Memoriae Ex Aeterna Nocte

31.01.2008 um 19:41 Uhr

Hängt die Busfahrer!*

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: ÖPNV, Stress, Finanzen, Studium, Arbeit

* (Diese Ueberschrift ist nicht als Aufruf zu einer Straftat zu verstehen)

Einer dieser poebelnden Gossenpenner verdient monatlich 2100 Euro.
Nun wollen sie einfach mal eine Lohnerhoehung von 12(!)%.
Schon jetzt am Donnerstagabend (statt wie angekuendigt nur am Wochenende) werden die ersten Bahnen und Busse in die Depots zurueckgezogen.

Sprich: Ich komme heute nicht nach Hause, ich komme morgen nicht nach Hause, Samstagabend soll der Streik angeblich enden - wird aber evtl verlaengert, wenn keine 12% herauskommen, und das ist sehr wahrscheinlich. Also werde ich wohl vor Montagnacht nicht mehr nach Hause kommen. Dass mein "Vater" ausrasten wird, muss ich wohl nicht erwaehnen.

Mein Beleid auch allen, denen dadurch Mehrkosten entstehen, die einen Flug oder eine Veranstaltung, fuer den/die sie viel Geld gezahlt haben, verpassen, mein Beleid allen, die so nicht zur Klausur kommen, oder nicht zur Arbeit, die, die Gewinnausfall haben, und die, die so nicht zu diversen Terminen oder zum Arzt kommen.

Und wenn es naechste Woche so weitergeht, dann gute Nacht. Dann verpasse ich naemlich auch meine Klausuren und wenn die Uni nicht einsichtig ist, muss ich das Semester wiederholen. Und einmal mehr Studiengebuehren zahlen.

Und all das, weil eine Menge Bus fahrender Penner sich nicht von 2100 Euro pro Monat ernaehren kann - ein Monatslohn, ueber den viele froh waeren!

cn P

P.S.: Mein Referat kann ich auch vergessen. Ich wollte eigentlich morgen zur Bibliothek, da komme ich aber nicht mehr hin. Abgabe fuer den Text ist am Montag. Das Buch kaufen kann ich nicht: 1. wuerde es nie rechtzeitig hier ankommen, 2. kostet es - tadah! - 360 Euro fuer 5 Baende. Das ist mir "ein bisschen" zu viel fuer ein zweistuendiges Referat...

31.01.2008 um 01:25 Uhr

30.1.08

Manchmal ist diese Welt fuer mich wirklich zum Davonlaufen. Die Gesellschaft einfach unglaublich unangenehm und/oder enttaeuschend, und das, wo ich schon weiss, dass mich bestimmte Dinge nichts angehen, und ich daher schon ueber sie hinweg sehe. Leider tun das einige Menschen bei mir nicht; ich moechte dazu nur noch einmal anmerken: liebe Kommentierer, die ihr hier manchmal beleidigende Kommentare zurueck lasst, weil euch meine Meinung nicht passt - 1. Ich schalte sie sowieso nicht frei, sondern loesche sie sofort, (wie schon oft erwaehnt: Argumente und konstruktive Kritik gern, aber keine stumpfsinnigen Beleidigungen), 2. Nur weil mir eure Meinung nicht passt, spamme ich ja auch nicht eure Blogs voll und beschimpfe euch niveaulos von vorn bis hinten. Ein bisschen Gegenseitigkeit koennte manchmal nicht schaden. Gestern Nacht noch ein Desaster zwischen leichem SVV und Zahnfleischbluten, danach wehmuetige Nachtgedanken ueber die Vergangenheit... Ein Absurdum der Gesellschaft: noch vor 4 Jahren musste man horrende Summen in speziellen Laeden fuer Patchouly-Lotion und schwarzen Nagellack ausgeben - mittlerweile gibt es soetwas in wirklich fast jeder Drogerie! Es ist massentauglich geworden. Nicht verstehen kann ich jedoch, dass die Menschen einen damals als "Aussenseiter" anstarrten - es aber heute NOCH IMMER tun, auch wenn dieses Aeussere mittlerweile als "Mode" anerkannt zu sein scheint. Irgendwie doch ambivalent, oder nicht? Oder man sieht eben doch noch Unterschiede, auch rein aeusserlich, zwischen irgendeinem 14-jaehrigen MODE-Gothic-Girlie und jemandem, der sich aus persoenlichem Stil heraus dunkel kleidet.

Individuell ist weder der, der jeder Mode hinterher rennt, noch der, der strikt jede Mode demonstrativ meidet - der individuelle Mensch kuemmert sich gar nicht um Moden, sondern handeln nach seinem eigenen Willen, egal, was gerade in Mode oder ausser Mode ist. Zwischen 2 und 2:30 schrieb ich noch ein wenig, ich beeilte mich, denn die Nacht sollte nicht zu kurz werden. Um 7:30 musste ich schliesslich schon wieder hinaus. Hatte zuerst arge Probleme mit Herrn "Vater", der sich weigerte, aufzustehen. Bestimmt 10 Minuten musste ich herumdiskutieren, und war dann wieder in Zeitnot. Und bei den Nachbarn (denen mit dem Kind) hoerte man wieder sehr lautes Geschrei. Ich glaube fast, es wird immer schlimmer... Kann man wegen Geschrei schon jemanden beim Jugendamt melden, als Verdachtsfall? Ich will niemanden kriminalisieren, ich moechte nur auch nicht, dass ein Kind, wenn die Mutter tatsaechlich gewalttaetig sein sollte, unnoetig leiden muss. Das hat kein Kind verdient. In den Radionachrichten uebrigens schon wieder eine Meldung ueber unsere lieben Busfahrer: gestern hatte wohl einer, da er ueber eine rote Ampel raste, ein bei gruen ueber die Strasse gehendes Kind ueberfahren. Der Bus wollte noch bremsen, wodurch sich im Bus nochmals zwei Personen schwerer verletzten. Nun sind 3 Menschen stationaer im Krankenhaus. Wieso wundert mich das bei diesen Verkehrsbetrieben nicht?

Dazu kommt uebrigens, dass eben diese grottigen Verkehrsbetriebe naechste Woche streiten wollen. Wie ich zu meinen Klausuren an der Uni kommen soll, weiss niemand. Ohne Verkehrsmittel kann man nicht dorthin, es sind gut 25km Luftlinie - ich habe kein Fahrrad und kein Auto und kenne auch niemanden, der etwas davon haette. Ein Taxi wird mir Herr "Vater" nicht zahlen. Ich selbst habe das Geld dazu nicht. Soll ich wegen so eines besch*ssenen Streiks mein gesamtes Semester widerholen?! Ueber 200 Euro Studiengebuehren (ich weiss, ist relativ wenig, aber auch eine Menge Geld)... Uebrigens wollen aktuell alle moeglichen Organisationen streiken. Wieso sieht keiner ein, dass so die gesamte Infrastruktur zusammenbricht? Einen Gewinn durch Streik zu erzielen, mag ja schoen sein, nur wenn darunter etliche andere Personen leiden, finde ich das schon sehr egoistisch und daher wieder negativ. Und wenn gar gegen etwas gestreikt wird, gegen das nichts getan werden kann - so scheitert vielleicht der ganze Konzern dran und statt Lohnerhoehung gibt es einen Konkurs und sehr viele Arbeitslose. Mit Streiks kann man sein Leben auch ziemlich verschlechtern. Aber weiter als an die naechsten 5 Minuten wollen viele Menschen wohl auch nicht denken... Zumal man immer bedenken sollte, dass Dinge zwei Seiten haben (wenn nicht mehr): nicht alles muss klappen, es kann auch sehr schief gehen. Und nicht alles muss scheitern, man kann auch Glueck haben. Nur sollte man sich immer bewusst sein, dass es eben in beide Richtungen gehen kann.

Die Strassen waren voller Asis und sehr unfreundlicher anderer Personen. Auch die unzaehligen Trampel, die einem im Bus taeglich auf die Fuesse treten, an den Haaren ziehen oder mit ihren Einkaufstaschen gegen die Schienbeine rammen, gehen mir deutlich auf den Geist. Im-Weg-Steher sind "harmlos" dagegen. Und ER kraenkelte heute den gesamten Tag, das die Fahrt zur Uni auch kompliziert machte - leider. Stau gab es auch wieder, und Busverspaetungen - die gesamte Woche bisher bin ich kaum puenktlich im Unterricht angekommen. Es graut mir vor den naechsten - letzten - zwei Wochen Vorlesungszeit. Zumal Klausuren sein werden. Mir war uebel. Der Busfahrer unglaublich aggressiv und poebelte Passanten und Fahrgaeste an. Ich bin schon der Meinung, man muss sich von seinem Fahrer nicht als "Penner" oder "Vollidiot" beschimpfen lassen, nur, weil dieser "einen schlechten Tag" hat. Das waere fuer mich auch keine Entschuldigung dafuer, staendig ueber Rot zu fahren, dauerhaft wegen Belanglosigkeiten zu hupen, oder mit Vollbremsungen zu drohen. Es ist schon fast ein schlechter Witz; all diese Busfahrer mit ihrem vor Wut hoch roten Kopf, alle mit Dialekt, und alle gewaltsam am Herumschreien. 90% sehen aus, wie geklont.

Der Unterricht war relativ unspannend. Die 3. oder 4. Woche in Folge pfiff die Heizung, und zwar lauter und greller denn je. Grausig. Natuerlich verschlechterte sich so auch die Stimmung aller Anwesenden enorm. Ich habe wirkich den Eindruck, sie werden aggressiver davon. Und auf dem Rueckweg, bzw auf der Fahrt von der Uni zum Center, hatte ich auch wieder einen Choleriker ohne gleichen als Fahrer. Der war noch schlimmer als der im vorigen Bus. Ich glaube, soetwas muss man selbst erlebt haben, um es zu glauben (obwohl ich es niemandem wuensche - ausser den cholerischen Fahrern selbst vielleicht, wenn sie dann mal im Urlaub oder spaeter in Rente sind ;) Vielleicht bringt es sie zum Denken, wenn sie man die "andere Seite" wahrnehmen - wobei, ich bezweifle es!). Ein kurzer Einkauf, schnell nach Hause, und die Lohnsteuerkarte ist immernoch nicht da, obwohl ANGEBLICH am Montag abgesendet, und die Zeit wird immer knapper. Vom "tollen" Stellenangebot im Allgaeu habe ich schon geschrieben; ER wird morgen frueh anrufen und mal anmerken, dass er weder einen Fuehrerschein, noch Geld fuer einen Umzug oder eine Zweitwohnung hat, und dass er auch ab 1.4. studieren moechte. Ob die genug Verstand haben, um IHN dann NICHT einzustellen? Das waere doch der schlechteste Witz ueberhaupt, wegen allerhoechstens 1,5 Monaten Arbeit hier in S. die Wohnung aufzugeben, in den Allgaeu zu ziehen, und dann wieder hier in S. eine Wohnung zu suchen - und evtl gar keine mehr zu bekommen! Denn die Wohnungen hier sind begehrt (da sie guenstig sind und trotzdem nicht im Ghetto liegen). Da sollte man froh sein, wenn man eine hat.

Ware Mensch, wohin ich sehe. Mehr als Sklavenschieberei ist das irgendwie nicht, und ich dachte, es gaebe soetwas wie Menschenrechte in der BRD. Zumindest theoretisch. Und ich finde es definitiv unmenschlich und illegal (wie war das mit der angeblichen Freizuegigkeit?!), vom Amt durch ganz Deutschland gehetzt werden zu duerfen, sich nicht aussuchen zu duerfen, wo man leben will, und immer wieder aus seinem sozialen Umfeld gerissen zu werden. Ich dachte mal, der Mensch habe ein Recht auf ein soziales Umfeld. Aber das muss auch abgeschafft worden sein *zyn* Was sind Gesetze noch wert, wenn sich niemand daran haelt, an erster Stelle nicht einmal mehr der Staat selbst? Und am Abend regnete es wieder in Stroemen. Schlimmerweise soll ueber Nacht alles gefrieren, dh morgen gibts Glatteis - zu meiner Un-Freude. Und der Busfahrer waere fast an mir vorbei gefahren, ich weiss nicht, was das sollte. Haette mich jedenfalls sehr geaergert, bei dem Wetter, in der Kaelte, nachts noch einmal 20-40 Minuten in der Gegend herumstehen zu muessen. Nur weil irgendein Busfahrer keine Lust hat, zu halten. Denn zu sehen muss ich gewesen sein, die Haltestelle zumindest ist hell beleuchtet. Zuhause angekommen: eine Motte im Zimmer :/ Und im Bad leben seit Monaten Weberspinnen und vergehen einfach nicht...

Es missfaellt mir schon, gerade die Motten, dabei haben wir gerade Ende Januar, und da muessten doch Insekten noch gar nicht zu finden sein. Gerade Kleidermotten - nein, ueberwintert haben sie nicht in der Wohnung - zum Glueck! - jeden Winter ist ueber mehrere Monate Ruhe. Dh es ist definitiv keine mehr hier drin. Hinein kommen sie erst wieder, wenn es waermer wird und da Herr "Vater" jeden Tag ueber Stunden die Fenster offen stehen laesst *amok* Ich glaube, in den naechsten Monaten wird es wieder sehr viel schlimmer werden... Hoffen wir, es schiebt sich wenigstens noch bis zu den Ferien auf. Oder es kaeme moeglichst gar nicht vor, aber das waere wohl zu utopisch. Gute Nacht!

cn P

31.01.2008 um 00:49 Uhr

Was aus der Menschheit wird

Muss man so genannten "normalen" Menschen alles haarklein vorkauen, damit sie es begreifen oder ueberhaupt mal auf irgendwelche Ideen kommen? Haben sie keine eigene Fantasie? Sich Anregungen ZUSAETZLICH zu holen, sich zu informieren, vielleicht auch so eine BASIS aufzubauen - alles in Ordnung. Doch dass viele Personen scheinbar gar nichts mehr selbst auf die Reihe bekommen, sondern fuer alles Anleitungen brauchen, sei es die eigene Beziehung oder bloss die Dekoration des Fruehstueckstisches, gibt mir schon ueber den "gesunden Menschenverstand" zu denken. Auf jeden Fall finde ich es immer absurder, wenn ueber mich in den Medien, sei es durch Radiowerbung oder Online-Werbebanner, eine wahre Flut aus "Ratgebern" zu allen nur denkbaren Themen hinein bricht, wo ich mir immer denke "Wer braucht soetwas?", und wobei ich leider feststellen muss, dass soetwas tatsaechlich gekauft wird. Ist es denn kein Armutszeugnis, sich zB vorgefertigte Saetze, mit denen man seinem Partner die angeblich vorhandene "Liebe" bekunden kann, zu kaufen, statt einfach genug zu empfinden, um sich SELBST einen einzigen Satz auszudenken? Nun muss ja nicht jeder ein begabter Liebeslyriker sein, aber einige Dinge sollten einem schon von allein einfallen, finde ich zumindest.

In dieselbe Kategorie, nur vielleicht etwas "harmloser", da nicht die menschliche Interaktion betreffend, fallen uebrigens auch Ratgeber, was man fuer Blumen nebeneinander stellen "kann" und in welchen Farben man seine Wohnung streichen "sollte". Ich wuerde meinem "Instinkt" nach sagen: ich tue das, was mein Auge schoen findet. Dazu brauche ich keine Buecher. Nur mein Augenlicht. Denn was wuerde mir irgendeine von "Experten" empfohlene "Designer-Wohnung" aus dem Ratgeberbuch bringen, wenn mein PERSOENLICHER Geschmack etwas Anderes aesthetisch findet? Dieselbe Kategorie, nur mit Menschen (also quasi dasselbe in Fleischfarben) sind zahlreiche Sex-Ratgeber (Kommt her, ihr Ratten, ich weiss: "Sex and crime sells!" - Kommt in Stroemen ueber die Google-Suche auf mein Blog :P), die schon 13-Jaehrige mit sich herum schleppen, bei denen pauschaliert wird, was einem zu gefallen habe und wie man mit seinem Partner umzugehen habe. Wer andere Empfindungen hat, passt nicht in die kuenstliche "Norm" und sei endweder pervers oder pruede, je nach Richtung der Abweichung. Meinentwegen kann jeder tun und lassen, was er will, an der gesamten Sache stoert mich nur eines: der Mensch wird zu einem Produkt, bei dem eines wie das andere ist - es gibt eine "Bedienungsanleitung", mit der INDIVIDUALITAET der Person beschaeftigt man sich nicht mehr. Waere ja auch viel anstrengender, als eine fleischliche Maschine vor sich zu haben, bei der man bloss die Knoepfchen druecken muss, die in der Anleitung bezeichnet sind.

Aber wenn der Mensch sich und andere zur Maschine machen will, soll er sich nicht wundern, wenn er irgendwann auch zur Maschine wird oder so behandelt wird. Absurd, dass das aber bislang niemanden stoert - wuerde hingegen jemand Menschen morden und dazu sagen "Was solls, ist doch alles nur dasselbe belebte Fleisch!", dann faenden dieselben Personen es pervers... Es ist keine andere Perversion, als ihre eigene (abgesehen vom Mord wahrscheinlich). Aber vielleicht ist dieser Mangel an Eigenstaendigkeit auch bloss eine logische Folge der zunehmenden Technisierung/Automatisierung. Denn wo frueher Menschen handeln und aufpassen, nachdenken, bewusst entscheiden mussten, wird heute von Maschinen gearbeitet - die sind sowieso zuverlaessiger. Ich will die Technologie absolut nicht schlecht reden (ich weiss, ich bin auch nicht gerade der gesundeste Mensch), aber ich glaube schon, dass der Mensch sich damit die eigene Evolution abschneidet. Vorrausgesetzt, man glaubt an Evolution, aber darauf baue ich dieses Gedankenkonstrukt mal auf.

Denn bisher war es immer so, dass der Mensch sich an die Umwelt anpassen musste - es gab immer verschiedene Entwicklungen, einige setzten sich durch - die, die am besten in die Umwelt "passten". Heute schafft der Mensch sich seine eigene Umwelt. Sogar wahrnehmen muss er kaum mehr selbst - zB Strahlung - alles laesst sich mit Maschinen (hier Messgeraeten) fuer den Menschen wahrnehmen und messen - der Mensch selbst muss sinnlich nichts mehr davon mitbekommen. Probleme in der Umwelt schafft er sich kuenstlich vom Hals - es muss keine Anpassung stattfinden. Zumindest aktuell nicht... Nun frage ich mich, ob die Evolution "bloss" stagniert, oder ob nicht sogar eine Verkuemmerung stattfindet? Denn die Sinne brauchen Menschen immer weniger. Was nicht gebraucht wird, verkuemmert - man erinnere mal an das Steissbein, den urspruenglichen Schwanz, den der Mensch nicht mehr zum Greifen oder Festhalten braucht. Der Mensch verlaesst sich vollkommen auf seine heutige Technologie, die menschlich-koerperlichen Faehigkeiten nehmen ab. Naehmen wir nun an, der Mensch sei ganz ploetzlich all seiner Technologie beraubt: er kaeme ploetzlich gar nicht mehr zurecht! Wahrscheinlich waere er in wenigen Jahren ausgestroben. Denn nackte Affen erfrieren ;)

Zur Empfindsamkeit bzw Empfindungswelt des Menschen noch: wer weiss, wie die menschliche Wahrnehmung sich veraendern koennte. Trotz dem viele Tiere auch, wie der Mensch, Augen, Nase und Ohren haben, nehmen sie die Welt ganz anders wahr. Jeder ist auf etwas spezialisiert: der eine sieht nur Bewegung gut, der andere braucht keine Farben, mancher hoert enorm intensiv, mancher ist taub... Wer sagt denn, dass der Mensch sich nicht ueber Jahrtausende in eine merkwuerdige Richtung entwickeln koennte? Vorrausgesetzt natuerlich, es gaebe dann noch Menschen. Ich zum Beispiel nehme bestimmte Strahlungen wahr. Relativ leicht nur, aber ich weiss bei Handies zB schon ca 2 Sekunden vorher, dass gleich eine SMS eintrifft oder es gleich klingeln wird. Ich "fuehle" es einfach und nehme das Handy schon zur Hand, weil ich weiss, gleich kommt ein Anruf. Wenn ich diesen auch nicht wirklich vorhersehen konnte. Klingt vielleicht seltsam, aber ich glaube, einige Menschen spueren es eben, andere nicht. Und jeder unterschiedlich intensiv. Nun habe ich mir aber Gedanken gemacht, wie man dieses "Spueren" beschreiben soll. Eine einfache Zuordnung wie Auge = Sehen, Ohren = Hoeren scheint nicht zu funktionieren.

Mein Wissen ueber Strahlung sagt mir, es koennte eine Wahrnehmung ueber die Haut sein, allerdings koennte es auch der gesamte Koerper als Art "Resonanzmasse" sein, in dem die auftreffende Strahlung das Gewebe minimal beeinflusst, aber als Gesamtheit dann eben doch eine Wahrnehmung ausloest. Kann man da ein bestimmtes Sinnesorgan ausmachen? Andererseits ist die Haut ja auch ein sehr riesiges Organ, wieso sollte man zB Gewebemasse nicht auch zu einem erklaeren? Sinnesorgane sind eben nicht nur Augen, Nase, Zunge, Ohren. Eine weitere Frage waere: braeuchte der Mensch eine Strahlenwahrnehmung? Haette sie einen Nutzen? Gut, meine "Linie" wird sich nicht weiter vererben, denn ich habe nicht vor, mich fortzupflanzen ;) Aktuell streite ich mich lieber mit Herrn "Vater" herum, der die gesamte Zeit jammert, mir bei Antworten auf seine Fragen ins Wort faellt, grundsaetzlich nichts verstehen will, und auch so nichts wahrnimmt. Da sitze ich vollkommen durchnaesst hier und er fragt Ewigkeiten spaeter ohne eine geringe Ahnung, ob es draussen denn regnen wuerde. Im Wetterbericht habe man das vorhergesagt.

cn P

30.01.2008 um 19:10 Uhr

Wohnung aufgeben und 700km reisen fuer einen 1,5-monatigen, unterbezahlten Job (den man nicht einmal will)?

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Arbeit, Arbeitslosigkeit, Literatur

Alice: Hallo Kaninchen. Könntest du mir sagen, welchen Weg ich gehen muss?
Kaninchen: Das hängt in entscheidendem Maße davon ab, wohin du willst.
Alice: Das ist mir eigentlich egal.
Kaninchen: Dann ist es auch egal, welchen Weg du gehst.
Alice: Das Wichtigste ist, dass ich irgendwohin komme.
Kaninchen: Das wirst du sicherlich, wenn du lange genug gehst.
Alice: Wer wohnt denn hier in der Gegend?
Kaninchen: Ein Hutmacher, ein Märzhase und eine Haselmaus. Es ist egal, wen du besuchst. Sie sind alle verrückt.
Alice: Ich habe aber keine Lust, Verrückte zu besuchen.
Kaninchen: In diesem Land wird dir nichts anderes übrig bleiben. Hier sind alle verrückt. Ich bin verrückt, und du bist auch verrückt.
Alice: Wieso bin ich verrückt?
Kaninchen: Na weil du hier bist.

Heute gab es mal wieder Post vom Arbeitsamt. Nach der unverbindlichen Stellenausschreibung neulich (Nachtschicht, Zeitarbeit), bei der man innerhalb von 3 Tagen anrufen sollte - was ER auch tat, nur ging NIE jemand dort ans Telefon - ist es heute: eine Zeitarbeitsfirma im Allgaeu! Fuer die, die nicht wissen, wo wir hier leben: Der Allgaeu ist von hier aus ueber 700km entfernt, liegt also am anderen Ende der Republik. Was kommt als naechstes? Strassenkehrer in Tibet? Gurkenanbau auf dem Mond?

cn P

30.01.2008 um 01:38 Uhr

29.1.08, Teil 2

Ich merke, wie ich mich "festquatsche", und es gefaellt mir gar nicht. Ich komme so irgendwie zu keinem Ziel, und so viel Zeit habe ich auch nicht mehr. Fakt ist, dass der Unterricht heute unglaublich langweilig, lahm und niveaulos war, einige Menschen durchaus nett, aber kaum weiter gebildet. Und - nein, das ist KEIN Scherz - es gab heute WIEDER Personen, die gefragt haben, was eine Metapher sei (zum 10. Mal *seufz*) und die meinten, das sei doch so schwer, das solle man doch bitte bei der Klausur auslassen. Das koenne doch niemand verstehen. Wozu mir nur einfaellt: das ist Grundschulniveau und das hier soll ein Studienkurs sein... Des Weiteren haben wir zum 4. Mal Goethes Wanderers Nachtlied behandelt, wieder hatten etliche Leute keinerlei Idee zur Interpretation, und ich sass unruhig auf meinem klapprigen Schemel ohne Tisch und skizzierte auf einem auf meine Knie gelegtem Blatt Papier vor mich hin. 7 Zeichnungen, dann fiel mir nichts mehr ein. Und die Stunde dauerte noch so lange :( ER sass derweil draussen und las Goethes Faust 1, spaeter will er sich noch Duerrenmatts Physiker goennen - mal wieder - ja, wenn man arbeitslos ist, hat man dazu Zeit...

Was mir uebrigens auch auffiel, war, wie extrem die Niveaus zwischen verschiedenen Kursen variieren. Die "Fachbegriffe", die in einem Kurs als "hoch" gelten, sind beim anderen als unfachlich verpoent. So koennte man, wenn man bei einem Prof eine 1 schreibt, beim anderen mit einer 5 durchfallen, wenn man haargenau denselben Aufsatz zum selben Thema schreibt... Wo war ich stehen geblieben? Ich lasse schon eine Menge aus... WIR waren einkaufen gefahren, zu den Menschen auf dem Weg sage ich nichts mehr, und im Center versuchte tatsaechlich eine Frau von einem Buchclub, UNS mit 6 graesslich schmeckenden Pfefferminzbonbons zum Beitritt zu ueberreden! Lachhafter ging es kaum, ich meine doch, wenn sie schon versuchen, einem etwas aufzuschwatzen, sollten sie mehr anbieten, als 6 Bonbons, die sie zudem nicht einmal selbst bezahlt hatten (waren kostenlose Proben der Firma). Irgendwie daemlich... Des Weiteren habe ich festgestellt, dass es mittlerweile in diversen Frisoerbedarflaeden silberne und pinke Haarfarbe in so einem Rollding zum einfachen Auftragen gibt... Natuerlich nur non-permanente, sehr schade, denn mit der kann ich nichts anfangen. Wenn ich mir meine Haare schon silbern faerbe, um Herrn "Vater" per Schock in den Tod zu treiben, dann soll die Farbe bitte auch nicht mehr auswaschbar sein... ;)

Fuer Tippfehler hafte ich uebrigens nicht; hoffentlich schreibe ich aber nicht zu grossen Bloedsinn, denn noch einmal vor dem Absenden durchlesen werde ich diesen Text nicht, da ich nicht viel Zeit habe. Was gibt es noch zu berichten? Die Post hat bei uns mal wieder Briefe von irgendeinem vollkommen Unbekannten eingeworfen, der nicht einmal im gleichen Haus wohnt, sondern nebenan - ich habe es natuerlich hinueber getragen und dort in den Briefkasten geworfen, das ist nicht das Problem - ich finde es nur extrem beunruhigend, dass das auch andersherum passieren wird und ich mir bei den zum Teil sehr asozialen Nachbarn nie sicher sein kann, ob sie MEINE Postkarten nicht lieber behalten! Nachmittag und Abend vergingen eben irgendwie... Morgen werde ich mir evtl noch einen letzten Tag frei nehmen, das Maedel vom Referat meldet sich immernoch nicht, werde dann evtl bisschen durch B. fahren, oder spazieren gehen... Aber am FR und WE sollte ich dann fuer die Klausuren lernen. Zu spaet bin ich noch nicht, die meisten anderen haben auch noch nicht begonnen.

Zum Abend beim Herrn "Vater": hirnlose Sprueche, rassistische Parolen, ekliges Geruelpse, und bei so viel Idiotie koennte ich langsam wirklich ausrasten... Die Sprueche sind wirklich nicht mehr "normal" und mit einem gesunden Menschen"verstand" nicht mehr zu erklaeren. Selbst bei einem minderen IQ von 70 nicht. Oder wie kommt ein nicht-seniler Mensch auf die Idee, bei Schiffsungluecken von Ausserirdischen zu reden oder diverse andere Dinge in Zusammenhang zu bringen, die NULL miteinander zutun haben?! Und wenn irgendetwas ist, sind prinzipiell IMMER "die Auslaender", "die Juden" oder "die Kommunisten" Schuld. Selbst, wenn es bloss schlechtes Wetter ist. Da sinds dann sicherlich irgendwelche chemischen Kampfstoffe Israels, mit denen sie "den Ariern" das schoene Wetter verderben wollen... Natuerlich *zyn* Ich muss ganz ehrlich sagen, mir waere danach, ihn einfach nur zusammen zu schreien oder ihm den Hals umzudrehen, damit ich dieses unglaublich IDIOTISCHE Gerede nicht mehr hoeren muss! (Aber natuerlich werde ich nie etwas Derartiges tun, sondern brav WARTEN, bis er an Altersschwaeche stirbt). Es ist so unglaublich idiotisch, dass sich in mir schon beim Zuhoeren derart viel Wut aufstaut... Weil er diesen Bloedsinn nicht nur glaubt, sondern so tut, als sei er der einzige, der Recht habe, und alle anderen, die nicht so verwirrt sind, seien dumm, ignorant oder krank.

Natuerlich regt er sich ueber alles und jeden auf. Verhoehnt Opfer von Verkehrsungluecken. Und dass man ein Fernsehprogramm, das einem nicht gefaellt, nicht sehen MUSS, sondern auch umschalten kann, ist ihm auch nicht gelaeufig. Als ich ihn jedenfalls darauf aufmerksam machte, beschimpfte er mich erst, dann sagte er "Das hat damit gar nichts zutun!", und dann wechselte er binnen nicht einmal einer Sekunde vollkommen zusammenhanglos das Thema und tat so, als habe die Diskussion vorher gar nicht stattgefunden. Ausserdem hoert er, wenn ueberhaupt, immer nur zur Haelfte zu und deutet sich allergroessten Muell dazu... Es kommt wirklich nur Schrott heraus. Wirklich zuhoeren kann er nicht. Bedenke ich, dass meine eine Sippe, sofern vorhanden (meine "Mutter" zaehle ich mal nicht dazu, da ich sie ja nicht mehr sehe), eine Beleidigung an die menschliche Intelligenz ist, und der andere Teil paranoide, bornierte Rassisten - so frage ich mich wirklich, womit ich das "verdient" habe! Und eben musste ich mich wieder uebergeben. Toll. Mir ist immernoch uebel. Herr "Vater" hat dazu natuerlich nichts zu sagen.

Vorhin hat er auch wieder versucht, mir Essen aufzuquatschen. Erst Obst. Ich lehnte dankend ab. Wurde angeschnauzt "Aber schmeckt doch gut!". Ich sagte, ich haette aber keinen Hunger, mein Magen sei voll und mir schlecht. Dann folgte wieder eine Moralpredigt ueber den Nutzen von Obst und dass ich selbst Schuld sei, wenn ich in zwei Jahren stuerbe, weil ich ja "NIE" Obst essen wuerde. Und als ich dann kein Obst wollte, fing er mit Schokolade an *amok* Ich lehnte noch einmal ab und sagte erneut, ich haette keinen Hunger und mein Magen sei voll. Dann durfte ich mir anhoeren, ich sei ja undankbar, blah blah blah... Und so weiter. Ich wuerde ja gar nicht schaetzen, was man mir anbietet. Ich verstehs wirklich nicht, wieso man mir an allen Ecken und Enden Essen aufzwingen will... Ich bin schon uebergewichtig und da muss ich, gerade wenn ich SATT bin, nicht noch mehr in mich hinein stopfen, wenn ichs sowieso gar nicht will! Und dann bekomme ich noch unterstellt, ich sei magersuechtig... Auch so ein schlechter "Witz". Klar kann man trotz Uebergewicht magersuechtig sein (das geht wirklich), aber so, dass ich gar nichts mehr esse oder dass ich freiwillig erbreche, ist es auch nicht! Ausserdem muessten erst einmal einige Wochen vergehen, bis ich verhungert waere. Also Sorgen machen muesste sich niemand, ich bin nicht duerr.

Was bleibt mir zu sagen? Habe sicher die Haelfte vergessen, muss aber bald los. Gute Nacht.

cn P

30.01.2008 um 01:11 Uhr

29.1.08, Teil 1

1:30 bis 2:30 hatte ich mir noch zum Skizzieren genommen, um 7:30 musste ich wieder aus dem Bett, was also eine Schlafdauer von 5 Stunden bedeutet haette. HAETTE, denn ich konnte 1. nicht einschlafen und wurde, 2., wieder staendig mitten in der Nacht wach. Ich schaetze, ich bin selbst "Schuld", weil ich tagsueber immer mehrere Stunden schlafe. Gestern sogar fast den gesamten Nachmittag. Dafuer plagen mich nachts Gedanken verschiedenster Art. Einen Teil kann ich mir "hinunterschreiben", ein anderer Teil bleibt irgendwo im Gedaechtnis. Gerade in letzter Zeit denke ich zB viel darueber nach, was ich noch vor einigen Jahren getan habe und wie ich gedacht habe. Einige Dinge haben sich doch sehr geaendert - natuerlich, soetwas passiert in 5 Jahren, gerade in meinem Alter. Nur folgt darauf immer auch die Frage, wie es weiter geht, wie weit man sich noch veraendern kann - nicht, dass aus mir in 20 Jahren noch so ein Monster wie mein "Vater" geworden ist. Wobei ich aktuell nicht der Meinung bin, mich absolut zum Schlechteren veraendert zu haben. Natuerlich, ich bin vielleicht ein wenig traeger und misantropischer geworden, ich habe kaum mehr mit Menschen zutun und auch kaum mehr Interesse daran, aber dafuer bin ich auch vernuenftiger geworden ;)

Wobei das sicherlich Ansichtssache ist, ich jedenfalls finde es im Nachhinein vernuenftig, nicht mehr jeden Tag auf dem Friedhof zu sitzen, egal, ob bei Schnee, Hagel oder Gewitter. Aber das liegt wohl auch daran, dass ich mittlerweile eine Wohnung habe, damals hatte ich nichts und musste mich so den gesamten Tag irgendwo draussen aufhalten. Wobei ich Friedhoefe heute noch mag... Wenngleich es mir irgendwie fast schon befremdlich vorkommt, was fuer eine enorme Bindung ich frueher an diese Orte hatte. Ich kannte jeden Grabsteinspruch und fand auch nichts dabei, dort nachts auf einer Bank zu sitzen und die Sterne zu betrachten. Ich kannte jede offen stehende, ausgeraeumte Gruft, und wusste, wo ich mich bei einem ploetzlichen Gewitter schnell unterstellen konnte. Ich kannte jeden Winkel einer Vielzahl der ueber 200 Friedhofe von B. Ich habe weit ueber 100, wahrscheinlich gut 150, besucht... Eigentlich wollte ich alle mal sehen, aber ich glaube, ein paar fehlen mir doch noch. Ich habe dabei auch einige unschoene Aspekte von Friedhoefen kennen gelernt, allen voran Leichenschaendung und -diebstahl. Wenn man im Vorbeilaufen durch die verglasten Grufttueren schaut, sieht man es schliesslich, wenn die Sarkopharge aufgebrochen sind oder ein Grab ausgegraben...

Ausserdem riecht das ganze ueber den gesamten Friedhof ekelhaft. Ich hatte als erste Assoziation verbrannten Bratfisch. Es war Sommer. Und einmal im Herbst war ich auch vollkommen "erschlagen", als ich bei Gewitter einen Spaziergang machte. Auf dem dortigen Friedhof war es ueblich, dass Gruften nicht mehr in Nutzung waren, geoeffnet waren, geleert, und stattdessen stellte man gar Parkbaenke hinein oder machte Materiallager daraus. Ich bin ab und zu hinein gegangen, da die Waende und Decke oft noch voller schoener Reliefs waren, wenn auch alles Andere entfernt worden war. Und da gewitterte es nun sehr nah, ich sah eine Tuer wenige Meter vor mir halb offen stehen und mit einem Satz war ich drin. Ich war starr vor Schreck in einer unbeschreiblich merkwuerdigen Mischung aus hoechster Bewunderung ueber die prunkvollen drei Saerge, die vor mir standen, aus Holz, von oben bis unten mit Schnitzereien verziert und gar mit Blattgold bedeckt, wie man es von einem Koenigssarg erwarten wuerde - und vollkommen vom Ekel getroffen, dass jemand eben diese Saege mit einem Brecheisen(?) aufgestemmt hatte und sie mehr oder minder offen lagen... Bevor man auf die Idee haette kommen koennen, dass ich daran Schuld sei, bin ich wieder hinaus gegangen und habe mir einen anderen Unterstand gesucht, aber das Bild habe ich noch immer vor Augen.

Ich kann schlecht urteilen, wo bei den Saergen Kopf- und Fussende waren, aber ich nehme an, die Saege waren an den Kopfenden aufgebrochen. Wahrscheinlich, um dort befindlichen Schmuck (Ohrringe, Halsketten?) oder die Schaedel zu stehlen. Ekliger als Gebeine finde ich allerdings die Tatsache, dass es wirklich Menschen gibt, die durch die Gegend ziehen, um Saerge aufzubrechen und Leichen zu stehlen. Nicht nur wegen der Pietaetlosigkeit, sondern allein, weil diese Personen tatsaechlich mit gut 150 Jahre alten Leichen herumhantieren moechten. Ich hoffe, sie bereuen es im Nachhinein wenigstens... Vielleicht sollte ich zu einem appetitlicheren Thema zurueckkehren? Was vielleicht schwer faellt, seit Tagen ist es neblig und es regnet. In den Nachrichten berichtete man mal wieder von einem Busfahrer (da ist das Thema wieder ;) ), der einen Feuerwerkskoerper an den Kopf geschmissen bekommen hatte. Heute hatte ich wieder einen, der laut fluchte und diverse Fahrgaeste uebel beschimpfte, da habe ich mir nur gedacht, dass ich es sehr verstehen kann, dass der Gewalt weniger abgeneigte Personen bei so einem Gepoebel irgendwann zuschlagen. Und der Fahrer gestern Abend wurde geblitzt. Nur mal so nebenbei, zum Thema "wie sehr Busfahrer Verkehrsregeln respektieren" ;)

Herr "Vater" maulte herum und belaestigte mich mit viel zu viel Gesoeff. Machte wieder bloede Kommentare, beschimpfte wahllos irgendwelche Unbekannten, und nervte mich auch persoenlich. Abgesehen davon, dass mich hier sowieso alles ekelt. Dann gings im Radio um irgendein Filmprojekt von Schuelern. Hoch "intelligenter" Kommentar: "Wo sollen die nen Film her ham, die ham doch alles nur illegal zusammenkopiert! Muessen Raubkopien sein, Jugendliche kriegen doch selbst garantiert nix hin! Die wissen doch nichmal, wie man ne Kamera haelt!" Bleibt evtl zu sagen, dass ich vor einigen Jahren auch mal ein Filmprojekt mit anderen Schuelern hatte und dass ich in der Freizeit auch filme. Aber das Schulprojekt war schon sehr aufwaendig... Es ging um Rechtsradikalismus. Wir haben unter anderem Auslaender interviewt, die Opfer rechter Gewalt wurden, und der deutsche Teil unseres Teams hat mal Passanten nach ihrer Meinung ueber Auslaender gefragt... Mit zum Teil sehr erschreckenden Ergebnissen: Es ist kaum zu glauben, fuer wie liberal und vorurteilsfrei sich so einige Rassisten halten! Und auch sehr interessant: wie viele im "freien" Gespraech das Ma*l weit aufreissen und dann, sobald sie vor der Kamera etwas sagen sollen, kein Wort mehr heraus bekommen.

Aber das "Derbste" unserer Projekts war wohl, dass das deutsche Team sich in eine Gegend begab, die fuer ihre Rechtsradikalitaet bekannt ist. Dort haben sie dann mit versteckter Kamera unter Anderem dokumentiert, dass in einigen Zeitungslaeden offen rechte Propagandazeitschriften verkauft werden und dass man in zumindest einem Militaerladen dort im Viertel problemlos rechtsextreme Devotionalien kaufen koennte. Das ist schon ein sehr erschreckendes Erlebnis gewesen... Da sehen viele Menschen leider weg. Habe ich nebenbei eigentlich schon erwaehnt, dass Herr "Vater", der alles besser weiss, selbst keine Kamera benutzen kann? Ich machte mich um 8:45 auf den Weg, erst gab es Probleme damit, dass keine Bahn kam, dann stand der Bus gut 20 Minuten im Stau :( Ich kam viel zu spaet... Andererseits waren es aber auch viele andere Leute aus dem Kurs. Und der Dozent nahm es daher nicht so streng - noch einmal Glueck gehabt. Jetzt hoffe ich nur, dass es nicht jeden Tag so staut, sonst muss ich fuer die Klausuren noch 30 Minuten frueher aufstehen :/ Uebrigens hat waehrend der Fahrt mal wieder einer SEINER frueheren Kollegen angerufen. Ein wenig nervig finden wir es beide, dass sie staendig anrufen, auch, wenn sie eigentlich gar nichts mehr mit IHM zutun haben.

Nun sind sie ja nicht einmal befreundet. Nur einige Leute sind uebermaessig anhaenglich... Ich kannte ja auch mal eine "Dame", die mir - ueberspitzt betrachtet - fast einen Heiratsantrag machen wollte, nur weil ich zwei Unterrichtsstunden neben ihr gesessen hatte. Ich weiss gar nicht, was schlimmer ist: eine vielleicht sehr unsympathische Person am Hals zu haben, oder gar keinen zu kennen... Ich glaube, ohne Bekannte fuehle ich mich glatt besser. Auf jeden Fall rufen also staendig Menschen bei IHM an, die er kaum kennt bzw mit denen er bloss einmal auf der Arbeit zutun hatte. Sonderlich grausig ist auch einer, der scheinbar schwul ist und IHN immer anflirtet, der aber nicht einmal dazu steht, sondern immer so tut, als habe er eine Freundin... Die sicherlich nicht mehr als imaginaer ist. Jedenfalls hat sie noch nie einer gesehen und wenn mal ein Termin ansteht, wo sie zu sehen sein muesste, heisst es ploetzlich, sie haetten sich getrennt, und direkt nach dem Termin haette er natuerlich wieder eine Freundin. Bis zum naechsten Termin, wo sich das bestaetigen muesste. Wers glaubt ;) Ich finds nur schade, dass einige Leute einfach nicht zu ihrer Neigung stehen...

Immerhin hat ER durch die staendigen Anrufe erfahren, dass alle, die bisher geprueft wurden, ausser IHM, durchgefallen sind. Und das waren alles Leute, die immer anwesend waren. Und IHM haben sie wegen Krankheit immer vorgeworfen, so wuerde er die Ausbildung ja nie schaffen, und er koenne das doch gar nicht alles lernen, wenn er immer krank waer, usw. Jetzt ist er der einzige, der bestanden hat - welch Ironie :P Aber wohl 4 Leute wurden noch nicht geprueft - da der Pruefer krank geworden ist. Diese 4 Leute haben ihre Pruefungen nun Ende Februar - sie bekommen einen gesamten Monat mehr ausgezahlt und haben weniger bis zum Studium zu ueberbruecken, ausserdem muessen sie nicht einmal mehr arbeiten gehen, sondern bloss fuer die muendliche Pruefung lernen! Also irgendwie ist das auch nicht fair... Bleibt nebenbei vielleicht noch zu erwaehnen, dass es besonders ironisch ist, dass ER eine MUENDLICHE Pruefung bestanden hat, dabei ist er ein aeusserst schlechter Redner und leidet zudem seit der Kindheit an einer Sprechphobie gegenueber Fremden... Und dass ER so eine Pruefung besteht, die "normale Sprecher" nicht bestehen, ist - lustig.

cn P

29.01.2008 um 14:27 Uhr

Blogigo verlassen - warum nicht?

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Blog

Sobald ich eine Plattform finde, die halbwegs mit Blogigo vergleichbare Optionen hat (mehrere Blogs parallel, Kommentarfunktion, Gaestebuch, Umfrage, Designmoeglichkeiten, etc) - bin ich weg von hier!

Fuer sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.

cn P 

29.01.2008 um 01:13 Uhr

28.1.08

Ich hafte uebrigens nicht fuer seltsame, muedigkeitsbedingte Tippfehler... Bin Montagmorgen bzw in der Nacht auf Montag mehrfach wach geworden... Immer wieder... 3 Uhr, 4 Uhr, 6 Uhr - grausig! Als ich schliesslich um 7:30 aufstehen musste, war ich natuerlich vollkommen uebermuedet. Und von den Nachbarn hoerte man gleich wieder Geschrei... Ich hatte Kopfschmerzen. Seit Tagen graessliche Nackenschmerzen - kein guter Gesamtzustand. Getraeumt hatte ich auch wieder, irgendetwas mit/ueber eine/r Schulklasse, am Morgen erinnerte ich mich noch, jetzt nicht mehr. Herr "Vater" nervte mich mit seiner wenig ausgepraegten Hygiene (oder ist Toilettenspuelen dem Geizhals etwa zu teuer? *wuerg*), ER nervte mich damit, dass er verschlafen hatte... Ich klingelte schon per Handy Sturm, aber erst beim 3. Mal war er irgendwie zu wecken... Und musste natuerlich ans Telefon gehen, statt einfach endlich mal aus dem Bett zu steigen - es lebe der unnoetige Geldverbrauch... Es aergerte mich schon ziemlich, da er meine Termine eigentlich etwas ernster nehmen sollte, als dass man es nicht noetig haette, dafuer einen Wecker zu stellen und puenktlich aufzustehen. Besonders aergerlich war die Tatsache, dass ich vollkommen darauf eingestellt war, dass wir uns treffen, daher hatte ich weder die Akkus fuer meinen Discman geladen, noch Papier bei mir... *seufz*

Aber was solls. Wenigstens wurde ich dann auch noch soweit von meinem "Vater" aufgehalten, dass ich viel zu spaet dran war. Es resultierte natuerlich in einem reinen Gehetze. Die vielen Dep*en in Bus und Bahn machten es nicht leichter, am Center fiel der Anschlussbus aus und ich musste noch einmal 10 Minuten laenger warten. Mittlerweile war auch ER angetroffen, und jammerte mir die Ohren voll, dass es doch noch so frueh sei und er so muede, usw. Aber ER wars, der unbedingt mit zur Vorlesung wollte... Ich bekam noch staerkere Kopfschmerzen und haette am liebsten alles hingeschmissen. Schliesslich war ich aufgrund nervenaufreibendsten Gehetzes doch noch puenktlich am Institut angekommen... Nein, eigentlich nicht puenktlich, aber der Dozent kam ca 10 Minuten zu spaet, daher war ich vor ihm da. Einen Sitzplatz habe ich - oh Wunder - trotzdem noch bekommen, wenn auch nur einen alten Schemel irgendwo hinten in der Ecke... Die Akustik war mies. Der Vortrag eigentlich gar nicht unspannend, und sicher hilfreich fuer die Klausur - nur ER sah das anders *augenverdreh* In meiner grenzenlosen Guete war ich auch noch so bloed, daher mit IHM in der 1. Pause zu gehen. Obwohl ich meine, die letzten 40 Minuten haette er auch noch ertragen koennen, auch wenn es absolut nicht seine Fachrichtung ist. Eins steht fest: wenn ich nun die Klausur in einer Woche nicht bestehe, reisse ich ihm die Ohren ab. :P

Dabei koennte ich mein Studium sowieso so gut wie aufgeben... Irgendwie sind alle Umstaende denkbar schlecht: ich bin staendig krank, habe staendig irgendwelche Menschen um mich, die herummaulen, ich solle doch irgendetwas anderes statt des Studiums machen (ob ER mit seinem "Einmal kannst du doch zuhause bleiben"-Gejammer oder sogar Herr "Vater", der meint, ich solle statt zum Unterricht lieber fuer ihn einkaufen gehen, da er zu faul ist, selbst drei Schritte vor die Tuer zu gehen!) und ich selbst habe - auch deswegen - laengst nicht mehr die Lust, mich weiter zu bemuehen. Das einzige Problem ist die Frage: Was sollte ich stattdessen machen? Sich einfach zu begraben und von dieser Welt nichts mehr wissen zu wollen ist wohl keine Alternative, so verlockend sie auch ist. Nun, wie gesagt, ER wollte dann heute nicht mehr, also sind wir gegangen. Immerhin waren wir nicht die ersten, es sind etliche Leute vorher verschwunden... Sind dann nach B. gefahren (Achtung, Asis :/ ), habe beim Amt meinen Ausweis abgeholt - lange Wartezeit heute, aber die 3 Wochen insgesamt waren schon relativ kurz fuer die Bearbeitung - ich habe bei anderen Aemtern von 6 Wochen und zT sogar mehr gehoert.

Danach nach S. gefahren. Koennte der Postbotin mal wieder in den A*sch treten: da gab es heute nur zwei Dinge, die sie in den Briefkasten einwerfen musste, naemlich eine Postkarte aus Aegypten und einen kostenlosen Ikea-Katalog, und sie hats trotzdem geschafft, den Katalog so auf die Karte zu werfen, dass diese dabei vollkommen zerknickt ist! Genau genommen machen das die Postzombies hier immer: Dinge so auf Karten fallen lassen, dass man die regelmaessig direkt in den Muell werfen koennte, da sie so zerknickt und zerrissen sind, als seien sie schon zweimal verdaut worden. Ich hatte bekanntlich mal einen Aufkleber am Briefkasten angebracht, auf dem stand, dass Karten bitte NACH Katalogen eingeworfen werden sollen, aber den hat mir irgendein Idi*t abgerissen. Der selbe Idi*t, der damals ueberall die Namensschilder entfernt hat... Keine Ahnung, ob ich es nochmals versuchen sollte, neue Schilder bei mir anzukleben, aber... Mal sehen, vielleicht gehts ja mal nicht schief. Einen Dank uebrigens auch noch an die Post dafuer, dass diese Karte aus Aegypten schon die zweite von dem User war, da die 1. bis heute spurlos verschwunden ist, und danke auch dafuer, dass ein Brief mit mehreren Adressbuechern aus Italien, der letztes Weihnachten an mich geschickt wurde, bislang auch nicht hier ankam und wahrscheinlich auch nie eintreffen wird!

Verdienen Postboten wirklich so wenig, dass sie alles klauen muessen, was ihnen in die Haende faellt? Den restlichen Tag beschaeftigte ich mich schon mal ein WENIG mit dem Studium... Irgendwie laeuft das alles ungeordnet ab und ich bin auch nicht so wirklich motiviert - sollte ich mir Sorgen machen? Abends bei Herrn "Vater" spielte sich dasselbe Theater ab, wie sonst: grauenvolles "gesundes" Obst und staendig wird mir hier irgendetwas zu Essen angedreht... Ich lehne bei anderem Kram als Obst schon jeden Tag ab und muss mir dann Gemaule anhoeren. Was soll das?! Muss ich mich maesten lassen?! Ich weiss selbst gut genug, ob ich Hunger habe oder nicht, ob ich etwas essen will oder nicht, und muss mich hier nicht staendig mit Schokoriegeln oder weiss ich was fuer einem Kram bewerfen lassen! Ich habe jedenfalls keine Lust, irgendwann als fette 200kg-Tonne durch die Gegend zu rollen, wenn es auch anders geht... Aber daran kraenkelt diese Sippe sowieso schon immer. Es gab immer feste Essens- und Trinkenszeiten, bei denen gegessen/getrunken werden MUSSTE, ob man wollte, oder nicht, und zu anderen Zeiten war das Essen und Trinken strikt verboten. Angeblich sei das eben ein geregelter Tagesablauf, es wuerde die Aufnahme von zu viel Kalorien verhindern, und sei daher gesund. Ein Glueck bin ich raus hier...

Nicht minder auf den Geist geht mir uebrigens das Gefluche, daher werde ich gleich in mein Zimmer verschwinden. Ist schon spaet - relativ. Und morgen frueh verschlaeft ER hoffentlich nicht... Will naemlich wieder mitkommen, allerdings kann er morgen sowieso nicht mit in die Veranstaltung, aber wenigstens die Busfahrten macht er mit... Bei 4 Stunden ist das schon angenehmer, als alleine Loecher in die Luft zu starren. Und die 90 Minuten, die ich im Kurs bin, wird er wahrscheinlich irgendetwas lesen... Wollte an dieser Stelle eigentlich noch irgendetwas erwaehnen - habe es aber ganz einfach vergessen. Was solls, Vergesslichkeit kann auch Vorteile haben...

cn P

29.01.2008 um 00:43 Uhr

26. und 27.1.08

Es gibt wohl doch eine Sache, die ich an der christlichen Religion grundliegend besser finde, als an gewissen anderen, wie zB dem Judentum und dem Islam: auch, wenn sie alle drei unmuendige Menschen (ich denke, Kinder, die weder von Religion wissen, noch sprechen koennen, sind als unmuendig anzusehen) in ihre Religionen aufnehmen, was ich persoenlich schon sehr falsch finde (zu einer Religion sollte man sich selbst entscheiden, nicht durch die Familie hinein gezwungen werden, sobald man auf der Welt ist), im Christentum immerhin kommt es meines Wissens zu keinen rituellen Verstuemmelungen. Wer auf die Idee gekommen ist, man muesse sich - zumindest als Mann - fuer seine religioese Zugehoerigkeit koerperlich beschaedigen lassen, sollte, waere er noch am Leben, mir gerne mal erklaeren, worin dabei der Sinn liegt. Ist man etwa ein besserer Glaeubiger, wenn man sich seinen Koerper fuer die Religion veraendern laesst? Ist das archaisches Opferdenken der Marke "Schaut her, ich vertraue meinem ach so tollen Gott so sehr, dass ich mich verstuemmeln lasse!"? Die moeglichen Komplikationen sollte man nicht uebersehen. Und da frage ich mich doch, wie das mit der Aussage zusammenpassen soll, man solle Gott fuer einen gesunden, funktionierenden Koerper dankbar sein - so wie er IST. Ausserdem sollte jedem bewusst sein, dass es bloedsinnig sein muss, dass das ganze nicht von Gott (von welchem auch immer), sondern bloss von Menschen auferlegt wurde. Denn was interessiert es Gott, wie der menschliche Koerper geformt ist? Noch besser: wenn Gott der Meinung waere, der Mensch brauche bestimmte Dinge an seinem Koerper nicht, wieso haette er die Menschen dann nicht gleich so geschaffen, wie sie seiner Meinung nach perfekt sind? Fiel mir neulich nur mal so auf...

Freitagabend beugte ich mich um 2 Uhr dem Gejammer des Herrn "Vater"s, schrieb noch eine Stunde lang etwas, und ging dann mit Bauchschmerzen schlafen. Der Samstagmorgen begann fuer mich wieder um 10:30, und damit, dass Herr "Vater" das Bad belagerte, sodass ich erst einmal bis nach 11 warten musste, bis ich endlich mein Essen bekam... Vom restlichen Samstag hatte ich ja damals schon relativ ausfuehrlich berichtet. Kurz bevor blogigo mal wieder offline war, was mich mittlerweile kaum mehr aufregt. Irgendwie ist es zu etwas Alltaeglichem geworden, etwas, ohne das man sich blogigo gar nicht mehr vorstellen kann, etwas, was zwar unnoetig wie ein Kropf ist, aber - was solls, das Leben besteht aus mehr als dem Bloggen. *raeusper* Und so verbrachte ich den Samstag irgendwie bis 2:30 und legte mich dann schlafen... Oder frueher, oder spaeter... Ich weiss es absolut nicht mehr. Nur noch, dass ich Sonntagmorgen frueh wach wurde, aber doch vor Mittag nicht aus dem Bett kam. ER wollte nicht aufstehen, ich hatte sowieso nicht viel zutun, da Frau Prof bekanntlich nicht den Text zum Referat herausruecken wollte... Das tat sie erst abends, und nun habe ich das Problem, dass die Dame, mit der gemeinsam ich es bearbeiten soll, nie online ist, ich also nicht dazu komme, den Text aufzuteilen, usw. Ich sehe es schon kommen: die Zeit wird sehr knapp, alles schiebt sich irgendwie auf, und zum Schluss endet es im totalen Stress. Naechste Woche: 2 Klausuren (1 MO, 1 DI) und ein Vortrag (1 DO), uebernaechste Woche 2 Klausuren (1 MO, 1 DI), und dann Anfang Maerz eine Hausarbeit... Bezueglich der anderen habe ich immernoch keine Ahnung, da Frau Prof (dieselbe wie oben) sich standhaft weigert, ein Abgabedatum zu nennen. Irgendwie ist mir die Frau sehr unsympathisch.

Der Sonntag verlief relativ ereignislos... Nichts Merkwuerdiges getraeumt (im Gegensatz zu IHM), aber vielleicht habe ich auch andere Maszstaebe, anhand derer ich urteile, ob etwas seltsam/merkwuerdig sei, oder nicht ;) Sehr oft jedenfalls stelle ich fest, dass irgendwelche - ich sage mal salopp - "Massenmenschen" irgendwelche Dinge besonders ungewoehnlich, toll, ueberragend, usw, finden, wo ich mich nur frage, was sie daran so erstaunt, denn das von ihnen Bestaunte ist fuer mich alltaeglich und fast schon langweilig. Aber ich glaube, das hat auch irgendwie etwas Natuerliches: so findet der, der taeglich Lyrik schreibt, nichts Besonderes daran, einmal einen passenden Reim zu finden, wie der, der schon immer am Meer lebte, sich vielleicht ueber eine Reise in die Berge freuen wuerde, wobei ein Gebirgsbewohner das nicht nachvollziehen koennte, gar langweilig faende, sondern lieber ans Meer fahren wuerde... Nur dass einige Dinge gewoehnlicher oder ungewoehnlicher sind, als andere. An den restlichen Tag erinnere ich mich tatsaechlich nicht mehr; ich weiss nur noch, dass ich - wie ueblich - gegen Mitternacht "zuhause" in R. ankam. Eigentlich wollte ich sofort in mein Zimmer verschwinden, noch etwas schreiben und gegen 1 schlafen gehen... Wollte MO mal ausgeschlafen sein.

Doch natuerlich kam es anders: von Herrn "Vater" gab es erst einmal eine lange Ansprache, wie wichtig doch Vitamine seien, ausserdem glaubt er scheinbar, ich sei am Verhungern, so plapperte er pausenlos auf mich ein, ich solle doch einige Orangen essen, bevor ich schlafen gehe, blah blah blah... Weil ich keine Lust hatte, mir wieder tagelang sinnlose Vorwuerfe anhoeren zu muessen, sass ich dann also im Wohnzimmer, kippte mir zwei ach wie gesunde Glaeser mit Vitamintablettengeschmack hinunter, bis mir uebel war, und versuchte dann irgendwie, die Orangen zu vertilgen, die einfach nur grausam sauer waren. Das war eine Qual. Zudem wurde mir immer uebler, mein Magen war auch laengst voll bis oben hin, und es war schon nach 0:30 und ich war immernoch nicht fertig :/ Die gesamte Zeit durfte ich mir ausserdem nebenbei absolut daemliche Sprueche/Vorurteile und auslaenderfeindliche Kommentare anhoeren. Besonders "toll", wenn Personen ausserdem ueber Dinge urteilen wollen, von denen sie null Ahnung haben. Eine Aeusserung, die direkt in diese Schublade passt, habe ich heute auch bei Frau und Herr Schwieger"elter" gehoert, die am Nachmittag angerufen hatten. Ausser, dass ich diese Personen wohl nie wirklich ernst nehmen kann mit ihrem blinden Radikalismus und duemmlichem Aktionismus, habe ich dazu gar nichts mehr zu sagen.

Nachdem ich mich 45 Minuten lang mit uebersaeuerten Orangen gequaelt hatte, wollte ich endlich gehen, doch Herr "Vater" liess verlauten, ich solle meinen Wecker doch gefaelligst 10 Minuten frueher stellen, er woelle morgens nicht immer so hetzen. Da soll ICH also frueher aufstehen, nur weil ER keine Lust hat, sich morgens mal ordendlich zu beeilen?! Stattdessen hockt er lieber am Pc und spielt Karten oder trinkt erst einmal seelenruhig zwei Kaffee. Und ich darf dafuer immer weniger schlafen. Unnoetig. Der Gipfel der Dreistigkeit war auch noch, dass er meine, er wuerde in Zukunft meinen Wecker kontrollieren, damit ich nicht auf die Idee kaeme, ihn doch auf eine spaetere Zeit zu stellen. In welchem Irrenhaus sind wir hier eigentlich?! Fuer mich aendert sich dennoch nicht viel: ich stelle meinen Wecker so wie immer und stelle ihn morgens, bevor ich das Zimmer verlasse, eben 10 Minuten zurueck. Wenn er es so will, soll er ruhig. Mir ist es egal. Und so war ich ab 1 Uhr wieder in meinem Zimmer. Sah kurz aus dem Fenster, nach draussen, wo es heute ungewoehnlich dunkel war - viel dunkler als sonst, richtig ungewohnt, und der Himmel war komplett schwarz und sternenklar, auch der Mond schien kraeftig silbern, aber erhellte den Boden dennoch kaum. Bis 1:30 schrieb ich noch, an mehr erinnere ich mich nicht.

cn P

27.01.2008 um 00:37 Uhr

Nachtgedanken, 27.1.08

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: TV, Medien, Friedhof, Tod, Arbeit, Gesellschaft, Vorurteile, Ausbildung, Suizid

Beim naechtlichen Fernsehen (heute: eine Dokumentation ueber Bestatter) fallen mir so einige Dinge auf... 1. Wieso bewerben sich irgendwelche Maedchen, die von Leichen und Saergen Angst haben und Friedhoefe "gruselig" finden, als Bestatterin? Waere es nicht sinnvoller, diesen Beruf mit Menschen zu belegen, die sich bei der Ausuebung nicht sofort in die Hose machen oder ihre Fingernaegel blutig knabbern? 2. Wie kann es Menschen geben, die tatsaechlich so beschraenkt und voller Vorurteile sind, dass sie meinen, juengere Menschen koennten bestimmte Berufe nicht ausueben, da sie mit aelteren Kunden zutun haetten und junge und alte Menschen doch niemals miteinander zurecht kommen koennten? 3. Wieso machen alle so ein Theater aus diesem Beruf, der fuer mich persoenlich kaum anders ist, als Arzt oder Metzger (die haben auch mit Toten zutun, und darueber regt sich keiner auf)? Irgendwie waren die Bestatter, die ich auf meinem Praktikum 2003 kennen gelernt hatte, viel besser gelaunt, netter, und weniger borniert...

Weitere Notizen des Abends: Ich weiss nicht mehr, was ich eigentlich schreiben wollte. Ich finde diese Welt seltsam verwunderlich. Meine letzte Absinthflasche ist fast leer. Strikt religioese Menschen sind geistig oft unflexibel, so scheint es. Und wenn ich mich jemals freiwillig von dieser Welt verabschieden werde, dann moechte ich nicht, dass das jemand als Verzweiflungstat sieht. Es waere ein letztes gesellschaftliches Statement: Ich kann auch ohne euch, ich will euch nicht, ihr habt mich nicht verdient.

cn P

26.01.2008 um 20:02 Uhr

Den gesamten Tag unterwegs

Heute Morgen gegen 11:30 mit IHM getroffen, nach F. gefahren... Auf dem Weg viele merkwuerdige Personen. Betrunkene, Verwirrte, Gaffer und Poebler, und spaeter machte ich auch noch Bekanntschaft mit einer singenden Klofrau. Generell war heute ein sehr merkwuerdiger Tag. Viermal wurde ich von Menschen nach dem Weg gefragt, ich glaube, ich muss ganz nett aussehen. Was habe ich nur falsch gemacht? ;) In F. fiel mir gleich die Mischung aus Altbauruinen und "modernen" Elementen auf, alles zusammen irgendwie noch immer gammelig, aber gewissermassen auch interessant. Habe in einer Jugendherberge, wie von einer Bekannten empfohlen, einige Werbepostkarten besorgt, die dort in einem Staender direkt am Eingang hingen. Leider nicht so schoene, wie erwartet. Danach habe ich mich noch einmal ueber die merkwuerdigen Ideen der Verkehrsbetriebe gewundert, auf deren Website man sich bekanntlich Reiserouten berechnen lassen kann, allerdings stimmen die dann meistens nicht... Entweder, weil die empfohlenen Linien gar nicht mehr existieren, zu vollkommen anderen Uhrzeiten fahren, oder weil es einfach vollkommen sinnlos ist, 7x auf der empfohlenen Strecke umzusteigen, obwohl man bei selbem Start- und Zielpunkt auch mit nur zwei Umstiegen auskommt, und dabei noch viel schneller ist. Weiss ausserdem der Geier, wieso man bei einem Gebaeude nicht 100m entfernt noch einmal in den Bus steigen soll, um eine Haltestelle zu fahren, und von dort wieder 200m zurueck zu laufen... Da verlasse ich mich lieber auf meinen eigenen Verstand, wenn man auch meinen sollte, die Verkehrsbetriebe haetten mehr Ahnung von ihrem "Fachgebiet"...

Zum Schloss C. gefahren. Herumgelaufen, Unmengen an Fotos gemacht. In den Museumsshop gegangen. Zu viel Geld fuer Postkarten ausgegeben *raeusper* Wenigstens kommt es den Restaurationsarbeiten zu Gute (andererseits goenne ich Menschen, die fuer jeden einzelnen Raum horrende Eintrittspreise verlangen, soetwas irgendwie nicht). Danach gings zum naechsten "Free-Card"-Staender... Und darauf folgte ein sehr langer Spaziergang durch den Schlosspark... Schoene Bruecken, massenhaft Statuen, alte Bauten, merkwuerdige Pflanzen und vermodernde Gewaesser (*wuerg*), und immer wieder merkwuerdige Menschen. Einige Leute koennen sich wirklich ueber ALLES beschweren, bsp. darueber, dass die Parkwege nicht betoniert seien ("Hach, und da werden ja die ganzen Schuhe dreckig, bei diesen haesslichen Waldwegen!"). Das Wetter war allerdings wirklich nicht das beste, alles stand unter Wasser, es war extrem stuermisch, Laub flog durch die Gegend, Staub nicht minder, Baeume verbogen sich beaengstigend. Und kalt war es, aber ertraeglich. An Fotos habe ich eine Ausbeute gemacht, die sich sehen lassen kann (allein deswegen hat sich der Tag schon gelohnt): sehr viele Wildtiere! Und dort sind sie so zahm, dass man sie kaum mehr als WILDtiere bezeichnen kann... Ich hatte selbst kein Futter bei mir, aber zahlreiche andere Personen. Eichhoernchen frassen aus der Hand, diverse Voegel ebenfalls, inklusive Spatzen, Blaumeisen und Schwaenen. Enten sowieso. Da liessen sich sehr detaillierte Nahaufnahmen machen, und die Tiere haben sich gar nicht daran gestoert... Die haben es gar nicht mitbekommen, so sehr waren sie mit dem Fressen beschaeftigt. Allein kritisch ist wohl, dass all die Tiere um die Zeit schon unterwegs sind... Bezueglich Eichhoernchen. Halten die nicht normal Winterschlaf? Und die Schwaene hatten schon Nachwuchs... Allerdings werden sie bei der Fuetterungsmenge durch Touristen sicher nicht verhungern.

Danach sind wir noch in ein gewisses Museum gegangen, das keinen Eintritt kostet. Zu Recht, stellte sich heraus. Es ging angeblich um Fischpraeparate... Davon hatten sie vielleicht 5 etwas vergammelt aussehende da, der Rest bestand aus gut 15 Zeichnungen aus verschiedenen Fisch-Bestimmungsbuechern, dann hatten sie noch ein Aquarium mit Goldfischen und drei mit Krebsen, und sonst (das war der Hauptteil der Ausstellung) verschiedene Angeln und eingerahmte Fischrezepte O_o Ich kann mit Fisch als Nahrung und Angelei nicht viel anfangen, genau genommen finde ich es eher geschmacklos. Aber nichts fuer Ungut, es war nur wenige Strassen vom Schloss entfernt, ein kurzer Fussweg - und es haette ja auch interessanter sein koennen! Danach sind wir ins Center in N. gefahren, haben dort beim Vietnamesen gegessen (schade, dass das Restaurant den Besitzer gewechselt und umgebaut hat: die Atmosphaere ist jetzt gleich null, wo frueher asiatische Kunst hing, und man auf dunkelbraunen Holzstuehlen mit roten Bezuegen sass, und die Waende mit dunkelbraunen Holzzschnitzereien ausgekleidet waren, gibt es heute kalte Metallstuehle, hellbraune, komplett unverzierte, Holztische, das Buffett ist nicht mehr aus dunkelgrauem Marmor, sondern komplett Metall mit Verglasung, und die Waende sind komplett weiss gekachelt. Alles wird kalt und - meine persoenliche Empfindung - sehr ungemuetlich). Aber das Essen war wirklich sehr gut und die Preise relativ niedrig (kaum hoeher, als wenn man das Essen selbst zubereitet). Danach haben wir noch fuer die naechsten Tage eingekauft (ich weiss, dafuer, dass ER arbeitslos geworden ist, leisten wir uns noch eine Menge, aber wir werden ja sehen, wann wir hungern muessen, weil kein Geld mehr da ist), dann gings mit dem Bus nach S., mit langem Fussweg :/

Zuhause kam ich kaum zur Ruhe, genau genommen bin ich jetzt noch nicht einmal mit allem fertig; habe mich ums Studium gekuemmert, muss nachher noch Emails verschicken *seufz* Dabei brennen meine Augen extrem vom Staub, die Fuesse schmerzen ein wenig und alles fuehlt sich irgendwie dreckig an. Will nachher auf jeden Fall wieder lange baden. Nacher, vorher Emails versenden und Fotos vom Chip auf den Pc verschieben... Post kam heute auch, allerdings nur fuer IHN: Die Ausbilder mussten bekanntlich noch einige Dokumente an IHN versenden, dass die Pruefung bestanden wurde, und die Lohnsteuerkarte. Diese Menschen haben ihren Ruf noch ein letztes Mal verschlechtert: die Lohnsteuerkarte haben sie vergessen, ueberhaupt mitzuschicken, und die Dokumente waren falsch ausgefuellt... Toll, super! Jetzt muss ER Montag noch einmal dort anrufen und evtl auch nochmal extra dorthin fahren. Wieder einmal durch die komplette Stadt, 1,5 bis 2 Stunden Weg. Ich weiss, kein Mensch ist fehlerfrei, aber dass dort nichts FUNKTIONIERT, finde ich schon armselig. Naja, das wars erst einmal fuer jetzt...

cn P

26.01.2008 um 01:26 Uhr

25.1.08

Trotz des ewigen Gejammers gestern Nacht hatte ich noch bis um 3:30 einige Texte gelesen, online, und bin danach erst schlafen gegangen. Oder versuchte es zumindest, denn einschlafen konnte ich lange noch nicht. Mehrere Stunden habe ich wach gelegen. Mir unglaublich viele Gedanken gemacht. Eine Motte von der Wand gehauen (Was fuer eine Jahreszeit haben wir eigentlich, dass jetzt schon wieder Kleidermotten auftauchen? Bisher war ich die wenigstens im Winter immer los). Festgestellt, dass ich mich an extrem viele Dinge aus meiner fruehen Kindheit erinnern kann. Naemlich an so gut wie alles in Thailand, aber auch einige Dinge aus Deutschland. Ich kann die Thailandaufenthalte zeitlich exakt einordnen, und dabei stelle ich fest: ich weiss haargenau, was ich als 2-Jaehrige erlebte und dabei empfand. Ich erinnere mich an das Haus meiner Grosseltern, an die anderen Kinder, an bestimmte Parks, an meine Grosseltern (die ich mit 5 Jahren das letzte Mal gesehen hatte, mittlerweile bin ich 21 und sie sind tot), an verschiedene Straender und Ferienhaeuser, an die Hunde meiner Grossmutter, an Freizeitparks... Alles. Je genauer ich darueber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst.

Ich war mir bei einigen Dingen nicht sicher, ob ich sie beim 1. Aufenthalt mit 2 Jahren, oder beim zweiten mit 4-5 Jahren erlebt hatte. Nun habe ich bestimmte Erlebnisse aber eindeutig vor Augen, zB der Besuch in einem Safaripark, und habe danach quasi ueber Fotos von damals "kontrollieren" koennen, wann das war. Da man mit 2 Jahren ja noch ein wenig anders aussieht und sich anders bewegt, als mit 5 ;) Und ich bin auch sicher, dass ich mich erinnere, und mir nicht nur etwas zusammentraeume, was nie wirklich wahr, denn Fotos habe ich von exakt diesen Erlebnissen, an die ich mich erinnere, nicht. Nur solche aus derselben Zeit, dh ich habe Bilder von Erlebnissen, die in Zusammenhang mit denen, an die ich mich erinnern kann, stehen, entweder als Konsequenz (Dorf (Foto) -> Unfall (Erinnerung) -> Arztbesuch (Erinnerung) -> Verband am Arm (Foto)) oder aber in zeitlicher Abfolge. Schon erstaunlich, dass ich mich so weit zurueck erinnere, wo das laut einigen Menschen angeblich gar nicht moeglich sei... Aber auch an andere Dinge erinnerte ich mich gut. An diverse Dinge bezueglich meiner "Mutter". Und an seltsame Theorien, die man manchmal aufgetischt bekommt ;)

Habe ich schon einmal erwaehnt, dass Kinder in einer Geburtsreihenfolge immer femininer werden sollen? Angeblich... Bei IHM stimmt es sogar: das 1. Kind, der aeltere Bruder, war noch relativ maskulin, ER ist schon ein ganzes Stueck weiblicher, und das 3. Kind ist gar so feminin geworden, dass es ein Maedchen geworden ist ;) Wenn die Intelligenz bloss auch zunehmen wuerde *seufz* Dann haette ich in der Sippe eine bloede Schnepfe weniger. Ueber was ich gestern Nacht noch nachdachte, weiss ich nicht mehr. Getraeumt hatte ich aber wieder, und zwar etwas sehr Aufschlussreiches ueber unsere Gesellschaft: Zuerst befand ich mich in einem riesigen Naturgebiet, mit Waeldern, Feldern, aber auf den zweiten Blick auch Ueberresten menschlicher Siedlungen... Ruinen, und ein wahres Gebirge stellte sich auf den zweiten Blick auch als menschgemacht heraus, quasi ein ueberschuetteter Muellberg, an deren Gipfel erst man im Boden deutlich die Konturen von irgendwelchen Verpackungen und so weiter erkennen konnte. Dennoch war es, wenngleich auch eine seltsame Spannung vorherrschte, irgendwie angenehm, durch diese Landschaft zu gehen.

Aber da kommen wir erst zum Kern des Traumes: in dieser Landschaft fand eine Art Maskenfest statt. Alle Menschen waren kostuemiert und trugen Masken. Wahre Gesichter waren nicht zu erkennen. Ich trug zwar auch feinere Kleidung, aber war unmaskiert. Mehrere Menschen boten mir verschiedenste Masken an, aber ich lehnte dankend ab. Der zweite Teil des Traumes fand hier in der Grossstadt statt. Ich war nicht wirklich als ich anwesend, sondern bloss eine koerperlich nicht anwesende Betrachterfigur, die ueber allem stand und alles beobachten konnte. Erst sah ich so in eine Kirche, die voller Maskierter war, danach sah ich eine Nazikneipe von innen, in der die Menschen ebenfalls nicht ihr wahres Gesicht zeigten. Ich bekam auch das Gespraech zwischen zwei Personen mit, die eine hatte sich wohl mehr oder minder hinein verirrt, die andere war nach aussen hin ueberzeugt rechts, hat aber im Gespraech doch gezeigt, dass er eigentlich nur ein Idiot bzw Mitlaeufer ist, der eigentlich gar nicht hinter dieser Ideologie steht, sondern blind mitmacht. Was sagt das nun ueber unsere Gesellschaft? Ihr versteht es sicher: so viele verstecken sich hinter Fassaden und setzen sich Masken auf, die nicht ihrem wirklichen Ich entsprechen. Sie machen sich selbst und anderen etwas vor. Und versuchen, anderen auch Masken aufzuzwingen. Da unkontrollierte Individualitaet ihnen Angst macht und sie damit schwer zurecht kommen. Und auch noch einige andere Dinge kann man in den Traum hinein deuten. Das ueberlasse ich euch selbst, so schwer ist es sicher nicht.

Um 10:30 stand ich auf, hatte immernoch Bauchschmerzen und war ziemlich muede, da ich - zu allem Ueberfluss - nicht nur spaet eingeschlafen, sondern auch wieder zu frueh wach geworden, war. Es war kalt. Die Wohnung verliess ich gegen 12 Uhr. Der Busfahrer war, wie eigentlich ALLE in den letzten Wochen, der reinste Choleriker. Viele andere Menschen waren auch unangenehm... Ich freunde mich damit wohl nie an. Und es fliegt noch Laub von letztem Herbst durch die Luft, irgendwie frage ich mittlerweile wirklich, ob wir jetzt Januar haben, oder ob ich im Kalender ein paar Monate vergessen hatte. Und der Bus kam heute auch wieder gut 6 Minuten zu spaet, nur mal am Rande. Sollte ich irgendwann ggf eine Email an die Verkehrsbetriebe schreiben, mit der Frage, was die sich dabei denken, immer den Fahrplan zu missachten, Fahrgaeste anzupoebeln und die Preise trotzdem zweimal jaehrlich zu erhoehen? Auch ans Jugendamt denke ich manchmal, ob man wegen der aggressiven Nachbarin, die immer ihr Kind anschreit, etwas unternehmen kann. Natuerlich schlaegt jemand nicht automatisch, "nur" weil er schreit. Aber ich moechte einfach nicht, dass einem Kind unnoetig etwas zustoesst.

Zuhause traf ich bald auf IHN, der heute Morgen wieder beim Amt gewesen war. Wir fuhren ins Center, einkaufen... Ein einziges Chaos! Grausige Leute. Nicht vor 15:15 wieder zuhause gewesen... Erreicht hatten wir praktisch nichts. Oder zumindest die Erinnerung fehlt mir. Und auf der Rueckfahrt begegneten mir auch wieder zwei "interessante" Personen... Weibchen und Maennchen, beide extrem am Berlinern, Weibchen erzaehlt, sie sei genervt davon, dass man im Osten weniger als im Westen verdiene. Frueher habe sie einen Stundenlohn von ca 9 Euro gehabt, heute nur noch 7. Darueber aergerlich zu sein, kann ich sehr gut verstehen, denn gleiche Arbeit sollte gleich entlohnt werden, wo auch immer man lebt! Aber dann kam die Wende. Weibchen: "Aba ick wees ja... Ick habs ma ja selbst ussjesucht. Wenn ick weida haett 9 Euro ham wolln, ne? - Da haett ick ja regelmaessig arbeiten jehn muessn, da hab ick aba null Bock druff!" Stellte sich also heraus, dass sie ihren alten, besser bezahlten Job, gekuendigt hatte, weil sie keine Lust auf regelmaessiges Arbeiten hatte. "So lari-fari nur hingehn, imma ma wenn ick Bock hab, is ma lieba, als frueher da." Und sich dann beschweren...

SEIN liebster Kollege ist uebrigens durch die Pruefung gefallen. Um nicht zu sagen: bisher ist mir ausser IHM niemand bekannt, der bestanden hat. Demnaechst wird ER ja evtl per Email erfahren, wie es allen anderen ergangen ist. Wer alles bestanden hat, ausser IHM, wenn ueberhaupt. Ein wenig Sorgen mache ich mir schon wegen des einen Kollegen. Eigentlich wollte er anrufen, um bescheid zu sagen, ob er bestanden hat, hat sich aber bis jetzt nicht gemeldet. Nur ein Kollege, der wohl kurz nach der Pruefung bei ihm angerufen und nachgefragt hatte. Seitdem hat aber keiner mehr ein Lebenszeichen von ihm. Andererseits hatte der die Ausbildung sowieso nur wegen der Sippe gemacht und war selbst nicht zu interessiert daran. Ob es ihn ueberhaupt kuemmert, dass er durchgefallen ist? Reiche Eltern, leben in Baden-Wuerttemberg, zahlen ihm das Leben. Eigentlich kann er machen, was er will... Wie der restliche Tag verging, weiss ich kaum mehr. Muss auf jeden Fall sehr schnell gegangen sein. Und wieder ist Wochenende. Naechste Woche habe ich noch keine Klausuren, aber in den folgenden zwei. Heute Abend im Bus hockten wieder massenhaft Besoffene... So sind die Freitag-Abende.

Seitdem ich wieder "zuhause" in R. bin, ekelts mich. Das dumme Gerede, unglaublich bloede auslaenderfeindliche Sprueche, und ueber meinem Bett haengt wieder eine Weberspinne. Wir haben Winter, Mensch! Wegfangen kann ich sie wohl leider nicht, weil ich nicht bis ganz oben an die Decke heran komme. Aber aktuell nervt mich Herr "Vater" mehr... Wenn ich schon die Sprueche von Chinesen, die wegen ihrer Masse eine Gefahr fuer die Welt darstellten, hoere, und dass man diese Gefahr eindaemmen muesse. Oder dass Chinesen doch alle keinerlei Talent haetten und nichts leisten koennten, sondern nur ueberall durchkommen wuerden, weil sie so viele seien. Da kommt mir alles hoch! Und bei Spruechen wie "Ich als Beamter weiss, dass..." mit dem Grundtenor "Nicht-Beamten sind ja alle so dumm, schaut her, ich bin viel besser, als ihr alle!" wird mir auch schlecht. Zudem habe ich wieder Kopfschmerzen. Will gar nicht dran denken, wie es waere, wuerde ich nicht so viel vergessen.

Zum Thema Medien noch... Da wird mir immer bewusst, wie krank diese Welt ist. Allein, was andere Menschen bewegt... Was kuemmert einen denn bitteschoen die Schnuersenkelfarbe irgendeiner drittklassigen Saengerin? Wen interessiert es, was irgendein Weib, das bloed wie Brot ist, gefruehstueckt hat? Getratsche mag unterhaltsam sein koennen, aber wen interessiert SOWAS? Ich beschaeftige mich im Alltag lieber mit anderen Dingen... Auch immer "interessant": was Medien fuer einen Druck ausueben bzw auch Menschen sich selbst. Wie die Gesellschaft sich selbst psychisch krank macht. Dass man evtl auch mal nicht funktionieren kann oder WILL - das scheint es in den Hirnen vieler gar nicht mehr zu geben. Da muss man IMMER funktionieren, IMMER tun, was andere von einem erwarten, Auszeiten, Zuruecknehmen, krank sein und sich schonen gibt es da nicht. Sieht man an Ratgebern von "Wie kann ich trotz Krankheit 84 Stunden pro Woche arbeiten?" bis "Wie ueberrede ich meine Partnerin zum Sex, obwohl sie keine Lust hat? Vom Vorwuerfemachen bis hin zur Erpressung". Das ist menschenfeindlich. Sage ich, obwohl ich von "der Menschheit" nicht viel halte. Dennoch. Ich finde soetwas ungesund. Individuen nicht zu akzeptieren, eigenen Willen nicht zu akzeptieren, immer dieser dumme, sinnlose Druck, wie eine Maschine FUNKTIONIEREN zu muessen. Das ist kein Menschsein mehr.

Beim Blick in eine eigentlich angeblich mal serioese Zeitung streckte sich mir auch gleich ein Foto von ca 15 nackten jungen Weibchen entgegen, mit der tollen Bildueberschrift "Um ihren Abitur-Abschlussball zu finanzieren, liessen sich die Schuelerinnen des Jahrgangs XY der XY-Schule nackt fotografieren". Mit der Anmerkung, dass das doch toll sei, was junge Leute fuer eine Initiative ergreifen wuerden, um Geld zu verdienen, wie toll das waere, und wie toll die fast minderjaehrigen Maedchen doch alle aussaehen (die meisten 18, einige wenige 19). Dass oder ob es ihnen Spass gemacht hat, steht nirgends. Eigentlich wird immer nur das Geld erwaehnt. DA sehe ich das Problem. Wenns jemand zum Spass machen will, soll er/sie ruhig tun, was er/sie nicht lassen kann. Wenn sich aber knapp volljaehrige Maedchen nackt fotografieren lassen, weil sie sonst ihre Abifeier nicht zahlen koennen, dann zeigt das fuer mich etwas anderes: wie arg die finanziellen Probleme sind. Gerade dass das ganze Klassenkollektiv mitmacht, finde ich etwas seltsam, denn normalerweise sind unter 20-30 Leuten verschiedenste Religionen, Moralvorstellungen, usw, und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle ohne Zweifel und Gruppenzwang fuer Aktfotos posieren?

Es geht mir nicht darum, ob Nacktfotos von 18jaehrigen Maedchen gemacht werden oder nicht. Das ist mir ziemlich egal. Mir gehts darum, ob das wirklich so gelobt werden sollte, wenn das Personen nur aus Geldnot machen. Denn die Sicht vieler Menschen dazu ist doch eher negativ... Wie viele Leute wuerden so eine junge Frau dann nicht mehr einstellen? Nicht mehr ernst nehmen? In die Sexobjekt-ohne-Willen-und-Wuerde-Ecke stellen? Wie viele von den Maedels bedauern es in Zukunft, vielleicht in einem Jahr, vielleicht auch in erst 10 oder spaeter? (Einige vielleicht auch gar nicht, klar) DAS zu loben, finde ich irgendwie absurd... Aber das ist wohl unsere ambivalente Gesellschaft: nacktes Fleisch begaffen werden viele gerne, aber gleichzeitig stellen sie das Fleisch, das sie begaffen (sage ich mal derb) als billige Flittchen hin und wollen damit nichts zutun haben. Naja, diese Welt ist schon seltsam... Ob die Aktion auch so gut angekommen waere, haette es sich um die Abschlussklassenfahrt einer Grundschule gehandelt und die Maedchen waeren erst 13 Jahre alt gewesen? :P ("Oh, wie toll! Die zeigen alle so viel Initiative, und arbeiten richtig fuer ihr Geld!")

Wuerde definiert jeder anders. Wichtig ist es, die verschiedenen Auffassungen zu respektieren und niemanden dazu zu zwingen, seine Wuerde zu verlieren. Vielleicht auch durch gesellschaftlichen Druck, Gruppenzwang, oder ein "in unserer Kultur macht man das so". Und ich persoenlich finde es irgendwie wuerdelos, sich zum begaffbaren Objekt zu machen... Klar macht ein richtiger Kuenstler nichts anderes, ABER fuer mich muss Kunst den Zweck haben, die Betrachter zum Nachdenken zu bringen. Oder etwas einfach aesthetisch darstellen zu lassen, das manchmal meinentwegen auch. Also sind fuer mich Darstellungen, die nur auf die Triebe der Betrachter abzielen, sei es Nacktheit oder Gewalt (siehe sex and crime in den Medien), oder was auch immer, alles, was nur dazu fuehrt, dass andere Menschen starren und sabbern - keine Kunst. Ich wuerde mich dafuer nicht hingeben. (P.S.: Ich sehe zwischen einem wirklich kuenstlerischen Akt und einem in Massenproduktion hauptsaechlich zur Begaffung durch diverse Maenner gefertigten einen Unterschied.)

cn P

25.01.2008 um 02:35 Uhr

Stoeckchen

* Wenn du nur noch 24 Stunden zu leben hättest, was würdest du in der Zeit tun?
- Mich um mein Studium und aehnliche, eigentlich sinnlose, Verpflichtungen nicht mehr kuemmern, und mit IHM ans Meer fahren. Ein einziges Mal. Geld spielt dann sowieso keine Rolle mehr. Wobei man dann natuerlich auch eine laengere Reise machen koennte. Thailand oder Japan waere toll, aber dafuer reicht das Geld auch nicht, so schnell bekommt man keinen Kredit, und der Flug dauert auch zu lange - da haette man von den 24 Stunden nichts mehr.

* Wenn ein Klassenkamerad dich während einer Klausur nach der Lösung einer Frage anhauen würde, ohne dass der Lehrer es mitbekommt: Wie würdest du reagieren?
- Kommt drauf an, wer es ist. Wenn es eine Person ist, die mir halbwegs sympathisch ist, kann sie ruhig abschreiben, wenn sie gute Augen hat. Extra Anstalten machen, um zu helfen (Heft extra rueberreichen, etwas sagen, o.ae.) wuerde ich aber nicht, denn wenn dann der Lehrer/Dozent etwas bemerken wuerde, wuerden wir BEIDE durchfallen. Muss nicht sein. Wenn es hingegen eine mir sehr unsympathische Person ist, dann lasse ich sie zappeln. Vielleicht wuerde ich gar laut sagen "Lass mich in Ruhe", und wenn der Mensch dann durchfiele. Denn um mir unsympathisch zu sein, muss man schon ein ziemlich dummes, asoziales Schwein sein, und die verdienen es kaum anders... Wieso sollte ich denn auch jemanden abschreiben lassen, der taeglich dumme Sprueche ueber mich macht, rassistisch ist oder gar gewalttaetig?

* Wenn bei jemandem die Unterwäsche in einer unvorteilhaften Art und Weise rausschaut, würdest du ihn darauf aufmerksam machen?
- Da die Leute, die hier so herumlaufen, das absichtlich tun: Nein. Ich will sie in ihrem Aufmerksamkeitswahn nicht bestaetigen.

* Wenn die ganze Welt zuhören würde, was würdest du sagen?
- Es gaebe viel. Der Haupttenor waere "Denkt mehr ueber das nach, was ihr sagt/tut/denkt". Aber ich glaube, das waere ohnehin zwecklos.

* Wenn es einen Song gäbe, der dein Leben beschreibt, wie würde der Titel lauten? Es kann sich auch um einen Song handeln, den es tatsächlich gibt.
- Ich glaube, ich bin etwas zu vielseitig, um alles in einen Titel zu packen.

* Wenn du ein anderes Auto anfährst und es keiner gesehen hat, würdest du deinen Namen und deine Anschrift hinterlassen?
- Ich habe kein Auto und werde wohl auch noch Jahrzehnte ohne Fuehrerschein leben. Aber ich denke, wenn es vorkaeme, wuerde ich es tun. Es ist nur fair gegenueber der Person.

* Wenn du Gott eine Frage stellen könntest, wie würde sie lauten?
- Wer hat dich erschaffen?

* Wenn du ein Vogel sein könntest, welchen würdest du auswählen?
- Einer, der moeglichst langlebig ist, wenige Feinde hat, nicht eingesperrt ist, fliegen kann (also kein Strauss, Pinguin o.ae. ;) ), und in festen Beziehungen zu anderen steht. Von Kurzzeit-heute-hier-und-morgen-da-"Beziehungen" halte ich nicht viel. Ich moechte mich mit Menschen, wenn sie mir sympathisch sind, ausfuehrlich beschaeftigen, denn es waere doch schade, jemand Netten sofort wieder gehen lassen zu muessen. Smalltalk und anderes sinnentleertes Blahblah (wenn daraufhin nichts Ausfuehrlicheres folgt) interessiert mich nicht. Ich verabscheue Oberflaechlichkeit. Menschen, die mich nicht interessieren, koennen mir gestohlen bleiben, aber solche, die interessant sind, moechte ich auch genauer kennen lernen.

* Wenn du eine Pflanze sein könntest, welche würdest du auswählen?
- Unsterblichkeit oder zumindest eine unglaublich lange Lebenszeit waere sicher interessant. Nur moechte ich wirklich untaetig mit ansehen, wie die Welt langsam vernichtet wird? Ich glaube, ich waere gern ein Efeu. Der lebt zT ueber 900 Jahre (fragt sich, wie es dann mit der Welt aussieht und ob es die Menschheit noch gibt). Das ist lange genug... Wobei, wenn man erst einmal so alt ist, vielleicht moechte man dann doch noch weitermachen?

* Wenn du ein Superheld sein könntest, welchen würdest du auswählen?
- Ist Gott ein Superheld? Ist diese Aussage ein Indikator fuer Groessenwahn? ;) Ich glaube, es waere einfach interessant, so viel ueber die Welt zu wissen, wie kein anderer, alles zu ueberblicken und vor Allem: die Welt aus einem neuen Winkel zu sehen. Um Macht geht es mir nicht. "Nur" um moeglichst grosse Erkenntnis.

cn P

25.01.2008 um 02:11 Uhr

Allgemeines und Spezielles ueber die Menschheit

Ich beschaeftige mich ja immer wieder gerne mit unserer Gesellschaft... Und dennoch gibt es einige Denkmuster, die ich bei vielen Menschen feststelle, aber irgendwie nicht nachvollziehen kann. Unnoetige Aggressionen oder Auslaenderfeindlichkeit zum Beispiel, habe ich ja schon einmal erwaehnt. Ich frage mich bloss: bin ich psychisch so anders, dass ich soetwas nicht nachempfinden kann? Bin ich "krank" (und stolz drauf)? Wieso bin ich so anders? Es ist kein sich selbst auferlegtes Anders-sein-wollen (obwohl ich mich so, wie ich nun einmal bin, sehr gut fuehle, und kein anderes Denken haben woellte), sondern wirklich eine Andersartigkeit, die schon in frueher Kindheit begonnen hat und bis heute fortwaehrt. Andere Interessen, andere Meinungen, ich denke viel ueber alles nach, hinterfrage alles (bis es sich mir ein einleuchtender Sinn erschliesst), und eben bei diesem Hinterfragen sehe ich in dieser Gesellschaft viele Dinge, die mir missfallen, wo ich mich dann einfach frage: wenn Menschen tatsaechlich intelligente Wesen seien, und nachdenken wuerden, wieso merken SIE denn nicht, dass da etwas widerspruechlich/falsch/schaedlich/fremdenfeindlich (o.ae.) ablaeuft?

Ich kann mir das nur so erklaeren, dass viele Menschen wohl so starr im Kopf sind, dass sie eben nichts hinterfragen und auch kein Interesse haben, ueber Dinge nachzudenken und evtl ihren Standpunkt in Frage zu stellen. Nur frage ich mich da auch, wie man an der Welt so desinteressiert sein kann, denn angeblich hat der Mensch eine natuerliche Neugier (abgesehen vielleicht von einigen Ausnahmen, die auf diese Weise "krank" sind, dass ihnen das fehlt), die - zumindest mich - eben dazu bringt, ueber Dinge nachzudenken. Ist das anerzogen? Aber wenn das so waere, dass man alles annimmt, was einem anerzogen wird, waere ich heute Hitlerine, wuerde Auslaender und Punks als asozial beschimpfen, ueber "unnormal" Gekleidete die Nase ruempfen und Homosexuelle als krank und einsperrwuerdig bezeichnen. Ist alles nicht der Fall, also kann das nicht stimmen. Oder ist das eine psychische "Krankheit" bei mir? Aber diese Gesellschaft wundert mich wirklich... Besonders eben die Inliberalitaet vieler Personen und das Nicht-Akteptieren von Dingen, die von der Norm (= Mehrheit der Menschen) abweichen.

So gelten bestimmte Dinge ja wohl als "fremd" fuer viele Menschen, und sie behalten sie auch als "fremd" im Kopf, egal, wie viele Erfahrungen sie machen. ZB gibt es durchaus Personen, die ueber alle Tuerken schimpfen, aber einmal pro Woche bei einem Tuerken Doener essen gehen (und diesen Tuerken dann durchaus nett finden). Sie koennen im Kopf nicht verbinden, dass das widerspruechlich ist - Das erkenne ich leider sehr oft! Und wenn ich so eine Person dann darauf aufmerksam mache, wenn sie schon von allein nicht drauf kommt, dann will sie es nicht wahr haben bzw verstehts immernoch nicht. Wieso? Wie kann man so einen Widerspruch nicht erkennen? Erwarte ich zu viel Intelligenz von der Menschheit? Fuer mich ist das das Selbstverstaendlichste ueberhaupt, Zusammenhaenge (und auch Widersprueche) zu erkennen. Oder auch - kommen wir wieder zu dem Thema - Homosexualitaet. Ich weiss, in unserem Land wird sie, der Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalitaet zum Trotz, von vielen Menschen immernoch nicht akzeptiert. Obwohl Tiere auch homosexuell sein koennen und obwohl es Homosexualitaet schon in der Antike - eigentlich in ALLEN Zeiten - gab (und nicht aus der Not heraus, dass es vom anderen Geschlecht zu wenige Angehoerige gaebe), wird sie von vielen Menschen als krank und unnatuerlich bezeichnet. Dass etwas, was immer schon vorkam und selbst bei unbeeinflussten Tieren auftritt, kaum krank sein kann, und dass man das nicht wahrhaben will, ist fuer mich auch ein Zeichen von Starrheit.

Natuerlich muss niemand Schwule und Lesben besonders toll finden (so wie man zB auch Punks, Kaninchenzuechter oder rothaarige Maenner nicht generell moegen muss). Aber ich bin schon der Meinung, dass man keinen Menschen wegen seiner wie auch immer gearbeiteten Sexualitaet in irgendeine Schublade werfen und diskriminieren sollte. Generell wuerde es dieser Gesellschaft besser gehen, wenn man Menschen gar nicht aufgrund irgendwelcher "Klassenangehoerigkeiten", sondern nur nach ihrem Charakter, beurteilen sollte! Denn auch wenn bestimmte Dinge sicher auch einen Einfluss auf den Charakter haben, verallgemeinern kann man nicht, und es gibt in jeder "Gruppe" sehr unterschiedliche Menschen. Alle unterscheiden sich, wieso sollte man also ueber alle pauschal urteilen? Was ich aber besonders absurd finde, ist, dass viele Menschen sich selbst nicht einmal akzeptieren koennen, nur, weil sie "anders" sind. Oft hoert man zB von Schwulen, dass sie ihr Schwulsein nicht wahr haben wollen, ggf sogar andere Schwule beschimpfen. Wieso? Dass man sich vielleicht nicht outen moechte, weil man Angst vor der Diskriminierung durch andere hat, kann ich eher verstehen. Aber wieso gesteht man es sich nicht selbst ein? Wieso haben einige Menschen dann sogar Suizidgedanken? Wieso koennen sie sich nur, weil sie nicht in die Norm passen, nicht akzeptieren? Selbst, wenn es gar nicht um Diskriminierung geht?

Nun sehe ich ja ein, dass es ein innerer Widerspruch ist, wenn jemand zB Schwule hast und dann feststellt, dass er selbst einer ist. Nur wenn einer offen ist bzw zumindest so tut, und dann trotzdem nicht klarkommt, wenn er seiner eigenen Sexualitaet gewahr wird - Wieso? Wieso koennen einige Leute ihre Natur nicht akzeptieren? Vielleicht kann ich das bloss nicht wahrnehmen, weil ich persoenlich anders bin. Ich habe KEINE EINZIGE SEKUNDE an meinen sexuellen Praeferenzen gezweifelt, ich habe immer dazu gestanden, ich verstecke mich nicht, sondern bin zufrieden mit mir, wie ich bin. Es ist nicht so, dass ich es alltaeglich herausschreie oder mir "bisexuell" auf die Stirn schreibe, aber innerlich bin ich vollkommen im Reinen mit mir, was das betrifft, und wenn einer mich genau danach fragen wuerde, wuerde ich einfach die Wahrheit sagen. Gar keine Frage fuer mich. Ich stehe zu mir, worum es auch geht. Nur: wie passt das wieder mit meiner Erziehung zusammen, wenn man doch angeblich so von den Eltern gepraegt wird? Da muesste ich Schwule und Lesben ja ueber alles hassen. Da koennte ich auch Transgendern, nicht einmal heterosexuellen Mitgliedern bestimmter Subkulturen, gegen ueber tolerant sein! Weil soetwas fuer Herrn "Vater" schon immer als pervers/abartig/krank galt. Sogar bei langhaarigen Maennern fielen immer Sprueche, die behaupteten, soetwas sei anormal und krank.

Und dennoch: ich bin nicht aus Protest sexuell unbestimmt (bisexuell trifft es nicht, da ich das Geschlecht von Menschen gar nicht beachte, sondern JEDEN bei einem "passenden" Charakter attraktiv finden kann, was kuemmert mich da das Vorhanden- oder Nicht-Vorhanden-Sein irgendwelcher Koerperteile/Geschlechtsteile?) und habe einen sehr langhaarigen, femininen Freund, sondern weil ich einfach empfinde, dass ich so leben will. Es ist fuer mich das einzig Richtige, es ist mein Wesen, meine Wahrheit - wenn ich es unterdruecken oder mit einreden wuerde, dass das nicht so sein DUERFE, dann waere das nicht ich, und ich will als ich leben, wie ich bin, und als niemand Anderes. Natuerlich bedeutet das Abweichen von der Norm immer Druck durch Intolerante, aber wenn man den Mut nicht hat, kann man doch wenigstens innerlich man selbst sein, aber selbst das wollen einige Menschen irgendwie nicht... Und wundern sich dann, wieso sie ungluecklich sind. Natuerlich sorgt unsere Welt mit allen Aspekten dafuer, dass es Normalitaet und Anormalitaet gibt. Allein die Worte sagen es schon aus, generell, die ganze Sprache: Wir haben so viele Dinge, sprachlich, die die Welt einschraenken. Zu Recht?

Es ist manchmal, als gaebe es kein Orange, sondern nur Gelb oder Rot. Das Eine, das Andere, aber nichts dazwischen. Uebrigens gibt es den Begriff Orange noch gar nicht so lange, nur mal am Rande, ich glaube, vor 1900 ist er noch gar nicht aufgetaucht. Damals sagte man dazu einfach Gelb (weiss ich von Erzaehlungen einer Person, deren Uroma in der Kindheit noch kein Orange kannte). Uebrigens gibt es auch heute noch Kulturen, die zwischen zB Gruen und Blau nicht unterscheiden, oder andere Grenzen als wir in Europa ziehen. Darueber, ob Tuerkis Gruen oder Blau ist, wird ja aktuell noch gestritten. Frueher haben sich mit dem Thema wohl nur Kuenstler beschaeftigt, anderen Menschen war alles vereinfacht ausreichend. Aber hat sich da viel geaendert? Ich wage mal auszusprechen, dass fuer viele Menschen jeder Rotton einfach nur "Rot" ist, egal, ob es Karmin, Scharlach, Kirsch oder Mohn ist. Aber ich schweife vollkommen ab, kommen wir zur Hauptaussage zurueck: unsere Sprache definiert einige Dinge so, dass es nur ein "Endweder-Oder" gibt, obwohl das in der Natur gar nicht der Fall ist.

Zumindest habe ich noch auf meinem Formular neben "Mann" und "Frau" ein "Neutrum" oder "Zweigeschlecht" zum Ankreuzen gefunden. Obwohl es all das gibt. Ich glaube, wenn es das gaebe, wuerde ich als "Neutrum" ankreuzen. Dazu stehe ich. Koerperlich mag ich mehr oder minder weiblich sein (eher mehr ;) ), aber geistig mag ich mich nicht einordnen, weil ich in keine Rollenklischee passe (anhand von was sollte man ein Geschlecht ueberhaupt definieren, auf nicht-koerperliche Ebene?). Ausserdem empfinde ich mich auch als relativ neutral. Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, wie man sich strikt als Mann oder Frau empfinden kann. Situationsabhaengig vielleicht, aber dauerhaft? Ich glaube, das ist wirklich Erziehungssache, wenn jemand von Geburt an anerzogen bekommt, was maennlich und was weiblich sei, wie man sich aufgrund seines Geschlechts zu verhalten habe, und was sich fuer ein Geschlecht nicht gehoere, und dass man strikt nach dem Klischee leben muesse - dann glauben viele das wohl. Viele Menschen sind ja sogar der Ansicht, bloss weil man als Maedchen mit Spielzeugautos spielt, waere man lieber ein Junge. Sogar als Lesbe muss man sich manchmal anhoeren, man sei sicher lieber ein Mann. Oder weil man sich nicht die Beine rasiert. Oder weil man irgendetwas anderes tut, was dem Klischee (Klischees sind immer dumm...) des anderes Geschlechts entspricht, bzw was dem Klischee des eigenen Geschlechts widerspricht.

Statt einfach endlich einzusehen, dass Menschen Menschen sind, und jeder anders ist, und dass man nicht in irgendwelche Klischees passen MUSS, hackt man aufeinander herum. Maenner auf Frauen, Frauen auf Maenner, Muetter beschimpfen ihre Toechter, weil sie sich zu jungenhaft benaehmen, Vaeter verstossen ihre Soehne, weil sie nicht "maennlich" genug waeren. Ich weiss, mein "Vater" wuerde dasselbe tun. Viel zu viele Menschen, fuer unsere angeblich tolerante Gesellschaft. Und Muell stapelt sich auf Muell... Immer mehr dumme Klischees. (Faden verloren, Mist :/ ). Da frage mich mich: bessert sich die Situation, hat sie sich schon gebessert? Geht es wieder bergab? Immerhin kann man als Frau mittlerweile Hosen tragen, ohne sich anhoeren zu muessen, fuer eine Frau wuerde sich das nicht ziemen. Bei Maennern mit Roecken hingegen sieht es ausserhalb Schottlands wohl eher negativ aus ;) Fragt sich auch noch, ob es zu Toleranz beitraegt, dass aktuell einige Subkulturen wohl wie Zootiere begafft werden. Kommt vor. Lernen die Zuschauer dabei, dass das auch nur Menschen sind und ihnen gar nicht so fremd? Oder bleibt das ein hirnloses Gaffen ohne irgendwelche positiven Auswirkungen? Macht es das gar noch schlimmer?

Letzte Frage, ganz anderes Thema (wobei, vielleicht doch nicht): An welches Alter kann man sich zurueck erinnern bzw in welchem Alter liegt die erste Erinnerung eines "durchschnittlichen" Menschen? Ich erinnere mich an sehr viel von meiner 1. Thailandreise, da war ich 2 Jahre alt. Ich erinnere mich vereinzelt sogar an Dinge davor, damals muss ich 1 Jahr alt gewesen sein. Ab dem 4. oder 5. Jahr erinnere ich mich ziemlich lueckenlos. Viele Menschen, habe ich aber gelesen, erinnern sich an nichts vor dem 5. Lebensjahr. Bei denen, die schon ein "grosses" Erinnerungsvermoegen haben sollen, liegt die Grenze beim 3. Lebensjahr. Was ist da mit mir los? Biologisch erklaere ich mir das ganze so, dass Kinder in der ersten Zeit doch sehr viele neue Eindruecke haben und viel lernen: sitzen, stehen, laufen, sprechen... Da verbraucht das Hirn viele Kapazitaeten und die Erinnerung tritt zurueck. Ich bin mir aber sicher, dass die Eindruecke im Unterbewussten festsitzen. Einige Menschen koennen sie bewusst machen - viele nicht. Generell haben wir viel unterbewusst... Und immer wieder werden einige Dinge neu sichtbar - zumindest bei mir. Manchmal werden mir Dinge nach Jahren klar oder kommen einfach zurueck, obwohl sie vorher ueber Jahre verschwunden waren. So traurig es manchmal auch war, dennoch finde ich es immer positiv (bin eben ein neugieriger Mensch).

Generell sollte man die Wahrnehmung von Kindern nicht unterschaetzen. Viele Menschen meinen ja, sie wuerden einige Dinge "sowieso noch nicht verstehen" - und dann kommt irgendwann der Moment, an dem es sich erinnert und sehrwohl versteht. Kann schmerzhaft sein. Oder Sprueche wie "Das vergisst es sowieso bald wieder" - Manche Dinge schmerzen ein Leben lang und werden sicher nicht vergessen. Viele glauben, Kinder bekaemen von vielen Dingen sowieso nichts mit, interessierten sich nicht dafuer, etc... Ich frage mich, wie man Kinder so unterschaetzen kann. Man ist doch selbst eins gewesen, wie kann man Kinder also ab einem bestimmten Alter nicht mehr verstehen, als sei man nie selbst eins gewesen! Wahrscheinlich ist es die Tatsache, dass sie sich an Dinge vor ihrem 5. Lebensjahr sowieso nicht erinnern koennen ;) Ich sags ja: Menschen lernen nichts, weil sie sowieso alles vergessen haben, bis sie ihre Fehler wiederholen, und noch einmal wiederholen, und noch einmal wiederholen... Ich glaube, die Intelligenz des "Durchschnittsmenschen" wird im Wahn, dass man das beste aller Lebewesen sei (Menschen werden auf-, Tiere abgewertet - Profilierungswahn), vollkommen ueberbewertet.

cn P

P.S.: Waere eine Frage, wie sich diese Erkenntnisse, die ich ueber unsere Gesellschaft hier in Deutschland, oder besser gesagt: in B., gemacht habe, in anderen Regionen der Welt zeigen liessen... Sind Asiaten anders? Afrikaner? Australier? Amerikaner? Gibt es schon innerhalb Europas oder innerhalb Deutschlands Unterschiede? Natuerlich grob gesehen, denn man kann nicht jeden einzelnen Menschen in eine Schublade mit den anderen Menschen, die zufaellig dieselbe Nationalitaet haben, in einen Topf werfen. Waere schon interessant zu wissen... 

25.01.2008 um 01:14 Uhr

24.1.08

Habe dann doch noch bis um 2 Uhr gelesen, dann noch Lyrik geschrieben, erst um 3 Uhr schlafen gegangen. Aufgestanden gegen 10:30, wieder in die Kaelte, Bauchschmerzen gehabt, ewig aufs Fruehstueck gewartet, mir das dumme Gerede angehoert. Wie immer ging es um den 2. Weltkrieg, und scheinbar leidet der Herr auch unter Verfolgungswahn: ueberall nur Juden und Kommunisten, die ihm alle etwas Boeses wollen... Natuerlich *zyn* Am Schlimmsten ist wohl, dass solche Personen sich besonders oft fuer uebermaessig klug halten. Und dann alle anderen (meist gerade als dumm oder nichtswissend) beschimpfen. Draussen regnete es wieder und es war kalt. Mir war schlecht, ich hatte die seit Tagen fortwaehrenden Muskelschmerzen, und besonders Augenschmerzen. Mittlerweile glaube ich, koennte es an der zunehmenden Pollenbelastung in der Luft liegen, daran muessen sich die Augen, trotz Medikamenten, noch gewoehnen. Uebrigens haben die Augen meines Erachtens wieder eine seltsamere Faerbung, die bei mir stresstypisch ist: die Iris wird insgesamt roetlicher (kraeftig rotbraun) und der Rand wird dick dunkelviolett (allerdings enorm dunkel, nur ganz schwarz ist es auch nicht). Vielleicht sollte ich mal ein Foto mahen.

Trotz Bauchschmerzen machte ich mich dann gegen 15 Uhr auf den Weg. ER kam mit, wollte eben waehrend meines Unterrichts ein paar Formulare ausfuellen, das musste er so oder so, und wenn man zu zweit ist, ist die 1,5-stuendige Busfahrt wenigstens nicht so langweilig. Und die dummen Individuen, die einem begegnen, nicht ganz so grausig... Wobei das heute trotzdem noch extrem war: Selbstgespraeche fuehrende, nach Schnaps stinkende, in der Bahn saufende, Betrunkene. Geistig verwirrte, die die gesamte Zeit laut vor sich hin fluchten, dass sie Menschen hassten und am liebsten alle umbringen wuerden (und dann dumme Kommentare ueber jeden Vorbeigehenden machen). Poebelnde Asis. Asi-Muetter, die Kette rauchen und die gesamte Zeit den Qualm ihrem Kind in den Kinderwagen pusten (sehe ich mittlerweile fast taeglich und finde ich einfach unverantwortlich). Gelaester. Blind-im-Weg-Steher. Massenhaft Personen, die sich nicht artikulieren koennen, man, alda, ey (und zwar nach JEDEM einzelnen Satz).

Und beim Thema Kommunikation faellt mir noch etwas ein: ER hat bei seiner Abschlussarbeit (ein Teil war wohl auch ein Gruppenprojekt) starken Punktabzug bekommen, da er nicht oft genug in die Sprechstunde gekommen sei. Das nennt sich dann "Zu geringer Kommunikationswille gegenueber Vorgesetzten" und soll ach wie schlimm sein. Aber was soll man machen, wenn man 1. gar keine Fragen hat, weil eigentlich alles geklaert ist, und 2. der Typ sowieso staendig krank war? Aber dieses daemliche Denken gibt es ja leider ueberall, kenne ich von der Schule gut genug und die Ironie des Schicksals hat heute im Studium fuer eine aehnliche Situation gesorgt, doch dazu nachher. In der Uni war ich erst einmal zur Bibliotheksdruckerei gegangen, weil ich mir dort noch einen Text kaufen musste, ich dachte mir, das koenne hoechstens 5 Minuten dauern (zumindest ging es sonst immer schneller) und habe IHM dann meine Sachen ueberlassen (ich hasse die Schliessfaecher dort, weil man erst einmal Ewigkeiten durch die Gaenge laufen und ein freies suchen muss), und bin dorthin gegangen... Insgesamt habe ich 20(!) Minuten gebraucht! Davon stand ich ueber 15 bloss herum und wartete. Denn die einzige anwesende Angestellte telefonierte seelenruhig privat mit irgendeiner Freundin. Nach besagten 15 Minuten kam dann ein zweiter Angestellter und nach einigen weiteren Minuten bekam ich endlich meine Sachen gedruckt. Wenn diese Person auch sehr begriffsstutzig war und 5x nachfragte, wie der Dozent, dessen Dokument ich wollte, heisst... Dabei spreche ich NICHT undeutlich.

Was fuer ein Glueck, dass ich viel zu frueh dort gewesen war, denn bei normaler Zeit waere ich sicher 15 Minuten zu spaet zum Unterricht gekommen. Der war dann auch nicht zu spannend... Einige Menschen mit sehr bloeden Fragen, ein Vortrag zum Einschlafen (und wie sinnlos... Der gesamte Text wurde davor schon 1:1 ausgedruckt verteilt), ich machte 3 Zeichnungen in zusammen nicht einmal einer Viertelstunde (und ich habe mir viel Zeit gelassen) und langweilte mich die restliche Zeit... Ich habe es irgendwann nicht mehr ausgehalten, und bin dann ca 25 Minuten vor Stundenschluss gegangen... Zur Stunde noch eine Sache: ich muss bekanntlich in zwei Wochen einen Vortrag halten. Die Dame, die mit mir zusammenarbeiten wird, ist eigentlich ganz nett. Wir beide aergerten uns nur darueber, dass der Text, den wir bearbeiten sollen, immernoch nicht online steht (die einzige Moeglichkeit, ihn zu bekommen). Wir haben dann die Prof angesprochen, und was meinte die? "So lange Sie nicht in meine Sprechstunde kommen, werde ich den Text garantiert nicht an Sie weitergeben!" Wir waren entsetzt. 1. Das haette sie auch frueher sagen koennen. 2. Was soll der Bloedsinn? Wozu muss man eine Sprechstunde besuchen, um einen Text mit eigenen Worten wiederzugeben? Mehr ist der Vortrag nicht. 3. Wann soll man in die Sprechstunde koennen, wenn die zu einer unmoeglichen Zeit stattfindet, wo man woanders Unterricht hat? 4. Wieso dieser unnoetige Stress, wo jetzt noch 4 Klausuren bevorstehen? Da habe ich Anderes zutun, als bei irgendwelchen sinnlosen Kaffeeklatsch-Sprechstunden aufzutauchen. 5. Es sind ZWEI Wochen bis zum Vortrag, bis die Dame wieder Sprechstunde hat und den Text online stellt, ist der Termin um! Ich koennte k*tzen bei so viel dummen, vollkommen sinnlosen Stress.

Da die Frau ueber das Wochenende keine Emails beantwortet, so wie ich sie kenne, und ich daher auch keine Moeglichkeit habe, sie vor naechster Woche irgendwie dazu umzustimmen, uns den Text zu ueberlassen, werde ich dieses WE wohl zwangsweise "frei" haben... Schon fuer Klausuren lernen bringt noch nichts, bis in 3 Wochen haette ich alles wieder vergessen. Von daher... kann ich noch nichts tun, und wenn die Zeit knapper wird, faengt das grosse Gehetze an. Unnoetig. Bin nach dem Kurs noch mit IHM zum Copyshop gegangen, das andere Dokument kopieren. Hatten einen automatisch Blaetter einziehenden Kopierer, damit war die Sache in kaum einer Minute erledigt. Ungewohnt erfreulich. Das letzte Mal hatte ich ein Geraet ohne Einzug und musste ueber 50 Boegen per Hand kopieren... Das dauerte bei dem lahmen Geraet gut eine halbe Stunde. Haben dann noch gut 10 Minuten auf den Bus gewartet, waren aber immernoch vor Stundenende weg... Auch unterwegs begegneten einem die ueblichen Poebler, viele Personen, ueber deren unnoetige Aggressionen man sich einfach nur wundert, und ich war froh, als ich wieder zuhause war. Wenngleich ich die Bauch- und Kopfschmerzen leider immernoch nicht los bin.

Uebrigens bin ich immer mehr der Ansicht, dass einige Menschen sich keinen Hund halten sollen, bzw dass man Hundehalter evtl auf ihre Tauglichkeit ueberpruefen sollte. Einerseits waere das ein Einschnitt in die Persoenlichkeitsrechte, wenn man Menschen Tierhaltung untersagt, andererseits waere es manchmal fuer Tier und Umfeld besser. Denn gerade in letzter Zeit, alle paar Tage, werde ich immer wieder von irgendwelchen Hunden ohne Grund angeknurrt. Bzw tendieren viele Hunde dazu, jedem Menschen, und wenn er 100m weg ist, gleich entgegen zu rennen, Zaehne fletschend und knurrend, und dann zT diese Person auch anzuspringen. Und der Besitzer steht weit weg daneben und bekommt haeufiger nicht einmal ein "Aus!" heraus. Mit Glueck vielleicht ein leises "Komm zurueck! Lass das! Mach das nicht!" Wobei das ja fast schon Konsequenz haette... Bleibt zu sagen: bei einer "normalen" Erziehung sollte ein Hund nicht derart aggressiv sein, von daher hat der Besitzer fuer mich bei so einem Hund eindeutig etwas falsch gemacht. Wenn so einer sich einen aggressiven, ggf beissenden Zwergpudel haelt, ist das schon schlimm, wenn es dann auch noch ein Rottweiler oder ein Wolfshund (oder ein beliebiger anderer grosser Hund) ist, noch schlimmer. Aber in einer Gesellschaft, in der Hunde zu einem Accessoire werden (ob der Chihuahua bei einem Modepuppchen oder der Pitbull beim Skinhead), das man sich halt einfach mal kauft, wie man gerade lustig ist, und um das man sich nicht kuemmert (und das man auch nicht erzieht, macht ja keinen Spass...), da ist das wohl die logische Folge...

Was wollte ich noch loswerden? Seitdem ich in R. zurueck bin, muss ich mir die ueblichen Vorurteile anhoeren - nichts Neues. Und mache mir wieder alle moeglichen Gedanken. Ich denke, die meisten Personen wuerden nie auf solche Ideen kommen, ich meine auch, die meisten denken nicht annaehernd so oft nach, wie ich, auch wenn sie Jahrzehnte aelter sind - es ist einfach so, dass ich gerne nachdenke und das Nachdenken auch gern anderen Dingen vorziehe, mit denen andere Menschen sich ihre "Langeweile" vertreiben: Fernsehn, Musik, etc. Nein, ich finde beides nicht schlecht, ohne Musik woellte ich auch nicht leben wollen, aber ohne ueber Dinge nachzudenken oder zu philosophieren noch eher nicht. Langweilig ist mir uebrigens selten... Eigentlich, wenn ueberhaupt, nur dann, wenn ich gezwungen bin, etwas zu tun, was mich nicht anspricht, und wo ich nicht die Moeglichkeit habe, etwas Anderes zu machen. Wobei mir da immer Dinge einfielen. ZB der Unterricht waere so eine Situation... Wenn man dasitzt, zuhoeren soll, absolut desinteressiert ist (zB weil man das Thema schon woertlich auswendig kennt), und dann lieber zeichnen wuerde, oder was auch immer. Nur nichts tun kann, weil es zB dem Dozenten auffallen wuerde... Da kann man nur eins tun: vor sich hin traeumen, so lange man genug Ideen hat. Und das tue ich dann auch ausgiebig :P

Teil 2 folgt.

cn P

24.01.2008 um 12:28 Uhr

Ausbildung in der Bananenrepublik Deutschland (Pruefung bestanden...)

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Ausbildung

Der Tag begann schon damit, dass niemand die Dokumente sehen wollte, fuer die ER in der letzten Zeit wie bloede durch die gesamte Stadt gehetzt ist, weil sie angeblich verpflichtend abgegeben werden sollten. Abgesehen davon hat er dann auch eine Stunde auf die Bescheinigung ueber seinen Abschluss warten muessen, da man seine Pruefung vergessen hatte. Zudem sollen sie noch irgendein Dokument per Post schicken, die eine Person sagte, in 1 Woche, die andere, in 4. Das passt ja in das Gesamtbild, was wir von dieser Anstalt haben...

Zur letzten Pruefung selbst: angeblich soll sie nur einen kleinen Prozentsatz zaehlen (es gab auch noch zwei andere schriftliche Arbeiten zuvor), allerdings sieht es in der Praxis so aus, dass die anderen Arbeiten gar nichts zaehlen, sondern der Pruefer in der muendlichen Pruefung allein entscheidet, wer seinen Abschluss bekommt. Und leider willkuerlich. Und mit viel Geschrei und Unterstellungen, als waere er frueher Gefaengnisaufseher gewesen. Bei ihm sollen jedes Jahr hoechstens 10-20% der Auszubildenden bestehen (wer sich einschuechtern oder verunsichern laesst, faellt gleich durch)! Und heute ist einer durchgefallen, der alle Fragen richtig beantwortet hat. Die Begruendung: "Das ist zwar alles richtig, war nicht ueberzeugend genug". Und auch Personen mit einer 1(!) in der schriftlichen Klausur haben nicht bestanden. Bei IHM stand es auch nicht sofort fest, nun haben sie ihn aber doch knapp mit einer 4 bestehen lassen, was als Gesamtnote herauskommt, wenn es mit den Klausuren verrechnet wird, soll dann in bereits genanntem Brief stehen. Uebrigens koennen die Noten auch jederzeit geaendert werden, "wenn sich herausstellt, dass Berechnungsfehler vorliegen". Wenn das genauso willkuerlich "festgestellt" wird, kann quasi jeder unabhaengig von seinen Faehigkeiten durchfallen oder bestehen.

Also, bleibt zu sagen: die Pruefung ist, sollte nicht noch etwas geaendert werden, bestanden, wenn auch nur sehr knapp. Ueber die Pruefunsmethoden bzw die vollkommen willkuerliche Bewertung (nach dem Motto: was gesagt wird, ist egal, hauptsache der Pruefling ist eitel genug und schwafelt seine Antworten mit erhobener Nase) will ich gar nichts mehr sagen, ausser, dass es mich wundert, wieso dieser Saftladen noch von niemandem verklagt wurde. Weil da so einige Dinge schief gehen und viel nicht so laeuft, wie es laufen sollte. Aber soetwas haben wir ja leider bundesweit... Dieser Staat ist eben doch nichts Besseres, als eine von aussen schoen verkleidete Banenenrepublik.

Und in ca einer Stunde wird SEIN liebster Kollege noch einmal hier anrufen und berichten, ob er es geschafft hat... Also wenn nur einer oder zwei von zehn Leuten bestehen... Und ER bestanden hat... Da kann man ja fast schon per Ausschlussverfahren erraten, wer es alles nicht schaffen wird...

cn P

24.01.2008 um 00:58 Uhr

23.1.08

Sensorisch funktioniert hier so einiges nicht mehr. Ich spuere meinen Puls an jedem Koerperteil, meine Muskeln zucken beim geringsten Impuls (ich muss bloss dran denken), ich bin zitterig, habe Kopfschmerzen (heute besonders schlimm), was sich bei dem sche*ss Gelaber hier natuerlich nicht aendert. Gestern Abends wars so grausig, vor 1:30 bin ich aber doch nicht aus dem Wohnzimmer gegangen, weil ich die gesamte Zeit bloed zugeschwafelt wurde. Und morgens bin ich auch wieder mehrfach wegen zuknallender Tueren aufgeschreckt. Aufgestanden um 7:30, im Wohnzimmer waren nur noch 9 Grad, ich fror und mir war wieder schlecht. Genau genommen habe ich die gesamte Zeit wuergen muessen, und Herr "Vater" ist so hohl in der Birne, dass er davon NICHTS mitbekommt, wenn er mir auch direkt gegenueber am Tisch sitzt! Ich frage mich wirklich, wie man so idiotisch sein kann. Und dann herumjammern, wieso ich nicht schneller essen wuerde. Als wenn ich bei der Menge an Getraenken nicht schon k*tzen muesste... Jeden Morgen beim Fruehstueck noch einen halben Liter Saft reinkippen... Na klar doch... "Ist doch so gesund"... Und nebenbei darf ich mir wieder die ueblichen dummen Sprueche und wirre Beschimpfungen allen moeglichen Menschen gegenueber anhoeren.

Mit verdrehtem Magen (inklusive Bauchschmerzen und schlechter Verdauung) und Kreislaufschwaeche (inklusive Schwindel) bin ich dann losgegangen. Es war natuerlich nicht angenehm, aber andererseits, waere es besser gewesen, wirklich mal "zu Hause" zu bleiben und mir dann Stundenlang das Geklugsche*sse des Herrn "Vater" anhoeren zu muessen? Nein. Meine Augen tun uebrigens immernoch weh und mein staendig einwachsender, da verkruemmter, Fussnagel waechst auch aktuell wieder schmerzhaft ein. Zudem bluehen die Haselstraeuche jetzt wieder und die Birken fangen auch schon an. Um nicht zu sagen, ich leide schon wieder an meinen Allergien, bis zum naechsten Herbst duerfte es immer schlimmer werden... Auf der Fahrt zur Uni fielen mit etliche "sozial schwache" (und ich meine nicht arme!) Menschen auf, die mal wieder wahllos Passanten anpoebelten und um die Uhrzeit schon an de Haltestelle sassen und soffen. Waren alle uebrigens geschaetzt juenger als ich. Und heute war wohl auch wieder der grosse "Renn lebensmuede blind ueber eine stark befahrene Strasse"-Tag. Zumindest habe ich irgendwann nicht mehr mitgezaehlt, wie viele Personen direkt vor den Bus liefen und eine abrupte Bremsung verursachten.

Irgendwann habe ich dann geistig auch komplett abgeschaltet. Wirklich geschlafen habe ich nicht, aber ich war kurz davor. Irgendwie angenehm, so bekommt man das ganze grausige Theater nicht mit... Nur der Busfahrer war mir etwas sehr suspekt, als er nahe der Uni fast einen Radfahrer umgefahren hatte, und daraufhin psychopathisch grinste und durch den gesamten Bus rief: "Der wird das nie mehr in seinem Leben machen!" Fahren neuerdings nur noch allgemeingefaehrliche Psychopathen Bus? Ich wuesste jedenfalls nicht, was daran zum lachen oder grinsen sein sollte, fast einen Menschen ueberfahren zu haben. Und dann gings in den Unterricht... Einige Menschen benahmen sich selten bloed. Wir machten Gruppenarbeiten, war eigentlich ertraeglich. Aber sehr langatmig und nicht zu sinnvoll. Nebenbei pfiff auch wieder die gesamte Zeit ohrenbetaeubend die Heizung. Es war ein fast nahtloser Anschluss an den Unterricht letzte Woche Mittwoch. Oder fehlt mit mittlerweile auch schon das Zeitempfinden? Irgendwie fuehle ich mich schon leicht wahnsinnig... Aber zum Glueck bei Weitem nicht so gestoert, wie viele Personen, die mir taeglich auf der Strasse begegnen, und die sich als gesund bezeichnen.

Bauchschmerzen. Auch den gesamten Tag. Ob es am Wetter liegen mag? Abends/nachts ist es kalt. Tagsueber seltsam fruehlingshaft: Voegel singen, Kinder spielen im Tshirt draussen, und in S. kreisen wieder die Raubvoegel ueber den Feldern (heute wieder einen gesehen). Zur Rueckfahrt heute habe ich nicht viel zu sagen: wieder ein vollkommen ausrastender, laut fluchender Busfahrer, viele Asis, einige Gaffer, und so weiter... Alles wie ueblich. Und spaeter eine Kindergartengruppe in der Bahn. Im Center noch einmal nach Postkarten gesehen - es ist beunruhigend, dass immer mehr Laeden keine mehr verkaufen. Bei denen, wo ich sie bisher her hatte, sind die Kartenstaender von Woche zu Woche leerer. Ob es irgendwann neue geben wird? Heute musste ich schon auf einen teuren Bastelladen zurueckgreifen und habe fuer eine Karte (mehr wollte ich dann doch nicht, bei dem Preis, habe aber diese eine schon voreilig versprochen gehabt, daher "musste" ich sie besorgen) 5 Cent mehr gezahlt, als sonst. Bei einer Karte nicht viel, das stimmt, aber bei einer groesseren Zahl summiert sich das auf Dauer.

In R. gab es laut Anzeige wieder Busausfall: der naechste 2XX sollte erst in 20 Minuten kommen. Haben dann also den 1XX genommen, der immerhin nur 7 brauchen sollte, und kaum dass wir von der Haltestelle hinueber zur Wohnung liefen, geschah was? Genau, ein 2XX, der gar nicht haette fahren duerfen, fuhr direkt an uns vorbei und war schliesslich frueher am Ziel, als wir mit dem anderen Bus... Nein, ich rege mich nicht auf 5 Minuten mehr oder weniger auf. Nur darueber, dass bei den Verkehrsbetrieben NIE irgendetwas zuverlaessig funktioniert. Zuhause habe ich mich dann erst einmal ueber eine Postkarte aus dem Iran gefreut. Wirklich eine schoene, eine Kunstkarte, wer moechte, kann sich die Werke des Kuenstlers mal unter www.farshchianart.com ansehen (in der Galerie). Man sollte bedenken, dass das alles Miniaturen sind, einige Bilder sind keine 20cm brei/hoch und dennoch derart detailreich... Die meisten seiner Gemaelde gefallen mir eindeutig sehr gut. ER war am Nachmittag wieder beim Arzt, ich versuchte, meine Kopfschmerzen durch Schlaf zu vertreiben, was leider nicht wirkte. Ich habe jetzt noch graessliche... Und hier riechts irgendwie eklig :/ Daran werde ich mich in dieser Wohnung nie gewoehnen. Es faellt mir jedes Mal auf, wenn ich hier bin.

Der Busfahrer am Abend war auch wieder so ein Fall fuer sich. War viel zu frueh, ich musste zur Bushaltestelle rennen, um ihn noch zu bekommen, da macht der die Tuer auf und lacht auch noch bloed: "Na, Fruehsport gemacht?" Und auf der Strecke hielt er andauernd an und oeffnete die Tueren, sobald er irgendwo einen Menschen laufen sah, und musste sich dann, bevor er endlich weiter fuhr, erst einmal mit vielen Worten versichern lassen, dass diese Person wirklich nicht mitfahren moechte. Und zurueck bei Herrn "Vater" bin ich auch wieder genervt... Ich war gerade einmal im Flur, da hoerte ich aus dem Wohnzimmer schon wieder sinnloses Gefluche. Auch jetzt redet er wieder unglaublichen Muell, urteilt ueber Personen, die er nicht ansatzweise kennt, haelt sich natuerlich immer fuer den Allerkluegsten. Und viel verstehen kann er wohl auch nicht... Ich bin genervt, moechte einfach nur keine Ruhe haben, damit ich die Kopfschmerzen endlich mal loswerde, aber das interessiert ihn natuerlich nicht. Und meine Augenschmerzen will ich auch nicht mehr ;/ Irgendwie kann ich manchmal auch kaum mehr ohne Anstrengungen klar denken... Uebrigens hatte ich vorhin auch gebeten, er solle bitte leiser fluchen, wegen meiner Kopfschmerzen. Dass er keinerlei Sozialverhalten kennt, hat schon seine vollkommen ruecksichtslose Antwort gezeigt: "Das hier is meine Wohnung! Hier schrei ich rum wie ich will!"

Aehnlich scheinen es auch die Nachbarn oben zu sehen. Ich muss leider feststellen, dass ich vom heutigen Tag eine Menge vergessen habe, aber einige Dinge bleiben doch im Kopf. Nicht nur, was ich morgen tun muss, dass ER abends evtl zur Uni mitkommt und fuer mich kopieren geht, waehrend ich im Unterricht bin (spart Zeit :) ), und so weiter... Sondern das, was ich heute Morgen mitbekommen hatte, beunruhigt mich definitiv auch. Und zwar war ich gerade wieder beim Zaehneputzen im Bad, wo die Waende besonders hellhoerig sind. Und oben wohnt eine Frau mit einem geschaetzt 5 bis hoechstens 8 Jahre altem Kind. Immer wieder hoert man das Kind weinen und das Weib herumschreien. Das Geschrei war heute besonders absurd: "Wieso kannst du nie etwas machen? Wieso bist du so faul? Du bist so ekelhaft faul! Du bist eine Schande fuer die Familie! Wie kannst du nur so faul sein? Sag, wieso? Wenn du jetzt so ekelhaft faul bist, wird aus dir nie was! Bald, wenn du erwachsen bist, raeumt dir keiner mehr etwas hinterher! Da macht keiner was fuer dich! Wenn du so faul bist, landest du sofort in der Gosse." Ich dachte schon, ich hoere nicht richtig. Natuerlich hat man, wenn man nie etwas tut, kaum Erfolg, aber was soll das, einem Kind so Angst zu machen!

Das Kind ist allerhoechstens 8 Jahre alt, vielleicht sogar noch juenger und geht evtl noch nicht einmal zur Schule! Muss man das Kind da so mit Vorwuerfen bombardieren, bis es vor Angst gar nichts mehr sagen kann? Bis es kaputt ist, aber "wenigstens" immer "schoen" gehorcht? Und wie kommt man dazu, einem Kind in dem Alter vorzuwerfen, faul zu sein? Ich weiss zwar nicht, was genau passiert ist, aber diese Vorwuerfe erscheinen mir einem Kind in dem Alter gegenueber schon sehr extrem. Vor Allem dieser Mist von der "Familienschande". Als wenn ein Kind von 5-8 Jahren, das auf irgendetwas keine Lust hat, eine Schande waere, faul waere und spaeter mal in der Gosse landen muesste. Da kommt so eine "Mutter" wohl her... Und bei "BALD, wenn du erwachsen bist" habe ich mir auch gedacht, diese Frau muss einen geistigen Schaden haben. Ein Mensch in dem Alter ist ein KIND, zum Erwachsenwerden hat es noch 10 oder mehr Jahre Zeit. Laenger, als es bisher ueberhaupt gelebt hat. Wer also glaubt, ein Kind wuerde sich in der langen Zeit nicht mehr veraendern koennen... Dazu sage ich besser gar nichts. Aber wozu sage ich das euch ueberhaupt, ich bin mir sicher, ihr wisst es sowieso. Im Gegensatz zu einigen "Eltern", die glauben, mit Panikmache und Vorwuerfen koenne man bei Kindern (die fuer solche Personen wohl sowieso nur "kleine Erwachsene" sein sollen) irgendwie helfen...

cn P

P.S.: Habe heute meiner "Mutter" endlich eine Karte geschickt. Leider nichts mit Blumen, nicht selbst gebastelt, aber eine ungewoehnlichere Ansichtskarte. Ich hoffe mal, sie freut sich darueber.

23.01.2008 um 00:48 Uhr

22.1.08

Es gibt gesundheitliche Zustaende, mit denen sollte man nicht spaszen. Es gibt Gesellschaften, die eine gesunde Lebensfuehrung (und dazu sehe ich auch die Moeglichkeit, bei Krankheit wieder zu genesen) missachten. Schon als ich gestern um 1:30 schlafen gehen wollte, fuehlte ich mich nicht nur niedergeschlagen, sondern auch seltsam matt. Kurz bevor ich mich hinlegen konnte, wurde mir schwindelig und schliesslich auch schwarz vor Augen. Als ich schliesslich im Bett lag und versuchte, einzuschlafen, fror und zitterte ich. Dabei war es nicht kaelter, als sonst. Mein gesamter Koerper schmerzte. Irgendwie kommt mir das alles nicht recht, da ich bald Klausuren schreiben muss und auf die staendige Anwesenheitspflicht an der Uni achten muss. Aber selbst, wenn ich da absolut scheitern wuerde - auch, wenn es sicher "schade" waere und mein "Vater" dann vollkommen ausrasten wuerde - immerhin "habe" ich IHN noch. Ein Wunder eigentlich, da die meisten Menschen simple Partner bevorzugen, "unproblematische", die sowieso nur Ja und Amen sagen, zu allem. So bin ich definitiv nicht. Ich bin launisch, phasenweise depressiv, ab und zu manisch, tragisch, genervt, und relativ oft krank. Und darueber, ob Narben so sonderlich schoen seien, kann man sich natuerlich auch streiten. Die meisten Menschen wuerden widersprechen. Aber zum Glueck sind wir nicht alle gleich.

Um 7:30 stand ich mit schrecklichen Kopfschmerzen auf. Mittlerweile sind Bauchschmerzen dazu gekommen, Verdauungsbeschwerden, und die Kreislaufschwaeche inklusive Sehstoerungen, Schwindel, etc, sind seit gestern nicht vergangen. Mittlerweile frage ich mich, wie es noch schlimmer kommen koennte. Seit dem Mittag jedenfalls habe ich auch starke Muskelzuckungen in den Haenden, einzelne Finger zittern dauerhaft und beugen sich willkuerlich zusammen. Aber heute Morgen wollte ich doch zur Uni. Nervlich auch nicht im besten Zustand, da ich schon frueh wach wurde, da Herr "Vater" immer alle Tueren zuknallte - immer wieder, bei jedem lauten Knall, wurde ich wieder wach und schreckte mit Herzrasen auf. Wirklich durchschlafen konnte ich so nicht. Im Wohnzimmer war mir kalt und uebel, die Nachbarn schrieen einander wieder an und ich hatte ein flaues Gefuehl im Magen. Im Bad habe ich mich dann leider sehr spontan uebergeben muessen, spaeter auch ein zweites Mal, da bin ich dann doch nach S. gefahren anstatt zur Uni. Das heute war mein letzter erlaubter Fehltag - diese Woche muss ich noch ueberstehen und drei folgende. Wenn man die einzelnen Tage zaehlt, sind es immerhin nur noch 12, wobei das auch anstrengend ist. In der Zeit 5 Klausuren, ein Referat... Alles noch nicht vorbereitet.

Ich hatte mich also auf den Weg nach R. zum Bus gemacht. Ich fror und hatte das Gefuehl, meine Beine wuerden mich nicht mehr tragen koennen. Der Busfahrer dann war vollkommen unfaehig, verpasste Haltestellen, kannte scheinbar die einfachsten Verkehrsregeln nicht, schrie und fluchte aber ununterbrochen enorm laut durch den gesamten Bus. Machte zu lange Pausen mitten auf der Strecke, und sprach staendig einsteigende Menschen ein und wollte irgendwie mit ihnen herumtratschen. Auf Desinteresse oder Abweisung reagierte er ebenfalls aggressiv. Gegen 9:20 war ich dann aber immerhin zuhause - und legte mich erst einmal hin. Der Tag verging leider viel zu schnell - wenigstens vergehen so alle Tage und bald habe ich frei... Endlich... So absurd es klingt: Endlich wieder kein Zwang, Krankheiten zu unterdruecken! Das freut mich wirklich. So viel Uebelkeit, wie ich "will", kein Gehumpel zur Haltestelle mit schmerzenden Fuessen, keine Probleme mit 2-stuendigen Busfahrten wegen Durchfall, usw. Und vor Allem kein Zwangslaerm mehr bei Kopfschmerzen. Ja, nicht einmal einen Monat muss ich noch schaffen... Bzw am 14.2. ist letzter Tag... Bis dahin noch viel zutun.

ER hat nur noch die Pruefung diesen DO, und was man so von Kollegen ueber das Arbeitsamt hoert, ist schon seltsam - irgendwie sagt jeder, wohl auch jeder Sachbearbeiter, etwas Anderes. Zum Teil wirklich widerspruechliche Dinge. Und einige Leute wurden durch aus der Ausbildung uebernommen - 2 Leute - die "seltsamerweise" als einzige aus dem Jahrgang beide Verwandte dort an der Ausbildungsstelle haben... Welch ein "Wunder". Sowieso laufen in vielen Bereichen einige Dinge nicht so, wie sie es eigentlich sein sollten. Und es wird im Betrieb auch ziemlich getuschelt... Was so alles zum Ausbildungsende fuer Geruechte herauskommen, ist unglaublich. Da kommt man sich vor, wie bei einem schmierigen Boulevardblatt *re* Nun, wo ER arbeitslos sein wird, wird er mich vielleicht manchmal zu Vorlesungen begleiten. Kontrolliert sowieso kein Mensch, zumindest bei den Kursen, die in einem Hoersaal mit 200 Leuten stattfinden. Da hat keiner Ueberblick, und manche Kurse sind sogar relativ leer, da freut sich der Prof tatsaechlich ueber jeden Zuhoerer mehr. Wenn der Raum voll ist, ist es vielleicht nicht ganz so sinnlos ;) Ausserdem will ER mehr lesen, evtl bisschen mehr Grafiken produzieren, evtl ein eigenes (Kunst?)Blog eroeffnen... Alles noch nicht klar. Wuerde auch eher eine spontane Sache sein.

Und wieder endete ein Tag. In den Spiegel moechte ich kaum sehen, ich sehe krank aus und in beiden Augen ist mir je eine Ader geplatzt, woher weiss ich auch nicht. Jedenfalls sind die Augen ziemlich blutunterlaufen, sehen grausig aus, und brennen und schmerzen, und wirklich viel sehen kann ich so auch nicht. Ich will die Augen kaum oeffnen, so empfindlich sind sie. Hoffentlich hat sich das bis zum naechsten Morgen gebessert, und bisschen weniger Magenbeschwerden/Uebelkeit waere auch nicht schlecht. Ich werde wohl auch gleich gehen, moeglichst frueh schlafen, die Augen schonen. Und Herr "Vater" redet seinen ueblichen Muell... Ich brauche Kraft.

cn P

22.01.2008 um 21:31 Uhr

Ich bin ein Mentalist!

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Aberglaube, Kunst

cn P 

22.01.2008 um 13:59 Uhr

Neues vom Arbeitsamt

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Arbeit, Arbeitslosigkeit, Post

Noch einmal etwas "Schoenes" zum Thema Arbeitsamt... Das hat naemlich eben einen Brief hierher geschickt. Nein, nicht das Amt in K., das fuer IHN ueberhaupt zustaendig waere, sondern eins weit entfernt. Vollkommen anderer Zustaendigkeitsbereich. Und diese unterbreiteten ein IMMERHIN nicht verbindliches Jobabgebot... Nicht aus SEINEM Zustaendigkeitsbereich und nicht aus ihrem, also weiss der Geier, wieso sie die Nachricht hierher geschickt haben, und sonst kein anderer...

Zum Jobangebot: eine Firma in A., sucht Menschen mit SEINER Ausbildung - soweit klingt es noch gut, da A. relativ gut mit der Bahn zu erreichen ist - fuer ZEITARBEIT und zwar SCHICHTDIENST. Die Arbeitszeiten waeren 6 bis 14 Uhr, 14 bis 22 Uhr, 22 bis 6 Uhr. Ich frag mich nur, wozu es in diesem Beruf Schichtdienst benoetigt (ich habe ja schon von einigen Betrieben aus dem Gebiet gehoert, aber Schichtdienst/Nachtdienst gab es nirgends)... Sehr seltsam. Ehrlich gesagt wirkts auf mich auch nicht sonderlich serioes.

Naja, wenigstens weiss das Arbeitsamt von K. nicht, was das in W. macht, also solls mir recht sein :P Arbeiten gerne, aber nicht bei irgendeiner unserioesen Hinterhoffirma, und nicht wie irgendein Sklave. Und ein Beruf, der zu ganz normalen Zeiten stattfinden kann (und das im Normalfall auch tut), muss nicht irgendwann nachts um 3 angetreten werden... Ausserdem nimmt IHN ohne Fuehrerschein und fuer knapp zwei Monate (vorraussichtlich, wenn er einen Studienplatz bekommt, wuerde das Studium Anfang April beginnen) sowieso keiner.

cn P

Nachtrag:

In der Jobboerse online ist SEIN Profil uebrigens, obwohl er mehrfach das Abschlussdatum der Ausbildung aendern lassen wollte, immernoch nicht aktualisiert. Faszinierend dabei: dort steht als Abschluss der 28.2. - und das Angebot heute sucht Leute mit Abschluss ab dem 2.2. - unserioes?! Zudem steht im Angebot kein Name, keine Anschrift, nichts zu der Bezahlung, kein Ansprechpartner, o.ae., nur eine Telefonnummer, unter der man sich informieren soll. Aha. Zudem meint ER, er koenne erahnen, welche Firma das ist bzw wie die Taetigkeit da aussieht: Elektronikteile in irgendein Kontrollding stecken und ueberpruefen, ob dann ein Laempchen leuchtet... Und das dann "am Fliessband". Sehr anspruchsvoll. Wahrscheinlich arbeiten die nur nachts, damit man das Leuchten dann besser sehen kann :P