Memoriae Ex Aeterna Nocte

29.03.2005 um 23:18 Uhr

Die Reise nach C.

Am Sonntag stand ich dann doch tatsaechlich frueh auf, die genaue Zeit kann ich nicht mehr nennen, aber es duerfte gegen 7 Uhr gewesen sein, allerdings machte mein Vater so viel Aerger... Ich kam wieder erst viel zu spaet hinaus. Es fing schon damit an, dass ich eigentlich aufstehen wollte, mein Vater da aber noch schlief und sich weigerte, aufzustehen :/ Da musste ich schon wieder ueber eine Stunde warten... Es war absolut zum Kotzen!!! Als ich dann, nach einigem Stress, (Ja, wieder war auch das Bad blockiert, etc) endlich hinaus kam, ER hatte sich mittlerweile alles abgefroren, war ich noch immer uebermuedet und zweifelte, ob wir nach C. fahren sollten, oder nicht. Letztendlich entschlossen wir uns, erst einmal zur Unterkunft zu fahren, allein schon, weil ER den Fotoapparat dort vergessen hatte, also haetten wir auf jeden Fall dorthin gemusst. So fuhren wir... Es war kalt und Nebel lag ueber allem, ziemlich tief, der 'Normalo' wuerde die Stimmung wohl als ach wie 'mystisch' beschreiben. So fuhren wir also zur Unterkunft und ich gab mir bei meinem Entschluss einen Ruck: Ja, wir wuerden nach C. fahren. Ich wartete im Treppenhaus, waehrend ER die Sachen von oben holen ging. Einige Menschen kamen vorbei und gruessten mich, unter Anderem eine Frau mit zwei Rauhhaardackeln und eine Tuerkin mit Kopftuch. Es dauerte einige Zeit, da gingen wir wieder, zur Bahn, fuhren zum Ostbahnhof, besorgten eine Fahrkarte (Tageskarten kosten ca. zwischen 10 und 14 Euro) und... Naja, hatten den Zug um eine Minute verpasst ;/ So fragten wir mal bei der Auskunft nach dem naechsten, wo uns der Beschaeftigte gleich als 'Freaks' erkannte und uns auf das Mittelalterfest ansprach, und das, obwohl ich aus Gruenden des Wetters (Ja, es war schade, aber ich merkte schon eine leichte Blasenentzuendung, also wollte ich nicht noch mehr riskieren!) nur 'gewoehnliche' Kleidung trug...

Wir mussten eine Stunde warten, die wir ein wenig herum liefen und bei Mc Fett fruehstueckten. Auf dem Bahnsteig dann begegneten uns gleich schon ein paar Gothics. Im Zug wurden es immer mehr... Allerdings sassen wir in einer eher unbequemen Ecke, gegenueber von uns nur eine Familie mit zwei jungen Kindern, die ziemlich viel Radau machten. Die Gothics sassen ein Stueck weg... Die Fahrt dauerte gut eine Stunde, die Umgebung war wie erwartet... Die ersten paar Bahnhoefe lagen noch innerhalb Berlins, wir sahen den Osten mit den typischen Plattenbauten, danach ging es nach Brandenburg... Wiesen, ab und zu ein Baum, dann wieder lange Strecken Wald... C. war eine durchschnittliche brandenburgische Kleinstadt, der Bahnhof fuer diese... Naja... Auch nicht ungewoehnlich. Nun begann es schon, ein wenig seltsam zu werden. Ein langer Zug von Reisenden, darunter eine Menge in mittelalterlicher oder schwarzer Kleidung, zog sich irgendwie durch das Dorf, an Kirche und Soldatendenkmal vorbei, bis zum Waldesrand und dem dort befindlichen Friedhof. Dann ging es in den Wald, ins... Naja... Das Kloster umgebende Naturschutzgebiet. Es war eine Strecke von 2,5 Kilometern etwa, bis zum Kloster, ein Wanderweg, immer wieder bergauf, bergab, durch den Wald. Es ging sehr weit in die Tiefe, unten war Wasser sichtbar und im Nebel ein paar Baeume. Generell war alles vernebelt... Wir liessen uns noch ein wenig Zeit, liefen weit hinten, dann kam noch eine Bruecke, die ueber einen kleinen Strom fuehrte, letztendlich eine Strasse und wieder eher doerfliche Gegend. In der Ferne im Nebel (Wer haette es sich gedacht *re*) war das alte Kloster zu sehen, davor die Ruinen einer Muehle.

Wir liefen dorthin, erst einmal um die Klosterruine herum, hinten lag ein grosser See, direkt daneben ein aelterer Friedhof, der allerdings nicht sonderlich huebsch war, nur ein paar wenig schmuckvolle Steine beinhaltete. Danach stellten wir uns an, das Kloster zu besichtigen, in dessen Hof sich ein Markt befand. Der Eintritt betrug regulaer 2 bzw 3 Euro, die wir dank der fehlenden Kooperationsbereitschaft der dummen Massen, doch einfach eine Gruppe mit uns zu bilden, um billiger hinein zu kommen, auch zahlen mussten. Der Markt war ein wenig seltsam, insofern, als dass dort alle moeglichen Waren verkauft wurden, die auch nicht einmal unbedingt sonderlich viel mit dem Kloster, nicht einmal mit Deutschland im Allgemeinen, zutun hatten. Und die jungen Damen und Herren in ihren Moenchs- und Nonnenkostuemen wirkten auch wenig authentisch. Da passten die zahlreichen Goths schon eher in die Kulisse... Die war schon recht huebsch, der Innenraum, und... Ach, es ist eben ein gotisches Backsteinkloster... Fotos davon habe ich gemacht, werden in den naechsten Tagen entwickelt und auch irgendwann gescannt, ich verspreche es. Die Ausstellung zum Kloster war ein wenig duerftig, es waren ein paar Steinchen zu sehen, ein paar misslungene Fotos, und das wars eigentlich... Im Grunde hat sichs nicht gelohnt, abgesehen davon, dass... Naja... Doch, ein Mal wollte ich die Ruine schon noch von Innen sehen, aber ich glaube, das reicht nun auch fuer eine Weile. Danach benutzte ich die, merke, kostenpflichtige Toilette (Als wenn Eintrittsgeld nicht schon genug ist und man fuer Getraenke und Wuerstchen nicht uebertrieben viel haette zahlen muessen), dann gingen wir wieder hinaus... Den Weg entlang, wieder weiter nach oben. Nun sollte es zum eigentlichen Mittelalterfest gehen. Auf einer Wiese, schon von Weitem zu sehen... Rauchfahnen und Barracken, sowie wie schiefer Zaun, aus ungleichmaessigen Holzlatten.

cn P


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