Memoriae Ex Aeterna Nocte

28.09.2005 um 23:58 Uhr

Montag, Teil X

Es schien nicht moeglich, den Wahn hinter mir zu lassen. Als ich am Zielbahnhof ankam, war ich noch immer von Unmengen an Deppen umgeben... Ich wollte an diesem Tag ausser IHM moeglichst niemanden mehr sehen... Dann wandelte sich doch noch alles und ich kam mir vor, wie in einem schlechten, unrealistischen Kitschfilm... Die pink-roten Ahornblaetter fielen im leichten Wind von den Baeumen, es nieselte ein wenig, war ein wenig neblig, bis dann die Sonne durch die Wolken brach. Zu allem Ueberfluss entstand auch noch ein sehr starker Regenbogen, dann wurde es waermer, die ganzen Idioten waren weg und ich hoerte auch noch relativ schlimmste Kitschmusik. Das 'schlimmste', kitschigste und poppigste Lied vom aktuellen HIM-Album... Sicher, wirklich popferne Musik haben sie nie gemacht, aber dieses eine Lied ist schon... Kein Kommentar ;) Alles wirkte dermassen irreell, und im Moment fuehlte ich mich auch gar nicht mehr so genervt wie zuvor, trotzdem ich mir riesige Blasen gelaufen hatte, mit den neuen, zu engen, Schuhen :/ (War ja eigentlich wieder klar, dass diese schoenen Schuhe scheuern wuerden :( ). Dann kam ich nach Hause, schaltete meine Spaziergehmusik ab (Habe ich schon einmal gewoehnt, dass man meiner Meinung nach bestimmte Musik bestimmten Taetigkeiten oder Orten zuordnen kann? Es gibt Interpreten, die wuerde ich niemals ausserhalb meines Zimmers hoeren, und solche, die dermassen geeignet sind fuer laengere Fussmaersche... Es ist eine Stimmungsfrage, ich persoenlich jedenfalls meine, da bestimmte Lieder in bestimmte Faecher sortieren zu koennen). Mein Vater begann gleich wieder, zu nerven :( Waehrend des gesamten Essens musste ich nur duemmlichstes Gelaber ertragen, ewig warten, bis es mir dann wirklich zu bloed geworden war und ich wieder ging. Aber ein Positives gabs dann doch noch... Ich habe eine neue Packung Pastellkreiden und einige Kohlestifte bekommen, und noch Acrylfarben fuer die Schule... Aber... Das war nur ein Trost fuer das, was mir sonst so auf die Nerven ging. Ein schwacher Trost, wenn man es so sieht.

Ich lief zur Bushaltestelle und der Wahn sollte kein Ende nehmen. Es zeigte sich nochmals, wieso ich an Bushaltestellen nie direkt am Bordstein stehe sondern meist mindestens 3 oder 4 Meter Abstand halte... Der Bus kam auf die Haltestelle zu gefahren und rammte mit dem Rueckspiegel bei relativ hoher Geschwindigkeit gegen das Haltestellenschild O_O Der Spiegel fiel ab und das Schild hatte ebenfalls Schaden genommen. Der Bus hielt erst einmal eine Weile. Ja, die Busfahrer hier find ich alle ein wenig merkwuerdig... Viel traue ich ihnen nicht zu. Seitdem mich auch schon fast einmal so ein Spiegel erwischt hatte (Und ich fast nicht ausweichen konnte, weil einige Oberdeppen hinter mir standen und natuerlich auch nicht aus dem Weg wollten! *amok*), meide ich Bordsteinkanten sowieso mit einigen Metern Entfernung. Es mag laecherlich wirken, aber was hier auf den Strassen von R. passiert, ist auch schon... Ziemlich 'krank'. Ich fuhr dann, als es weiterging, heim, im Bus quetschte sich auch mal wieder eine aeusserst dicke Frau neben mich auf den Sitzplatz, dass ich mich, an die Wand gedrueckt, eigentlich gar nicht mehr bewegen konnte *amok* Nur Kranke hier, nur Kranke... *re* Als ich endlich zuhause angekommen war, wollte ich die Wohnung am besten gar nicht mehr verlassen, zumindest heute nicht, aber es war klar, dass ich am Abend auch wieder zu meinem Vater nach Hause fahren muesste. Ich setzte mich an den PC und arbeitete an den Hausaufgaben, was sehr lange dauerte und sehr eintoenig und nervtoetend war :/ Es war so verdammt viel und alles bekam ich auch nicht hin. Ich schaltete irgendwann Musik an, dann kam ER nach Hause, ich arbeitete noch weiter an den Hausaufgaben, insgesamt sicher an die 3 Stunden, wenn nicht mehr. Dann sah ER wieder ein wenig fern, ich war von den Hausaufgaben bzw der damit verbundenen Zeitverschwendung extrem deprimiert.

Irgendwie klappte gar nichts mehr. Bei Ebay hatten wir mal wieder etwas bestellt, was das jetzt wird, okay, das werden wir sehen, da will ich mir nicht unnoetig Panik machen. Aber mit so gut wie allem Anderen kam ich kaum zurecht. WIR bestellten uns spaeter etwas zu Essen, ich nahm einen Bissen, danach war mir wieder so schlecht, dass ich nicht weiter essen konnte, was nicht unbedingt an den Nudeln lag. Verdammte Magenprobleme... Es kann doch nicht ewig so weitergehen. Dann war es irgendwann wieder spaet geworden und WIR liefen zum Bus, den wir nur sehr knapp bekamen. Darin befanden sich wieder solche Menschen, mit denen man nicht in Kontakt kommen moechte. Dasselbe sah man in R. Aehnlich gingen mir die ganzen Insekten auf dem Buergersteig auf die Nerven... Alles war voll mit Schnecken mit und ohne Haus und mir Regenwuermern, mit Muecken, Motten, Fliegen... Ich trete ungern in Insekten, 1. zertrete ich keine Tiere, 2. will ich meine Schuhe auch nicht mir Leichenteilen beschmieren, es ist einfach ekelhaft. Heute Mittag war es mit den Muecken besonders schlimm gewesen, ich frage mich noch immer, wie es dazu kommen konnte... Auf einem Kubikliter Luft schienen mehr Muecken zu sein, als um einen gesamten finnischen See im Hochsommer herumschweben, und... Immer flogen sie einem ins Gesicht, bevorzugt in Nase, Augen oder Ohren, und an den Hals bekam ich auch einige, es war einfach nur noch schlimm *argh* Und so war es in GANZ R. gewesen *AMOK* Nur noch schlimm... Da dachte ich wieder an eine fruehere Freundin, die in Schleswig-Holstein lebte und jeden Morgen zu ihrer Schule durchs Moor laufen musste *l* Im Winter stelle ich es mir noch seltsamer vor. Es muss generell eine merkwuerdige Erfahrung sein, aber sie hatte sich schnell daran gewoehnt und war auch gerne dort. Sie liebte die Natur, wie ich. Dennoch ist es sicher irgendwann auch nervtoetend, jeden Morgen durch diese Landschaft laufen zu muessen. Andererseits finde ich meinen Schulweg nun nach ueber 6 Jahren auch nicht mehr sonderlich spannend. Naja, dennoch, ich denke gern daran, es gibt so viele merwuerdige Dinge im Leben, daran erinnert es mich immer... Und es ist schade, wie viele Weggefaehrten man schon fuer immer verloren hat. Das erst im Alter von nicht einmal 19. So viele sind gegangen... Waere es bloss nicht fuer immer.

Um wieder auf den Montag zurueck zu kommen, ich hatte mich nun also irgendwie zwischen den Insekten auf den Gehwegen hindurch geschlaengelt, dann kam ich zuhause bei meinem Vater an und dieser ging mir nur noch auf die Nerven... Schrie die gesamte Zeit auf mich ein, redete Unsinn, ich musste Ewigkeiten warten, bis ich online konnte (Und kam dann auch nicht weiter... Ein wenig Tagebuch, ein paar, sehr wenige, Emails... *re*), ER war auch schon muede, so unterhielten wir uns so gut wie gar nicht mehr... 0:30 ging ich offline, war von den vielen Idioten, die sich im Netz zeigen, auch genervt (Mir sind sie unliebt, solange sie sich nicht selbst zu Grunde richten... Das, so unmenschlich es klingt, laesst mich sehr kalt. Wenn andere Mitleid vorgaukeln, heuchle ich nicht herum... Ich zeige meine Antipathie, wenn die Menschen es provozieren, winke ich ihnen gern noch zu, wenn sie untergehen und grinse sie an. Es ist nicht meine Schuld. Es ist doch sicher auch nicht ihr Wille, von jemandem, den sie hassen, gerettet zu werden :P ). Ich machte mir Notizen, packte fuer die Schule, lernte noch ein wenig und sah mir meine Ordner an, hoerte ein wenig Musik... Die Nachtstuecke las ich nicht weiter, denn mir war kalt und ich beschloss, doch lieber schlafen zu gehen, denn schon um 6 Uhr musste ich wieder aufstehen. Muede war ich auch, also ging ich um 1:30 schlafen... Gedanken machte ich mir aber auch noch. Zum Beispiel, wieso Dinge, die mein Vater behauptet, meist falsch zu sein scheinen. Immer, wenn er mir vorschreiben will, eine bestimmte Bahnstrecke zu nehmen, war es bisher falsch oder ein riesiger Umweg. Immer, wenn er mich zu einer bestimmten Adresse schickte, war diese falsch und ich musste letztendlich nochmals ganz woanders hin fahren *amok* Und neulich war ich so dumm, etwas, was mein Vater mir mitteilte, als Informationsquelle zu benutzen... Und damit blamierte ich mich vor der gesamten Klasse. Es ist einfach nur bescheuert... IMMER, wenn er irgendetwas zu mir sagt, scheint es absolut FALSCH zu sein! Oft denke ich mir, das kann doch gar nicht mehr mit rechten Dingen zugehen, es ist einfach immer so... Schon als Kind war es oft so, wenn ich ihn wegen der Hausaufgaben fragte, ob Mathematik oder was weiss ich. Und dann meckert er auch immer nur herum, wird aggressiv, wenn herauskommt, dass seine Aussage falsch war. Fehler zugeben kann er nicht. Nein, die ganze Welt irrt sich eher, als er als eine einzige Person. Sicher doch, er ist der einzige, der Recht hat, die restlichen Milliarden Menschen muessen sich irren. Mein Herr Vater ist doch perfekt. Das wissen wir doch alle *zyn* Wie schoen, dass ich zu den Jugendlichen gehoere, die einen Vater haben, der voll und ganz hinter ihnen steht und ihnen bei all ihren Problemen helfen kann! *ZYN*

cn P


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.