Ich bekomme hier noch Anfaelle... Jetzt habe ich gerade eben meinen Browser gestartet und die 1. Seite geladen, schon ist er abgestuerzt. Danach nach Neustart genau dasselbe. Das "Lustige" ist, dass dabei nicht einmal eine Fehlermeldung erschienen ist, sondern der Browser einfach, wohin auch immer, verschwand. Man kann sich vorstellen, dass ich jetzt ungern einen laengeren Beitrag schreibe, wenn er jede Sekunde ploetzlich verschwinden koennte. Aber weil ich schon gestern nicht gebloggt habe, da den gesamten Abend keine Verbindung ins Internet moeglich war, wollte ich heute eigentlich alles nachholen, sonst komme ich nie mehr hinterher...
So werde ich mich wohl relativ kurz fassen muessen: Mittwoch war ich ab 2:30 offline und habe bis 3:30 nur herumgesessen, da ich selbst zum Skizzieren zu muede war, am naechsten Tag bin ich um 1 wieder aufgestanden. Daemliches Geschwafel, nicht minder dumme Vorurteile (und klar doch, alles, was irgendwie "duester" ist, ist schlecht, gerade in der Kunst! *zyn*), der Glaube, jedem Menschen sein Leben vorschreiben zu koennen, und wenns nur ist, wie sie ihre Website aufzubauen haetten, (aber auch in ernsteren Bereichen, was ich als Zumutung empfinde), und dann der idiotische Spruch, der alles noch uebertraf: Dieses stolze Geprahle, schon einmal am anderen Stadtende gewesen zu sein. Ach wie toll *zyn* Ich fahre jeden Tag, an dem ich studiere, ans andere Ende und in der Freizeit auch ab und zu! Man stelle sich mal vor, meine "Mutter" wohnte auch mal an einem der anderen Enden. Und die Stadtgrenze verlassen habe ich auch schonmal, tue es eigentlich jeden Tag, was fuer´n Wunder. *zyn* Aber wahrscheinlich halten Menschen mit einem geistigen Horizont von nicht einmal einem Quadratmeter soetwas aussergewoehnlich. Danach wurde ich noch angemotzt, ich wuerde zu wenig zum Mittagessen zu mir nehmen. Direkt nach dem Aufstehen hat ja wohl nicht jeder unbedingt Hunger... Irgendwie gings mir alles dermassen auf den Geist. Immer meckern, ich waere zu dick, und wenn ich dann nichts essen will, ist man auch nicht zufrieden. Und dann folgten noch einige Kommentare, wo einem schon beim Zuhoeren peinlich war... Ich glaube, es gehoert einiges dazu, dass ein Mensch wirklich NULL Verstaendnis fuer Symbole und Metaphern hat. Bitte, die einfachsten duerfte doch sogar ein Kind verstehen... Danach noch ein Spruch, alles Haessliche gehoere "verbrannt", und mir hats gereicht.
Ich machte mich auf den Weg, immernoch ein wenig muede, da ich am Vorabend bzw in der letzten Nacht noch lange wach lag. Ich hatte wieder dieses schreckliche Blitzen, ob ich nun die Augen geoeffnet hatte, oder nicht :/ Und dann kam der Bus einfach nicht, ich wartete ueber 15 Minuten, bei einem angeblichen Takt von 10 Minuten. Den Tag verbrachte ich dann wie die letzten... Und mit einigen merkwuerdigen Erkenntnissen. 1. Ich bin entmenscht. Wohlgemerkt entmenscht, nicht entmenschlicht. Auch, wenn das eine im anderen seinen Ursprung hat, sehe ich da einen grossen Unterschied. Mensch sein beispielsweise, empfinde ich als nicht unbedingt positiv, fuer mich bedeutet es eher, die "typisch menschlichen" Triebe zu haben. Menschlich sein hingegen, sozial leben, emotional und respektvoll, ist eindeutig eine Tugend. Leider sind viele Menschen Menschen, aber nicht das, was ich als menschlich empfinde. Und ich achte sehr darauf, menschlich zu sein, aber das Menschentypische hingegen fehlt mir in letzter Zeit oft. Ich habe kein Familienempfinden, ich fuehle mich an nicht wirklich viel gebunden, "Psychotricks" wirken kaum (ich bin wohl ueber-kritisch) und das Kindchenschema, das ja angeblich bei jedem wirke, trifft mich auch nicht wirklich. Hoechstens ab und zu bei Tieren, da aber auch nur bei bestimmten; bei anderen wiederum gar nicht und bei Menschen find ichs auch eher abstossend. Kann man jetzt pervers finden, ist aber eben mein Empfinden. Vielleicht liegts daran, dass ich die Instrumentalisierung von Babies und Kindergrinsen ekelhaft finde und daher alles abstossend finde, was damit irgendwie verbunden ist, und seis am Ende auch das Baby an sich. (Ich will niemandem zu nahe treten, auch gibts durchaus aesthetische Kinder, aber irgendwie kann ich mir einfach nicht vorstellen, jedes Goer ach wie suess zu finden, nur, weils ein Goer ist. Die Zicken, die jetzt mit dem Standard-"Sei froh, dass deine Eltern anders dachten!"-Spruch kommen wollen, koennens sein lassen. ICH habe nicht vor, Kinder zu bekommen. Und nur, weil ich sie nicht schoen finde, heisst das nicht, dass ich sie nicht respektvoll behandeln wuerde. Denn Respekt gestehe ich JEDEM zu, nicht, wie viele andere, sich fuer "gut" haltende, Menschen, die irgendwelche Personen aufgrund koerperlicher Defizite die Wuerde absprechen!).
Generell glaube ich, die Gesellschaft hat meine Psyche schon ziemlich geformt. Aber das kann jedem Menschen geschehen, jeder wird durch Erlebnisse gepraegt. Die Kunst ist, irgendwann zu glauben, eine feste Meinung zu haben, und die beizubehalten und auch argumentativ erklaeren zu koennen ;) Ich denke, damit komme ich ganz gut zurecht. Und das, obwohl ich mich gerne mit Argumenten umstimmen lasse - aber wohlgemerkt nur mit guten Argumenten! Ich hasse nichts mehr, als wenn man von mir unbegruendeten Glauben oder Gehorsam verlangt. Ich bin logik-versessen, das gebe ich zu. Gestern Abend ergab sich noch so eine merkwuerdige Sache... Ich hatte gerade 3 Schluck Wein zu mir genommen (es gibt schon seit ueber einer Woche wieder Federweissen, ist ziemlich frueh, dieses Jahr - nur mal am Rande), mehr nicht, dann ein altes Foto gesehen - schon habe ich so eine unglaubliche Melancholie bekommen, dass es sich kaum mehr beschreiben laesst. Es war ein unglaublicher stimmlicher Umschwung. Ein hohes Gluecksgefuehl, ein Magenkribbeln, wie es sich beim Verliebtsein anfuehlen muss, eine zunehmende physische Empfindsamkeit, und gleichzeitig so eine ueberschwengliche Trauer - dass man im selben Moment so gluecklich ist, wie nie im Leben, und gleichzeitig schluchzt und weint. Ich hatte dieses Gefuehl zuvor nur einmal im Leben. Damals sass ich, nach einem WE mit IHM, wieder allein in meinem Zimmer. Auf dem Boden, die Tasche vor mir, war gerade beim Auspacken, sah alte Fotos an, trank Wein... Ich glaube, dieses 2. Erlebnis war ein eindeutiger Flash-Back, und was fuer ein extremer! Dass es dazu nur Rotwein und ein Foto bedarf... Ich weiss nicht, ob ich mich schaemen sollte, aber diese beiden Momente gehoerten zu den schoensten in meinem Leben. Ohne wirklichen Grund, ohne wirkliches Ereignis - es war einfach so ein seelisches Hochgefuehl, das ich sonst selten spuere. Eine rein biochemische Sache, koennte man sagen. Eine ueberhoehte Endorphinausschuettung. Ich weiss, es hoert sich seltsam an, und ich habe keine Ahnung, ob andere Menschen soetwas auch mal erleben. Sollte ich mich schaemen, da ER eigentlich mein groesstes Glueck ist, aber bei diesen zwei Momenten eigentlich gar kein Zutun hatte? Ich denke, schaemen sollte man sich nicht, denn was kann ich fuer meine verrueckten Hormone, ausserdem sollte ich ueber jeden Gluecksmoment froh sein, und Schaden genommen hat auch niemand. Und erlaubt ist alles, was nicht schadet.
Wie bestimmt man eigentlich, ob ein Mensch gut oder schlecht sei? Ich glaube, wirklich entscheiden kann man nur in Extremsituationen. Man muss auch immer die Rahmenbedingungen beachten: Man koennte schlecht sagen, 1000 Euro zu spenden, wuerde einen zu einem guten Menschen machen, denn fuer manche Menschen ist das nicht schwieriger als ein Fingerschnippen. Und sie handeln im restlichen Leben nicht unbedingt gut. Daher glaube ich, "entscheiden" koennte man nur in einer wirklich einschneidenden Situation. In der sich zeigt: Hilft ein Mensch, wenn er selbst dabei einstecken muss, oder hilft er nicht? Ich denke, diese Frage trennt die Menschen schon in zwei Gruppen. Da zeigt sich, wer wirklich sozial ist, und wer nicht. Am Abend musste ich mir von meinem "Vater" noch Bloedsinn anhoeren, online konnte ich, wie gesagt, nicht. Bin daher um 1 Uhr in mein Zimmer verschwunden.
cn P