Memoriae Ex Aeterna Nocte

30.08.2007 um 01:42 Uhr

29.8.07

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Erinnerung, Kunst, Schule, Fotografie, Internet, Winter

In der Schule wurde mein kuenstlerisches Talent wenigstens noch anerkannt... Von allen, ausser den Kunstlehrerinnen, die immer predigten, wie toll Individualitaet doch sei, aber sobald man seinen eigenen Stil hatte, und nicht ihren Lieblingskuenstler 100%ig kopierte, bekam man dennoch eine schlechte Bewertung... Mit ihnen befasste ich mich daher auch ungern. Ich mag keine verlogenen Wendehaelse. Die anderen Lehrer schaetzten jedoch gerade mein fotografisches Talent. Ich musste staendig mein Stativ zur Schule schleppen und Bilder fuer offizielle Anlaesse machen. Und meine Zeichnungen sahen sich auch viele gern an, und auch viele Schueler/innen sahen gern zu, wenn ich - verbotenerweise ;) - im Unterricht zeichnete... Und auch diverse Leute, die ich durchs Postcrossing kenne, finden meine Online-Gallerien ganz toll... Nur... In meinem direkten, heutigen Umfeld komme ich dabei kaum bei jemandem an. Klar, ER schaetzt die Werke, besonders die Zeichnungen, aber ansonsten? Zugegeben, so viele Menschen kenne ich gar nicht, aber eben die schaetzen mich nicht... Waers mein komplizierter Charakter und meine Launenhaftigkeit, koennte ichs ja verstehen, aber meine Kunst? Bin ich wirklich so schlecht?

Mist, jetzt hab ich mir wieder den Finger umgedreht :/ Kommt davon, wenn man mit den langen Naegeln ueberall haengen bleibt... Ich machte mich auf den Weg nach R. Wartete eine laengere Zeit auf den Bus, da der noch immer nicht sehr regelmaessig faehrt, trotz Ende des Ferienfahrplans. Im Bus dann war ich umzingelt von cholerischen Muettern und quaengelnden Kindern O_o Es waren fuer die Uhrzeit auch ungewoehnlich viele Schueler unterwegs. Zuhause habe ich mich erst einmal weiter kuenstlerisch betaetigt. Und bin mal wieder Waesche waschen gegangen, da mein lieber "Vater" ja mal wieder nicht waescht und ich nicht nackt herumlaufen will :/ Es ist so schon eine Zumutung. ER war wie ueblich um 17 Uhr zuhause. Viel gibts nicht zu sagen... Abends habe ich mich wieder sehr ueber einige Amateurfilmchen bei Youtube amuesiert; also einige Menschen haben wirklich nette Filmprojekte am Laufen. Da gibt es einige, an denen habe ich persoenlich mehr Freude, als bei irgendeiner stinklangweiligen 08/15-Hollywood-Produktion (wobei die "Qualitaet" derer auch so eine Sache ist *raeusper*). Gen 23:30 draussen stank es ueberall nach Kuhmist :/ Da zog wieder staerkerer Wind von den Feldern. Und auf dem Weg zur Bushaltestelle verwest seit Monaten(!) eine Taube. Die riecht natuerlich auch schon aus der Entfernung uebel. Seltsam nur, dass sie sich nach der langen Zeit noch nicht zersetzt hat.

In R. dann wurde es angenehmer. Wie ich die Kombination aus erfrischender Kaelte und dem Rauch aus umweltschaedlichen Kohleoefen liebe! Es klingt vielleicht makaber, aber ich habe diesen Brandgeruch immer gemocht. Frueher, wenn ich im tiefsten Winter, auf komplett verschneiten Wegen, morgens kurz nach 7 in absoluter Dunkelheit zum ca 1km entfernten Bahnhof gelaufen bin, um zur Schule zu fahren... Diese erdrueckende Stille. Der Nachthimmel mit den vielen Sternen. Das helle Strahlen vom am Boden liegenden Schnee. Die kahlen, schneeschweren Aeste und Zweige. Und dann dieser Brandgeruch, und der Qualm aus allen Schornsteinen... Eine Stimmung, die irgendwie melancholisch machte. Ich genoss sie meistens. Ab und zu wurde sie mir zu viel, wenn beispielsweise die Kaelte gar kein Ende mehr nahm, es noch im Maerz lange dunkel blieb und noch immer Schnee lag - das hatten wir schon mehrfach. Aber allgemein sind die Erinnerungen an solche Morgende eher schoen. Auch mein Abiturmorgen war so gewesen... Bei Temperaturen unter -30 Grad! Ueberall Schnee und Eis. Einer der wenigen Tage im Jahr, an denen ich meinen Mantel zugeknoepft hatte *lach* Normal blieb der bis -10 Grad offen. Ich war noch nie kaelteempfindlich, Temperaturen ueber 20 Grad hingegen bringen mich foermlich um.

Ich bin schon seltsam, aber es ist einfach so, auch, wenn man es anders meinen sollte, da ich als Kind laengere Zeit in Thailand lebte, wo die Temperaturen doch normal zwischen 30 und 40 Grad lagen. Aber irgendwie bin und bleibe ich ein Wintermensch, am kaeltesten Tag seit Jahren geboren, und Temperaturen ueber 20 Grad ertrage ich nicht mehr. Da wird mein Kreislauf instabil, so auch heute mittag. Warm und grell - da fiel meine Stimmung wieder, wie die Temperaturen stiegen... Antiproportional ;) Der Mond schien schoen grell. Insekten gab es leider immernoch zu viele, gerade an der Haustuer :/ Und Spinnen :/ Meinem Fuss gehts uebrigens etwas besser... Zum dummen Gerede meines "Vaters" will ich nichts sagen. Musste irgendwie wieder an meinen Ex-Freundin denken. Was der Wetterwechsel so ausrichten kann *re* Damals, als wir uns das letzte Mal sahen, war es auch Winter. Nacht. Extrem kalt, Schnee lag, Eis noch viel mehr. Es schneite auch leicht. Ich war komplett durchgefroren, zu leicht bekleidet, und rannte, um noch puenktlich um 20 Uhr nach "Hause" zu kommen, damit mein "Vater" nicht noch mehr ausrasten wuerde :/ Ich bin bei ca minus 20 Grad gerannt, wie bescheuert, ueber das Eis, ueber einen Kilometer vom Bahnhof bis zur Wohnung... Eine seltsame Stimmung. Wie sonst morgens, nur ohne die Stille und Ruhe. Es war, im Gegenteil, fast "bedrohlich". Als haette ich das Ende erahnt.

Naja, ich kann froh sein, DASS es Vergangenheit ist...

cn P

30.08.2007 um 01:14 Uhr

Ueber Arbeit und Kunst

3 Uhr offline, wie ueblich, Musik gehoert und geschrieben, bis nach 5 Uhr. ER muesste um die Zeit schon wieder aufgestanden sein. Ich wagte mich erst um 1 Uhr wieder aus dem Bett, von meinem "Vater" genervt und scheinbar fuer bloed gehalten, zumindest erschien es mir anhand seines dummen Geredes so. Und wenn ich dann wieder dieses Kleinreden mitbekomme... Von wegen jeder Penner an der Ecke sei ein ach wie toller Kuenstler, nur ich natuerlich nicht. Ich wuerde ja nur Schrott produzieren, meine Zeichnungen entstammten einem kranken Hirn und seien weder Stift noch Papier wert. Sagt einer, der nicht einmal ein Strichmaennchen "zeichnen" koennte, und der leider auch auf anderen Gebieten kein Talent hat. Denn ich meine, jeder Mensch muesste doch wenigstens in irgendeiner einzigen Sache ein Talent haben. Aber in meiner Familie ist das sowieso so eine Sache. Ich frage mich immer haeufiger, ob ich nicht evtl adoptiert oder im Krankenhaus vertauscht wurde. Denn meine "Eltern" haben mit mir nichts gemein, ausser vielleicht paar koerperliche Merkmale (ich habe ungefaehr dieselbe Augenfarbe, wie meine Mutter, aber das wars auch schon *re*). Aber - ich meine, seht es euch doch an! Ich spreche 7 Sprachen und bin in vielen kuenstlerischen Bereichen taetig und ich denke, ich habe da auf jeden Fall ein gewisses Talent! Meine beiden "Eltern" jedoch koennen mit Kunst nichts anfangen und haben sprachlich auch keinerlei Begabung.

Nun mag es vielleicht sein, dass ich die Talente von meinen Grosseltern geerbt habe. Ich weiss es nicht, schliesslich habe ich einen Teil nie kennen gelernt und den anderen nur wenige Male im Urlaub gesehen. Ich war damals noch jung; das letzte Mal einen dieser Menschen gesehen habe ich mit vielleicht 7 Jahren, mittlerweile sind sie alle, ausnahmslos, tot. Von den Grosseltern vaeterlicherseits weiss ich nicht viel, der Grossvater war schon vor meiner Geburt verstorben, meine Grossmutter, als ich sie das letzte Mal sah, schon ueber 90 und sehr senil. Muetterlicherseits waren die Grosseltern auch schon ziemlich alt, und arbeiteten auch nicht mehr. Wobei ich glaube, mein Grossvater muetterlicherseits war Schmuckschmied (Gold, Silber, etc), wozu ja schon eine gewisse Fingerfertigkeit gehoert haben muss. Wenn ich mir so die restliche Sippschaft ansehe, dann sind das eigentlich groesstenteils Landwirte gewesen, und Beamten O_o Sogar meine "Mutter" hat vor ihrer Ausreise nach Deutschland noch auf dem Amt gearbeitet. Mein "Vater" sowieso, und... Ich glaube, mein Grossvater vaeterlicherseits ebenfalls, in Preussen. Der Rest waren Besitzer von kleineren und groesseren Guthoefen, mich viel Getier, oder auch Plantagen.

Und die, die "Hausfrauen" in Thailand waren/sind, haben mittlerweile auch, um sich Geld dazu zu verdienen, Betriebe aufgebaut. Obs nun eben ein kleines landwirtschaftliches Gut ist, oder eine Waescherei oder ein kleiner Laden auf dem Dorf. Kuenstlerisch oder sprachlich beschaeftigt ist allerdings keiner; damit stehe ich in dieser Sippe komplett allein da. Und leider meinen alle, ich muesse irgendwelchen Traditionen folgen :/ Will ich aber gar nicht... Á propos "Kuenstler"... Da hab ich heute Morgen etwas gesehen, wo ich nur den Kopf schuetteln konnte: Da war mein "Vater" auf der Website eines Fotokuenstlers. Ein dummer Farbdruck auf normalem Papier in DIN A 4 hat bei dem Typen 140 Euro gekostet! Also soviel wuerde ich nicht einmal fuer einen Leinwanddruck der Groesse zahlen, geschweige denn fuer ein Papier, dass man mit jedem billigen Farbdrucker so hinbekommt. Fuer Bilder in dem Format zahlt man ja sogar auf Fotopapier keine 4 Euro... Wenn denn nun wenigstens die Bilder an sich gut gewesen waeren... Denkste! Sicher, Schoenheit liegt im Auge des Betrachters, aber ein Grossteil seiner Bilder (die man sich online in einer Gallerie ansehen konnte), wirkten auf mich einfach misslungen, nach dem Motto: "Ich stells trotzdem online, vielleicht zahlt ja noch irgendein Depp Geld dafuer".

Also wirklich... Die meisten Bilder waren farblich sehr verwaschen, oft unscharf, und die Motive waren auch nicht kompositorisch ansprechend dargestellt. Und die Belichtung war ja auch voellig im Eimer... Ein Bild zeigte zum Beispiel ein ganz gewoehnliches Gedenkschild, das irgendwo an einer Hauswand haengt. Der untere Teil war so unterbelichtet, dass man gar nichts erkennen konnte, der obere so verblitzt, dass er reinweiss war und man nichts mehr lesen konnte. Also natuerlich koennte man jetzt irgendeinen kuenstlerischen Sinn andichten, dass das alles so gewollt sei, aber irgendwie wirkte es nicht so, und aesthetisch sah das auch nicht aus. 140 Euro... *kopfschuettel* Fuer einen Druck auf Papier... Langsam denke ich fast, ich habe etwas falsch gemacht, als ich frueher in der Schule Leuten Abzuege von meinen Fotos fuer den normalen Abzugspreis plus evtl paar Cents fuer die Muehe verkauft habe. Manchmal hab ich die auch verschenkt (wenn ich zb von einem Motiv - damals noch analog - mehrere Bilder gemacht habe, damit wenigstens ein gut wird - wenn sich dann jemand interessierte, dann hat er, wenn er wollte, das schlechtere von der Reihe geschenkt bekommen). Aber haette ich damals 50 bis 100 Euro verlangt, haette man mich wohl fuer verrueckt erklaert. Und wenn meine Bilder schoener oder einfach fotografisch "ordendlicher" gewesen seien. So viel gibt doch keiner fuer einen Foto-Abzug aus, oder?

Und da wundern sich einige Kuenstler noch, wieso sie ihre Werke nicht verkaufen koennen?

cn P

29.08.2007 um 01:59 Uhr

28.8.07

Mein "Vater" ging mir so auf den Geist, dass ich das Wohnzimmer schon um 2 Uhr verliess. Musste mir selbst dann noch dumme Sprueche anhoeren. (Ich merke gerade, ich kann kaum tippen, da meine Finger so steifgefroren sind :( ) Ich fragte mich mal wieder, wieso ich mich ueberhaupt von dummen Menschen belaestigen lasse, da ich eigentlich wissen muesste, dass sie mir gar nichts zu sagen haben (zumindest, wenn es nach der Intelligenz ginge, aber wo im Leben zaehlt die schon - leider *re*). Hab bis um 4 Uhr geschrieben, und bin dann schlafen gegangen. (Meine Finger tun weh :/ ) Um 1 stand ich wieder auf, habe mir etwas Zeit gelassen, da ich nicht zum Schulschluss bzw zwischen 1:30 und 2 Uhr im Bus sein wollte, wegen des Gedraengels. Hatte dann auch weder knapp den Bus verpasst, nach 2 Uhr, und musste gut 10 Minuten warten. Heim gekommen - Post war wieder komplett aufgerissen. Will gar nicht wissen, wie viel dabei verloren geht, ob Sachen heraus fallen, o.ae. Befuerchte es manchmal, und auch, dass Post manchmal gestohlen wird. Mein Gesundheitszustand war nicht perfekt, aber wirkte noch besser, als vor einigen Tagen. Der Fuss heilt langsam ab. Ich sehe immernoch relativ gut aus... Liegt wohl am Herbstwetter ;)

Irgendwie musste ich wieder an die Schulzeit zurueck denken und analysieren, welche Menschen bisher dazu neigten, meine koerperliche Naehe zu suchen ;) Das waren immer Frauen/Maedchen. Ist das normal so, oder sollte ich mir Sorgen machen? ;) Ob nun Ana, die mich umarmte und abknutschte, oder Jeanne, die sich bei langen Bahnfahrten auf Exkursionen o.ae. immer gegen meine Schulter gelegt und geschlafen hatte. Wer weiss schon, woran das liegt... Hatte leichte Augenschmerzen, habe also erst einmal ein wenig gedoest, dann am PC gezeichnet. Vorwaerts komme ich in den letzten Tagen leider kaum. Am WE werde ich fuer die Klausur am 6.9. lernen - oder auch erst spaeter ;) Ich bin faul. Und ehrlich gesagt weiss ich auch gar nicht, was ich noch lernen solle. Ich hab letztes Mal alles gelernt, was ich lernen konnte, mehr gaben die Buecher gar nicht her, und ich bin trotzdem durchgefallen. Ehrlich gesagt bin ich nicht optimistisch, es dieses Mal zu schaffen :( Gegessen habe ich heute uebrigens wieder nichts. ER kam gegen 18 Uhr heim, und bald war auch schon wieder Zeit, zu gehen. Der Tag verging unglaublich schnell.

Um den Mond war wieder ein Regenbogen zu sehen - dieses Mal konnte ich sogar gute Fotos machen, die werde ich demnaechst online stellen. Meine Website sollte ich auch endlich fertig stellen. Generell habe ich heute etwas laenger draussen verbracht, durchs Fotografieren, und kam daher auch etwas spaeter heim... Da es beim Nachbarn trotzdem piepste, als ich vorbei ging, glaube ich wirklich, er hat eine Alarmanlage im Treppenhaus, an seiner Tuer, anbringen lassen. Was bitte soll das?! Ich finde das ehrlich sehr merkwuerdig. Oder was soll das sonst sein... Dass es genau zu piepsen beginnt, wenn ich vorbei laufe, egal, wie spaet es ist (allerdings nur nachts)? Und sobald ich durchs Treppenhaus durch bin, hoerts wieder auf... Es war kuehl draussen, das Wetter nach meinem Geschmack... Meiner "Mutter" hatte ich gestern schon eine SMS geschickt, geantwortet hat sie aber nicht. Ist wohl beleidigt, weil ich wegen der Pruefung keine Zeit habe *seufz* (Bin vergesslich heute :( ) Vor der Tuer hatten einige Spinnen gehangen, nun sogar auch im Treppenhaus drin :/ In der Wohnung sassen ausserdem einige grosse Muecken, die ich nachher sicher im Schlafzimmer habe :/ Und mein Zimmerfenster stand offen.

Ausserdem stank es darin erbaermlich... Der ganze Gestank aus dem Bad war in mein Zimmer gezogen (die Tueren liegen keinen Meter nebeneinander). Ekelhaft. Mein "Vater" war ausserdem wieder so "intelligent", meine frisch gewaschene Kleidung einfach auf den Boden zu werfen. Was der Bloedsinn soll, weiss ich auch noch nicht... Er muss sie ja nicht zusammen legen, aber wenigstens aufs Bett legen, wos sauber ist, koennte er sie! Sonst kann er sich das Waschen auch sparen... Als ich ins Wohnzimmer kam, wurde ich auch bloed angemotzt. Richtig zugehoert hat er mir keine Sekunde, immer wurden mir daemlichste Dinge unterstellt, ich beschimpft und was weiss ich. Ehrlich gesagt moechte ich mich nur noch taubstellen und hab keine Lust mehr, mich darueber aufzuregen. Generell sollte ich vielleicht haeufiger gar nichts mehr sagen, dann gibts auch keinen, der alles missverstehen muss und mich wieder dummdreist ansuelzt :P Generell sollte man mit der Menschheit weniger reden *schulterzuck* Eigentlich befolge ich diese Idee schon laenger konsequent (gehe nur an die Tuer, wenn ich Post erwarte, gehe nie ans Telefon, treffe mich mit niemandem - eigentlich bin ich nur von IHM und schriftlich - ob on- oder offline - richtig zu erreichen) - aber es reicht immernoch nicht aus *seufz*

Was gibt es sonst noch zu erwaehnen? Irgendwelche, "bunt" durchmischten Dinge... 1. Bei Ebay hab ich vom Meckerfritzen eine positive Bewertung bekommen. Ware sei heute angekommen. Er hat so getan, als waere nichts gewesen. Wie soll ich jetzt bewerten? Gar nicht? Positiv? Neutral? Also ich weiss ja nicht, weil mich seine Beleidigungen und Unterstellungen schon sehr genervt haben. Soll ich nach der Devise "Lieber gar nichts sagen, als was Schlechtes" gehen? 2. Vom ersten Guppy-Wurf haben 3 Tiere ueberlebt und sind jetzt fast ausgewachsen, vom zweiten Wurf leben noch ca 15... Ich mische mich, wie gesagt, nicht ein, sondern zaehle nur irgendwann die Tiere, die sicher ueberleben, weil sie schon relativ gross sind, und bei denen man schon das Geschlecht bestimmen kann... Bei den 3 aus dem ersten Wurf haben sich wunderbare Farben ergeben. Es sind 2 Weibchen und 1 Maennchen. Ein Weibchen hat einen grauen Koerper und eine gruen-blaue Flosse mit schwarzen Punkten, das andere einen grauen Koerper und eine hellblau-braeunliche Flosse mit schwarzen Punkten. Das Maennchen ist noch aussergewoehnlicher... Der gesamte Koerper schimmert in verschiedenen Blau-, Braun- und Gruentoenen verschiedener Helligkeitsstufen, und darauf liegt ein schoenes schwarzes Leopardenmuster! Ich habe Fotos gemacht, ich denke, ich stelle sie demnaechst online :) Man darf ausserdem gespannt sein, was fuer schoene Farben und Formen sich in den naechsten Generationen ergeben werden. Guppies sind doch tolle Tiere...

3. Eine lustige "Neuigkeit" von Freud: Laut ihm stellt das Fingernaegelknabbern eine Form des Kannibalismus dar. Dasselbe gilt fuer das Trinken von Milch aus der Mutterbrust: dabei handle es sich um eine Mischung aus Kannibalismus und sexueller Stimulierung. Also ich weiss ja nicht, aber ich bin der Meinung, dass das Kind einfach Durst hat, und deswegen trinkt. Dass die Naehe zur Mutter auch angenehm ist, ist klar. Aber gleich von Inzestwunsch und Kannibalismus zu reden, ist auch uebertrieben, oder bin ich jetzt einfach zu anti-freudianisch, um das einzusehen? 4. Koerper-"Kuenstler" tun ja so einige seltsame Dinge. Allein, wie viele verschiedene Arten von Piercings es gibt. Gibt es eigentlich schon eine Technik, bei der man mit einer Nadel ein Muster in die oberen Hautschichten stickt? Ist mir so eingefallen, als mir neulich eine Nadel in den Fuss geruscht ist *lol* Beim Blasenaufstechen hatte ich im Nu die gesamte Nadel unter der losen Haut, es tat weder weh, noch blutete es. Da haette der "Kuenstler" ein schoenes Muster einnaehen koennen. Sogar ohne bleibenden Schaden. Um wieviel Euro wetten wir, dass diese Technik binnen der naechsten 18 Monate zur Mode wird? ;) Ich wuerds jedenfalls - wenn ich nur irgendeinen Sinn darin saehe (das ist der Haken) - eher machen, als irgendetwas anderes. Ganz einfach, weils non-permanent und schmerzlos ist. Aber vielleicht wird ja gerade deshalb nicht getan, es heisst ja nicht umsonst "Wer schoen sein will, muss leiden" *re* (Schoenheit liegt sehr im Auge des Betrachters)

cn P

28.08.2007 um 01:36 Uhr

In memoriam.

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Familie, Tod

Es heisst, man koenne nichts vermissen, was man nie erlebt haette. Doch frage ich mich, wie mein Leben aussaehe, lebte er noch. Heute vor einigen Jahren war sowohl der Beginn, als auch das Ende, seines Lebens. Es erscheint einigen vielleicht respektlos, aber ich kann mir das Jahr nie merken. Immer habe ich es aus irgendwelchen Gruenden nicht notiert, habe nie nachgefragt, weil ich meine "Mutter" nicht belasten wollte, nur den Tag kenne ich. Es ist der 28.8. Und, es war, bevor WIR uns kennen gelernt hatten. JEDES Jahr frage ich mich, welches Jahr es wohl war, aber nie erfahre ichs, nie schreibe ich es mir auf. War es 2002? 2001? Ich habe mir letztes "Mal" wohl ausgerechnet, dieses Jahr waere er eingeschult worden. Demnach muesste er 2001 geboren worden sein. Einen Namen hat er nie bekommen. Er kam viel zu frueh zur Welt und meine "Mutter" und ich hatten uns vorher nie einigen koennen. Ich war auch noch krampfhaft am Ueberlegen, und dann war es schon zu spaet. Ich habe haeufig am Grab gesessen und nachgedacht, welchen Namen ich ihm nun noch geben sollte. Das tote Kind habe ich gesehen, aber irgendwie konnte ich mir einfach keinen Namen denken, der mir wuerdig genug erschien. So blieb er irgendwann namenslos. Aber wieso braucht man auch einen Namen? Er ist und wird immer mein Halbbruder bleiben, mein einziger.

In memoriam.
†* 28.8.2001

cn P

28.08.2007 um 01:20 Uhr

27.8.07: Ein Wunder fast, dass wir noch leben

3 offline, bis um 4 geschrieben, dann schlafen gegangen. Der uebliche Ablauf so gut wie jeder Nacht. Routine, aber solche, die angenehm ist. Um 12 bin ich wieder aufgestanden, mit Bauchschmerzen und schnell etwas genervt durch das allgemeine Gemotze, aber immerhin kam ich bald weg... Den Bus verpasste ich knapp, da er 3 Minuten zu frueh gewesen war, so musste ich insgesamt 13 warten :/ Heute ist der erste Schultag fuer die Schueler jeglicher Stufen, die Busse fahren endlich wieder haeufiger. Ich als Studentin habe ich noch eine Weile frei - wobei ich am 6.9. noch zu ueber Pruefung muss :/ Meine "Mutter" rief wieder an, und belaestigte mich gerade deswegen. Dabei kann ICH ja wohl nichts dafuer, dass ich ausgerechnet an dem Tag, an dem sie sich mit mir "spontan" treffen moechte, eine Pruefung habe, schliesslich habe ich keinen Einfluss auf den Termin gehabt. Und wo sie immer behauptet, meine Bildung (ach quatsch, eigentlich nur das Papier, auf dem eine gute Note steht *raeusper*) sei ihr ach wie wichtig, koennte sie ruhig ein wenig freundlicher sein. Ich hatte Fussschmerzen, war muede und vergesslich. Gespraechig auch nicht gerade.

Dennoch fuehlte ich mich seltsam gut. An meinem Koerper habe ich heute etwas bemerkt, das anders ist, als sonst. Ich kann es schlecht sagen, aber ich meine, irgendwie "gesuender" zu wirken. Wobei das auch Definitionssache ist... Mein Haar sah meines Erachtens besser aus, irgendwie auch heller, als sonst, und ER machte mir am Nachmittag, ohne dass ich es erwaehnte, mehr Komplimente als sonst. Wobei man es natuerlich auch kritisieren kann, "Idealnase" als Kompliment anzuerkennen ;) Meine Haut war huebsch schneeweiss, die Wangen zart rosé. Am Abend wurde ich gefragt, ob ich Lippenstift benutzt haette - von IHM und spaeter, veraergert, von meinem "Vater" O_O Also endweder meine Durchblutung spielt heute verrueckt, oder man will mich verarschen... Die Fussschmerzen sind uebrigens noch immer nicht vergangen - leider - und im Moment habe ich auch noch Kopfschmerzen. Aber mit beidem komme ich irgendwie zurecht, bin auch relativ zuversichtlich, dass alles wieder vergehen wird. Zuhause angekommen, bemerkte ich, dass wieder keine Post gekommen war. Das war an einem Montag fast zu erwarten :/ Vom Dummdepp von Ebay war heute nichts zu hoeren. Bin schon gespannt, was fuer ein Bloedsinn morgen kommt...

Den Nachmittag verbrachte ich zeichnend. Meine Augen sind daher im Moment auch schon ueberdurchschnittlich muede. Heute war auch so einer der Tage, an dem die Vergangenheit sehr klar, fast schon wie eine Statistik, erschien. Fakten, Loesungen von Fragen, keine Ungenauigkeiten mehr... Manchmal habe ich solche Phasen. Und heute fragte ich mich mal wieder, ob man froh darueber sein kann, schon vieles erlebt zu haben, darunter Dinge, die andere Menschen vielleicht niemals erleben werden. Die Loesung ist jedes mal gleich und unglaublich, schon hirnrissig, simpel: Es kommt auf die Art der Ereignisse an. Ueber jedes positive, egal, ob selten, oder nicht, sollte man froh sein, ueber die negativen, egal, wie gelaeufig, eher weniger. Besonders, wenn man ihnen wirklich gar nichts abgewinnen kann (aus einem Fehler bsp kann man lernen - aus einer Windpockenerkrankung nicht). Auf meine positive Seite koennte ich meine Reisen nach Thailand schieben, sowie die eine oder andere tiefe Seelenverwandschaft, meine kuenstlerischen Erfahrungen (mehrere Filmdrehs, und was man sonst von mir kennt, sowie eine staerker frequentierte Ausstellung mit meinen Werken, ausserdem schon mehrere Gedichtvortraege und in der Kindheit eine Modenschau - und noch so vieles mehr)...

Dann noch die Erfahrung einer wirklichen Liebe, die Faehigkeit, mein eigenes Denken zu besitzen, vielleicht auch vereinzelte schulische Talente, die 7 Sprachen, die ich beherrsche, sowie die eine, die ich gerade lerne, meine Liebe zu Buechern, meine seelische Staerke (der eine oder andere wirds nicht glauben, aber auch, wenn ich ab und zu wegen Banalitaeten wuetend werde, ich glaube, die Zustaende hier bei meinem "Vater" wuerden die meisten Menschen keine 3 Tage aushalten, ohne danach verrueckt zu werden oder schnurstraks vom Hochhaus zu springen! Daher denke ich schon, eine hohe Toleranzschwelle gegenueber bestimmtem Stress zu haben), dann vielleicht noch das Gefuehl fuer die Natur, meine Attituede gegenueber der Vergaenglichkeit, da gibt es so einiges. Auf die negative Seite fielen hingegen ein fast-toedliches Tropenfieber (habe es gerade noch ueberlebt, die Aerzte haben es nicht mehr erwartet), ein daemlicher, auch fast-toedlicher Unfall im Jahr 2000, ein Fast-Schlangenbiss als Kind in Thailand (*re*) und all die anderen Dinge, die einem das Leben verkuerzen ;) Viele Krankheiten, der Stress mit meiner "Familie", der Tod aller Geschwister, dies und das... Aber so ist das Leben eben. (Klingt vielleicht zynisch, ist aber so)

Am Leben, in das man hinein geboren wurde, kann man an sich nichts aendern. Man kann der Familie entfliehen, aber man bleibt doch bis an sein Lebensende mit ihr bluetisch ( ;) ) verbunden. Also einen "Makel" hat man immer, selbst, wenn man mit ihr nichts zutun haben moechte und es auch geschafft hat, sich zu trennen... Wie grausam doch die menschliche Geburt sein kann! Irgendwie ist sie es schon, die Natur - allein schon die Aufteilung des Intellekts faellt nicht immer gleich aus, einige sind klueger, als die anderen. Also worauf warten wir - lasst uns die Natur verklagen! Gleichheit fuer alle! ;) Aber so traurig es klingt, die Welt basiert wohl leider auch darauf, dass der eine den anderen - derb gesagt - ausnutzt. Alles, was wir tun, geht auf jemandens Kosten. Vielleicht sollte sich das eine oder andere "elaborierte Tier Mensch" das mal vor Augen fuehren... Selbst, wenn wirs nicht wollen (und ich hoffe doch, jeder versucht, so "gerecht" wie moeglich zu sein), irgendwem schadet man irgendwie wohl immer, wenn man einfach sich selbt lebt - schliesslich ist es manchmal schon eine Kraenkung, wenn man im falschen Moment "nein" sagt - und das tun wir ja haeufiger... Und wenn wir damit auch nur ehrlich sein wollen.

Glueck kann sich durch den Zufall auch in Unglueck kehren. Ich weiss, das ist ein neues Thema... Und so banal, ich weiss gar nicht, ob ich es laenger ausfuehren sollte. Oder reicht das Beispiel: Glueck - Man bekommt Konzertkarten geschenkt. Unglueck - Man ist blind und taub. Nein, das war jetzt politisch unkorrekt. Daher noch ein ernsteres Beispiel: Glueck - Man bekommt eine Karte fuer einen Flug nach XY. Unglueck - Der Flug stuerzt ab und man stirbt daran. Unschoen, wirklich. Daher natuerlich auch mein Beileid an die, die dieses Szenario betrifft - das ist dieses Mal wirklich NICHT zynisch gemeint. Ich habe vor etlichen Jahren ja auch mal eine Ballonfahrt gemacht, um ein Beispiel zu nennen, uebrigens ohne Wissen meines "Vater"s *g* Aber ich wollte, also hab ichs getan, hatte die Karte gewonnen, meine "Mutter" hats mir, obwohl sie auch aengstlich war, gegoennt, und eines Sonntagmorgens im Sommer gings dann los. Ueber Stunden fast lautlos ueber Potsdam... Eine schoene Aussicht, ein schoenes Gefuehl. Aber natuerlich bestand auch ein Risiko - wie immer, wenn ein Tier etwas tut, was ihm nicht angeboren ist. Fliegen sollen eben nur die Voegel, aber wenn mans dennoch hinbekommt - gut. Aber dann KANN man eben auch verungluecken.

Das waere jetzt auch so eine Frage: Ob man bei Dingen, die einem angeboren sind, denn NICHT verungluecken koennte, wenn man auch in einer natuerlichen Umgebung lebte. Ich glaube, das waere falsch, schliesslich kann man auch beim Obst-vom-Baum-Pfluecken hinab stuerzen, und sich das Genick brechen, und dennoch war das Obstsammeln eine natuerliche Handlung. Die Ballonfahrt endete uebrigens mit einer Notlandung wegen eines aufziehenden Gewitters. Wo war ich stehen geblieben? Zum Tag laesst sich nicht viel sagen. Abends war der Vollmond schoen anzusehen, es war etwas kuehl, nebelig - Herbst! =) Ich liebe diesen Wetterwechsel... Und nun, nach Ferienende, war auch kein einziger poebelnder Depp mehr auf der Strasse - alles schoen leer :) Das freute mich richtig, obwohl es schwer zu glauben war, dass all die Leute, die sonst soffen und poebelten, Schueler gewesen sein sollen. Da einige auch sehr alt wirkten, aber wenn man sich schon mit 10 grillt und taeglich mit Schminke zukleistert, sieht man eben mit 20 schon aus wie eine Mumie ;) Ich habe das Glueck, durch meine asiatischen Gene wohl laenger jung auszusehen... Liegt in der Familie, und Schminke benutze ich auch alle Jahre mal. Sonnenbank? Nein danke.

Ich kam "zuhause" an und das Gemecker war so gross, wie immer. Nur meine Toleranzschwelle liegt heute relativ hoch. Derweil ueberarbeite ich eine alte Kurzgeschichte, in der der Tod personifiziert als kleines bleiches Maedchen seine Opfer zu sich nahm, indem sie ihnen mit dem Finger auf die Stirn tippte. Irgendwie hat das etwas Makaber-humoristisches, und ich kann mir auch vorstellen, dass vor mir bereits Menschen daran gedacht haben. Auch "beliebt" ist die Version mit dem Fingerschnipsen... Ein wenig Wahrheit steckt drin, schliesslich kann eine falsche Bewegung ein Unglueck verursachen, oder die falsche Tat im falschen Moment, etc. Es kann auf Milimeter ankommen. Ein Wimpernschlag kann die Welt veraendern... Zum Positiven wie zum Negativen. Das nicht erst zu Zeiten der Atomwaffen. Das Gebilde der Welt ist so zerbrechlich... Und wir alle trampeln doch oft sehr unachtsam darauf herum. Ein Wunder fast, dass wir noch leben.

cn P

27.08.2007 um 01:06 Uhr

25. und 26.8.07

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Ebay, Gesellschaft, Gewalt, Post, Internet, Stress, Gesundheit, Familie, Nahrung, PC

Leute gibts bei Ebay... Eine Kundin hat ihre Ware schon bekommen, war freundlich, hat positiv bewertet - so sollte es immer gehen. Und selbst, wenn mal etwas nicht stimmen sollte, kann man immernoch nett nachfragen, was los sei. Aber anders gehts in unserer degenerierten Menschheit natuerlich auch: Da hat sich einer zwei Tage (Mittwoch) nach Auktionsende beschwert, wo die Ware bliebe, hatte noch nicht einmal das Geld ueberwiesen - als das dann am Donnerstag da war, habe ich Freitagmorgen die Ware gleich zur Post gebracht. Was kam am Sonntagabend an? Eine extrem aggressive, beleidigende Email, dass das doch wohl Betrug waere, die Ware sei ja immernoch nicht angekommen, "Sie Penner" - Also haette ich gewusst, dass soetwas kommt, haett ich die Ware behalten :P Bei der Post verschwinden nunmal ab und zu Briefe *schulterzuck* Nein, mal im Ernst, wie man so dreist und aggressiv sein kann, ist wirklich erschreckend. Dass die Ware erst nach Bezahlung versendet wird und die Post auch paar Tage braucht, sollte einem Menschen wohl klar sein. Aber wer weiss, aus welcher Kuh dieser Idiot geschissen wurde...

Am Freitagabend durfte ich mir noch einige saudaemliche frauenfeindliche und rassistische Sprueche anhoeren, so dumm, dass man sich schon davor ekelt, musste mir auch nicht minder bloede persoenliche Beleidigungen anhoeren und bekam Dinge unterstellt, die ich nie behauptet, gesagt, oder getan habe. All das wundert bei meinem "Vater" keineswegs. Ich hatte mich uebrigens auch ueber meine Fussschmerzen beklagt, wurde dann aber gleich angemotzt, ich sei ja nur "hysterisch" und wegen "sowas" ginge man nicht zum Arzt. Das seien nur Wachtumsschmerzen, und das sei ganz normal. Und sowieso - alle ausser meinem ach wie tollen, goettlichen "Vater" sind dumm, ungebildet, missraten, psychisch krank und so weiter... Und alles, was wissenschaftlich nach den 50er Jahren entdeckt wurde, ist sowieso nur eine Erfindung der Medien, zum Beispiel Krebs. Ich habe mir den Bloedsinn irgendwann nicht mehr anhoeren wollen, und bin dann um 3 Uhr offline gegangen, habe noch gezeichnet und geschrieben, bis 5 Uhr - und war sehr zufrieden mit den Resultaten!

Um 10 stand ich auf und wurde gleich mit dummem Geschrei und aehnlichen Quaelereien belaestigt. Immernoch oder wieder diese dummen auslaenderfeindlichen und intoleranten, vorurteilsbehafteten Parolen... Was mich auch ekelte, dass ich um die Uhrzeit schon Pizza essen sollte, und dann auch noch eine, die so ueberfettet war, dass mir danach schlecht wurde... Ich frag mich, was mein "Vater" glaubt, dass ich sonst den gesamten Tag gar nichts esse?! Wobei das ja ehrlich gesagt auch oft stimmt... Ich esse wirklich wenig. In letzter Zeit esse ich von jedem Gericht hoechstens 5 Loeffel, dann bekommt ER den Rest. Ich brauche nur etwas Geschmack, dann fuehle ich mich schon satt... Und mein "Vater" frasz wieder wie ein Schwein. Und ich hatte Bauchschmerzen :/ Und Fussschmerzen... Der Busfahrer spaeter benahm sich auch daemlich, hat fast jede Bushaltestelle verpasst und ist ueberdurchschnittlich ruckelig gefahren. Als WIR gerade ausgestiegen waren, fragte uns auch noch ein verwirrter alter Mann nach dem Weg O_o

Und die Post hat mal wieder einen Abholschein eingeworfen, im Datums-Feld stand: "2549", was auch immer das auf "Postisch" heisst. Hoffentlich machen die nicht wieder Probleme, falls mein Name drauf steht, mit SEINEM Nachnamen (ab und zu lasse ich mich so erreichen, weil viele Brieftraeger dazu neigen, den zusaetzlich am Briefkasten angebrachten Namen von mir zu ueberlesen, und dann kommt gar nichts fuer mich an). Den restlichen Tag verbrachte ich drinnen, kuenstlerisch, und abends sehr entspannt... ER war noch einkaufen, ich hab mir derweil weiterhin die Zeit mit dem Zeichnen vertrieben. Schade, dass es meinem Fuss sehr schlecht ging; ich konnte mittlerweile gar nicht mehr ohne starke Schmerzen damit laufen. Nachts noch ein Bad in Damiana- und Artemisia-Extrakten, dann wach gelegen, gelesen... Erst am Morgen schlafen gegangen, und dann bis zum Nachmittag geschlafen, danach ab und zu wach gewesen, praktisch aber bis zum Abend im Bett geblieben. Danach... War eigentlich auch nicht mehr viel. Draussen traf man wieder aeusserst merkwuerdige Insekten. Es war relativ kuehl.

"Zuhause" angekommen, war alles wieder schnell "wie immer": Das Fenster offen, Muecken im Zimmer, unglaublich dummes Gemotze seitens meines "Vater"s. Menschenverachtende, spoettische Kommentare, eine unglaubliche Ignoranz (schlimmer hinter dem Mond leben kann man wohl nicht!), und ich bekam mal wieder unterstellt, ich wuerde ja immer den PC "kaputt machen". Da fragte ich, wie er sich erklaere, dass er bei mir fast nie abstuerze (bislang eigentlich nur der Fall, wenn mein "Vater" ihn vorher benutzte und ich dann schon beim Oeffnen meines Browsers bemerke, dass alles haengen bleibt - er da also schon "kaputt" ist, obwohl ich noch gar nichts getan habe), aber staendig bei ihm. Da hiess es, das sei ja klar, wenn ich ihn benutze, wuerde ich ihn kaputt machen, und bei meinem "Vater" wuerde er dann abstuerzen. Auch an Tagen, wo ich gar nicht hier war, und wenn ich ihn laenger gar nicht benutzt habe. Was fuern Zufall. Was fuer eine "Logik"! *kopf gegen wand hau* Ich habe Fussschmerzen. Und eine Ziehen im Arm und vorhin hatte sich ein Finger beim Tippen wieder verknackst. Mein Antiallergikum habe ich vorhin auch vergessen :/ Hoffentlich habe ich noch Tabletten hier, und nicht, wie befuerchtet, nur in S.

cn P

26.08.2007 um 21:52 Uhr

"Lustig", diese Doppelmoral

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Musik, Gesellschaft, Gewalt, Metal

Da findet in Berlin ein "Anti-Gewalt-Konzert" fuer Kinder und Jugendliche statt, bei dem fuer ein gewaltfreies Miteinander geworben wird. Und wer tritt dort, unter Anderem, auf? Ausgerechnet der Rapper "Bushido", von dem bisher 4 CDs wegen brutalen Texten auf den Index jugendgefaehrdender Medien gekommen sind und der regelmaessig in seiner "Musik" zu Gewalt gegen Frauen, Homosexuelle und sowieso gegen alle moeglichen Mitmenschen aufruft. Auch privat hat er schon mehrere Anzeigen am Hals und sass im Gefaengnis. Und seine Sprache, privat wie beruflich, finde ich auch nicht sehr vorteilhaft.

Nicht, dass ich meine, dass gewalttaetige Texte gewalttaetig machen muessten. Aber es ist leider doch der Fall, dass es einige Idioten gibt, die Realitaet und Fiktion nicht unterscheiden koennen. Gerade in der Rap-Szene sehe ichs haeufiger, dass Texte fuer die Realitaet gehalten werden und dann eben wirklich auf zB Schwule oder Frauen draufgepruegelt wird. "Bushido" hats ja vorgemacht! Daher ist es irgendwie zynisch, ausgerechnet ihn bei einem Konzert gegen Gewalt auftreten zu lassen...

Und falls mir jetzt einer mit Lordi kommt, falls die noch einer kennt ;) Der mag zwar "graesslich" aussehen, aber er machts mit einem Humor, den man eigentlich nicht uebersehen kann. Ausserdem wird seine Musik normalerweise auch nicht von zu jungen Menschen gehoert... Was fuer viele Metal-Bands gilt. Da gibts, das gebe ich zu,  auch einige mit derben Texten. Aber die treten auch nicht auf Kinder-Anti-Gewalt-Konzerten auf, ausserdem kenne ich da keinen, der mit so wenig Niveau wie diverse Rapper seine Texte schreibt. Es ist gewoehnlich auch eher eine andere Art, wie Gewalt in den Liedern vorhanden ist: Eher beobachtende Betrachtungen mit Kritik daran, als die buschidoschen Ausfuehrungen, wem er gerne alles wie die Knochen brechen moechte.

Zuletzt kann man sonst nur noch erwaehnen, dass Herr Bushido bislang immer schoen ausgeteilt hat, aber Kritik gegen ihn selbst nie akzeptieren konnte. Niveauvoll darauf eingegangen ist er bislang auch nie. Aber was sollte man erwarten, wenn einer nur ueber "Schwucht*ln", "Motherf*cker" und "Nutt*n" "singt"...

cn P 

26.08.2007 um 20:02 Uhr

Ueber Wetter und Winter

Kommentar auf einen anderen Beitrag ;)

Natuerlich soll Sonnenlicht gesund sein. Dagegen, ab und zu ein Sonnenbad zu nehmen, habe ich auch nichts. Aber wenn ich mir mal ansehe, wies an meiner Schule und nun an der Uni aussah und aussieht: Gut jeder 4. ging regelmaessig auf die Sonnenbank, mindenstens 1x, oder auch 2x pro Woche. Aber dann gabs auch noch die Extremfaelle, die 4x pro Woche, fast taeglich, dort waren. Da kann man wirklich nur den Kopf schuetteln.

Wusstest du uebrigens, dass die Suizidrate im Mai am hoechsten ist?

Ich gehe eigentlich nie in die Sonne, wenns nicht unbedingt sein muss (also auf dem Weg irgendwohin)... Bekomme davon Kopf- und Augenschmerzen, bin sehr lichtempfindlich. Mein Vitamin-D-Stand scheint dennoch normal zu sein, meine Knochendichte ist besser, als bei den restlichen Familienmitgliedern. Depressionen habe ich nur hormonell bedingt. Im Winter auch seltener, als im Sommer. Und wenn mir jemand in depressiven Phasen einredet, ich solle doch hinaus gehen und Sport machen ("Ist doch so schoen draussen, tihihi..."), dann werde ich sogar aggressiv. Das einzige, was mir bei Depressionen hilft, ist das bewusste Ausleben der Trauer - schoen zuhause im Dunkeln oder bei Kerzenlicht sitzen und Lyrik schreiben, aber um Gottes Willen nicht in die grelle Sonne und kein Sport! Wieso sollten meine Depressionen auch durch Dinge, die ich nicht leiden kann, verschwinden... Um ehrlich zu sein macht soetwas meine Stimmung nur noch schlimmer.

Uebrigens habe ich einige Freunde in Finnland... Von denen wurde bislang niemand im Winter, selbst, wenn es dauerhaft dunkel bleibt, depressiv.

Also: Verallgemeinern sollte man nicht. Sage ich mal, auch, wenn ich wahrscheinlich mit meiner Meinung allein dastehe.

Nutzen wir das ganze doch mal... ;)

um generell noch einige Dinge aufzulisten, wieso mit der Winter lieber als der Sommer ist... Abgesehen eben vom weniger grellen Licht und den angenehmeren Temperaturen an sich:

- kuehleres Wetter -> weniger Schweiss -> keine brennenden Wunden
- keine Allergie
- keine auf der Strasse hockenden, besoffenen, poebelnden Gestalten
- wenig Licht -> keine Kopf- und Augenschmerzen -> bessere Leistungsfaehigkeit
- Kaelte -> Menschen bleiben zuhause -> ich hab draussen meine Ruhe
- Schnee und Eis als Schoenheits- und Kunstobjekt vorhanden

Natuerlich gibts auch Nachteile, zB finde ich Temperaturen unter 20 Grad nicht mehr so toll, und Glatteis mag ich auch nicht. Ansonsten mag ich den Winter...

cn P

26.08.2007 um 17:56 Uhr

Sehnsucht nach dem, was nicht mehr ist

Ich habe heute den gesamten Nachmittag mehr oder minder schlafend verbracht, nachdem ich bis zum Morgen wach gewesen war. Ich erwachte zwar immer wieder, schlief danach aber auch immer wieder schnell ein. Das letzte Mal, das ich eingeschlafen war, hatte ich einen Traum, der mich nach dem Erwachen sehr wehmuetig zurueck liess. Vor wenigen Minuten... (Okay, mittlerweile ist es laenger her - Das Tippen des Textes hat doch laenger gebraucht, ausserdem war ich zwischendurch essen)

Ich hatte getraeumt, ich waere an der Uni gewesen, gerade auf dem Weg zu den Waschbecken in einem unglaublich gammeligen Waschraum, wo ich dann eine fruehere Mitschuelerin traf. Ich erfuhr, dass wir im selben Kurs waren (200 Leute im Hoersaal, weshalb wir uns nicht begegnet waren - es war uebrigens gerade Beginn eines Wintersemesters), und so unterhielten wir uns ganz gut, ueber die Zukunft, ueber die letzten Monate und Jahre... Draussen trafen wir einen anderen frueheren Mitschueler und gemeinsam troedelten wir in Richtung Bushaltestelle. Meine Gesundheit war perfekt, wie frueher viele Jahre, ich konnte problemlos laufen. Generell gehts mir in der Realitaet eigentlich erst seit dem Studium grottenschlecht...

Es war Herbst und wurde schon leicht kuehl. Die Sonne war nicht grell, es war etwas nebelig... Fuer mich war das Wetter somit perfekt - schoen anzusehen und koerperlich angenehm. Meine fruehere Mitschuelerin trug mir die Tasche (wieso auch immer), was bei uns in der Realitaet aber auch oft vorkam, gegenseitig - wenn bsp fuer einen etwas Sperriges fuer den Kunstunterricht zu tragen war. Verstanden hatten wir uns gut, auch, wenn sie eine sehr zynische Person war... Sticheleien zwischen uns gab es eigentlich immer, aber wir verstanden sie beide mit Humor. Zum Teil haben wir einander lachend derart attackiert, dass andere Leute uns fragten, wieso wir denn miteinander redeten, wenn wir uns hassten. Als wir meinten, wir hassten uns nicht und das sei doch nur Humor, wurden wir gewoehnlich fassungslos angestarrt.

Mit dem Getroedel der beiden im Traum war ich jedoch nicht so ganz einverstanden, denn ich wollte puenktlich - vor 15:40 - an der Haltestelle sein, weil ich wusste, dass dort eine andere fruehere Bekannte, die woanders studiert, vorbeikommen muesste (es war ein grosser Bahnhof in der Naehe und auch etliche andere Linien kreuzen den Punkt). Schon am Vortag waren wir uns zufaellig begegnet und verbrachte dann die fast 2-stuendige Busfahrt miteinander und hatten uns richtig angenehm unterhalten. Darauf wollte ich heute nicht verzichten, denn die anderen beiden wuerden einen anderen Weg gehen muessen (Was den 2., maennlichen Mitschueler, den ich noch nicht genauer erwaehnt habe, betrifft: Mit diesem habe ich mich nie sonderlich verstanden, aber er war mit der anderen Person befreudet. Da er nicht gespraechig war und meist nur stumm mitlief, empfand ich ihn aber auch nie als stoerend).

Dann erwachte ich, noch auf dem Weg, irgendwie wehmuetig - da ich mittlerweile vollkommen den Kontakt zu vielen Menschen, die ich mochte, verloren habe, und da es gesundheitlich im Moment schrecklich aussieht (der Fuss tut immernoch weh und ich bin wieder stark erkaeltet) und da ich mich nach der Kuehle des Spaetherbsts sehne... Die Zwei, von denen ich traeumte, mit ihnen unterwegs gewesen zu sein, leben mittlerweile lange nicht mehr hier. Einer ging ins Ausland, eine lebt nun in Sueddeutschland und studiert dort. Das letzte Mal gesehen hab ich sie bei der Abiturverleihung.

Die andere Mitschuelerin haette ich gar als Freundin bezeichnet - wir waren aeusserlich und in vielen Hobbies wie Tag und Nacht, aber wir verstanden uns immer super - das letzte Mal sah ich sie als ich gerade mit dem Studium begonnen hatte, zufaellig, auf dem Bahnhof. Danach haben wir noch paarmal telefoniert und einander Emails geschrieben. Irgendwann hatte sie aber keinen Telefonanschluss mehr und dann wars das irgendwie... Werd sie nachher evtl nochmals anschreiben, vielleicht stimmt die Addresse ja noch...

Irgendwie erstaunlich, wie man so ploetzlich wieder an Menschen denken kann, von ihnen so alltaeglich traeumen kann, obwohl man sie laengst ueber ein Jahr nicht mehr gesehen hat. Getraeumt habe ich frueher nie von ihnen... Ich denke, dieser ganze Traum resultiert einfach aus dem mittlerweile sehr veraenderten Leben. Damals ging ich oft heraus, mittlerweile bin ich zurueckgezogen, spreche kaum mit jemandem mehr, hab ja auch niemanden... Die Leute an der Uni gefallen mir zum Grossteil nicht, ausserdem weisen sie einen sofort ab, sobald man sie nur anspricht. Vor wenigen Jahren war ich nicht anders, aber mein Umfeld irgendwie netter...

Seltsam, wie sehr ich Menschen im Gedaechtnis behalte - nicht nur charakterlich, sondern gaenzlich aeusserlich - Stimme, Gestik, die Art, sich zu bewegen... Generell habe ich festgestellt, dass ich soetwas sehr detailliert betrachten kann. Mit fallen Dinge auf, die viele andere nicht sehen - auf die sie wohl gar nicht achten. Naja, seis drum... Das Leben veraendert sich immer.

cn P

25.08.2007 um 01:48 Uhr

Langhaarigkeit bei Maennern - geschichtlich gesehen

Wenn man die Geschichte der Menschheit betrachtet, wird man feststellen, dass langes Haar bei Maennern den Grossteil der Zeit als Normalfall galt, und dass unsere heute durch die Industrialisierung gepraegte Sicht, die behauptet, ein Mann habe kurzhaarig zu sein, eigentlich eine Ausnahme darstellt (Wobei natuerlich zu jeder Zeit Haare zum praktischen Zweck gekuerzt wurden - ob zur einfacheren Feldarbeit im Mittelalter, zur gefahrlosen Arbeit mit Maschinen zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder zu allen Zeiten um Ungeziefern vorzubeugen). Und ich beziehe mich hier nicht auf Hoehlenmenschen, die sich mangels geeigneten Werkzeugs die Haare einfach nicht schneiden KONNTEN, sondern von verschiedenen weit entwickelten Voelkern, die die Moeglichkeit besessen haetten, langes Haar bei Mann und Frau aber als Schoenheitsideal betrachteten.

Im antiken China und in anderen asiatischen Staaten beispielsweise glaubte man traditionell, die Weisheit eines Menschen liege in seinen Haaren. Sicher kennt man die Darstellung alter asiatischer Philosophen mit langem, teilgezopfen Haar und langem Bart. Jeder Mann, dem es moeglich war, trug damals langes Haar, meist zum schmalen Zopf gebunden. Die Haare zu kuerzen oder gar ganz zu entfernen, wurde als Bestrafung angesehen. Diese Tradition hielt noch bis ins 20. Jahrhundert an.

Ein aehnliches Denken existierte in mittelalterlichen nordischen Laendern. Die Wikinger beispielsweise glaubten, die Kraft eines Menschen sammelte sich im Haar, besonders im Bart.

In der Mongolei wird Jungen bis zu einem bestimmten Alter nie das Haar geschnitten, da man daran glaubt, diese wuerden sonst von boesen Geistern entfuehrt oder getoetet werden. An Maedchen scheinen sie jedoch nicht interessiert zu sein, wodurch man seinen Jungen als Maedchen "verkleidet", um ihn zu schuetzen. Lange Haare haben hier also eindeutig eine lang hergebrachte mystisch-traditionelle Schutzfunktion, sind also auch positiv konnotiert.

Dass langes, gepflegtes Haar im mittel- und suedeuropaeischen Mittelalter bei Mann und Frau als Statussymbol galt und oft auch in sehr aufwaendigen Frisuren getragen wurde, muss ich in Zeiten von Ritterfilmen und Mittelalterromanen wohl nicht erwaehnen ;) Fakt ist: Unfreie Bauern bekamen die Haare zur Erniedrigung geschnitten, Straftaeter aller Arten als Bestrafung ebenfalls, was dieselbe Funktion wie zb der Pranger hatte und auch als ungefaehr gleich beschaemend angesehen wurde.

In der griechischen und roemischen Antike trugen Maenner, meist Adlige, Wohlhabende und Philosophen, ebenfalls langes Haar als Statussymbol. Selbst bei aermeren Menschen war zumindest halblanges Haar (solange es moeglich war - wenn sich irgendwann im Alter eine Glatze bildet, kann man auch nicht mehr viel machen, ausser eine Perruecke tragen) ueblich. Die einzigen, bei denen richtig kurzes Haar ueblich war, waren - aus praktischen Gruenden - Sportler.

Auch in der aegyptischen Antike trugen Mann und Frau langes Haar - gewoehnlich aber nur als Perruecke. Der Hitze wegen waren die meisten Menschen darunter relativ kahl geschnitten. Dennoch galt langes Haar als Schoenheitsideal.

Des Weiteren waeren noch zahlreiche Urvoelker zu nennen, die langes Haar tragen, obwohl es ihnen auch anders moeglich waere - man denke zB auch mal an die nord- und suedamerikanischen Indianer.

Wenn man dies betrachtet, bemerkt man also schnell, dass langes Haar eigentlich immer ueblicher und weiter verbreitet war, als die Kurzhaarigkeit heute. Und wenn es nur "halblanges" Haar war - auf die Idee, sich freiwillig eine Glatze zu rasieren oder sich nur wenige Millimeter kurze Stoppeln zu schneiden, waere oft wohl niemand gekommen, man haette es sogar abstossend gefunden.

Wieso nimmt sich unsere heutige Gesellschaft also das Recht heraus, langhaarige Maenner der heutigen Zeit als krank, asozial oder zumindest "seltsam" abzustempeln? Sicher gibt es unter Konservativen durch die Hippie-Bewegung eine negative Konnotation und es muss ja auch nicht jeder alles schoen finden, aber wieso gehen viele Menschen auf Langhaarige so negativ zu? Wieso sollte Langhaarigkeit anormal sein, gerade, wo uns die Geschichte lehrt, dass es sie immer schon gab, und dass sie sogar haeufig sehr geschaetzt wurde?

Ich kaeme nicht auf die Idee, irgendwelche Menschen aufgrund ihrer Frisur auszugrenzen oder zu beschimpfen. Die einzige zynische Bemerkung, die ich wohl je ueber eine Frisur gemacht habe, bezog sich auf die Glatzen dreier junger Maenner - die aber auch "politisch" taetowiert waren, Bomberjacken, Springerstiefel und Militaer-Hosen trugen, und sehr rechts aussahen (Es mag ein Vorurteil sein und sicher gibts auch unpolitische Menschen, die den Militaerstil einfach moegen, aber so wirkte es nunmal) - ich habe mich hier aber auch nicht ueber sie lustig gemacht oder sie kritisiert, weil ihre Frisur mir nicht gefiel, sondern aufgrund ihrer scheinbaren politischen Meinung. Und wenn ich mich draussen hinstellen wuerde und jeden Kurzhaarigen, der vorbeilaeuft, mit "Igitt, ein Kurzhaariger, der ist bestimmt asozial!" belaestigen wuerde, wuerde man mich auch fuer bescheuert halten. Aber Langhaarigen gegenueber wird staedig Intoleranz geuebt, solche vorurteilbehafteten dummen Sprueche hoert man staendig, und das wird von unserer ach wie toleranten Gesellschaft einfach hingenommen!

Fragt sich, wer hier ein Problem hat...

cn P

25.08.2007 um 01:10 Uhr

24.8.07

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Post, Ebay, Stress, Familie, Intoleranz, Gesundheit, Schmerz

Gestern musste ich mir zahlreiche strunzdaemliche auslaender- und frauenfeindliche Sprueche anhoeren; im Moment ebenfalls, dieses ganze dumme "Frauen sollen gefaelligst zuhause bleiben"-Blahblah und unertraegliches Geschrei. Aber wer nimmt das Gerede von einem senilen alten Knacker ueberhaupt ernst, wenn er nicht gerade Schaeuble ist? ;) Wobei ich mich da auch frage, ob den noch einer, ohne ihn laecherlich zu finden, ansehen kann... Da das Gesabbel mir zu bloed war, stellte ich mein Gehoer recht schnell mental ab. Bin dennoch erst um 3 offline gegangen, da ich noch weiter an Bonaventuras Nachtwachen gelesen habe, mit denen ich doch endlich mal fertig werden sollte. Aber dann war ich eben doch zu genervt... Ging in mein Zimmer, skizzierte in 30 Minuten 11 Personen. Hab mir danach auch wieder einige alte Fotos angesehen... Was der Wechsel der Haarfarbe ausmachen kann! Als WIR uns kennen lernten, hatte ER noch schwarz gefaebtes, glattes Haar. Mittlerweile ist es sehr hell blondiert und etwas welliger. ER sieht so huebsch aus, wie eine Frau *lach*

Ich weiss, viele Menschen koennen das sicherlich nicht nachvollziehen, aber ich finde ihn sehr schoen so und er sich ebenfalls. Wobei - werden nicht Frauen gewoehnlich als "das schoene Geschlecht" beschrieben? Und ist nicht das schoenste Kompliment in vielen asiatischen Laendern, "schoen wie eine Frau" zu sein? Was hindert uns in Europa also daran, weiblich aussehende Maenner zu akzeptieren? Ich denke, es ist einfach nur Intoleranz aufgrund von Konventionen. Ich sage uebrigens nicht, jeder solle sich meinem Schoenheitsideal gemaess verhalten, absolut nicht! Jeder soll so herumlaufen, wie er selbst es schoen findet, aber er soll gefaelligst andere Konzepte von Schoenheit als gleichwertig akzeptieren. Oder bin ich zu tolerant? Die stockkonservativen wuerden mich wahrscheinlich sowieso als "perverse Fetischistin" in die Anstalt sperren lassen, aber ich sags gern: Ich habe nichts gegen Frauen in Maennerkleidung (was heute ja zum Glueck auch weitestgehends akzeptiert wird - das ist schon einmal eine Besserung), und auch nichts gegen Maenner, die sich vermeintlich weiblich verhalten! Ob nun Make-Up, pingelige Haarpflege, Roecke - das alles gab es frueher auch bei Maennern, da wars normal - heute auf einmal nicht mehr. Ich wuesste nicht, was mich das interessieren sollte.

Und dennoch bin ich skeptisch ueber die Entscheidung von IHM, ein Korsett tragen zu wollen. Nicht, weil ich eine eher brust- und hueftbetonte Koerperform mit schmaler Taille nicht schoen faende - sondern, weil ich weiss, wie muehsam das Tragen eines richtigen Korsetts ist. Ich weiss nicht, ob ER das laenger durchhalten wuerde, und die Dinger sind so teuer... Einfach meins tragen kann er nicht, weil ich doch ein Stueck dicker bin, als er. Naja, aber wenn er moechte, soll er eins tragen. Die Tradition bei Maennern gibt es uebrigens auch schon laenger, gerade in einigen asiatischen Regionen - auch heute noch! Und ich rede nicht unbedingt nur von Subkulturen. Und anmerken moechte ich, dass ein Korsett, wenn mans mit dem Schnueren nicht uebertreibt und den Umfang langsam reduziert, gar nicht schaedlich sein muss. Nicht umsonst wurden frueher (ich weiss nicht, ob es das heute noch gibt) bei einigen Rueckenkrankheiten, schwacher Muskulatur und poroesen Knochen, bei beiderlei Geschlecht medizinische Korsetts verschrieben - weil sie den Ruecken perfekt stuetzen. Und wenn man langsam enger schnuert, bekommt man auch eine schoene Taille ;) Geduld muss man jedoch haben... Bei mir hats sich ausgezahlt.

Wobei ich, ganz ehrlich, es mittlerweile nicht mehr so oft trage, letzten Winter aber beispielsweise fast taeglich. Anfangs habe ichs aus Uebermut zugegeben auch ein wenig uebertrieben... Bauch eingezogen, so weit wie moeglich eingeatmet, Schnuere strammstmoeglich durchgezogen und gebunden, und dann fast kollabiert, weil ich nicht mehr atmen konnte ;) Also - bei Interesse die Sache LANGSAM angehen! Bin gestern 3:30 schlafen gegangen. Um 10 wieder aufgestanden. Gegen halb 12 mit IHM zur Post gegangen, die Sachen vom Ebay-Verkauf abgeben. Hoffentlich geht das gut... Die Sachen wurden als "Warensendung" besonders guenstig versendet, dabei sind jedoch nur Gegenstaende zugelassen und keine Schriftstuecke (wieso auch immer). Deshalb, so sagte mit der Email-Service der Post, muesse man bei Abgabe den Umschlag offen halten, der Postangestellte wuerde hinein sehen, dass keine unerlaubten Gegenstaende drin seien, und dann wuerde der Umschlag geschlossen werden und dann frankiert und losgesendet. So hab ich die Umschlaege mit Klebeverschluss eben offen hingegeben. Da wurde ich angemotzt, wie man das denn verschliessen sollte, das muesse doch geklammert werden. Ausserdem wuerde man gar nicht bei Abgabe hinein sehen, sondern erst in der Zentrale. Daher muesse der Umschlag nun mit Klammer oder offen reisen... Na toll O_o

Musterbeutelklammern hatte ich zuhause, aber nun eben nicht bei mir. So hat der Post-Typ einige Bueroklammern aufgebogen und sie quasi als Ersatz fuer die Musterbeutelklammern genutzt. Na wenn das gut geht... Angeblich wuerde das so klappen, kaeme haeufiger vor. Wenn die Sachen nun aber auf dem Weg verloren gehen, geklaut werden oder beschaedigt ankommen - da rast ich dann wohl aus... Laenger warten konnte ich leider nicht mehr, da die lieben Kunden vorgestern schon herumgemotzt hatten, wo die Ware bliebe, dabei war ihr Geld noch nichtmal zu mir ueberwiesen! Gestern Abend wars da, da hab ich dann eben die Briefe gemacht und heute abgesendet... Laut Deutscher Post benoetigt die Lieferung nun 4 Tage. Ich glaubs nicht so recht, bin also gespannt... *re* Dann gings nach S., nach Hause. Habe ich schon angemerkt, dass ich heute so starke Schmerzen im linken Fuss habe und hatte, dass ich kaum laufen konnte? Demnach bin ich schnell nach Hause gehumpelt und dann den gesamten Tag drinnen geblieben. Weiss wirklich nicht, woher es kommt. Habe gecremt, nach einer Blase abgesucht, an der Hornhaut geraspelt und mit einer Nadel gestochert... Irgendwie sehe ich keine Blase. Eine Muskelverspannung evtl?

Schlimmstenfalls eine Fuss-Fehlstellung, meinte ER. Allerdings habe ich einen Abdruck gemacht, und die Form sieht vollkommen normal aus. Auch habe ich mal gegoogled - die Schmerzen sind fuer alle gelaeufigen Fehlstellungen untypisch. Weiss von euch einer, was das sein koennte? Die Schmerzen treten auf einem bestimmten Punkt auf, auf der Unterseite des Fusses auf dem Ballen(?), quasi suedlich des mittleren Zehs. So, jetzt hab ich gegoogled, wie der Teil des Fusses heisst, aber nichts gefunden :/ Ballen heisst er wohl nicht. Geschwollen scheint die Stelle auch :/ Moment, ich hoere mal auf mit dem Eintrag, der PC spinnt...

cn P

P.S.: Hab immernoch keine Abbildung der Fusszonen, hab aber hier die Fussreflexzonen-Karte gefunden:
http://www.espri.ch/atelier_espri/fussreflex/img/fuss.gif
Ich weiss, es hat mit dem eigentlichen Thema nichts zutun... Aber die Schmerzen sind ca zwischen dem Schulterbereich (mittig) und dem Solar-Plexus.

Nachtrag:

Also... Weiter gegoogled, eine Fussfehlstellung ist es sicher nicht. Woher sollte sie auch so ploetzlich kommen, wo ich immer auf "gutes" Schuhwerk achte und bislang immer bewundert wurde, dafuer, richtig ideal geformte Fuesse zu haben? Trage eigentlich immer flaches Schuhwerk, laufe zuhause nur barfuss... Habe aber gelesen, von Zeit und Zeit sei es moeglich, dass Fusssehnen anreissen oder andersweitig leicht beschaedigt werden, was natuerlich zu Schmerzen fuehrt. Hoffentlich verschwindets schnell wieder... Heute war es, wie bereits bemerkt, so schlimm, dass ich gar nicht mehr hinaus konnte. Einkaufen musste ER so leider auch allein, dabei waere ich gern mal mitgekommen :( Habe also hauptsaechlich am PC gesessen und wieder gezeichnet (heute sind in ca einer halben Stunde zwei Bilder fertig geworden), abends dann gedoest und geschlafen... Sehr lange geschlafen, sogar... Dann wars aber auch leider wieder Zeit, zu gehen, und so mussten WIR los zum Bus. Ich bin immernoch mit Fussschmerzen gehumpelt. Heute waren noch mehr Asis unterwegs, als sonst, noch mehr besoffene, und die Zahl der Spinnen an der Haustuer hatte sich nochmals vergroessert :/ Und das Fenster stand offen, wodurch ich auch gleich wieder zwei neue Muecken an der Decke gesehen habe, wo ich natuerlich nicht heran kam :/

Generell werden die Zustaende draussen, drinnen und gesundheitlich, im Moment wieder schlechter. Aber alles geht irgendwann vorbei... Darueber kann man sich dieses Mal richtig freuen. Auch das dumme Geschrei meines "Vaters" hat sicher irgendwann ein Ende. So lange muss ich eben warten - auch gut *re*

cn P

 

24.08.2007 um 01:07 Uhr

23.8.07

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Familie, Krankheit, Schlaflosigkeit, Insekten, Natur, Stress

3 Uhr offline, geschrieben, Bauchschmerzen bekommen, dann versucht, schnell einzuschlafen, was jedoch nicht gelang. Obwohl aerztlich mal festgestellt wurde, dass mit meinen Augen alles in Ordnung sei, habe ich nachts oft seltsame Lichtblitze vor Augen und sehe mitten in der Nacht, in vollkommener Dunkelheit, immernoch alles wie am Tag, nur eben in dunkler und schwarz-weiss, und es scheint mir, als wuerden einzelne Staubflecken wie grellweisse Blitze oder dieses typische "Schneerieseln" bei Fernseh-Verbindungsstoerungen erscheinen. Und gestern Nacht war es besonders schlimm; das war kein Schnee mehr, sondern bei einigen Menschen epileptische Anfaelle ausloesendes grelles Blitz-Zucken, pausenlos, wie in einer schlechten Disco ( ;) ), und ich habe das Gefuehl gehabt, ich wuerde verrueckt werden, wenn ich nicht gleich wieder im Licht bin. Also habe ich bei Licht noch eine ganze Weile herumgesessen, bis ichs irgendwann wieder gewagt habe, mich hinzulegen. Vorher nochmals ins Bad - ich habe im Spiegel gesehen, dass ich kalkweiss war und schreckliche Augenringe hatte. Zu Halluzinationen neigte ich mittlerweile auch schon bei Licht. Um 5 schliesslich habe ich mich endlich schlafen legen koennen... Ich weiss, ich hab wahrscheinlich irgendwelche Probleme mit den Nerven... Dennoch haben Aerzte da nie etwas feststellen koennen.

Um 10 stand ich mit Kopfschmerzen auf und mein "Vater" weigerte sich, aufzustehen :/ Es kam zu unnoetigem Stress und Verzoegerungen. Durchblutungsprobleme hatte ich zu der Zeit gerade keine, mittlerweile aber wieder (inklusive instabilem Kreislauf). Zu Trinken gabs nichts, ich wurde bloed angemotzt, ich sass bis halb 12 und laenger da und war genervt. Bin gegen 12 endlich hinaus gekommen, dann schnell nach R. und dann mit dem Bus nach S. Mit den Menschen war es dasselbe, wie immer. Vom Aerger mit den Nachbarn habe ich bereits berichtet. Abends war auch nichts mehr, ausser dass ich gezeichnet habe, und ER genaeht. Morgen muesste ich mal wieder hinaus, habe aber kaum Lust. Abends sassen wieder einige laut poebelnde Menschen im Bus, draussen war alles voller Insekten. 5 Spinnen, und zwar 5 riesige, haarige, sassen allein an der Haustuer, und das Treppenhaus war voller grosser Fliegen und Muecken, auch die einzelnen Wohnungstueren. Schrecklich. Und in meinem Zimmer stand das Fenster auf, weshalb ich sicher bin, dass ich die Viecher jetzt auch in meinem Zimmer habe... Und sobald ich das Treppenhaus betrat, klingelte es wieder beim Nachbarn. Mittlerweile frage ich mich wirklich, ob das ein Wecker oder eine Alarmanlage ist.

Mir war schlecht, ich hatte immernoch Schmerzen im linken Fuss und zusaetzlich Halsschmerzen. Erkaeltet bin ich auch noch leicht. Mein "Vater" laesst mich natuerlich dennoch nicht in Ruhe, sondern plappert mich die gesamte Zeit daemlich voll, beschimpft mich und macht unglaublich daemliche Kommentare, beispielsweise, dass alle Woelfe im Umland "erschossen" gehoerten (wie wohl alles, was er nicht mag), denn Tiere haetten allgemein "in der Stadt nix zu suchen". Und dass ich mal einen Marder hier in R. gesehen habe, glaubte er mir auch nicht. Denn in der Stadt gaebe es doch gar keine Tiere (Was fuer ein ignoranter Idiot!). Die einzigen Tiere, auf die ich gerne verzichten wuerde, sind die nervigen Muecken, die mich auch jetzt die gesamte Zeit umschwirren. Dies zu verhindern, waere so einfach! Man muesste nur mal konsequent die Fenster geschlossen halten, aber das bekommt mein "Vater" ja nicht auf die Reihe. Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, alle woellten mich nur absichtlich nerven. Ausser IHM koenne mich sowieso kaum einer leiden. Ausser vielleicht meiner Nichte, die auch jetzt noch alle paar Tage von mir schwaermen soll, und das, wo ich sie gar nicht verhaetschelte! Nur im Gegensatz zu ihren "tollen" Eltern habe ich mich endlich mal um sie gekuemmert und sie nicht, wie die "Eltern", die gesamte Zeit ignoriert! Und staendig heisst es, ich waere eine "gute Mutter". Das stimmt vielleicht. Schade nur, dass wohl oft die guten Muetter die Menschen sind, die gerade keine Kinder bekommen ;) (Was natuerlich nicht heissen soll, alle Muetter seien schlecht, absolut nicht! Ich verallgemeinere sehr ungern)

cn P

23.08.2007 um 20:36 Uhr

Ohne Worte

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Fotografie, Kunst, Friedhof

cn P 

23.08.2007 um 18:40 Uhr

Utopia der blinden Egozentriker

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Finanzen, Politik, Arbeit

Hach ja, die liebe Menschheit... Wo ein daemliches Grinsen oder eine schlanke Taille einem eher einen guten Job verschafft, als Intelligenz und sprachliches Koennen. Wie oft lese ichs - "Vorraussetzung fuer den Beruf ist ein attraktives Aeusseres" - und das nicht bei Berufen wie Model oder Hostess, sondern bei solchen, wo man sich wirklich fragt, wozu man da ueberhaupt ein Aeusseres braeuchte. Aber naja, in einer Gesellschaft, die vollends von der Oberflaechlichkeit regiert wird, ist das eben so!

Da ich nun aber weiss, dass ich - dank einer zu breiten Huefte, der Unfaehigkeit zu dummem blinden Gehorsam und dem Unwillen, mich dem oberflaechlichen Klischeedenken unterzuordnen - nie einen "ordendlichen" Job bekommen werde, kann ich mein Leben ja mit der Kunst verschwenden. Denn wie wir wissen, sind alle Kuenstler nur verwahrloste Asoziale, die sich nicht in die Gesellschaft einordnen koennen, zu faul sind, sich zu pflegen und taeglich eine Maske aufzusetzen, und die einfach zu dumm sind, um zu erkennen, dass Gleichmacherei und Massengehorsam auf Befehl super intelligent und toll sind!

Auch, wenn so oft das Gegenteil behauptet wird: Ein blind gehorchender Dorftrottel, der wie der letzte Toelpel redet und nicht weiss, wie man einen Satz fehlerfrei schreibt, ist lieber gesehen, solange er einen teuren Anzug traegt, als ein Mensch, der klug und bedacht ist, eine fehlerfreie Orthografie beherrscht und sich Gedanken ueber sein Handeln macht - und dafuer vielleicht zu "billige" Kleider traegt. Ausserdem ist es sowieso kritisch, wenn jemand denkt, denn er koennte ja das Falsche denken!

So erschaffen wir uns lieber eine seelentote Armee lebender Toter, die ausser sich bloeder als bloed zu arbeiten und dann fuer das Geld ordendlich viel zu konsumieren, nichts im Kopf hat. Sozialverhalten braucht man nicht, mit Geld kann man alles kaufen. Geld, Geld, Geld, was sollte man denn mehr wollen? Solange man dieses Denken genug Menschen einimpfen kann, mag das auch gut gehen. Die Schattenseiten koennen wir immernoch von den Medien totschweigen lassen.

Und damit es auch keinen Protest gibt, reden wir jedem ein, er sei fuer das gesamte Kollektiv zustaendig. Jeder kontrolliert ab sofort jeden und redet jedem das richtige Denken ein. Dann tanzt keiner aus der Reihe und man kann sie noch besser kontrollieren. Wer sich wehrt, verschwindet eben... Wer sagt denn, dass nicht auch ein 18-Jaehriger ploetzlich an einem Herzinfarkt sterben koennte? Und damit auch genug bei der Kontrolle helfen, kann man ihnen ja Belohnungen versprechen. Es muessen ja nicht die Huri des islamischen Fundamentalismus sein, eine Befoerderung und noch mehr Geld reichen meistens schon.

cn P

23.08.2007 um 18:17 Uhr

Vor einigen Sommern

von: AngelInChains   Kategorie: Erinnerungen   Stichwörter: Kunst, Fotografie, Friedhof, Erinnerung



"It looks like Scandinavia, doesn't it? But it's in Stahnsdorf, a village near Berlin, Germany. And, strange, but true, it's the chapel of an old cemetery. It's one of the biggest cemeteries of Europe, and it's located directly in a forest. Actually, it's more like there's a forest with ruins of graves and crypts every now and then between the trees. It was an unbelievable feeling when I've been there the first time. Everything was full of moss, fern and blooming wild flowers. Somehow it seemed very unreal. It's one of the most peaceful places I have ever been to in my whole life."

cn P

23.08.2007 um 16:43 Uhr

Besser als Tokio Hotel (Ich weiss, das ist nicht schwer ;) )

von: AngelInChains   Kategorie: Skandinavien   Stichwörter: Musik, Skandinavien, Finnland, Metal

Was kommt raus, wenn kleine 13-jaehrige Finnen, die gerne Musik von Bands wie Children of Bodom oder Stratovarius hoeren, beschliessen, selbst Musik zu machen? Genau, sie gruenden eine Rockband und werden nicht ernst genommen. Lustig jedoch wirds, wenn es in good old Germany eine Modewelle fuer Kinder-Rockbands gibt, und diese Gruppe dann doch bekannt wird...

"Sturm und Drang" nennt sie sich, wurde 2005 gegruendet, und die Lieder, die ich bisher von ihnen gehoert habe, klangen stark nach Judas Priest, Dio und diversen anderen 80er-Jahre-Rockbands, und gar nicht uebel - gerade, wenn man das junge Alter der Musiker bedenkt - der Saenger ist gerade einmal 15 oder 16 (ja, ich hab auch gelacht, als ich das gelesen hab),  um nicht zu sagen: Alle Bandmitglieder sind 1991/1992 geboren.

Zwar sind die Melodien durchaus bekannten Stuecken nachgeahmt und wer ungern kleinen Jungs beim Musizieren zusieht, ist hier auch falsch, aber mir ist die Gruppe allemal lieber, als diverse deutsche Teenie-Bands. Zumal "Sturm und Drang" nicht einmal gecasted wurde, sondern sich selbst zusammengesetzt hat. Und nebenbei ziemlich professionell klingt. Also, wer sich interessiert, kann sich gerne mal erkundigen ;)

Wikipedia-Artikel: HIER KLICKEN  
Offizielle Website: HIER KLICKEN
Ein Musik-Video: HIER KLICKEN

cn P 

P.S.: Unter letztem Link gibt es zahlreiche weitere finnische Musikvideos zu sehen, von Pop und Disco ueber Elektro bis Metal, in Finnisch und Englisch. Sehr zu empfehlen fuer Menschen, die an moderner finnischer Musik interessiert sind.

23.08.2007 um 16:04 Uhr

Wieder Probleme mit den Nachbarn

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Post, Stress

Es gibt so viel Uebel, das niemanden interessiert oder worueber nie gesprochen wird... Aber beschaeftigen wir uns jetzt lieber mit einer Banalitaet:

So kam heute ein kleines Postpaket, als WIR nicht zuhause waren, und im Briefkasten lag ein Zettel, auf dem der Name des Nachbarn stand, der es angenommen hatte. Also habe ich dort geklingelt. Und geklopft. Tja, man hat deutlich Schritte gehoert und es war eindeutig, dass jemand von innen an die Tuer gegangen ist - nur geoeffnet wurde nicht! Ich habe es mehrfach versucht, erfolglos. Dann schliesslich sind WIR einkaufen gegangen, haetten ja nicht noch Ewigkeiten warten koennen. Als wir wieder heim kamen, lag das Paeckchen bei uns unbeaufsichtigt vor der Haustuer. Ich frag mich, was dieses unglaublich daemliche und dreiste Verhalten soll? So ist es ja kein Wunder, dass staendig Post verschwindet. Und dann fuehlt sich keiner zustaendig... Insgesamt sind hier in den letzten Jahren schon 3 Pakete/Paeckchen verschwunden, von denen ich es sicher weiss. Und wer weiss, wieviele Briefe. Beschwerden interessieren die Post nicht. Zustaende wie irgendwo in der Sahara, wobei die Post wohl selbst dort sicherer ankommt...

cn P

23.08.2007 um 02:29 Uhr

Jedes Tier hat eine Seele

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Tod, Natur, Aquarium, Religion, Gesellschaft

Wenn man abends nicht schlafen kann, kommt man manchmal auf die merkwuerdigsten Fragen. Gestern Nacht beispielsweise, beschaeftigte ich mich, unter Anderem, mit der Frage nach dem "Zeitgefuehl". Wir kennen es sicher fast alle, dass einige Momente endlos erscheinen, einige jedoch sehr schnell vergehen. Zeit kann man jedoch objektiv messen, oder zumindest haben wir Uhren, die uns vorschreiben oder zeigen, wie viel Zeit vergangen sein soll. Immer gleichmaessig, geordnet, theoretisch. Sieht die Zeit wirklich so aus? Logisch gesehen sicherlich. Dennoch ist es interessant, sich genauer damit zu befassen, wie wir Zeiten empfinden. Dass wir in schoenen Momenten oft glauben, sie seien schneller vorbei, und in schlechten, sie verginge gar nicht, haengt wohl damit zusammen, dass man in schlechten hofft, dass sie schnellstens verginge, und - ihr kennt es sicher auch - gezwungenes Warten verschlimmert die Spannung nur, wenn man hingegen unbeschwert einfach lebt, dann faellt auch das Warten leichter. Aber empfinden wir Menschen ueberhaupt alle die Zeit gleich? Und wie ist es mit Tieren? Empfinden wir Zeit vielleicht relativ zur Lebenserwartung?

Von einigen Menschen habe ich schon gehoert, die Kindheit verginge sehr langsam, aber ab einem bestimmten Erwachsenenalter wuerde die Zeit nur noch rasen. Je aelter man sei, desto schneller kaeme der Tod. Ich glaube, dies ist ein individuell unterschiedliches Empfinden, und die Zeit vergeht, rein wissenschaftlich und objektiv gemessen, natuerlich auch nie schneller oder langsamer, als sonst. Aber empfinden vielleicht Tiere anders, als viele Menschen? Kennen sie den Gang der Zeit? Kennen sie Vergangenheit, denken sie in die Zukunft, oder kennen sie nur den Moment? Es ist individuell und von der Tierart abhaengig, das ist mittlerweile klar. Es wurde schon festgestellt, dass einige Tiere in die Zukunft planen koennen. Wie weit, weiss man nicht, aber fuer einige Momente auf jeden Fall. Und dass es bewusste Erinnerungen gibt, ist auch bewiesen. Aber empfindet ein Tier, das eine Lebenserwartung von vielleicht nur 7 Jahren hat, den Lauf der Zeit schneller, als ein Mensch? Es ist wohl eine Frage des Horizonts... Aber es waere schon merkwuerdig, wenn wir uns vorstellten, wir haetten nur 7 Jahre. Wir koennten uns problemlos an fast alles in dieser Zeit erinnern. Haetten kaum Zeit zum Vergessen. Es ist sicher ein ganz anderes Empfinden, das man bei unterschiedlichen Lebenserwartungen hat. Aber wie empfindet man dann die Zeit?

Ob ein Tier lange oder nicht lange lebt, ich versuche, wenn ich einen Einfluss darauf habe, jedem Tier (okay, Insekten und Spinnen mal ausgenommen), ein moeglichst langes, schoenes Leben zu verschaffen. Meine Haustiere, und seien es "nur" Fische, schaetze und respektiere ich sehr. Viele Menschen verstehen das nicht, meinen, es seien doch "nur dumme Fische". Aber wieso sollte ein Fisch denn bitteschoen nichts empfinden und weniger wert sein? Hat nicht auch ein Fisch ein Hirn und ein Herz? Ich glaube sogar daran, dass selbst der kleinste Guppy eine Seele hat - generell haben fast alle Tiere einen sehr aehnlichen physiologischen Aufbau, wie der Mensch - der soll ja eine Seele haben, wieso also nicht die ihm so aehnlichen Tiere? Das einzige, was uns unterscheidet, ist der Koerperbau in der Ausbildung, ausserdem einige Hirnfunktionen. Aber wir haben mehr gemeinsam, als dass wir uns unterscheiden. Wenn viele Menschen, die sich fuer so viel besser als Tiere fuehlen, bloss wuessten, wie wenig wir uns genetisch unterscheiden! Ich weiss, wenn man von dieser Verwandschaft ausgeht, ist es sehr barbarisch, Fleisch zu essen. Ich persoenlich akzeptiere es als Makel, den das Leben hat - man muss sich eben von etwas ernaehren, und in der Natur ist es so vorgesehen, dass manche Tiere andere Tiere fressen. Aber das heisst nicht, sie dadurch nicht zu respektieren!

Und wenn man woellte, koennte man auch so weiter gehen, dass auch Pflanzen eine Seele haetten. Ich denke, es ist nicht meine asiatisch-buddhistische Erziehung gewesen, die mich zum Respekt gegenueber der Natur brachte - auch, wenn ich immer zur Hoeflichkeit und zum Respekt gegenueber Mensch und Natur (und auch Eigentum, denn das gehoert zu beiden) angehalten wurde, das war in der Erziehung immer extrem wichtig. Nein - Es erscheint mir einfach nur LOGISCH, dass es so mit der Natur ist! Keine Religion treibt mich zu diesem Denken und keine Lehre, meine Logik sagt mir, Mensch und Tier sind sich sehr aehnlich, daher sollte man ihre Gemeinsamkeiten achten, nicht unbedingt die Unterschiede, und daher haben auch beide eine Seele und muessen respektiert und ernst genommen werden! Wo wir aber auch wieder bei der Frage waeren... Ist ein Tier gluecklicher als ein Mensch? Immer? Welche Unterschiede gibt es? Und in welchen Hinsichten kann ein Tier dem Menschen doch noch aehnlicher sein, als es heute allgemein geglaubt wird?

Was ich immer sehr schlimm fand, waren die Tode von mir persoenlich bekannten, und auch dadurch geliebten, Tieren. Das mag vielen jetzt aus Konventionen heraus vielleicht nicht einleuchten, aber wenn ein liebes Tier verstorben ist, trauere ich mehr, als um einen "boesen" Menschen! Denn ich ordne Wesen nicht nach ihrer Art ein, sondern nach der Art, wie sie sich verhalten. Sicher, bei bsp einem Kugelfisch laesst sich schwer sagen, ob er gut oder boese gewesen sei. Aber immerhin kaeme er nie auf die Idee, andere Kugelfische aus Spass an der Freude zu toeten oder zu quaelen. Menschen denken manchmal an soetwas. Okay, es gibt auch Tiere, die scheinbar aus Spass toeten - Katzen, die aus Spass Maeuse jagen, sie toeten, aber nicht fressen wollen. Wobei da immer die Frage ist, inwiefern diese Toetung nicht doch Sinn machte - bsp zur Uebung fuer zukuenftige Jagden. Ich erinnere mich noch gut an meinen 1. Kampffisch (jetzt faengt das Geklage wieder an - ich weiss!)... Er bekam aus irgendeinem Grund ein riesiges Geschwulst am Auge und litt bald auch sehr stark unter Schmerzen. Ich musste ihn einschlaefern - ausgerechnet an meinem Verlobungstag :( Aber es ging einfach nicht laenger, ich wollte ihn nicht laenger leiden lassen, also habe ich ihn dann nach von vielen bestaetigten Ratschlaegen eingeschlaefert. Es war katastrophal, vielleicht erinnert ihr euch noch :(

Es ist schlimm, ein Tier zu toeten, gerade, wenn einem viel an ihm lag. Gerade, wenn man es selbst tun muss - kein Hunde- oder Katzenbesitzer gibt seinem geliebten Tier selbst die Spritze, als Aquarienbesitzer jedoch muss man alles selbst machen - ob nun die Tiere bei Krankheit medizinisch versorgen, oder eben bei schwerem Leiden mit der eigenen Hand einschlaefern. Es heisst ja immer, ein Aquarium sei gut fuer Kinder, da es so einfach zu versorgen sei - andererseits sind die Lebenserwartungen der Fische aber auch nicht sonderlich hoch und man hat staendig mit dem Tod zutun - Ich weiss nicht, ob das fuer Kinder auf Dauer so gut ist? Man koennte zwar denken, bei einem Fisch, den man nur paar Monate hatte, fiele einem das Toeten nicht schwer. Vielleicht ist das bei "normalen" Menschen so, fuer mich bleibt das Tier ein Tier, egal, wie lange oder kurz es lebt. Ein liebenswertes Lebewesen. Nennt mich ruhig bescheuert, aber Leben ist Leben und zu toeten faellt schwer, und wenn der Fisch erst zwei Monate lebte! Ich koennte wohl nie auf einem Bauernhof leben, oder sonstwo, wo geschlachtet wird...

Ach ja, noch etwas zu einer Sache, ueber die ich gestern geschrieben hatte: Ich schrieb, Intelligenz zeichne sich fuer mich durch soziales Verhalten aus. Ich moechte ergaenzen, dass ich damit nicht meinte, moeglichst viel, oft und gern mit Menschen zutun zu haben. Fuer mich bedeutet es eher, die Folgen seines Handeln zu kennen, sein Handeln als gut oder schlecht einordnen zu koennen und sich Gedanken ueber sein Handeln und Denken zu machen, und eben auch darueber, wie man mit Menschen interagiert - egal, wie oft oder selten, gern oder ungern, das der Fall ist. Bin uebrigens auch respektvoll vor Menschen, die ich nicht mag, solange sie mich ebenfalls respektvoll behandeln. Tolerieren und toleriert werden.

cn P

23.08.2007 um 01:57 Uhr

Ueber das Studium

Wieso glauben viele Menschen eigentlich, Studenten muessten klug sein? Das Abitur haben auch viele allein durch Bestechung oder stupides Auswendiglernen und Nachplappern bestanden. Und in den Kursen an den Instituten treffe ich jedes Mal, wenn ich dort bin, Menschen, die ich verdammt dumm finde. Das kann doch nicht nur ich so sehen. Daher glaube ich, sobald man diese Leute selbst erlebt hat, kann man gar nicht mehr an den Mythos vom "hochintellektuellen Studenten" glauben. Die, die ich dort sehe, sind weder intelligent, noch wortgewandt - oft haben sie nicht einmal von ihrem "Fachbereich" wirklich Ahnung. Also - dass man intelligent sei, nur, weil man studierte, ist ein Vorurteil, mehr leider nicht.

Und allein das, was man im Studium von den Studenten verlangt, finde ich oefters nicht sonderlich intelligent. Mal im Ernst - was tun wir denn? Bloed auswendig lernen und in Klausuren alles wieder woertlich wiedergeben. Wenn mal Denken gefragt hat, dann in einem minimalen Masz (á la "Unterstreichen Sie in diesem Satz die Nomen!") - oder in Fragen, die kein Mensch versteht, deren Antworten allerdings auch nicht gelehrt wurden. Das faellt dann aber wohl eher in die Kategorie "unfair". Aber wenn man sich auch Hausarbeiten ansieht - Eigenes Denken ist da nie gefragt. Diese Aufgaben bestehen nur daraus, verschiedene Aufsaetze zu lesen und diese mit eigenen Worten zusammen zu fassen. Eigene Gedanken duerfen gar nicht mit hinein, sondern nur Dinge, die woertlich mit Quellen belegbar sind. Deutlicher: Selbst Denken DARF man gar nicht, im Gegenteil - man wird dafuer schlechter bewertet, die Aufgabe ist, einfach nur Zeug aus anderen Aufsaetzen zusammen zu schreiben und das dann gesammelt abzugeben. Wo demonstriert sich in dieser Aufgabe Intelligenz?

Das einzige, was ich bislang im Studium ganz okay fand, waren die paar Schwafelstunden ueber bestimmte literarische Werke - die nicht unbedingt sinnvoll waren, aber immerhin angenehm. Und, dass ich die mittelhochdeutsche Sprache im Unterricht lernen konnte, und mir dafuer nicht die Freizeit nehmen musste, war auch ganz nett. Ansonsten war im letzten Jahr wirklich nicht viel. Einige theoretische Dinge musste man natuerlich auch stupide auswendig lernen - jedoch denke ich, dass ich davon viele nicht einmal spaeter im Beruf in dieser Fachrichtung benoetigen werde.

cn P

23.08.2007 um 01:31 Uhr

Kein goldener Kaefig

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Erinnerung, Kindheit, Liebe, Familie

Wenn ein Mensch isoliert aufwuchs, und sich dann nicht mehr hinaus traut, weil er all das "dort draussen" nicht kennt, und Angst davor hat, dann verstehen dies viele Menschen. Wenn einer jedoch isoliert aufwuchs und dann gut den "Sprung nach draussen" bewaeltigte, aber dann dennoch nicht hinaus moechte, weil es ihm einfach nicht gefaellt, dann verstehen dies weniger. Da heisst es, der Mensch solle doch froh sein, endlich die Freiheit zu haben. Aber dort draussen ist, zumindest fuer mich, nicht nur so genannte "Freiheit".

Wenn man es so betrachten moechte, war ich bis zum ca 15. Lebensjahr vollkommen isoliert. Mein Alltag bestand darin, morgens zur Schule zu gehen, danach am fruehen Nachmittag nach Hause zu kommen, mich um den Haushalt zu kuemmern, dann in meinem Zimmer zu sitzen, zu schreiben und zu zeichnen, und am Abend online zu gehen, mich in irgendwelchen Foren herum zu druecken, und dann nachts wieder schlafen zu gehen. Die einzige Abwechselung bestand darin, dass ich zweimal im Monat samstags um 10 Uhr von meiner "Mutter" abgeholt wurde, sie mich mit dem Auto einen Tag durch die Gegend fuhr (oder meist doch eher erst zu ihr nach Hause, wo es Mittagessen gab und ich ihr beim Verfassen von Briefen half, erst danach gings hinaus), und wo ich dann entweder abends wieder zurueck zu meinem "Vater" musste, oder aber uebernachtete, und eben noch den Sonntag bei meiner "Mutter" (oder bei der Tochter einer ihrer Freundinnen - ihr erinnert euch vielleicht, dass ich sehr gerne dort uebernachtete) verbrachte, und dann eben um 18 Uhr am Sonntag wieder bei meinem "Vater" abgeliefert werden musste. Ausserhalb der Zeiten kam ich kaum hinaus. Wenn ich mich genau erinnere, war ich bis zu meinem 15. Lebensjahr nicht einmal einkaufen gegangen, ausser vielleicht zweimal im Jahr, wenn mein "Vater" mal krank war.

Die Sache war eben die - mein "Vater" wusste leider immer, wann ich Schulschluss hatte, und ich bekam Vorschriften, wann ich danach zuhause sein muesse - Das reichte immer nur knapp fuer die Rueckfahrt. Selbst, wenn ich die Bahn verpasste oder die Strecke gesperrt war, und ich deshalb spaeter heim kam, gab es schon Aerger - und wenn es nur 10 Minuten waren. Da hiess es gleich wieder, ich habe mich verbotenerweise irgendwo "herumgetrieben". Die einzige Moeglichkeit, draussen zu sein, war eigentlich, wenn ich Freistunden in der Schule hatte. Es zog mich immer haeufiger auf diverse Friedhoefe. Dann begann ich aber auch mal, Termine mit Bekannten auszumachen. Eine zeitlang traf ich mich sehr gerne mit Menschen, mit denen ich vorher online schon ueber Monate diskutiert hatte. Ich log meinen "Vater" an - das war die einzige Moeglichkeit, ueberhaupt hinaus zu kommen, denn alles andere wurde verboten - ich muesse mit einigen Schuelern ein Referat vorbereiten. Leider ging das auch nicht sehr oft, und ich wurde dann auch immer extrem ueber alle moeglichen Belanglosigkeiten ausgefragt. Das Thema hatten wir schon einmal.

Im Herbst 2002 machte ich mich dann, mit 15, jedoch mit einer weiblichen Person bekannt, die bald darauf meine 1. Freundin sein sollte. Auch da schlich ich mich wieder mit Ausreden hinaus, aber die Beziehung hielt nicht lange. Im April 2003 traf ich IHN schliesslich zum ersten Mal und eine 2. Beziehung ergab sich daraus. Zuerst sahen wir einander nur zwei Tage am Stueck, weil ich haeufiger nicht hinaus durfte, obwohl ich damals schon 16 war. Aber diese Liebe bewirkte in mir dann auch einen extremen Drang, gegen diese Restriktionen anzukaempfen - bislang war es mir relativ egal gewesen, denn ich hatte "draussen" sowieso nichts zutun, aber nun, verdammt, wollte ich hinaus, so oft es ging! Ich wollte mir nichts mehr verbieten lassen, so kam es zu einem extremen Streit, ueber Wochen, nach dem ich wenigstens einmal "siegte": Am zweiten Wochenende im Mai konnte ich zum ersten Mal offiziell bei jemandem uebernachten. Meine "Schwester" spannte ich mit ein, ich sagte bescheid, ich sei bei ihr, und wenn mein "Vater" anrufen wuerde, solle sie versuchen, ihn irgendwie zu ueberzeugen, dass ich bei ihr sei, nur eben gerade im Bad oder andersweitig nicht zu sprechen. So verbrachte ich mein 1. Wochenende ganz allein, ganz heimlich, "da draussen".

Am Sonntagabend musste ER wieder abreisen, um ca 18 Uhr war ich wieder bei meinem "Vater". Ich wurde natuerlich wieder ausgefragt. Und wann immer ich in Zukunft nun fragte, ob ich bei meiner Schwester uebernachten koenne, gab es immer extremen Streit. Aber ich konnte mich fast immer durchsetzen, und habe IHN so alle 4-6 Wochen gesehen. Zwischendurch kam mein "Vater" dann auch noch mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus. Gut eine Woche verbrachte ich ganz allein, im Haushalt, draussen... ER war leider nicht hier. Aber nun kostete ich die Freiheit aus, war eigentlich jeden Tag draussen, bin vor Mitternacht kaum heim gekommen. War immer irgendwo, auf dem Friedhof, auf dem Feld, in der Stadt, einfach fort von der Wohnung und allein. Und seit dem Krankenhausaufenthalt hatte ich dann auch endlich einen eigenen Schluessel (ja, ich weiss, es ist schwer zu glauben, so lange keinen gehabt zu haben, aber ich brauchte theoretisch auch keinen, da mein "Vater" als Rentner immer zuhause war), aber die Erlaubnis, einfach so hinaus zu gehen, hatte ich dennoch noch lange nicht. Auch, wenn ichs irgendwann aushandeln konnte, alle 3 Wochen draussen uebernachten zu duerfen.

Und in den Ferien wollte ich IHN taeglich sehen, so lange er hier war. Auch das war erst kompliziert, aber schliesslich habe ich meinen Kopf einfach durchgesetzt, mit dem Risiko, herausgeworfen zu werden (obwohl ich damals noch keine eigene Wohnung hatte). Ich sagte, ich woelle zu meinem Freund, und bin einfach gegangen. Gegen Geschrei habe ich mich taub gestellt. Und so gings weiter... Mit den Monaten ging ich haeufiger auch so hinaus, zu verschiedensten Orten, nach der Schule, vor der Schule, waehrend der Pausen... Ich denke, da begann ich mich auch endlich, in der Aussenwelt richtig zurecht zu finden. Ich glaube, es ist mir auch sehr schnell gelungen. Und dann, im Sommer 2005, zog ER hierher. Ich war mittlerweile 18 und habe dann jeden Tag bei IHM verbracht. Verbieten konnte mir mein "Vater" sowieso nichts mehr, nur Gelder streichen, usw, aber ich habe mich wieder stur gestellt. Ich benoetigte generell sehr starke Nerven... Zuerst war ich nach der Schule noch zu meinem "Vater" zum Essen gegangen, danach erst zu IHM gefahren, abends wieder heim - zuerst um 18 Uhr, nachdem ER arbeitete, dann um 20... Das hat sich ueber die Jahre immer weiter verschoben, auf 21, 22, 23 - Mittlerweile ist es Mitternacht :)

In den Ferien fuhr ich schon morgens zu IHM. Sobald ich studierte, bin ich eben morgens zum Studium gefahren, und danach gleich zu IHM, wo ich bis in die Nacht geblieben bin. Das gilt wohlgemerkt wochentags, mittlerweile habe ich jedes Wochenende von Samstag auf Sonntag, bzw Mitternacht zum Montag hin, dort uebernachtet. Langsam wurden endlich auch keine Fragen mehr gestellt, ich ging einfach, wann ich wollte, und es kuemmerte sowieso niemanden mehr. Es ist, als gehoerte ich hier sowieso nicht mehr hin. So viel Veraenderung... Es ist nicht einmal ein Jahr her, und doch kommt es mir so selbstverstaendlich vor. Ja, ich habe mich wohl sehr gut "eingelebt" und mein merkwuerdiges Leben... Ich glaube es selbst kaum, dass ich, obwohl ich ueber 16 Jahre eigentlich nur eingesperrt war, mittlerweile selbstverstaendlich und selbststaendig draussen zurecht finde. In knapp 4 Jahren, nicht einmal. Und ich tue so, als sei es nie anders gewesen, und wenn ich mir meine Vergangenheit selbst vor Augen fuehre, finde ich das selber sehr merkwuerdig.

Aber... So seltsam das auch wieder klingt: Nun, wo ich die Aussenwelt kenne, mag ich sie gar nicht mehr. Meine Misanthropie hatte dann begonnen, wo ich die Menschen kennen lernte, die Massen, die Gesellschaft, mit all ihren Uebeln. Seitdem will ich gar nicht mehr hinaus, und igle mich mehr oder minder in SEINER Wohnung in S. ein. Ich bekomme sehrwohl noch genug von draussen mit, beobachte die Geschehnisse dort, bin ich dort unterwegs und interagiere, erlebe - ich denke, ich komme zurecht - aber ich mags einfach nicht. Obs an den Schlechtigkeiten der Mitmenschen oder an meiner Gewoehnung an das Leben in einer Wohnung liegt, weiss ich nicht. Ich glaube, es waere falsch, alles nur auf Gewoehnung zu schieben. Wenn ich natuerlich auch gerne Dinge beibehalte, wenn ich sie positiv finde. So bin ich gern in S. in der Wohnung, habe dort meine Ruhe, hoere Musik, zeichne, schreibe... Um ehrlich zu sein, hinaus gehe ich nur, weil ich gerne Bauwerke, Kunst oder Landschaften sehen moechte, vielleicht auch Tiere und andere Natur. Aber keine Menschen. Ohne Menschen wuerde mir nichts fehlen, das ist sicher krank, klingt abartig, ist aber so. Ich empfinde eben anders - das ist vielleicht doch Gewohnheit, aber ich empfinde sie nicht als stoerend, also muss ich dagegen auch nichts unternehmen. Vielleicht stoeren andere Menschen sich daran, aber ich finde, es geht ausser mir niemanden etwas an.

cn P