Herrschaft vs. Volk
Interessant, dass viele Menschen, sobald sie glauben, sie stuenden an der Spitze eines Systems, und koennten Macht ausueben, sich benehmen, wie die reinsten Diktatoren. Eine Gruppe zu leiten oder ueber sie zu herrschen, sind aber zwei verschiedene Dinge. Vernuenftig zu leiten, finde ich sinnvoll, aber despotisch irgendwelche Regeln aufzustellen, nur, weil man es kann, ist weniger intelligent und sozial...
Nun koennte ich hoch politische Beispiele nennen, will aber zeigen, dass es auch im sehr Kleinen geht. Da hatte ich so ein tolles Erlebnis, nun gut, dann werden diese Leute eben sehen, dass auch Gegenaktionen im Kleinen funktionieren.
Bitte nehmt die Fakten einfach als solche hin, ihr koennt euch auch darueber aufregen, dass das doch alles vollkommen egal waere, aber ich wills trotzdem mal schreiben, ist schliesslich mein Tagebuch. Und zwar ist es so, dass ich mich online in/auf bestimmten Kunstgemeinschaften/-websites befinde, die zum Teil auch eine festere Thematik haben. So bin ich seit Kurzem in einer, die sich auf Menschendarstellungen beschraenkt hat, weil ich dachte, da koennte ich im Austausch mit anderen Leuten noch ein wenig meine Anatomiekorrektheit verbessern. Und dann gab es in den Gemeinschaftsregeln einen Paragraphen ueber mythologische Wesen, die menschenaehnlich seien. So seien neben normalen Menschen auch Engel und Elfen erlaubt, aber auch schon tieraehnlichere wie Centauren, Fauns, Meermenschen oder Schlangenmenschen. Also Menschen mit Pferde-, Ziegen-, Fisch- und Schlangen-Unterkoerper. Und dann kam ich mit dem Bild einer Harpye.
Und wurde promt verwarnt und mein Bild geloescht. Mit der Begruendung, Wesen mit befederten Beinen seien verboten. Ich habe gefragt, wieso Harpyen nicht als mythologische Kreaturen gelten und wieso ausgerechnet Vogelbeine verboten seien, aber nicht die von Saeugetieren oder sogar Fischen. Und wo der grosse Unterschied laege, ob man einen Menschen mit Fluegeln auf dem Ruecken, an den Armen oder an den Fuessen darstellt. Wieso das eine als menschenaehnlich gilt und das andere nicht, obwohl sonst keine Unterschiede bestehen. Eine Antwort auf diese immense Unlogik habe ich natuerlich nicht bekommen, stattdessen nur das uebliche "Wir sind die Moderation, wir muessen uns vor niemandem rechtfertigen und koennen tun und lassen, was wir wollen!".
Nun ist es so, dass sich viele Kuenstler durch solche willkuerlichen Regelungen verarscht vorkommen, das Thema Harpye ist nicht das gelaeufigste, aber es gibt etliche vergleichbare Faelle, wo vollkommen unsinnig und willkuerlich entschieden wird, was erlaubt und was verboten sei.
Und nun faengts an, interessant zu werden. Ich will mich nicht raechen. Ich will nur zeigen, dass eine Gemeinschaft nur funktioniert, wenn alle mitmachen. Und, dass das "Volk" Macht haben kann. Und ich will diese Moechtegerndiktatoren gern mal zum Nachdenken bringen... Ich habe, obwohl erst seit wenigen Wochen dort, schon eine Gemeinschaft von ca 50 Leuten um mich herum. Wenn ich davon nur 10 ueberzeugen koennte, zu gehen, und die wiederum jeder 10 ueberzeugen, sind schon 100 weg. Wenn von denen wieder nur ein paar noch mehr zum Fortgang ueberzeugen koennen, dann ist die Gallerie bald leer. Und was machen Herrscher, wenn sie nichts zur beherrschen haben?
Wenn die, die an der "Spitze" stehen, bloss haeufiger darueber nachdenken wuerden, dass ihr "Volk" nicht zum Beherrschen da ist, und dass Regeln hilfreich und nicht schaedlich sein sollen.
cn P

