Memoriae Ex Aeterna Nocte

29.03.2005 um 23:54 Uhr

Das Fest

Es wirkte schon von draussen, wie man von einem Erdhuegel aus sehen konnte, recht interessant, ausserdem waren wir schon einmal da, also... 8 Euro ist an sich eine Menge, aber man muss sich das wohl auch einmal goennen. Dass eine der Tussis an der Kasse IHN gleich bloed anflirtete, gefiel mir weniger, der daemliche Stempel, dessen Abdruck (Ein gruener Osterhase, super) man mit sich herumtragen musste, war auch nicht so das Wahre, aber damit konnte man wohl noch leben... Drinnen ein Haufen an Staenden, Kunsthandwerk, Waffen, Bekleidung (Auch sehr huebsche und halbwegs guenstige :) ), Nahrung, etc, dann natuerlich Staende, an denen die Besucher sich mit Bogen- und Armbrustschiessen, etc, amuesieren konnten, Buehnen und irgendwelche zwischen den Massen herumirrenden Darsteller, ach, ich denke, ich sollte nicht zu viel darueber schreiben... ;) Jedenfalls war es ziemlich interessant, wenn eigentlich auch gar nicht sonderlich viel, und... Auch, wenn es wohl daemlich klingt, mit am Interessantesten fand ichs noch, die Besucher, so gut wie nur Goths und LARPer, zu beobachten... Huebsche Maenner in Roecken, Damen mit viel zu engem Korsett, alte Opas in Pelzkostuemen, jugendliche Gothics beiderlei Geschlechts, alle im langen Ledermantel... WIR sassen oft abseits auf schmalen Holzbaenken herum und beobachteten einfach nur, um dann wieder einige Runden um alle Staende zu laufen, wieder herumzusitzen, und wieder herumzulaufen... Doch, es war nett, wenn Amateure sich beim Schwertkampf die Handgelenke blutig kloppten oder die Menschen im Badehaus sich bei der Kaelte eine Lungenentzuendung holten, und ueber allem der dicke Nebel und die leichte Kaelte... Und alles roch nach dem Rauch der offenen Feuer. Auch ich noch, noch, als ich laengst einige Stunden zuhause war, vielleicht auch noch am naechsten Morgen.

Gekauft haben wir, abgesehen von etwas zu essen, nichts, Mieder gabs uebrigens nicht, nur Kleider, Blusen, etc. Was das kuenstlerische Programm betrifft: Es traten einige Bands auf, unter Anderem Potentia Animi, es gab eine huebsche Pranger/Folter-'Vorstellung' ganz nach mittelalterlichem Vorbild mit Massen an Gaffern, auch sonst noch ne Menge Krams, und am aufdringlichsten war wohl noch der mit groesster Wahrscheinlichkeit homosexuelle Narr, der Maennern unter die Roecke sah und IHM gegenueber besonders aufdringlich war. Nicht nur, dass er uns scheinbar schon verfolgte, auch wenn wir ihn gewoehnlich ignorierten, IHN staendig begrapschte und uns von Weitem schon Kuesschen zuwarf. Naja, wie dem auch sei. Ich waere gerne noch eine Weile dort geblieben, doch wir beschlossen, schon einige Zeit vor dem Ende zu gehen, 1. um nicht mit den Massen durch den Wald zu hetzen (Wir moegen beide kein Gedraengel), 2. weil wir sonst recht spaet in Berlin angekommen waeren. Nunja. Einige Menschen hatten sich uns ziemlich eingepraegt... Ein seltsamer Mann mittleren Alters mit Spazierstock und... Doch, 'interessanter' Bekleidung, sonst auch nur diverse Gothics, unter Anderem einer mit kuerzerem schwarzen Haar und einem Flusenpullover, sowie einem kurzen Roeckchen und rasierten Beinen, den wir schon am Bahnhof gesehen hatten, komplett mittelalterlich eingekleidete Familien mit Hund (Bobtails, Weimaraner, etc), etc etc etc. Doch, es war ein wirklich nettes Fest, wenn auch ein wenig anders, als ichs mir vorgestellt hatte, doch das stoerte nun ueberhaupt nicht.

Es war kurz nach 17 Uhr, als wir gingen. Bei der Ankunft war es wohl zwischen 13 und 14 Uhr gewesen. Wir wollten eine 'Abkuerzung' durch den Wald nehmen, die auf einen anderen Wanderweg quer ueber die Berge fuehrte. Dabei war es erstaunlich, wie weit es in die Hoehe ging... Ich haette es nie erwartet. Und im Nebel wirkte alles noch merkwuerdiger. Ich machte auch paar Fotos... Kommen, wenn sie gelungen sind, auch irgendwann hier hinein ;) Der Weg duerfte uebrigens nicht viel kuerzer gewesen sein, als der andere, den wir beim Hinweg genommen hatten, er ging nur steiler bergauf und bergab... Doch, war an sich huebsch. Bekomme nur leider gerade nicht raus, wie hoch der hoechste Punkt, der Aussichtspunkt auf einem der Berge, war... Aber laut Gefuehl wars ein ziemliches Stueck... Ungewoehnlich fuer Brandenburg. Der Weg endete dort, wo der Wald begonnen hatte. Wir gingen noch kurz auf den Friedhof, um uns nach den wenigen alten Graebern umzusehen. Setzten uns doch zuerst auf eine Bank nahe des Eingangs. Bald kamen zwei Einwohner und sahen uns ziemlich boese an. Wir liefen noch ein wenig dort herum, dann wieder die Dorfstrasse herunter, zum Bahnhof. Und war stand dort? Wieder die Familie, die uns auf der Hinfahrt mit ihrem Laerm belaestigt hatte, sowie... Etliche Gothics. Und wie durch ein Wunder kam der Zug schon nach wenigen Minuten :)

cn P


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