Memoriae Ex Aeterna Nocte

31.10.2008 um 20:36 Uhr

Eino Leino: Nocturne (englische Uebersetzung)

von: AngelInChains   Kategorie: Skandinavien   Stichwörter: Skandinavien, Finnland, Lyrik, Literatur, Blog, Sprache, Kunst

The corncrake's song rings in my ears,
above the rye a full moon sails;
this summer night all sorrow clears
and woodsmoke drifts along the dales,
I do not laugh or grieve, or sigh;
the forest's darkness breathes nearby,
the red of clouds where day sinks deep,
the blue of windy hills asleep,
the twinflower's scent, the water's shade -
of these my heart's own song is made.

Vielleicht uebersetze ich es demnaechst mal. Allen regelmaessigen Lesern, die es noch nicht mitbekommen haben... Ausserhalb meiner Kunstblogs und einiger Kommentare gibt es mich bei blogigo eigentlich nicht mehr...

cn P

EDIT - woertliche Uebersetzung von mir (vielleicht folgt auch noch eine schoenere):

Der Ruf des Wachtelkoenigs toent in meinen Ohren,
ueber dem Roggen segelt ein voller Mond;
diese Sommernacht laesst alle Sorgen schwinden,
und Rauch treibt ueber die Taeler,
Weder lache, noch trau're noch seufze ich;
das Dunkel des Waldes atmet mir nah
die Roete von Wolken, wo der Tag niedersinkt
das Blau schlafender windiger Huegel,
der Duft des Moosgloeckchens, der Schatten des Wassers -
aus diesen besteht das eigene Lied meines Herzens.

EDIT 2 - schoenere Fassung, dafuer mit einigen Veraenderungen und anderem Reimschema (koennte man noch dran feilen, aber gut, fuer 5 Minuten Arbeit...):

Der Sang der Wachteln liegt in der Luft,
ueber rauchigen Taelern ein blumiger Duft,
und ueber dem Roggen ein vollkomm'ner Mond;
Dies Lied ist's, das mein Herz bewohnt:

Ich seufze und ich trau're nicht;
Das rote Abenddaemm'rungslicht
spiegelt im Wasser blaeuliche Schemen,
und ruhloser Wind streift schlafende Graeben;

Sommernacht, die neue Hoffnung gebar -
Sorglos atmen die Schatten des Waldes mir nah

 

25.10.2008 um 18:50 Uhr

Alten japanischen Holzschnitt auf dem Dachboden gefunden

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Kunst, Asien, Japan, Blog

Oder doch nicht? ... ;) KLICK: X

cn P

23.10.2008 um 20:32 Uhr

23.10.08, oder: "open your eyes before you claim you were seeing"

Donnerstag... Ein weiterer Tag, der mit einem Traum von kuenstlichem Gewaesser begann. Viel habe ich heute nicht hinbekommen. Bei der Hausarbeit, die ich noch ueberarbeiten muss, mache ich mir aber auch keine Panik, schliesslich komme ich sowieso erst DI fruehstens wieder zur Uni, und vorher werd ich das Zeug auch nicht abgeben (extra 2-4 Stunden da hinfahren? Noe!). Morgen fahre ich wieder zu meinem "Vater". Hoffentlich muss ich nicht wieder so viel Zeug schleppen, will danach noch in die Innenstadt, bis nachts. Derweil denke ich ueber viel nach und schreibe auch uebermaessig viel Zeug, das mir nie wirklich viel bringen wird ;) Ich kann mir vorstellen, viele Leser haben die Gedanken ueber "die Gesellschaft", Normen o.ae. laengst satt. Aber es ist ja auch keiner gezwungen, das hier zu lesen. Und auch, wenn es so wirkt, als sei ich eine "Noergel-Oma", die sich an "der Jugend von heute" stoert - noe, ich bin durchaus nett und verdamme ja auch niemanden, nur, weil er "normal" handelt - Aber ich beobachte, mache mir Gedanken und ueberlege, was ich darueber denke. Und versuche, mir seltsam erscheinende Dinge zu ergruenden. Ich will die Welt verstehen (und nicht nur einfach sehen), in der ich lebe... Ganz abgesehen davon muss ich mich von meinen depressiven Verstimmungen ablenken; bin ich einige Sekunden geistig nicht mit irgendetwas beschaeftigt, merke ich schon wieder, wie meine Stimmung sich verschlechtert. Daher arbeite ich mich oft kuenstlerisch oder verbal tot (irgendwas... schreiben, malen, meinentwegen auch "nur" singen)... Schreibe auch mal "wirres" Zeug. Mein Problem, nicht euers. Uebrigens denke ich nicht, dass ich altmodisch bin, nur, weil ich gegen manche derzeit "moderne" Dinge habe - viele denken das. Nein, es ist eher so, dass ich noch "moderner" bin, weil ich diese moderne Sache schon fuer verbesserungsreif halte ;) Aber seien wir mal wieder etwas "ernster"...

Konventionen... Intoleranz... Und, vollkommen konventionell: Immer anderen die Schuld zuschieben. Ich gebs doch auch zu, wenn ich mich bloed angestellt habe und korrigiere mich auch, wenn ich mich unklar ausgedrueckt habe (als wenn das was bringen wuerde, wenn das Gekeife schon begonnen hat ;) ). Und wenn ich was verschuldet habe, dann ist das halt so, Menschen tun soetwas. Viele zeigen aber auch gern mit dem Zeigefinger auf andere und geben immer "den Anderen" die Schuld an irgendetwas. Menschen scheinen ihre Selbstverantwortlichkeit fuer ihr Handeln scheinbar entweder nicht wahrhaben zu wollen oder gar nicht zu erkennen. Es ist emotional leicht, Fastfood-Laeden die Schuld fuer fette Menschen zu geben - Aber wer bestimmt schliesslich, ob man dort isst? Doch nur man selbst. Angeboten wird nur, was auch gefragt wird. Wuerde es keiner essen wollen, wuerde auch nicht produziert werden. Kann man jemandem die Folgen vom falschen Gebrauch seines Produkts vorwerfen? Man kann auch keinen Reisszweckenhersteller ruegen und ihm sein Produkt verbieten, nur, weil man es auch schaedlich anwenden kann. Schuld wird auch immer gerne der Werbung zugeschoben. Die Kritik, dass viel uebertrieben, irgendwie primitiv oder auch voller Vorurteile dargestellt wird, die unterschreibe ich noch. Schlimm aber ist es, wenn Menschen Sprueche a la "Ich kann nichts dafuer, ich MUSSTE xy tun/kaufen, die Werbung hat mich verleitet!" hoert. Diese Leute machen sich selbst und schamlos zu Zombies, die bloss tun, was man ihnen sagt. Kann man darauf stolz sein? Es mag sein, dass einige Leute sich nicht wehren koennen, aber wenn man das schon weiss, sollte man nicht erst recht versuchen, dagegen anzugehen? Oder will man als Zombie leben?

Aber so ist es ja wohl bei allen Konventionen: Etwas gilt als "Fakt", obwohl es keiner ist, und deswegen glauben viele, es MUESSE so sein, wenn es in Wahrheit auch anders ginge. Ungeschriebene "Gesetze" wie: "XY ist schlimm/eklig/macht man nicht". Wieso nicht, wenn es niemandem schadet? Ich weiss, das Thema hatten wir heute schon einmal. Vorurteile sind dasselbe... Wieso merken so viele Leute scheinbar nicht, dass sie nur schwafeln, was "alle" schwafeln? Wieso machen sie sich nicht die Muehe, ihre Meinungen auf Erfahrungen oder zumindest tiefergehende Gedanken aufzubauen? Jaja, ich weiss, "ist einfacher", nicht selbst zu denken... Angefangen bei "Friedhoefe sind gruselig" (habe ich schon so oft gehoert, wobei ich mir sicher bin, die meisten dieser Leute waren noch nie oder nur 2x in ihrem Leben ueberhaupt dort), bis hin zu "arme Frauen"... Auch, wenn die "arme Frau" ihren "boesen Mann" umgebracht hat ;) Hierarchie: Kinder, Frauen, Maenner... Dabei sollte es doch auf den Charakter und auf die Individuen ankommen, oder nicht? Ich mag kein Schubladendenken, ich mags erst recht nicht, wenn die Schubladen unterschiedlich gewertet werden. Kein Mensch ist mehr oder weniger wert, als ein anderer. Und ob jetzt bei einem Unfall 3 Frauen oder 3 Maenner sterben, ist mir egal, es sind 3 tote Menschen. Und jeder Tod ist tragisch. Vielleicht bin ich da auch nur sensibel, aber ich KANN ueber einen unbekannten Verkehrstoten genauso heulen, wie ueber irgendeinen toten Sympathietraeger, der mir bekannter ist. Genauso kann ich einem Tod aber auch relativ unemotional gegenueber stehen, egal, wie nah sie mir stand oder nicht stand. Ich denke, das ist ein psychisches "Problem"... In ihrer Wertigkeit sind mir alle Menschen gleich, aber manchmal bin ich eben leicht zu erschuettern, und manchmal nicht, vollkommen unabhaengig vom Thema, um das es geht.

Was bringt ein Hirn nur dazu, saemtliche "Regeln", die irgendwelche Wissenschaftler angeblich anhand von Untersuchungen aufgestellt haben, zu brechen? Ich tue es ja nicht absichtlich. Soziologisch "normal" ist es (angeblich - das schreibe ich, weil es mir einfach so fremd vorkommt), sich nur mit gleichgeschlechtlichen Menschen vollkommen unsexuell anzufreunden; andersgeschlechtliche Menschen seien nur der Fortpflanzung dienlich. Angeblich soziologisch nachgewiesen sei auch, nur Menschen anziehend zu finden, die sehr ihrem Geschlechtsideal entsprechen (also, was man schoen unter "sexuelle Schluesselreize" im Biounterricht lernt: Mann = Muskeln, markantes Gesicht, Frau = schmale Schultern, breite Huefte, usw). Genauso, wie es angeblich "normal" (= "natuerlich) sei, sich seinem Geschlecht gemaess zu fuehlen und zu kleiden und auch so zu handeln - wuerde man anders sein, sei das nur "pubertaere Rebellion". Ich kann das irgendwie nicht glauben. Aber es sind anerkannte wissenschaftliche Behauptungen... Ich frage mich: Wie kommt man dazu oder wie kommt es dazu, dass man von der "Natur" (nimmt man an, das alles stimmt) so enorm abweicht? Ich bezweifle ja nicht, in meiner Kindheit einen grossen psychischen Knacks bekommen zu haben, aber dass sich das so auswirkt? Und ich betrachte es nicht immer als schlechter. Manchmal sogar im Gegenteil. Minderjaehrige koennten nicht lieben, keine ernsthaften Beziehungen fuehren? Die Reife sei nicht gross genug, man koenne noch nicht ueberdenken und hinterfragen? Bin ich froh, dass ich in dem Alter nicht so war! Dass ich nie so - fuer MICH - seltsam war. Natuerlich ist das Leben dadurch nicht einfacher, wenn man "anders" ist... Die Wahrscheinlichkeit, jemand ebenfalls "anderen" zu finden, der zu einem passt, ist natuerlich so geringer. Aber vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass man lange miteinander in Kontakt bleibt, so auch hoeher... Wenn man sich nicht um Oberflaechlichkeiten schert... Die Bindung ist enger, als bei Leuten, die sich nur auf Oberflaechlichkeiten ein Leben aufbauen. Ich sage uebrigens nicht "nicht seltsam = oberflaechlich". Natuerlich gibts auch da tiefsinnige Menschen. Wobei ich glaube, die gibt es allgemein, egal, ob "normal" oder nicht, eher selten...

Ende eines stilistisch scheusslichen Beitrags. Weiter gehts demnaechst, dann vielleicht stilistisch besser.

cn P

23.10.2008 um 19:29 Uhr

22.10.08

Mittwoch... Heute Nacht gab es in auch nur ca 5 Stunden einen "schoenen" Alptraum. Irgendein sinnloses, unappetitliches Gemetzel. Dabei habe ich mich schon sehr lange nicht mehr mit derart thematischen Medien konfrontiert gesehen. Die Magenbeschwerden vom Vortag gingen weiter :/ Ausserdem hab ich mir gestern Nacht auf die Zunge gebissen, was ziemlich angeschwollen ist und schlimmstenfalls wieder zu einer Zungenentzuendung fuehrt ;/ Soetwas hatte ich schon einmal vor einigen Jahren, es ging mehrere Wochen und war grauenvoll. Zudem habe ich noch eine Uni-Email bekommen, die mich aergert: Meine Hausarbeit sei zu lang, ich solle sie kuerzen, sonst koenne er sie nicht bewerten. Inhaltlich hat ers sich aber nicht angesehen - und das faellt ihm jetzt, nach Wochen, auf?! Vor Allem frag ich mich, was ich kuerzen soll; es wuerde auf jeden Fall negativ auf den Inhalt wirken, ich kann ja nicht einfach irgendetwas weglassen, und habe dabei schon nur das geschrieben, was wirklich wichtig war. Ich hasse es... Aber das ist eine gelaeufige Dozentenkrankheit an dieser Uni: Gibt man eine Arbeit ab, heisst es gewoehnlich, es sei zu wenig und man solle bitte noch "ein paar Seiten" schreiben. Schreibt man dann 3 Seiten mehr, bekommt man voellig entsetzt zu hoeren, das sei ja "viel zu viel". Die wechseln ihre Meinung auch mit dem Wind... Erinnert mich an mein 1. Referat an jener Uni: Im Vorfeld musste man es der Dozentin in der Sprechstunde vorstellen, damit sie fuer den Vortrag ihre Zustimmung geben konnte. Da sah sie sich meinen Vorentwurf an und fand den ganz toll. Ich habe auch extra noch gefragt, ob sie die Themenauswahl so gut findet, was sie ebenfalls bejahte. Nach dem fertigen Vortrag aber jammerte sie herum, es sei grauenvoll gewesen, besonders die Themenauswahl, denn die haette sie komplett anders getroffen. Da muss man wohl nichts mehr zu sagen...

Der Unterricht heute war auch nicht sonderlich toll. Zum einen wieder diese vielen, aehm, "etwas ungeuebteren", Menschen, bei denen man grob sagen koennte "koennen nix und wissen nix" (aber Vorurteile haben sie haufenweise, immerhin!) - ich finds dermaszen schlimm dieses Jahr... Zum Anderen war der Dozent auch so einer, der mit allem nicht zurecht kam und seinen Kram redete, auf die Anwesenden aber kein bisschen einging. Man konnte sich melden, so oft man wollte, er ignorierte es und schwafelte weiter... Keine Fragen, keine Anregungen, usw. Wer Beispiele mag, moege fragen. Danach gings noch ins Center, zumindest Abendessen besorgen, dann nach Hause nach S.... Heute ist auch endlich meine Pflanzenlieferung (vor EWIGKEITEN bestellt und gezahlt) angekommen - ich ahnte schon Schlimmes, weil der Karton falsch herum gestellt wurde und sich (wieso auch immer :/ ) ein kraeftiger Fussabdruck inklusive Eindellung auf einer Seite befand. So toll geht die Deutsche Post also mit versicherten, als zerbrechlich bezeichneten, Paketen um... Aber die Pflanze war super verpackt :) Noch bin ich etwas kritisch, ob sie den Transport wirklich so gut ueberstanden hat, hoffentlich hat sies (waere sonst ein ziemlicher finanzieller Verlust), das wird sich dann in einigen Wochen zeigen... Es handelt sich dabei uebrigens um eine Tacca chantrieri, einen bis zu 1,10m hohen tropischen Busch, auch bekannt als Fledermausblume. Aktuell ist sie schon ueber einen halben Meter hoch, allein die Blattstiele sind so lang, obwohl sie angeblich nur 30cm lang werden, aber wer weiss das schon ;) Ich wollte schon immer so eine Pflanze haben (es gibt sie sehr selten zu kaufen, wenn ueberhaupt, dann gewoehnlich nur als Samen, und daraus eine Pflanze zu ziehen, ist bei dieser Gattung extrem schwer), seitdem ich sie das erste Mal in einem oeffentlichen Gewaechshaus gesehen habe. Ich denke, was die Temperaturen betrifft, wird sie sich hier ganz gut halten, meine Orchideen tuns ja auch. Nur, wie ich sie zum Bluehen bekomme, das weiss ich noch nicht. Dabei sind die Blueten wohl das Interessanteste an der Pflanze (wobei die Blaetter auch sehr schoen sind) - mal schauen, ob ich irgendwo noch ein Foto davon finde...

Wo wir schon beim Geldausgeben sind: Ich hab neulich auch meine Duftlieferung aus den USA bekommen, von einer Kuenstlerin, mit der ich, wenn ich mich recht erinnere, 2006 das erste Mal in Kontakt kam. Sie stellt ihre eigenen Parfums, Duftkerzen, Seifen, o.ae. her, in ungewoehnlichen Duftrichtungen und nur aus natuerlichen Stoffen. Ohne Chemie, ohne Alkohol. Die Sachen riechen gut und ich vertrage sie auch problemlos, waehrend ich viele "konventionelle" Parfuems aus Kaufhaeusern, Parfuemerien, usw, scheusslich finde (bekomme davon oft Kopfschmerzen und Niesanfaelle). Der Stil der Kuenstlerin hat sich mit der Zeit ein wenig gewandelt, meine letzte Stellung war zwar "angedunkelt", aber doch eher barockartig anmutend, was Formen, Farben und Muster von Seifen und Verpackung, Zierkaesten (aus Holz) usw anbelangt. Nun, etwas ueber ein Jahr spaeter (ja, die Sachen haben lang gehalten, hatten eine super Qualitaet und waren auch relativ guenstig!) gehts in Richtung "viktorianisch-duester", auch sehr schoen. Wobei ich mir dieses Mal die reinen Produkte in schlichtem Papier verpackt geordert habe, hab hier genug Holzkaestchen, hab keinen Platz mehr... Also: 2 Duftkerzen ("Absinth" - eine Mischung aus Wermut, Anis, Fenchel, diversen anderen Kraeutern und ein wenig Zitrone, was tatsaechlich wie Absinth riecht; Opium, Sandelholz, Weihrauch mit Aprikose - gibt der erdigen Mischung etwas Fruchtiges, Suesses), 1 Parfuemoel in Absinth, 2 Seifenbloecke (Absinth; Opium, Weihrauch, Patchouli, Maigloeckchen, Himbeer - aehnlich der Duftkerze, nur eben mit Himbeer-Note und etwas blumiger), 1 Eau de Toilette (Weihrauch, Myrrhe, Nag Champa, Vanille - riecht zuerst sehr vanillig, nach einigen Minuten aber nur noch nach Raeucherstaebchen - oder sagen wir: wie in jedem indischen Laden, was mir zusagt, da ich diese Atmosphaere mag; 100ml fuer gerade mal ca 4 EUR... Ich weiss nicht, ob man fuer den Preis ein anderes EdT findet, vor Allem eines aus "oeko"-Materialien und mit dem EINZIGartigen Geruch... Genau genommen hab ich sowieso noch nie eins mit dem Geruch gesehen, egal, zu welchem Preis).

Zuletzt noch etwas zum Thema "neulich in der Fernsehzeitung":

Also ich hab mich frueher immer gefreut, wenn Unterricht ausfiel, und mich davor nicht "retten" muessen ;) (Ich weiss auch, dass der 1. Teil der Folgentitel ist, aber im Fliesstext siehts trotzdem lustig aus).

cn P

23.10.2008 um 17:29 Uhr

"Morals"

Auszuege aus einer Forendiskussion ueber BDSM(-Kunst)... Im Vorfeld sollte man vielleicht erwaehnen, dass ich eine (nicht pornografische!) Zeichnung in diesem Bereich in einem Forum, in dem soetwas an sich nicht verboten ist, online gestellt habe, worauf sich eine Person ziemlich beschwerte, dass soetwas amoralisch sei. Das veranlasste mich, doch mal ein wenig ueber "Moral" zu diskutieren... Hier einige Textfragmente von mir (die "Antworten" der Person unterliegen 1. ihrem Copyright und waren 2. sowieso argumentlos a la "Das ist aber amoralisch!", weswegen man sie getrost weglassen kann).

"Really, why should a sexual relationship be immoral in which all involved people gave their consent? Moral is made by society and doesn't necessarily make sense. Society labels homosexuality immoral or wrong too (or at least they did a long time), so why should we care? [Anm.: Die Person, die sich ueber mein "amoralisches" Bild aufregte, ist homosexuell, verstoesst also selbst gegen gaengige "Moral", weshalb es mich wundert, dass sie sich so viel daraus macht]. Maybe I'm too tolerant, but I'm of the opinion EVERYTHING (without exceptions) should be allowed in which no one gets violated against their will."

Naechstes Posting.

"We're talking about a CONSENSUAL act here! How can that be violence?

If some people agree on doing something together, it's okay. It's their business and no one should be allowed to hinder them. I don't care for morals forced onto people by someone else. Everyone has their own life and should be able to have full control over it, without limitations (except for if someone else gets violated against their will). This would be real freedom. This world is not free as long as one can't really decide over oneself's body, life and identity. As long as there are "traditions", "morals", "rules" forbidding things which don't harm anyone, just, because they have the power to.

P.S.: Don't call things "philosophical shit" just because it's not what our society allows people to think. Use your brains and make your own decisions... Think about what beliefs exist only because society says "it HAS to be this way", without explanations, without logic.

Or, more generally: Who gives someone the right to forbid other persons whom to LOVE and in which way, in case these people act consensually? Is it really right to forbid people to do things they want which don't hurt anyone (against their will)? Would you give up your love to someone, just because someone says it's not right? Who has the right to forbid people to love? It's our life, we alone should be the ones who decide what to do with it."

Aehm, ja. Vielleicht interessierts ja wen. Ich habs nicht nur fuer die BDSMler hier reingenommen, sondern, weils auch sehr gut meine einzige moralische Regel wiederspiegelt: "Alles ist erlaubt, was niemandem gegen seinen Willen schadet".

cn P

22.10.2008 um 16:51 Uhr

20. und 21.10.08

Montag... Wieder einmal von einem kuenstlichen Gewaesser in weitestem Sinn getraeumt. Dieses Mal wars ein Kanal. Sonst sind es oft Quellbaeder, kuenstliche Teiche o.ae. Woran es liegt, weiss ich nicht. Abends bei meinem "Vater" angerufen, der nur gemeckert hat. Und alles mit einem "Komm gefaelligst wieder nach Hause!"-Unterton. Schlimm genug schon, dass ich je einmal pro Woche anrufen und vorbeikommen soll. Die zwei Gespraeche empfinde ich immer schon als nervtoetend.

Dienstag... Da ich meine Ernaehrung in letzter Zeit wieder vernachlaessige und wir uns mal was goennen wollten, wollten wir eigentlich morgens auswaerts fruehstuecken. Sind extra eine Stunde frueher losgegangen, geschlafen hab ich sowieso die ganze Nacht nicht :/ Schon um kurz nach 7 war man das erste Mal an der Bushaltestelle nahe der Wohnung ekligem Gequalme ausgesetzt. Keine 15 Minuten spaeter in der Bahn hat man auch schon wieder die ersten Schnapsleichen gerochen. Um die Uhrzeit schon. Dann sind wir also dort angekommen, und mussten feststellen, dass das Lokal genau heute geschlossen ist ;/ Da haben wir uns wenigstens im Supermarkt was zu Essen besorgt... Dann in den Bus gestiegen, der gut 25 Minuten kuerzer zur Uni brauchte, als sonst, weil irgendwie kaum ein Mensch ein- oder aussteigen wollte. Also zu frueh an der Uni gewesen und da dann den ganzen Tag mit uebelsten Magenschmerzen abgesessen ;/ Koerperlich funktioniert aktuell kaum was; Magenschmerzen, Sodbrennen, schmerzempfindliche Zaehne, Kopfschmerzen, Erkaeltung, usw, all der Mist... Alles auf einmal, ohne eine Ahnung, woher es kommt. Ohne geaenderte Gewohnheiten. Abgesehen davon vielleicht, dass der Unterricht schon wieder eine Woche laeuft.

Der erste Kurs war insofern nervig, dass der Raum mal wieder vollkommen ueberfuellt war. Ausserdem hat der Dozent bloss die gesamte Zeit seinen Text runtergeschwafelt, wie man das alles mitschreiben soll, Name an Name, Jahreszahl an Jahreszahl, weiss ich auch nicht. Das kriegt aber wohl keiner dort hin. Ob irgendwann die Texte online gestellt werden, weiss auch kein Mensch. Organisatorisch klappt auch nichts. Anwesenheitsliste? Verschwindet immer wieder. Letztes Mal sollten 4 Boegen verteilt werden, reichten aber nicht. Die sollten dieses Mal die bekommen, die letztes Mal leer ausgingen. Denkste, zwei Minuten, nachdem er die Sachen dem ersten gereicht hatte, fragte er, wo der Stapel angekommen sei - weg! Dann ist er gegangen und hat neue Kopien gemacht, die man, mal wieder, nach der Stunde abholen sollte. Wie letztes Mal, dasselbe Resultat: ueberzogen, ewig angestanden, und dann fehlten wieder 2 Boegen ;/ Davon einer von einem Set aus 3 Boegen... Die eigentlich alle gleich oft kopiert worden waren. Verstehe das Resultat, wer wolle. Nie klappt dort etwas, es ist sinnlos, das zu erwarten, und der Raum mit dem ganzen Laerm, Moebelgerumpel und ekligen Geruechen ist auch eine Zumutung. Beim Anstehen fuer die Boegen nach der Stunde fiel mir ein Kommilitone auf, der extrem ekelhaft stank, als habe er sich einuriniert und sich die letzten 3 Wochen nicht mehr gewaschen *kotz* Ist das das "voll krass alternative Studentenleben"?

Der naechste Kurs war dann auch unglaublich lahm. Sogar fuer Studienanfaenger. Erschreckend finde ich dabei haeufiger den Wissensstand der frischen 1er-Abiturienten... "Haben Sie schon einmal einen Magazin- oder Zeitungsartikel gelesen und analysiert? Vielleicht mal drueber gesprochen?", fragte die Dozentin. Die Leute waren sich alle einig, dass das nie in der Schule vorgekommen sei und sie das demnach noch nie getan haetten. WO BIN ICH HIER EIGENTLICH?!, frage ich mich da immer wieder. Wir haben spaetestens seit der 10. Klasse fast NUR wissenschaftliche oder Nachrichten-Artikel analysiert! Nicht nur in Deutsch, sondern auch in Politik, Geschichte, Erdkunde, Englisch,... Da frag ich mich echt, auf was fuer einer Schule die anderen waren (Baumschule?) oder an was fuer einer ich war, wenn die einen scheinbar grenzenlos uebergebildet und einem dafuer bemerkenswert strenge Noten gegeben haben... War ich froh, als der Unterricht um war. Nach Hause gefahren. Den ganzen Nachmittag und Abend bis 22 Uhr geschlafen :/ Mit Essen besorgen war dann auch nichts mehr. Nur noch bisschen online gewesen. Findet ihr Forenmoderatoren, die jede sich entwickelnde Diskussion mit "Das ist jetzt zu offtopic, hoert also auf, euch darueber zu schreiben!" bremsen oder beenden, auch so schrecklich? Gerade in einem lockeren Hobbyforum sollte man doch wohl froh sein, wenn sie ueberhaupt gute Diskussionen ergeben und nicht immer krankhaft streng den "Das gehoert nicht zum Thema, hoert auf!"-Zeigefinger erheben...

cn P

19.10.2008 um 16:14 Uhr

Sprache und Kultur

Gestern schrieb ich, dass es unnoetig sei, sich einer Nationalitaet zugehoerig zu fuehlen. Wer denkt, ich moechte das zuruecknehmen, liegt falsch. Es erinnerte mich nur (gestern schon, aber statt gleich weiterzuschreiben, bin ich lieber erstmal schlafen gegangen) wieder daran, dass ich diese Diskussion schon einmal hatte. Damals gab es den Einwand, wenn man sich keiner Nation mehr zugehoerig empfinde, koenne man Traditionen und Kultur nicht wahren. Das sehe ich nicht so. Ich bin der Meinung, wenn Interesse an Kultur und Brauchtum da ist, kann man das auch so pflegen. Indem man Interesse hat, darueber zu schreiben (zur Wahrung der Erinnerung), oder daran teilzunehmen, oder Kultur- und Kunstgegenstaende zu bewahren, egal, ob man dieser Nationalitaet angehoert, oder nicht. Nehmen wir als Beispiel Architektur, Sehenswuerdigkeiten. Wenn ich persoenlich die Mittel dazu haette, wuerde ich bsp. auch indische Tempel restaurieren, weil ich sie eben interessant finde. Obwohl ich mit der indischen Kultur an sich wirklich gar nichts zutun habe. Genauso kann ein Chinese (theoretisch) in Deutschland historische Bauwerke sehen, die er interessant und schuetzenswert findet und fuer die Erhaltung dieser sein Geld aufwenden. Ich sehe mich als Mensch keiner einzelnen Kultur verpflichtet, sondern will das erhalten, was mir erhaltenswert vorkommt, woher auch immer es stammt. Einige Menschen werden das vielleicht weniger frei sehen und nur eine Kultur als ihre sehen und sich um diese kuemmern. Ist ja auch gut, so lange man, wenn man es anders macht, nicht gleich vorgeworfen bekommt, man sei Schuld am Zerfall der Kultur eines Landes. Zudem sollte man bedenken, dass Kultur schon immer in Wechselwirkung mit umgebenden Kulturen entstand, dass Kultur sich immer wieder wandelte. Das heisst auch, dass eine Kultur irgendwann endete, sonst konnte es keine naechste, neue geben. Das heisst, wenn heute ein Brauch vergessen wird (oder eben einfach nur immer weniger praktiziert, wobei das Wissen darueber schriftlich erhalten bleibt), dann ist das nichts Neues, nichts Schlimmes (wie die Vergangenheit zeigt - wo wir wieder bei "Lernen durch Erfahrung" waeren ;) ), sondern etwas gaenzlich Natuerliches, was immer wieder vorkam. Wobei es zu allen Zeiten konservative und innovative Menschen gab. Wie heute.

Ich frage mich, was so schwer daran ist, auf diese Gedanken von allein zu kommen? (Das ist KEINE Beleidigung, sondern eine ernst gemeinte Frage!). Auch, wenn man ungewoehnlich denkt, kann man ja unmoeglich der Einzige sein ;) Wobei ich das manchmal schon fast glaube ;) Eigenheiten gab es bei mir schon in der Kindheit. Ich habe bsp. meine "Mutter" aus rhetorischer Laune heraus nie mit "Mutter", "Mama", "Mami" oder Aehnlichem (auch im nicht im fremdsprachlichen Aequivalent) angesprochen, sondern wie eine distanzierte Bekannte, inklusive ueberhoehter Hoeflichkeit. Dazu muss man sagen, dass es im asiatischen Sprachraum ueblich ist (Ja, Kinners, jetzt gibts wieder Bildung! Mehr, als beim oeffentlich-rechtlichen Fernsehn! ;) ), Menschen nicht nur entweder mit dem Verwandtschaftsverhaeltnis, dem Vor- oder dem Nachnamen (mit oder ohne "Herr"/"Frau") anzusprechen, sondern es je nach Sprache ein "kompliziertes" (hoere ich von vielen Leuten, die damit nicht aufgewachsen sind) System von Vor- und/oder Nachsilben, die Hoeflichkeitsformen darstellen, gibt. Einige Leute kennen vielleicht aus dem Japanischen "-chan", "-san" und "-sama", Silben, die an den Namen gehaengt werden, die das Verhaeltnis zu dieser Person darstellen, im Fall der drei Beispiele waere es eine sehr vertraute, eine mehr oder minder gewoehnliche, und eine bewundernde/ehrende, die man gegenueber jemandem, der auf welche Art auch immer hoeher gestellt ist (oder den man so empfindet), verwenden wuerde. Ausserdem gibts da auch noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. "-chan" ist beispielsweise eher weiblich und wird bei Jungen nur im Kindesalter verwendet, und auch nur von nahe stehenden Personen. Oder von Frauen ihrem Lebensgefaehrten gegenueber, umgangssprachlich.

Aber da ich eigentlich nicht ausm japanischen, sondern dem thailaendischen Sprachraum stamme und mit meiner "Mutter" demnach auf Thai kommuniziert habe, war das da wieder etwas anders... (Wiedermal so weit abgeschweift ;) ). Jedenfalls kamen damals fuer mich, grob gesehen, drei "Distanzen" in Frage, naemlich (bedeutungsgemaess uebersetzt, von nah bis entfernt) "Mama", "(Rufname)" oder "(Rufname+Hoeflichkeitsform)". Stufe 2 waere verwendet worden von Freunden (egal, ob nah oder entfernt), Stufe 3 durch Bekannte, zu denen man kein besonderes Verhaeltnis hat (vielleicht ein wenig vergleichbar mit "Frau XY", aber auch nicht 100%ig dem entsprechend). Naja, jedenfalls habe ich meine "Mutter" immer mit der 3. Stufe angesprochen, tue das heute noch, und alle Menschen, inklusive meiner "Mutter", finden das sehr merkwuerdig. Kann ich verstehen. Es steckt allerdings keine boese Absicht dahinter, sondern ist einfach nur eine rhetorische Eigenheit, die ich mir schon als Kind gesucht habe und die ich auch nicht aufgeben will ;) Meinen "Vater" habe ich uebrigens als Kind mit "Papa" angesprochen und, nachdem ich aus dem Alter raus war ;) , gar nicht mehr. Es ist ja sowieso nie jemand Anderes da, wenn ich bei ihm bin, das heisst, es kann nur er gemeint sein, wenn ich etwas sage, und zum Anderen fiele mir auch nichts ein, was ich sagen sollte. Dh wenn doch mal wer dabei waere, wuerde ich ihn wahrscheinlich ansehen und "du" sagen, bis er reagiert. Ich weiss, andere Leute sprechen ihre Eltern (zum Teil auch schon als Kind) mit dem Vornamen an, besonders, wenn die Eltern sich als Freunde darstellen wollen, denke ich manchmal (vielleicht irre ich mich auch). Aber das kaeme mir komisch vor, meine "Eltern" sind schliesslich definitiv nicht meine Freunde.

So, jetzt koennte ich entweder zum Thema Sprache oder zum Thema Norm uebergeben. Beides interessant (fuer mich). Ich habe irgendwie eine Affinitaet zu sprachlichen Themen, aber ich glaube, sonst wuerde ich wohl nicht auch, neben Geschichte, Germanistik studieren und mich fuer diverse Fremdsprachen (gern auch ungewoehnliche) interessieren. Zur Sprache koennte ich jetzt den Begriff der "Unschuld" einbringen. Fuer mich ein merkwuerdiges Wort. Gerade mit der Konnotation, die es bsp. bei "Unschuld verlieren" hat, die ja von "Schuld" meiner Meinung nach etwas entfernt ist. Jedenfalls verstehe ich unter "Schuld" woertlich entweder das, was aus einem Vergehen, das jemand oder etwas Anderem geschadet hat, resultiert, oder aber, neutral betrachtet, der Ausloeser fuer irgendetwas (gut oder schlecht) gewesen zu sein. "Unschuld" waere somit, nichts getan oder zumindest nichts Schlimmes getan zu haben. Das finde ich persoenlich, passt in obigem Kontext nicht, es sei denn, man betrachtet prinzipiell alles als schlimm ;) "Unschuld" hat in dem Fall fuer mich eher einen Anklang von Naivitaet, Unbesorgtheit und Kindlichkeit. Fuer mich ist der Moment, den man am ehesten als "Verlieren der Unschuld" bezeichnen koennte, jener, in dem man zum ersten Mal die Naivitaet verliert und mitbekommt, dass auf der Welt so einiges nicht funktioniert, wie es sollte. Bei einigen Menschen koennen die Augen dafuer sich auf einen Schlag oeffnen, haeufiger ist es aber wohl ein schleichender, mit dem Altern/Reifen verbundener, Prozess. Bei einigen mag er wohl auch nie auftreten. Werten moechte ich das nicht, alles wird seine Vor- und Nachteile haben.

Wenn ich "zu viel" Freizeit habe, lese ich viel. Nicht nur unterhaltende Literatur (ich finde dabei eigentlich alles im Prinzip unterhaltend, ob Roman, Gedicht, Novelle oder Drama - Klassiker auch und vor Allem gern), sondern gern auch wissenschaftliche Arbeiten oder auch einfach "nur" Nachrichten. Ich betrachte dabei gern die Sprache und was fuer ein Welt- oder Menschenbild transportiert wird. Wenn man so moechte, wieder die gesellschaftliche Ebene... Dabei kommen mir oft ziemlich viele Gedanken, was einigen Menschen, die nie auf die Idee kaemen, sich mit "sowas" freiwillig zu befassen, wahrscheinlich sehr seltsam anmutet. Ich beschaeftige mich dann gedanklich auch gern mit Aussagen, die mir auf irgendeine Weise besonders aufgefallen sind, oder mit einzelnen Worten - meine Leser kennen es ja mittlerweile, denke ich. Dabei stosse ich immer wieder auf Dinge, die mir seltsam vorkommen und lerne auch etwas ueber andere Kulturen, was ich mir vorher kaum haette vorstellen koennen. Mir macht das Sich-bilden auf diesem Weg Spass. Kann ja jeder anders sehen. Um diesen sehr kultur- und sprachgepraegten Beitrag fuers Erste abzuschliessen, verweise ich noch einmal auf eine mir sehr fremd anmutende Entwicklung, die dabei direkt nebenan von "uns" (ich bin da mal dreist Deutschland-zentriert) stattfindet: in Oesterreich. Dass dort sprachlich einiges etwas anders ist (Eichkatzerl vs Eichhoernchen, Jaenner vs Januar, usw), ist ja nichts Neues. Aber auch subkulturell ist dort nicht alles, wie hier... Bsp gibts nur dort die so genannten "Krocher", die mein Weltbild vom tollen, gebildeten Oesterreich zerstoert haben ;) Die sind quasi eine Mischung aus Moechtegern-Hip-Hop-Gaengster und Proll, die Oesterreichisch sprechen. Mit all dem Mist, dens hier auch gibt: Saufen, sich im Solarium totbraeunen, dazu uebertrieben blondierte Haare, ueberschminkte Weiber, in den Kniekehlen baumelnde Hosenboeden, und genau demselben Sprachgestammel ("Oida, ey!"). (Nicht nur) Hier sieht man, was ich meine: http://forum.geizhals.at/t523006.html *seufz* Wie weit das aber wirklich verbreitet ist, weiss ich nicht. Vielleicht kann ja jemand aus Oesterreich etwas dazu sagen, wenn das Thema denn ueberhaupt relevant genug ist ;)

Demnaechst mehr ;)

cn P

18.10.2008 um 22:12 Uhr

Menschen beschraenken (sich selbst)

Hach ja, die Soziologie, die Wissenschaft, die erst Normen aufstellt, hach ja, die Mode, die Gesellschaft, die Vorurteile... Wohl ein Thema, mit dem man sich jahrelang befassen koennte. Und immer wieder die Frage, wieso man selbst so "seltsam anders" ist, anders empfindet - liegt es vielleicht am Kulturkreis? Seit dem Studium habe ich fast schon so oft vorgehalten bekommen, ich sei sicherlich nur wegen meiner undeutschen Abstammung "anders", dass ichs fast schon selbst glauben woellte ;) Aber ist es das wirklich? Ich sagte bereits, mit vielen Asiaten und Finnen verstehe ich mich unglaublich gut. Aber es kann doch nicht sein, dass Vorurteile tatsaechlich stimmen und Voelker sich in Schubladen einsortieren lassen... charakterlich gesehen!? Tatsache ist aber, dass in Asien nicht so ein Markenwahn herrscht, der sich von Kleidung bis hin zu Mineralwasser (die "hippen" Tussis an der Uni trinken immer nur franzoesisches Mineralwasser Marke XY, weil das ja so modern sei, und zahlen fuer eine Flasche gut 2 Euro - in Frankreich selbst habe ich das Zeug auch getrunken, weil es mit 50 Cent das billigste Wasser in den umliegenden Geschaeften war...), von Makeup bis zu Handies, erstreckt. Und da kaeme auch keiner auf die Idee, sich zu schaemen, billig einzukaufen (waehrend ich hier in B. schon Leute gesehen habe, die sich vorm Betreten von Aldi, Lidl, Penny und Co erst einmal ungesehen und fast schon vermummt haben, damit keiner erfaehrt, dass sie in "Billiglaeden" kaufen, da "billig = schlecht" *kopfschuettel*). Man koennte glatt meinen, die Leute hier haetten zu viel Geld und koennen sich daher zu viele unnoetige Gedanken ueber Moden, ihren Ruf, Statussymbole und die Wahrung ihres "tollen" Scheins machen - aber das kann doch nicht wahr sein. Aber wenn man so sieht, wie die Massen der Menschen sich verhalten, koennte man glatt glauben, es waere so und man, als "Anderer" sei der einzige "Merkwuerdige" der gesamten Welt - ein Glueck gibts das Internet, somit erfaehrt man wenigstens, dass es in irgendwelchen anderen Ecken der Welt auch noch "seltsame" Menschen gibt... *re*

Ich benutze bewusst "anders" oder "unnormal" in Anfuehrungszeichen als Bezeichnung dessen, was von der "Norm" (= Masse, da die die Normen definiert) abweicht, nicht "besser" oder "schlechter". Ich finde die Haltung, andere Menschen wegen ihres Seins als besser oder schlechter zu bezeichnen, ueberheblich. Ueber Handlungen kann man es sicher sagen: "Jemand kann besser malen, als ein anderer". Oder "besser kochen" oder meinentwegen auch "besser singen". Ein Mensch kann auch moralischer handeln als ein anderer. Aber trotzdem kann man schlecht sagen, ein Mensch sei mehr Wert als der andere. Da, wo dies durch die Masse propagiert wird, wird gern geschrieen, das sei intolerant und unterdrueckend. Schlimm, dass es auch in Minderheiten genauso geschieht und die gar nicht merken, dass sie genauso schlimm sind, wie die, die sie angeblich unterdruecken! Was ich da schon alles erleben musste: Homosexuelle, die Heterosexuelle abwerten, Bisexuelle, die Homosexuelle als "pervers" bezeichnen, Kranke, die meinen, sie seien nicht krank (dabei ist das nichts Negatives sondern bezeichnet doch erst einmal nur eine Abweichung vom Norm-Organismus, die dafuer sorgt, dass dieser anders funktioniert, als ein "normaler", EVTL auch Defizite hat), sondern besser, als die Gesunden (was man da nicht, je nach Krankheit liest, bis hin zu groessenwahnsinnigen Aeusserungen wie, dass man nicht krank, sondern - Zitat - die "nächsthöhere Evolutionsstufe" und damit viel besser als alle anderen sei) - alle handeln sie genauso fanatisch, wie die, die angeblich so intolerant und schlimm sind, und erheben sich selbst zu Goettern, waehrend alles FREMDE, ANDERE als minderwertig bezeichnet wird. Und immer schoen mit anderem Masz messen. Dieses Verhalten ist meiner Meinung nach unmenschlich (im Sinne von schlimm und unsozial, denn menschlich scheint es ja leider zu sein). "Krank" kann man es daher nicht nennen, weil es scheinbar die Norm ist... also normal. Trotzdem schlecht.

Was kann man also dagegen tun? Lamentieren allein nuetzt ja gewoehnlich nichts. Und Gewalt bringt sowieso nichts, man kann Menschen nur zum Denken ANREGEN, wenn sie denken WOLLEN. Da liegt wohl das Problem ;) Wer blind durchs Leben laeuft, weil er es will, wird die Augen nicht oeffnen. Also gibt es hier wohl doch nichts, ausser immer wieder hinzuweisen und Informationen/Denkanregungen auszustreuen, damit die, die WOLLEN, sie aufnehmen und bedenken. Man kann schreiben, seine Sicht offen legen, Argumente pro und contra eine Meinung auflisten, mehr nicht. Und man sollte auf Missstaende hinweisen. Sollte Meinungen aeussern (duerfen). Und nicht zuletzt moeglichst wirkliche Probleme angehen, statt sich an Nichtigkeiten aufzuhalten (wo wir wieder bei "herstory" waeren; aber es soll ja auch Menschen geben, die haben etwas dagegen, als "blond" bezeichnet zu werden, obwohl sie blond sind, weil das "so ein haessliches" Wort sei...). Nicht wahr haben und akzeptieren wollen, wer sie sind (nicht einmal verbal, physisch schon mal gar nicht - wie viele Leute haben Komplexe, wenn sie sich im Spiegel sehen und haben Angst, vor anderen Menschen - sei es auch nur der Hausarzt oder sogar der eigene Partner - nicht voll bekleidet zu sein?!). Obwohl es nur um Worte geht. Nicht einmal um Vorurteile. Erinnert mich irgendwie an meine fruehere Geschichtslehrerin vor einigen Jahren. Es ging einmal, aus welchem Grund auch immer, um jemand Homosexuellen, und die Frau meinte, man sollte nicht "schwul" sagen, weil das Wort so negativ klingen wuerde, wegen dem "u" darin, genauso wie Woerter mit "un", denn das sei eine negative Vorsilbe. Da hat sie Recht: Wo nicht ueberall "un"s drin vorkommen! Untergang, Ungeheuer, Unfall... und Unterricht :P Ich weiss nicht, ob ich es lieber nicht haette aussprechen sollen. Aber wirklich leiden konnte sie mich ja sowieso nie.

Wo wir schon mal wieder bei SchwUlen und der gender-Frage sind... (Ja, das Thema wieder! Wer mittlerweile gelangweilt ist, moege die naechsten (Ab)Saetze einfach ueberspringen ;) ) Neulich las ich einige erschreckende Zeitungsartikel ueber einen Geistlichen namens "Peter Mullen". Er forderte online auf seiner Homepage, dass man Homosexuellen auf die Wange und auf das Gesaess "Sodomie toetet!" zwangstaetowieren solle. Die darauf folgende Entruestung konnte er nicht nachvollziehen und behauptete dann, es habe sich bei der Aussage doch bloss um einen "Scherz" gehandelt. Nun sollte man meinen, wer ein abgeschlossenes Studium hat (wenn auch nur der Theologie :P), sollte ein wenig Bildung haben und auch die Reife, zu wissen, was sich nicht als Scherz eignet... Waehrenddessen untersuchen Soziologen erstmalig das Phaenomen der "schwulen Maedchen" - Frauen, die sich von "sich schwul verhaltenden Maennern" angezogen fuehlten. Darin sehe ich nur zwei Schwierigkeiten... 1. sind die etlichen Jungen/Maenner, die sich Pornografie von miteinander taetigen Frauen ansehen (die nicht zwangslaeufig lesbisch sein muessen), jetzt alle "lesbische Jungen"? 2. Wer definiert "schwules Verhalten"?! Das sind wieder nur Vorurteile - grausig! Eine naechste Schwierigkeit der offiziellen Definition: Genauso koennten "schwule Maedchen" auch ihres eigenen Geschlechtes unsicher sein (genderqueer) oder sich gar als maennlich empfinden, also transsexuell sein. Nur, wieso sind das dann noch "schwule MAEDCHEN"? Das sind dann doch schon "schwule Ungeschlechtliche/Intersexuelle/Pansexuelle/Maenner"? Oder darf man Frauen, die sich als Mann empfinden, ihren Koerper aber nicht operativ umwandeln wollen, verbieten, sich als Mann zu sehen, nur, weil sie nicht an sich schnipseln lassen wollen?! Waehrend die, die an sich schnipseln lassen, sogar juristisch erzwingen koennen, dass sie fortan als Mann behandelt werden.

Unsere Gesellschaft sollte bestenfalls ganz davon abkommen, dass alles nach den Geschlechtsorganen, die man besitzt, gehen muss, wenn man es nicht so will. Wenn sie es schon erlaubt, dass man sein Geburtsgeschlecht rechtlich aufgeben kann, dann bitte aber auch komplett frei, ohne Operationszwang! Dann moechte ich aber auch eine Alternative zu Mann/Frau, naemlich etwas, was beides oder nichts bezeichnet. Ich persoenlich wuerde mich fuer eine der Alternativoptionen entscheiden. Schon als Kind habe ich auf alle Fragen, die eine fuer mich unsinnige Unterscheidung erforderten, negativ reagiert: Ob "Fuehlst du dich deutsch oder asiatisch?" oder "Wuerdest du lieber ein Maedchen oder ein Junge sein?" - Meine Antwort war, das habe ich als Kind schon stur gesagt, "Ich bin ein MENSCH und mehr will ich nicht sein!" (auch, wenn es pathetisch klingt, genau das habe ich auch mit 7 Jahren schon gesagt und bin bis heute der Meinung). Ich bin damit immer auf Unverstaendnis getroffen. Man muesse sich doch entscheiden. Verstehe ich nicht. Wieso muss man sich bsp. ueberhaupt einer Nationalitaet zugehoerig fuehlen? Mir ist es egal, was fuer einen Pass jemand hat. Ich kann auch gern meinem Ausweis gemaess sagen "Ich bin Deutsche". Ja, ich BIN deutsch - aber ich FUEHLE mich nicht deutsch, nicht asiatisch, nicht sonstwo zugehoerig, sondern einfach nur als Mensch! Denn ich lehne es ab, in Klischees zu denken, da der Begriff "deutsches (alternativ auch "tuerkisches", "asiatisches", "afrikanisches", etc) Denken" suggeriert, ein Volk wuerde bestimmte Eigenschaften haben. Es werden wieder Normen definiert, Vorurteile kreiert. Dabei sind alle Menschen anders und denken anders. Egal, woher sie kommen. Es gibt kein "deutsches Gefuehl". Ausser vielleicht, man ist patriotisch und redet es sich ein. Davon halte ich fuer mich persoenlich nichts, ich will mich nicht beschraenken, indem ich mir einrede, ich koenne nur auf eine bestimmte Art und Weise sein, da ich einem bestimmten Volk angehoere, und anders koenne/duerfe es nicht sein. Ich bin ich. Ich bin einer von Milliarden von unterschiedlichen Menschen. Punkt.

cn P

18.10.2008 um 16:51 Uhr

Herbsterinnerungen an einen beinahen Tod

Es ist ein Herbsttag, das Licht wie damals, wie an jenem Tag, an dem ich fast starb. Das war am 19. September 2000 gewesen. Es waere eine Mischung aus Selbstueberschaetzung, Unglueck und technischem Versagen gewesen. Wenn ich daran zurueckdenke, bin ich nicht ungluecklich - es ist sogar ein melancholisches Gefuehl. Ich weiss, das ist "anormal". Natuerlich war es nicht schoen, was geschah, was haette geschehen koennen, und die Folgeschaeden und -zeit ebenfalls nicht. Aber dass man es ueberlebt hat, macht einen schon gluecklich, und ich finde die Erfahrung im Nachhinein fuer mein Leben doch interessant. Es war am 1. Tag einer Klassenreise nach B. im Norden gewesen, wir machten eine Radtour... Gut, "Radrennen" haette man es auch nennen koennen, das Tempo war enorm. Das ueber holperige Landstrassen. Huegel hinauf und hinab. Ich hatte an einer Stelle so beschleunigt, wie noch nie, den Wind ueber die Haut streifen zu spueren, war schon ziemlich angenehm. Das an sich war ja noch nicht das Fatale; das war die Tatsache, dass ein spitzer Stein aus der unbetonierten staubigen Strasse herausragte, an dem mein Vorderrad sich so verhakte, dass die Speichen durchbrachen und... aehm... nunja, ich sass noch mehrere Sekunden auf dem kaputten Rad und versuchte, zu bremsen... Dann brach noch mehr durch und ich machte einen huebschen Flug mehrere Meter durch die Luft... Ein angenehmes Gefuehl (ich bin sowieso fasziniert davon, wuerde auch Bungee oder Fallschirm springen, wenn es nicht so riskant waer - Nervenkitzel interessiert mich nicht, nur das Gefuehl des freien Falls). Ich war so sorglos, wie kaum sonst. Es hatte sich, schon als ich merkte, nicht bremsen zu koennen, das Gefuehl in mir ausgebreitet, ich wuerde nun wohl sterben, das binnen einem Bruchteil einer Sekunde, und danach genoss ich bloss noch den Flug. Ich weiss, das klingt makaber. Aber ich dachte, es waere sowieso aus, habe mich sofort abgefunden, hatte keinerlei Angst... So ruhig zu sein, das erlebe ich selten. Ruhig sein - ja, aber nicht so sehr, wie damals. Denn, wenn man weiss, es kommt nichts mehr, muss man sich auch ueber nichts mehr Gedanken machen.

Als ich aufschlug, noch ein ganzes Stueck ueber die Strasse schlitterte, wurde ich erst einmal bewusstlos. Ich weiss nicht, wie lange es dauerte, bis ich wieder erwachte, jedenfalls lag ich seitlich auf der Strasse, aber so verdreht, dass ich in den blauen Himmel mit Schaefchenwoelkchen sah, ins grelle, gleissende Licht. Mir lief Blut in die Augen. Ich versuchte, es zu verwischen, bekam dabei aber nur noch mehr von den Haenden ins Gesicht. Ich sah mir meine zerrissene Kleidung an, tastete nach meinen Zaehnen, was mir irgendwie am meisten Sorgen machte, schaute, wo sich ueberall offene Wunden befanden, soweit grob ersichtlich. Ziemlich viel Blut floss aus meiner linken Schlaefe und von meinen Lippen, was weniger schoen war. Ich stand auf, um zu sehen, ob irgendwo Hilfe zu holen waere. Die kam erst nach laengerer Zeit, rannte mir hysterisch entgegen und forderte mich auf, mich hinzusetzen. Dabei konnte ich problemlos stehen. Dann kamen noch ein paar Personen, eine wurde kreidebleich, weil sie kein Blut sehen konnte, und die anderen waren auch vollkommen entsetzt. Einmal kollabierte ich dann noch. Schmerzen habe ich kaum gespuert, es waren wohl so starke, dass mein Koerper sie nicht mehr verarbeiten konnte. Wie schlimm es eigentlich war, sah ich erst im Krankenhaus, als ich mit Desinfektionsmittel eingerieben wurde und Bandagen bekam. Dafuer waren die Schmerzen wirklich gering. Aber generell funktionierten nun meine Emotionen nicht mehr richtig, und schliesslich bekam ich auch noch Dissoziationen, dh, Persoenlichkeitsabspaltungen. In manchen Situationen war es mir, als wuerde mein Koerper allein handeln und reden, und ich hatte keinen Einfluss darauf und konnte nur zusehen. Das war das Erschreckendste am ganzen Unfall, aber zum Glueck war ich es nach einigen Monaten los. So ist es wohl, wenn ein Koerper in Not ist... Er schaltet um und funktioniert nur noch "automatisch", wenn die Schmerzen anders nicht mehr zu verkraften waeren.

Die Schaeden an Fahrzeug und Kleidung habe ich erst einige Tage spaeter gesehen. Vom Rad war insgesamt wirklich nicht mehr viel uebrig. Und ohne Helm waere wahrscheinlich meine halbe Schaedeldecke weg gewesen. Zudem haette ich mir, wenn das nicht geschehen waere, um ein Haar das Genick gebrochen, waere ich bloss wenige Zentimeter anders aufgeschlagen. Glueck gehabt. Darueber bin ich froh.

Auf was fuer Erinnerungen einen einsame Herbsttage so bringen... Naja, wenigstens kann ich mir sicher sein, dass der Zufall noch was mit mir vor hat (3x dem Tod vonner Schippe gesprungen - zum einen obiger Unfall, zum anderen hatte ich in Thailand mal ein schweres Tropenfieber und wurde zu einem anderen Datum auch mal fast von einer Giftschlange im Garten meiner Grosseltern gebissen - toll). ;)

cn P

18.10.2008 um 01:15 Uhr

Noch ein wenig Text

Jaja, die "Eliteunis"... Nun besuche ich die angeblich beste Uni Deutschlands (womit sie sich staendig bruestet - naja, ich halte ja nicht viel von Leuten, die staendig mit Superlativen betonen wollen, wie toll sie doch seien...), und die hat nicht einmal genuegend Stuehle fuer alle Studenten :P Und organisatorisch klappt sowieso nichts. Auch nicht vergessen sollte man die grausigen Fehlzeiten-Regelungen - aber das war an der Schule kaum anders. Wie hiess es immer so schoen? "Wenn Sie spaeter arbeiten, koennen Sie auch nicht so oft fehlen, wenn Sie da mehr als 2x krank sind, werden Sie gefeuert!" - gut, ganz rechtens waere das wohl auch nicht, aber was ist das fuer ein Stil, sein fragwuerdigen Verhalten (nur 2x Fehlen pro Semester zu erlauben, egal, ob man tatsaechlich krank ist, oder nicht) damit zu rechtfertigen, dass andere genauso schlimm seien?

ER hatte diesen FR auch wieder Unterricht und morgen ebenfalls. Grausigen. Eigentlich wollten wir abends ja noch zu einer Freiluftausstellung fahren, es werden bestimmte Sehenswuerdigkeiten ungewoehnlich farblich bestrahlt werden, aber wenn ER SA Schluss hat, ist es wohl schon zu spaet bzw duerften wir da keine Lust mehr haben, raus zu gehen (eingekauft werden fuers Wochenende muss aber auch noch :/ ) und SO fahren keine Nachtbusse... Aber diese Veranstaltung geht noch bis zum Wochenende darauf, hoffen wir, den FR oder SA klappt es. Aber wo wir schon beim Studium sind - abgesehen davon, dass viel Zeug drankommt, was unserer Meinung nach nicht wirklich mit dem Studiengang zutun hat, sind die Online-Aufgaben einfach zum Schreien. Ich weiss, darueber habe ich gestern schon geschrieben. Aber was ich noch anmerken wollte: Es sind nicht nur bloede Aufgaben, nun kamen auch komplette, zusammenhaengende Texte dran, und es ist nichts weiter als Schleichwerbung! Wenn ich in Lueckentexten Saetze wie "Heute ist das Auto kein reines Fortbewegungsmittel mehr, sondern ein Ausdruck der Persoenlichkeit des Besitzers, ein wahrer Lebensstil. Deswegen haben die Autos von XY jetzt alle serienmaessig...", dann ist das meiner Meinung nach schon Gehirnwaesche (abgesehen davon, dass es NULL mit dem Studienfach zutun hat, ausser, dass es englischsprachige Texte sind)! Was haben die sich bloss dabei gedacht (nebenbei: ich hasse es, wenn Menschen sich ueber Aeusserlichkeiten, wie Produkte, definieren sollen)? Offiziell ist diese Werbepartnerschaft jedenfalls nicht. Und solche Texte Tag fuer Tag ein Semester lang bearbeiten zu muessen, finde ich weitaus schlimmer (da mehr auf einen einwirkend), als wenn man drei Werbeposter im Foyer haengen hat oder ein Schild im Hoersaal "dieser Raum wurde eingerichtet von". Darueber beschwerden sich einige Studenten an anderen Unis... Ueber diese Lueckentexte sollte man sich erst recht aufregen! Ich hoffe, ER kommt am SA mal dazu, das beim Dozenten anzusprechen. Wenn der es denn hoeren will, viele Dozenten sind ja taub gegenueber jeglicher - auch hoeflicher - Kritik.

Ein weiteres Beispiel, wie die Uni (oder auch, stellvertretend gesehen, der Beruf) sich immer mehr auch ins Privatleben einmischen sollen/wollen. Das geschieht, wie es mir scheint, in zwei Richtungen: Zum Einen soll man immer mehr Infos (oder Werbung *huestel*) und Arbeit aus dem Beruf ins Privatleben mitnehmen, also nie vor all dem zur Ruhe kommen, zum Anderen soll man immer wieder "weils doch so schoen persoenlich ist" im Beruf erzaehlen, was man denn in der Freizeit mache. Geht das irgendwen etwas an? Wenn sie einen bitten oder einem frei stellen, ob man darueber reden moechte, meinentwegen. Aber unter Zwang laeuft da was falsch... Es mag Leute geben, die gern Beruf und Freizeit verbinden und alles zu einer Einheit machen wollen, aber Leute sind verschieden. Ich habe gern meine zwei getrennten Sphaeren: in der Uni Leistung erbringen, arbeiten, in der Freizeit meine Ruhe haben und Hobbies nachgehen und von der Uni moeglichst NICHTS sehen und auch nicht dran denken. So waere es perfekt fuer mich.

Tja, was gibt es sonst noch? Einige Dinge aendern sich nie. Beispielsweise, wie "Privilegierte" das Leben einfacher haben (sollen), als "gewoehnliche" Menschen. Gut, sonst waeren sie verbal gesehen auch keine Privilegierten mehr, aber die andere Frage waere, ob wir solche ueberhaupt brauchen. Reiche... adoptieren sich schnell mal hier und da ein Kind auf jedem Urlaub, souvenirartig. Tingeln dann weiter um die Welt, Filmdreh hier, Filmdreh da, evtl nochmal irgendwo eine CD aufgenommen, zuhause warten derweil 5-10 aus allen Ecken der Welt adoptierte Kinder, und wenn sich ueberhaupt wer um sie kuemmert, dann irgendein wechselnder Bediensteter. Nichts gegen Adoptionen, vielleicht ist das auch eine Besserung zum bisherigen Leben der Kinder, aber sollte ein Kinderleben so aussehen? Optimal ist es sicher auch nicht. Auch immer faszinierend, wenn Medien dem "kleinen Menschen" wegen des Welthungers empfehlen, weniger zu essen, weniger zu kaufen, o.ae. Ich weiss, wir muessen moeglichst alle helfen, aber trotzdem ist es "interessant", dass man denen, die moeglicherweise selbst nicht viel haben, gern ein schlechtes Gewissen machen und ihnen noch mehr nehmen will, und die, die sehr viel Geld haben, davon komplett unberuehrt bleiben. Wuerden einige "Prominente" auch nur die Haelfte ihres Vermoegens dafuer spenden, dass man sich in armen Laendern Infrastruktur aufbauen, landwirtschaftliche Geraete und Saatgut kaufen und auch mal Felder bestellen koennte - das waere ein weitaus effektiverer Schlag gegen den Hunger, als wenn Frau Mueller mit zwei Kindern und Hartz 4 pro Tag zwei Broetchen weniger isst! Was nicht heisst, dass wir nicht auch etwas unternehmen sollten. Aber bitte AUCH die, die so viel Geld haben, dass sie sowieso nicht mehr wissen, wohin damit. Meine "Mutter" besucht wohl immernoch persoenlich verschiedene Kinderheime und bringt privat Grundnahrungsmittel, Getraenke, Obst, ab und zu auch mal Suessigkeiten, usw, fuer die Kinder vorbei.

Zuletzt vielleicht noch einige nette Gedanken zum Thema Sprache (Dinge, auf die mich nicht etwa mein Germanistikstudium, sondern privates Nachdenken und "sinnlose" Gedankenspiele gebracht haben...): "Sarkophag", so fiel mir wegen "phagere" = "verzehren" ein, muesse doch irgendwie Seltsames bedeuten... Tut es auch. Ein Sarkophag bedeutet woertlich "Fleisch verzehrend" und bezeichnete in der Antike ein Behaeltnis aus einem bestimmten Stein (Alaunschiefer), der Leichen besonders schnell bis auf die Knochen zersetzt. Ich weiss nicht, wieso man damals Leichen so schnell wie moeglich verschwinden lassen wollte, aber vielleicht hatte es mit Seuchen oder dem Anlocken gefaehrlicher Tiere zutun. Und eine andere Sache, da waeren wir wieder beim Studium und bei den sprachfixierten Feministinnen: Die Wortschoepfung "herstory" statt "history" - GRAUSIG! Es wird dann auch immernoch so falsch abgeleitet, dass "history" frauenfeindlich sei, da es von "his story" (also "SEINE Geschichte") kaeme ;/ NEIN (das tut jedem, der sich fuer Sprache interessiert, weh)! "historia" heisst der Ursprung, und das heisst aus dem Griechischen uebersetzt nichts weiter als (und das finde ich wichtig) "durch Beobachtung Gelerntes", hat also mit "his" oder Maennlichkeit oder Aehnlichem nicht im Geringsten etwas zutun! - aber sage das mal einer einer sturen, extremfeministischen Historikerin, aeh, Tschuldigung, "Herstorikerin" ;P (PS, zum Thema Gleichheit noch: Wieso gibt es Computerkurse extra fuer Frauen und keine Sprachkurse nur fuer Maenner? Wieso werden Maenner 1. benachteiligt, indem sie keine Vorteile bekommen, und 2. Frauen, die sich mit Computern auskennen, als unweiblich und unnormal dargestellt?).

Zuletzt noch zwei Zitate aus Medien, wo ich einfach nur den Kopf schuetteln konnte. 1. "Abiturienten waren ebenso vertreten wie Harz[sic!]-IV-Empfänger" (suggeriert, dass ein "kluger" Abiturient ja nie zum Sozialfall werden koenne und dass Sozialhilfeempfaenger dumm sein muessten), 2. "Schon die Erfahrung, allein in relativ unberührter Natur zu sein, kann bei Jugendlichen unserer technologischen Zivilisation zu Angstzuständen führen." (Das lasse ich mal fuer sich stehen *lol* Traurig, dass es ernst gemeint ist). Mehr gibt es demnaechst.

cn P

18.10.2008 um 00:06 Uhr

15.10.08

Der Unterricht des heutigen Tages verlief gewohnt chaotisch. Man erfuhr, dass es nun scheinbar doch eine Platzbeschraenkung bei diesem Kurs gegeben habe, von 25 Leuten. Und zwar ohne Auslosung, sondern das alte "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" ;/ Natuerlich ohne vorige Ankuendigung. Ich war bei der Anmeldung Person 21, dh, wenn ich etwas spaeter dran gewesen waere, haette ich den Kurs streichen koennen. Dann haette es wieder unnoetig Aerger gegeben :/ Es waren heute 35 Leute anwesend, davon eben 10 unangemeldet, und der Dozent bemuehte sich, diese zu ueberzeugen, sich etwas Anderes zu suchen. Auch, wenn es gar keine Alternativen gab. Wir mussten uns, wie dieses Jahr in jedem Kurs, zuerst vorstellen und danach gleich unser Referatsthema waehlen, ohne ueberhaupt zu wissen, wie viele Informationen sich darueber finden lassen, ganz spontan. Nun hoffe ich, stehe ich spaeter nicht wieder mit zu wenigen Quellen da und falle wiedermal durch. Aber es kann noch viel schlimmer kommen: Nach nagelneuer Regelung muss man einen zweiten Teil zu diesem Kurs direkt im Folgesemester bestehen. Man hat nicht mehr wie noch im letzten Semester die Wahl, einfach irgendwann irgendeinen Teil 2 dieses Moduls zu waehlen. Das bedeutet, wenn man nun den 1. Teil besteht, den 2. aber nicht, ist der 1. auch umsonst! Es ist dermaszen - Entschuldigung - zum Kotzen. Wenn es schon getrennte Pruefungen gibt und man Teil 1 und 2 jeweils allein bestehen kann, sollten die dann auch als bestanden zahlen und nicht wieder gestrichen werden, nur, weil ein Folgeteil nichts geworden ist. Solche Regelungen sorgen nur fuer noch laengere Studienzeiten (wo sich auch die Dozenten jetzt schon drueber aufregen!) - merkt das denn keiner, wie unsinnig das ist? Aber es geht sowieso noch eine Nummer schlimmer.

Als ich meine Bedenken zu dieser Regelung aeusserte, meinte der Dozent nur "Ach, machen Sie sich keine Sorgen! Teil 2 wird bei Frau U. stattfinden, das ist eine sehr nette und freundliche Dozentin, die laesst niemanden durchfallen!" - ACH JA?! Genau diese Frau U. hatte mich im 1. Semester durchfallen lassen! Aber man begegnen selbst den verhasstesten Dozenten zwangslaeufig wieder, wenn man mehrere Jahre dort lernt, weil es einfach zu wenig verschiedene Dozenten gibt... und oft keine Alternativen, dh wird ein Kurs nur bei Dozent XY angeboten, das jedes Jahr, und man MUSS diesen Kurs bestehen, dann kommt man auch an Dozent XY nicht vorbei. Es ist grausig. Ich frage mich sowieso, wie das alles klappen soll. Wenn der "Teil 2" auf jeden Fall naechstes Semester besucht werden muss - das GEHT doch gar nicht! Wir sind bekanntlich 25 Studenten, die bekommen niemals alle einen einheitlichen Platz im Stundenplan fuer den Kurs frei. Es wird zwangslaeufig bei irgendwem Ueberschneidungen geben. Und was soll der machen - Teil 1 gleich wieder auf den Kompost werfen, obwohl bestanden? Aber es ginge ja noch schlimmer - hoffen wir einfach, es kommt keiner auf die Idee: Man koennte Teil 2 ja auch auf einen Termin legen, "wo jeder Zeit hat", beispielsweise samstags um 8 Uhr oder so *kotz* Die Stunde endete damit, dass der Dozent fragte, ob wir denn bestimmte methodische Dinge noch lernen muessten oder woellten, ob wir Fragen haetten. Da meldet sich eine Person aus dem 5.(!) Semester: "Also es waere schoen, wenn Sie uns erklaeren koennten, wie man eine Hausarbeit schreibt. Besonders wie man zitiert, haben wir noch nie gelernt!" *kopf gegen wand* Maedel, du bist jetzt ueber 2 Jahre an dieser Uni und hast zumindest nach Regelplan pro Semester mindestens 4 Module besucht, also, bei ca 50% Hausarbeiten als Pruefung, in der Zeit schon 8 Hausarbeiten geschrieben - und du willst nicht wissen, wie man ZITIERT?! Das lernt man schon in der Schule, 7. Klasse, allerspaetestens! *seufz*

Aber es ist ja nicht mein Problem. Bin dann direkt nach der Uni nach G. gefahren, von dort fahren die Busse nach W. tatsaechlich im 20-Minuten-Takt und zu einigen Zeiten sogar alle 10 Minuten. Nicht nur alle 3 Stunden, wie von S. aus ;) Bin so dann auch zu Ikea und co gelangt. Die ganze Gegend war schoen menschenleer, man kam schnell an Nahrungsmittel und Getraenke, die durchaus essbar/trinkbar sind und die Preise sind auch guenstig. Bin dann etwas dort herumspaziert, hab nach Tieren und Pflanzen gesehen, Bleistifte aus Baumaerkten mitgenommen, was man halt so tut ;) So viel, wie ich zeichne, kann ich immer neue gebrauchen. Das "Zoogeschaeft" dort im Viertel ist immer wieder interessant, mit seinen ungewoehnlich grossen Kaefigen und Becken. Einer grossen Anzahl verschiedener Fischarten, Suess- und Salzwasser. Etliche Becken nur voller Korallen und Anemonen. Und Kugelfische. Die Kompetenz erscheint mir leider auch nicht ganz einwandfrei, das hat man wohl leider bei keinem groesseren Laden, aber besser als bei Karstadt, "Futterhaus" o.ae. es ist auf jeden Fall - um MEILEN besser! Habe nur einen Fisch unter hunderten gesehen, der evtl etwas geschwaecht war, alle anderen wirkten kerngesund. Das wuerde ich mir, allein den Tieren zuliebe, auch in anderen Laeden wuenschen, sehr sogar. Die Papageien dort haben auch ziemlich grosse Volieren, habe ich in Laeden so noch nicht gesehen, ausser dort. Ganz zu schweigen von den frei fliegenden Papageien und frei laufenden Katzen, die scheinbar Mitarbeitern gehoeren, jedenfalls sind sie erzogen, zutraulich, unaggressiv und hoeren auch auf Kommandos. Viele Besucher fotografieren dort alles moegliche, es sind sogar schon Hinweisschilder aufgehaengt worden, wo man NICHT blitzen soll. Scheint also dort normal zu sein...

Wieder nach S. zu kommen, war schwieriger. Waehrend der Bus von G. nach W. alle 10 bis 20 Minuten fuhr, fuhr nur alle 40 Minuten einer zurueck. Trotzdem konnte man froh sein, dass diese Linie ueberhaupt existiert, denn die von S. nach W., die alle 3 Stunden dorthin faehrt, faehrt GAR NICHT zurueck O_o Wer sich das bloss ausgedacht hat... Leider mussten WIR gute 37 Minuten warten. Viel Zeit, sich ueber vieles zu viele Gedanken zu machen ;) Es wurde langsam kuehl, dunkel war es sowieso laengst. Um 19:30 war ich dann endlich und ziemlich muede wieder zuhause. Vorher hatten wir noch eine Begegnung mit einem Bahnfahrer, die fuer B. aeusserst gewoehnlich war. Und zwar hatten die Tueren schon geschlossen, die Lichter blinkten und die Durchsage, der Zug fahre gleich los, kam auch schon. Wir warteten also vor verschlossenen Tueren und stiegen nicht mehr ein. Es waren keine zwei Sekunden vergangen, der Zug stand noch, da fuhr er nicht etwa los, sondern die Tuer beim Fahrer oeffnete sich: "Jetzt drueck doch ma endlich!" in einem enorm unfreundlichen Ton. Kann ich denn hellsehen, dass er doch nicht faehrt, obwohl er genau das soeben angesagt hatte?! Leute gibts... Nichts Neues hier in B., leider.

Post hatte es an diesem Tag keine gegeben, oder zumindest keine Postkarten. Die letzte Postcrossing-Karte war auch schon eine Weile her, mir aber noch gut in Erinnerung. Wieder so ein Fall von "was hat der Absender sich dabei eigentlich gedacht?!"... Nein, ich denke doch nicht drueber nach, direkt mit Postcrossing aufzuhoeren. Ich habe gerade, als ich neulich wieder Karten scannte, bemerkt, dass ich doch sehr viele sehr schoene Karten erhalten habe, offiziell, nur scheinen die extrem haesslichen einem immer besonders lange als abschreckende Beispiele im Gedaechtnis zu bleiben. Letztlich ist es aber bei mittlerweile 100 Karten (seit Winter 2006) aber doch nur ein Bruchteil, der wirklich ZU grausig aussieht. Und ich bekomme ja auch gern so mal eine Karte von Bekannten aus dem Forum und anderso gesendet. Zu der letzten offiziellen Karte jedenfalls... Die habe ich (noch) nicht registriert, sondern dem User erst einmal eine Nachricht zukommen lassen, dass ich diese "Karte" nicht in Ordnung finde. Es handelte sich dabei um einen Ausschnitt aus einer kostenlosen christlichen, missionarischen Zeitschrift o.ae. (nur Text, schwarzweiss, ohne auch nur ein Bild), der lieblos auf ein weiteres Blatt Papier geklebt war, nicht einmal auf Pappe. Dieser Zeitschriftenausriss war im Grunde eine schon ziemlich aggressive Missionierungskampagne, a la "Ich habe dieses und jenes erreicht, nur wegen Gottes Hilfe! Wenn du auch ein glueckliches Leben haben und aus deinem jetzigen mangelhaften ausbrechen moechtest, werde auch du Mitglied der Gemeinde XY!" *grr...*

Vielleicht sehe ich das etwas hart, aber 1. ist das nicht das, was ich mir unter dem wuerdigen Ersatz einer "gewoehnlichen" Postkarte vorstelle (Faltkarten und Briefe mit "normalen" Fotos finde ich hingegen okay, wenn sie schoen sind oder zumindest irgendetwas aus dem Land, woher sie stammen, mitteilen), dass auf der Rueckseite sonst gar nichts stand, ausser der Registrationsnummer, uebersehe ich auch einmal, 2. moechte ich nicht missioniert werden und finde es dreist, dass Menschen das scheinbar ueber diese Plattform versuchen! Es ist fuer mich dasselbe, als wuerde jemand mir ein zu registrierendes Blatt Papier mit der Aufschrift "Kaufen Sie Waschmaschinen von XY!" senden und nichts weiter. Wenn jemand Werbekarten sendet, die irgendein interessantes Motiv haben, waere das wieder etwas Anderes, aber wenn auf der Karte NUR Text ist, der Werbung (fuer eine Religion, ein Produkt, eine Leistung, o.ae.) darstellt - NEIN, DANKE! Wobei das mit der Weltanschauung fast noch schlimmer ist, weil es eine gewisse Respektlosigkeit gegenueber meinem vorhandenen Glauben oder Nichtglauben darstellt, im Sinne von "Was die Person glaubt, ist falsch und muss geaendert werden!". Wuerde es stattdessen heissen "Waschmaschinen von Siemens sind doof, kauf dir eine von Bosch", dann faende ich das "nur" bizarr... Es gibt schon merkwuerdige Leute. Und davon eine ganze Menge - beim Postcrossing gibt es nun eine neue Funktion, Scans von Postkarten direkt aufs Profil hochladen zu koennen, und sie mit Absender und Empfaenger zu verlinken. So kann man auch sehen, was fuer Karten jemand staendig VERSENDET... Da kommt bsp. heraus, dass einige tatsaechlich nur haessliche kostenlose Werbekarten versenden, bzw zum Teil sogar nur immer dieselbe. Und eine Person verschickt wohl immer eine selbst erstellte Karte mit der Deutschlandfahne und einem Foto von ihr und ihrem Deutschen Schaeferhund drauf, dann noch mit Slogan a la "Ich liebe Deutschland!" O_o Also ich weiss nicht, ob ich mich ueber ein Foto einer grinsenden Blondine mit Hund vor deutscher Flagge und mit diesem Slogan ueber allem freuen wuerde... *huestel*

cn P

P.S.: Auf meiner Wunschliste im Profil stehen zwar auch "religioese Skulpturen", aber das sollte jeder nicht stur christlich fixierte Mensch nicht als Wunsch, bekehrt zu werden, verstehen! Schliesslich fallen da genauso Buddhastatuen oder Skulpturen von Hindutempeln drunter, die ich mir beide gern ansehe, weil ich sie interessant finde. Bei christlichen Heiligenstatuen ist es dasselbe - ich finde sie interessant, uU auch aesthetisch, aber deswegen muss ich noch lange nicht der Kirche beitreten. Ausserdem stehen auf meiner Wunschliste auch "mythologische Szenen", und deswegen will ich ja auch nicht gleich Wicca oder verwirrter Odin-Anbeter werden... 

17.10.2008 um 00:06 Uhr

16.10.08

Heute am Spaetnachmittag bin ich wieder zu meinem "Vater" gefahren. ER kam mit, weil ich so viel Zeug unmoeglich allein tragen kann, hat dann aber, um meinen "Vater" nicht sehen zu muessen, die Zeit, die ich dort war, anders verbracht... Einkaufen, beim Imbiss herumstehen, im Park herumsitzen - was man in R. halt macht ;) Nun, dieses Mal war es nicht sehr angenehm. Dass ich meinen Schrank ausmisten und eine Menge Zeug mitnehmen sollte, war mir vorher schon klar. Aber so viel Gejammer und Gemecker hab ich ewig nicht mehr hoeren muessen ;/ Die ueblichen kindischen Sachen von "Du kannst doch nicht immer so graessliche Lederkleidung tragen!" bis hin zu Warnungen ueber Wetter und Belehrungen in Sachen Geschichtsunterricht - bzw "Ich weiss sowieso alles besser, im 2. Weltkrieg war es naemlich so:"... Ich kann das ganze Kriegsgerede mit Halb- und Null-Wahrheiten einfach nicht mehr hoeren! Es reicht, wenn ich mich beruflich damit befasse, und das dann mit fundierten Argumenten und Quellen. Die Zeit verging... Waehrenddessen regnete es draussen nicht nur, es gewitterte und hagelte auch ;/ Schliesslich ging ich dann, mittlerweile nieselte es nur noch; mit mehreren Tueten und Taschen schwer beladen, vorm Kollabieren :/ Es gibt noch eine ganze Menge, die ich nach S. transportieren muss; ich hoffe nur, ich bekomme das rechtzeitig hin und mein "Vater" kommt gar nicht auf die Idee, in meiner Abwesenheit meine Sachen durchzuwuehlen! Es ist ja nichts dabei, was jetzt "schlimm" waere, lebte ich in einer "normalen", halbwegs toleranten Familie. Aber ich bin mir sicher, Herr "Vater" rastet selbst bei einem Bildband ueber Friedhoefe aus, da Friedhoefe ja so boese und ueberhaupt sind *zyn* Wobei er die Fotos von Pere Lachaise absurderweise trotzdem richtig interessant fand und gern noch mehr gesehen haette.

Dann kam ich um 19:30 endlich wieder in S. an, und ploetzlich war mir, als haette ich meinen Schluessel in R. vergessen - bei dem Gehetze auch kein Wunder :/ Rief an, fragte, ob er dort laege... Bekomme eine Absage, lege auf, krame mehrfach meine Tasche durch - und merke dann erst, dass der Schluesselbund in eine Falte gerutscht war. Also nochmal angerufen, gesagt, dass alles in Ordnung ist und gleich angejammert worden. Weil er wohl keine Lust hatte, zu telefonieren, aber andererseits waere er auch ausgerastet, haette ich nicht angerufen (mir war klar, dass er das verlangt haette; haette ich den Schluessel zu seiner Wohnung tatsaechlich irgendwo verloren, waere er vollkommen ausgerastet!)... Den restlichen Abend habe ich seitdem damit verbracht, Postkarten zu scannen und IHM bei den Hausarbeiten zu helfen. Das ist so eine Menge hirnloses Zeug, Masse statt Klasse, und man arbeitet sich dabei tot und lernt doch nichts... Und SA muss es fertig sein. Ich denke, allein wuerde man das zeitlich gar nicht mehr hinbekommen. Onlinearbeiten... Die Aufgaben sind aergerlich: So gibt es mehrere Lueckentexte, wo bei JEDEM Wort nur die ersten 3 (bei Kurzen Worten nur 1) Buchstaben stehen - da kann doch ALLES hinpassen! Gerade, wenn man einen grossen Wortschatz hat (also GUT Englisch beherrscht), fallen einem da etliche Dinge ein, aber nur eine Variante wird natuerlich als richtig akzeptiert. Auch bei anderen Lueckentexten gibt es viel zu viele Faelle, in denen nicht EINDEUTIG ist, was eingetragen werden muss, in denen man mehrere Dinge korrekt eintragen koennte - aber natuerlich ist immer nur eine vorgeschriebene richtig... Ausserdem strotzen diese Texte zum Teil nur so vor Rechtschreibfehler - Wie soll jemand, der die Sprache scheinbar selbst nicht wirklich beherrscht, einem etwas lehren koennen? Ich sehs nicht ein, wieso so einer einen bewerten koennen soll. Aber das Problem gabs ja schon haeufiger am Gymnasium, vor Jahren... Zudem sind alle Aufgaben unter Zeitdruck auszufuellen. Das mag insofern nuetzlich sein, als dass so keiner Ewigkeiten alle Loesungen nachschlagen und somit betruegen kann - aber wer langsam tippt, schafft die Aufgaben auch nicht in der vorgegebenen Zeit, dh - wer nicht schnell genug tippt, faellt durch - und das ist meiner Meinung nach nicht der Sinn einer Pruefung! Das sollte das Pruefen von erlerntem WISSEN sein.

So viel zu tun, so wenig Zeit. Tausend Gedanken schwirren mit im Kopf herum und ich habe keine Gelegenheit, darueber zu schreiben. Oder jedenfalls nicht genug Gelegenheit(en).

cn P

14.10.2008 um 20:08 Uhr

14.10.08

Der erste Unterrichtstag im 5. Semester also. Geschlafen habe ich diese Nacht keine 3 Stunden; wann immer ich an CGIs arbeite, wird es spaet. Bis gegen 6 Uhr morgens hatte ich an einem Wettbewerbsbeitrag gearbeitet, bin dabei noch nicht einmal fertig, den Rest mache ich wohl diese Nacht. Jedenfalls hatten diese 3 Stunden Schlaf dennoch dazu genuegt, zu traeumen - natuerlich mit einem starken Einfluss des baldigen Wettbewerbs: Ich traeumte, an diversen Fotowettbewerben teilgenommen zu haben, fuer einige kunsthistorische Zeitschriften. Keinen einzigen hatte ich gewonnen - was dazu aber im Widerspruch stand: In den Zeitschriften wurden schliesslich NUR meine Bilder abgedruckt, vom angeblichen Sieger kein einziges. Der Sieger wurde also gewaehlt, obwohl man meine Bilder viel besser fand, dazu aber nicht offen stehen wollte. Ich sehe darin keine Wertung, um jetzt mit der Deutung zu beginnen, ueber mich selbst. Weder, dass ich besonders toll noch besonders schlecht sei. Ich sehe darin die Tatsache, dass viele "Meinungen" auf Konventionen basieren. Wie ich das erklaere? Verdeutlichen wir es mit etwas, was ich schon erlebt habe, aber etwas vereinfacht: An einem Wettbewerb nehmen 3 Menschen teil. Es soll ein realistisches Portrait gezeichnet werden. Ein Teilnehmer zeichnet fotorealistisch, nahezu perfekt. Sein Bild hat die beste Qualitaet. Ein anderer zeichnet passabel realistisch. Der letzte Teilnehmer kritzelt ein Strichmaennchen ohne Details aufs Blatt. Nun sollen Freunde dieser Teilnehmer und auch einige Unbekannte abstimmen, welches der Bilder sie am gelungendsten finden. Nun wird es, egal, wie qualitativ besser die anderen Beitraege sind, trotzdem noch manch einer fuer das Strichmaennchen abstimmen. Warum? Weil sie selbst glauben, sie muessten ihrem Freund auf jeden Fall eine Stimme geben, zum anderen, weil sie unter Zwang stehen, das zu tun, da sie glauben "Wenn ich nicht fuer ihn stimme, ist mein 'Freund' wuetend und mag mich nicht mehr". Eine Frage von Konventionalitaet also: Etwas nur gut zu finden, weil andere es gut finden oder weil man "verpflichtet" ist, es gut zu finden. Daraus resultiert: Eine Meinung nur zu vertreten, weil es "sich so gehoert". Aber natuerlich koennte der Traum auch allein aus dem baldigen Wettbewerb resultieren. Das Bild werde ich natuerlich auch irgendwo auf einem meiner Kunstblogs posten ;)

Der Weg zur Uni war wieder anstrengend, mit vielen kopfschmerzerregend starken Geruechen (Essen, Parfuem, Rauch, Alkohol, etc), viel nicht minder Kopfschmerz erregendem Geschrei und Laerm, Gedraengel, Gepoebel; ausserdem waren die Busse wieder verspaetet... Was man halt so von B. kennt. ;) Der Unterricht danach war auch nicht so toll, zumindest die Vorlesung... Mal wieder in jenem Hoersaal mit den fehlkonstruierten Tischen, wo einem alles vom Tisch rollt, wenn der, der vor einem sitzt, sich einmal ein wenig bewegt, und dann war der Raum auch noch so voll, dass alle Plaetze ueberbelegt waren (mal wieder sassen einige auf dem Boden), und gerade vor mir sass jemand, der die gesamte Stunde wie bloede zappelte :/ Ach ja, und Insekten gab es in dem Raum auch massenhaft. Der Unterricht an sich war auch nicht sehr ueberzeugend, da der Prof sehr schusselig war, staendig nicht mehr wusste, was er eigentlich sagen wollte, dann auch noch die Unterrichtszeit um eine Viertelstunde ueberzogen hatte UND zusaetzlich einen Bogen austeilen wollte, den er aber vergessen hatte. Daher sollten wir nach Stundenschluss warten, er wuerde die Boegen dann holen. Doch zu frueh gefreut! Das Warten war gaenzlich umsonst fuer mich, nicht nur das Warten auf die Rueckkehr des Profs, sondern auch das Anstehen am Bogenstapel, denn der war abgetragen, bevor auch nur die Haelfte des Kurses einen Bogen erhalten hatte - Ich frage mich, wie es zu solchen Fehlplanungen kommt, wo man sich doch online fuer jeden Kurs registrieren muss und der Dozent einsehen kann, wie viele Anmeldungen es gibt! Nochmal 10 Minuten umsonst gewartet... Einziger moeglicher positiver Aspekt des Kurses: Heute gab es keine Anwesenheitsliste. Wenn das so bleibt, ueberlege ich mir, ob ich in Zukunft ausser zur Klausur nochmal hingehe... Das muss ich in den naechsten Wochen noch ergruenden.

Nun war die Zeit also knapp geworden und ohne jegliche Pause, Fruehstueck oder was weiss ich, hetzte ich zum naechsten Raum. Den zu finden war, nach Logik, unmoeglich: Wer ist auf die Idee gekommen, Raum "A 162" im Gebaeudetrakt B(!) unterzubringen und dann nicht etwa zwischen den Raeumen 145-165, sondern, aus welchem Grund auch immer, irgendwo einzeln hinter den 180er Raeumen?! Erinnert an "das Haus, das Verrueckte macht" bei Asterix ;) Der Unterricht dort war aber in Ordnung. Kam fuer mich nur 2 Jahre zu spaet: Damals wurde ich ohne Infos ins Studium geworfen und kam mir absolut verloren vor - und in diesem Kurs heute, wurde, weil einige 1.Semestermenschen dort teilnahmen, wirklich ALLES, was man zum Studienbeginn wissen muss, haarklein erklaert! Es war praktisch, das nochmal zu hoeren, und ist doch traurig, dass genau das bei meinem Beginn absolut gefehlt hatte und somit zu einigem Mehr-Stress fuehrte. Aber vielleicht haben sie aus solchen Fehlern gelernt. Das Thema des Kurses ist Aberglaube, was ich interessant finde. Wir werden an einem Samstag auch ganztaegig in ein altes, original erhaltenes Museum bzw Sammlung "wundersamer" Artefakte (oder was man damals dafuer hielt) fahren. Mal sehen, ob es bei mir zeitlich und finanziell klappt. Wie es genau ablaufen wird, weiss noch keiner. Das, was mir an dem Kurs nicht so gefiel, war die Abneigung der Prof gegenueber Menschen in hoeheren Semestern. Sie ist der Meinung, diesen Kurs habe man schon laengst im 1. Semester bestehen muessen. Dass man stattdessen aber auch schon alle anderen Kurse gemacht haben kann, weil es keine feste Reihenfolge gibt, missachtet sie dabei vollkommen. Auch unschoen ist, dass man in der Germanistik nur 80% aller Stunden anwesend sein muss, in der Geschichte aber 85% - das macht einen ganzen Termin aus! Also kann ich dieses lange Semester nur 2x fehlen... Das wird hart :/ Gerade im Winter erkaelte ich mich auch oft stark oder verderbe mir den Magen.

Und auch etwas befremdlich kommt mir vor, dass dieser Fachbereich wohl komplett in der Hand von schon etwas uebertrieben verbissenen Feministinnen liegt, es soll in jedem Kurs "ein feministischer Blick auf die Geschichtswissenschaft" geschult werden. Nun wissen meine regelmaessigen Leser, dass ich fuer GLEICHheit bin und dass feministische Debatten fuer mich oft zu einseitig nach dem Schema "Frauen = toll, Maenner = schlecht" ablaufen, und dass Frauen gern bevorteilt werden, statt gleichstellt, was dann wieder ein Nachteil fuer Maenner ist, also keine GLEICHheit, die mir persoenlich als am sinnvollsten erscheint. Und der ganze Genderdiskurs ist mir auch etwas suspekt, da entweder die Meinung anerkannt ist "Frauen und Maenner muessen geschlechtsspezifisch und in verschiedenen Berufen gefoerdert werden" oder aber "Frauen und Maenner koennen Gleiches leisten, aber Maenner sind in einigen Berufen anerkannter, daher brauchen wir besondere Integrationskurse in diese Bereiche fuer Frauen". Beides suggeriert eine Ungleichheit von Mann und Frau, die aber gar nicht der Wahrheit entsprechen muss (und wer denkt eigentlich an Hermaphroditen, Ungeschlechtliche und Leute, die genderqueer sind?)! Nun neigen viele Menschen dazu, Dinge, die einen betreffen koennten, auch auf sich selbst zu beziehen, im Denken, so in diesem Fall auch ich: Und ich will weder einen Job nur kriegen, weil ich biologisch eine Frau bin und "besonders gefoerdert" werden muss, noch will ich Sprueche wie "Frauen koennen X, Maenner koennen Y" hoeren - Weil das fuer mich alles nur Vorurteile sind (einige Frauen moegen das akzeptieren, weil sie einen beruflichen Vorteil bekommen, aber ich persoenlich halte mein Grundprinzip der Gleichheit fuer wichtiger und befuerworte es daher nicht). Nun erlebe ich aber, dass viele dieser Vorurteile doch auf einige Menschen zutreffen. Da frage ich mich, ist das wirklich Natur, oder benehmen diese Leute sich so klischeehaft, weil man es ihnen als Norm anerzogen hat? Sollte es Natur sein, gebe ich mich geschlagen, akzeptiere die Vorurteile fortan und lasse mein physisches Geschlecht an mein psychisches angleichen ;) Dann muss ich mir auch nicht mehr anhoeren, "komisch" zu sein, weil ich PC spiele, von Tratscherei, Stars und Mode nichts halte, und mich (meist) nicht schminke. :P Ich meine mit "Natur" bzw vorurteilhafter Ungleichheit hier uebrigens Verhaltensweisen durch Maenner/Frauen selbst, nicht, was die Gesellschaft daraus macht! Dass Maenner und Frauen zB ungleich bezahlt werden, fuer dieselbe Leistung, finde ich schrecklich! Das muesste nicht sein.

Und dann gings endlich nach Hause... Bin etwas muede. Morgen habe ich zum Glueck erst ab 12 Uhr Unterricht - 2 Stunden spaeter aufstehen, als heute. :)

cn P

12.10.2008 um 16:42 Uhr

Intellektuelle

Wer darf sich heute eigentlich eine/n "Intellektuelle/n" nennen? Viele tragen es als Ehrentitel mit sich herum, als habe es etwas zu bedeuten. Der Begriff wird offiziell definiert, als Bezeichnung einer wissenschaftlich oder kuenstlerisch gebildeten Person. Dann wird das ganze aber gern wieder auf Akademiker bezogen, die diesen Begriff auch stolz verwenden, dabei sind sie nichts weiter als Menschen mit abgeschlossenem Studium, was an sich wieder nichts ueber sie aussagt, ausser - in manchen Faellen - dass sie sich brav gute Zensuren erkauft haben. Wer meint, das gaebe es nicht, hat nie hinter die Fassade geblickt; schon an Schulen gibt es das. Nun ist ein "Intellektueller" laut eigentlicher Definition also ein Mensch, der sich in einem wissenschaftlichen oder kuenstlerischen Gebiet gebildet hat, koennte also auch die Hausfrau nebenan sein, die einfach viel ueber ein Fachgebiet liest, weil es ihr Freude macht. Wuerde sie aber irgendwer als "Intellektuelle" bezeichnen? Dafuer tragen diesen Begriff auch Personen wie Elke Heidenreich, die das Rauchen strikt unterstuetzt und Werke, die ihr nicht gefallen, gern als "hirnlose Scheisse" bezeichnet (und selbst, wenn sie Recht hat! Die meisten Menschen stellen sich die Wortwahl eines "Intellektuellen" doch anders vor) oder Alice Schwarzer, die leider haeufiger unqualifizierte Aeusserungen ueber Dinge abgibt, von denen sie keine Ahnung hat (sinngemaess: "BDSM sei faschistisch und koenne gar nicht einvernehmlich geschehen, das wolle doch keiner" - wiedermal das alte Von-sich-auf-andere-schliessen inklusive Unfaehigkeit, zu glauben, dass Menschen Dinge auch anders empfinden koennen, als sie). Waehrend Frau Heidenreich schon ueber eine gewisse Bildung verfuegt - meiner Meinung nach - aber Frau Schwarzer? Ich weiss, viele Personen vergoettern sie regelrecht; ich halte aber nichts davon, Menschen, egal, was sie geleistet haben, auf einen hoeheren Status als andere Menschen zu setzen, denn wir sind schliesslich doch alle nur eines: Menschen. Nicht mehr, nicht weniger. Auch den Begriff "geistige Elite" finde ich nicht schoen, indiziert sie doch wieder, dass es Menschen gaebe, die mehr Wert seien, als andere. Nun sind einige Menschen intelligenter, andere duemmer, aber Wert sind sie trotzdem alle nur den Wert eines Menschen, unabhaengig von ihrer Intelligenz.

Eine andere, noch etwas bizarrer erscheinende Definition ist, dass Intellektuelle Menschen seien, die "lesen und Probleme haben". Demnach waeren wir wohl fast alle intellektuell ;)

Schon schoener finde ich folgende Definitionen:

"Woran erkennt man Intellektuelle - ausser daran, dass sie gelegentlich die eigene Existenz bezweifeln? Sie fragen sich, wozu sie da sind, und beklagen sich darüber, dass keiner sie braucht. Sie sprechen im Namen einer kommenden, aber nie ankommenden Zukunft. Mit Vorliebe verdammen Intellektuelle die herrschende Meinung, die sie selbst mit produziert haben. Sie spielen den Bürgerschreck, und sind erbost, wenn sie einfach übersehen werden."

oder

"Die Funktion von Intellektuellen ist es, die Blicke auf ausgeblendete Tatsachen zu richten. Ein kalter Blick ist hier meist wertvoller als ein heisses Herz und ein boshafter Kommentar oft treffender als die moralische Denkschrift."

;)

Er sei
- unbestechlich (nach Sartre)
- stoerend und auf die Nerven gehend durch seine wahre Kritik (nach Dahrendorf)
- einer, der auch in die Bibliothek geht, wenn es nicht regnet (nach Roussin ;) )
- kritisch
- schoepferisch
- gern an Debatten beteiligt
- unabhaengig, Aussenseiter durch seine unkonventionellen Meinungen
- ungewillt, sich anzupassen
- Grossstadtmensch
- romantisch und am Immatriellen interessiert: kuenstlerische und philosophische Taetigkeiten

"Ein Intellektueller verkauft sich nicht und lässt sich von niemandem und nichts ausser sich selbst sagen, was er tragen, kaufen oder essen soll." (nach Klein)

"Ein Intellektueller ist ein Mensch, dessen Geist sich selbst beobachtet." (nach Camus)

Man sieht also, Intelligenz ist nicht die Hauptsache und es macht keinerlei Sinn, jeden Gebildeten als intellektuell zu bezeichnen, und diesen Begriff zu nutzen, um sich auf ein hohes Ross zu setzen; Intellektuelle sind urspruenglich ganz putzige Individuen, die sich gern ueber ihre Mitmenschen beschweren, sich gern bilden (aus Spass an der Sache), nicht einmal je studiert haben muessen (vgl. Chromsky "Einige Leute sind privilegiert, mächtig und gewöhnlich konformistisch genug, um ihren Weg in die Öffentlichkeit zu nehmen. Das macht sie keineswegs intellektueller als einen Taxifahrer, der zufällig über die gleichen Dinge nachdenkt und das möglicherweise klüger und weniger oberflächlich als sie.").

Nur mal am Rande.

cn P

P.S.: Ich finde es toll, wie Herr Reich-Ranicki seine Meinung beim Deutschen Fernsehpreis geaeussert hat. Nun wuerde mich aber interessieren, ob man irgendwo online seine komplette Rede als Mitschrift findet? Und mich wuerde interessieren, wer sonst alles Preistraeger war, einfach um zu sehen, wie sehr ich die Kritik diesen gegenueber nachvollziehen kann.

11.10.2008 um 22:20 Uhr

~*~

von: AngelInChains   Kategorie: Bilder   Stichwörter: Fotografie, Kunst, Friedhof, Reisen

cn P 

11.10.2008 um 22:14 Uhr

Dinge, die man nicht braucht

Einige Leute lernen echt nichts und bekommen gar nicht mit, wie sehr sie sich eigentlich selbst in die Pfanne hauen. So meinte eine Person (die bei Blogigo nicht einmal zu denen gehoert, die kollektiv ausgebuht werden - das werden nur die, die sich auch mal trauen, etwas auszusprechen, was total unkonventionell und pfui ist ;) ), sich aggressiv-beschimpfend (und dabei nicht einmal belustigend, daher habe ich natuerlich auch nicht freigeschaltet, denn zu einer sinnvollen Diskussion fuehrt soetwas sowieso nicht) auf einen meiner Beitraege aeussern zu muessen, indem ich gerade propagierte, dass Menschen toleranter sein und sich gegenseitig auch bei unterschiedlicher Meinung respektieren sollten. Diese Meinung sei kindisch und aggressiv. Aha. Wahrscheinlich hat sie sich bloss von meinen Meinungen ueber einige "konventionelle" Verhaltensweisen auf den Schlips getreten gefuehlt - getroffene Hunde bellen. Es hilft scheinbar nicht einmal mehr, unter jeden einzelnen Beitrag hundertmal zu schreiben, dass das Geschriebene meine SUBJEKTIVE Meinung darstellt, und dass die, die sie nicht moegen, sie ja auch nicht lesen muessen. Aber wahrscheinlich macht es zu viel Spass, sich ueber begruendete fremde Meinungen in fremden Blogs aufzuregen. Aber dann bitte ne sachliche Gegenargumentation und nicht nur beleidigend werden. Das scheint fuer einige aber wohl zu anstrengend und zu hoch zu sein - "lustigerweise" genau das, was ich vor einigen Tagen geschrieben habe.

DAS verbessert den Eindruck, den die "normale" Gesellschaft auf mich macht, keineswegs; im Gegenteil.

Aber was ist ueberhaupt noch zu erwarten von einer Gesellschaft, wo "lustige" Stalin-Parties gefeiert werden (auch, wenn es keiner hoeren will, die UdSSR war auch eine Diktatur und die Zahl der Menschen, die Stalin in Lager hat deportieren lassen, uebersteigt das Vorstellungsvermoegen der meisten Menschen), die DDR (im Uebrigen auch eine Diktatur) inklusive STASI verharmlost wird (es wurden ja bloss Menschen aufgrund abweichender Meinungen ueber Monate ohne anwaeltliche Unterstuetzung inhaftiert und regelmaessig gefoltert), immer wieder betont wird, dass Menschen aus dem Osten oder aus dem Westen kaemen, und diesen Menschen auch noch aufgrund ihrer Herkunft Vorurteile angehaengt werden (meine allgemeine Meinung zu Vorurteilen und Diskriminierungen ist bekannt), und, zuletzt, auch noch regelmaessig gegen die deutsche Einheit demonstriert wird, da mit Mauer ja "alles besser" gewesen sei - was dann auch noch oft von ehemaligen DDR-Buergern geaeussert wird (ohne jegliche Gedanken an die Familien, die durch die Mauer getrennt wurden; ich kenne einige und die fanden all das weniger "lustig"); sprich, von einer Gesellschaft, die Historisches gern verklaert und Vergangenes immer schoenredet;

Von einer Gesellschaft, in der die "BILD" die meistgelesene Zeitung ist, in der "Silbermond" als poetisch gilt, weil keiner mehr Hoelderlin, Eichendorff oder Goethe kennt, in der das Fernsehen von sex and crime dominiert wird, viele Jugendliche keinen Satz mehr ohne "ey alda" am Ende formulieren koennen, Stripperin und Zuhaelter "voll geile" Berufswuensche von Grundschuelern sind und Maedchen sich schon "zu fett" und haesslich fuehlen, bevor sie auch nur in die Pubertaet kommen, weil die medialen Vorbilder ja alle viel "huebscher" und schlanker bzw duerrer seien (und was sie nicht wirklich sind, wird digital nachbearbeitet).

In der radikale Parteien staendigen Zuwachs bekommen, weil gemaessigte Meinungen "langweilig" seien, in der Egoismus und Kommerzwahn ueber alles regieren, in der Menschen nur noch ueber Aeusserlichkeiten gewertet werden (vom Tuersteher an der Disco bis hin zum Vorstellungsgespraech bei etablierten Unternehmen), in der Unbekannte von anderen Unbekannten in Schubladen geworfen werden und gar keine Chance bekommen, wieder heraus zu kommen, in der Gewalt medial immer schoen als Loesung propagiert wird, in der Leute zum 1. Mai nicht zum Demonstrieren auf die Strasse gehen, sondern um "Spass" zu haben, indem sie unschuldigen Passanten Pflastersteine an die Koepfe werfen, Schaufenster einschlagen und Autos anzuenden - voellig willkuerlich, von irgendwelchen Fremden, einfach nur, um "Spass" zu haben - in der Menschen zusammengeschlagen werden, und die Passanten in der Umgebung zwar detailliert darueber berichten koennen, aber keiner eingegriffen hat, in der "Natur" nur noch dazu dient, ein x-beliebiges Verhalten zu rechtfertigen, man dreht sich immer alles so, wie es passt (dass die Natur vielfaeltig ist und es somit sogar zu widerspruechlichen "Erkenntnissen" kommen kann, wird dabei gern absichtlich verschwiegen), und in der es dennoch immer heisst "Frueher war alles besser!".

Frueher war eben nicht ALLES besser. Jede Zeit hatte ihre Vor- und Nachteile, auch regional und individuell unterschiedlich. Wir alle empfinden Zeit personenspezifisch. Und dennoch sage ich dreist (faellt wieder unter "MEINE Meinung"): Jede Zeit ist ETWA gleich in der Hinsicht(!), dass es immer Vor- oder Nachteile gab. Und das ist an sich ein Problem: die NACHteile. Die anthropologische Konstante der Ignoranz, Intoleranz und Vorurteilsbehaftetheit. Es gab sie gestern, gibt sie heute, wird sie morgen geben, an jedem Ort. Ist also egal, ob ich hier bleibe, oder woanders blogge, es wird so bleiben, wie es ist. Was nicht heisst, dass ich nicht auch gern von hier abhauen kann, dann gibts aber auch keine Foto-, Kunst- oder Lyrik-Blog-Eintraege mehr und die werden einige Leute vermissen, das weiss ich. Denen gegenueber taete es mir auch leid, aber ich koennte mir ja auch eine Page irgendwo gestalten und den Link weitergeben, wer ihn haben moechte (bzw vorgemerkt werden moechte), schreibe mir bitte eine PM oder einen Kommentar.

Ich stelle die Kommentare fuer diesen Beitrag NICHT ab, weil es nicht meine Absicht ist, fremde Meinungen zu zensieren, sofern sie NICHT beleidigend sind. Wer also was Konstruktives schreiben will, soll das gerne tun. Beleidigungen kann man sich aber sparen.

cn P

11.10.2008 um 20:16 Uhr

10.10.08

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Shopping, ÖPNV, Nahrung, Familie, Stress, Alkohol, Reisen

Mittags losgefahren. EIGENTLICH wollten wir ja zu einem Einkaufsviertel irgendwo an der Autobahn, etwas abseits gelegen (nennen wir den Ort mal "W."). Dort gibts paar Moebelhaeuser, Gartencenter, einen Aquaristikladen, IKEA, usw. Eigentlich wollten wir in IKEAS Schwedenshop, ausserdem mal nach Blumen und Fischen sehen und einen neuen Duschschlauch besorgen, nachdem der alte undicht geworden ist. Heute Abend muesste ich ja sowieso meinen "Vater" besuchen, da wuerde es sich lohnen, gleich eine Tageskarte zu besorgen und auch so ein bisschen durch die Gegend zu fahren. (ER haette natuerlich nie mitkommen MUESSEN, aber bei so viel Zeug, das ich von meinem "Vater" in letzter Zeit immer mitbekomme, ist es besser, wenn wir gemeinsam dran tragen). Es fahren zwei Busse nach W., einer ab S. und einer ab G. Zu dem in G. muesste man aber erst einen Umweg fahren. Von G. aus fuhren wir schon einmal, da waren wir sowieso dort in der Naehe, damals fuhren die Busse im 30-min-Takt. WIR nahmen dummerweise an (ueberpruefen kann mans nicht, weil es von der Gesellschaft keine Plaene online gibt), ab S. sei es - da dieselbe regionale Busgesellschaft - genauso :/ Nun sind wir also nach S. gefahren, weil das naeher gelegen war. Der naechste Bus nach W. sollte aber erst in 1 Stunde fahren ;/ Zum Glueck gibt es in S. einige Laeden, die wir uns dann angesehen haben. Sind bisschen rumgelaufen, haben dann aber noch lange genug wartend an der Haltestelle gesessen; so viel gabs in S. dann wohl doch nicht :/ Es wurde immer spaeter... Leicht verspaetet kam der Bus dann, allerdings ausgeschildert mit "Direktfahrt nach T." O_O T. war die Endstation der Linie, die auch nach W. faehrt, ich fragte den Fahrer also, ob er auch in W. haelt (vielleicht war bloss die Ausschilderung falsch). Der verneinte ;/ Er fahre nur nach T., und zwar direkt, ohne Zwischenhalt, ab dieser Haltestelle hier. Ich fragte, wann denn der Bus nach W. kaeme. Dann fuhr er also, ohne einen einzigen Fahrgast, nach T., nachdem er meine Frage mit "In etwa 3 Stunden" O_O (SCHOCK!!!) beantwortet hatte ;/ Laut Fahrplan fuhr der naechste Bus mit Zwischenhalt W. tatsaechlich erst wieder in 3 Stunden. Waehrend der Bus, der dort GENAU VORBEI FAEHRT(!!!), dort keinen Halt macht, und lieber komplett leer nach T. faehrt. Es ist dermaszen bekloppt ;/ Weils schon so spaet war, haben wir den Plan, dorthin zu kommen, gleich verworfen. Die Fahrkarte war also mal wieder komplett fuern Arsch :/ Und an die armen Leute, auf auf diese Buslinie, die nur alle paar Stunden mal faehrt, angewiesen sind, tun mir auch leid. Da kann man ohne Auto wohl gar nicht mehr leben... Oder muss gut zu Fuss sein.

Jedenfalls fuhren wir dann nur noch nach N. zu einem Asialaden, hab mir wieder Getraenke besorgt. Danach gings direkt zu meinem "Vater". Der war halbwegs nett, wenn auch zum Teil etwas meckerig. Ausserdem hat er gefragt, ob er paar Sachen aus meinem Kleiderschrank wegwerfen kann, ich hab gesagt, ich sortier das naechste Mal selbst. Hoffentlich haelt er sich dran, er hat schliesslich manchmal seltsame Vorstellungen, was mir noch passt und was nicht. Naja, wenigstens hat er ueberhaupt vorher gefragt, frueher haette er das nie getan. Aber es sieht so aus, als wenn die Wohnung jetzt langsam von meinen Sachen befreit wird. Ich bin also endgueltig weg. Seltsam, dass es mehr oder minder selbststaendig passiert ist. Danach fuhren WIR noch ins Center von B., bisschen herumlaufen, Fotos machen, und in einem Supermarkt hab ich was Interessantes (huch, schon wieder Suesskram ;) ) fuer meine "Sammlung" entdeckt, sogar zum Sonderpreis:

Ich hatte vorher schon mal Absinthschokolade von Laederach, die schmeckte geringfuegig anders, aber genauso lecker. Andere absinthhaltige Produkte, die ich schon "getestet" ( ;) ) habe, sind unter anderem Caselli Absinthkuchen aus Italien, Leone Absinthpastillen ebenfalls aus Italien und diverse absintharomatisierte Seifen, Lotionen und Kerzen von allen moeglichen Ecken der Welt. Neben echtem Absinth als Getraenk. Da auch verschiedenste europaeische Marken. Falls sonst noch was war, hab ichs vergessen, wahrscheinlich durch die verdummende Wirkung des ach so schrecklichen Absinths verglichen mit "harmlosen" Getraenken wie Wein, Whiskey oder Cognac ;) Um ein weiteres Vorurteil zu beschreiben. Ach ja, und wo wir schon beim Fressen sind, hier noch ne Packung Pockies aus Frankreich (wo es auch diverse Varianten von "kinder"-Produkten gibt, die nichtmal hier im Hauptproduktionsland existieren, zB kinder bueno aus weisser Schokolade mit dunklen Schokoraspeln drauf, nebenbei) fuer Nazuna und co.

Gegen 20 Uhr war ich wieder in S.

cn P

11.10.2008 um 20:14 Uhr

Gesellschaft IV

Machen wir mal weiter mit den Gedanken zu unserer "lieben" Gesellschaft ;)

1. Wieso werden Kinder ab einem bestimmten Alter als vorrausgesetzt gesehen? Ich bin zum Glueck noch in einem Alter, in dem man sich einreden kann, es koenne ja in den naechsten 5-9 Jahren noch passieren, aber wenn ich danach noch keine Kinder habe - was ziemlich sicher ist - dann werde ich als "seltsam" gelten. Ich dachte, unsere heutige Gesellschaft sei so fortgeschritten, dass man Menschen kein Lebensschema mehr aufzwingt - bzw zumindest nicht so offen. Und, ganz im Gegensatz dazu, erlebe ichs immer wieder, dass man, allein schon, wenn man sagt, man plant nicht, Kinder zu bekommen, als merkwuerdig bis asozial dahingestellt wird. Es reicht von unglaeubigen Nachfragen bis hin zu Ueberzeugungsversuchen und Beschimpfungen: "Wie, du willst keine Kinder? Wieso denn?", "Aber Kinder sind doch soooo suess!", "Du bist ja noch jung, ich wette, bis in spaetestens 5 Jahren hast du dir das anders ueberlegt!" (uebrigens habe ich schon beim allerersten Sexualkundeunterricht in der Schule, damals war ich 10, gesagt, dass ich NIE Kinder haben moechte, und bis heute hat sich daran nichts geaendert!), "Wegen Leuten wie dir stirbt die deutsche Bevoelkerung aus und die Renten sind nicht mehr sicher!", "Leute wie du sind egoistisch und denken nur an die eigene Karriere, statt auch mal eine Familie zu gruenden!"... 1. Ist es mein Koerper, damit ist es meine Sache, ob ich wen gebaeren will, oder nicht. 2. Wer redet von Karriere? Ich will nicht viel Geld verdienen, ich moechte nur meinen Interessen nachgehen koennen. 3. Vielleicht eigne ich mich ja gar nicht als Mutter? Ist es etwa besser, koste es, was es wolle, ein Kind auf die Welt zu setzen, als wenn Menschen, die mit Kindern nicht umgehen koennen oder wollen, lieber gar keins bekommen? In den Heimen sitzen genug Kinder solcher Muetter! Ich bin zwar nicht der Meinung, dass die alle ungluecklich sein muessen, aber bevor man neue Kinder erzeugt, sollte man vielleicht lieber die vorhandenen adoptieren. Ein grosses "Argument" ist hingegen immer, man wolle doch seine Gene weitergeben. Also ich find meine Gene nicht wichtiger, als die anderer Menschen, und wuesste demnach auch nicht, wieso sie weiterexistieren sollten. Und ob "die Deutschen" aussterben, oder nicht, ist mir ganz ehrlich auch egal, weil Menschen fuer mich Menschen sind. Die Kultur kann auch von Menschen mit anderen Genen weiter gepflegt werden, sofern noetig. Ausserdem hab ich sowieso keine "reindeutschen" Gene und sollte mich daher vielleicht gar nicht erst fortpflanzen *zyn* Und wo man Leuten, die keine Kinder moechten, immer vorwirft, egoistisch zu sein: Sind das Leute, die Kinder bekommen, nur, weil SIE Kinder haben wollen, nicht? Leute, denen egal ist, ob sie Kinder versorgen koennen, trotzdem welche haben wollen. Oder die glauben, sie koennten damit bloss ihren Partner an sich binden. Oder Kindergeld kassieren. Oder ihre Gene weitergeben. Das ist doch alles nicht weniger egoistisch, als zu sagen "Mein Koerper gehoert mir, wenn ich nicht gebaeren moechte, dann muss ich auch nicht!". Soll doch jeder einfach machen, was er moechte. Auch merkwuerdig finde ich uebrigens die Ansicht, Kinder gehoerten zu einer gluecklichen Partnerschaft dazu. Viele wollen ja gar nicht glauben, dass man ueberhaupt einen Partner hat, wenn man sich keine Kinder wuenscht. Und wenn sies dann doch endlich glauben, nehmen sie einem nicht ab, dass man gluecklich mit dem Partner sei und ihn auch lieben koenne, und trotzdem keine Kinder moechte. Und sowieso wuerden Maenner doch so gern ihre Gene weitergeben *klatsch*

Wieso kann die Gesellschaft nicht einfach so tolerant sein, dass ein Kind bekommt, wer das auch moechte, und dass die, die keine moechten, in Ruhe gelassen werden?! Jedem nach seinem Willen. Ohne irgendwelche Vorwuerfe, beiderseits. Ginge das so einfach, waere jeder dabei gluecklich, zumindest in dieser Angelegenheit, oder?

2. Wo der "Durchschnittsmensch" sich gern als uebermaessig kinderlieb darstellt, scheint er dennoch oft zu vergessen, wie Kinder denken koennen. Als seien sie selbst nie Kinder gewesen. Es mag daran liegen, dass ich erst 21 bin, aber ich erinnere mich noch sehr gut an bestimmte Situationen aus meiner Kindheit, wie ich sie wahrgenommen und empfunden habe. Jedenfalls bemerke ich haeufiger, dass "Erwachsene" Kinder nur ihres Alters wegen fuer dumm halten. Nun moegen sie selbst in dem Alter dumm gewesen zu sein, aber daher von sich auf andere zu schliessen? (Ach moment mal, das Thema hatten wir ja neulich... *huestel*) Jedenfalls sehe ich oft Situationen, in denen ueber etwas geredet wird und es dann heisst "Ach, das Kind versteht das sowieso noch nicht". Bevorzugt, wenn es um etwas geht, was als "nicht fuer Kinder geeignet" gilt oder wenn ueber das Kind selbst geredet wird. Nun, es mag Kinder geben, die verstehen es dann wirklich nicht oder kriegen es einfach nicht mit, weil sie anders beschaeftigt sind, aber dennoch ist es absolut nicht ungewoehnlich, wenn das Kind es dann eben doch mitkriegt und versteht. So, wie es gemeint ist, oder sogar "noch falscher", noch negativer. Viele Erwachsene scheinen Kinder fuer viel dummer zu halten, als sie tatsaechlich sind. Ich jedenfalls habe das in meiner Kindheit erlebt und auch bei anderen Kindern gesehen... Als Erwachsene. Und wie entsetzt die Eltern dann sind, wenn das Kind nicht nur schweigend mithoert, sondern sich auch dazu aeussert, so, dass klar ist, dass es alles verstanden hat. Und dennoch scheinen die Erwachsenen nicht dazu zu lernen, sondern es kommt immer wieder zu haargenau derselben Situation. Immer wieder "Das Kind versteht das sowieso nicht", immer wieder "Mist, es versteht es doch"... Menschen = lernfaehig?!

3. Das Beziehung- und Sexualleben von "normalen Menschen"... Immer wieder soetwas, was ich merkwuerdig finde, aber das ist wohl Ansichtssache und ich habe nur so eine verschrobene Ansicht, weil ich selbst total pervers und merkwuerdig bin ;) Aber da es fuer viele Menschen eine sehr grosse Rolle spielt, ist es auch immer wieder eine interessante Betrachtung... Jedenfalls gibts da so einige Fragen, die ich mir stelle und die ich aus meiner persoenlichen Sicht gar nicht loesen kann. Ich kann hoechstens spekulieren, wie "normale Menschen" das sehen, indem ich mich in ihre Denkweise hinein versetze. Das gelingt manchmal gut, wirkt auf mich aber immernoch sehr befremdlich, da ich mich immernoch frage, wie sie ueberhaupt zu diesen Denkweisen kommen und wieso ich anders denke. Dass alle Menschen verschieden sind, ist ja klar, aber dennoch gibt es manchmal Denkweisen, die besonders weit verbreitet sind; kennen wir (ich nehme an, ich habe Leser, die nicht konventionell sind und die moechte ich hier mal ansprechen) nicht fast alle die Situationen, in denen wir eine Meinung vertreten, die wir ganz natuerlich finden, und scheinbar ALLE um uns herum stimmen dem absolut nicht zu und halten uns fuer vollkommen seltsam? Situationen, in denen wir glauben, wir stehen mit unserer Meinung allein da? Dabei muesste, wenn alle Menschen anders sind bzw alles gleichmaessig verteilt waere, ja in jede Richtung ungefaehr gleich viele Meinungen existieren. Dem ist aber nicht so. Wieso?

Was ich zB immer wieder seltsam finde, ist die Betrachtungsweise, dass Frauen Maenner als Beschuetzer woellten. Ich erklaere es mir 1. mit dem Klischeedenken, das genau das propagiert, 2. mit der Kriminalitaet in einigen Staedten und dem daraus resultierenden Gefuehl, man koenne sich allein nicht mehr wehren. Zu 1, wir kennen sie ja, die klischeehaften Rollenvorstellungen "Mann = stark, aggressiv, tapfer, usw", "Frau = zart, schwaecher als ein Mann". Auch, wenn viele immer emanzipiert sein wollen, da kriechen sie doch in die Vorurteile zurueck... Nun mag es biologisch stimmen, dass Frauen eine schwaechere Muskulatur haben, als Maenner, aber das ist ja auch nicht IMMER so. Die wirkliche Frage, die ich mir stelle, ist aber, wenn ich mich bedroht fuehle, wieso suche "ich" (bzw die "Durchschnittsfrau") mir einen Mann, der mich beschuetzt, und tue nicht SELBST was daran, mich verteidigen zu koennen? Wieso uebe ich nicht, wieso denke ich nicht darueber nach, was ICH tun kann, wenn soetwas geschieht. Bequemlichkeit? Klischeedenken ("Ich schwache Frau kann mich sowieso nicht verteidigen, das geht einfach nicht")? Fakt ist, man kann nicht IMMER einen Mann bei sich haben und wenn man sich darauf verlaesst, staendig verteidigt zu werden, statt sich selbst zu verteidigen, dann ist man irgendwann wehrlos... Oder ist das ganze die Folge einer ueberbehueteten Kindheit (ich weiss, das Thema hatten wir auch schon einmal), nicht nur mit "Ich kriege alles, was ich will", sondern auch "Wenn mir was passiert, regelt das Papa fuer mich"?

Was jedenfalls klar ist: Koerperliche Staerke ist bei der Verteidigung sowieso nicht alles. Ich denke, in UNSEREM Fall waer ich die Person, die uns beide besser verteidigen koennte *huestel* Zwar hat ER kraeftigere Arme (ich denke, das kann man daraus schliessen, dass er muehelos mit einem Zweihaender hantieren kann, den ich keine 10 Minuten hochhalten kann - da find ich Dolche weitaus praktischer, aber das nur mal am Rande), dafuer meine ich, auf Menschen psychologisch sehr stark einwirken zu koennen. Und wenn ich wirklich wuetend bin, dann wird auch eine sonst nicht vorhandene, koerperliche Kraft frei und dann wars das fuern Angreifer ;) Ich will jetzt nicht genauer auf die Situationen, in der das bisher vorgekommen ist, eingehen, aber es passiert ab und zu und ist durchaus praktisch. Was natuerlich nicht heisst, dass man nicht auch mal dem Angriff unterliegen koennte. Das weiss man vorher leider nicht. Auf jeden Fall ist es sowieso besser, koerperlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen! Ich halte es bei unsinnigen Konflikten (wie wenn man angepoebelt wird, zb) sowieso fuer besser, einfach weiterzugehen und sich auf keinen Streit einzulassen, das ist es einfach nicht wert. Zuschlagen wuerde ich nur, wenn die Person einen schon koerperlich angegriffen hat bzw dabei ist, einen anzugreifen. Dann kommt man nicht mehr drum herum... Und wenn man die Wahl hat, sich zu wehren und davon zu kommen, oder sich wehrlos verpruegeln zu lassen - was wird man waehlen? Ich denke doch, selbst eine geringe Chance, halbwegs unverletzt davon zu kommen, ist besser, als gar keine. All das muss ich wohl dazu schreiben, bevor mir noch jemand vorwirft, ich wuerde Gewaltanwendungen verharmlosen...

4. Aber wir sind nun ja mehr oder minder ganz vom merkwuerdigen Geschlechtsleben "normaler" Menschen abgekommen. ;) Was ich seltsam finde, ist, von Liebe zu sprechen, angeblich aus Liebe eine Beziehung einzugehen, diese dann aber, sobald SEXUELL das erste Mal was nicht klappt, aufgegeben wird. Wie kann das sein, wo angeblich die LIEBE der Grund war, die Beziehung einzugehen, nicht der Sex? Sollte man, wenn man angeblich liebt, nicht vielleicht auch etwas Interesse dran haben, die Beziehung weiterzufuehren, indem man - okay, das hatten wir auch schonmal, viele sind einfach zu faul, um mit dem Partner zu reden. Aber das ist dann sowieso keine Liebe. Und beim Thema "von sich auf andere schliessen" waeren wir auch wieder, wenn ich nun schriebe, dass viele glauben, eine Beziehung ohne regelmaessigen Sex koennte nicht halten. Also ich denke, wenn sich zwei Partner gefunden haben, die WIRKLICH zueinander passen, koennen Beziehungen auf jede nur denkbare Art und Weise funktionieren, so seltsam es "normalen" Menschen auch vorkaeme - ALLES funktioniert, wenn alle daran Beteiligten darueber dieselbe Meinung haben. Diverse Fetischisten (als anderes Beispiel) koennten also miteinander auch eine perfekte Beziehung fuehren; die, die es vermiesen, sind dann meist das intolerante Umfeld, das das alles nicht gutheissen will, ob es sie ueberhaupt etwas angeht, oder nicht. Es ist heute noch so, wie vor einigen Jahrzehnten bei Homosexuellen. Damals galten die auch noch als pervers und man hat ihnen die Moeglichkeit, Beziehungen, die genauso gut oder schlecht sind, wie die von Heterosexuellen, zu fuehren, abgesprochen. Bezeichnend, dass die, die das damalige Denken als altmodisch verteufeln, dafuer heute einfach andere Gruppen genau so, wie sie es verdammen, verurteilen. Vielleicht merken sie es nicht einmal. Aber was ich eigentlich schreiben wollte; es geht mir nicht darum, dass man Dinge, die man als "seltsam" empfindet, weil man selbst in der Hinsicht ganz anders ist, unbedingt nachvollziehen koennen muss. Aber man sollte die "Anderen" nicht diskriminieren. Und ein Zeichen von Intelligenz ist es auch nicht, dass man sich alles, was einen nicht direkt selbst betrifft, gar nicht wahrhaben will oder gar nichts davon weiss oder wissen will (vgl. "Was ist Metal? Nie gehoert!" von neulich; Gruesse an Frau Argh ;) ).

Nunja, Dinge, die als "Norm" gelten, und die ich seltsam finde (wobei jeder tun soll, was er moechte): Anmache als Aufwertung zu betrachten und sich drueber zu freuen (Viele Asis pfeifen doch allem, was sie als Frau erkennen, nach, das sagt meiner Meinung nach nichts ueber die Qualitaeten der Angemachten aus, nicht einmal unbedingt etwas ueber ihre Attraktivitaet), Maenner dumm zu finden und staendig zu beschimpfen aber ihnen aber trotzdem staendig hinterher zu rennen (das equivalent waere wohl, staendig zu betonen, wie sehr man Kaelte hasst, und sich dann sehnlichst einen Urlaub in der Arktis zu wuenschen), Sex als reine Selbstbestaetigung zu sehen bzw sich wegen des Fehlen desselbigen nutzlos zu finden - also Quasi die Umkehrung von "irgendwelche haesslichen Kerle pfeifen mir nach, deswegen bin ich total toll" (also ich weiss ja nicht, aber ich denke, Menschen sollten noch andere Qualitaeten haben, als nur ihr Aeusseres; ich hab jedenfalls keinen Grund, mein Leben als sinnlos zu betrachten, nur, weil ich nicht jedentag von Fremden angeflirtet werde - denn ich hab viel mehr zu bieten, was sich anders aeussert; wer sein ganzes Selbstbewusstsein davon abhaengig macht, ob andere Menschen ihn moegen, hat meiner Meinung nach keines!), heimliche Liebe und Anziehung einem Anderen gegenueber nicht als Fremdgehen zu bezeichnen, wohl aber die kleinste heimliche Beruehrung (ICH - aber ich kann nur fuer mich selbst reden, weil es reine Privatsache ist, wie man das sieht - bin der Meinung, dass endweder beides Untreue ist oder nichts davon, denn das Negative am Betrogenwerden ist ja wohl, dass der Partner einem etwas verheimlicht bzw einen hintergeht und Emotionen, die man fuer sich beansprucht - den Sinn des Ganzen kann man an anderer Stelle diskutieren - jemand anderem gegenueber empfindet - da ist es doch wohl egal, ob es heimlich nur emotional-gedanklich geschieht oder auch koerperlich geschieht, denn beides ist schon ein Hintergehen); Menschen, die sich anderen Menschen koerperlich anbieten, wobei sie diese Person lieben und ohne eine gegenseitige Liebe eigentlich lieber gar keinen Kontakt haetten, dann aber vorher nicht einmal sicher gehen, OB die andere Person an ihnen ueberhaupt ein emotionales Interesse hat, die sich dann auch noch aufregen, wenn dieser Fall eintrifft (oder, weniger kompliziert ausgedrueckt: "Nur bei gegenseitiger Liebe Sex haben wollen, dann aber, ohne zu wissen, was Sache ist, doch mit jemandem Sex haben, in der Hoffnung, er KOENNTE einen lieben, und dann herumheulen, wenn sich DANACH herausstellt, dass er einen niemals lieben wird" - kann es einfach nicht nachvollziehen, wenn Leute ein Unglueck ganz leicht haetten verhindern koennen - in dem Fall durch !VORHER fragen! - dann aber bereitwillig in ihr Unglueck rennen, danach aber doch heulen);

aus Modegruenden lesbisch sein, wie es so schoen in den Medien propagiert wird - Musik, Stars, usw (ich finds einfach grausig, dass "der moderne Mensch" gar nix mehr selbst entscheiden kann, sondern sich alles von Moden vorschreiben laesst, von der Farbe der Jeans ueber die Musik, die "in" ist, jetzt sogar bis zur "EIGENEN" sexuellen Ausrichtung, die man eigentlich selbst am besten kennen sollte - dass man gerade in der Jugend VON SICH AUS unsicher sein kann, ob man hetero/bi/a/homosexuell ist, ist klar, dass man sich VON SICH AUS darueber Gedanken macht auch, aber Dinge nur der Mode halber oder "weil es jetzt alle so machen" "AUSZUPROBIEREN" - das finde ich arm! Zum einen, weil es unglaublich fremdbestimmt ist, zum anderen, wie soll man eine sexuelle Ausrichtung "ausprobieren"? Man fuehlt es entweder (indem man sich eben von sich aus - ohne Modeeinfluesse u.ae. - zu zB gleichgeschlechtlichen Menschen angezogen fuehlt) oder man fuehlt es nicht. Dazu muss man nichts probieren, es ist immernoch eine emotionale Sache. Damit meine ich nicht einmal Liebe, sondern auch die rein sexuelle Anziehung. Sie ist da, oder eben nicht. Da kann man sogar einen unglaublich banalen Vergleich zu Kleidung ziehen, obwohl zwischenmenschliche Beziehungen eigentlich bedeutsamer sein sollten ;) : Wenn ich von mir aus absolut keine rosa Blusen mag, ziehe ich keine rosa Bluse an, im Glauben, es koennte mir ja doch gefallen. Man muss nicht alles ausprobieren, um zu wissen, ob man es mag, oder nicht. An manchem hat man einfach kein Interesse (nicht unbedingt Ekel, einfach nur kein Interesse): Ich hab zB nie Froschschenkel (oder meinentwegen auch etwas, was nicht ganz so abstossend ist, zB Sushi) gegessen, weiss also nicht, wie sie schmecken, will es aber auch gar nicht probieren. Einfach kein Interesse dran.

Ich glaub, das reicht erstmal. (Genug Text fuer die naechsten 5 Tage ;) ).

cn P

11.10.2008 um 16:35 Uhr

Beitrag von vor paar Tagen

Mittlerweile seh ichs nicht mehr so eng, die Sprueche find ich aber trotzdem daemlich, daher poste ich den Beitrag mal, auch, wenn er einige Tage alt ist (damals war blogigo offline, sonst haette ichs gleich gepostet):

Ich bin grad sauer. Aber jetzt mal ernsthaft. ER muss dieses Semester eigentlich so gut wie nur Kurse machen, die mit dem Beruf direkt gar nichts zutun haben. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, WAS in diesen Kursen vermittelt wird... Da gibts einen, der nennt sich in etwa "Kommunikationsstrategien und Selbsteinschaetzung". Da verbringt man die Zeit damit, bekloppte Frageboegen anzukreuzen, wie man sich selbst empfindet, und wie einen "mindestens drei sehr gute Freunde" (wer die nicht hat, kann nichtmal die Hausaufgabe erfuellen!) sehen. Find ich etwas ungeschickt, bedenkt man, dass viele Studenten zum Studieren in eine fremde Stadt fahren und hier uU ganz allein sind. Und grad die, die schon berufstaetig sind, da gibts einige, die nebenbei studieren, haben doch gar keine Zeit fuer so einen Kram. Nebenbei spielt man den ganzen Unterricht irgendwelche doofen Interviewrollenspiele und wird dabei auf Video aufgenommen (wer weiss, wo die Aufnahmen danach landen...), und dann wird - hoch psychologisch (Tut mir Leid, ich hab schon Probleme mit den meisten Psychologen) natuerlich - alles analysiert bzw man bildet sich ein schoenes Urteil ueber einen, das evtl ganz falsch ist und man gar nicht revidieren kann, denn "der Test hat aber ausgesagt, dass..." *wuerg*. Also auf freiwilliger Basis faende ichs ja okay, aber als Pflicht? Gut, ich hab den Scheiss auch noch vor mir, aka ABV, nur druecke ich mich bislang davor, weil ich grosse Langeweile fuerchte... Aber nein, das isses gar nicht, was mich aufregt.

Was mich aufregt, ist, dass die Unterlagen zu dem Kurs mit zwei Zitaten beginnen:

"Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen."

"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare."

Auf den ersten Blick mags platt und wahr klingen, und man kanns sicher auch positiv deuten, aber ich will meine Sicht offen legen.

1. Sind Menschen, die nicht miteinander REDEN (da steht nicht kommunizieren, sondern REDEN) koennen, beispielsweise Taubstumme, etwa keine Menschen? Duerfen wir Personen wegen einer Behinderung den Status den Menschen aberkennen und sie als minderwertige Lebewesen bezeichnen?

2. Auch, wenn sich manche seelische Verstimmung nach Aussen zeigt - vgl. psychosomatische Krankheiten - dieser Satz verleitet zum Umkehrschluss, der da waere: Der Koerper ist nur krank, wenn die Seele krank ist. Da freut sich jeder Behinderte drueber, wenn man ihm quasi unterstellt, er sei seelisch nicht gesund oder gar geistig minderwertig, nur, weil er Koerperteile hat, die nicht funktionieren, wie bei nicht behinderten Menschen. Dasselbe gilt uebrigens auch fuer den Spruch "mens sana in corpore sana". Den finde ich genauso diskriminierend. Okay, den Spruch im Ursprung an sich nicht, aber so, wie er aus dem Kontext gerissen und mit dem obigen Sinn versehen wird, finde ich ihn diskriminierend. Und selbst, wenn wir nicht gleich auf das Thema Koerperbehinderungen kommen wollen, bleibt der obige Spruch noch kritisch. Dieser Schluss "Wie der Mensch aussieht, so ist er charakterlich" befuerwortet auch alle nur erdenkbaren Klischees von "Metaller = boese" bis zu "Blondine = dumm".

Wollte ich nur mal loswerden, ist schliesslich mein Blog, da kann ich schreiben, was ich will ;)

cn P

08.10.2008 um 17:24 Uhr

8.10.08

von: AngelInChains   Kategorie: Tagebuch   Stichwörter: Studium, Universität, Stress, Schule

So, jetzt hab ich mir einen aeusserst faszinierenden Stundenplan zusammengebastelt, in den ich alles untergebracht hab, was moeglich war. Bin nicht zufrieden damit, weils so wenig ist. Zwar bedeutet das auch weniger Abschlussarbeiten, mehr Freizeit, weniger Kosten auf einmal und evtl auch weniger Stress, aber gleichzeitig bedeutet dass, das ich naechstes Semester mehr machen muss... oder aber noch ein Jahr laenger studiere :/ Ich habs geschafft, 3 Module zu waehlen, letztes Semester hatte ich auch nur 3, im 1. und 2. hatte ich 4. Der Unterschied ist, ein Geschichtsmodul besteht aus aus 1 Kurs, ein Deutschmodul aus 2. Das heisst, ich habe dieses Jahr wirklich nur 3 Kurse (alle Geschichte), waehrend ich bsp letztes Jahr bei 2 Deutschmodulen und 1 Geschichte, also derselben Modulzahl, schon 5 Kurse hatte. Beim "Standard" zwei Deutsch zwei Geschichte kam ich im ersten Jahr auf 6 Kurse pro Woche (entspricht 12 Zeitstunden Praesenz, wobei diese Uni noch einmal mindestens dieselbe Zeit auf die Heimarbeit pro Praesenz berechnet). Aber ist ja auch egal, dieses Zahlengewirr hier wird sowieso kaum einer nachvollziehen koennen und wollen, der nicht selbst davon betroffen ist.

Fakt ist, ich habe jetzt die mickrige Anzahl von 3 Kursen je 2 Stunden Praesenz pro Woche. Die Haelfte dessen, was ich vor 2 Jahren hatte, als ich anfing (und wenn ich bedenke, dass ich zur Schulzeit noch 6-8 Unterrichtsstunden pro Tag hatte, und das 5x pro Woche...). Damals sagte man mir, ich haette zu viel gewaehlt. Ich kann mir das gar nicht vorstellen! 6 Stunden pro Woche sind so wenig... Zumindest kommts mir persoenlich unausreichend vor. Aber wahrscheinlich sollte ich einfach nicht mehr drueber nachdenken, schliesslich kann ich nix dafuer, dass ich zeitlich nicht mehr waehlen KANN, weil alle anderen noch offenen Kurse zur selben Zeit stattfinden. Und egal, wie sehr ich mich daran stoere, die Uni wird ihre Planung nicht aendern und fuer mich paar Kurse zu anderen Zeiten auftauchen lassen...

Mein Plan: DI 10-14, MI 12-14. Also wahnsinnig viel *zyn* Die restlichen Tage kann ich gleich zuhause bleiben. Werd mich dann wohl wieder kuenstlerisch betaetigen und mal paar Auftragsarbeiten mehr annehmen, will die Zeit dann wenigstens sinnvoll nutzen. 

cn P

P.S.: Ist es nicht etwas merkwuerdig, dass der NC fuers aktuelle Semester in Geschichte bei 1,6 liegt und in Medizin bei 2,4? Dabei heisst es immer, es sei so schwer, einen Studienplatz in Medizin zu bekommen und unter 1,5 gaebe es nie was...