Memoriae Ex Aeterna Nocte

30.08.2006 um 00:20 Uhr

4 Gedanken

Stimmung: Geht so. Ein wenig muede.
Musik: Billy Idol.

 

Wusstet ihr, dass Studienplatzbewerber, die noch bei den Eltern leben, groessere Chancen haben, einen Studienplatz zu bekommen, als welche, die allein leben oder bei einem Partner? Solche sollen von den Universitaeten bevorzugt behandelt werden, denn das Leben bei den Eltern demonstriere "besondere soziale Kompetenz". Meines Erachtens vollkommener Bloedsinn. Denn ob man bei seinen Eltern lebt, bestimmen ZWEI Seiten, darunter auch die Eltern - Nur, weil ein Abiturient bsp. asoziale Eltern hat, die ihn mit 18 aus der Wohnung schmeissen, weil sie glauben, danach keine Verantwortung mehr zu tragen und die Verantwortung auch Leid sind, ist doch die soziale Kompetenz des ABITURIENTEN nicht geringer! Und ich weiss auch nicht, wieso das Zusammenleben mit einem (Ehe-)Partner weniger sozial sein soll, als das mit den Eltern. Schliesslich muss man auch mit Ehemann oder -frau taeglich kommunizieren und agieren, nicht anders, als bei den Eltern auch.

Ich versuche gerade, meinem Vater den Wahn, Behindertensport verbieten zu wollen, auszureden. Er behauptet, das sei doch alles nur Verhoehnung und Amusement fuer die nichtbehinderten Zuschauer. Dass behinderte Sportler nicht zum Sport GEZWUNGEN werden, sondern ihn freiwillig ausueben, will er einfach nicht begreifen. Dass diese Leute auch SPASS am Sport haben koennen, genauso wenig. Bringt es etwas, sein Leben lang gegen eine Wand zu reden? Ich denke leider, nicht.

Wusstet ihr, dass man innerhalb eines Studiums zu Auslandspraktika und -reisen allgemein VERPFLICHTET werden kann? Wer nicht das Geld dazu hat, die Reise anzutreten und in einer anderen Stadt noch eine zweite Wohnung zu unterhalten, faellt durch und das Semester wird nicht anerkannt, da die Reise als Art "Studienaufgabe" gilt. Auch im Gymnasium habe ich soetwas schon erleben muessen, dass man Schueler im Rahmen des Unterrichts zwingen wollte, ins Ausland zu verreisen. Und da reden Menschen noch davon, beruflicher Erfolg sei nicht von finanziellem Wohlstand abhaengig, wo aermere Familien ihren Kindern gar kein Studium ermoeglichen koennen, weil dies zu viel kostet (Nicht nur Reisen, auch Materialien, Buecher, Studiengebuehren, etc)?

Gerade ist mir auch noch ein "interessanter" Artikel vor die Augen gekommen, in dem man mal wieder "Hetze" auf die liebe Rollenspieler-Gemeinschaft macht. "Internet-Rollenspiele können eine multiple Persönlichkeitsstörung auslösen.", heisst es, und diese These soll mit dem Fallbeispiel einer schizophrenen Frau bestaetigt werden. "Es stehe fest", zitiert man einen Professor, "dass die häufige Internetnutzung die Krankheit ausgelöst und das Krankheitsbild verfestigt habe". Dazu kann ich nur sagen: Ja, nur, weil ich in einem SPIEL einen Elfenkrieger spiele und vielleicht auch noch eine Zauberin, sowie diverse andere FANTASIEgestalten, halte ich mich im Alltag auch gleich fuer eine! *zyn* Diese Panikmache ist nicht mehr, als laecherlich. Denn Tausende von Menschen spielen Rollenspiele, Millionen sehen fern, lesen Buecher, identifizieren sich unter Umstaenden sogar mit einer fiktiven Person aus den Filmen und Buechern - Wie viele von diesen Leuten werden denn schizophren?! Die Minderzahl. Ein gesunder Mensch wird es mit Sicherheit nicht, da kann er auch vor dem Computer sitzen, bis ihm die Augen schmerzen. Aber wieder zu tun, als seien alle Rollenspieler psychisch krank, das kennen wir ja leider von unseren Medien...

Gehabt euch wohl,

cn P


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