Memoriae Ex Aeterna Nocte

31.01.2008 um 19:41 Uhr

Hängt die Busfahrer!*

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: ÖPNV, Stress, Finanzen, Studium, Arbeit

* (Diese Ueberschrift ist nicht als Aufruf zu einer Straftat zu verstehen)

Einer dieser poebelnden Gossenpenner verdient monatlich 2100 Euro.
Nun wollen sie einfach mal eine Lohnerhoehung von 12(!)%.
Schon jetzt am Donnerstagabend (statt wie angekuendigt nur am Wochenende) werden die ersten Bahnen und Busse in die Depots zurueckgezogen.

Sprich: Ich komme heute nicht nach Hause, ich komme morgen nicht nach Hause, Samstagabend soll der Streik angeblich enden - wird aber evtl verlaengert, wenn keine 12% herauskommen, und das ist sehr wahrscheinlich. Also werde ich wohl vor Montagnacht nicht mehr nach Hause kommen. Dass mein "Vater" ausrasten wird, muss ich wohl nicht erwaehnen.

Mein Beleid auch allen, denen dadurch Mehrkosten entstehen, die einen Flug oder eine Veranstaltung, fuer den/die sie viel Geld gezahlt haben, verpassen, mein Beleid allen, die so nicht zur Klausur kommen, oder nicht zur Arbeit, die, die Gewinnausfall haben, und die, die so nicht zu diversen Terminen oder zum Arzt kommen.

Und wenn es naechste Woche so weitergeht, dann gute Nacht. Dann verpasse ich naemlich auch meine Klausuren und wenn die Uni nicht einsichtig ist, muss ich das Semester wiederholen. Und einmal mehr Studiengebuehren zahlen.

Und all das, weil eine Menge Bus fahrender Penner sich nicht von 2100 Euro pro Monat ernaehren kann - ein Monatslohn, ueber den viele froh waeren!

cn P

P.S.: Mein Referat kann ich auch vergessen. Ich wollte eigentlich morgen zur Bibliothek, da komme ich aber nicht mehr hin. Abgabe fuer den Text ist am Montag. Das Buch kaufen kann ich nicht: 1. wuerde es nie rechtzeitig hier ankommen, 2. kostet es - tadah! - 360 Euro fuer 5 Baende. Das ist mir "ein bisschen" zu viel fuer ein zweistuendiges Referat...

31.01.2008 um 01:25 Uhr

30.1.08

Manchmal ist diese Welt fuer mich wirklich zum Davonlaufen. Die Gesellschaft einfach unglaublich unangenehm und/oder enttaeuschend, und das, wo ich schon weiss, dass mich bestimmte Dinge nichts angehen, und ich daher schon ueber sie hinweg sehe. Leider tun das einige Menschen bei mir nicht; ich moechte dazu nur noch einmal anmerken: liebe Kommentierer, die ihr hier manchmal beleidigende Kommentare zurueck lasst, weil euch meine Meinung nicht passt - 1. Ich schalte sie sowieso nicht frei, sondern loesche sie sofort, (wie schon oft erwaehnt: Argumente und konstruktive Kritik gern, aber keine stumpfsinnigen Beleidigungen), 2. Nur weil mir eure Meinung nicht passt, spamme ich ja auch nicht eure Blogs voll und beschimpfe euch niveaulos von vorn bis hinten. Ein bisschen Gegenseitigkeit koennte manchmal nicht schaden. Gestern Nacht noch ein Desaster zwischen leichem SVV und Zahnfleischbluten, danach wehmuetige Nachtgedanken ueber die Vergangenheit... Ein Absurdum der Gesellschaft: noch vor 4 Jahren musste man horrende Summen in speziellen Laeden fuer Patchouly-Lotion und schwarzen Nagellack ausgeben - mittlerweile gibt es soetwas in wirklich fast jeder Drogerie! Es ist massentauglich geworden. Nicht verstehen kann ich jedoch, dass die Menschen einen damals als "Aussenseiter" anstarrten - es aber heute NOCH IMMER tun, auch wenn dieses Aeussere mittlerweile als "Mode" anerkannt zu sein scheint. Irgendwie doch ambivalent, oder nicht? Oder man sieht eben doch noch Unterschiede, auch rein aeusserlich, zwischen irgendeinem 14-jaehrigen MODE-Gothic-Girlie und jemandem, der sich aus persoenlichem Stil heraus dunkel kleidet.

Individuell ist weder der, der jeder Mode hinterher rennt, noch der, der strikt jede Mode demonstrativ meidet - der individuelle Mensch kuemmert sich gar nicht um Moden, sondern handeln nach seinem eigenen Willen, egal, was gerade in Mode oder ausser Mode ist. Zwischen 2 und 2:30 schrieb ich noch ein wenig, ich beeilte mich, denn die Nacht sollte nicht zu kurz werden. Um 7:30 musste ich schliesslich schon wieder hinaus. Hatte zuerst arge Probleme mit Herrn "Vater", der sich weigerte, aufzustehen. Bestimmt 10 Minuten musste ich herumdiskutieren, und war dann wieder in Zeitnot. Und bei den Nachbarn (denen mit dem Kind) hoerte man wieder sehr lautes Geschrei. Ich glaube fast, es wird immer schlimmer... Kann man wegen Geschrei schon jemanden beim Jugendamt melden, als Verdachtsfall? Ich will niemanden kriminalisieren, ich moechte nur auch nicht, dass ein Kind, wenn die Mutter tatsaechlich gewalttaetig sein sollte, unnoetig leiden muss. Das hat kein Kind verdient. In den Radionachrichten uebrigens schon wieder eine Meldung ueber unsere lieben Busfahrer: gestern hatte wohl einer, da er ueber eine rote Ampel raste, ein bei gruen ueber die Strasse gehendes Kind ueberfahren. Der Bus wollte noch bremsen, wodurch sich im Bus nochmals zwei Personen schwerer verletzten. Nun sind 3 Menschen stationaer im Krankenhaus. Wieso wundert mich das bei diesen Verkehrsbetrieben nicht?

Dazu kommt uebrigens, dass eben diese grottigen Verkehrsbetriebe naechste Woche streiten wollen. Wie ich zu meinen Klausuren an der Uni kommen soll, weiss niemand. Ohne Verkehrsmittel kann man nicht dorthin, es sind gut 25km Luftlinie - ich habe kein Fahrrad und kein Auto und kenne auch niemanden, der etwas davon haette. Ein Taxi wird mir Herr "Vater" nicht zahlen. Ich selbst habe das Geld dazu nicht. Soll ich wegen so eines besch*ssenen Streiks mein gesamtes Semester widerholen?! Ueber 200 Euro Studiengebuehren (ich weiss, ist relativ wenig, aber auch eine Menge Geld)... Uebrigens wollen aktuell alle moeglichen Organisationen streiken. Wieso sieht keiner ein, dass so die gesamte Infrastruktur zusammenbricht? Einen Gewinn durch Streik zu erzielen, mag ja schoen sein, nur wenn darunter etliche andere Personen leiden, finde ich das schon sehr egoistisch und daher wieder negativ. Und wenn gar gegen etwas gestreikt wird, gegen das nichts getan werden kann - so scheitert vielleicht der ganze Konzern dran und statt Lohnerhoehung gibt es einen Konkurs und sehr viele Arbeitslose. Mit Streiks kann man sein Leben auch ziemlich verschlechtern. Aber weiter als an die naechsten 5 Minuten wollen viele Menschen wohl auch nicht denken... Zumal man immer bedenken sollte, dass Dinge zwei Seiten haben (wenn nicht mehr): nicht alles muss klappen, es kann auch sehr schief gehen. Und nicht alles muss scheitern, man kann auch Glueck haben. Nur sollte man sich immer bewusst sein, dass es eben in beide Richtungen gehen kann.

Die Strassen waren voller Asis und sehr unfreundlicher anderer Personen. Auch die unzaehligen Trampel, die einem im Bus taeglich auf die Fuesse treten, an den Haaren ziehen oder mit ihren Einkaufstaschen gegen die Schienbeine rammen, gehen mir deutlich auf den Geist. Im-Weg-Steher sind "harmlos" dagegen. Und ER kraenkelte heute den gesamten Tag, das die Fahrt zur Uni auch kompliziert machte - leider. Stau gab es auch wieder, und Busverspaetungen - die gesamte Woche bisher bin ich kaum puenktlich im Unterricht angekommen. Es graut mir vor den naechsten - letzten - zwei Wochen Vorlesungszeit. Zumal Klausuren sein werden. Mir war uebel. Der Busfahrer unglaublich aggressiv und poebelte Passanten und Fahrgaeste an. Ich bin schon der Meinung, man muss sich von seinem Fahrer nicht als "Penner" oder "Vollidiot" beschimpfen lassen, nur, weil dieser "einen schlechten Tag" hat. Das waere fuer mich auch keine Entschuldigung dafuer, staendig ueber Rot zu fahren, dauerhaft wegen Belanglosigkeiten zu hupen, oder mit Vollbremsungen zu drohen. Es ist schon fast ein schlechter Witz; all diese Busfahrer mit ihrem vor Wut hoch roten Kopf, alle mit Dialekt, und alle gewaltsam am Herumschreien. 90% sehen aus, wie geklont.

Der Unterricht war relativ unspannend. Die 3. oder 4. Woche in Folge pfiff die Heizung, und zwar lauter und greller denn je. Grausig. Natuerlich verschlechterte sich so auch die Stimmung aller Anwesenden enorm. Ich habe wirkich den Eindruck, sie werden aggressiver davon. Und auf dem Rueckweg, bzw auf der Fahrt von der Uni zum Center, hatte ich auch wieder einen Choleriker ohne gleichen als Fahrer. Der war noch schlimmer als der im vorigen Bus. Ich glaube, soetwas muss man selbst erlebt haben, um es zu glauben (obwohl ich es niemandem wuensche - ausser den cholerischen Fahrern selbst vielleicht, wenn sie dann mal im Urlaub oder spaeter in Rente sind ;) Vielleicht bringt es sie zum Denken, wenn sie man die "andere Seite" wahrnehmen - wobei, ich bezweifle es!). Ein kurzer Einkauf, schnell nach Hause, und die Lohnsteuerkarte ist immernoch nicht da, obwohl ANGEBLICH am Montag abgesendet, und die Zeit wird immer knapper. Vom "tollen" Stellenangebot im Allgaeu habe ich schon geschrieben; ER wird morgen frueh anrufen und mal anmerken, dass er weder einen Fuehrerschein, noch Geld fuer einen Umzug oder eine Zweitwohnung hat, und dass er auch ab 1.4. studieren moechte. Ob die genug Verstand haben, um IHN dann NICHT einzustellen? Das waere doch der schlechteste Witz ueberhaupt, wegen allerhoechstens 1,5 Monaten Arbeit hier in S. die Wohnung aufzugeben, in den Allgaeu zu ziehen, und dann wieder hier in S. eine Wohnung zu suchen - und evtl gar keine mehr zu bekommen! Denn die Wohnungen hier sind begehrt (da sie guenstig sind und trotzdem nicht im Ghetto liegen). Da sollte man froh sein, wenn man eine hat.

Ware Mensch, wohin ich sehe. Mehr als Sklavenschieberei ist das irgendwie nicht, und ich dachte, es gaebe soetwas wie Menschenrechte in der BRD. Zumindest theoretisch. Und ich finde es definitiv unmenschlich und illegal (wie war das mit der angeblichen Freizuegigkeit?!), vom Amt durch ganz Deutschland gehetzt werden zu duerfen, sich nicht aussuchen zu duerfen, wo man leben will, und immer wieder aus seinem sozialen Umfeld gerissen zu werden. Ich dachte mal, der Mensch habe ein Recht auf ein soziales Umfeld. Aber das muss auch abgeschafft worden sein *zyn* Was sind Gesetze noch wert, wenn sich niemand daran haelt, an erster Stelle nicht einmal mehr der Staat selbst? Und am Abend regnete es wieder in Stroemen. Schlimmerweise soll ueber Nacht alles gefrieren, dh morgen gibts Glatteis - zu meiner Un-Freude. Und der Busfahrer waere fast an mir vorbei gefahren, ich weiss nicht, was das sollte. Haette mich jedenfalls sehr geaergert, bei dem Wetter, in der Kaelte, nachts noch einmal 20-40 Minuten in der Gegend herumstehen zu muessen. Nur weil irgendein Busfahrer keine Lust hat, zu halten. Denn zu sehen muss ich gewesen sein, die Haltestelle zumindest ist hell beleuchtet. Zuhause angekommen: eine Motte im Zimmer :/ Und im Bad leben seit Monaten Weberspinnen und vergehen einfach nicht...

Es missfaellt mir schon, gerade die Motten, dabei haben wir gerade Ende Januar, und da muessten doch Insekten noch gar nicht zu finden sein. Gerade Kleidermotten - nein, ueberwintert haben sie nicht in der Wohnung - zum Glueck! - jeden Winter ist ueber mehrere Monate Ruhe. Dh es ist definitiv keine mehr hier drin. Hinein kommen sie erst wieder, wenn es waermer wird und da Herr "Vater" jeden Tag ueber Stunden die Fenster offen stehen laesst *amok* Ich glaube, in den naechsten Monaten wird es wieder sehr viel schlimmer werden... Hoffen wir, es schiebt sich wenigstens noch bis zu den Ferien auf. Oder es kaeme moeglichst gar nicht vor, aber das waere wohl zu utopisch. Gute Nacht!

cn P

31.01.2008 um 00:49 Uhr

Was aus der Menschheit wird

Muss man so genannten "normalen" Menschen alles haarklein vorkauen, damit sie es begreifen oder ueberhaupt mal auf irgendwelche Ideen kommen? Haben sie keine eigene Fantasie? Sich Anregungen ZUSAETZLICH zu holen, sich zu informieren, vielleicht auch so eine BASIS aufzubauen - alles in Ordnung. Doch dass viele Personen scheinbar gar nichts mehr selbst auf die Reihe bekommen, sondern fuer alles Anleitungen brauchen, sei es die eigene Beziehung oder bloss die Dekoration des Fruehstueckstisches, gibt mir schon ueber den "gesunden Menschenverstand" zu denken. Auf jeden Fall finde ich es immer absurder, wenn ueber mich in den Medien, sei es durch Radiowerbung oder Online-Werbebanner, eine wahre Flut aus "Ratgebern" zu allen nur denkbaren Themen hinein bricht, wo ich mir immer denke "Wer braucht soetwas?", und wobei ich leider feststellen muss, dass soetwas tatsaechlich gekauft wird. Ist es denn kein Armutszeugnis, sich zB vorgefertigte Saetze, mit denen man seinem Partner die angeblich vorhandene "Liebe" bekunden kann, zu kaufen, statt einfach genug zu empfinden, um sich SELBST einen einzigen Satz auszudenken? Nun muss ja nicht jeder ein begabter Liebeslyriker sein, aber einige Dinge sollten einem schon von allein einfallen, finde ich zumindest.

In dieselbe Kategorie, nur vielleicht etwas "harmloser", da nicht die menschliche Interaktion betreffend, fallen uebrigens auch Ratgeber, was man fuer Blumen nebeneinander stellen "kann" und in welchen Farben man seine Wohnung streichen "sollte". Ich wuerde meinem "Instinkt" nach sagen: ich tue das, was mein Auge schoen findet. Dazu brauche ich keine Buecher. Nur mein Augenlicht. Denn was wuerde mir irgendeine von "Experten" empfohlene "Designer-Wohnung" aus dem Ratgeberbuch bringen, wenn mein PERSOENLICHER Geschmack etwas Anderes aesthetisch findet? Dieselbe Kategorie, nur mit Menschen (also quasi dasselbe in Fleischfarben) sind zahlreiche Sex-Ratgeber (Kommt her, ihr Ratten, ich weiss: "Sex and crime sells!" - Kommt in Stroemen ueber die Google-Suche auf mein Blog :P), die schon 13-Jaehrige mit sich herum schleppen, bei denen pauschaliert wird, was einem zu gefallen habe und wie man mit seinem Partner umzugehen habe. Wer andere Empfindungen hat, passt nicht in die kuenstliche "Norm" und sei endweder pervers oder pruede, je nach Richtung der Abweichung. Meinentwegen kann jeder tun und lassen, was er will, an der gesamten Sache stoert mich nur eines: der Mensch wird zu einem Produkt, bei dem eines wie das andere ist - es gibt eine "Bedienungsanleitung", mit der INDIVIDUALITAET der Person beschaeftigt man sich nicht mehr. Waere ja auch viel anstrengender, als eine fleischliche Maschine vor sich zu haben, bei der man bloss die Knoepfchen druecken muss, die in der Anleitung bezeichnet sind.

Aber wenn der Mensch sich und andere zur Maschine machen will, soll er sich nicht wundern, wenn er irgendwann auch zur Maschine wird oder so behandelt wird. Absurd, dass das aber bislang niemanden stoert - wuerde hingegen jemand Menschen morden und dazu sagen "Was solls, ist doch alles nur dasselbe belebte Fleisch!", dann faenden dieselben Personen es pervers... Es ist keine andere Perversion, als ihre eigene (abgesehen vom Mord wahrscheinlich). Aber vielleicht ist dieser Mangel an Eigenstaendigkeit auch bloss eine logische Folge der zunehmenden Technisierung/Automatisierung. Denn wo frueher Menschen handeln und aufpassen, nachdenken, bewusst entscheiden mussten, wird heute von Maschinen gearbeitet - die sind sowieso zuverlaessiger. Ich will die Technologie absolut nicht schlecht reden (ich weiss, ich bin auch nicht gerade der gesundeste Mensch), aber ich glaube schon, dass der Mensch sich damit die eigene Evolution abschneidet. Vorrausgesetzt, man glaubt an Evolution, aber darauf baue ich dieses Gedankenkonstrukt mal auf.

Denn bisher war es immer so, dass der Mensch sich an die Umwelt anpassen musste - es gab immer verschiedene Entwicklungen, einige setzten sich durch - die, die am besten in die Umwelt "passten". Heute schafft der Mensch sich seine eigene Umwelt. Sogar wahrnehmen muss er kaum mehr selbst - zB Strahlung - alles laesst sich mit Maschinen (hier Messgeraeten) fuer den Menschen wahrnehmen und messen - der Mensch selbst muss sinnlich nichts mehr davon mitbekommen. Probleme in der Umwelt schafft er sich kuenstlich vom Hals - es muss keine Anpassung stattfinden. Zumindest aktuell nicht... Nun frage ich mich, ob die Evolution "bloss" stagniert, oder ob nicht sogar eine Verkuemmerung stattfindet? Denn die Sinne brauchen Menschen immer weniger. Was nicht gebraucht wird, verkuemmert - man erinnere mal an das Steissbein, den urspruenglichen Schwanz, den der Mensch nicht mehr zum Greifen oder Festhalten braucht. Der Mensch verlaesst sich vollkommen auf seine heutige Technologie, die menschlich-koerperlichen Faehigkeiten nehmen ab. Naehmen wir nun an, der Mensch sei ganz ploetzlich all seiner Technologie beraubt: er kaeme ploetzlich gar nicht mehr zurecht! Wahrscheinlich waere er in wenigen Jahren ausgestroben. Denn nackte Affen erfrieren ;)

Zur Empfindsamkeit bzw Empfindungswelt des Menschen noch: wer weiss, wie die menschliche Wahrnehmung sich veraendern koennte. Trotz dem viele Tiere auch, wie der Mensch, Augen, Nase und Ohren haben, nehmen sie die Welt ganz anders wahr. Jeder ist auf etwas spezialisiert: der eine sieht nur Bewegung gut, der andere braucht keine Farben, mancher hoert enorm intensiv, mancher ist taub... Wer sagt denn, dass der Mensch sich nicht ueber Jahrtausende in eine merkwuerdige Richtung entwickeln koennte? Vorrausgesetzt natuerlich, es gaebe dann noch Menschen. Ich zum Beispiel nehme bestimmte Strahlungen wahr. Relativ leicht nur, aber ich weiss bei Handies zB schon ca 2 Sekunden vorher, dass gleich eine SMS eintrifft oder es gleich klingeln wird. Ich "fuehle" es einfach und nehme das Handy schon zur Hand, weil ich weiss, gleich kommt ein Anruf. Wenn ich diesen auch nicht wirklich vorhersehen konnte. Klingt vielleicht seltsam, aber ich glaube, einige Menschen spueren es eben, andere nicht. Und jeder unterschiedlich intensiv. Nun habe ich mir aber Gedanken gemacht, wie man dieses "Spueren" beschreiben soll. Eine einfache Zuordnung wie Auge = Sehen, Ohren = Hoeren scheint nicht zu funktionieren.

Mein Wissen ueber Strahlung sagt mir, es koennte eine Wahrnehmung ueber die Haut sein, allerdings koennte es auch der gesamte Koerper als Art "Resonanzmasse" sein, in dem die auftreffende Strahlung das Gewebe minimal beeinflusst, aber als Gesamtheit dann eben doch eine Wahrnehmung ausloest. Kann man da ein bestimmtes Sinnesorgan ausmachen? Andererseits ist die Haut ja auch ein sehr riesiges Organ, wieso sollte man zB Gewebemasse nicht auch zu einem erklaeren? Sinnesorgane sind eben nicht nur Augen, Nase, Zunge, Ohren. Eine weitere Frage waere: braeuchte der Mensch eine Strahlenwahrnehmung? Haette sie einen Nutzen? Gut, meine "Linie" wird sich nicht weiter vererben, denn ich habe nicht vor, mich fortzupflanzen ;) Aktuell streite ich mich lieber mit Herrn "Vater" herum, der die gesamte Zeit jammert, mir bei Antworten auf seine Fragen ins Wort faellt, grundsaetzlich nichts verstehen will, und auch so nichts wahrnimmt. Da sitze ich vollkommen durchnaesst hier und er fragt Ewigkeiten spaeter ohne eine geringe Ahnung, ob es draussen denn regnen wuerde. Im Wetterbericht habe man das vorhergesagt.

cn P