst zu nehmen. Auch, wenns schwer faellt, wegen des Studiums... Aber ich habe ja ab Ende Juli Sommerferien.

cn P

25.06.2007 um 01:42 Uhr

23. (Teil 2) und 24.6.07: Unverhofftes

WIR liefen dann erst einmal durch R., ich habe mich in einigen Laeden nach Druckpreisen fuer Postkarten erkundigt... Dann gings auf einen Troedelmarkt in B. und danach ins Center... Was dort wieder fuer ein Gedraengel herrschte, und wie viele Leute da wieder groehlend und poebelnd herum sassen! Ich frage mich immer wieder, ob es in allen Grossstaedten so aussieht. Von einigen Leuten habe ich gehoert, es waere NICHT so. Einige, die nach B. reisten, waren auch richtig verwundert ueber die Unfreundlichkeit und gar Aggression einiger Personen hier. Sonderlich moechte ich gar nicht ins Detail gehen. Und genauere Berichte ueber eine Frau, die mitten auf der Hauptstrasse vor einem Laternenmast urinierte, will ich euch auch lieber ersparen. Das soll nur ein weiterer Hinweis darauf sein, wie wirr es hier zum Teil auf den Strassen aussieht O_O Auf dem Rueckweg mussten WIR dann 20 Minuten auf den Bus warten. Mir war uebel und die Hitze war auch nicht sonderlich angenehm.

Als WIR dann aber nach Hause kamen, erwartete uns eine positive Ueberraschung: Mindestens einer der schwangeren Fische hatte schon Junge bekommen! (Und jetzt bitte keine kleinkarierten Vorwuerfe, dass es bei Fischen nicht "schwanger" sondern "tragend" hiesse - solche Klugscheissereien erlebe ich in "Aquaristik-Fach-Foren" schon zu oft) Ich habe spaeter am Nachmittag nur ein Junges gesehen, es laesst sich nicht genau sagen, von wem es kam und von der Farbe laesst sich auch noch nichts erkennen, da die Pigmentierung erst spaeter erfolgen wird. Ich werde ehrlich gesagt auch nicht weiter eingreifen, nicht einen speziellen Aufzuchtkasten ins Wasser haengen, o.ae., sondern einfach mal schauen, was passiert. Versteckmoeglichkeiten gibt es genug, da kann der Nachwuchs sicher ganz gut ueberleben, und wenn er doch gefressen wird, dann sollte es eben so sein... So ist die Natur. Und ich habe ja noch 3 schwangere Fische :) Ausserdem koennen Guppies jeden Monat einmal Nachwuchs bekommen (kann ein Junges sein oder auch 25 oder mehr - "normal" sollen wohl so 10 Tiere sein, bei Erstgebaerenden - wie meinen Fischen im Moment - aber weniger), da wird irgendwann schon einmal einer ueberleben.

Online habe ich mich dann weiter um den Druck meiner Postkarten, u.ae., gekuemmert. Ich bin im Moment nur noch dabei, mit einer Druckerei ueber die Kosten zu diskutieren... Glaube, ein Wunsch koennte in Erfuellung gehen und ich koennte es endlich schaffen, meine Kunst zu vermarkten! Ich muss nur dran bleiben... Es schaffen, mich da durch zu setzen. Ich habe schon von mehreren Personen Angebote bekommen, sie woellten mir gerne Karten abkaufen. Bei einer Dame bin ich mir SEHR sicher, dass sies ernst meint. Sie hat schon zugesagt, eine groessere Menge Karten abnehmen zu wollen, ich werde damit einen hoeheren zweistelligen Betrag Gewinn machen, evtl kann ich sogar noch mehr verkaufen. Dabei werde ich auch auf Nummer sicher gehen: Erst, wenn ich das Geld ueberwiesen bekommen habe, werde ich den Druckauftrag geben und danach die Karten ausliefern lassen. Wenn das so klappt, waere das wunderbar. Ab was fuer einem Verdienst muss man eigentlich ein Gewerbe anmelden? Ich habe festgestellt, die Nachfrage ist gar nicht schlecht, so viele Menschen haben mir geraten, ich solle doch einen Online-Shop eroeffnen, versuchen, meine Kunst an kleinere Laeden weiter zu verkaufen, u.ae.

Es gibt Nachfrage nach Karten, Fotoausdrucken, Postern, sogar Leinwandprints evtl... Ich haette nie gedacht, doch mal das Glueck gehaben, auf so viel Interesse zu treffen. Vielleicht wird der Traum irgendwann wahr, wirklich nur durch die Kunst zu leben (wobei es ohne einen "richtigen" Beruf sicher nicht ginge - aber als Nebenjob ist die Kunst doch super). Ach ja, wer sich fuer Drucke u.ae. interessieren wuerde, koennte sich ja mal per Privat-Nachricht bei mir melden ;) Prinzipiell kann ich alles drucken lassen, was ich in meinen Kunstblogs habe, und wenn ein bestimmtes Motiv aus anderer Perspektive gewuenscht wird, kann ich bei manchen sogar extra ein neues Foto machen (viele der Objekte befinden sich in B., da kann ich schnell hinfahren). Wuenscht mir Glueck, aus dieser Sache koennte etwas werden, was mich meinem Lebenstraum naeher bringt.

Den restlichen Tag war ich relativ zappelig. Habe einige Bilder bearbeitet, habe wieder skizziert... Irgendwie war der Tag sehr bedeutungsvoll fuer mich. Abends dann aber bekam ich wieder Stimmungsschwankungen und nachts sogar starke Depressionen. Ich weiss, es ist vollkommen unlogisch, gerade noch aus Freude ueber etwas zu lachen und in der naechsten Sekunde ploetzlich zu weinen und damit mehrere Stunden nicht mehr aufhoeren zu koennen. Aber was nutzt einem Logik, wenn man krank ist? Die Nacht war im Grunde richtig schrecklich. Erst gegen 8 Uhr morgens konnte ich mich halbwegs beruhigen. Habe dann keine zwei Stunden geschlafen, da bekam ich starke Bauchschmerzen und bekam auch kein Auge mehr zu. Habe eine Tablette genommen, die letzte, die ich da hatte, aber die brachte mir auch nichts. Erst irgendwann nach 12 bin ich schliesslich wieder eingeschlafen, und wurde auch erst gege 15:30 wieder wach. Hatte Fieber, Kreislaufschwaeche und fuehlte mich irgendwie einfach nur merkwuerdig. Dem Magen ging es auch kaum besser. Den gesamten Tag litt ich noch unter Uebelkeit. Habe demnach nicht viel hinbekommen. War nicht draussen, habe kaum mehr etwas getan. Nur den gesamten Tag dagelegen.

Auch im Moment fuehle ich mich noch ueberaus seltsam. Habe wieder das Gefuehl, mein gesamter Koerper sei irgendwie undurchblutet. Alles kribbelt irgendwie und fuehlt sich einfach "schwach" an. Was mich daran erinnert: Es MUSSTE ja so kommen! Ein Monat seit meiner letzten schrecklichen Schwaeche ist vorbei, da liegen also noch einige Tage vor mir, die wohl wieder genauso graesslich werden :( Hoffentlich ueberstehe ich das dieses Mal auch irgendwie. Es ist doch jeden Monat dasselbe... Und so verging der heutige Tag dann auch wieder. Abends hatte der Bus Ewigkeiten Verspaetung, der Fahrer war unfreundlich und irgendwie ahnungslos, die Fahrgaeste auch sehr laut und zum Teil sichtlich angetrunken. Schliesslich kam ich "zuhause" bei meinem Vater an. Ich sah ein paar Muecken in meinem Zimmer, das Fenster stand offen, das Bad unter Wasser. Natuerlich bin ich, ohne es ahnen zu koennen, hinein getreten, in die riesige Pfuetze direkt vor dem Waschbecken (dass einige Menschen sich auch nicht waschen koennen, ohne dabei alles unter Wasser zu setzen :/ Und es dann nicht einmal wegwischen koennen).

Und seitdem bin ich dann auch wieder online, aber sicher auch nicht mehr lange (es sei denn, ich finde etwas Interessantes zu lesen). Ich finde es uebrigens interessant, wie sich das hier bei Blogigo entwickelt, was fuer User neu dazu kommen, und welche gehen... Scheinen ja sehr viele Manga-/Anime-Blogs neu zu entstehen - ist es etwa doch wieder Mode? Ich erinnere mich dabei immer an Phasen in meiner Kindheit. Einmal als ich ca 9 oder 10 war, da waren bestimmte Animeserien sehr beliebt, und dann spaeter, als ich so um die 14 herum war, noch einmal. Seitdem war es eigentlich ruhiger geworden - hatte ich zumindest den Eindruck. Sollte es nun wieder beginnen? Da kann man gespannt sein ;) Vielleicht nimmt dann die Uebersetzungsqualitaet der hier in Deutschland veroeffentlichten Erzeugnisse endlich mal zu (bislang waren einige ja grauenhaft - daher sind mir gewoehnlich nur die englischen Uebersetzungen diverser Geschichtchen bekannt).

cn P

25.06.2007 um 00:59 Uhr

23.6.07, Teil 1: Die Kraehe

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Natur, Erinnerung, Fotografie

3 Uhr offline, unter seltsamen Stimmungsumschwuengen leidend. Ich war muede, konnte kaum mehr richtig sehen, habe dann aber noch bis um 4 gelesen, erst dann sollte der Tag fuer mich enden. Aufgestanden bin ich dann um 10 Uhr wieder und war schnell genervt, da mein "Vater" sich erst weigerte, ueberhaupt aufzustehen, und danach auch noch herumtroedelte, dabei hatte er mir "versprochen", um 10:30 sei das Fruehstueck fertig und um 11 Uhr koenne ich gehen (Aber wir wissen ja, was "Versprechen" bei meinem "Vater" zaehlen: Nichts). Das aggressive Gemecker bescherte mir Kopfschmerzen und ich fand den Morgen daher auch ziemlich anstrengend... Das war jedoch schnell vergessen, sobald ich gegen 11:20 die Wohnung verlassen hatte.

Da lief ER nahe der Wohnung hin und her, weil er leider schon 20 Minuten auf mich warten musste (Daher stoert es mich umso mehr, wenn mein "Vater" herumtroedelt - ich komme zu Verabredungen gewoehnlich zu spaet, obwohl ich das gar nicht will!), und IHM unentwegt hinterher huepfte eine kleine, flauschige Kraehe. Als ich dazu kam, starrte sie mich an, lief auf mich zu und stellte sich mir wenige Zentimeter vor die Fuesse. WIR diskutierten, was man nun unternehmen koenne. Ich wusste, dass kleine Kraehen manchmal alleine umher laufen, gerade, wenn sie ein Nest in Bodennaehe haben, und dass sie dann auch alleine ins Nest zurueck kehren. Daher koenne es manchmal fatal sein, eine scheinbar allein gelassene Kraehe mitzunehmen. Andererseits dachte ich auch an all die Gefahren, wie Autos, Katzen und Hunde - die Kraehe konnte naemlich noch nicht fliegen. WIR haben uns etwas entfernt und die gesamte Zeit huepfte die kleine Nebelkraehe UNS leise kraechzend hinterher. Sollten wir sie irgendwohin bringen? Tieraerzte hatten heute geschlossen und das einzige Tierheim der Gegend liegt 2 Stunden(!) Busfahrt entfernt. Eine Telefonnummer vom Tierschutz hatte ich auch nicht bei mir.

Haetten wir die Kraehe in Sichtweite gehabt, nahe der Wohnung oder gar im Garten (wenn wir denn einen haetten), dann haetten wir sie wohl mehrere Stunden beobachtet und dann notfalls etwas unternommen. So sind WIR dann weiter gelaufen und die Kraehe hatte sich irgendwann von alleine abgehaengt. Ich mache mir bis jetzt staendig Gedanken, ob das so richtig war und hoffe nur, ihr ist nichts zugestossen. Vielleicht ging sie ja dann irgendwann zurueck ins Nest, oder ein Nachbar hat sie mitgenommen (die haben sowieso schon in Scharen amuesiert aus den Fenstern gestarrt, und die Passanten waren auch alle belustigt). Andererseits frage ich mich auch, ob es ueberhaupt sinnvoll ist, als Mensch da soweit einzugreifen. Natuerlich ist es schoen, ein Tier aufzuziehen, und niedlich war die Kraehe ja auch. Aber ist es nicht irgendwie auch Natur, wenn ein Jungtier eben allein verendet? Von irgendwem muessen Marder und Fuechse ja auch leben. Und eine Kraehe in einer 1-Zimmer-Wohnung aufzuziehen, das waere wohl auch wenig artgerecht gewesen (wobei man sich streiten kann, ob die Haltung von zB Papageien so artgerecht waere, und die werden dennoch nicht selten in Wohnungen gehalten). Naja, vielleicht sehe ich die Kraehe ja morgen Mittag wieder. Wenn ja, dann fuehre ich sie wohl zum Tierarzt. Heute Abend war nichts zu sehen.

Ich finde Rabenvoegel generell sehr schoen und auch sehr faszinierend, da sie zu den intelligentesten Vogelarten ueberhaupt gehoeren (und nicht wegen irgendwelcher Klischees; habe am Samstag wegen der Aufzucht von Raben gegoogled und da wurde in einem Forum einem Maedchen, das eine Saatkraehe aufgezogen hat, nur, weil sie Mittelalter-Rollenspielerin war, vorgeworfen, sie habe sich das Tier ja nur vollkommen egoistisch aus "Kultgruenden" angeschafft - ein uebles Vorurteil!). Besonders die Nebelkraehen hier in der Gegend beobachte ich jeden Winter gerne. Sie sind sehr zahm, Grossstadtvoegel eben, und ich erinnere mich gut an Wintermorgende, an denen sie direkt vor der Haustuer sassen und mich gar nicht hindurch liessen, wenn ich hinaus wollte. Ich habe sie gewoehnlich mit meinem Mantel zur Seite scheuchen muessen, und bin dann direkt zwischen ihnen hindurch gelaufen, sie haben keinen halben Meter Abstand gehalten (eher allerhoechstens eine Hand breit).

Schade, dass viele Menschen Kraehen und Raben nicht sonderlich moegen. Aufgrund von Vorurteilen oder aber, weil sie staendig Walnuesse auf Autodaecher werfen (was natuerlich unschoen fuer den Autobesitzer ist, zugegeben). Im Grunde haben ALLE Autos hier in der Gegend Dellen im Dach *re* Aber ich mag sie trotzdem. Ist sie nicht einfach wunderschoen (Hatte leider keine richtige Kamera dabei, das Bild wurde - natuerlich OHNE Blitz! - mit einer Handykamera gemacht, daher leider die schlechte Qualitaet :( )?

cn P

24.06.2007 um 19:00 Uhr

Es waere schoen,...

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays

* ueber meinen Lieblingsfriedhof zu laufen
* ans Meer zu fahren
* auf gut Glueck irgendwo hinzureisen (weil ich weiss, dass ich auch Enttaeuschungen im Moment gut verkraften koennte)
* nach Potsdam zu fahren und mir mal wieder Kirchen und Schloesser anzusehen
* nach M. zu fahren und dort die Steinbrueche nach Fossilien und Mineralien umzuwuehlen (aber nicht alleine, da die Bruchruine unterspuelt und u.U. etwas gefaehrlich sein koennte)
* mir einfach eine Auszeit zu nehmen und die naechste Woche blau zu machen (wobei ich am Donnerstag leider dringend zum Unterricht muss - Dienstag ueberlege ich mir noch)

Mal sehen, ob sich einiges (ja, die Ziele sind hoch gesteckt ;) ) davon naechste Woche verwirklichen kann. Eigentlich wollte ich heute schon nach Potsdam fahren, habe dann aber letzte Nacht noch Fieber und schwere Magenprobleme bekommen, bin deswegen bis heute Nachmittag im Bett geblieben. Mit Wegfahren war da nichts mehr. Aber vielleicht komme ich ja naechste Woche dazu... Ans Meer sicher nicht, nach M. auch nicht, aber nach Potsdam vielleicht und auf den Friedhof.

cn P

24.06.2007 um 00:17 Uhr

Gesellschaftliche Konventionen

Wie wenige Menschen bemerken ueberhaupt, wie "unschoen" es ist, dass die Massen der Menschen sich taeglich und immer wieder an immer gleichen Klischees aufgeilt? So viele alte Denkmuster, so viele Denkweisen, die eigentlich nur auf Vorurteilen basieren. Die ewigen dummen Sprueche, die den Geist des Menschen beschraenken, indem sie ihm vorschreiben, was er ueber bestimmte Dinge zu denken habe, was ihn daran hindert, offen auf Neues zu zu gehen und die Wahrheit einfach zu betrachten - und erst danach ein Urteil daraus zu bilden. Und dann all die religioesen oder kulturellen Vorurteile. Eine Sache, die ich an allen Religionen kritisch finde: Dass gefordert wird, dumm und bedingungslos, ohne Fragen zu stellen, einfach den Lehren des Obergurus zu folgen. Sicher, die 10 Gebote beispielsweise sind sinnvoll. Aber so einige andere Doktrinen - und dann erst das Konzept von "Gut und Boese" - Als wenn es auf der Welt nur Schwarzweiss gaebe. Als wenn Dinge sich nicht veraendern koennten. Wie dumm, wie einfaeltig, diese Idee eigentlich ist... Und dennoch glauben viele, viel zu viele, Menschen diesem Konzept.

Was ich mindestens genauso schlimm finde, sind all die kollektiven Zwaenge. Es beginnt schon im Kindergarten: "Hoer auf, zu malen, die anderen Kindern sind draussen Hopse spielen, also machst du gefaelligst mit!" - Immer wird erwartet, dass man das tut, was "die Anderen" auch tun. Mal alleine entscheiden - auch, wenn immer behauptet wird, man wuerde die Kinder zu Individualitaet (welch Ironie) und Selbstbewusstsein erziehen - das ist dann doch irgendwo unerwuenscht. Genauso ist es bei bestimmten Ereignissen. Da passiert mal etwas - vielleicht, zugegeben, Schlimmes - schon wird erwartet, dass man mit allen anderen Menschen herumheult. Oh, das tut mir ja alles sooo Leid. Und das, obwohl einen die Sache vielleicht kein bisschen interessiert. Vielleicht bin ich ein Soziopath (vielleicht auch nur Misanthrop), aber wieso sollte ich wochenlang herumheulen und nie mehr laecheln duerfen, nur, weil das Umfeld meint, wegen irgendwem (den ich uU nicht einmal kenne!) zu trauern? Aber wenn man nicht mit dem Strom schwimmt, bekommt man gleich einen Haufen Vorwuerfe an den Kopf geworfen. "Du bist so herzlos!" oder vielleicht "Du kannst doch nicht sagen, dass dich soetwas Trauriges nicht mitnimmt!" Und wenns doch so ist? Soll ich luegen? Soll ich heucheln, dass mich das ja alles so sehr mitnimmt - wos mich kein bisschen interessiert? Nein, da bleibe ich doch lieber ehrlich und sage, was ich denke. Damit katapultiert man sich oft ins gesellschaftliche Aus, aber das kuemmert mich nun ganz ehrlich auch nicht mehr... Denn diese Gesellschaft ist mir mittlerweile so zuwider, dass ich mit ihr gar nichts zutun haben will (oder zumindest nicht mehr, als unbedingt zum Ueberleben noetig ist).

Daher gefiele mir der Gedanke, die Massen koennten sich ploetzlich um mich kuemmern, absolut gar nicht. 1. weil ich SIE nicht mag, 2. aus einem anderen Grund, den ich gleich naeher ausfuehren moechte. Normalerweise halte ich nicht viel davon, irgendwelche Songtexte zu zitieren. Aber eine Zeile aus einem Lied der finnischen Metal-Band Nightwish gefaellt mir in diesem Zusammenhang schon. "Why am I loved only when I'm gone?" (Wohl die Frage jedes Suizidgefaehrdeten ;) ) - Im Kontext uebersetzbar als: Wieso kuemmern sich die Menschen erst um einen, wenn sie einen laengst verloren haben? Es ist doch oft so im Leben, dass man komplett ignoriert wird. Und kaum, ist man mal verschwunden, faellt dem Umfeld vielleicht doch mal auf, was sie an einem hatten. Und dass das alles nicht so selbstverstaendlich war, dass JEDER Mensch besonders ist, und nicht einfach nur "da". Leider haben viele Personen das nie im Kopf, wenn sie es sich nicht gezielt ins Gedaechtnis rufen. Erst, wenn man fort ist, wenn sie einen verloren haben, wenn es ZU SPAET ist, dann - erst dann! - machen sie sich vielleicht Gedanken, aber die bringen dann auch nichts mehr - ausser Erkenntnis. Und manchmal Schuldgefuehle. Und genau das wuerde ich nie wollen: Dass die Menschen sich dann ploetzlich mit mir befassen, aber nicht etwa, weil sie Interesse haetten, sondern nur wegen ihrer Schuldgefuehle! Dann, wenn etwas "Schlimmes" geschehen ist, ist das Geschrei gross. Wie oft muessen Kinder erst durch Misshandlungen sterben, bevor irgendeiner die Augen aufmacht?! Und wenn es Hinweise ans Jugendamt gibt, werden die einfach ignoriert. Bis es dann zu spaet war... Kommt mir allzu bekannt vor. Daher wuerde ich darauf gerne verzichten - ich woellte nicht wollen, dass Menschen ploetzlich meinen, sich fuer mich "interessieren" zu muessen, so tun zu muessen, als haette ich ihnen etwas bedeutet - obwohl das im LEBEN nie so war. Und wieder haben wir es mit Konvention, mit Tradition, mit "gesellschaftlicher Pflicht", zutun: Dass gefaelligst getrauert werden MUSS (weil die "Sitte" es so verlangt), wenn die Tochter stirbt, auch, wenn sie einem zu Lebzeiten immer scheiss egal war.

Wie viele Dinge, die die Menschen in ihrem Leben tun, sind NUR solche Zwangshandlungen und geschehen gar nicht aus eigenem Willen?

cn P

23.06.2007 um 01:55 Uhr

22.6.07

Leider kann die Erkenntnis, anderen Menschen nicht nur sprachlich ueberlegen zu sein, auch zu Eitelkeit und Arroganz fuehren. Aber andererseits - wieso sollte man denn NICHT stolz sein, etwas zu koennen, was nicht als gewoehnlich gilt? Man sollte selbstbewusst sein und auch wahrnehmen, wenn man Dinge besonders gut beherrscht. Das einzige Problem ist wohl, dass manche Personen dann dazu neigen, alle anderen kleinzureden. Was aber manchmal auch nachvollziehbar ist. Ich sage es ganz ehrlich: Wenn vor mir einer steht und sein "A boah ey, voll krass fett, man Alder ey!" los laesst... Da denke ich auch oefters "Was ist das denn fuer ein Idiot...". Und ich frage mich aber auch immer wieder, WIESO er so ist. Wieso er nicht so ist, wie zb ER (Vernuenftig, sanft, ruhig, treu, verstaendnisvoll, unaggressiv, usw) - Sie sind doch beide nur Menschen. Und doch unterscheiden sich Menschen sehr stark. Was das Innere, Unsichtbare alles aus machen kann!

Und ja, natuerlich bin ich auch wegen meiner kuenstlerischen Faehigkeiten manchmal etwas eitel. Das aeussert sich dann aber nie gegenueber Menschen, die selbst nicht kuenstlerisch arbeiten, sondern nur gegenueber solchen, die sich selbst "Kuenstler" nennen, unglaublich eitel sind, aber meines Erachtens keinerlei Talent haben. Als Beispiel sind die vielen kleinen Gruftimaedchen zu nennen, die sich fuer grosse Poetinnen halten und dann ein Gedicht schreiben, das nur aus Zeilen wie "Ich habe grosse Not / Ich warte auf den Tod / Ich trinke gerne Blut / Das findet meine Mutter gar nicht gut" bestehen ;) Wobei dieses Beispiel in seiner belustigenden Einfachheit fast schon eine gewisse Qualitaet haette. Aber ihr wisst vielleicht, was ich meine... In solchen Faellen denke ich mir dann auch, dass ich sehr froh bin, meine Kunst besser zu beherrschen. Aber auch, dass sie doch machen sollen, was sie wollen. Sollen sie ruhig ihren Spass haben, solange sie mich in Ruhe lassen...

Um 3 Uhr ging ich dann, narzisstisch gestoert ;) , offline, las noch eine Weile, und ging schliesslich um 4 schlafen. Am naechsten Morgen erwachte ich frueh vor Laerm - Mein "Vater" hatte das Radio sehr laut aufgedreht :( Um 9:30 stand ich schliesslich auf, mir war schlecht und ich war erkaeltet, ausserdem schwirrte hier Motten herum. Die Nachrichten waren bezeichnend: Allein gestern haben Busse der lieben B.er Verkehrsbetriebe insgesamt 3(!) Menschen mit dem Bus ueberfahren, die wohl alle ums Leben kamen. Kein Wunder, so, wie die immer rasen. Dazu kamen 5 schwer verletzte Passagiere, die alle, auf 4 Busse verteilt, wegen Vollbremsungen(!) gestuerzt waren. Erinnert euch das nicht an etwas? Genau! Ausgerechnet auch gestern machte auch ein Bus, in dem ich sass, eine Vollbremsung, und dort stuerzte auch eine alte Frau zu Boden. Dass sich das an einem Tag so haeuft... Ich komme mir hier vor, als sei die gesamte Stadt ein Tollhaus.

Mein "Vater" war, wie immer, aggressiv, und ich hatte wegen Allergie und Erkaeltung, starkes Nasenbluten (mittlerweile taeglich morgens und abends :( ). Beim Atmen hatte ich dann auch Schmerzen in der Nase. Dennoch musste ich mich schnell auf den Weg machen - den Bus hatte ich wieder knapp verpasst, und da es nieselte, fuhr ich doch nicht zum Friedhof, sondern nach S., nach Hause. Im Bus dann zeigte sich auch wieder etwas "Typisches": Der Busfahrer, der nach rechts abbiegen wollte, fluchte doch tatsaechlich ueber die Fussgaenger, die, vollkommen rechtmaessig, bei Gruen ueber die Kreuzung liefen... Generell war das wieder ein sehr cholerischer Typ. In S. noch ein kurzer Einkauf, war auch anstrengend, da waren so unglaublich hinderliche Menschen im Laden! An der Tuer hingen wieder etliche Muecken, die man beim Oeffnen der Tuer natuerlich gleich auf der Kleidung und im Haar hatte :( Letzteres wird bei mir immer lockiger. Von allein, ich weiss auch nicht, warum. Noch vor zwei Jahren war es komplett glatt. Heute assoziierte ich es - das mag seltsam klingen - irgendwie mit feinen Baumwurzeln, als ich mir ansah, wie es sich um meine Schultern und ueber meine Arme wand. Irgendwie wie Efeuwurzeln. Muss man ein Foto von machen ;)

Zuhause habe ich Gift bzw Alkohol gemischt, Musik gehoert, gesungen, gezeichnet, geschrieben. Meine Stimmung wechselt schon seit einigen Tagen immer zwischen Eitelkeit, Gleichgueltigkeit und Aerger ueber bestimmte Menschen. Ist das nicht immer so? Doch, schon, aber wohl nicht so sprunghaft. Das ist aber andererseits auch positiv: Denn auch aus den schlechten Stimmungen komme ich im Moment richtig schnell wieder heraus. Solche Dinge koennen mich "gewoehnlich" einen halben Tag niederschlagen, im Moment sind sie zum Teil von einer Minute auf die andere wieder weg. Ich weiss, das ist nicht normal. Aber ich bin es dennoch gewohnt, seit Jahren. Irgendwie verging der Tag, und ER kam auch schon eine Stunde frueher heim, als sonst, um 17 Uhr. Wenn ich so zurueck denke, gegessen habe ich heute irgendwie gar nichts seit dem Fruehstueck, meine Tabletten muss ich nachher nehmen (habe die doch tatsaechlich vergesse :/ ), und irgendwie bin ich immernoch stark erkaeltet.

Abends dann regnete es in Stroemen, bald ist der Bach voll... Insekten flatterten dennoch zahlreich herum. Der Bus war ueberfuellt und trotz Regen wurde auch wieder am Bahnhof herum gelungert. Immer irgendwelche Typen meines Alters, so eklig, wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, und immer mit Bierkasten bei sich. "Zuhause" angekommen, folgte auch wieder der uebliche Aerger, also das Fenster war offen, daher war es in meinem Zimmer sehr kalt und ich hatte Muecken drin (naja, wenigstens hatte ich gleich eine erwischt... besser als keine). Ich bemerkte, dass mein "Vater" wieder irgendetwas an meinem Schreibtisch getan hatte, ohne mich zu fragen (und das aergert mich!), ausserdem hatte er Staub aufgewirbelt (das merkte man jetzt noch) und im Flur stank es erbaermlich nach irgendetwas Undefiniertem. Gemeckert hat er auch wieder, aber heute liess mich das relativ kalt. Ja, im Moment bin ich, wie gesagt, die Stimmung betrefflich, sehr wechselhaft. Und gerade in diesem Moment bin ich in einer, in der ich viele Dinge, die mich sonst auf die Palme braechten, gut ignorieren kann.

Ist es nicht irgendwie merkwuerdig, wie wenig ich mich in den letzten 4 Jahren veraendert habe? Aber nur in einigen Bereichen! Ich habe neulich mal mein altes Tagebuch gelesen (offline habe ich es noch, als Textdatei), und ich war mir selbst irgendwie entfernt. Aber einige Dinge scheinen auch immer gleich zu bleiben. Wenn ich auch sagen muss, heute geht es mir wohl - zum GLUECK! - schon ein wenig haeufiger besser, als damals. Damals, als ich 16 war, schien auch alles viel auswegloser. Und ER lebte noch nicht hier, dh ich hatte keinen Ort, zu dem ich konnte. Ich musste, wenn ich nicht auf der Strasse sitzen wollte, den gesamten Tag bei meinem "Vater" verbringen! Das ist so schrecklich. Ich wuerde das niemals mehr verkraften muessen wollen. Heute habe ich IHN immer hier. Habe die Wohnung in S., habe mehr Zeit fuer mich allein. Ja, einige Dinge haben sich wirklich verbessert. Aber andere aendern sich wohl nie...

Auch kuenstlerisch, so habe ich festgestellt, sind bei mir viele Dinge konstant geblieben. Bei den Zeichnungen beispielsweise, habe ich zwischendurch zwar auch andere Stile ausprobiert (Zeichnungen, die Linoldruck nachempfunden waren, Comic- oder Manga-Stil - der bei mir uebrigens erst NACH den "realistischen" Zeichnungen kam! - ab und zu Oel- oder Tempera-Gemaelde, usw), aber irgendwie komme ich doch immer auf dasselbe zurueck. Aber "muss" man sich denn veraendern? Ich denke, nicht. Selbst, wenn ich mit einfacheren Zeichnungen begonnen haette... Oder mit irgendetwas anderem "Unrealistischen" - Andere Stile haben auch ihre Schwierigkeiten. Man koennte hoechstens nach Arbeitsdauer unterscheiden - einige Dinge sind eben detaillierter und brauchen daher laenger, andere sind wenig detailliert und brauchen daher eben nicht ganz so lange. Naja, mal sehen, wie es weiter geht.

cn P

P.S.: Nochmals eine Anmerkung zum Thema Menschen und die Post... Ich bekomme immer haeufiger mit, dass einige Leute tatsaechlich aus GEIZ weniger Porto denn noetig auf Briefe kleben! Und dann wundern sie sich oder sind aergerlich, wenn die Briefe nicht ankommen... Komische Menschen gibts. Also ich wuerde, auch, wenn sich das natuerlich summiert, lieber NICHT 5 Cent weniger draufkleben, wenn dafuer dann sicher ist, dass der Brief ankommt. Das sollte doch der Sinn sein. Uebrigens habe ich manchmal beim Postcrossing fast das Gefuehl, man koenne gut vorherrschende "Mentalitaeten" der einzelnen Nationen erkennen (auch, wenn das immer so nach Vorurteilen klingt). Dabei muss ich ganz ehrlich (aber nicht verallgemeinernd und ich will auch niemanden beschimpfen!) sagen: Die unfreundlichsten Postcrosser, die ich je getroffen habe, waren Deutsche! Zwar bin ich auch schon anderen Menschen begegnet, die sehr hohe Ansprueche hatten, aber so schlimm wie bei deutschen Usern (unter denen es aber NATUERLICH auch sehr nette und verlaessliche gibt!) ist es sonst nie gewesen.

Was ich da schon erlebt habe - Da hat ein Mensch einer selbst gebastelten Karte zugestimmt, danach aber nur rumgemeckert, die gefiel ihm nicht, da sie selbst gebastelt sei (na was denn nun?!), und hat sich auch nie bedankt. Und dann gabs eine Userin, die mir nach 2(!) Tagen vorwarf, ich haette sie betrogen, denn meine Karte sei noch gar nicht bei ihr angekommen und sie wollte mich dann schon beim Forenbetreiber melden (die Karte kam uebrigens genau einen Tag spaeter, nach schrecklich "langen" 3 Tagen Reisezeit). Und zuletzt war da noch ein Typ, der meine Karten alle, dem Foto nach, wunderschoen fand, aber ploetzlich nicht mehr tauschen wollte, als er erfuhr, dass die Karten ein wenig duenner seien, als die normalen Papp-Postkarten (Was fuer ein Pingel!). Die Menschen habe ich mir natuerlich notiert; mit ihnen werde ich nie (wieder) tauschen. Aber unglaublich ist es manchmal schon, was fuer Leute da herumirren.

Richtig schlimm fand ich eine Finnen-Feindlichkeit, die vor ca einem halben Jahr ausgebrochen war. Postcrossing ist in Finnland weit verbreitet; trotz der geringen Einwohnerzahl stammen die meisten(!) angemeldeten User aus Finnland. Und daher bekommt man eben oft finnische Karten per Los zugesendet. Einigen Menschen passte das gar nicht, weil sie auch Post aus anderen Laendern wollten oder Finnland gaenzlich langweilig fanden. Es kam dazu, dass gefordert wurde, den Empfang fuer finnische Karten optional sperren zu koennen oder "zumindest" die Neuanmeldung fuer Finnen zu verbieten. Das grenzte wirklich an Rassismus und ich fand es erschreckend und graesslich. Denn ich bekomme SEHR gerne Karten aus Finnland. Und freue mich ueber jede Karte, egal, woher sie kommt (Wenn sich jemand daran stoert, wieso meldet er sich an einer so finnlanddominierten Seite ueberhaupt an?! Er muss doch nicht da bleiben, ihn zwingt keiner).

Leider fuehrte dieses Gerede (zum Glueck hat sich KEINE Ausgrenzung der Finnen durchgesetzt!) dazu, dass einige - gerade juengere - Finnen sehr darueber trauerten. Gerade Leute mit schwaecherem Selbstbewusstsein waren oft richtig deprimiert. Ich habe selbst finnische Karten erhalten, wo sich User dafuer ENTSCHULDIGTEN, Finnen zu sein! Ich habe ihnen natuerlich immer gesagt, dass mir das gar nichts ausmacht. Ich denke darueber nach, mir gezielt einen "Finnish people are welcome!"-Button auf meine Profilseite zu stellen... Es kann ja wohl nicht angehen, dass an einem Projekt, das SPASS machen und internationale Freundschaften entstehen lassen soll, langsam feindliche Tendenzen gegenueber bestimmten Nationalitaeten auftauchen...

23.06.2007 um 00:55 Uhr

Gluecklich, nicht "normal" zu sein.

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Liebe, Sprache, Gothic, Internet

Manchmal muss man sich Dinge erst vor Augen fuehren lassen, um zu bemerken, wie ungewoehnlich noch manch andere "Umstaende" sind, die man persoenlich als alltaeglich empfindet. Wie froh man sein kann, sein Leben zu haben! Wie gut man es, im Vergleich zu einigen anderen Menschen, manchmal hat. Natuerlich, das Leid, wenn man denn welches hat, bleibt vorhanden. Aber gerade gestern habe ich mir einige Texte durchgelesen und danach nur bemerkt: Bin ich froh, "unnormal" zu sein!

Denn ich wurde mal wieder damit konfrontiert, was heute "normal" bei Menschen meines Alters sein soll. Man hoerts immer wieder... Dass viele Leute bis 25 oder gar 30 keinerlei Verantwortungsbewusstsein haben, keinerlei soziales Verhalten kennen und sich in einer "Sprache" unterhalten, in der es keine kompletten Saetze, keine Anzeichen von Grammatik, aber dafuer viele Worte aus der sexualisierten und Faekalsprache gibt. Ich war durch Zufall beim Googlen wieder auf ein Forum getroffen... Da klagten Muetter ueber ihre zum Teil auch schon aelteren Kinder, fragten im Grunde nach Hilfe, wussten nicht mehr weiter. Da hiess es zum Beispiel "Hilfe, mein Sohn ist 20 und kann keinen vollstaendigen deutschen Satz bilden!" oder "Ich weiss nicht mehr weiter, meine 22jaehrige Tochter traut sich nicht zu Vorstellungsgespraechen, nicht einmal, alleine irgendwo anzurufen." An richtigem Mitleid hindert mich dabei nur der Gedanke, dass in solchen Faellen die Eltern wohl etwas bei der Erziehung falsch gemacht haben, denn von ALLEIN kommt es nicht dazu, dass Menschen in dem Alter nicht richtig sprechen koennen oder so wenig Selbstbewusstsein haben, dass sie nicht einmal ein Telefongespraech fuehren koennen.

Aber natuerlich helfen Schuldzuweisungen nicht, die bessern nichts, sie helfen auch nicht der Familie. Und es gibt auch genuegend andere Einfluesse neben der Familie, die so auf einen Menschen wirken. Ich habe von Familien gehoert, in denen man Wert drauf legte, nie Schimpfworte zu benutzen, und dann lernt der nur 5jaehrige Sohn im Kindergarten Worte wie "Hurensohn" und bringt die dann mit nach Hause. Die Eltern koennen nicht 24 Stunden am Tag neben dem Kind stehen und aufpassen, das waere sogar schaedlich. Aber es muss doch trotzdem gelingen, einem Kind beizubringen, was fuer Sprache es benutzen darf und welche als unhoeflich gilt. Genauso, wie Menschen lernen muessen, dass es verschiedene Spracharten fuer verschiedene Bereiche gibt, dass man zB mit dem Lehrer oder mit dem Arbeitgeber nicht so sprechen sollte, wie mit den Eltern oder den Geschwistern. Aber was ich da so gelesen habe... Wie schrecklich viele Leute meines Alters, oder generell, zwischen Beginn der Pubertaet (ca 10 Jahren) bis zum Alter von 25 sind. Gott, bin ich froh, NICHT so zu sein!

Und mein 2. Gedanke galt gleich IHM. Ich bin so unglaublich gluecklich, dass auch ER sich von dem, was als "normal" gilt, unterscheidet! ER weiss, sich zu benehmen, ist ruecksichtsvoll, hatte niemals Machoallueren, ist hoeflich, zuvorkommend, aber doch ungezwungen. ER artikuliert sich auf einer Ebene, die mich nicht stoert, unterhaelt sich gerne mit mir ueber alle moeglichen Dinge, und Gewalt ist ihm vollkommen fremd. Wenn ich genau darueber nachdenke, habe ich IHN noch nie schreien oder fluchen hoeren (wobei, doch - ein einziges Mal, da waren - oh Wunder *re* - SEINE "Eltern" zu Besuch und meinten, UNS Vorschriften beim Einrichten UNSERER Wohnung machen zu muessen - Da ist ER dann sauer geworden, was ich aber voll und ganz verstehen kann!). Sonst aber kam es kein einziges Mal vor. Dafuer neigt er dazu, schnell niedergeschlagen zu sein, aber solche Phasen kann man gemeinsam ueberwinden. Und, um zu oberflaechlichen Dingen zu kommen: Auch, was unsere Hobbies und unseren Musikgeschmack betrifft, passen wir (natuerlich - waeren wir sonst ein Paar?) gut zusammen, ER kleidet sich auf eine Art, die mir gefaellt, und ich finde ihn auch so physisch ueberaus schoen. Und Akne hatte er auch nie :P

Nicht, dass ein Mensch, um mir zu gefallen, genauso sein muesste, wie ich. Ich koennte mir, prinzipiell, ganz fiktiv angenommen, auch vorstellen, mit einem "Nicht-Grufti" zusammen zu leben. Er kann auch ruhig ganz andere Musik hoeren, solange er meinen Geschmack respektiert. Aber einige Gemeinsamkeiten waeren schon nett; sonst koennte man in der Freizeit ja gar nichts miteinander unternehmen, und das wuerde eine Beziehung fuer mich auch sinnlos machen. Aber ein "Normalo", und wenn er jeden Tag richtig bunt gekleidet ist, der sich zB auch fuer Museen, Ausstellungen, Spaziergaenge/Reisen, u.ae. interessiert, und der meine Meinungen und meinen Glauben (den ich auch auf meine Art habe - auch, wenn ich mich keiner Religion zuordne) respektiert - So einen Menschen koennte ich doch auch lieben! Und mit ihm zusammen leben.

Schwierig wuerdes sich allerdings bei einem Typen gestalten, der so ist, wie es der Durchschnittsmann von heute sein "soll"... Wenn ich an all die Typen mit ihren hochgegelten Haaren, dem schmierigen Grinsen, der schwarzafrikanerbraun gebrannten Europaeerhaut und den schlabberigen Hosen denke - die gefallen mir rein koerperlich schon gar nicht. Aber natuerlich, auf Koerperliches kommt es gar nicht unbedingt an... Kommt dann aber noch der typische "Asi-Charakter" dazu (herumpoebeln, frauenfeindliche Sprueche, taeglich ins Fitnessstudio rennen - und das, wo ich sehr muskuloese Koerper nicht schoen finde - , kein Interesse an Kultur, dafuer umso mehr an Autotuning, Pornos, Saufen und Fussball), dann habe ich sofort jedes Interesse verloren. Ach ja, und kommt dann noch die Ghetto-Sprache hinzu... Da bin ich sofort gewillt, wegzulaufen. Also bin ich froh, dass ich nicht so einen Menschen an meiner Seite habe, sondern einen, der mir in (fast) allen Aspekten perfekt erscheint. Wieso nur "fast"? Da es keinen perfekten Menschen gibt. Dabei bleibe ich ;)

Und nachdem ich gestern also mit all diesen Erzaehlungen ueber andere Maenner in SEINEM Alter konfrontiert worden war - da, so glaube ich fast, habe ich IHN ploetzlich noch viel mehr bewundert...

cn P