Gedanken ueber die eigene Person
Und doch, das ist wohl die Hoeflichkeit, neige ich manchmal dazu, mich fuer meine Verhaltensweisen, auch, wenn sie gar keinen stoeren und auch, wenn mein Gegenueber sie wohl doch verstehen koennte, zu entschuldigen, nur, weil sie "aus der Norm" fallen. Eigentlich laecherlich, aber kein Mensch kann sich wohl fuer immer von groesseren und kleineren Laecherlichkeiten befreien. Wie, wenn ich mich entschuldige, wieso ich keinen Menschen sehen moechte, oder wieso ich stundenlang nichts sage, wo Menschen gerne mit mir reden wuerden. Ich versuche manchmal ja auch, mich dann zu "ueberwinden" - und es faellt gar nicht schwer. Aber oft WILL ich meinen Willen gar nicht missachten, das heisst: Wenn ich nicht reden will, rede ich nicht. Ein Freund muesste das doch nachvollziehen koennen. Vielleicht sollte ich mich aber doch dafuer entschuldigen ;)
Aber auch einige andere mehr oder minder ungewoehnliche Gewohnheiten haben sich ueber die Jahre heran gebildet. Manchmal das Gefuehl, am Ende zu sein, glatt zu vermissen... Die Zitteranfaelle, das Blut, die heran nahende Ohnmacht, zu vermissen, den Schmerz, den Krampf... Ist das Gewohnheit? Ein Masochist bin ich nicht, auch, wenn das vielleicht so klingt, aber das kann ich sehr sicher sagen. Vielleicht ist es doch auch einfach ein "Symbol", den Koerper zum Ende zu bringen, extremst zu belasten, und danach zu erleben: Man hat es dennoch geschafft und man fuehrt sich womoeglich besser, als je zuvor. Vielleicht ist es das: Nach dem absoluten Tiefpunkt kann es nur noch bergauf gehen.
Ein Symbol nach aussen ist es nicht. Seit Jahren klage ich nicht, schreie ich nicht, schluchze ich nicht. Ich behalte alles fuer mich (abgesehen von der schriftlichen Kommunikation). Ich zwinge mich nicht dazu, es geschieht von sich aus: Ich kann stundenlang weinen, die Traenen koennen dauerhaft fliessen, aber kein Laut kommt heraus. Ich unterdruecke es nicht, es ist einfach von sich aus keine Tendenz da, einen Laut zu aeussern. Vielleicht hat sich der Koerper von allein diese Stategie erarbeitet: Wozu weinen, wenn mich sowieso keiner hoert? Da kann der Koerper sich den Aufwand auch sparen und die Energie fuer andere anstrengende Dinge nutzen. Denn anstrengende Konflikte gibt es in so einem Leben sowieso staendig. Mein Koerper hat sich nach innen gekehrt. Daher wirken extrovertierte Menschen und meinentwegen auch "normale" Menschen, auf mich manchmal sehr befremdlich. Aber ehrlich gesagt, auch, wenn ich derart anormal bin (wenn man als "normal" wieder die Masse der Menschen definiert): Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit.
cn P

