Memoriae Ex Aeterna Nocte

30.09.2008 um 21:27 Uhr

30.9.08

Was gibt es heute sonst Neues?

ER hat letzte Nacht von einem Vogelpark getraeumt. Ich davon, von einem Graupapagei angefallen worden zu sein, der sich in meinem Hals ver"biss". Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass wir am vorigen Tag irgendetwas mit 'Gefluegel' zutun gehabt haetten... Auf jeden Fall hatte ich nach dem Erwachen noch seltsamste Halsschmerzen.

Auch sonst waren Morgen und Vormittag nicht angenehm. Ganze 5(!)mal hat es an der Tuer geklingelt :/ 4x war es Werbung. Das letzte(?) Mal der Paketdienst. Mit einem Paeckchen aus Japan voller Kindheitserinnerungen =)

Daifuku und paar Packungen Pockies fuer lau. Pockies laufen in Europa unter dem Namen "Mikado" und gibts weltweit in ueber 50 verschiedenen Geschmackssorten, regional unterschiedlich. Die meisten in Asien. In Thailand gabs ne Menge... In Deutschland nur langweilige zwei Sorten: Vollmilch und Zartbitter :/ Sogar Frankreich hat 8 verschiedene. Ein Staebchen Erdbeer hab ich heute schon probiert. Schmeckt tatsaechlich noch genau wie vor 16 Jahren. Die anderen Sachen teile ich mir ueber die naechsten Monate ein; normalerweise esse ich nicht so viel Suesses.

Und, mal wieder, Plaene fuer die naechste Zeit ;)
- Post wegbringen
- ab Morgen: Kurse waehlen :/
- Auftragszeichnung fertig bekommen
- Wettbewerbsbeitrag bis Ende Oktober
- Hausarbeit schreiben, bis naechste Woche DI oder MI (sollte morgen oder DO anfangen)

Und wieder eine Erkenntnis: "Normale Menschen" gehen Beziehungen auf gut Glueck ein, nach dem Motto "Vielleicht klappts, vielleicht nicht" O_o Ich dachte, man geht Beziehungen ein, weil man jemanden liebt, und dann sollte man sich doch auch bemuehen, etwas fuer die Beziehung zu tun, oder nicht (ich meine einfaches Bemuehen, keine Verbissenheit, das nur mal nebenbei)? Wer mit so einer "ich mach nichts und es soll trotzdem klappen"-Einstellung dran geht und danach heult, weils nichts geworden ist, ist meiner Meinung nach selbst Schuld... Aber es ist ihr Leben und nicht meins, so sollen sie ruhig machen, was sie wollen, so lange sie danach nicht direkt mich mit ihrem Geheule belaestigen (ich helfe Menschen gerne, wenn sie mit Problemen zu mir kommen, aber bitte nicht mit solchen, die sie mit ihrer eigenen Faulheit verschuldet haben).

cn P

30.09.2008 um 20:59 Uhr

Medien - juhu

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Medien, Politik, Gesellschaft, Erinnerung, TV

Fuer Frau Argh und andere Leser, die ein wenig etwas mit Computerspielen am Hut haben, einige Auszuege aus aktuellen Zeitungsartikeln:

"Der bayrische Innenminister fordert Haft- und Geldstrafen für die Herstellung und die Verbreitung von Gewalt beinhaltenden Spielen."

(Und als naechstes ab in den Knast mit den boesen Schachvereinen, komplett!)

"Als Gewalt beinhaltend gelten hierbei nicht nur die so genannten 'Shooter'-Spiele, sondern auch strategische Kriegsspiele, Prügel-, Action- und (...), also jegliche Art von Spielen, in denen Gewalt gegen menschliche oder menschenähnliche Figuren thematisiert wird."

(Wenn wir alles verbieten, worin Gewalt thematisiert wird, gibts nicht einmal mehr krimiartige Raetselspiele, in denen man Morde aufklaert... Ausserdem sollte man, wenn man schon alles verbieten will, so konsequent sein, und virtuelle Gewalt gegen Tiere mit verbieten *huestel*)

"Ich halte den derzeitigen Jugendschutz bei Computerspielen für völlig unzureichend"... weiter wird erklaert, dass man die Spiele insgesamt verbieten solle, da der Einzelhandel die Ausweiskontrollen zu lasch durchfuehren wuerde

(Und wann kommt man auf die Idee, Alkohol komplett zu verbieten, nur, weil einige Laeden den auch an Minderjaehrige verkaufen? Nie, denn Alkohol ist zu etabliert!)

"ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele im Strafgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder einer empfindlichen Geldstrafe"

(Wie gesagt, so schoen sollten sie sich mal um Straftaten im realen Leben kuemmern...)

"'Solche Spiele gehören weder in Kinder- noch in Erwachsenenhände', so der Minister."

(Und mit welchem Recht verbietet man Erwachsenen, etwas am heimischen Pc zu tun, was keinem realen Menschen schadet?)

"Eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen droht durch sinkende schulische Leistungen für unsere Gesellschaft verloren zu gehen"

(Ich habe frueher gespielt und hatte damals noch bessere Leistungen als heute, wuerde ich mal sagen; aber abgesehen davon, generell glaube ich nicht wirklich an eine Verdummung, bedenke ich, dass ich eine Klasse ueberspringen sollte und schliesslich mein Abitur mit 2,3 bestanden habe - jedenfalls begegne ich taeglich weitaus duemmeren und auch weniger gebildeten Menschen, und der Grossteil dieser spielt NICHT am Computer)

"Dabei zog er Parallelen zu Strafbeständen wie Kinderpornographie und Nazi-Propaganda"

(So muss das sein *zyn*)

"Auch der bayrische Philologenverband befürwortet Verbot von 'Killerspielen' und verkündet in einer Pressemitteilung: '(...) Schätzungen zufolge werden alleine mit dem beliebten wie aufgrund seiner Brutalität berüchtigten Marktführer World of Warcraft jährlich rund eine Milliarde Dollar Umsatz erzielt."

(WOW fuer Gewalt beruechtigt? Helau!)

Am Besten wir machens wie RTL2, wo Serien fuer Jugendliche, die anderswo zwischen 12 und 16 Jahren freigegeben sind, "kindgerecht" aufbereitet werden, damit man sie am fruehen Nachmittag senden kann... "Kindgerecht bearbeitet" bedeutet in dem Fall den Herausschnitt jeder als negativ begriffener Situation, vom Schnitt in den Finger bis zum "Aua!" beim Ausrutschen, und wenn Oma stirbt, dann stirbt sie dort auch nicht, sondern ist bloss "auf eine laengere Reise gegangen". ;) Wie waers mit einem "Terminator, Kinderprogrammversion" oder "Der Soldat James Ryan, Kinderprogrammversion"? Und schon ist alles Friede-Freude-Eierkuchen. Nur ob es der wirklichen Intention des Filmes gerecht wird, ist eher fraglich...

*kopfschuettel* Statt einfach alles dann original zu senden, wo es hinpasst...

Aber, abschliessend auf die ganze Sache mit den PC-Spielen bezogen... Wenn es einfach wirklich so waere, dass bestimmte Spiele ab 18 verkauft werden, und man sich auch daran haelt, sehe ich gar keinen Grund fuer irgendwelche Verbote. Denn 1. spielen Millionen von erwachsenen Menschen ohne auszurasten, und 2. sollte ein erwachsener Mensch selbst entscheiden duerfen, was er am Computer spielt, da es, ausser ihm selbst, niemanden tangiert, also, genau betrachtet, auch niemandem schadet. Da sollte sich also niemand einmischen.

Dass natuerlich Kinder schaden nehmen KOENNEN (das MUSS auch nicht sein), steht ausser Frage, aber das Problem sollte ja eigentlich schon durch besagte Altersbeschraenkungen geloest sein, denn durch diese koennen Kinder gar nicht an diese Spiele gelangen. 

cn P

30.09.2008 um 17:14 Uhr

Spam-Attacke

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Blog

Koennte Herr Blogigo vielleicht etwas gegen die aktuelle Spam-Attacke hier auf der Plattform tun? Man beachte die "aktuellsten Eintraege". Danke.

cn P 

29.09.2008 um 13:23 Uhr

29.9.08

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Postcrossing, Gesellschaft, Liebe, Reisen, Natur

Es gibt so Momente, in denen fuehlt man sich einfach nur - entschuldigung - verarscht. Ihr kennt doch sicher noch die Frau, die Postcrossing eine zeitlang sehr unangenehm machte... Indem sie nur haessliche Werbekarten versendete und meinte, sonst haette sie nichts. Die, die sich nicht einmal halbwegs danach richtete, was man denn gern erhalten woellte, sondern bloss ihren Muell versand, im Gegenzug aber moeglichst aufwendige, teure Karten erhalten wollte.
click 1
click 2
Also die Frau...

Nun kommts aber noch besser. Diese Frau hat sich jetzt im Forum angemeldet. Das bemerkte ich daran, dass ich, ohne Vorwarnung, heute zwei private Nachrichten (eigentlich nur eine, aber doppelt versendet) erhalten habe, eben von dieser Frau. Mit den Links auf zwei grottenhaessliche Spruchkarten und die Frage, ob ich die gern mit ihr tauschen woellte. Hallo?! Ich HASSE Spruchkarten und das steht auch in meinem Profil, ich frag mich, wie die darauf kommt, ich woellte sowas tauschen?! Aber das war noch nicht der Gipfel.

Der Gipfel war, dass ich ja nun den Link zu den Fotogalerien der Frau hatte, wo die Karten, die sie anbietet, zu sehen sind... DA hoerte der Spass aber auf! Was habe ich seit Ewigkeiten als Wuensche in meinem Profil stehen? Engel, antike Skulpturen, Ruinen, Winterlandschaften, Landschaften mit Sonnenauf- oder -untergang, Friedhoefe, alte Gebaeude, Spitze (die Hunderasse), gewoehnliche Ansichtskarten und dann noch einige andere Dinge. ABER - all das, was ich eben direkt aufgezaehlt habe, hat diese Frau eigentlich im Angebot!!! Ich frag mich nur, wieso die mir damals nichts davon, sondern bloss eine haessliche Werbekarte gesendet hat?! Da fuehlt man sich doch nur noch verarscht. Auch, wenn sie schoene Karten hat, mit der tausche ich nix...

Da kann man sich irgendwie nur an den Kopf fassen. Oder bin ich irgendwie "krank", weil ICH den Leuten, deren Adressen ich ziehe, (sofern moeglich) immer etwas schicke, was auch auf der Wunschliste von ihnen steht?

...

Ansonsten hab ich gestern mal wieder deutlich festgestellt, dass ich gar nicht nachvollziehen kann, worueber sich viele "normale Menschen" Gedanken machen. Dinge wie Koerpergroessen, welcher von den Zehen pro Fuss am laengsten ist, oder einfach, was "die Anderen" denken... Das sind zum Teil Dinge, ueber die habe ich nie nachgedacht, geschweige denn habe ich sie je als Problem gesehen! Andere Leute zerbrechen sich die Koepfe drueber und machen riesige Katastrophen draus. Andererseits lese ich auch keine hirnlosen Klatschmagazine, die solche "Probleme" in Form von "Normen" ("der 1. Zeh MUSS der groesste sein", "als Frau MUSS man mindestens 1,70 gross sein", etc) schaffen... Da gibts auch noch den "schoenen" Spruch: "Wer keine wahren Probleme hat, schafft sich welche aus Banalitaeten" - und letztendlich ist es nicht mein Problem, wenn andere Leute sich ueber Nichtigkeiten aufregen... Wenngleich sie mir ja irgendwie Leid tun und ich ihnen gern die Augen oeffnen wuerde, dass sie ihre "Probleme" nicht haben muessten... Davon abzukommen, muss ich noch lernen.

Abgesehen davon finde ichs immer wieder merkwuerdig, wenn ich etwas ueber Paarbeziehungen "normaler Menschen" lese. Da fuehlt man sich gleich noch ausserirdischer. Da liest man, dass es normal sei, sich zwingend einen Abend pro Woche nur fuer den Partner zu nehmen. EINEN ABEND?! WIR verbringen jeden Tag miteinander. Und das gluecklich. Natuerlich hat jeder ein anderes Beduerfnis, mit seinem Partner Zeit zu verbringen, aber wenn man sich schon zwingen(!) muss, wenigstens einen Abend mit dem Partner zusammen zu sein, wozu fuehrt man die Beziehung dann? Wenn man jemanden liebt, aus diesem Grund eine Beziehung eingeht, dann will man doch wohl freiwillig Zeit mit dem Partner verbringen, oder nicht? Ich dachte, heute waere man emanzipiert genug, nicht nur einen laufenden Geldbeutel im anderen Menschen zu sehen oder aus irgendwelchen Konventionen eine Beziehung einzugehen, sondern tut das, weil man es MOECHTE, weil man beim Partner sein MOECHTE. Eine Ausnahme ist natuerlich, falls man aus irgendwelchen Gruenden gezwungen ist, einander nur selten zu sehen, aufgrund einer grossen geografischen Distanz zwischen den Wohnorten, o.ae. Aber das ist fuer mich eher ein "Ausnahmezustand", der irgendwann enden soll.

Genauso seltsam finde ich die Aussage, dass glueckliche Paare einmal pro Woche richtig miteinander lachen koennen muessten. Das klingt fuer mich nach dem Ungluecklichsten ueberhaupt... Ich lache mit IHM mindestens einmal pro Tag richtig, meist haeufiger... Das sogar mal trotz Depressionen - es gibt immer irgendeinen Moment, der einfach dermaszen belustigend ist, dass man drueber lacht. Wenn auch nur kurz und wenn die niedergeschlagene Stimmung danach gleich wieder einbricht. Aber fuer den Moment lacht man. Und das doch nicht nur einmal pro Woche...

Generell sind mir zwischenmenschliche "normale" Beziehungen immer suspekter. Auch, weil "normale Paare" im Durchschnitt ganze 5 Minuten pro Tag miteinander reden. Selbst, als WIR noch gut 600km voneinander entfernt lebten, haben wir per Email oder Telefon haeufiger und laenger miteinander kommuniziert! Aber das ist ein anderes Thema... Bleiben wir einfach dabei: Ich verstehe die "normale" Welt nicht.

...

Und gerade muss ich wieder daran zurueckdenken, wie WIR uns in Paris unglaeubig ansahen, als wir hoerten, dass die Voegel (Tauben, Spatzen, etc) dort ganz andere Geraeusche machen, als hier in B. O_o Ich kann mir das auch nicht logisch erklaeren, weil Tauben ja eigentlich immer gleich gurren muessten (im Gegensatz zu Voegeln, die Melodien aus der Umwelt nachahmen), aber irgendwie war das nicht so...

cn P

28.09.2008 um 19:20 Uhr

28.9.08

Obiges Bild ist noch eins von Pere Lachaise. Wo uebrigens auch sehr viele Auslaender (also in dem Fall Nicht-Franzosen) liegen. Auch sehr viele Personen mit deutsch klingendem Namen.

1. Manchmal ist die Evolution fassbarer, als mans glauben mag... Beispielweise das nachaeffende Verhalten vieler Menschen. Wie oft hab ich erlebt, was ich auch gestern erlebte: Man macht etwas, andere sehens, und machen sofort nach. Gestern kam es gehaeuft vor. In Blumenladen: Ich - "Guck mal, eine Mimose! *leicht auf ein blatt drueck*" Kaum war ich weg, kamen vier(!) Personen, die dem zugesehen hatten, und drueckten auf den Pflanzen herum. Am Soldatenfriedhof: "Guck mal hier, eine Kellertuer..." Und schon liefen gleich mehrere Menschen hin, um sie sich anzusehen, die vorher achtlos daran vorbei gegangen waren. Das passiert hier irgendwie taeglich. Ich fuehle mich immer wieder wie unter Blinden. Aber gut, wenn ihre Augen geoeffnet werden und sie schliesslich doch irgendetwas erkennen...

2. Bei meinem "Vater" war neulich ein Vogel durch das Fenster gekommen und verbrachte ueber einen Tag in der Wohnung, auf der Gardinenstange und auf der Heizung. Mein "Vater" aeusserte gestern grosses Bemuehen, das Tier nicht zu erschrecken und nicht zu verletzen (worueber viele Menschen leider gar nicht nachdenken, umso verwunderlicher, dass er sich darueber Gedanken gemacht hat), jedenfalls ist der Vogel mittlerweile wieder von alleine raus geflogen. Was es genau fuer eine Art war, weiss keiner. Ich habe schon in einige Buecher gesehen, aber zu der Beschreibung finde ich nichts.

3. Ich hatte jetzt schon die zweite Nacht in Folge einen "leichten Alptraum", also diese Art von unangenehmen Traum, die einen nicht voellig verschreckt und aus dem man auch nicht in Panik erwacht, sondern sich einfach nur im Nachhinein unwohl fuehlt. Das habe ich haeufiger. "Richtig schlimme" Alptraeume hingegen laenger nicht mehr.

4. Meine "tolle" Uni hat eine neue Onlineplattform zur Anmeldung der Kurse. Einfacher solls angeblich geworden sein - Ist es NICHT! Es ist das reinste grausige Chaos und dermaszen kontraproduktiv und zeitverschwendend! Frueher gab es eine Seite, auf der oben die Kurse gelistet waren und da drunter die Details (Zensuren, etc) standen - eine lange Seite mit allen Kursen. Jetzt gibts nur noch die kurze Liste und die Details oeffnen sich nur fuer den jeweils angeklickten (einzelnen) Kurs in einem Pop-up :/ Das heisst, wenn man die Kurse auf neue Eintragungen pruefen will, muss man alles einzeln durchklicken und sieht nicht mehr auf einen Blick, wo es etwas Neues gibt. Ausserdem hat diese Website immer dermaszen lange Ladezeiten, dass man auf eine kleine Seite bis zu 5 Minuten(!) wartet... Wenn man jetzt 6 Kurse pro Semester hat und die alle einzeln klicken muss - was man in der halben Stunde sonst so alles erledigen koennte! *seufz*

5. Es gibt etwas, was mir ein wenig suspekt ist. Und zwar erwachsene Menschen, die sich fuer sehr klug halten, aber nicht einmal die Grundlagen der deutschen Rechtschreibung (alte oder neue, ist mir dabei sogar gleichgueltig) beherrschen - und zwar, obwohl sie damit ihr Geld verdienen! Tut mir Leid, aber ich wuerd mir weder eine Website designen noch ein Prospekt o.ae. erstellen lassen, von jemandem, bei dem ich befuerchten muss, dass auf alle 15 Worte ein Rechtschreibfehler kommt. Ich frage mich, wie solche Firmen ueberhaupt ueberleben koennen... Scheinbar nur, weil sehr viele Leute von Rechtschreibung keine Ahnung haben und die Fehler daher nicht auffallen...

6. Ich verkuende hiermit offiziell, mich mit asiatischen Nahrungsmitteln ueberfressen zu haben. Meine eigene Schuld, jetzt Bauchschmerzen zu haben... Normalerweise gehoere ich zu den Menschen, die, wenn es im Restaurant zu einem Gericht einen kleinen Salat als Vorspeise dazu gibt, schon beim Salat satt sind, und sich dann bemuehen muessen, das eigentlich bestellte Gericht noch runter zu bekommen. Wie kam ich bloss dazu, heute noch eine Nachspeise dazu zu bestellen... Aber gut wars. Auch, wenn es Sauerscharfsuppe unangekuendigt dazu gab, die jetzt im Kuehlschrank steht. Vielleicht mach ich sie mir morgen wieder warm... Wenn ich bis dahin wieder Platz im Magen habe. *wuergs*

cn P

 

27.09.2008 um 22:57 Uhr

27.9.08

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Gesellschaft, Friedhof, Reisen, Studium, Familie, Fotografie

Ich habe heute mal wieder die Innenstadt von B. erlebt und mag Paris jetzt doch mehr... *re* Das Gepoebel hier ist wirklich unertraeglich, und die ganzen Asis, die grueppchenweise mit Schnapsflaschen herumlungern, dann noch der ganze Rauch- und Parfuemgestank... Der Dreck... Paris war, bis auf den Gestank und die gammeligen Haeuser, und einige Kriminelle, wirklich angenehmer...

Ich muss noch meine letzte Hausarbeit schreiben, dazu muss ich zwei bestimmte Soldatenfriedhoefe besuchen. Dabei sollte ich aber nicht nur das Denkmal an sich betrachten, sondern auch die gesamte Umgebung, die Infrastruktur, wie viele Baenke es gibt, Treppenstufen, Muelleimer *huestel* Ich finde es ein wenig uebertrieben, aber wenn Herr Prof meint... Beim ersten waren wir heute Mittag, was auch in Ordnung war. Abgesehen von den vielen Touristen, die meinten, dort auf dem Friedhof herumschreien und mit ihrem Hund ueber die Denkmaeler klettern zu muessen.

Dann war da aber noch das zweite ;/ Wieso hat mir kein Mensch gesagt, dass genau dort heute eine Grossveranstaltung stattfand?! Alles war abgesperrt, man musste erst eine Ewigkeit warten, bis eine Schleuse geoeffnet wurde, und man durch konnte. Der Friedhof an sich ist schoen, war aber heute eine Zone des Grauens: Leute sind mit dem Fahrrad drueber gebrettert, mit dem Hund dort spazieren gegangen, schreiende Kinder gabs auch etliche, und viele meinten, sich dort hinsetzen zu muessen, um die Veranstaltung, die genau vor dem Friedhof verlief (inklusive viel Geschrei, Gejubel und lauten Lautsprecherboxen mit Techno-"Musik") besser ansehen zu koennen. Von Ruhe keine Spur auf diesem Friedhof. Auch wegen der genau ueber dem Friedhof stehenden Helikopter :/ Ausserdem stehen vor dem Denkmal zwei Panzer, und es ist ja sooo lustig, kleine Kinder drauf zu setzen, um Fotos zu machen *zyn* Bedenkt man, dass dort mehrere tausend Menschen begraben liegen, war das alles ziemlich respektlos, hat aber anscheinend niemanden interessiert. Und dann gabs noch ein Problem, wieder raus zu kommen, weil man da auch erst warten musste, bis die Absperrungen wieder geoeffnet wurden. Ich weiss schon, wieso ich Grossveranstaltungen nicht leiden kann... Besoffene Menschenhorden inklusive.

Erst viel zu spaet war ich in R. Mein "Vater" war sehr nett und hatte auch Freude an meinen Fotos. Wahrscheinlich zahlt er mir meine naechste Reise auch. Aber erst ab naechstem Fruehjahr, da es im Winter zu kalt waere. Ich haette an Oesterreich, Daenemark oder Finnland gedacht. Es ist schoen, jemanden, der sonst immer unfreundlich und aggressiv war, so freundlich zu erleben. Ich hoffe doch, es bleibt so. Alle Fotos hatte er sich noch nicht angesehen, bis ich wieder gegangen war, aber es war schon spaet und ich wollte noch einen der Busse, die im 10-Minuten-Takt fahren, erwischen. Also habe ich ihm erst einmal die CD da gelassen. Soll dann demnaechst mal wieder anrufen. Bin danach mit IHM noch schnell Getraenke fuers Wochenende besorgen gegangen und danach - nach laengerer Wartezeit auf den Bus, da einer ausfiel *seufz* - nach Hause. Und jetzt ist tatsaechlich schon fast 11 und ich hab noch so viel zu tun...

cn P

26.09.2008 um 12:46 Uhr

26.9.08

Ich bin heute weinend aufgewacht, weil ich getraeumt hatte, gestorben zu sein, und dann sah, wie selbst mein "Vater" um mich trauerte. Ich weiss nicht, ob ich das in der Realitaet erwarten kann, aber zumindest im Traum war es irgendwie ruehrend. Ansonsten hat ER natuerlich noch getrauert, das war zu erwarten, ansonsten hat es, sofern ich weiss, keiner ueberhaupt erfahren. Wie im echten Leben. Meine "Mutter" meldet sich hier auch nur selten mal per Email, und wenn ich nicht zurueck schreiben wuerde, wuerde wohl auch nichts geschehen.

Eigentlich war ich heute Morgen ja schon sehr frueh mal wach, da ging gerade die Sonne auf. Aber ich hatte keine Lust, zum Fotografieren raus zu gehen.

Heute Nachmittag fahre ich zu meinem "Vater" und zeige ihm einige (160) Fotos vom Urlaub. Habe aussortiert, was ihm nicht gefallen koennte bzw was ihn wahrscheinlich nicht interessiert. Zum Beispiel ueber 1000 Friedhofsfotos ;) Da hab ich nur paar sehr aussergewoehnliche drin gelassen.

Eigentlich wollte ich heute ja in die Stadt fahren und Fotos fuer meine letzte Hausarbeit machen, ER fuehlte sich aber nicht zu gut und allein fahren wollte ich auch nicht. Also mache ich das irgendwann anders. Hab leider keine zwei Wochen mehr, bis die Arbeit abgegeben sein muss ;/ Weiss nicht, ob ich das schaffe. Ist auch ein zu beklopptes Thema, da findet man kaum Literatur. Ausserdem hat der Dozent an ALLEM etwas zu jammern.

Also, Plan fuer die naechste Zeit ;)
- Hausarbeit schreiben
- Kurse fuer 5. Semester waehlen
- eine Auftragszeichnung beenden
- einen Wettbewerbsbeitrag in 3D herstellen
- Post wegbringen

Selbst letzteres ist mittlerweile kompliziert ;) An den Rest will ich kaum denken... Wuerde nach dem Urlaub gern bis zum Semesterbeginn nur noch schlafen, aber das Leben muss weitergehen, inklusiver aller Arbeit.

Mehr Fotos von der Reise werde ich demnaechst online stellen, in meinem Foto-Blog.

cn P

P.S.: Ist es nicht eigentlich praktisch, dass wirklich dumme Menschen sich ueber die groessten Nichtigkeiten aufregen? Denn cholerisches Verhalten geht auf den Kreislauf. Die Dummheit wird zwar nie aussterben, weil es mehr Dumme als Kluge gibt und sich Dumme mindestens genauso oft fortpflanzen, wie Kluge - aber so bleibt der Wert wenigstens relativ konstant und steigt nicht uebermaessig an ;) Ideal betrachtet. Wobei man jetzt natuerlich auch noch damit beginnen koennte, dass Kluge sich doch weniger fortpflanzen, weil sie erst einmal eine halbe Ewigkeit studieren und dann im Beruf taetig sind, bevor es vielleicht doch mal Nachwuchs gibt - wenn dann noch die Moeglichkeit besteht. Aber man sollte das alles nicht zu ernst nehmen (allein schon, weil "dumm" und "klug" nicht so einfach definierbar ist) - bisschen Humor kann nicht schaden, auch bei Betrachtung meiner Beitraege. Dazu gehoert aber auch wieder Intelligenz - wie gesagt - bisschen Gelassenheit und nicht gleich wegen irgendwelcher Aussagen aus der Haut fahren. ;)

24.09.2008 um 19:17 Uhr

Pariser Katakomben, Gebeintrakt

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder

Ich habe schon einmal ueber meinen Besuch in den Katakomben geschrieben, hier nachzulesen: HIER KLICKEN .

Moralische Diskussionen koennen wir dort fuehren. Tatsache ist, ich moechte aus bestimmten Gruenden niemandem gegen seinen Willen zumuten, sich menschliche Knochen anzusehen. Schliesslich kommt man auch nicht zufaellig in die Katakomben und in medizinische Kabinette. Wer die Bilder also sehen moechte, klicke folgende Links an.

Ich habe natuerlich auch noch Fotos von den uebrigen Dingen in den Katakomben, die nichts mit menschlichen Ueberresten zutun haben. Die werde ich wieder offen hier zeigen, habe sie aber noch nicht fertig bearbeitet; wird demnaechst folgen. Die Bearbeitung ist muehsam, denn alle Aufnahmen wurden in grosser Dunkelheit gemacht.

~*~

Betrachten auf eigene Verantwortung!

1. Eine Wand aus Gebeinen; wenn man durch den Gebeintrakt der Katakomben geht, befinden sich ueber etliche Meter links und rechts von einem zahlreiche solcher Stapel.

click

2. Die Gebeinstapel tragen Schilder, die besagen, woher die Knochen stammen, von welchem Friedhof und aus welchem Zeitraum. Hier ein Beispiel:

"Ossements de l'ancient cimitiere St. Nicolas des Champs deposes de 1843 a 1846 dans l'ossuaire de l'ouest et transferes dans les catacombes en 7 May 1859"

("Gebeine vom alten Friedhof St. Nikolaus von Champs, von 1843 bis 1846 im Gebeinhaus des Westens untergebracht, in die Katakomben verlegt am 7. Mai 1859.")

click

3. Einige Knochen

click

4. Ein Schaedel

click

5. Zwei beschaedigte Schaedel in einer Wand

click

6. Ein Beckenknochen von einem Kind?

click

7 Millionen Tote sind in den Katakomben bestattet.

cn P

24.09.2008 um 13:41 Uhr

Blick aus dem Hotelfenster

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Reisen, Fotografie

Absolut nicht ueberragend. Haette man auch in Kreuzberg leben koennen. Aber ich wollte es euch nicht vorenthalten.

Wirklich schoene Fotos von der Reise gibt es hier zu sehen: HIER KLICKEN .

cn P 

23.09.2008 um 18:12 Uhr

Amoklauf in Finnland, II

Ach wie toll. Der Amoklaeufer soll "Heavy-Metal-Bands wie Wumpscut" gehoert haben. Abgesehen davon, dass das keine Metal-Band ist... Der Mensch hatte einen legal erworbenen Waffenschein. Ist das nicht vielleicht wichtiger zu bedenken, als ob "Heavy Metal" gewalttaetig macht? Ach ja, stimmt, die Medien bedenken das gar nicht, sie stellen gleich als "Fakt" auf: "Heavy Metal = krank, pervers, macht gewalttaetig".

Und die Polizei bekommt vorgeworfen, weil der Mann auf Videos mit einer Waffe zu sehen war, und sie ihn trotzdem nicht gleich eingesperrt haben. Ich dachte bisher, das sei nicht strafbar, auf Fotos mit Waffe zu sehen zu sein. Sonst sollte ich meine Bildchen mit Schwert auf MA-Veranstaltungen oder mit Luftgewehr aufm Jahrmarkt zur Sicherheit wohl auch verbrennen, sonst kommt noch die Polizei *augenverdreh*

Ich habe das Youtube-Profil des Mannes gefunden. Mit Nickname, Vor- und Nachnamen. Nein, ich werde sie nicht nennen. Der Mann war 22. Er zitiert ein Anti-Kriegs-Lied, was ihm von den Medien sogar vorgeworfen wird... Sie scheinen es nicht zu verstehen:

"And there suddenly was war
(...)
and the mothers they screamed
For revenge and reprisals for another war"

["Und ploetzlich war Krieg
(...)
und die Muetter, sie riefen
zu Rache und Vergeltung, zu einem weiteren Krieg"]

Was ist das bitteschoen, wenn nicht ANTI-kriegerisch?!

Ausser Videos von sich mit Waffen hatte der Mann aber nichts online. Favorisiert wurden Musikvideos von Gothic- und Industrialbands, u.a. Rammstein. Bevor sein Profil gestellt wurde, wurde er mit beschimpfenden Kommentaren bombardiert. Ein 27-jaehriger Finne beklagt sich, dass er seinen Freund umgebracht habe. Man muss sehr schnell festgestellt haben, wer er war...

Ich ueberlege bloss, was ihn zur Tat gebracht haben koennte. Vielleicht findet man was. Bei frueheren Amoklaeufen hat man ja haeufiger Blogs o.ae. gefunden, wo die Taeter ueber Monate ueber Gewalt, Depressionen und Ignoranz klagten.

Er war 22, ehemaliger Schueler an der Schule, wo er Amok lief, lernte was im Hotel- und Gaststaettengewerbe, erschoss mindestens 10 Menschen, starb im Krankenhaus nach einigen Stunden selbst. Gestern war die Polizei bei ihm wegen der Videos zuhause und hat ihn verhoert. Hat er Angst bekommen?

Mein Beileid den Opfern und ihren Angehoerigen.

cn P

23.09.2008 um 15:50 Uhr

Paris, Tag 6

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Reisen, Friedhof, Gesellschaft, Stress, Schlaflosigkeit, Sprache

Tag 6:

Um das Gepaeck nicht zu lange am Hals zu haben, haben wir das Hotel erst kurz vor 11 Uhr verlassen. Durften die Koffer dann an der Rezeption lassen... War zwar bloed, da der Bahnhof am anderen Ende der Stadt lag und wir so 2 Stunden hin und her fahren muessten, aber Alternativen gab es nicht. Danach gings gleich aufn Friedhof, den Rest ansehen. Und danach Zeit absitzen. Weiter weg zu fahren, lohnte sich nicht mehr, aber direkt die Koffer zu holen, dazu war es auch zu frueh. Also sind wir noch zu einigen Statuen gelaufen, die wir besonders interessant fanden und haben noch ein paar Filmaufnahmen gemacht, bis die Akkus leer waren. Werd demnaechst auch mal einen Zusammenschnitt machen und online stellen. Wann, weiss ich noch nicht, hab noch ne Menge zutun und die Koffer sind immernoch nicht komplett ausgeraeumt ;/ Jetzt habe ich also 3 Tage von einer 6-Tage-Reise fast nur aufm Friedhof verbracht. Ich wuerde sagen, gelohnt hat sichs trotzdem, der Friedhof war irgendwie das Beeindruckendste der gesamten Reise. Werd noch lange dran zurueck denken und die Fotos reichen auch paar Jahre ;)

Schon irgendwie zu frueh fuhren wir das Gepaeck holen und dann zum Busbahnhof. Da war noch einmal grosses Chaos ;/ In B. war es einfach und logisch gewesen: Der Bus steht da, man laed sein Gepaeck ein, zeigt beim Einstieg die Fahrkarte, und dann sitzt man drin und wartet auf die Abfahrt. Hier war es anders... Wir warteten Ewigkeiten in der dreckigen Halle und kein Bus war zu sehen. Wir erwarteten den deutschen Bus aus B., da wir bei der Gesellschaft gebucht hatten und auch die Fahrkarten von denen waren. Irgendwann tauchte dann ein polnischer Bus auf und der Fahrer stieg aus und fragte mit gebrochenem Deutsch, ob wir nach B. woellten. Dann wollte er die Karte sehen - wir bekamen dann erst mitgeteilt, dass man diese Karte wohl im Untergeschoss des Bahnhofs an einem Schalter gegen eine bahnhofsinterne Karte tauschen muss, mit der man dann erst die Busse betreten darf ;/ Und an dem Schalter stand eine sehr lange Schlange... ;/ Etwa eine halbe Stunde standen wir herum, dann bekamen wir unsere Karten getauscht und zudem zwei Kofferaufkleber. Das Gepaeck kostete hier keine Extra-Gebuehr, in B. musste man 1,50 EUR pro Stueck zahlen. Die Kofferkleber hatten den Fahrer nicht interessiert, er hat einfach die Sachen eingeladen und nach Abgabe des Fahrttickets durften wir in den Bus. Die Sitze liessen sich nicht wirklich weit nach hinten klappen (gerade verglichen mit dem Bus, mit dem wir hergefahren waren), na danke ;/ Ansonsten wars in Ordnung, auch relativ geraeumig.

Nur die Mitfahrer waren absolut ekelhaft, allen voran zwei dauerhaft nur herummaulende Ommas... Das war echt unglaublich. Die eine beschwerte sich nach kurzer Zeit, dass man ja etwas riechen wuerde, wenn jemand die Klotuer oeffnet (fuer paar Sekunden, bis die Tuer wieder zu war...), und dass das eine schreckliche Frechheit sei, und dass der Fahrer das Klo gefaelligst abschliessen sollte (bei 15 Stunden Fahrt O_o), da sie der Geruch belaestigte. Der Fahrer bot ihr einen anderen Sitzplatz an, aber sie meckerte weiter und hielt erst einmal 20 Minuten(!) eine Predigt, wie schlimm und gemein das alles sei, obwohl der Fahrer gar nicht mehr neben ihr stand. Quasi ein nicht enden wollendes Selbstgespraech... Alle Mitfahrenden starrten sie schon an, aber sie bemerkte gar nichts. Spaeter stellte sie sich eine halbe Stunde in den Gang, um zu verhindern, dass Leute das Klo benutzen. Der Fahrer versuchte alles, um sie zu beschwichtigen, aber es brachte nichts. Ruhe war erst, als sie eingeschlafen war. Dann, mitten in der Nacht, die Vorhaenge waren zu gezogen, weil die anderen Menschen schlafen wollten, schrie sie wie bloede herum, man solle die Vorhaenge oeffnen, sie wolle naemlich aus dem Fenster sehen. Weiter beschwerte sie sich ueber die angeblich unbequemen Sitze und spaeter gab es noch einmal einen richtigen Streit wegen des Klos, was schon eine wahre Real-Satire war. Der kaum deutsch sprechende Fahrer war dabei ueberaus drollig: "Wenn Leute sitzen lange in Bus, muss Piss machen! Alle Leute muss Piss machen, ist Problem von ganze Welt!"

Generell benahm der Fahrer sich ja ruehrend. War staendig zu Stelle (Anmerkung nebenbei, falls es jemanden wundert: Es gab zwei Fahrer, die sich abwechselten), hat den Leute, die zu bloed waren, einen Platz zu finden, einen gesucht, hat sie bei einem Umstiegspunkt sogar zum anderen Bus gefuehrt(!), hat Pappbecher ausgeteilt, mit den Anschnallgurten geholfen, war staendig freundlich, und hat staendig die Klotuer geschlossen, weil die Mitfahrenden zu dumm dazu waren ;/ Die haben alle die Tuer geknallt (ich sags ja, die scheinen zu glauben, jede Tuer geht zu, wenn man Gewalt anwendet), dabei musste man einfach nur einen "Verschluss" drehen... Ich hab mich gefragt, was man daran nicht begreifen konnte. Wir machten einmal zwischen 1 und 1:30 nachts in Belgien Rast (Juhu, ein voll funktionierender Shop und vor Allem Toiletten! ;) So konnte ich mir den Mief im Busklo sparen), fuhren ueber Bruessel, Antwerpen, das Ruhrgebiet, Hannover, Braunschweig, Magdeburg... Weiss nicht, da waren einige Zwischenstopps. Dieses Mal hab ich aber kaum nach draussen gesehen... Jedenfalls gabs dann frueh morgens (ich hab uebrigens die ganze Nacht nicht schlafen koennen, trotz Muedigkeit, was richtig schlimm war, und die Zeit verging einfach nicht!) wieder etwas Aerger... Da stieg kurz nach 4 ein Rentner in den schlafenden Bus, der erst einmal laut herumschreien musste und damit alle weckte. Zudem stieg eine Omma ein, die spaeter noch "auffaellig" wurde... Zuerst wurde im Stau dem Busfahrer die Schuld gegeben, dass alles so lange dauern wuerde (Was kann der bitteschoen dafuer?!), und dann fuhren wir nach Magdeburg... Omma: "Wieso fahren Sie denn nach Magdeburg, der Bus faehrt doch nach B.!" Fahrer: "Bus faehrt auch Magdeburg, 16 Leute mussen aussteigen, dann faehrt weiter B." Omma: "Ich habe aber den Bus nach B. gebucht, jetzt will ich da gefaelligst auch sofort hin!" blah blah blah (weiteres Gejammer fuer 5 Minuten)... *augenverdreh* Das war stressig...

Tag 7 - Urlaub um:

Wieder in B. bin ich erst einmal auf das komfortable Bahnhofsklo gerannt (DAS war sauber! Ein Traum verglichen mit den Toiletten in Paris, auch, wenns seltsam klingt), und dann fuhren wir nach S.... Ich habe ja schon geschrieben, was mir aufgefallen ist, das Gepoebel, die ganzen Zigarettenstummel, der Muell... Man fuehlt sich zuerst gar nicht mehr heimisch hier, obwohl Paris zum Teil ja auch alles andere als schoen war. Aber wir haben hier unsere Wohnung, das ist schonmal was ;) Der Briefkasten war gar nicht so voll, in der einen Woche kam wohl fast nichts. Dann erstmal online, danach... hm... weiss nicht mehr. Bin dann abends auch irgendwann ganz unerwartet eingeschlafen. Hoffentlich passiert das jetzt nicht oefters ;)

cn P

23.09.2008 um 12:41 Uhr

Paris, Tag 5

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Reisen, Friedhof, Natur

Tag 5:

Zuerst fuhren wir zum Opernhaus, wollten das eigentlich auch von innen besichtigen, 4 Euro pro Person, ist aber auch ein huebsches (wenn auch kitschiges) Gebaeude. Allerdings war die Gegend weitlaeufig abgesperrt und das Haus war heute geschlossen - da ausgerechnet heute direkt an der Oper vorbei eine bekloppte Technoparade verlief ;/ Also fuhren wir sofort zu Pere Lachaise, wollten heute den Rest sehen. Haben auch den gesamten Tag dort verbracht. Waren heute auch am Krematorium, wo gerade eine Trauerfeier stattfand, weswegen ich die Statuen in der Trauerhalle nicht fotografieren wollte, auch, wenn sie interessant aussahen, danach roch man die Kremation ueber den gesamten Friedhof... Da wurde, im Gegensatz zu den Krematorien in B., scheinbar gar nichts gefiltert... Ein Urnenhaus gibt es auch, es ist groesser, als alle, die ich bisher gesehen habe, mit einem Ober- und mehreren Kellergeschossen. Auch davon gibts Fotos, muss nur sehen, ob ich sie hell genug bekomme, denn die Beleuchtung dort unten war sehr spaerlich... Jedes Parkhaus ist heller.

Eine Eigenheit der Statuen auf Pere Lachaise ist uebrigens, dass die meisten ihr Gesicht vollstaendig verdecken, entweder mit einem Schleier oder aber mit den Haenden, dem Gewand, o.ae. Ob es einfach ein Ersparen von Feinarbeit oder eine andere Trauertradition ist, weiss ich nicht. Jedenfalls habe ich bisher auf keinem anderen Friedhof so viele komplett verschleierte Statuen gesehen. Allerdings auch noch nie so viele Schaedel, Fledermaeuse (davon gibts extrem viele Reliefs!), Chimaeren, Koepfe mit Daemonenfluegeln und gefluegelte Sanduhren - hier gibts soetwas gar nicht, dort ist es Standard. Die Standard-Statuen von hier sind hingegen dort eine Seltenheit und werden bevorzugt fotografiert. So unterschiedlich sind die Kulturen, was sich auch sehr deutlich auf Friedhoefen aeussert. Wenn man sich also ein bisschen dafuer interessiert, kanns nie verkehrt sein, an verschiedenen Urlaubsorten weltweit auch mal einen Blick auf die Friedhoefe zu werfen. Ach ja, und was mir in Paris auch haeufig aufgefallen ist, sind die vielen Friedhofskatzen. Ueberall sitzen sie auf Graebern. Voegel sind auch ziemlich zahm. Eichelhaeher habe ich gleich mehrere aus naechster Naehe gesehen, in Deutschland noch nie. Da haben sich auch viele interessante Fotos ergeben...

Dies sollte die letzte Uebernachtung in unserem Hotel sein, und ich war ehrlich froh drueber... Den naechsten Tag hatten wir nur das Problem: Wohin mit dem Gepaeck? Wir mussten das Zimmer um 11 Uhr verlassen. Der Bus kam aber erst um 19 Uhr. Und die Schliessfaecher am Busbahnhof waren ausser Betrieb :/ Viel konnte man am letzten Tag wohl sowieso nicht mehr machen. Wir waren mit Pere Lachaise aber immernoch nicht ganz fertig, es fehlten aber nur noch ca 4 oder 5 grosse Grabfelder, die wollten wir dann am letzten Tag sehen, darunter auch das Grab von Oscar Wilde. Zur Not haetten wir eben noch paar Stunden mit dem Koffer auf dem Friedhof gesessen.

cn P

23.09.2008 um 12:16 Uhr

Paris, Tag 4

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Gesellschaft, Gewalt, Finanzen, Shopping, Reisen

Tag 4:

Mittlerweile fuehlte man sich schon direkt nach dem Aufstehen alt... Mit versteiften Gelenken, Muskelschmerzen *huestel* Gab sich erst wieder, wenn man eine Weile in Bewegung war. Fuer den heutigen Tag hatten wir uns Sacre Coeur vorgenommen, ausserdem wollten wir vielleicht am Moulin Rouge vorbei zum Friedhof Montmartre laufen. Lag alles in der Nachbarschaft zueinander. Danach wollten wir evtl zum Parc de la vilette und dann ein wenig einkaufen...

Allerdings wurde davon so gut wie alles gestrichen. Wieso? Also die Gegend um Montmartre war vor Strassenhaendlern, Betruegern, etc, nicht auszuhalten. Da sind wir schliesslich nur zu Sacre Coeur und dann schnell wieder in die Bahn... Den DAS wollten wir uns nicht noch die gesamte Zeit antun, wie gesagt, an jeder Ecke wird man angelabert... An JEDER Ecke versucht irgendwer, einem irgendein billiges Zeug aggressivst anzudrehen! Besonders schlimm waren einige Senegalesen (insgesamt sicher 15 in 3er-Gruppen), die einem handgedrehte Armbaender aufschwatzen wollten. Liefen einem die gesamte Zeit(!) unaufgefordert hinterher, liessen sich auch nicht abschuetteln oder von anderen Menschen stoeren, schwafelten dabei ihre Lebensgeschichte und wie toll glaeubig sie doch seien, knuepfen dabei das Armband, immer behauptend, dass es kostenlos sei (dabei war KLAR, dass sie eine "Spende" wollten), machen daemlichste Standard-Komplimente, redeten immer wieder von Glauben und Barmherzigkeit, und zum Schluss umstellen sie einen und wollen Geld. Von wegen "jetzt habe ich doch extra fuer dich dieses tolle Armband gemacht", "ich moechte ja nicht viel", "nur ein bisschen, wenn kein Geld, dann irgendwas", wenn die Mitleidsmasche nicht zieht, gehts eben weiter mit "das ist aber Tradition, jetzt Geld zu spenden" oder "das ist unhoeflich, nichts zu geben, das macht man einfach so", und wenn das nichts bringt, werden sie drohend, Marke "wenn du nicht zahlst, spreche ich einen afrikanischen Fluch auf dich aus" (sehr christlich *lol* wer den Scheiss glaubt...) und zum Schluss gibts dann die uebliche Beleidigungs-Masche "du bist haesslich/dumm/klein/dick/abgemagert/pickelig/blass" (voellig willkuerlich) oder einfach nur "scheiss Weisser" oder "scheiss Auslaender" (von Leuten, die nach eigenen Angaben auch keine Franzosen sind *rolleyes*)... Frage mich nur, wer dann noch zahlt?

Wenn man lange genug zurueckschreit und selbst aggressiv wird, hauen sie nach einigen Minuten ab, wenn man nachgibt oder leicht einzuschuechtern wirkt und nichts sagt, duerften sie einen weiter belaestigen. Also merkts euch, auch, wenn ihr nicht provozieren wollt (und es eindeutig eine kritische Situation ist...), wenn ihr in die Situation kommt, wirkt lieber entschlossen und meinentwegen auch etwas aggressiv, sonst werdet ihr die nie mehr los! Ob es auch Leute gibt, die freiwillig zahlen? Allein dieser Mischmasch aus "afrikanische Tradition" und "wir sind von der Kirche" ist doch schon nicht glaubwuerdig. Und obwohl die katholische Kirche auch Kohle scheffelt (siehe Ablassbriefe o.ae.) - ich wuesste nicht, dass die einem mit afrikanischen Fluechen droht, wenn man nichts spenden will und irgendwelche heruntergekommenen(!) jugendlichen Afrikanerbanden auf die Strasse schickt ;) Scheint ja auch generell sehr christlich zu sein, in Mitmenschen nur Geldbeutel auf zwei Beinen zu sehen, die man nach Belieben beschimpfen kann, wenn sie einem kein Geld fuer nichts rausruecken. *zyn* Also: Montmartre spart man sich lieber, denn so gut wie JEDER wird dort belaestigt... Waren ja nicht die einzigen. Sacre Coeur lohnt sich uebrigens auch nicht wirklich. Andere Kirchen sind schoener; fotografieren ist da drin allgemein verboten (in anderen Kirchen nicht), man will ja ueberteuerte Postkarten ab 1 Euro pro Stueck verkaufen... Generell ist die Gegend die reinste Abzocke. Fotos von der Kirche aus der Entfernung sind ausreichend... In die Gruft sind wir uebrigens auch nicht gegangen, kostete 4 Euro pro Person und laut Aushang stehen da 3 oder 4 Statuen herum und das wars schon.

Auf den Berg, wo die Kirche steht, kommt man uebrigens mit einer Zahnradbahn, die zur "normalen" Verkehrsgesellschaft gehoert, dh man kann die normalen Fahrkarten dazu benutzen (aber man muss an den Strassenhaendlern vorbei). Ne gute Aussicht hat man darin aber auch nicht, aber man spart sich wenigstens das Treppenlaufen, wenn man doch mal hoch will. Vom Berg selbst kann man ueber die gesamte Stadt sehen, wenn die Sicht denn klar ist. Wir waren mittags dort, man sah kaum etwas, weil eine dicke graue Schicht ueber der Stadt lag... Nebel, um die Zeit? Bei klarem Himmel? Wieviel davon war Staub, wieviel Smog? *re* Naja, die restliche Gegend haben wir uns dann gespart, sind direkt zur Bahn zurueck. Parc de la vilette haben wir uns dann auch mal ausgelassen, irgendwie hing mir die Stadt da schon uebelst zum Hals heraus. Einige Gothic-Laeden in der Naehe haben wir dann auch gestrichen, obwohl mich schon interessiert haette, wie viel man in Paris fuer ein Kleid oder einen Mantel zahlt (huebsche Sachen haben sie ja, zumindest anhand der zwei Goths, die uns auf Pere Lachaise begegneten, beurteilt, aber wer weiss, vielleicht haben sie ihre Sachen in Deutschland bestellt ;) ). Absinth? Noe, dann bestell ich eben online, ausserdem hab ich aktuell noch genug zuhause... Es war erst Mittag, was also nun? Da gab es ja noch das angeblich groesste Einkaufszentrum von Paris... Das war noch einmal eine "Ueberraschung": Das Ding sah aus, wie eine abrissreife Industriehalle! Vollkommen heruntergekommen, dreckig, schlafende besoffene Obdachlose an allen Ecken, die meisten Laeden leer, und das, was offen hatte, waren neben einem Kino nur noch so ca 10 relativ teure Bekleidungslaeden ueber mehrere Etagen verteilt. Mehr hatte das Ding nicht - da hat eine Ansammlung von Laedchen in einem deutschen Dorf mehr zu bieten, oder eine stinknormale Fussgaengerzone! Die Postkartenpreise dort waren auch der reinste Wucher, 1,90 EUR pro Stueck, wo man in den Kramslaedchen hinter Notre Dame 10 Cent pro Stueck zahlt (leider hab ich zu wenige besorgt und bin nicht mehr hin gekommen :/ Wenn mal wer nach Paris faehrt, bringt er mir welche mit? ;) Ich ueberweis auch die paar Euro - uebrigens gern auch bei anderen Reisezielen, Postkarten von allen moeglichen Orten kann ich immer gebrauchen)...

Das "Einkaufszentrum" war dann also auch nichts... Sind dann spontan noch zur Kirche St. Eustache gefahren, weils noch so frueh war, wo man auch mit Blitz fotografieren kann, wos relativ leer war, und... Naja, es war eigentlich schon recht huebsch. Das hat sich dann wenigstens mal gelohnt, wenn man es lohnenswert findet, nach Paris zu fahren, um ne Kirche zu fotografieren ;) Abends noch mal Getraenke besorgen und dann im Zimmer gehockt. Spaet abends sollte man uebrigens auch nicht unbedingt heraus gehen, weil ziemlich viele "zwielichtige" Personen herumgammeln... Moment... Was fuer ein Wochentag wars eigentlich? Freitag? Ach, dann war da noch der Louvre. Freitag darf man, wenn man unter 26 ist, kostenlos rein, zwischen 18 und 21:45 Uhr. Alle anderen Leute duerften zum ermaessigten Tarif rein. Allerdings haben sie nur eine Kasse fuer alle, dh man kann nicht einfach vorbei laufen, wenn man nichts zahlen muss, sondern muss, wie der Rest, anstehen :/ Das kann Stunden dauern, also haben wirs gelassen... Das ist an Sehenswuerdigkeiten immer grausig; diese stundenlangen Wartezeiten an der Kasse (wobei das in jeder Stadt so ist, in B. ist es nicht anders)... Wovon es meist natuerlich nur eine einzige gibt. Naja, aber der Louvre hat einen Grossteil seiner Sammlung digitalisiert, ist ja wenigstens ein kleiner Trost, auch, wenns immer anders ist, eine Skulptur oder ein Gemaelde auf einem Foto oder direkt vor sich zu sehen. Ausserdem komme ich ja irgendwann vielleicht doch noch mal nach Paris, dann ist der Louvre und Pte de la vilette dran und die anderen Friedhoefe sollte ich mir auch mal ansehen (und Pere Lachaise noch einmal). Aber erst in ein paar Jahren. Mit Auto, einem namhaften Hotel, und wenns vielleicht nicht mehr ganz so versifft ist *huestel* Naechstes Jahr gehts dann wahrscheinlich eher erstmal nach Hamburg, an die Nordsee, oder nach Wien, Dresden oder... sonstwohin. Laengere Fahrten aber lieber nicht mehr mit dem Bus. Mal sehen. Ab Anfang/Mitte Oktober geht die Uni erstmal wieder los *wuerg*

cn P

23.09.2008 um 10:53 Uhr

Abelard et Heloise

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Fotografie, Kunst, Friedhof, Tod, Liebe, Geschichte

"Les restes
d'Heloise et d'Abelard
sont reuins dans ce tomb"

"Les restes d'Abelard et d'Heloise
ont ete transportes dans ce lieu
l'an MXCCCXIV"

Die Ueberreste
von Heloise und Abelard
wurden in diesem Grab wieder vereint

Die Ueberreste von Abelard und Heloise
wurden zu diesem Ort gebracht
im Jahr 1814

Bei den hier Bestatteten handelt es sich um den Philosophen Petrus Abaelardus und seine Schuelerin und Frau Heloise, die Ende des 11.(!) Jahrhunderts geboren wurden und in der Mitte des 12. starben. Ihre Beziehung fuehrten sie erst im Geheimen, bis Heloise schwanger wurde. Obwohl sie Abelard nicht heiraten wollte, um seinen Ruf nicht zu schaedigen, wurde sie von ihrem Onkel dazu gezwungen, um das unehelich geborene Kind nachtraeglich zu legitimieren. Das Kind, der Sohn Astrolabius ("der zu den Sternen greift") wuchs allerdings nie bei den Eltern auf, sondern wurde zu einer Tante gegeben. Spaeter wurde es Geistlicher. Nach der Hochzeit kastrierte der Onkel Heloises Abelard aus Rache (hat doch wohl noch nie Meinung geaendert?), worauf dieser sich offiziell von seiner Frau trennte und ins Kloster ging. Heloise tat dasselbe, in Kontakt zueinander blieben sie dennoch. Nach Abelards Tod lies sie ihn bei sich im Klostergarten bestatten. 22 Jahre spaeter starb Heloise und wurde neben ihm bestattet. Nachdem das Kloster waehrend der franzoesischen Revolution fast komplett zerstoert wurde, wurden die Gebeine beider 1814 exhumiert und zu Pere Lachaise transportiert. Dort liegen sie bis heute. Vielleicht kennt je jemand Rousseaus Roman "La nouvelle Heloise", der sich an diese Geschichte anlehnt?

~+~

Als ich an dem Grab das erste Mal vorbei ging, wusste ich gar nicht so wirklich, wie ich es fotografieren sollte... Es befand sich ein dicker Bauzaun drum herum. Eigentlich sollte es einen ja freuen, dass auf diesem Friedhof an allen Ecken restauriert wird. Meine Aufmerksamkeit geweckt hatte dann aber die mittelalterliche Darstellung von Geistlichen an allen Ecken der Stele, ausserdem traegt das aufgebettete Paar Priester/Nonnen-Kleidung, was ich, wenn man das Zoelibat betrachtet, seltsam fand. Natuerlich wird es damals genug heimliche Beziehungen gegeben haben, aber dass diese Leute dann zusammen bestattet werden und auch noch so feierlich? Der Hund am Fussende ist ausserdem ein traditionelles Symbol fuer Liebestreue, es musste sich also um ein Paar handeln (ausser, wenn der Hund einen bestimmten Hund darstellt, aber einfach EIN liegender Hund am Fussende ist immer sehr symbolisch). Da musste mehr dahinter stecken. Wer dort eigentlich liegt, habe ich erst gestern online nachsehen koennen. Gut, dass ich ueberhaupt fotografiert habe.  

cn P 

23.09.2008 um 00:14 Uhr

Paris, Tag 3

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Reisen, Friedhof, Kunst, Bizarr, Natur, Schmerz

Tag 3:

Herbst. Kastanien und Laub fallen auf alte Grabplatten. Seit Jahren traeumte ich davon, den Friedhof Pere Lachaise mindestens einmal in meinem Leben zu besuchen. Anhand von Bildern glaubte ich an einige Gaenge mit eng aneinander liegenden Gruften und einigen in Gebueschen verborgenen Statuen. Daneben laegen irgendwo auch noch Oscar Wilde, Jim Morrison und F. Chopin. Aber es ist viel mehr! Es ist wirklich unglaublich. Mit "nur" etwas ueber 40 ha Flaeche ist der Friedhof nicht unbedingt riesig (der bisher groesste Friedhof, den ich je besuchte - und das jetzt 3x - war etwas ueber 200 ha gross). Aber eine Gruft befindet sich neben der anderen, wie die Kaestchen auf einem karierten Blatt Papier, die Gaenge sind manchmal so eng, dass man kaum dazwischen hindurch gehen konnte. Und alle Gruften haben feine, unterschiedliche Mosaikfenster mit Heiligenbildern, unter Umstaenden Statuen, Reliefs... en masse. Bei den Metalltueren gibt es verschiedene Prototypen, in verschiedenen Farben, aber auch das war eine grosse Vielzahl. Statuen sind weit verstreut zu finden, da sind andere Friedhoefe "ergiebiger" auf geringerer Flaeche, aber trotzdem macht Pere Lachaise einen unglaublich interessanten Gesamteindruck. Wenn man da jede Gruft nach irgendeiner neuen Statue, einem neuen Relief, absucht... Man uebersieht sicher immer irgendwo etwas. Wuerde ich dort wohnen, waer ich wahrscheinlich staendig dort am Spazierengehen, um vielleicht noch etwas Neues zu finden. Das habe ich schon auf kleineren Friedhoefen in B. erlebt, irgendwann faellt einem ploetzlich immer etwas Neues auf.

Zudem auffaellig am Friedhof ist, dass er sich ueber einen Huegel erstreckt... Zum Teil geht es sehr steile Treppen bergauf, zum Teil ohne Gelaender und mit losen Steinen. Die Ausrutsch- und Sturzgefahr ist recht hoch... Wenns einem nicht gerade mehrere Meter vorm Abgrund geschieht, isses grad noch tragbar ;) Festes Schuhwerk ist zwingend noetig. Leider waren meine Sohlen schon so durchgetreten, dass ich jedes Steinchen durch die Sohle gespuert habe, und demnach hatte ich schnell Fussbettschmerzen... So schafften wir es heute auch nicht, den gesamten Friedhof zu sehen. Haben beschlossen, an einem Folgetag den Rest zu sehen. Das wollten wir auf jeden Fall noch machen, bevor wir die Stadt evtl nie mehr wieder saehen. Einige ungewoehnliche Statuen findet man dort ja... Von Tauchern, Autofahrern, Reliefs mit Haemmern und Wieseln *huestel* An einer Stelle verlaufen mehrere "Etagen" Gruften uebereinander, am Berg entlang, und die untersten sind genauso hoch, wie die zweite Ebene. Dh von dieser kann man das Gruftdach betreten... Einige haben einen richtig schoenen umzaeunten Dachgarten mit Baenkchen gehabt. Ich denke, ich werd einzelne interessante Statuen und Gruften dann lieber demnaechst am Foto in meinem Fotoblog erlaeutern. Auf jeden Fall ist es ein toller Friedhof, den ich jedem empfehle, der sich auch nur halbwegs dafuer interessiert... (direkt mit nichts vergleichbar, was ich bisher gesehen habe - von der "Gestauchtheit" der Graeber vielleicht ein wenig an juedische Friedhoefe erinnernd - es befinden sich auf dem Friedhof uebrigens verschiedene Konfessionen - und ein paar Gruften haben wir hier in B. ja auch - aber als GESAMTHEIT habe ich so einen Friedhof noch niemals gesehen) Man sieht mehr Statuen als in manchem Museum und es kostet nichts! Allein zum Spazierengehen ist es auch schoen, in einer Stadt, wo es sonst kaum Pflanzen gibt.

Irgendwie ist er mir ja jetzt schon ans Herz gewachsen... Wenn auch ueberall sehr viele Touristen waren, und es manchmal auch laut wurde. Manchmal fragte ich mich, ob die Leute ueberhaupt wussten, dass sie auf einem Friedhof sind... Wie sie da zum Teil herumliefen, in knallig bunten, extremst kurzen Miniroecken, und dann auch noch mit Overknee-Stiefeln :/ Wer uebrigens neben Pere Lachaise noch den Tierfriedhof, den ich an Tag 1 besichtigt habe, sehen will, achte auf eine Reliefplatte mit einem Hund (Retriever, Collie?) drauf. "Lick" hiess das Tier... Diese Platte existiert 2x. Ich habe sie zufaellig beide Male fotografiert, hab vorhin beim Durchsehen der Fotos erst gemerkt, dass es dieselbe an zwei verschiedenen Orten ist... Nun kann man sich also denken, wo der Hund begraben liegt, und wo sein Herrchen. Ich denke, es ist eigentlich eine schoene Geste, wenn jemand sein Tier sehr liebt, aber dann nicht direkt bei ihm begraben werden darf. Haben auf Pere Lachaise aber scheinbar viele so gemacht... An einigen Graebern sieht man Gedenkplatten fuer verstorbene Hunde, und oefters zeigen Statuen den Verstorbenen mit seinem Hund.

Der Tag endete durch die Fussschmerzen recht schnell. Wir ueberlegten, ob wir abends noch irgendwo hin woellten. Haben dem Friedhof also schon gegen 14:30 den Ruecken gekehrt und dann erst einmal Rast gemacht. Ich hatte starke Schmerzen in den Fusssehnen... Die Beine, Knie, etc, machten keine Probleme, aber das bringt auch nichts, wenn meine Fuesse Kraempfe bekommen und sich anfuehlen, als wuerden sie zerreissen ;/ Wir verbrachten dann noch einige Zeit im Hotel und fuhren am Abend zum Grande Arche, einem Buero- und Aussichtsgebaeude mit seltsamer Form (siehe Foto, demnaechst) in einem Geschaeftsviertel, vergleichbar mit dem Potsdamer Platz in unserer netten Hauptstadt (kennt den hier wer?). Liegt alles erhoeht, man hat einen guten Ausblick von dort aus. Es daemmerte gerade. Man konnte von dort aus auf den Triumphbogen in der Ferne sehen. Gegen 21:30 gingen wir wieder... Wieder ein Tag erledigt. Noch 3 standen bevor.

cn P

22.09.2008 um 23:33 Uhr

Paris, Tag 2

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Reisen, Tod, Friedhof, Gesellschaft, ÖPNV, Natur, Finanzen

Tag 2:

Wir standen frueh auf - zu frueh, stellte sich heraus, denn wir kamen genau in den Berufsverkehr und mussten einige Zuege durchfahren lassen, weil man kaum hinein kam vor Menschen. Haetten also ruhig noch eine halbe Stunde laenger schlafen koennen... Uebrigens ist die Metro immer sehr voll, zu den Berufsverkehrszeiten jedoch noch schlimmer. Zuerst fuhren wir zum Eiffelturm, liefen im ihn umgebenden Park herum, machten einige Fotos, so auch von den Sockeln des Turmes. Wir sind weder hoch gefahren noch gelaufen, die Schlangen waren zwar nicht lang, aber ich hatte nicht das Beduerfnis dazu. Etwas seltsam fand ichs, dass im Park das franzoesische Militaer mit schweren Maschinengewehren Wache lief. Danach fuhren wir in Richtung Notre Dame und gingen erst in das dort gelegene Ruinenmuseum. War ganz in Ordnung. Danach hielten wir uns noch eine Weile auf dem Platz vor der Kirche auf, wo ein Mann Vogelfutter verkaufte... Die Voegel auf dem Platz waren so zahm, dass sie jeden, der Futter hoch hielt, sofort anflogen und sich auf ihn/sie setzten. Natuerlich ein beliebtes Fotomotiv. Danach gingen wir in die Kirche... Interessant, mit den verschiedenen jeweils unterschiedlichen Heiligen geweihten Seitenkapellen. Ein riesiger Touristen- und Pilger-Andrang. Neulich war der Papst da und dementsprechend viele Sonder-Kitsch-Medaillen wurden verkauft. Generell verkaufte man so gut wie alles, was man sich als Kirchenandenken vorstellen kann. Reiner Kommerz, aber wenns wenigstens dem Erhalt der Bauwerke zu Gunsten kommt/kaeme... Aufs Dach sind wir dann doch nicht gegangen, weil die Schlange viel zu lang war. Wahrscheinlich haette man mehrere Stunden anstehen muessen. Dann eben nicht...

Danach gingen wir noch an der Statue des Erzengels Michael vorbei, dann schliesslich fuhren wir zum offiziell begehbaren Teil der Katakomben. Die Katakomben sind im Ursprung unterirdische Steinbrueche, die sich ueber ca 400km unter der gesamten Stadt entlang schlaengeln. Grosse Teile sind noch unerforscht. Ueber die Jahrhunderte wurden die Gaenge fuer verschiedenste Dinge genutzt, unter anderem fuer Brunnenanlagen, als Lagerraeume, Fluchtgaenge, Versorgungsschaechte, und, das ist wohl das Bekannteste, zum Lagern von Gebeinen. Wenn man nun den begehbaren Teil betritt, muss man erst einmal eine Wendeltreppe hinunter in 30 Meter Tiefe. Es folgt ein kleiner zum Museum eingerichteter Raum mit Bild- und Schrifttafeln an den Waenden. Daraufhin begeht man verschiedene Gaenge, laeuft an verschiedenen Mauermustern, Wandmalereien und Reliefs vorbei. Ab und zu gibts mal eine neue oder eine antike Sitzbank auf dem Weg. Stalagmiten und Stalagtiten sieht man an einer Stelle auch, allerdings nur kleine. Seitengaenge sind mit Gittern abgesperrt. Fuers zuegige Durchlaufen wird ca 1 Stunde Zeit berechnet, die betretbaren Gaenge sind ca 2 km lang. Am Eingang wird man schon darauf hingewiesen, dass eine gewisse koerperliche Verfassung noetig ist, um den zum Teil rutschigen und huegeligen Weg zu gehen und vor Allem die Treppen auf und ab zu steigen. Auch leicht zu erschreckende Menschen sollten lieber nicht hinein gehen... Im letzten Teil der Katakomben trifft man auf die Gebeinwaende. 7-8 Millionen Tote sind dort unten saeuberlich in Einzelteilen bestattet. Bein- und Armknochen sowie Schaedel werden zu Mauern gestapelt, kleinere Knochen werden dahinter geschuettet. Mancher mag sich sehr davor ekeln, ich fand es eher interessant, da sich aus Schaedeln auch immer einiges auf den Menschen rueckschliessen laesst: evtlle Kopfverletzungen, noch vorhandenes Gebiss, etc. - der Tod ist etwas sehr Individuelles, vielleicht das Individuellste, was es ueberhaupt gibt - Viele moegen es auch geschmacklos finden, dass taeglich mehrere hundert Touristen zwischen den Leichen herumlaufen. Erstaunlicherweise war das aber auch schon 1800nochwas so (es gibt auch alte Zeichnungen und Fotos davon, wie "Touristengruppen" mit Fackeln dort herumlaufen): es wurden extra Sitzbaenke aufgestellt, ueberall an den Waenden Sprueche ueber den Tod - auf Franzoesisch und Latein - angebracht, ausserdem wurden manchmal Schmuckreliefs angelegt und die Schaedel in "dekorative" Form gebracht *huestel* An den Schaedelstapeln befinden sich auch immer Schilder, woher die Knochen stammen, damit Trauernde sich vor den Knochenstapel setzen koennen... Nach dem Motto "Irgendwo hier liegen die Einzelteile von Onkel Heinz"... *re* Ich weiss, das ist makaber. Ich habe auch Fotos davon, werd die hier, wenn ueberhaupt, aber nur als Link online stellen, dann kann jeder selbst per Klick entscheiden, ob er sich das ansehen moechte, oder nicht. (und wieder hab ich vergessen, was ich schreiben wollte *re*) Ach so, ja, uns begegneten auch zwei richtig ekelhafte Touristinnen dort in den Katakomben... Amerikanerinnen, die scheinbar glaubten, dort allein zu sein, und meinten, die Schaedel anfassen und damit herumposieren zu muessen *kotz* Selbst, wenn man da schon zwischen den Leichen herumlaeuft... ein BISSCHEN Pietaet kann trotzdem nicht schaden. Am Ende gings wieder eine sehr enge, dunkle Wendeltreppe hinauf... Das war dann doch etwas muehsam. Und draussen wars kalt ;/ Im Gegensatz zu den schoenen warmen Gaengen... In denen es uebrigens stark nach Patchouli roch, was ich besonders angenehm fand (riechen so alte Leichen eigentlich noch? Ich denke mal, es war eher ein Parfuem von irgendwem, wobei ich niemanden dort in der Naehe gesehen hatte). Ach so ja, abschliessend... Wenn jemand von euch dorthin moechte, Taschenlampe nicht vergessen! Fotos mit Blitz sind im Begraebnisteil verboten, nicht aber das Beleuchten mit einer Taschenlampe. WIR hatten keine bei uns... Schade, ich haette gern Bilder von den Spruchtafeln gemacht.

Nach den Katakomben gings erst einmal mit leichten Fussschmerzen ins Hotel zurueck. Der Tag endete relativ frueh (16 Uhr?), allerdings waren wir danach noch kurz in nem Supermarkt in der Naehe und am naechsten Tag wollten wir laenger unterwegs sein. Da zeigte sich auch, dass Dinge oft anders aussehen, als auf Fotos... Und wenn dann gerade Fotos der Grund waren, den Ort auch wirklich sehen zu wollen... Uebrigens empfand ichs diesen Urlaub auch sehr als Vorteil, asiatisch auszusehen. So wurde ich von einigen Personen eher als einheimisch betrachtet und weniger angestarrt... Auch, wenn das im Zusammenhang mit Paris seltsam klingt, aber dort gibt es so viele Asiaten...

Rest folgt demnaechst.

cn P

22.09.2008 um 20:54 Uhr

Paris, Tag 0 und 1

Tag 0:

Abends in S. losgegangen... Ein sehr nebliger Nachmittag, die Sonne stand als wollweisse Scheibe am hellgrauen Himmel. Die Wolken hatten merkwuerdige Formen. Wir fuhren zum Bahnhof, das erste Unglueck geschah, als ein Gurt vom Koffer riss. Dann gabs Zugverspaetung... Wir kamen dennoch puenktlich am Busbahnhof an. Schnell wurde das Gepaeck eingeladen, um 19:15 stieg noch einmal jemand verspaetet dazu, dann gings los. Der Bus war relativ voll. Wir fuhren waehrend eines atemberaubenden Sonnenuntergangs erst einmal ins eher unspektakulaere Magdeburg. Danach gings nach Hannover, wo wir gegen 23 Uhr ankamen. Naechste Haltestelle... Die Gegenden sahen bisher eher unschoen aus, Plattenbauten, Beton, in Naehe des Hannoverschen ZOBs schien sich ausserdem das Rotlichtviertel zu befinden... Gegen halb Mitternacht machten wir noch einmal Rast an einer Raststaette, die eigentlich schon geschlossen war :/ Es brachte also gar nichts, ausser, dass ich mir bei der Kaelte draussen den Magen verkuehlte. Die restliche Nacht hatte ich also schreckliche Magenbeschwerden/schmerzen und kruemmte mich nur so auf meinem Sitz. Ich wuenschte mir, ich waere zuhause geblieben, und die erbaermlich stinkende, aber bei Durchfall unumgaengliche, Bustoilette machte es auch nicht besser. Mir graute es schon vor der Rueckfahrt... Wieder gut 14 Stunden, bei Stau mehr, um das Ziel zu erreichen. Wir fuhren durch das Ruhrgebiet, auch naechtlich sehr interessant anzusehen (ich war noch nie vorher da). Allgemein sah man trotz der Dunkelheit einiges Interessantes... Dann gerieten wir dummerweise nahe Duisburg in einen Stau, und spaeter, kurz nach der niederlaendischen Grenze, in eine Grenzkontrolle, die die Weiterfahrt wieder um ca 30 Minuten verzoegerte. Es ging durch Venlo und Tilburg nach Antwerpen, wo wir um ca 5 Uhr morgens eintrafen. Die Stadt machte auch bei naechtlicher Beleuchtung eine Menge her... Dummerweise bekam ich die Einfahrt in die Stadt nicht mit, weil ich da fuer eine Weile eingeschlafen war. So auch wieder kurz nach Einbruch der Daemmerung. Wach wurde ich wieder, als es schon hell war... Die Sonne stand als blutrote Scheibe am komplett weissen(!) Himmel, die gesamte Landschaft war in Nebel und unwirklich erscheinendes Licht getaucht. Links und rechts sah man weite Felder mit wenigen, niedrigen Bueschen, in der Entfernung Doerfer mit kleinen Einfamilienhaeusern und fuer die Dorfgroesse ziemlich grosszuegige, prunkvolle Kirchen. Mit zugehoerigen Friedhoefen: kaum eine Pflanze, Steinplatte neben Steinplatte. Nun hatte ich in einer Nacht also schon drei Laender besucht, die ich vorher noch nicht einmal von Weitem gesehen hatte.

Tag 1:

Wir kamen in Paris an. Das sollte Europas modernster Busbahnhof sein? O_O Diese gammelige Halle war schon einmal eine unangenehme Ueberraschung. Zuerst dachten wir, es sei vielleicht ein Provisorium, da in der Gegend viele Baustellen waren und auch viele Strassen gesperrt wurden, aber das war wohl tatsaechlich der richtige Bahnhof... Grauenvoll versiffter, dunkelgrauer, riffeliger Beton. Da standen wir nun in einer fremden Stadt. Einen Fahrkartenschalter fanden wir schnell. Die Fahrkarte fuer die laufende Woche war einige Euros teurer, als erwartet, aber verglichen mit B. immernoch guenstig, ca 16 EUR pro Person. Sprachlich klappte alles gut, und das, obwohl ich die franzoesische Sprache schon in der Schule weder sehr gut konnte noch ueberhaupt leiden konnte, weshalb ich das Fach auch schon mit Beginn der 11. Klasse abwaehlte (oder wars doch erst die 12.?) - jedenfalls habe ich sie seit Jahren nicht mehr benutzt, habe aber trotzdem alles verstanden, was man sagte, und auch jedes einzelne Schild. Es gab wirklich keinerlei Probleme. Das Bahnnetz, das viele Leute angeblich verwirrt, bereitete uns auch keine Schwierigkeiten, viel anders als das von B. ist es nicht. Allein die Bahnhoefe an sich sind etwas umstaendlich, es gibt kaum Rolltreppen, was den Transport von Koffern erschwerte, durch die Drehkreuze kam man aber gut durch. Leider liegen Gleise meist sehr weit von einander weg, und man muss unnoetig oft Treppen hinauf und hinunter laufen, um von einem zum anderen zu gelangen. Einige Bahnhoefe machten einen grauenvoll gammeligen Eindruck. Wir fuhren also in Richtung Hotel, wobei wir unser Zimmer erst in einigen Stunden empfangen durften. Wie wir das Hotel selbst empfanden, habe ich ja schon geschrieben, aber daran konnte man jetzt auch nichts mehr aendern, man konnte nicht schnell eine Alternative finden. Durften dann dort unser Gepaeck abstellen und sind dann erst einmal durch die Gegend gelaufen. In die "Dorf"kirche (wir waren in einem Ort vor Paris - der aber schon sehr(!) staedtisch wirkte), wo wir dann die viele betenden Glaeubigen aber nicht stoeren wollten. Dann sassen wir noch in diversen Parks herum, bis es zu ungemuetlich wurde. Schauten uns einige Laeden von aussen an. Und gingen dann auf den nahe gelegenen aeltesten Tierfriedhof der Welt. Der war zwar nett anzusehen, aber sehr klein und dafuer Eintritt zu verlangen, war auch etwas dreist, aber wenn man einmal da ist, dann kann man das Geld auch mal ausgeben, man kommt ja vorraussichtlich nie mehr dort hin... Und jetzt habe ich ja meine Fotos, die ich euch auch nicht vorenthalten werde. Insgesamt haben wir diesen Urlaub uebrigens fast 2500 Fotos gemacht, davon ueber 1000 von Pere Lachaise. Der Friedhof war wohl auch das Highlight des Urlaubs... Wenn es auch etwas seltsam erscheint, fuer einen Friedhof 30 Stunden im Bus zu hocken und so weit weg zu fahren. Aber wir waren ja nicht NUR deswegen dort... Uebrigens reichte das Geld sehr gut, wir haben zum Schluss sogar fast 100 EUR weniger ausgegeben, als berechnet. Dafuer haben wir auch keinen Absinth besorgt und ausser Postkarten und paar Kerzen aus diversen Kirchen keine Souvenirs erworben. Es lief allgemein anders, als erwartet... Nachdem wir noch eine Weile herumgesessen hatten, bekamen wir unser Zimmer. Haben erst einmal eine Weile geschlafen, uns dann was Waermeres angezogen und sind dann einfach mal in die Innenstadt gefahren. Eigentlich wollten wir zu einem Einkaufszentrum, haben das aber nicht gefunden. Dafuer etliche alte, sehr fotogene, Gebaeude, die wir dann auch abliefen. So spazierten wir schliesslich im Dunkeln an der Seine entlang, machten Nachtaufnahmen von Notre Dame, und fuhren dann gegen 23 Uhr wieder zum Hotel. Wobei wir uns vorher verliefen :/ Es gammelten zwar einige Grueppchen Jugendlicher dort herum, aber keiner hat auch nur ein Wort gesagt, geschweige denn gepoebelt. Im Hotel wars schoen ruhig, noch hatten wir ja keine Nachbarn, dann sahen wir noch ein wenig fern, wollten eigentlich noch den naechsten Tag planen, aber ich war ziemlich schnell eingeschlafen.

Restliche Teile folgen.

cn P

22.09.2008 um 17:44 Uhr

Paris - subjektiv zusammengefasst

Die Stadt:
Manchenorts gibt es schoene Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen, um es den Touristen genehm zu machen, wird dort auch haeufiger schoen durchgeputzt und Polizei patroulliert dauerhaft um den Ort herum, aber ansonsten ist die Stadt eher haesslich. Staubig, dreckig (noch nie hab ichs erlebt, dass ich am Ende eines normalen Stadtspaziergangs schwarze Dreckflecken im Gesicht und an den Haenden hatte), und es stinkt an allen Ecken und enden nach Urin *kotz* Da ist sogar Berln-Kreuzberg a.k.a. "Problembezirk" a.k.a. "Ghetto" oefters huebscher... Romantik? Wo? Von Montmartre konnte man morgens die Smogwolke ueber der Stadt sehen ;/ Gruenflaechen sind, verglichen mit B., rar. Da heben sich einige Friedhoefe positiv hervor. Das Wetter war die gesamte Woche, die wir dort waren, schon "zu gut"... Nie eine Wolke am grell blauen Himmel, was leider das Fotografieren etwas erschwerte. Hoechsttemperaturen von ca 20 Grad. Morgens dafuer sehr kalt, grosse Temperaturveraenderungen ueber den Tagesverlauf hinweg. Dominiert werden die meisten Bezirke uebrigens, wenn nicht durch Plattenbauten, durch Altbauten, wo der Putz nur so broeckelt. Zigarettenstummel und Papierabfaelle findet man hingegen selten, Graffiti auch, Scratchings habe ich gar keine gesehen.

Die Menschen:
Wenig Raucher. Kein Mensch hat in Verkehrsmitteln oder auf der Strasse Alkohol getrunken! Jugendliche Grueppchen mit Flaschen in der Hand sah man herumlaufen, bloss eben mit alkoholfreien Getraenken. Viele aeltere Menschen wirken sehr zuvorkommend und hoeflich (dominierend sind in Paris scheinbar kleine Hunderassen, besonders Pudel und Spitze). Andere wiederum wirken vollkommen gleichgueltig und kalt. In den Bahnen dasselbe Im-Weg-Gestehe und Gerempel, wie in B., abgesehen davon, dass die Bahnen zu allen Tageszeiten grausig ueberfuellt sind. Die Tueren der Metro schliessen sich nach einer bestimmten Zeit automatisch und werden auch nicht mehr geoeffnet, wenn jemand drin steckt. So kann es vorkommen, dass niemand in eine Bahn einsteigen kann, weil die Tueren sich schon schliessen, bevor ueberhaupt alle ausgestiegen sind. An eine Strassenverkehrsordnung haelt sich auch kein Mensch, nicht einmal an Ampeln: Es wird immer gelaufen oder gefahren, wenn die Bahn frei ist, egal, ob Rot oder Gruen ist, ausserdem sieht man des Oefteren Muetter einen Kinderwagen ueber einen Zebrastreifen schieben, und sogar, wenn nebenbei noch Gruen fuer sie waere, stehen links und rechts die Autos und hupen und die Insassen beginnen cholerisch zu schreien. In B. habe ich in meinem gesamten Leben noch keine 5 Zusammenstoesse von Autos miteinander gesehen. Allein in der Woche, die ich in Paris war, sah ich 3. Es ist ein riesiges Chaos... Ein Molloch? Es irritiert mich, dass ueberall Betrunkene, Obdachlose und Bettler herumlaufen, herumliegen, in Muelltonnen nach Essen wuehlen, und keinen interessiert es. Einmal hat ein Betrunkener in der Bahn zwischen zwei Leuten auf einer Bank gesessen und sich einuriniert. Er stand auf, hinterliess eine stinkende Urinpfuetze. Die Leute, die links und rechts daneben sassen, sind nicht etwa aufgestanden und haben sich umgesetzt, sondern haben das gar nicht beachtet. Generell schien niemanden der Gestank an vielen Orten zu kuemmern. Parfuem wird sehr spaerlich eingesetzt - ein positiver Punkt! Direkt angepoebelt wird man selten, dafuer staendig angestarrt. "Lustigerweise" starrte man uns am jeweiligen Tagesende, wenn wir schon etwas verdreckt aussahen *huestel* weniger an, als morgens, wenn wir relativ sauber aus dem Hotel kamen. Viele Menschen in der Bahn wirkten auch ungeordnet: wirres Haar, Flecken auf der Kleidung. Keine Einzelfaelle, seltsamerweise, sondern der Standard. Habe ich da eine Mode verpasst? Leider nehmen es viele wohl auch mit der Zahnhygiene nicht zu genau... dem Geruch nach zu urteilen *schauder* Natuerlich gibt es immer Ausnahmen, zum Glueck. Araber gibt es in Paris uebrigens relativ wenige. Fuer einen Doener zahlt man uebrigens ab 4 EUR aufwaerts (EINE Kugel Eis kostet ab 3 EURO!). Dafuer gibt es sehr viele dunkelhaeutige Afrikaner (manchmal koennte man in der Bahn glauben, man sei in Afrika, weil man keinen Hellhaeutigen mehr sieht) und Asiaten, besonders Chinesen und Japaner. Unglaublich viele japanische Laeden. Leider gibt es die ueblichen Ghetthoisierungs-Probleme: Wenn es irgendwo Geschrei gibt und Sicherheitskraefte auftauchen, dann - ich muss es leider aussprechen - war meist ein Pulk Afrikaner dran beteiligt. Ein Mensch, der nicht differenziert, koennte glatt zum Rassisten werden, wenn er das sieht. Darunter leiden muessen dann leider immer die, die sich hoeflich und unaggressiv benehmen... Ist hier in B. dasselbe mit Tuerken und Arabern. Ich hatte einige so nette in der Klasse, frueher... Diese litten unter den Vorurteilen, die ihre unangenehmen Landsleute verursacht haben. In Paris wie in B. gesehen: Kokser unter Bruecken, Trickbetrueger und Abzocker in Touristengebieten. Neu war nur, dass haeufig Menschen versuchten, sich mit einem durch die Drehkreuze an der Ubahn durchzuquetschen, um schwarz zu fahren. Ausgeraubt wurden wir uebrigens nichts, es gab nur einen Konflikt mit einem Betrueger, wenn man es so nennen kann, der aber endete, indem dieser locker lies und beleidigt verschwand. Dazu spaeter mehr. Auffaellig ist in Paris generell die grosse Menge an Polizisten (zu Fuss, Auto, Fahrrad, Pferd), Einsatz von Militaer am Eiffelturm, sehr viele private Sicherheitsdienste, viele Bahnmitarbeiter auf den Bahnhoefen, um die Eingaenge zu ueberwachen, weil doch viele ohne Karte drueber klettern, sich drunter durch quetschen, usw. Wobei wir auch einmal klettern mussten - aber das taten an dem Bhf alle - weil alle 5 Drehkreuze kaputt waren O_o

Shopping, Mode, Kultur:
In den Laeden haengt Kleidung, die in Deutschland vor einem Jahr mal modern war. Es machte den Anschein, als seien die Pariser modisch sogar zurueck... nicht richtungsweisend. In den Supermaerkten gibts Artikel, die habe ich hier seit Jahren nicht mehr gesehen. Im Fernsehn lief neben mehreren Abklatschen von "Das perfekte Dinner", "Popstars" und demselben mit Tanz noch so Sachen wie "Gluecksrad" und irgendwelche Nachmittagsquizshows, die in Deutschland seit den fruehen 90ern nicht mehr laufen. Im Radio laeuft durch die Regelung, dass ein bestimmter Anteil der Lieder franzoesischsprachig sein muss, viel, was wir hier nicht kennen. Uebrigens muessen Journalisten sogar Strafe zahlen, wenn sie zu viele Anglizismen in ihren Artikeln verwenden... Sprachbewahrung hin oder her, und manchmal finde ich zu viele Anglizismen auch absolut laecherlich, aber es ist doch wohl immernoch jedem selbst ueberlassen, wie er sich ausdrueckt, oder? Fuer mich grenzt das an Zensur, wenn ich vollkommen horrende Strafzahlungen leisten muss, weil ich statt "d'accord" "okay" schreibe... *kopfklatsch* Generell scheint unter vielen eine sehr englischfeindliche Stimmung zu herrschen. Werbung fuer englische Sprachkurse, die auf den Bahnhoefen haengt, faellt oft nationalistischem Vandalismus zum Opfer. Generell erscheint mir einiges dort gewaltvoll... ER, der vor 4 Jahren schon einmal dort war, meint, damals war alles noch viel friedlicher und auch sauberer... Die Bahn fuhr uebrigens sehrwohl viel haeufiger, als in B. - alle 2 Minuten Minimum, bei der Regionalbahn alle 5 Minuten, ausser spaeter abends - aber viele Zuege fielen wegen Bauarbeiten, Notarzteinsaetzen, u.ae., aus. Taeglich gab es irgendwo auf den Strassen Demonstrationen, die aber soweit wohl relativ friedlich abliefen. Am SA gabs eine Techno-Veranstaltung a la "Love Parade", weswegen die gesamte Gegend gesperrt war und WIR nicht zur Oper kamen *wuerg* In den Medien wird uebrigens ueber genau dasselbe gejammert, wie in Deutschland... Arbeitslosigkeit, geringe Einkommen, wenige Geburten ("wir Franzosen sterben aus")... Es werden trotz Allem sehr viele deutsche Produkte im Fernsehn beworben. Und in den Supermaerkten findet man auch enorm viele deutsche Produkte, von Hertha-Wuerstchen ueber Haribo bis hin zu Milka und Kinderschokolade - davon uebrigens Sorten, die es hier in Deutschland bisher nicht gab. Die Preise sind uebrigens ueberall horrend... Flasche stilles Wasser (1,5 Liter) ab 50 Cent, Kugel Eis ab 3 Euro, bei McFett kosteten die Menues DOPPELT(!) so viel, wie hier in Deutschland (zumindest das Haehnchen-Stueckchen-Menue, fuer was Anderes von dort interessier ich mich eigentlich kaum): an die 10 Euro fuer ein regulaeres Menue (6 Haehnchenstuecke + normale Pommes + 0,2l Getraenk)... Von richtigen Restaurants will ich gar nicht anfangen...

Das Hotel:
Die Gegend war kaum schlimmer, als jede andere auch, was aber nicht heisst, dass ich sie sonderlich toll gefunden haette: umgeben von indischen Kramslaeden, gegenueber einer Tankstelle, an einer stark befahrenen, lauten, Strasse. Jedenfalls befanden sich viele Hotels, von billig bis ueberteuert, direkt nebeneinander (auch namhafte, wie Ibis, Accor, Holiday Inn, usw). Unser Hotel kostete 20 EUR pro Person und Nacht, also so viel, wie ein Bett in einem 4er-Zimmer in irgendeiner Jugendherberge in Paris... Ein kleines Familienunternehmen, und es war ja schon klar, dass die Ausstattung nicht die beste sein wuerde. Wir wollten ja sowieso nur da schlafen, und die restliche Zeit unterwegs sein. Was also sollte angeblich geboten sein? Ein Zimmer mit Doppelbett, Waschbecken, TV, kostenlosem Internetzugang. Dusche und Klo seien auf der Etage, was aber nicht schlimm sei, da sich auf jeder Etage nur 3 Zimmer befanden. Und zu einem Preis, wo man sich in einer Jugendherberge mit einem ganzen Pulk Menschen um die Klos haette streiten muessen... Die erste ueble Ueberraschung war dann aber schon, dass das Gebaeude ziemlich ruiniert aussah, aber das taten da ja alle *re* Das gesamte Erdgeschoss war leer geraeumt, wurde angeblich renoviert (allerdings hab ich nie Baulaerm gehoert?!), das huebsche Restaurant und die angenehme Lobby von den Fotos auf der offiziellen Website waren nicht mehr vorhanden, stattdessen stand ein einfacher Holztisch mit Stuhl im Eingangsbereich und daran sassen Frau und Herr Eigentuemer :/ Angeblich arbeite man aber nur am Erdgeschoss und die restlichen Etagen des Altbaus seien im urspruenglichen Zustand... Dann gings damit weiter, dass es doch keine "Etagenduschen" gab, sondern bloss zwei einzelne Duschkabinen im 1. Stock. Wir waren im 2. Und es war im Treppenhaus immer so arschkalt, dass man die vergessen konnte... Irgendwie hatte ich mit soetwas Aehnlichem schon gerechnet, und so blieb fuer eine Woche nur noch Waschlappen und Waschbecken... Das 1., was ich gemacht habe, als ich heute wieder zuhause war, war zu baden und die vollkommen zugestaubten Haare zu waschen! Immerhin: Das Klo aufm Flur war genau unserem Zimmer gegenueber vorhanden und funktionierte (allerdings war es nur eins pro Etage, keine ToiletteN). Den 1. Tag waren wir allein aufm Stockwerk, hatten also auch das Klo fuer uns allein, war durchaus angenehm war. Internetverbindung funktionierte hingegen kaum, brach andauernd ab. Der Fernseher empfing nur 5 franzoesische Sender, darunter ein reiner Wirtschaftskanal und arte... Was ich da wieder gesehen hab, wenn der TV spaeter abends mal eingeschaltet wurde *re* Handtuecher u.ae. wirkten sauber, die Waende und Decke leider weniger. Nun weiss ich auch, dass ein Familienunternehmen sich nicht unbedingt leisten kann, jedes Mal neu zu tapezieren, wenn irgendein Gast die Wand einsaut, aber huebscher ausgesehen haette es ohne Flecken... Wenigstens war kein Schimmel zu sehen. Ach uebrigens, falls jemand plant, nach Paris zu fahren, kann er mich gern nach dem Hotelnamen fragen, damit ers nicht versehentlich bucht! Ich frage mich immernoch, wie es online auf diversen Bewertungsplattformen so gute Rezensionen bekommen konnte... So toll war es leider wirklich nicht. Aber schlimm machten es erst die Gaeste. Schon an Tag 2 zog neben uns einer ein, der tag und nacht laut den Fernseher laufen lies, staendig am Telefon herumschrie, und jedes Mal wie bloede die Tuer zuknallte. Letzteres scheinen aber viele Franzosen zu tun O_o Schon am Abend von Tag 2 wars dann geschehen: Er hats geschafft, das Klo kaputt zu bekommen. Der Spuelknopf war so tief eingedrueckt, dass er nicht mehr herausspringen konnte, also funktionierte die Spuelung nicht mehr. Immerhin kuemmerten sich die Eigentuemer sofort, wenn man sie darueber informierte... Nachdem die Spuelung am naechsten Tag aber wieder kaputt war, hab ichs gelassen... Leider hat Dummnachbar dann aber auch das Klo eine Etage tiefer benutzt und dann dort ebenfalls die Spuelung kaputt bekommen (wie macht man das bitteschoen?! Mir ist das nie auch nur im Ansatz passiert!). Eine Weile spaeter hat er auch noch zwei Klotueren mit seinem Geknalle ruiniert, die liessen sich dann nicht mehr richtig schliessen. Aber wozu hat das Gebaeude denn 5 Etagen? *zyn* Uebrigens war die Bettwaesche extrem duenn und man hat regelmaessig gefroren. Kein Wunder, hat Herr Nachbar ja auch immer im Flur alle Fenster aufgerissen. An Tag 3 oder 4 wurde ich dann von Geschrei im Treppenhaus wach. Drei Rettungskraefte versuchten, einen Bewusstlosen, der stark nach Schnaps stank, das enge, dunkle Treppenhaus hinunter zu tragen. Ob der hier uebernachtet hatte oder ein Penner war, der sich irgendwann eingeschlichen hat, weiss ich nicht. Eigentlich war er fuer einen Obdachlosen zu "gut" gekleidet, aber wer weiss das schon. Ich denke, man kann sich vorstellen, wie froh ich dann ueber jeden Tag war, der um war...

Was lernen wir daraus? Nur noch namhafte Hotelketten besuchen, und nicht mehr nach Paris fahren *huestel* Wobei ich mir da nicht so sicher bin... Denn es gibt schon schoene Orte zu sehen. Aber ob man sich dafuer den Stress mit den dreckigen Strassen, dem Gestank und den zwielichtigen Menschen machen sollte? ER meint, die Stadt habe vor 4 Jahren noch ganz anders ausgesehen. Als ich wieder in B. war, war deutlich zu merken, was anders war... Hier gibts mehr Dreck, daemliche stammelnde Asis und offenes Gepoebel, ausserdem viel Geschmiere, Gesaufe, ueberall Zigarettenstummel... Keine kostenlosen oeffentlichen Toiletten wie in Paris an jeder Ecke. Dafuer ist das Essen viel billiger. Die Fahrkarten kosten aber viel mehr. Postkarten kosten hier in B. ca 40 Cent pro Stueck, in Paris nur 10 Cent. Taschendiebe wirds hier auch einige geben, aber man muss nicht staendig 100%ig konzentriert darauf, nicht bestohlen zu werden, sein. Man ist nicht so angespannt. (und der letzte Gedanke ist mir gerade wieder entschwunden *huestel*) Ich denke doch, Paris und B. sind aehnlich schoen/schlimm. Auf ihre Weise, unterschiedlich, aber nichts ist wirklich besser oder schlechter. Aber ob man dazu in den Urlaub fahren muss? Ich hab meine Gewohnheiten uebrigens so ruiniert - aeh - umgestellt, dass ich mich nur von stillem Wasser und sonst kaum etwas "ernaehrt" habe. Habe 6 Tage lang mehr oder weniger nichts gegessen. Vielleicht einen Butterkeks pro Tag oder so. Abgenommen habe ich nicht. Aber ich hasse oeffentliche Klos *huestel* Und eigentlich war das nach annfaenglicher Gewoehnung gar nicht uebel. Man hat kein Magenknurren, keine Schmerzen, keinen Hunger... Man ist... zwanglos. Okay, wenn man tot ist, ist man das auch, woraus man schliessen kann, dass es nicht unbedingt wuenschenswert sein muss ;) Aber an Erfahrungen waechst man, so lange man sie ueberlebt.

Details zu den einzelnen 6 Tagen - und falls ich irgendetwas vergessen haben sollte, noch einige weitere Anmerkungen - spaeter.

cn P

22.09.2008 um 16:05 Uhr

Bizarr...

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Internet, Blog, Lyrik, Bizarr

Schaut mal hier: KLICK .

Da hab ich mal ne ganz normale Blogstatistik gepostet (ueber Ranglistenplaetze, Erstellungsdatum, etc), und dann betrachtet das ein Herr Doktor als Gedicht und stellt das auf seine Website O_O Ich glaub, etwas Merkwuerdigeres hab ich noch nie erlebt... Besonders die Beschreibung meines "Gedichtes" ist "toll"... Es ginge um Selbstdarstellung. Ich spare mir Kommentare und verweise auf mein Lyrik-Blog. Da gibts wirklich Gedichte. Wenn auch leider nur aeltere, bin seit Laengerem nicht mehr zum Abtippen gekommen (schreibe immer und immernoch fast nur auf Papier).

Den TB-Eintrag ueber Paris schreib ich nachher...

Ach ja, und natuerlich finde ichs dennoch nett, dass Menschen meine Werke so schaetzen, dass sie sie in Lyriksammlungen einfuegen... 

cn P 

22.09.2008 um 15:35 Uhr

"Wenns euch nicht passt, dann kaempft gefaelligst dagegen an, statt immer nur zu jammern!"

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Reisen, Studium, Universität, Stress, Gesellschaft, Blog

...denke ich mir des Oefteren.

Jedenfalls: Ich bin zurueck.

Neue Erfahrungen gemacht.

Heute gesehen, dass meine Minnesang-HA mit 1,3 bewertet wurde :)

Leider liegt noch viel Arbeit vor mir... Auftragszeichnungen, eine weitere HA, und was weiss ich noch.

Hab noch nicht einmal die Koffer ausgepackt...

Tagebucheintrag ueber die Zeit in Paris folgt.

Mit dem Kommentieren werde ich mich jedoch wohl etwas zurueck halten.

Gegen Mauern zu schreien, ist Zeitverschwendung, wenn man sieht, es tut sich definitiv nichts.

cn P