5.2.08
Obwohl der Bus wieder im Stau stand, kam ich um 10 Uhr an. Leider bekam ich keinen "richtigen" Platz mehr, da jetzt schon der gesamte Klassenraum ueberfuellt war. Dabei sollte die Klausur erst in 15 Minuten beginnen. Es stellte sich heraus, dass es bei Weitem nicht genug Tische und Stuehle gab. Stuehle konnte man noch heranschaffen, Tische nicht - so kam es, dass in der KLAUSUR an einem normalen 2-Personen-Tisch jeweils 4 Leute sassen (immer zwei gegenueber) und immernoch einige Leute ohne Tisch ihre Klausur auf ihrem Schoss schrieben. Abgesehen davon hatten wir auch wieder das "tolle" Heizungspfeifen... Aber was soll herauskommen, wenn man 70 Leute in einen Raum quetscht, der fuer gerade einmal 15-20 konzipiert ist. Zum Glueck hat der Prof es dann aber auch aufgegeben: er teilte die Boegen aus, die schon aeusserst simpel waren: von 30 Fragen sollten wir uns bloss 10 aussuchen und um zu bestehen, musste man bloss 5 loesen! Wobei er auch andeutete, dass er sich darum gar nicht so sehr kuemmern wuerde. Eigentlich woellte er JEDEN bestehen lassen, also sollten wir einfach irgendetwas schreiben, er sei sich sicher, ueberall irgendetwas Positives finden zu koennen...
Aber der Gipfel der Klausur war noch, als Herr Prof verkuendete, er koenne eh nicht so gut sehen und wenn wir so eng beieinander saessen, koenne sowieso jeder abschreiben, und er habe keine Lust, die ganze Stunde zu stehen - daher wuerde er nun in der Mensa Kaffee trinken gehen und am Stundenende zurueck kommen. Wir haben gestaunt, als er dann wirklich den Raum verlassen hatte, und dachten erst, das sei ein Scherz und gleich wuerde er wiederkommen. Als er dann aber nach einer Viertelstunde noch immer weg war, begannen die ersten, ihre Ordner und Buecher herauszukramen und gruppenweise die Klausuren zu loesen. Ich habe eigentlich nicht so recht mitgemacht, da ich sowieso fast alles allein loesen konnte. Zugegeben: zweimal habe ich auch bei Definitionen nachgefragt ;) Dem Prof war das alles ganz recht. Schliesslich war die Stunde um und der Prof zurueck. 16 Fragen hatte ich geloest, zu mehr hatte die Zeit nicht gereicht. Ich kann nicht garantieren, alle 16 100% richtig beantwortet zu haben, bestanden habe ich aber sehr sicher. Und so endete diese Klausur. Auch, wenn es absolut nicht das war, was ich mir von einer Klausur vorstelle: eine zu Unrecht bestandene Pruefung ist mir lieber als eine zu Unrecht nicht bestandene!
Auf jeden Fall war das auch wieder eine interessante Erfahrung. Schade, dass einem soetwas nicht in einem Fach passieren kann, von dem man keine Ahnung hat... Ich begab mich auf den Rueckweg. Umringt von Asis, dauerhaft auf "die Jugend" schimpfenden Rentnern und einem ekelhaften Geruch-Gemisch vom Wurstbrot bis zur Zigarette. Zwiebeln und verschiedene Parfuems - alles mit dabei. In R. wurde ich darauf aufmerksam, dass irgendwie kein Bus nach Plan fuhr. Dann hielt einer direkt vor dem Bahnhof... mit einer Panne. Was bedeutete, dass all die Leute aus diesem Bus sich nachher in dem, den ich nehmen musste, quetschten. Was absolut unangenehm war. Zumal wirklich jeder Idiot einem, obwohl man ganz normal dasitzt, im Vorbeigehen die Tasche gegen die Schulter rammt... Ohne jegliche Entschuldigung, natuerlich. Dazu kam ein unfaehiges Elternteil, das das Kind, das alle paar Minuten spasseshalber auf den Halteknopf drueckte, nicht ein einziges Mal ermahnte. Irgendetwas wollte ich noch loswerden, hab es aber schon wieder vergessen... ER kam etwas spaeter nach Hause. Muss morgen UND uebermorgen zum Arbeitsamt... Weil die es nicht schaffen, die Termine einfach zusammen zu legen, muss ER also 2x 4 Stunden durch die Gegend fahren, statt nur 1x. Und ich muss allein zur Uni und zurueck *re*
Es ist sowieso daemlich, dass dieses Arbeitsamt fuer uns zustaendig ist, nur, weil wir auf der "falschen" Seite der Stadtgrenze wohnen, und nicht das auf der anderen Seite der Grenze - das keine 10 Minuten entfernt waere. Immer ueber all die Doerfer zur naechsten grossen Kreisstadt fahren... Dasselbe Problem gab es hier uebrigens auch immer wieder mit Notaerzten. Das naechste Krankenhaus ist eigentlich auch kaum 15 Minuten und insgesamt nur wenige km entfernt. Nur wird man, wenn man von hier aus beim Notruf anruft, automatisch zum Kreiskrankenhaus weitergeleitet - das ist ueber 30(!)km entfernt! Nachdem neulich wohl schon die zweite Person daran gestorben ist, dass der Notarzt wegen so eines dummen Problems nicht mehr rechtzeitig ankam, wurde fuer diese Siedlung extra ein Service von irgendeinem netten Nachbar eingerichtet: wenn man ihn (der auf der anderen Seite der Grenze wohnt - die genau durch die Siedlung verlaeuft) anruft, leitet er einen an das nahe gelegene Krankenhaus bzw die dort ansaessige Zentrale weiter. Es ist schon unglaublich traurig, dass ueberhaupt Menschen an so einer daemlichen Fehlplanung leiden, ja, noch schlimmer: sogar sterben muessen.
Den Nachmittag aergerte ich mich - wie schon beschrieben - wieder mit der Frau Prof vom Referat herum und diskutierte lange mit der anderen Referentin, wie wir unsere Note retten koennten. Morgen will sie noch einmal woanders zur Bibliothek fahren, in der Hoffnung, dass sie dort das Buch bekommt. Wenigstens hat sie ein Auto... Finde ihre Arbeitsbereitschaft ja schon einmal sehr hilfreich. Mittlerweile hat sich uebrigens herausgestellt, dass es kein Wunder ist, dass wir das Buch in der Unibibliothek nicht gefunden haben, denn es wurde ausgeliehen! Daran hatten wir gar nicht gedacht, weil es IMMER heisst, diese Bibliothek sei eine "Praesenzbibliothek" und niemand duerfe dort auch nur ein einziges Buch ausleihen. Aber wenn man auf der Website den Katalog durchgeht und sich zahlreiche Fussnoten ansieht - erfaehrt man doch, dass dieses Buch als ausgeliehen markiert ist - und zwar bis zum 11.2.08. Ich habe das der Prof auch gleich gemailt, da sie mir ja nicht glauben will, dass das Buch nicht da ist - ich habe ihr den Link geschickt und meinte, sie kann es selbst ueberpruefen. Eine Antwort habe ich noch nicht bekommen, andererseits geht diese Frau, die meint, wir muessten tags, nachts und auch am Wochenende immer fuers Studium bereit sein, nur einmal taeglich online - wenn nicht nur alle paar Tage.
Bin mal gespannt, wann und ob und was sie antwortet. Ich muss ehrlich sagen: sie war mir immer etwas unsympathisch, aber seitdem sie uns heute wegen des fehlenden Buches eine 6 geben wollte und uns nicht glaubte, dass es nicht in der Bibliothek war, verabscheue ich sie richtig. Dummerweise muss ich bei ihr noch eine Hausarbeit schreiben, und die werden ja immer willkuerlich bewertet. Soll heissen: wenn die Frau mich wirklich nicht leiden kann, werde ich wohl durchfallen. Egal, wie gut oder schlecht der Aufsatz wird, ich werde auch diesen Kurs dann wohl ein Semester lang wiederholen muessen. Das ist mir an dieser Uni auch sehr zuwider. Von den Nachbarn toente wieder Bohrlaerm, und in der Werbung hoerte ich etwas von "Antimuedigkeitspigmenten". Wohl das daemlichste Werbewort, das ich seit Langem gehoert habe. Gibt es wirklich Menschen, die sich von soetwas beeindrucken lassen? Seitdem ich wieder in S. bin, werd ich vom Herrn "Vater" angemault. Daher werde ich auch bald wieder verschwin... Eben hat er mich wieder angejammert, ob ich nicht eine Banane essen wolle. Oder einen Joghurt. Ich (sowieso gerade dabei, Orangen hinunter zu wuergen, die mir schon zu viel waren!) habe gesagt, ich sei satt. Dann bekam ich den ueblichen idiotischen Satz zu hoeren: "Aber is doch gesund!"
Langsam k*tz ich hier. Wie soll ich je ein normales Gewicht haben, wenn ich alle paar Minuten irgendetwas essen soll?! Ich weiger mich immer, und werd dann angemault, und darauf habe ich eigentlich auch keine Lust. Wieso kann ich nicht in einer vollkommen "normalen" Familie leben, in der ich in Ruhe NICHTS essen muss und auch NICHT dafuer bloed angemacht werde?! So ess ich nichts, nehm auch nicht weiter zu, aber werd dafuer jeden Tag angeschnauzt. Bald rast ich hier aus... Und eben hat er auch wieder mit dem ueblichen Kluggesche*sse angefangen. Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal seine Klappe halten. Wird er aber nie tun. Da kann man wirklich nur warten, bis er irgendwann tot ist. Dann ist ENDLICH Ruhe! So lange heisst es: warten. Nicht, dass er mich vorher enterbt (was passieren wuerde, wenn ich vorher verschwinden wuerde), denn dann geht mir nicht nur sein angegeiztes Geld durch die Lappen, sondern auch die mehrere tausend Euro, die er mir, als ich minderjaehrig war, vom Konto geklaut hat. Ich habe jahrelang gespart... Alles Taschengeld, Geld von Verwandten, von Geburtstagen und Weihnachten, fuer Zeugnisse, von meiner Mutter, etc - kam alles immer aufs Sparbuch. Dafuer sollte ich, wenn ich erwachsen sei, meinen Fuehrerschein und ein Auto finanzieren, hiess es.
Dann kam es allerdings so, dass mein "Vater" ohne meine Erlaubnis (die war, als ich minderjaehrig war, naemlich nicht noetig) meine Sparbuecher, -konten, etc, aufgeloest und das Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. Seitdem habe ich nichts mehr, ich kann das Geld aber auch schlecht einklagen, da ich nicht beweisen kann, dass es mir gehoert und da ich mir ohne Geld natuerlich auch keinen Anwalt leisten koenne. Abgesehen davon wuerde ich, wuerde ich gegen meinen "Vater" klagen, sowieso enterbt werden, dann haette ich zum Schluss gar nichts mehr. Ich hoffe einfach nur, dass sich das alles revangiert, wenn er erst einmal tot ist. Dass ich das dann wenigstens zurueck habe. So lange halte ich meinentwegen aus und lebe von 3 Euro taeglich fuer alles, was ich brauche... Nicht, weil ich geldgierig waere, sondern weil ich einfach hoffe, mit einigen tausend Euro erst einmal eine Weile in Ruhe leben zu koennen. Vielleicht koennten WIR uns dann richtig eine Wohnung kaufen, muessten uns also nie mehr Sorgen machen, irgendwann die Miete nicht mehr zahlen zu koennen, ein Fuehrerschein und ein Auto waere auch wirklich nicht schlecht. Also eigentlich will ich das Geld nur, um UNSEREM Leben irgendwie Sicherheit zu geben. Denn aktuell - das Leben von der Hand in den Mund, monatliche Sorge, ob es fuer die Miete, fuers Essen, usw, reicht - das ist nicht wirklich schoen und in so einer Ungewissheit will ich nicht mein gesamtes Leben verbringen.
Daher waere ein Erbe schon nicht schlecht. Und jetzt darf ich mir wieder unglaublich hirnrissige Halbwahrheiten anhoeren. Da kann man wirklich nur den Kopf schuetteln. Ich glaubs nicht, wie hirnlos er jeden Scheiss, den er irgendwo gehoert (aber nicht einmal ganz verstanden) hat nachplappert und dabei weissmachen will, dass die Erde eine Scheibe sei und die Pinguine vom Mond stammen. Bildlich gesprochen. ES TUT WEH! So viel Dummheit... Wenn ich meinen Kopf fuer jeden dummen Satz einmal gegen den Tisch schlagen wuerde, waere ich schon vor 10 Jahren an einem vollkommen zertruemmerten Schaedel gestorben. Aber es tut immernoch weh... Es ist so eine "Mit-Peinlichkeit", die mich jedes Mal trifft, wenn ich mal wieder bewusst wahrnehme, von was fuer einem degenerierten Affen ich eigentlich abstammen soll. Am Liebsten woellte ich gar nicht akzeptieren, mit dem verwandt sein zu sollen. Ich hab Kopfschmerzen...
cn P

