Memoriae Ex Aeterna Nocte

29.12.2007 um 01:31 Uhr

Blutsgebunden

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Kunst, Familie, Gesellschaft, Religion

Auf den ersten Blick koennte man dieses Bild als reine Religionskritik betrachten: naemlich als solche, die die Art von Religion kritisiert, die die Menschen dazu ermahnt, blind zu gehorchen, die sie bindet, die sie nicht frei macht, sondern zu Gefangenen.

Allerdings ist es auch eine Frage, wie weit man sich vom Glauben befreien kann: der Engel kann es nicht. Er ist an den Glauben gebunden, darf nicht anfangen, nicht zu glauben, denn ohne das Christentum gibt es auch ihn nicht. Mit dem Glaubensverlust wuerde er seine eigene Existenz verleugnen. Er ist auf ewig an das Christentum gebunden, ob er woellte, oder nicht.

Genau so hat es unsere "tolle" Welt mit dem Thema der "Familie"... Ob wir wollen, oder nicht, fuer ewig tragen wir die Gene unserer Vorfahren in uns, ob wir mit ihnen brechen, oder nicht, und auch, wenn wir nichts mit ihnen zutun haben woellten, irgendwie koennen wir uns einfach nicht von ihnen loesen. Es ist unmoeglich. Ohne sie waeren wir nicht existent.

Und unsere Gesellschaft erschwert es noch dahin gehend, dass man durch alle Dokumente, Meldeerfassungen, etc, immer an die Familie gebunden ist. Eigentlich kann man sie gar nicht loswerden, nicht einmal formell...

Das ist eine Plage fuer die, die aus irgendwelchen Gruenden einfach nicht zu ihrer "Familie" passen... Nicht dorthin gehoeren, auch nicht dort sein wollen. Natuerlich ist es ein Idealfall, wenn man sich in der Familie gut versteht, aber es ist Realitaet, dass es soetwas nicht bei jedem Menschen gibt. Dass solche existieren, die eigentlich losgeloest sein wollen, von Vorfahren... Und denen erschwert man das Leben. Denn ueberall wird vorrausgesetzt, dass man so sei "wie alle anderen normalen Menschen", inklusive Eltern, evtl Geschwistern, die einem immer beistehen wuerden, usw. Es ist nicht so. Und wenn man nicht so ist, gehoert man gleich zu den Unnormalen, den Verdraengten, den "Anderen".

Als wenn es ohne Sippe nicht schon schwer genug waere, allein schon weil einem die gesamte Vetternwirtschaft, Geldgeschenke, usw, worauf unsere verdrehte Welt eben basiert, fehlt.

cn P


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