29.5.07
Ich verliess die Wohnung sehr viel spaeter, als sonst. Mir war dermassen uebel, ich dachte schon, ich komme nie weg. Mein "Vater" wurde darueber natuerlich auch wieder aggressiv und beschimpfte mich nur, ich solle nicht so "herumtroedeln". Dass ich mich fast wieder uebergeben musste, sagte ich ihm auch, aber es interessierte ihn nicht. Ich bin nach R. gegangen, wartete Ewigkeiten am Zebrastreifen, weil die Schlange vorbeirasender Autos nicht abbrechen wollte (Ich sagte es doch: Die Bedeutung eines Zebrastreifens scheint hier niemand zu kennen), und so bekam ich den Bus nur knapp. Bin nach S. gefahren, habe mir gleich Schuldgefuehle verursacht, wieso ich wieder nicht zur Uni gefahren bin, aber was solls. Hatte nun auch noch starke Schulter-, Ruecken- und Knieschmerzen wegen des schweren Gepaecks. Ich hasse es sowieso... Mehrere Ordner, Schreibzeug, was weiss ich noch, 0,5l Wasserflasche, Hustenbonbons, Geld, Schluessel, Handy, und dann auch noch das ekelhaft schwere Buch. DIN A 4, ueber 1000 Seiten, gebunden mit schwerem Deckel. Das zu tragen, ist jedes Mal eine Qual. Einmal pro Woche. Ich frage mich, wozu wir in der Uni Schliessfaecher haben, wenn man die nur tagsueber benutzen kann, also sie jeden Abend geraeumt werden muessen?! Die Stunden, die man sich INNERHALB der Uni bewegt, kann man die Buecher ruhig tragen, das sind ja nur jeweils wenige Minuten. Aber zur Uni hin und dann wieder nach Hause... Das ist Rueckenqual.
Der Busfahrer raste wie ein Henker ueber das wacklige Kopfsteinpflaster, das Wetter war grell und heiss. Die Menschen starrten, der Fahrer poebelte mal wieder einsteigende Fahrgaeste an. Meine Laune verschlechterte sich weiter, mein gesundheitlicher Zustand ebenfalls. Magenschmerzen kamen hinzu. Und ich hatte irgendwie absolut keine Motivation, spaeter extra zum Center zu fahren, nur um meinem bloeden "Vater" ein Brot zu kaufen, weil er zu faul ist, selbst einkaufen zu fahren. Wegen eines Brotes jeweils uebr eine halbe Stunde Hin- und Rueckfahrt. Und das, obwohl mir richtig schlecht war. Aber anders ging es nicht... Und das Geld? Bekomme ich wohl auch wieder nie wieder. Sind zwar "nur" 50 Cent, allerhoechstens, aber ueber die Monate summiert sich das. Ich schwitzte und das verdammte Waschpulver, dass der "liebe" Herr "Vater" immer benutzt, reizte meine Haut. Alles juckte. Ich habe schon haeufiger den Verdacht geaeussert, dagegen vielleicht allergisch zu sein, aber das interessierte ihn natuerlich auch nicht. Wie alles, was mich betrifft - das interessiert ihn alles nicht, selbst, wenn ich mich umbringen wuerde, wuerde ihn das nicht interessieren, da bin ich mir mittlerweile SICHER.
Spaeter kam noch ein "lustiges" Muskelzucken in den Beinen dazu. Ich wollte mich eine Weile hinlegen, hatte aber lange nicht meine Ruhe, weil alle 15 Minuten irgendein Paketdienst hier klingelte. Insgesamt wirklich 5 Stueck (DHL, DPD, UPS, Hermes, GLS), zusaetzlich noch einmal die "normale" Post und noch ein privater Briefversender. Und die ganzen Male war eigentlich nur ein Paeckchen fuer mich dabei (mit Buechern) und dann eben noch die Karte und der Katalog von der normalen Post... Alles andere waren nur Dinge fuer Nachbarn. Zu den "neuen" Buechern: Einige Menschen sind wirklich dreist, was sie als "fast neu, keine Gebrauchsspuren" bezeichnen. Der Buchschuber war so abgewetzt, so kaputt sind zum Grossteil nicht einmal meine antiken Schuber, und die sind mindestens 80 Jahre aelter... Aber wenigstens waren die Buecher in Ordnung; habe 7 Euro gezahlt, fuer 5 Buecher (Porto schon mit einberechnet), Originalpreis war 20 Euro. Nach dem ganzen Postzeug habe ich mich dann doch wieder auf den Weg gemacht, nun ins Center, Brot kaufen... Der Bus war wohl wieder viel zu spaet, ausserdem machten diverse Asis sich einen Spass daraus, extra durch Pfuetzen zu fahren (Wie man das sicher sagen kann? Was sollte sie sonst dazu bewegen, auf der Strassenmitte zu fahren, und sobald sie einen Menschen sehen, an ihn heran durch die Pfuetze steuern?), um Personen nass zu spritzen.
Ich bemerkte schnell, dass ich einen anderen Zeitpunkt zum Einkaufen haette waehlen sollen. Wie konnte ich so bloed sein, wieder nicht daran zu denken, dass gerade Schulschluss war?! Demnach begegneten mir zahlreiche groehlende Asis und geistige Krueppel. Gerade im Center. Beim Einkaufen und unterwegs. Es war wirklich unglaublich. Eklig. Unfreundlich. Selbst die Kassiererin. Und wegen eines Brotes musste ich auch wieder ca 20 Minuten in dem Chaos an der Kasse stehen. Hinter mir standen zwei Erwachsene mit einem Kind. Das Kind spielte mit einem Puppenwagen herum und fuhr mir damit mehrfach in die Hacken. Dann ermahnte die Mutter es und hielt den Wagen selbst. Fuhr mir dann aber selbst damit noch zweimals in die Hacken. Dann raeumte sie den Einkaufswagen aus und ihr Mann hielt den Wagen. Und fuhr mir wieder in die Fersen. Ist das ein Beweis, dass Ignoranz und Dummheit erblich sind? :P Dieser Einkauf war unglaublich deprimierend. Soviele Leute, die man einfach nur verabscheuen kann... Und das elende Gepoebel. Saetze wie "Ih, guck ma! Die traegt ja krass nur schwarze Sachen! Is ja voll eklig, ey!" (Schwarz = eklig? Ich find ja eher weisse Huefthosen, ueber die Bauchfett und ein mit nem rosa String wie eine Salami eingeschnuerter Hintern quillt eklig, aber das ist wohl Ansichtssache). Oder: "Boah ey! Voll der Satanist!" (sortieren wir Satanisten neuerdings in "voll", "halbfett" und "mager" ein? Oder eher "Halb-Satanist", "Viertel-Satanist", "Drei-Achtel-Satanist"?).
Ich frage mich immer wieder, wieso ich noch nicht ausgerastet bin... Sass zuhause eine Weile am PC, legte mich dann hin, doeste. Und schaffte es mal wieder, obwohl ich kaum etwas gegessen hatte, die Mundschleimhautwunde wieder aufzureissen. Hat lange geblutet. Ich hoffe, die entzuendet sich nicht schon wieder... Magenschmerzen hatte ich auch noch, und all die anderen Dinge. ER kam relativ spaet heim. Es stellte sich uebrigens heraus, dass unser Kampffisch auch an Altersschwaeche gestorben sein koennte und dass das Maennchen auch bald soweit ist. Denn von der Groesse her muesste er schon mehrere Jahre alt gewesen sein. Kampffische werden, zumindest hier in der Gegend, wohl schon sehr alt verkauft (oft 1-2 Jahre und wir haben ihn nun auch schon bald ein Jahr). Ich denke, das naechste Mal suchen WIR uns gezielt einen kleinen Jungfisch. Die Frage waere aber, ob man damit nicht lieber noch wartet, bis auch das letzte Kampffischweibchen an Altersschwaeche gestorben ist. Denn so ein "riesiges" ausgewachsenes, mehrere Jahre altes, Weibchen und ein erst wenige Wochen altes Maennchen - Vertraegt sich das?
Ich hatte Kopfschmerzen und fuehlte mich zum Teil immernoch ein wenig genervt. Wirklich viel geschafft hatte ich den gesamten Tag nicht und auch jetzt, am Abend, fuehlte ich mich noch nicht wirklich besser. Es war Zeit, zu gehen. Es nieselte leicht, Insekten stoerten mich, den Bus bekamen WIR nur knapp. Der gesamte Himmel schien hellrot. Habe ich eigentlich schon erwaehnt, dass ich am Briefkasten einen Aufkleber mit dem Hinweis angebracht habe, Karten zu oberst (also nach schweren Buechersendungen, u.ae.) einzuwerfen? Vielleicht bringt es ja etwas. Ich hoffe, es ist nicht zu anspruchsvoll fuers durchschnittliche Postbotenhirn und sorgt nicht fuer noch mehr Chaos *re* Das klingt sicher boshaft, aber es kann ja wohl nicht angehen, dass die Post hier mittlerweile nur noch beschaedigt ankommt. Kaum dass ich zuhause antraf, ging das Gemecker wieder los. Mein "Vater" hoerte mir nie richtig zu und unterstellte mir daher die bloedsinnigsten Dinge, und beschimpfte mich fuer irgendetwas, was ich nie gesagt habe, ausserdem wurde wieder aggressiv herumgeschrieen, munter diverse Menschen beschimpft, usw. Bei so viel Dummheit wird mir schlecht. Wegen des Einkaufs gabs uebrigens - auch wie immer - weder Bitte, noch Danke. Nur noch mehr Gemotze. Mein Wohlbefinden besserte sich so garantiert nicht.
Im Fernsehn laeuft gerade ein Film aus dem Jahr 1977. Durch Zufall bin ich darauf aufmerksam geworden, denn er spielt zum Grossteil auf meinem Lieblingsfriedhof. Wie anders einige Dinge damals noch aussahen! Wie gut erhalten einige Graeber waren, wie viele Statuen noch dort standen, die mittlerweile stark zerstoert oder komplett abgerissen wurden. Aber man erkennt deutlich, dass es dieser Friedhof ist. An den Graebern, den Wegen, den Namen an bestimmten Graebern. Erstaunlich, wie leicht ich diesen Friedhof identifizieren kann. Aber ich kenne mich dort auch ziemlich gut aus; kenne jede Ecke, und so gibt es soch eine klare Wiedererkennung, wenn auch einige Veraenderungen von 1977 zu heute ein wenig verwirrend wirkten. Ausserdem hatte ich heute Abend noch einige Gespraeche mit einer Bekannten. Es ging unter Anderem darum, dass sie von einem Ereignis sprach, von dem sie meinte, wenn sie das taeglich erleben muesste, wie bestimmte andere Menschen, dann faende sie das unglaublich erschreckend und wuerde immer in Angst leben. Ich glaube das nicht, denn da traue ich dem Menschen mal eines zu: Der Mensch hat Angst vor dem UNBEKANNTEN, das heisst aber auch - wenn er etwas taeglich erlebt, dann erscheint ihm etwas, das er sonst vielleicht Angst einfloessend faende, "normal" und er haette keine Furcht mehr davor. Natuerlich kann man nicht pauschalisieren, aber bei vielen Dingen scheint es wirklich so zu sein.
Eigentlich ist es ja sinnvoll, vor Fremdem vorsichtig zu sein. Evolutionstechnisch hat dies dem Menschen das Ueberleben gesichert. Natuerliche Vorsicht, sich anderen Lebewesen langsam und versteckt zu naehern, nicht alles zu essen, einfach - Dinge zu beobachten, bevor man blind auf sie zurennt und positiv bewertet (was in vielen Faellen fatal waere). Das Problem ist, dass sich daraus heute bei vielen Menschen ein regelrechter Hass gegen alles Fremde entwickelt hat. Die Muehe, das Fremde zum Vertrauten zu machen, machen sich viele nicht. Aus Faulheit, oder was auch immer. Viele WOLLEN Vorurteile sogar beibehalten, haben Angst, dass sich dadurch ihr "Weltbild" veraendern koennte. So entstehen dann immer mehr Vorurteile, Klischees bauen sich auf, und was bringt es? Vielleicht gibt es wenige positive Aspekte, aber richtig erscheint es dennoch nicht. Ausserdem kann es der vom Vorurteil diskriminierten Person sehr schaden, in den meisten Faellen sogar. Schade, dass die Menschheit sich heute fuer so intelligent, offen und emanzipiert haelt, aber sich oft noch streng zur Wehr dagegen setzt, Vorurteile abzubauen...
Aber wir pauschalisieren wohl alle (Wieder eine Pauschalisierung ;) ) manchmal. Oft aergert man sich auch ueber eine Masse an Menschen und glaubt dann, alle verabscheuen zu muessen. Mir geht es manchmal so, dass ich schon morgens aufwache, vielleicht "schlecht" getraeumt habe, und ploetzlich stehen mir all die Dinge, fuer die ich die Menschheit (als Allgemeinheit betrachtet, ohne damit jeden Einzelnen anklagen zu wollen!) HASSE, vor Augen: z.B. Krieg, Vergewaltigung, Gewalt gegen Unschuldige, ob Menschen, Tiere oder Natur, Ungerechtigkeit, usw... In solchen Momenten neige ich dazu, diese Menschheit dermassen zu hassen, dass ich mich dafuer selbst schaeme, ein Mensch zu sein, weil ich mit diesem "Haufen Idioten" nichts zutun haben woellte, wenn ich eine Wahl haette. Es gibt Menschen, die sind so grausam... Sicher kann man nicht auf alle Menschen schliessen. Und niemand kann etwas dafuer, auch ein Mensch zu sein, genau, wie viele schlechte Menschen. Aber irgendwie bin ich manchmal doch sehr getroffen von all diesen negativen Dingen, da sie ueberwiegen, sodass es manchmal (aber zum Glueck eher selten!) kaum mehr gelingen will, auch an Personen zu denken, die Gutes getan haben. Die "Gegenbeweise" quasi, dass Menschen nicht alle schrecklich sind. Ich frage mich, ob die Mehrheit der Menschen "gut" oder "schlecht" ist?
Das Problem waere schon, gut und schlecht zu definieren, denn alles hat zwei Seiten. Und jeder definiert und interpretiert Handeln anders. Eine fuer einige Menschen gute Handlung kann fuer andere Menschen auch schlecht sein. Aber es gibt Handlungen, die kann man wohl sicher als moralisch schlecht bewerten, wie eben zB Gewalt gegen Unschuldige. Was meint ihr, gibt es mehr Menschen, die "gut" handeln, oder solche, die Dinge tun, die wir als moralisch schlecht bewerten? Sicher, Moral variiert auch von Gesellschaft zu Gesellschaft, Land, Religion, Zeit, usw. Aber ihr versteht sicherlich, wie ich das meine - Dass es einige Dinge gibt, die eben kaum gut erscheinen koennen.
Aber nun werde ich mich wohl verabschieden. Im Moment ist es relativ "ruhig" draussen. Unglaublich, wie gewaltig ein Gewitter ist - Das habe ich gerade gestern nochmals feststellen muessen. Ob es morgen wieder eins geben wird?
cn P


Zumal ich es nicht einschaetzen koennte, wieviel es davon jeweils gibt.
Ich bin auch eher geneigt, nicht in diesen Kategorien zu denken.
Obwohl es mit Sicherheit Menschen gibt, mit denen ich nicht unbedingt zusammen sein moechte.
Klar, es aendert nichts daran, wenn ich weiss, weshalb einer so ist, wie er ist. Denn er bleibt ja trotzdem so, nur ich verstehe dann seine Motivation etwas besser.
Und selbst bei jedem Verstaendniss sind einige Dinge nicht tolerier oder hinnehmbar.
Ein Psychologe, der nach dem Kriege sich mit Naziverbrechen und Nazischergen befasste, deren Psyche untersucht hatte, er meinte:
ein Drittel der Menschen ist gut, ein Drittel schlecht oder böse, und das restliche Drittel sind die Mitlaeufer.
Jetzt kommt es fuer eine Gesellschaft immer darauf an, zu welcher Seite, diese Mitlaeufer gezogen werden, um die Gesellschaft boese oder gut erscheinen zu lassen.
Deshalb ueberzeugt die Menschen, von dem Guten, denn wenn zweidrittel das schlechte wollen, es waere fatal fuer uns.
Und ich glaube, mit dieser Meinung und den Zahlen lag er garnicht so verkehrt.
Denn wenn der "boese" dem Mitlaeufer einen persoenlichen Vprteil, einen Gewinn oder etwas in der Art, in Aussicht stellt, macht sich dieser sehr schnell dem Boesen zum Diener.
Und wie Du, mir nach einem Kommentar, mal zugepflichtet hast, kann man das Gute und Boese nicht am Intellekt festmachen.
Es gibt intelligente "boese", die gerade ihre Intelliganz fuer die Bosheit nutzen, und andererseits, sehr einfache Menschen, mit niedriger Intelliganz, die Herzensgut sind.
Die sich aufgrund ihrer inneren Einstellung, selbst von einem intelligenten, hintergaeltigen "boesen" nicht beeinflussen lassen wuerden. Weil sie es einfach nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren koennten, boese zu handeln.
Der Blogigo Link fuer Anregungen ist tatsaechlich weg..*lach*. Aber vielleicht kann man es auch als Zeichen sehen, dass Herr Blogigo noch lebt und aktiv ist.
Ich bin ja immer wieder erstaunt, dass Blogigo auch die Endungen .at .ch .uk und .com hat.Allerdings sind unter uk nur die englischen Blogs da.
Und ich glaube, da sind die Statistiken dann auch auf das jeweilige Land abgestimmt.
Also, am Ende scheint Blogigo wohl hoffentlich nicht zu sein
Liebe Gruesse