Memoriae Ex Aeterna Nocte

25.04.2009 um 15:51 Uhr

Umfrageergebnisse und neue Umfrage

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Blog, Umfrage, Gesellschaft

Ich weiss, seitdem ich nicht mehr hier blogge, ist alles ein wenig den Bach runter gegangen hier... Wobei ich nicht weiss, ob ich noch einmal hierher wechseln sollte, denn bei meinem neuen Anbieter fuehle ich mich eigentlich ganz wohl, obwohl ich da nie Kommentare von Unbekannten bekomme ;) Aber ein wenig versteckter zu schreiben, ist auch mal ganz schoen.

Trotzdem will ich hier mal meine alte Umfrage aufloesen. Leider hat, weil dieses Blog kaum mehr aktiv war, auch kaum einer teilgenommen. Mit etwas ueber 40 Teilnehmern duerften die Ergebnisse wenig repraesentativ sein, aber nun gut.

Gesamtzahl der Teilnehmer: 43
Frage: "Ihre/Deine Lieblingsfarbe ist...?"

Schwarz 33 %
Grün 21 %
Rot 21 %
Blau 19 %
Violett 5 %
Gelb, Orange 2 %
Weiß 0 %

Angeblich repraesentativen Umfragen nach soll die Lieblingsfarbe der Deutschen mit einer Quote von ueber 50% angeblich Blau sein. Was lernen wir daraus? Mein Blog wird von vielen unkonventionellen Menschen gelesen ;) Oder unkonventionelle Menschen moegen Umfragen.

Dass es aber Schwarz ist, was am meisten genannt wurde, wundert mich eigentlich nicht. Es ist ja doch so, dass sich oft Menschen mit gleichem Geschmack auf bestimmten Blogs versammeln ;)

Gruen mag ich uebrigens nicht so, aber ist ja alles Geschmackssache. Ich haette mich wohl fuer Schwarz, Rot oder Violett entschieden. In Violett ist wenigstens ein bisschen Blau ;)

Die naechste Umfrage steht schon rechts in der Seitenleiste. Wuerde mich wirklich interessieren, was dabei herauskommt. ;) Auch, wenn ich mir vorstellen kann, dass da viele unernste Antworten kommen koennten. Danke schon einmal!

cn P

23.10.2008 um 17:29 Uhr

"Morals"

Auszuege aus einer Forendiskussion ueber BDSM(-Kunst)... Im Vorfeld sollte man vielleicht erwaehnen, dass ich eine (nicht pornografische!) Zeichnung in diesem Bereich in einem Forum, in dem soetwas an sich nicht verboten ist, online gestellt habe, worauf sich eine Person ziemlich beschwerte, dass soetwas amoralisch sei. Das veranlasste mich, doch mal ein wenig ueber "Moral" zu diskutieren... Hier einige Textfragmente von mir (die "Antworten" der Person unterliegen 1. ihrem Copyright und waren 2. sowieso argumentlos a la "Das ist aber amoralisch!", weswegen man sie getrost weglassen kann).

"Really, why should a sexual relationship be immoral in which all involved people gave their consent? Moral is made by society and doesn't necessarily make sense. Society labels homosexuality immoral or wrong too (or at least they did a long time), so why should we care? [Anm.: Die Person, die sich ueber mein "amoralisches" Bild aufregte, ist homosexuell, verstoesst also selbst gegen gaengige "Moral", weshalb es mich wundert, dass sie sich so viel daraus macht]. Maybe I'm too tolerant, but I'm of the opinion EVERYTHING (without exceptions) should be allowed in which no one gets violated against their will."

Naechstes Posting.

"We're talking about a CONSENSUAL act here! How can that be violence?

If some people agree on doing something together, it's okay. It's their business and no one should be allowed to hinder them. I don't care for morals forced onto people by someone else. Everyone has their own life and should be able to have full control over it, without limitations (except for if someone else gets violated against their will). This would be real freedom. This world is not free as long as one can't really decide over oneself's body, life and identity. As long as there are "traditions", "morals", "rules" forbidding things which don't harm anyone, just, because they have the power to.

P.S.: Don't call things "philosophical shit" just because it's not what our society allows people to think. Use your brains and make your own decisions... Think about what beliefs exist only because society says "it HAS to be this way", without explanations, without logic.

Or, more generally: Who gives someone the right to forbid other persons whom to LOVE and in which way, in case these people act consensually? Is it really right to forbid people to do things they want which don't hurt anyone (against their will)? Would you give up your love to someone, just because someone says it's not right? Who has the right to forbid people to love? It's our life, we alone should be the ones who decide what to do with it."

Aehm, ja. Vielleicht interessierts ja wen. Ich habs nicht nur fuer die BDSMler hier reingenommen, sondern, weils auch sehr gut meine einzige moralische Regel wiederspiegelt: "Alles ist erlaubt, was niemandem gegen seinen Willen schadet".

cn P

19.10.2008 um 16:14 Uhr

Sprache und Kultur

Gestern schrieb ich, dass es unnoetig sei, sich einer Nationalitaet zugehoerig zu fuehlen. Wer denkt, ich moechte das zuruecknehmen, liegt falsch. Es erinnerte mich nur (gestern schon, aber statt gleich weiterzuschreiben, bin ich lieber erstmal schlafen gegangen) wieder daran, dass ich diese Diskussion schon einmal hatte. Damals gab es den Einwand, wenn man sich keiner Nation mehr zugehoerig empfinde, koenne man Traditionen und Kultur nicht wahren. Das sehe ich nicht so. Ich bin der Meinung, wenn Interesse an Kultur und Brauchtum da ist, kann man das auch so pflegen. Indem man Interesse hat, darueber zu schreiben (zur Wahrung der Erinnerung), oder daran teilzunehmen, oder Kultur- und Kunstgegenstaende zu bewahren, egal, ob man dieser Nationalitaet angehoert, oder nicht. Nehmen wir als Beispiel Architektur, Sehenswuerdigkeiten. Wenn ich persoenlich die Mittel dazu haette, wuerde ich bsp. auch indische Tempel restaurieren, weil ich sie eben interessant finde. Obwohl ich mit der indischen Kultur an sich wirklich gar nichts zutun habe. Genauso kann ein Chinese (theoretisch) in Deutschland historische Bauwerke sehen, die er interessant und schuetzenswert findet und fuer die Erhaltung dieser sein Geld aufwenden. Ich sehe mich als Mensch keiner einzelnen Kultur verpflichtet, sondern will das erhalten, was mir erhaltenswert vorkommt, woher auch immer es stammt. Einige Menschen werden das vielleicht weniger frei sehen und nur eine Kultur als ihre sehen und sich um diese kuemmern. Ist ja auch gut, so lange man, wenn man es anders macht, nicht gleich vorgeworfen bekommt, man sei Schuld am Zerfall der Kultur eines Landes. Zudem sollte man bedenken, dass Kultur schon immer in Wechselwirkung mit umgebenden Kulturen entstand, dass Kultur sich immer wieder wandelte. Das heisst auch, dass eine Kultur irgendwann endete, sonst konnte es keine naechste, neue geben. Das heisst, wenn heute ein Brauch vergessen wird (oder eben einfach nur immer weniger praktiziert, wobei das Wissen darueber schriftlich erhalten bleibt), dann ist das nichts Neues, nichts Schlimmes (wie die Vergangenheit zeigt - wo wir wieder bei "Lernen durch Erfahrung" waeren ;) ), sondern etwas gaenzlich Natuerliches, was immer wieder vorkam. Wobei es zu allen Zeiten konservative und innovative Menschen gab. Wie heute.

Ich frage mich, was so schwer daran ist, auf diese Gedanken von allein zu kommen? (Das ist KEINE Beleidigung, sondern eine ernst gemeinte Frage!). Auch, wenn man ungewoehnlich denkt, kann man ja unmoeglich der Einzige sein ;) Wobei ich das manchmal schon fast glaube ;) Eigenheiten gab es bei mir schon in der Kindheit. Ich habe bsp. meine "Mutter" aus rhetorischer Laune heraus nie mit "Mutter", "Mama", "Mami" oder Aehnlichem (auch im nicht im fremdsprachlichen Aequivalent) angesprochen, sondern wie eine distanzierte Bekannte, inklusive ueberhoehter Hoeflichkeit. Dazu muss man sagen, dass es im asiatischen Sprachraum ueblich ist (Ja, Kinners, jetzt gibts wieder Bildung! Mehr, als beim oeffentlich-rechtlichen Fernsehn! ;) ), Menschen nicht nur entweder mit dem Verwandtschaftsverhaeltnis, dem Vor- oder dem Nachnamen (mit oder ohne "Herr"/"Frau") anzusprechen, sondern es je nach Sprache ein "kompliziertes" (hoere ich von vielen Leuten, die damit nicht aufgewachsen sind) System von Vor- und/oder Nachsilben, die Hoeflichkeitsformen darstellen, gibt. Einige Leute kennen vielleicht aus dem Japanischen "-chan", "-san" und "-sama", Silben, die an den Namen gehaengt werden, die das Verhaeltnis zu dieser Person darstellen, im Fall der drei Beispiele waere es eine sehr vertraute, eine mehr oder minder gewoehnliche, und eine bewundernde/ehrende, die man gegenueber jemandem, der auf welche Art auch immer hoeher gestellt ist (oder den man so empfindet), verwenden wuerde. Ausserdem gibts da auch noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. "-chan" ist beispielsweise eher weiblich und wird bei Jungen nur im Kindesalter verwendet, und auch nur von nahe stehenden Personen. Oder von Frauen ihrem Lebensgefaehrten gegenueber, umgangssprachlich.

Aber da ich eigentlich nicht ausm japanischen, sondern dem thailaendischen Sprachraum stamme und mit meiner "Mutter" demnach auf Thai kommuniziert habe, war das da wieder etwas anders... (Wiedermal so weit abgeschweift ;) ). Jedenfalls kamen damals fuer mich, grob gesehen, drei "Distanzen" in Frage, naemlich (bedeutungsgemaess uebersetzt, von nah bis entfernt) "Mama", "(Rufname)" oder "(Rufname+Hoeflichkeitsform)". Stufe 2 waere verwendet worden von Freunden (egal, ob nah oder entfernt), Stufe 3 durch Bekannte, zu denen man kein besonderes Verhaeltnis hat (vielleicht ein wenig vergleichbar mit "Frau XY", aber auch nicht 100%ig dem entsprechend). Naja, jedenfalls habe ich meine "Mutter" immer mit der 3. Stufe angesprochen, tue das heute noch, und alle Menschen, inklusive meiner "Mutter", finden das sehr merkwuerdig. Kann ich verstehen. Es steckt allerdings keine boese Absicht dahinter, sondern ist einfach nur eine rhetorische Eigenheit, die ich mir schon als Kind gesucht habe und die ich auch nicht aufgeben will ;) Meinen "Vater" habe ich uebrigens als Kind mit "Papa" angesprochen und, nachdem ich aus dem Alter raus war ;) , gar nicht mehr. Es ist ja sowieso nie jemand Anderes da, wenn ich bei ihm bin, das heisst, es kann nur er gemeint sein, wenn ich etwas sage, und zum Anderen fiele mir auch nichts ein, was ich sagen sollte. Dh wenn doch mal wer dabei waere, wuerde ich ihn wahrscheinlich ansehen und "du" sagen, bis er reagiert. Ich weiss, andere Leute sprechen ihre Eltern (zum Teil auch schon als Kind) mit dem Vornamen an, besonders, wenn die Eltern sich als Freunde darstellen wollen, denke ich manchmal (vielleicht irre ich mich auch). Aber das kaeme mir komisch vor, meine "Eltern" sind schliesslich definitiv nicht meine Freunde.

So, jetzt koennte ich entweder zum Thema Sprache oder zum Thema Norm uebergeben. Beides interessant (fuer mich). Ich habe irgendwie eine Affinitaet zu sprachlichen Themen, aber ich glaube, sonst wuerde ich wohl nicht auch, neben Geschichte, Germanistik studieren und mich fuer diverse Fremdsprachen (gern auch ungewoehnliche) interessieren. Zur Sprache koennte ich jetzt den Begriff der "Unschuld" einbringen. Fuer mich ein merkwuerdiges Wort. Gerade mit der Konnotation, die es bsp. bei "Unschuld verlieren" hat, die ja von "Schuld" meiner Meinung nach etwas entfernt ist. Jedenfalls verstehe ich unter "Schuld" woertlich entweder das, was aus einem Vergehen, das jemand oder etwas Anderem geschadet hat, resultiert, oder aber, neutral betrachtet, der Ausloeser fuer irgendetwas (gut oder schlecht) gewesen zu sein. "Unschuld" waere somit, nichts getan oder zumindest nichts Schlimmes getan zu haben. Das finde ich persoenlich, passt in obigem Kontext nicht, es sei denn, man betrachtet prinzipiell alles als schlimm ;) "Unschuld" hat in dem Fall fuer mich eher einen Anklang von Naivitaet, Unbesorgtheit und Kindlichkeit. Fuer mich ist der Moment, den man am ehesten als "Verlieren der Unschuld" bezeichnen koennte, jener, in dem man zum ersten Mal die Naivitaet verliert und mitbekommt, dass auf der Welt so einiges nicht funktioniert, wie es sollte. Bei einigen Menschen koennen die Augen dafuer sich auf einen Schlag oeffnen, haeufiger ist es aber wohl ein schleichender, mit dem Altern/Reifen verbundener, Prozess. Bei einigen mag er wohl auch nie auftreten. Werten moechte ich das nicht, alles wird seine Vor- und Nachteile haben.

Wenn ich "zu viel" Freizeit habe, lese ich viel. Nicht nur unterhaltende Literatur (ich finde dabei eigentlich alles im Prinzip unterhaltend, ob Roman, Gedicht, Novelle oder Drama - Klassiker auch und vor Allem gern), sondern gern auch wissenschaftliche Arbeiten oder auch einfach "nur" Nachrichten. Ich betrachte dabei gern die Sprache und was fuer ein Welt- oder Menschenbild transportiert wird. Wenn man so moechte, wieder die gesellschaftliche Ebene... Dabei kommen mir oft ziemlich viele Gedanken, was einigen Menschen, die nie auf die Idee kaemen, sich mit "sowas" freiwillig zu befassen, wahrscheinlich sehr seltsam anmutet. Ich beschaeftige mich dann gedanklich auch gern mit Aussagen, die mir auf irgendeine Weise besonders aufgefallen sind, oder mit einzelnen Worten - meine Leser kennen es ja mittlerweile, denke ich. Dabei stosse ich immer wieder auf Dinge, die mir seltsam vorkommen und lerne auch etwas ueber andere Kulturen, was ich mir vorher kaum haette vorstellen koennen. Mir macht das Sich-bilden auf diesem Weg Spass. Kann ja jeder anders sehen. Um diesen sehr kultur- und sprachgepraegten Beitrag fuers Erste abzuschliessen, verweise ich noch einmal auf eine mir sehr fremd anmutende Entwicklung, die dabei direkt nebenan von "uns" (ich bin da mal dreist Deutschland-zentriert) stattfindet: in Oesterreich. Dass dort sprachlich einiges etwas anders ist (Eichkatzerl vs Eichhoernchen, Jaenner vs Januar, usw), ist ja nichts Neues. Aber auch subkulturell ist dort nicht alles, wie hier... Bsp gibts nur dort die so genannten "Krocher", die mein Weltbild vom tollen, gebildeten Oesterreich zerstoert haben ;) Die sind quasi eine Mischung aus Moechtegern-Hip-Hop-Gaengster und Proll, die Oesterreichisch sprechen. Mit all dem Mist, dens hier auch gibt: Saufen, sich im Solarium totbraeunen, dazu uebertrieben blondierte Haare, ueberschminkte Weiber, in den Kniekehlen baumelnde Hosenboeden, und genau demselben Sprachgestammel ("Oida, ey!"). (Nicht nur) Hier sieht man, was ich meine: http://forum.geizhals.at/t523006.html *seufz* Wie weit das aber wirklich verbreitet ist, weiss ich nicht. Vielleicht kann ja jemand aus Oesterreich etwas dazu sagen, wenn das Thema denn ueberhaupt relevant genug ist ;)

Demnaechst mehr ;)

cn P

18.10.2008 um 22:12 Uhr

Menschen beschraenken (sich selbst)

Hach ja, die Soziologie, die Wissenschaft, die erst Normen aufstellt, hach ja, die Mode, die Gesellschaft, die Vorurteile... Wohl ein Thema, mit dem man sich jahrelang befassen koennte. Und immer wieder die Frage, wieso man selbst so "seltsam anders" ist, anders empfindet - liegt es vielleicht am Kulturkreis? Seit dem Studium habe ich fast schon so oft vorgehalten bekommen, ich sei sicherlich nur wegen meiner undeutschen Abstammung "anders", dass ichs fast schon selbst glauben woellte ;) Aber ist es das wirklich? Ich sagte bereits, mit vielen Asiaten und Finnen verstehe ich mich unglaublich gut. Aber es kann doch nicht sein, dass Vorurteile tatsaechlich stimmen und Voelker sich in Schubladen einsortieren lassen... charakterlich gesehen!? Tatsache ist aber, dass in Asien nicht so ein Markenwahn herrscht, der sich von Kleidung bis hin zu Mineralwasser (die "hippen" Tussis an der Uni trinken immer nur franzoesisches Mineralwasser Marke XY, weil das ja so modern sei, und zahlen fuer eine Flasche gut 2 Euro - in Frankreich selbst habe ich das Zeug auch getrunken, weil es mit 50 Cent das billigste Wasser in den umliegenden Geschaeften war...), von Makeup bis zu Handies, erstreckt. Und da kaeme auch keiner auf die Idee, sich zu schaemen, billig einzukaufen (waehrend ich hier in B. schon Leute gesehen habe, die sich vorm Betreten von Aldi, Lidl, Penny und Co erst einmal ungesehen und fast schon vermummt haben, damit keiner erfaehrt, dass sie in "Billiglaeden" kaufen, da "billig = schlecht" *kopfschuettel*). Man koennte glatt meinen, die Leute hier haetten zu viel Geld und koennen sich daher zu viele unnoetige Gedanken ueber Moden, ihren Ruf, Statussymbole und die Wahrung ihres "tollen" Scheins machen - aber das kann doch nicht wahr sein. Aber wenn man so sieht, wie die Massen der Menschen sich verhalten, koennte man glatt glauben, es waere so und man, als "Anderer" sei der einzige "Merkwuerdige" der gesamten Welt - ein Glueck gibts das Internet, somit erfaehrt man wenigstens, dass es in irgendwelchen anderen Ecken der Welt auch noch "seltsame" Menschen gibt... *re*

Ich benutze bewusst "anders" oder "unnormal" in Anfuehrungszeichen als Bezeichnung dessen, was von der "Norm" (= Masse, da die die Normen definiert) abweicht, nicht "besser" oder "schlechter". Ich finde die Haltung, andere Menschen wegen ihres Seins als besser oder schlechter zu bezeichnen, ueberheblich. Ueber Handlungen kann man es sicher sagen: "Jemand kann besser malen, als ein anderer". Oder "besser kochen" oder meinentwegen auch "besser singen". Ein Mensch kann auch moralischer handeln als ein anderer. Aber trotzdem kann man schlecht sagen, ein Mensch sei mehr Wert als der andere. Da, wo dies durch die Masse propagiert wird, wird gern geschrieen, das sei intolerant und unterdrueckend. Schlimm, dass es auch in Minderheiten genauso geschieht und die gar nicht merken, dass sie genauso schlimm sind, wie die, die sie angeblich unterdruecken! Was ich da schon alles erleben musste: Homosexuelle, die Heterosexuelle abwerten, Bisexuelle, die Homosexuelle als "pervers" bezeichnen, Kranke, die meinen, sie seien nicht krank (dabei ist das nichts Negatives sondern bezeichnet doch erst einmal nur eine Abweichung vom Norm-Organismus, die dafuer sorgt, dass dieser anders funktioniert, als ein "normaler", EVTL auch Defizite hat), sondern besser, als die Gesunden (was man da nicht, je nach Krankheit liest, bis hin zu groessenwahnsinnigen Aeusserungen wie, dass man nicht krank, sondern - Zitat - die "nächsthöhere Evolutionsstufe" und damit viel besser als alle anderen sei) - alle handeln sie genauso fanatisch, wie die, die angeblich so intolerant und schlimm sind, und erheben sich selbst zu Goettern, waehrend alles FREMDE, ANDERE als minderwertig bezeichnet wird. Und immer schoen mit anderem Masz messen. Dieses Verhalten ist meiner Meinung nach unmenschlich (im Sinne von schlimm und unsozial, denn menschlich scheint es ja leider zu sein). "Krank" kann man es daher nicht nennen, weil es scheinbar die Norm ist... also normal. Trotzdem schlecht.

Was kann man also dagegen tun? Lamentieren allein nuetzt ja gewoehnlich nichts. Und Gewalt bringt sowieso nichts, man kann Menschen nur zum Denken ANREGEN, wenn sie denken WOLLEN. Da liegt wohl das Problem ;) Wer blind durchs Leben laeuft, weil er es will, wird die Augen nicht oeffnen. Also gibt es hier wohl doch nichts, ausser immer wieder hinzuweisen und Informationen/Denkanregungen auszustreuen, damit die, die WOLLEN, sie aufnehmen und bedenken. Man kann schreiben, seine Sicht offen legen, Argumente pro und contra eine Meinung auflisten, mehr nicht. Und man sollte auf Missstaende hinweisen. Sollte Meinungen aeussern (duerfen). Und nicht zuletzt moeglichst wirkliche Probleme angehen, statt sich an Nichtigkeiten aufzuhalten (wo wir wieder bei "herstory" waeren; aber es soll ja auch Menschen geben, die haben etwas dagegen, als "blond" bezeichnet zu werden, obwohl sie blond sind, weil das "so ein haessliches" Wort sei...). Nicht wahr haben und akzeptieren wollen, wer sie sind (nicht einmal verbal, physisch schon mal gar nicht - wie viele Leute haben Komplexe, wenn sie sich im Spiegel sehen und haben Angst, vor anderen Menschen - sei es auch nur der Hausarzt oder sogar der eigene Partner - nicht voll bekleidet zu sein?!). Obwohl es nur um Worte geht. Nicht einmal um Vorurteile. Erinnert mich irgendwie an meine fruehere Geschichtslehrerin vor einigen Jahren. Es ging einmal, aus welchem Grund auch immer, um jemand Homosexuellen, und die Frau meinte, man sollte nicht "schwul" sagen, weil das Wort so negativ klingen wuerde, wegen dem "u" darin, genauso wie Woerter mit "un", denn das sei eine negative Vorsilbe. Da hat sie Recht: Wo nicht ueberall "un"s drin vorkommen! Untergang, Ungeheuer, Unfall... und Unterricht :P Ich weiss nicht, ob ich es lieber nicht haette aussprechen sollen. Aber wirklich leiden konnte sie mich ja sowieso nie.

Wo wir schon mal wieder bei SchwUlen und der gender-Frage sind... (Ja, das Thema wieder! Wer mittlerweile gelangweilt ist, moege die naechsten (Ab)Saetze einfach ueberspringen ;) ) Neulich las ich einige erschreckende Zeitungsartikel ueber einen Geistlichen namens "Peter Mullen". Er forderte online auf seiner Homepage, dass man Homosexuellen auf die Wange und auf das Gesaess "Sodomie toetet!" zwangstaetowieren solle. Die darauf folgende Entruestung konnte er nicht nachvollziehen und behauptete dann, es habe sich bei der Aussage doch bloss um einen "Scherz" gehandelt. Nun sollte man meinen, wer ein abgeschlossenes Studium hat (wenn auch nur der Theologie :P), sollte ein wenig Bildung haben und auch die Reife, zu wissen, was sich nicht als Scherz eignet... Waehrenddessen untersuchen Soziologen erstmalig das Phaenomen der "schwulen Maedchen" - Frauen, die sich von "sich schwul verhaltenden Maennern" angezogen fuehlten. Darin sehe ich nur zwei Schwierigkeiten... 1. sind die etlichen Jungen/Maenner, die sich Pornografie von miteinander taetigen Frauen ansehen (die nicht zwangslaeufig lesbisch sein muessen), jetzt alle "lesbische Jungen"? 2. Wer definiert "schwules Verhalten"?! Das sind wieder nur Vorurteile - grausig! Eine naechste Schwierigkeit der offiziellen Definition: Genauso koennten "schwule Maedchen" auch ihres eigenen Geschlechtes unsicher sein (genderqueer) oder sich gar als maennlich empfinden, also transsexuell sein. Nur, wieso sind das dann noch "schwule MAEDCHEN"? Das sind dann doch schon "schwule Ungeschlechtliche/Intersexuelle/Pansexuelle/Maenner"? Oder darf man Frauen, die sich als Mann empfinden, ihren Koerper aber nicht operativ umwandeln wollen, verbieten, sich als Mann zu sehen, nur, weil sie nicht an sich schnipseln lassen wollen?! Waehrend die, die an sich schnipseln lassen, sogar juristisch erzwingen koennen, dass sie fortan als Mann behandelt werden.

Unsere Gesellschaft sollte bestenfalls ganz davon abkommen, dass alles nach den Geschlechtsorganen, die man besitzt, gehen muss, wenn man es nicht so will. Wenn sie es schon erlaubt, dass man sein Geburtsgeschlecht rechtlich aufgeben kann, dann bitte aber auch komplett frei, ohne Operationszwang! Dann moechte ich aber auch eine Alternative zu Mann/Frau, naemlich etwas, was beides oder nichts bezeichnet. Ich persoenlich wuerde mich fuer eine der Alternativoptionen entscheiden. Schon als Kind habe ich auf alle Fragen, die eine fuer mich unsinnige Unterscheidung erforderten, negativ reagiert: Ob "Fuehlst du dich deutsch oder asiatisch?" oder "Wuerdest du lieber ein Maedchen oder ein Junge sein?" - Meine Antwort war, das habe ich als Kind schon stur gesagt, "Ich bin ein MENSCH und mehr will ich nicht sein!" (auch, wenn es pathetisch klingt, genau das habe ich auch mit 7 Jahren schon gesagt und bin bis heute der Meinung). Ich bin damit immer auf Unverstaendnis getroffen. Man muesse sich doch entscheiden. Verstehe ich nicht. Wieso muss man sich bsp. ueberhaupt einer Nationalitaet zugehoerig fuehlen? Mir ist es egal, was fuer einen Pass jemand hat. Ich kann auch gern meinem Ausweis gemaess sagen "Ich bin Deutsche". Ja, ich BIN deutsch - aber ich FUEHLE mich nicht deutsch, nicht asiatisch, nicht sonstwo zugehoerig, sondern einfach nur als Mensch! Denn ich lehne es ab, in Klischees zu denken, da der Begriff "deutsches (alternativ auch "tuerkisches", "asiatisches", "afrikanisches", etc) Denken" suggeriert, ein Volk wuerde bestimmte Eigenschaften haben. Es werden wieder Normen definiert, Vorurteile kreiert. Dabei sind alle Menschen anders und denken anders. Egal, woher sie kommen. Es gibt kein "deutsches Gefuehl". Ausser vielleicht, man ist patriotisch und redet es sich ein. Davon halte ich fuer mich persoenlich nichts, ich will mich nicht beschraenken, indem ich mir einrede, ich koenne nur auf eine bestimmte Art und Weise sein, da ich einem bestimmten Volk angehoere, und anders koenne/duerfe es nicht sein. Ich bin ich. Ich bin einer von Milliarden von unterschiedlichen Menschen. Punkt.

cn P

18.10.2008 um 01:15 Uhr

Noch ein wenig Text

Jaja, die "Eliteunis"... Nun besuche ich die angeblich beste Uni Deutschlands (womit sie sich staendig bruestet - naja, ich halte ja nicht viel von Leuten, die staendig mit Superlativen betonen wollen, wie toll sie doch seien...), und die hat nicht einmal genuegend Stuehle fuer alle Studenten :P Und organisatorisch klappt sowieso nichts. Auch nicht vergessen sollte man die grausigen Fehlzeiten-Regelungen - aber das war an der Schule kaum anders. Wie hiess es immer so schoen? "Wenn Sie spaeter arbeiten, koennen Sie auch nicht so oft fehlen, wenn Sie da mehr als 2x krank sind, werden Sie gefeuert!" - gut, ganz rechtens waere das wohl auch nicht, aber was ist das fuer ein Stil, sein fragwuerdigen Verhalten (nur 2x Fehlen pro Semester zu erlauben, egal, ob man tatsaechlich krank ist, oder nicht) damit zu rechtfertigen, dass andere genauso schlimm seien?

ER hatte diesen FR auch wieder Unterricht und morgen ebenfalls. Grausigen. Eigentlich wollten wir abends ja noch zu einer Freiluftausstellung fahren, es werden bestimmte Sehenswuerdigkeiten ungewoehnlich farblich bestrahlt werden, aber wenn ER SA Schluss hat, ist es wohl schon zu spaet bzw duerften wir da keine Lust mehr haben, raus zu gehen (eingekauft werden fuers Wochenende muss aber auch noch :/ ) und SO fahren keine Nachtbusse... Aber diese Veranstaltung geht noch bis zum Wochenende darauf, hoffen wir, den FR oder SA klappt es. Aber wo wir schon beim Studium sind - abgesehen davon, dass viel Zeug drankommt, was unserer Meinung nach nicht wirklich mit dem Studiengang zutun hat, sind die Online-Aufgaben einfach zum Schreien. Ich weiss, darueber habe ich gestern schon geschrieben. Aber was ich noch anmerken wollte: Es sind nicht nur bloede Aufgaben, nun kamen auch komplette, zusammenhaengende Texte dran, und es ist nichts weiter als Schleichwerbung! Wenn ich in Lueckentexten Saetze wie "Heute ist das Auto kein reines Fortbewegungsmittel mehr, sondern ein Ausdruck der Persoenlichkeit des Besitzers, ein wahrer Lebensstil. Deswegen haben die Autos von XY jetzt alle serienmaessig...", dann ist das meiner Meinung nach schon Gehirnwaesche (abgesehen davon, dass es NULL mit dem Studienfach zutun hat, ausser, dass es englischsprachige Texte sind)! Was haben die sich bloss dabei gedacht (nebenbei: ich hasse es, wenn Menschen sich ueber Aeusserlichkeiten, wie Produkte, definieren sollen)? Offiziell ist diese Werbepartnerschaft jedenfalls nicht. Und solche Texte Tag fuer Tag ein Semester lang bearbeiten zu muessen, finde ich weitaus schlimmer (da mehr auf einen einwirkend), als wenn man drei Werbeposter im Foyer haengen hat oder ein Schild im Hoersaal "dieser Raum wurde eingerichtet von". Darueber beschwerden sich einige Studenten an anderen Unis... Ueber diese Lueckentexte sollte man sich erst recht aufregen! Ich hoffe, ER kommt am SA mal dazu, das beim Dozenten anzusprechen. Wenn der es denn hoeren will, viele Dozenten sind ja taub gegenueber jeglicher - auch hoeflicher - Kritik.

Ein weiteres Beispiel, wie die Uni (oder auch, stellvertretend gesehen, der Beruf) sich immer mehr auch ins Privatleben einmischen sollen/wollen. Das geschieht, wie es mir scheint, in zwei Richtungen: Zum Einen soll man immer mehr Infos (oder Werbung *huestel*) und Arbeit aus dem Beruf ins Privatleben mitnehmen, also nie vor all dem zur Ruhe kommen, zum Anderen soll man immer wieder "weils doch so schoen persoenlich ist" im Beruf erzaehlen, was man denn in der Freizeit mache. Geht das irgendwen etwas an? Wenn sie einen bitten oder einem frei stellen, ob man darueber reden moechte, meinentwegen. Aber unter Zwang laeuft da was falsch... Es mag Leute geben, die gern Beruf und Freizeit verbinden und alles zu einer Einheit machen wollen, aber Leute sind verschieden. Ich habe gern meine zwei getrennten Sphaeren: in der Uni Leistung erbringen, arbeiten, in der Freizeit meine Ruhe haben und Hobbies nachgehen und von der Uni moeglichst NICHTS sehen und auch nicht dran denken. So waere es perfekt fuer mich.

Tja, was gibt es sonst noch? Einige Dinge aendern sich nie. Beispielsweise, wie "Privilegierte" das Leben einfacher haben (sollen), als "gewoehnliche" Menschen. Gut, sonst waeren sie verbal gesehen auch keine Privilegierten mehr, aber die andere Frage waere, ob wir solche ueberhaupt brauchen. Reiche... adoptieren sich schnell mal hier und da ein Kind auf jedem Urlaub, souvenirartig. Tingeln dann weiter um die Welt, Filmdreh hier, Filmdreh da, evtl nochmal irgendwo eine CD aufgenommen, zuhause warten derweil 5-10 aus allen Ecken der Welt adoptierte Kinder, und wenn sich ueberhaupt wer um sie kuemmert, dann irgendein wechselnder Bediensteter. Nichts gegen Adoptionen, vielleicht ist das auch eine Besserung zum bisherigen Leben der Kinder, aber sollte ein Kinderleben so aussehen? Optimal ist es sicher auch nicht. Auch immer faszinierend, wenn Medien dem "kleinen Menschen" wegen des Welthungers empfehlen, weniger zu essen, weniger zu kaufen, o.ae. Ich weiss, wir muessen moeglichst alle helfen, aber trotzdem ist es "interessant", dass man denen, die moeglicherweise selbst nicht viel haben, gern ein schlechtes Gewissen machen und ihnen noch mehr nehmen will, und die, die sehr viel Geld haben, davon komplett unberuehrt bleiben. Wuerden einige "Prominente" auch nur die Haelfte ihres Vermoegens dafuer spenden, dass man sich in armen Laendern Infrastruktur aufbauen, landwirtschaftliche Geraete und Saatgut kaufen und auch mal Felder bestellen koennte - das waere ein weitaus effektiverer Schlag gegen den Hunger, als wenn Frau Mueller mit zwei Kindern und Hartz 4 pro Tag zwei Broetchen weniger isst! Was nicht heisst, dass wir nicht auch etwas unternehmen sollten. Aber bitte AUCH die, die so viel Geld haben, dass sie sowieso nicht mehr wissen, wohin damit. Meine "Mutter" besucht wohl immernoch persoenlich verschiedene Kinderheime und bringt privat Grundnahrungsmittel, Getraenke, Obst, ab und zu auch mal Suessigkeiten, usw, fuer die Kinder vorbei.

Zuletzt vielleicht noch einige nette Gedanken zum Thema Sprache (Dinge, auf die mich nicht etwa mein Germanistikstudium, sondern privates Nachdenken und "sinnlose" Gedankenspiele gebracht haben...): "Sarkophag", so fiel mir wegen "phagere" = "verzehren" ein, muesse doch irgendwie Seltsames bedeuten... Tut es auch. Ein Sarkophag bedeutet woertlich "Fleisch verzehrend" und bezeichnete in der Antike ein Behaeltnis aus einem bestimmten Stein (Alaunschiefer), der Leichen besonders schnell bis auf die Knochen zersetzt. Ich weiss nicht, wieso man damals Leichen so schnell wie moeglich verschwinden lassen wollte, aber vielleicht hatte es mit Seuchen oder dem Anlocken gefaehrlicher Tiere zutun. Und eine andere Sache, da waeren wir wieder beim Studium und bei den sprachfixierten Feministinnen: Die Wortschoepfung "herstory" statt "history" - GRAUSIG! Es wird dann auch immernoch so falsch abgeleitet, dass "history" frauenfeindlich sei, da es von "his story" (also "SEINE Geschichte") kaeme ;/ NEIN (das tut jedem, der sich fuer Sprache interessiert, weh)! "historia" heisst der Ursprung, und das heisst aus dem Griechischen uebersetzt nichts weiter als (und das finde ich wichtig) "durch Beobachtung Gelerntes", hat also mit "his" oder Maennlichkeit oder Aehnlichem nicht im Geringsten etwas zutun! - aber sage das mal einer einer sturen, extremfeministischen Historikerin, aeh, Tschuldigung, "Herstorikerin" ;P (PS, zum Thema Gleichheit noch: Wieso gibt es Computerkurse extra fuer Frauen und keine Sprachkurse nur fuer Maenner? Wieso werden Maenner 1. benachteiligt, indem sie keine Vorteile bekommen, und 2. Frauen, die sich mit Computern auskennen, als unweiblich und unnormal dargestellt?).

Zuletzt noch zwei Zitate aus Medien, wo ich einfach nur den Kopf schuetteln konnte. 1. "Abiturienten waren ebenso vertreten wie Harz[sic!]-IV-Empfänger" (suggeriert, dass ein "kluger" Abiturient ja nie zum Sozialfall werden koenne und dass Sozialhilfeempfaenger dumm sein muessten), 2. "Schon die Erfahrung, allein in relativ unberührter Natur zu sein, kann bei Jugendlichen unserer technologischen Zivilisation zu Angstzuständen führen." (Das lasse ich mal fuer sich stehen *lol* Traurig, dass es ernst gemeint ist). Mehr gibt es demnaechst.

cn P

12.10.2008 um 16:42 Uhr

Intellektuelle

Wer darf sich heute eigentlich eine/n "Intellektuelle/n" nennen? Viele tragen es als Ehrentitel mit sich herum, als habe es etwas zu bedeuten. Der Begriff wird offiziell definiert, als Bezeichnung einer wissenschaftlich oder kuenstlerisch gebildeten Person. Dann wird das ganze aber gern wieder auf Akademiker bezogen, die diesen Begriff auch stolz verwenden, dabei sind sie nichts weiter als Menschen mit abgeschlossenem Studium, was an sich wieder nichts ueber sie aussagt, ausser - in manchen Faellen - dass sie sich brav gute Zensuren erkauft haben. Wer meint, das gaebe es nicht, hat nie hinter die Fassade geblickt; schon an Schulen gibt es das. Nun ist ein "Intellektueller" laut eigentlicher Definition also ein Mensch, der sich in einem wissenschaftlichen oder kuenstlerischen Gebiet gebildet hat, koennte also auch die Hausfrau nebenan sein, die einfach viel ueber ein Fachgebiet liest, weil es ihr Freude macht. Wuerde sie aber irgendwer als "Intellektuelle" bezeichnen? Dafuer tragen diesen Begriff auch Personen wie Elke Heidenreich, die das Rauchen strikt unterstuetzt und Werke, die ihr nicht gefallen, gern als "hirnlose Scheisse" bezeichnet (und selbst, wenn sie Recht hat! Die meisten Menschen stellen sich die Wortwahl eines "Intellektuellen" doch anders vor) oder Alice Schwarzer, die leider haeufiger unqualifizierte Aeusserungen ueber Dinge abgibt, von denen sie keine Ahnung hat (sinngemaess: "BDSM sei faschistisch und koenne gar nicht einvernehmlich geschehen, das wolle doch keiner" - wiedermal das alte Von-sich-auf-andere-schliessen inklusive Unfaehigkeit, zu glauben, dass Menschen Dinge auch anders empfinden koennen, als sie). Waehrend Frau Heidenreich schon ueber eine gewisse Bildung verfuegt - meiner Meinung nach - aber Frau Schwarzer? Ich weiss, viele Personen vergoettern sie regelrecht; ich halte aber nichts davon, Menschen, egal, was sie geleistet haben, auf einen hoeheren Status als andere Menschen zu setzen, denn wir sind schliesslich doch alle nur eines: Menschen. Nicht mehr, nicht weniger. Auch den Begriff "geistige Elite" finde ich nicht schoen, indiziert sie doch wieder, dass es Menschen gaebe, die mehr Wert seien, als andere. Nun sind einige Menschen intelligenter, andere duemmer, aber Wert sind sie trotzdem alle nur den Wert eines Menschen, unabhaengig von ihrer Intelligenz.

Eine andere, noch etwas bizarrer erscheinende Definition ist, dass Intellektuelle Menschen seien, die "lesen und Probleme haben". Demnach waeren wir wohl fast alle intellektuell ;)

Schon schoener finde ich folgende Definitionen:

"Woran erkennt man Intellektuelle - ausser daran, dass sie gelegentlich die eigene Existenz bezweifeln? Sie fragen sich, wozu sie da sind, und beklagen sich darüber, dass keiner sie braucht. Sie sprechen im Namen einer kommenden, aber nie ankommenden Zukunft. Mit Vorliebe verdammen Intellektuelle die herrschende Meinung, die sie selbst mit produziert haben. Sie spielen den Bürgerschreck, und sind erbost, wenn sie einfach übersehen werden."

oder

"Die Funktion von Intellektuellen ist es, die Blicke auf ausgeblendete Tatsachen zu richten. Ein kalter Blick ist hier meist wertvoller als ein heisses Herz und ein boshafter Kommentar oft treffender als die moralische Denkschrift."

;)

Er sei
- unbestechlich (nach Sartre)
- stoerend und auf die Nerven gehend durch seine wahre Kritik (nach Dahrendorf)
- einer, der auch in die Bibliothek geht, wenn es nicht regnet (nach Roussin ;) )
- kritisch
- schoepferisch
- gern an Debatten beteiligt
- unabhaengig, Aussenseiter durch seine unkonventionellen Meinungen
- ungewillt, sich anzupassen
- Grossstadtmensch
- romantisch und am Immatriellen interessiert: kuenstlerische und philosophische Taetigkeiten

"Ein Intellektueller verkauft sich nicht und lässt sich von niemandem und nichts ausser sich selbst sagen, was er tragen, kaufen oder essen soll." (nach Klein)

"Ein Intellektueller ist ein Mensch, dessen Geist sich selbst beobachtet." (nach Camus)

Man sieht also, Intelligenz ist nicht die Hauptsache und es macht keinerlei Sinn, jeden Gebildeten als intellektuell zu bezeichnen, und diesen Begriff zu nutzen, um sich auf ein hohes Ross zu setzen; Intellektuelle sind urspruenglich ganz putzige Individuen, die sich gern ueber ihre Mitmenschen beschweren, sich gern bilden (aus Spass an der Sache), nicht einmal je studiert haben muessen (vgl. Chromsky "Einige Leute sind privilegiert, mächtig und gewöhnlich konformistisch genug, um ihren Weg in die Öffentlichkeit zu nehmen. Das macht sie keineswegs intellektueller als einen Taxifahrer, der zufällig über die gleichen Dinge nachdenkt und das möglicherweise klüger und weniger oberflächlich als sie.").

Nur mal am Rande.

cn P

P.S.: Ich finde es toll, wie Herr Reich-Ranicki seine Meinung beim Deutschen Fernsehpreis geaeussert hat. Nun wuerde mich aber interessieren, ob man irgendwo online seine komplette Rede als Mitschrift findet? Und mich wuerde interessieren, wer sonst alles Preistraeger war, einfach um zu sehen, wie sehr ich die Kritik diesen gegenueber nachvollziehen kann.

11.10.2008 um 20:14 Uhr

Gesellschaft IV

Machen wir mal weiter mit den Gedanken zu unserer "lieben" Gesellschaft ;)

1. Wieso werden Kinder ab einem bestimmten Alter als vorrausgesetzt gesehen? Ich bin zum Glueck noch in einem Alter, in dem man sich einreden kann, es koenne ja in den naechsten 5-9 Jahren noch passieren, aber wenn ich danach noch keine Kinder habe - was ziemlich sicher ist - dann werde ich als "seltsam" gelten. Ich dachte, unsere heutige Gesellschaft sei so fortgeschritten, dass man Menschen kein Lebensschema mehr aufzwingt - bzw zumindest nicht so offen. Und, ganz im Gegensatz dazu, erlebe ichs immer wieder, dass man, allein schon, wenn man sagt, man plant nicht, Kinder zu bekommen, als merkwuerdig bis asozial dahingestellt wird. Es reicht von unglaeubigen Nachfragen bis hin zu Ueberzeugungsversuchen und Beschimpfungen: "Wie, du willst keine Kinder? Wieso denn?", "Aber Kinder sind doch soooo suess!", "Du bist ja noch jung, ich wette, bis in spaetestens 5 Jahren hast du dir das anders ueberlegt!" (uebrigens habe ich schon beim allerersten Sexualkundeunterricht in der Schule, damals war ich 10, gesagt, dass ich NIE Kinder haben moechte, und bis heute hat sich daran nichts geaendert!), "Wegen Leuten wie dir stirbt die deutsche Bevoelkerung aus und die Renten sind nicht mehr sicher!", "Leute wie du sind egoistisch und denken nur an die eigene Karriere, statt auch mal eine Familie zu gruenden!"... 1. Ist es mein Koerper, damit ist es meine Sache, ob ich wen gebaeren will, oder nicht. 2. Wer redet von Karriere? Ich will nicht viel Geld verdienen, ich moechte nur meinen Interessen nachgehen koennen. 3. Vielleicht eigne ich mich ja gar nicht als Mutter? Ist es etwa besser, koste es, was es wolle, ein Kind auf die Welt zu setzen, als wenn Menschen, die mit Kindern nicht umgehen koennen oder wollen, lieber gar keins bekommen? In den Heimen sitzen genug Kinder solcher Muetter! Ich bin zwar nicht der Meinung, dass die alle ungluecklich sein muessen, aber bevor man neue Kinder erzeugt, sollte man vielleicht lieber die vorhandenen adoptieren. Ein grosses "Argument" ist hingegen immer, man wolle doch seine Gene weitergeben. Also ich find meine Gene nicht wichtiger, als die anderer Menschen, und wuesste demnach auch nicht, wieso sie weiterexistieren sollten. Und ob "die Deutschen" aussterben, oder nicht, ist mir ganz ehrlich auch egal, weil Menschen fuer mich Menschen sind. Die Kultur kann auch von Menschen mit anderen Genen weiter gepflegt werden, sofern noetig. Ausserdem hab ich sowieso keine "reindeutschen" Gene und sollte mich daher vielleicht gar nicht erst fortpflanzen *zyn* Und wo man Leuten, die keine Kinder moechten, immer vorwirft, egoistisch zu sein: Sind das Leute, die Kinder bekommen, nur, weil SIE Kinder haben wollen, nicht? Leute, denen egal ist, ob sie Kinder versorgen koennen, trotzdem welche haben wollen. Oder die glauben, sie koennten damit bloss ihren Partner an sich binden. Oder Kindergeld kassieren. Oder ihre Gene weitergeben. Das ist doch alles nicht weniger egoistisch, als zu sagen "Mein Koerper gehoert mir, wenn ich nicht gebaeren moechte, dann muss ich auch nicht!". Soll doch jeder einfach machen, was er moechte. Auch merkwuerdig finde ich uebrigens die Ansicht, Kinder gehoerten zu einer gluecklichen Partnerschaft dazu. Viele wollen ja gar nicht glauben, dass man ueberhaupt einen Partner hat, wenn man sich keine Kinder wuenscht. Und wenn sies dann doch endlich glauben, nehmen sie einem nicht ab, dass man gluecklich mit dem Partner sei und ihn auch lieben koenne, und trotzdem keine Kinder moechte. Und sowieso wuerden Maenner doch so gern ihre Gene weitergeben *klatsch*

Wieso kann die Gesellschaft nicht einfach so tolerant sein, dass ein Kind bekommt, wer das auch moechte, und dass die, die keine moechten, in Ruhe gelassen werden?! Jedem nach seinem Willen. Ohne irgendwelche Vorwuerfe, beiderseits. Ginge das so einfach, waere jeder dabei gluecklich, zumindest in dieser Angelegenheit, oder?

2. Wo der "Durchschnittsmensch" sich gern als uebermaessig kinderlieb darstellt, scheint er dennoch oft zu vergessen, wie Kinder denken koennen. Als seien sie selbst nie Kinder gewesen. Es mag daran liegen, dass ich erst 21 bin, aber ich erinnere mich noch sehr gut an bestimmte Situationen aus meiner Kindheit, wie ich sie wahrgenommen und empfunden habe. Jedenfalls bemerke ich haeufiger, dass "Erwachsene" Kinder nur ihres Alters wegen fuer dumm halten. Nun moegen sie selbst in dem Alter dumm gewesen zu sein, aber daher von sich auf andere zu schliessen? (Ach moment mal, das Thema hatten wir ja neulich... *huestel*) Jedenfalls sehe ich oft Situationen, in denen ueber etwas geredet wird und es dann heisst "Ach, das Kind versteht das sowieso noch nicht". Bevorzugt, wenn es um etwas geht, was als "nicht fuer Kinder geeignet" gilt oder wenn ueber das Kind selbst geredet wird. Nun, es mag Kinder geben, die verstehen es dann wirklich nicht oder kriegen es einfach nicht mit, weil sie anders beschaeftigt sind, aber dennoch ist es absolut nicht ungewoehnlich, wenn das Kind es dann eben doch mitkriegt und versteht. So, wie es gemeint ist, oder sogar "noch falscher", noch negativer. Viele Erwachsene scheinen Kinder fuer viel dummer zu halten, als sie tatsaechlich sind. Ich jedenfalls habe das in meiner Kindheit erlebt und auch bei anderen Kindern gesehen... Als Erwachsene. Und wie entsetzt die Eltern dann sind, wenn das Kind nicht nur schweigend mithoert, sondern sich auch dazu aeussert, so, dass klar ist, dass es alles verstanden hat. Und dennoch scheinen die Erwachsenen nicht dazu zu lernen, sondern es kommt immer wieder zu haargenau derselben Situation. Immer wieder "Das Kind versteht das sowieso nicht", immer wieder "Mist, es versteht es doch"... Menschen = lernfaehig?!

3. Das Beziehung- und Sexualleben von "normalen Menschen"... Immer wieder soetwas, was ich merkwuerdig finde, aber das ist wohl Ansichtssache und ich habe nur so eine verschrobene Ansicht, weil ich selbst total pervers und merkwuerdig bin ;) Aber da es fuer viele Menschen eine sehr grosse Rolle spielt, ist es auch immer wieder eine interessante Betrachtung... Jedenfalls gibts da so einige Fragen, die ich mir stelle und die ich aus meiner persoenlichen Sicht gar nicht loesen kann. Ich kann hoechstens spekulieren, wie "normale Menschen" das sehen, indem ich mich in ihre Denkweise hinein versetze. Das gelingt manchmal gut, wirkt auf mich aber immernoch sehr befremdlich, da ich mich immernoch frage, wie sie ueberhaupt zu diesen Denkweisen kommen und wieso ich anders denke. Dass alle Menschen verschieden sind, ist ja klar, aber dennoch gibt es manchmal Denkweisen, die besonders weit verbreitet sind; kennen wir (ich nehme an, ich habe Leser, die nicht konventionell sind und die moechte ich hier mal ansprechen) nicht fast alle die Situationen, in denen wir eine Meinung vertreten, die wir ganz natuerlich finden, und scheinbar ALLE um uns herum stimmen dem absolut nicht zu und halten uns fuer vollkommen seltsam? Situationen, in denen wir glauben, wir stehen mit unserer Meinung allein da? Dabei muesste, wenn alle Menschen anders sind bzw alles gleichmaessig verteilt waere, ja in jede Richtung ungefaehr gleich viele Meinungen existieren. Dem ist aber nicht so. Wieso?

Was ich zB immer wieder seltsam finde, ist die Betrachtungsweise, dass Frauen Maenner als Beschuetzer woellten. Ich erklaere es mir 1. mit dem Klischeedenken, das genau das propagiert, 2. mit der Kriminalitaet in einigen Staedten und dem daraus resultierenden Gefuehl, man koenne sich allein nicht mehr wehren. Zu 1, wir kennen sie ja, die klischeehaften Rollenvorstellungen "Mann = stark, aggressiv, tapfer, usw", "Frau = zart, schwaecher als ein Mann". Auch, wenn viele immer emanzipiert sein wollen, da kriechen sie doch in die Vorurteile zurueck... Nun mag es biologisch stimmen, dass Frauen eine schwaechere Muskulatur haben, als Maenner, aber das ist ja auch nicht IMMER so. Die wirkliche Frage, die ich mir stelle, ist aber, wenn ich mich bedroht fuehle, wieso suche "ich" (bzw die "Durchschnittsfrau") mir einen Mann, der mich beschuetzt, und tue nicht SELBST was daran, mich verteidigen zu koennen? Wieso uebe ich nicht, wieso denke ich nicht darueber nach, was ICH tun kann, wenn soetwas geschieht. Bequemlichkeit? Klischeedenken ("Ich schwache Frau kann mich sowieso nicht verteidigen, das geht einfach nicht")? Fakt ist, man kann nicht IMMER einen Mann bei sich haben und wenn man sich darauf verlaesst, staendig verteidigt zu werden, statt sich selbst zu verteidigen, dann ist man irgendwann wehrlos... Oder ist das ganze die Folge einer ueberbehueteten Kindheit (ich weiss, das Thema hatten wir auch schon einmal), nicht nur mit "Ich kriege alles, was ich will", sondern auch "Wenn mir was passiert, regelt das Papa fuer mich"?

Was jedenfalls klar ist: Koerperliche Staerke ist bei der Verteidigung sowieso nicht alles. Ich denke, in UNSEREM Fall waer ich die Person, die uns beide besser verteidigen koennte *huestel* Zwar hat ER kraeftigere Arme (ich denke, das kann man daraus schliessen, dass er muehelos mit einem Zweihaender hantieren kann, den ich keine 10 Minuten hochhalten kann - da find ich Dolche weitaus praktischer, aber das nur mal am Rande), dafuer meine ich, auf Menschen psychologisch sehr stark einwirken zu koennen. Und wenn ich wirklich wuetend bin, dann wird auch eine sonst nicht vorhandene, koerperliche Kraft frei und dann wars das fuern Angreifer ;) Ich will jetzt nicht genauer auf die Situationen, in der das bisher vorgekommen ist, eingehen, aber es passiert ab und zu und ist durchaus praktisch. Was natuerlich nicht heisst, dass man nicht auch mal dem Angriff unterliegen koennte. Das weiss man vorher leider nicht. Auf jeden Fall ist es sowieso besser, koerperlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen! Ich halte es bei unsinnigen Konflikten (wie wenn man angepoebelt wird, zb) sowieso fuer besser, einfach weiterzugehen und sich auf keinen Streit einzulassen, das ist es einfach nicht wert. Zuschlagen wuerde ich nur, wenn die Person einen schon koerperlich angegriffen hat bzw dabei ist, einen anzugreifen. Dann kommt man nicht mehr drum herum... Und wenn man die Wahl hat, sich zu wehren und davon zu kommen, oder sich wehrlos verpruegeln zu lassen - was wird man waehlen? Ich denke doch, selbst eine geringe Chance, halbwegs unverletzt davon zu kommen, ist besser, als gar keine. All das muss ich wohl dazu schreiben, bevor mir noch jemand vorwirft, ich wuerde Gewaltanwendungen verharmlosen...

4. Aber wir sind nun ja mehr oder minder ganz vom merkwuerdigen Geschlechtsleben "normaler" Menschen abgekommen. ;) Was ich seltsam finde, ist, von Liebe zu sprechen, angeblich aus Liebe eine Beziehung einzugehen, diese dann aber, sobald SEXUELL das erste Mal was nicht klappt, aufgegeben wird. Wie kann das sein, wo angeblich die LIEBE der Grund war, die Beziehung einzugehen, nicht der Sex? Sollte man, wenn man angeblich liebt, nicht vielleicht auch etwas Interesse dran haben, die Beziehung weiterzufuehren, indem man - okay, das hatten wir auch schonmal, viele sind einfach zu faul, um mit dem Partner zu reden. Aber das ist dann sowieso keine Liebe. Und beim Thema "von sich auf andere schliessen" waeren wir auch wieder, wenn ich nun schriebe, dass viele glauben, eine Beziehung ohne regelmaessigen Sex koennte nicht halten. Also ich denke, wenn sich zwei Partner gefunden haben, die WIRKLICH zueinander passen, koennen Beziehungen auf jede nur denkbare Art und Weise funktionieren, so seltsam es "normalen" Menschen auch vorkaeme - ALLES funktioniert, wenn alle daran Beteiligten darueber dieselbe Meinung haben. Diverse Fetischisten (als anderes Beispiel) koennten also miteinander auch eine perfekte Beziehung fuehren; die, die es vermiesen, sind dann meist das intolerante Umfeld, das das alles nicht gutheissen will, ob es sie ueberhaupt etwas angeht, oder nicht. Es ist heute noch so, wie vor einigen Jahrzehnten bei Homosexuellen. Damals galten die auch noch als pervers und man hat ihnen die Moeglichkeit, Beziehungen, die genauso gut oder schlecht sind, wie die von Heterosexuellen, zu fuehren, abgesprochen. Bezeichnend, dass die, die das damalige Denken als altmodisch verteufeln, dafuer heute einfach andere Gruppen genau so, wie sie es verdammen, verurteilen. Vielleicht merken sie es nicht einmal. Aber was ich eigentlich schreiben wollte; es geht mir nicht darum, dass man Dinge, die man als "seltsam" empfindet, weil man selbst in der Hinsicht ganz anders ist, unbedingt nachvollziehen koennen muss. Aber man sollte die "Anderen" nicht diskriminieren. Und ein Zeichen von Intelligenz ist es auch nicht, dass man sich alles, was einen nicht direkt selbst betrifft, gar nicht wahrhaben will oder gar nichts davon weiss oder wissen will (vgl. "Was ist Metal? Nie gehoert!" von neulich; Gruesse an Frau Argh ;) ).

Nunja, Dinge, die als "Norm" gelten, und die ich seltsam finde (wobei jeder tun soll, was er moechte): Anmache als Aufwertung zu betrachten und sich drueber zu freuen (Viele Asis pfeifen doch allem, was sie als Frau erkennen, nach, das sagt meiner Meinung nach nichts ueber die Qualitaeten der Angemachten aus, nicht einmal unbedingt etwas ueber ihre Attraktivitaet), Maenner dumm zu finden und staendig zu beschimpfen aber ihnen aber trotzdem staendig hinterher zu rennen (das equivalent waere wohl, staendig zu betonen, wie sehr man Kaelte hasst, und sich dann sehnlichst einen Urlaub in der Arktis zu wuenschen), Sex als reine Selbstbestaetigung zu sehen bzw sich wegen des Fehlen desselbigen nutzlos zu finden - also Quasi die Umkehrung von "irgendwelche haesslichen Kerle pfeifen mir nach, deswegen bin ich total toll" (also ich weiss ja nicht, aber ich denke, Menschen sollten noch andere Qualitaeten haben, als nur ihr Aeusseres; ich hab jedenfalls keinen Grund, mein Leben als sinnlos zu betrachten, nur, weil ich nicht jedentag von Fremden angeflirtet werde - denn ich hab viel mehr zu bieten, was sich anders aeussert; wer sein ganzes Selbstbewusstsein davon abhaengig macht, ob andere Menschen ihn moegen, hat meiner Meinung nach keines!), heimliche Liebe und Anziehung einem Anderen gegenueber nicht als Fremdgehen zu bezeichnen, wohl aber die kleinste heimliche Beruehrung (ICH - aber ich kann nur fuer mich selbst reden, weil es reine Privatsache ist, wie man das sieht - bin der Meinung, dass endweder beides Untreue ist oder nichts davon, denn das Negative am Betrogenwerden ist ja wohl, dass der Partner einem etwas verheimlicht bzw einen hintergeht und Emotionen, die man fuer sich beansprucht - den Sinn des Ganzen kann man an anderer Stelle diskutieren - jemand anderem gegenueber empfindet - da ist es doch wohl egal, ob es heimlich nur emotional-gedanklich geschieht oder auch koerperlich geschieht, denn beides ist schon ein Hintergehen); Menschen, die sich anderen Menschen koerperlich anbieten, wobei sie diese Person lieben und ohne eine gegenseitige Liebe eigentlich lieber gar keinen Kontakt haetten, dann aber vorher nicht einmal sicher gehen, OB die andere Person an ihnen ueberhaupt ein emotionales Interesse hat, die sich dann auch noch aufregen, wenn dieser Fall eintrifft (oder, weniger kompliziert ausgedrueckt: "Nur bei gegenseitiger Liebe Sex haben wollen, dann aber, ohne zu wissen, was Sache ist, doch mit jemandem Sex haben, in der Hoffnung, er KOENNTE einen lieben, und dann herumheulen, wenn sich DANACH herausstellt, dass er einen niemals lieben wird" - kann es einfach nicht nachvollziehen, wenn Leute ein Unglueck ganz leicht haetten verhindern koennen - in dem Fall durch !VORHER fragen! - dann aber bereitwillig in ihr Unglueck rennen, danach aber doch heulen);

aus Modegruenden lesbisch sein, wie es so schoen in den Medien propagiert wird - Musik, Stars, usw (ich finds einfach grausig, dass "der moderne Mensch" gar nix mehr selbst entscheiden kann, sondern sich alles von Moden vorschreiben laesst, von der Farbe der Jeans ueber die Musik, die "in" ist, jetzt sogar bis zur "EIGENEN" sexuellen Ausrichtung, die man eigentlich selbst am besten kennen sollte - dass man gerade in der Jugend VON SICH AUS unsicher sein kann, ob man hetero/bi/a/homosexuell ist, ist klar, dass man sich VON SICH AUS darueber Gedanken macht auch, aber Dinge nur der Mode halber oder "weil es jetzt alle so machen" "AUSZUPROBIEREN" - das finde ich arm! Zum einen, weil es unglaublich fremdbestimmt ist, zum anderen, wie soll man eine sexuelle Ausrichtung "ausprobieren"? Man fuehlt es entweder (indem man sich eben von sich aus - ohne Modeeinfluesse u.ae. - zu zB gleichgeschlechtlichen Menschen angezogen fuehlt) oder man fuehlt es nicht. Dazu muss man nichts probieren, es ist immernoch eine emotionale Sache. Damit meine ich nicht einmal Liebe, sondern auch die rein sexuelle Anziehung. Sie ist da, oder eben nicht. Da kann man sogar einen unglaublich banalen Vergleich zu Kleidung ziehen, obwohl zwischenmenschliche Beziehungen eigentlich bedeutsamer sein sollten ;) : Wenn ich von mir aus absolut keine rosa Blusen mag, ziehe ich keine rosa Bluse an, im Glauben, es koennte mir ja doch gefallen. Man muss nicht alles ausprobieren, um zu wissen, ob man es mag, oder nicht. An manchem hat man einfach kein Interesse (nicht unbedingt Ekel, einfach nur kein Interesse): Ich hab zB nie Froschschenkel (oder meinentwegen auch etwas, was nicht ganz so abstossend ist, zB Sushi) gegessen, weiss also nicht, wie sie schmecken, will es aber auch gar nicht probieren. Einfach kein Interesse dran.

Ich glaub, das reicht erstmal. (Genug Text fuer die naechsten 5 Tage ;) ).

cn P

11.10.2008 um 16:35 Uhr

Beitrag von vor paar Tagen

Mittlerweile seh ichs nicht mehr so eng, die Sprueche find ich aber trotzdem daemlich, daher poste ich den Beitrag mal, auch, wenn er einige Tage alt ist (damals war blogigo offline, sonst haette ichs gleich gepostet):

Ich bin grad sauer. Aber jetzt mal ernsthaft. ER muss dieses Semester eigentlich so gut wie nur Kurse machen, die mit dem Beruf direkt gar nichts zutun haben. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, WAS in diesen Kursen vermittelt wird... Da gibts einen, der nennt sich in etwa "Kommunikationsstrategien und Selbsteinschaetzung". Da verbringt man die Zeit damit, bekloppte Frageboegen anzukreuzen, wie man sich selbst empfindet, und wie einen "mindestens drei sehr gute Freunde" (wer die nicht hat, kann nichtmal die Hausaufgabe erfuellen!) sehen. Find ich etwas ungeschickt, bedenkt man, dass viele Studenten zum Studieren in eine fremde Stadt fahren und hier uU ganz allein sind. Und grad die, die schon berufstaetig sind, da gibts einige, die nebenbei studieren, haben doch gar keine Zeit fuer so einen Kram. Nebenbei spielt man den ganzen Unterricht irgendwelche doofen Interviewrollenspiele und wird dabei auf Video aufgenommen (wer weiss, wo die Aufnahmen danach landen...), und dann wird - hoch psychologisch (Tut mir Leid, ich hab schon Probleme mit den meisten Psychologen) natuerlich - alles analysiert bzw man bildet sich ein schoenes Urteil ueber einen, das evtl ganz falsch ist und man gar nicht revidieren kann, denn "der Test hat aber ausgesagt, dass..." *wuerg*. Also auf freiwilliger Basis faende ichs ja okay, aber als Pflicht? Gut, ich hab den Scheiss auch noch vor mir, aka ABV, nur druecke ich mich bislang davor, weil ich grosse Langeweile fuerchte... Aber nein, das isses gar nicht, was mich aufregt.

Was mich aufregt, ist, dass die Unterlagen zu dem Kurs mit zwei Zitaten beginnen:

"Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen."

"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare."

Auf den ersten Blick mags platt und wahr klingen, und man kanns sicher auch positiv deuten, aber ich will meine Sicht offen legen.

1. Sind Menschen, die nicht miteinander REDEN (da steht nicht kommunizieren, sondern REDEN) koennen, beispielsweise Taubstumme, etwa keine Menschen? Duerfen wir Personen wegen einer Behinderung den Status den Menschen aberkennen und sie als minderwertige Lebewesen bezeichnen?

2. Auch, wenn sich manche seelische Verstimmung nach Aussen zeigt - vgl. psychosomatische Krankheiten - dieser Satz verleitet zum Umkehrschluss, der da waere: Der Koerper ist nur krank, wenn die Seele krank ist. Da freut sich jeder Behinderte drueber, wenn man ihm quasi unterstellt, er sei seelisch nicht gesund oder gar geistig minderwertig, nur, weil er Koerperteile hat, die nicht funktionieren, wie bei nicht behinderten Menschen. Dasselbe gilt uebrigens auch fuer den Spruch "mens sana in corpore sana". Den finde ich genauso diskriminierend. Okay, den Spruch im Ursprung an sich nicht, aber so, wie er aus dem Kontext gerissen und mit dem obigen Sinn versehen wird, finde ich ihn diskriminierend. Und selbst, wenn wir nicht gleich auf das Thema Koerperbehinderungen kommen wollen, bleibt der obige Spruch noch kritisch. Dieser Schluss "Wie der Mensch aussieht, so ist er charakterlich" befuerwortet auch alle nur erdenkbaren Klischees von "Metaller = boese" bis zu "Blondine = dumm".

Wollte ich nur mal loswerden, ist schliesslich mein Blog, da kann ich schreiben, was ich will ;)

cn P

07.10.2008 um 16:06 Uhr

Kommunikation

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Sprache, Internet

Die Meinung anderer Menschen bezueglich Beziehungen kann frustrierend sein, wenn man auch selbst eine perfekte Beziehung fuehrt und einen all das gar nicht tangieren sollte - Aber so isses bei Dummheit, sie regt mich auf ;) Und ich sage nicht "Dinge, die nicht meiner Meinung entsprechen = dumm", sondern definiere dumme Thesen daran, dass sie undurchdacht wirken, auf Halbwahrheiten oder vollkommen falschen Vorurteilen basieren oder alles viel zu einseitig betrachten. Ausserdem sind fuer mich die meisten Behauptungen dumm bzw die, die diese Aeusserungen machen - weil sie es oft nicht mal ein Stueck hinbekommen, ihre Meinung auch mit einer Argumentation (bestehend aus Argumenten!) zu begruenden. Bei Geschmaeckern ("Ich mag rote Blumen mehr als weisse") braucht man keine objektiven Argumente, aber bei Angelegenheiten, die nicht mehr nur eigene Vorlieben betreffen, sondern eine Auswirkung auf andere Menschen haben ("Polen sind dumm", "Rassistische Denkweisen sind gefaehrlich") sieht das schon etwas anders aus... Merkt man, dass ich ein Semester Kommunikationstheorien studiert habe? Wobei ich glaube, vorliegende Meinung hatte ich schon vor dem Kurs...

Aber es faellt mir schon deutlich auf, dass es verschiedene Weisen gibt, miteinander zu kommunizieren, verschiedene Diskussions- und Argumentationsstile. Nicht nur unbedingt kulturell oder regional unterschiedlich, sondern natuerlich auch rein individuell. Etwas schwierig wird es, wenn zwei Menschen mit einem unterschiedlichen Diskussionsverstaendnis aufeinander treffen. Als intelligenter Mensch wird man versuchen, seine Aussagen und seinen Stil zu erlaeutern, dem Gegenueber begreiflich zu machen, was man warum sagt und was es bedeuten soll (wenn die Person es wirklich nicht von sich aus merken sollte; ich denke, ich kann unterschiedliche Argumentationsweisen schon gut nachvollziehen). Nur dummerweise gehoeren zu einem Dialog immer zwei Menschen, und wenn einer nicht verstehen WILL, was der andere sagt, und seine Erklaerungen auch ignoriert, kann dieser sich so bemuehen, wie er will, kann hundertmal mit immer anderen Beispielen und immer anderer Wortwahl erlaeutern - das bringt dann nichts. Und dazu sag ich salopp: Es nervt! Es nervt einfach tierisch, wenn ich jemandem sag, er soll es bitte alles nicht als Angriff empfinden und etwas lockerer sehen, weil ich einfach nur meine Meinung erlaeutere und versuche, Gegenargumente zu widerlegen, und dann keift er/sie weiter herum! Ich kann 100x sagen "Das ist nicht boese gemeint", und die Person motzt weiter herum, gern auch noch auf persoenlicher Ebene (ist immer so: wenn die logischen Argumente ausgehen, wird abgelenkt oder persoenlich beschimpft - dass die Leute, die nach diesem Schema ticken, das nicht merken?! Es ist dermazsen berechenbar! Denken die denn nie darueber nach, wie sie handeln und warum sie das tun? Ich verbringe einige Zeit damit, mich selbst zu beobachten).

Jedenfalls ist es oefters dasselbe... Person X stellt eine Meinungsfrage. Person Y antwortet. Ich sage dazu, was ich meine, und aeussere - wenn denn ein Grund besteht - meine Zweifel an der Aussage von Person Y und begruende die auch (ich nehme doch an, wenn jemand an einer Diskussion teilnimmt, will er auch eine Diskussion und nicht einfach seine Meinung aeussern und nicht drueber reden! Sonst soll ers vorher sagen). Person Y faengt dann gewoehnlich an, einen anzukeifen, weil man sie angegriffen habe. Besteht man dann (unter der Anmerkung, dass es nicht boese gemeint sei, sondern man nur diskutieren wolle) darauf, dass die Argumente von ihr aber widerlegt werden koennen und sie gern mal versuchen koennte, meine Argumente zu widerlegen (um zu sehen, was uebrig bleibt, also am wahrscheinlichsten der Realitaet entspricht), fangen dann meist unsachliche Beschimpfungen an. Ich denke nicht, dass das der Sinn einer Diskussion ist. Fuer mich sollte die ideale Diskussion so aussehen, dass man selbst Argumente nennt und Gegenargumente zu widerlegen versucht. Ohne Beschimpfungen, Halbwahrheiten, sondern wirklich nur mit FAKTEN, die als Argumente zur Vertretung der eigenen Meinung genutzt werden. Zum Schluss sieht man dann, was als nicht widerlegbar "uebrig bleibt", und dann sollte die Person, der nichts mehr einfaellt, fair sein und nachgeben. Es geht hier wohlgemerkt nicht um Geschmacksfragen, weil jeder gluecklicherweise einen anderen Geschmack hat und man darueber nicht diskutieren sollte, sondern um "Faktenfragen"... Siehe Erlaeuterungen im ersten Absatz.

Abschliessend anzumerken bleibt vielleicht noch, dass ich nicht verstehe, wieso viele Menschen so schnell cholerisch werden. Das Leben ist doch schwer genug (vielleicht fuer diese Leute nicht, weshalb sie woanders herumjammern muessen?), da brauch ich mich doch nicht ueber irgendwelche Leute online in Diskussionen tatsaechlich aufregen. Diese Meinung koennen einige Leute nicht nachvollziehen, merk ich immer wieder. Mir wird gern unterstellt, ich wuerd wuetend werden, nur, weil ich gern mal ueberzeichne und auch eine moeglicherweise kraeftige Sprache benutze (was ich persoenlich beides als STILMITTEL, nix weiter, betrachte). Dabei isses mir, entschuldigung, scheissegal, was irgendwer sagt. Ich mag dagegen argumentieren, aber wirklich beruehren tuts mich nicht. Dazu ist mir meine Laune viel zu schade. Menschen sollten eben nicht immer von sich auf andere schliessen.

cn P

07.10.2008 um 15:23 Uhr

Gesellschaft III

"Schade, dass nicht alle Menschen gleich denken." Den Satz hab ich in letzter Zeit auch haeufiger gelesen. Ich kann ihn ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Waer die Welt wirklich interessant, wenn alle gleich denken wuerden, alle die gleiche Meinung haetten? Vielleicht gaebe es dann keine Diskussionen mehr, das koennte einem Nerven sparen, das stimmt. Aber wuerde nicht auch etwas fehlen? Lernt man nicht auch, indem man verschiedene Meinungen hat, diskutiert, Meinungen vergleicht und daraus versucht, mit Vernunft, die sinnvollste Sicht zu ermitteln? Eine Frage waere auch, wenn alle das gleiche denken wuerden, was wuerden sie dann denken? Der Mensch kann nicht immer richtig liegen. Wenn also alle Menschen glauben wuerden, die Erde sei eine Scheibe, und es kann fuer diesen Gedanken gar keine andere Meinung haben... Ohne den Diskurs haetten wir keine Forschung, keine Erkenntnis, keinen Fortschritt. Ausserdem faend ichs langweilig, gaebe es keine verschiedenen Geschmaecker, denn dann saehe alles in der Welt, von der Gebaeudeeinrichtung ueber die Kleidung und Frisuren bis hin zu Gaerten o.ae. gleich aus. Ausserdem haetten alle dieselbe Meinung und wuerden einander nur nachschwafeln. Einige Menschen stoeren sich daran vielleicht nicht, ich persoenlich faends aber schade. Und die, die es noch nicht so sehen, koennen ja mal drueber nachdenken, wie gut ihre Chancen, einen Partner zu finden, waere, wenn alle den gleichen Partnergeschmack haetten ;) Und Menschen sehen bekanntlich unterschiedlich aus... Vielleicht entspricht man aus irgendeinem Grund nicht dem Schoenheitsideal, und wenn ALLE ausnahmslos dieses vertraeten, faenden einen ALLE haesslich? Was waer das dann noch fuer ein Leben (in unserer oberflaechlichen Gesellschaft)?

Viele Menschen koennen sich nicht in andere Menschen hineinversetzen und wollen das vielleicht auch gar nicht. Sie empfinden es wahrscheinlich als unnoetige Muehe, haben keine Lust, sich anzustrengen. Kann ich mir durchaus vorstellen, viele reden ja, weil sie zu faul dazu sind, nicht einmal mit ihrem Partner, den sie sich selbst ausgesucht haben. Aber selbst, wenn einige es versuchen, frage ich mich, wieso viele es nicht schaffen, sich auch nur ansatzweise in die andere Person hinein zu versetzen? Was bindet sie so stark an ihre eigene Meinung, ihre eigene Denkweise, dass es ihnen gar nicht moeglich ist, alles aus einer anderen Sicht zu betrachten? Fehlt da eine bestimmte Denkkultur bzw -tradition, gibts die selten, vielleicht nur in einigen Gegenden? Waeren sie in dem Fall wenigstens tolerant! Doch auch das kann man bei vielen vergessen. Wie viele wollen einem ihren Lebensstil aufzwingen... Ich muss in dem Fall immer zurueck daran denken, wie es bei mir in der 10. Klasse war. Schon damals trug ich, und das seit gut 3-4 Jahren, meist dunkle, unauffaellige Kleidung, Silberschmuck, schminkte mich aber nicht oder nur dezent. Ich tat das, weil ich mich so mochte, weil ich es so mochte, und es mir egal war, was andere dachten - es sollte MIR gefallen, schliesslich war es mein Koerper. Ich war damit vollkommen zufrieden und meine Freunde (alle ausserhalb der Schule) hatten auch nichts daran auszusetzen. In der Schule aber, war es ein wenig anders. Dort wusste keiner wirklich etwas ueber mich, geschweige denn ueber meine Freunde und IHN, aber trotzdem wollten sich fuer mich fremde Personen (wenngleich sie in meiner Klasse waren, allein deswegen kennt man sie ja nicht automatisch) staendig in meine Privatsphaere einmischen. Nahezu taeglich musste ich mir Sprueche anhoeren wie "Zieh dir doch mal was Buntes an und benutz bisschen Makeup, dann findest du bestimmt schnell ganz viele Freunde!" oder "Wenn du mehr aus dir machen wuerdest, haettest du bestimmt nen Freund!"... 1. Was heisst, ich wuerde nichts aus mir machen, nur, weil ich meinen eigenen Stil habe? 2. Wieso braeuchte ich noch einen Freund, ich kannte IHN da schon einige Monate! 3. So viel Oberflaechlichkeit stoesst mich ab, was soll denn das, wenn man sich "korrekt" kleidet und schminkt, habe man "ganz schnell" "viele" Freunde?! Ich moechte lieber wahre Freunde, die mich akzeptieren, wie ich BIN, nicht solche, die mich nur moegen, wenn ich in einem Kostuem mit Maske herumlaufen und nichts von mir wissen woellten, waere ich einfach nur ich. Leider hat sich diese Auffassung von "Freunden" bei vielen auch beim Schulabschluss noch nicht veraendert. Ich weiss nicht, wie es heute ist, weil seitdem kein Kontakt mehr besteht. Aber immerhin wurde ich, nach einigen Jahren des Gejammers, in Ruhe gelassen, mit einem eingeschnappten "Dann eben nicht, du undankbare Pute, wir wollten dir doch nur helfen!" oder "Du bist eine schlechte Freundin, sonst haettest du dir helfen lassen!"... Ich sehe Manipulationsversuche nicht als Hilfe an und Leute, die das anders sehen, sind mir ziemlich sch-egal und keine Freunde. Und haben mir vor Allem nicht zu sagen, wie ich mich kleiden soll.

Interessant ist uebrigens auch, dass solche Leute, die einem, obwohl man ruhig und zufrieden ist, Ratschlaege geben, zu leben, wie sie, oft selbst vollkommen unzufriedene Menschen sind. Sie waren staendig am jammern, wegen aller moeglicher Personen, weil die Frisur nicht richtig sass, weil die Kleidung schon wieder aus der Mode war, weil das Makeup immer so viel Zeit kostet... Es stimme ja, dass man soetwas in Kauf nehmen muesse, um "nen tollen Boy" kennen zu lernen, aber es sei doch trotzdem nervig... Und das alles war dann auch noch voellig vergebens! *g* Es endete schliesslich so, dass ich in der 10. Klasse IHN kennen gelernt hatte (meine 1. Beziehung hatte ich schon etwas vorher) und die Dame, die mir besonders viele Ratschlaege geben wollte und staendig den Jungmaennern hinterher war, bis zu unserem Abschluss, damals war sie 19, noch nie eine Beziehung hatte. Vielen anderen gings nicht anders. Wollen diese ungluecklichen Leute einen vielleicht mit ihren Ratschlaegen so ungluecklich machen, wie sie selbst, damit sie sich besser fuehlen? Vielleicht auch rein unbewusst? Nein, ich will niemandem Boeses unterstellen muessen...

Apropos Beziehungen... Ich habe nun auch schon mehrfach gelesen, dass eine dauerhafte Beziehungsarbeit gar nicht moeglich sei, schon gar nicht mit Mitte 20 bis Ende 30, weil man da noch "experimentieren" sollte (Ach ja? Hier klappts super und ich bin sogar noch juenger), da zu anstrengend. Nun denke ich persoenlich aber, dass man eigentlich gar nicht so viel arbeiten muss, vorrausgesetzt, man hat sich einen passenden Partner gesucht, und dass man das bisschen schon akzeptieren sollte, sonst kanns mit der Beziehung ja nichts werden. Aber viele tun ja gern nichts und jammern am Ende... Ich weiss, es ist moeglich, dass man sich psychisch nicht in der Lage fuehlt, etwas zu tun, aus welchen Gruenden auch immer. Und dann ist es irgendwie gemein, zu sagen "Selbst schuld"... Aber wenn wir der schonungslosen Wahrheit ins Gesicht sehen wollen, ist es wohl so. Da nehme ich mich selbst nicht aus. Ausserdem habe ich gelesen, dass viele Paare ungluecklich werden wuerden, wenn aus einer Fernbeziehung eine ohne Distanz wird, weil man dann ja immer den Partner am Hals habe. 1. Ist es ja wohl nicht so, dass man, nur, weil man zusammen wohnt, nicht auch mal was allein machen koennte. 2. Hat man sich seinen Partner selbst ausgesucht, also geh ich davon aus, dass man mit ihm auch Zeit verbringen moechte. 3. Wenn man den Tag allein auswaerts verbringt, sieht man den Partner abends paar Stuendchen, und ist das wirklich so unertraeglich schrecklich? Wenn ja, wieso geht man dann eine Beziehung ein? Ich war damals jedenfalls sehr froh, als ER hierher gezogen ist, sodass ich ihn mal haeufiger, als nur einmal pro Monat zwei Tage sehen konnte. Natuerlich ist jeder Mensch anders, aber man sollte sich schon einen Partner mit einem aehnlichen Naehebeduerfnis suchen.

Naechster Punkt. Nun, ich durfte mir im Lauf meiner Beziehung, an der bis jetzt nix broeckelt und mit der wir beide ziemlich zufrieden sind, haeufiger von zum Teil voellig Fremden anhoeren, diese Beziehung koenne gar nicht gut werden, da ich dazu ja noch viel zu jung sei. Irgendwann wuerde ich bereuen, treu geblieben zu sein, denn ich haette meine ganze Jugend keine Chancen gehabt, zu "experimentieren". Nun sehe ich keinen Grund, wieso ich etwas ohne IHN versuchen sollte, weil ich IHN aeusserst anziehend finde (abgesehen davon liebe ich ihn, und was ich von Fremdgehen halte, habe ich schon einmal geschrieben...). Ich seh gar keinen Grund, mir jemand anderen zu suchen, und wenn ich irgendetwas hochgradig Perverses ( ;) ) ausprobieren will, frag ich IHN. Im Gegensatz zu vielen Menschen bin ich naemlich nicht so seltsam, mich nicht zu trauen, paar Worte mit dem eigenen PARTNER zu wechseln. Ich wuerd nie mit jemandem eine Partnerschaft eingehen, mit dem ich nicht mal ehrlich sein koennte bzw mich nicht trauen duerfte, etwas anzusprechen, was auch schlecht ankommen koennte. Aber ich weiss, wir tolerieren einander bei Meinungsverschiedenheiten, daher gibts da gar kein Problem. Die Neugier, auch mal mit einem anderen Mann sexuell zu verkehren, die ja angeblich "bei jedem mal" auftritt... Hm... Nein, eigentlich empfinde ich das nicht so. Sicherlich sehen alle Menschen anders aus, aber um das festzustellen, kann ich auch an den FKK-Strand gehen und niemanden anfassen. Was soll da anders sein? Gut, Menschen riechen anders, bewegen sich anders, aber ich hab kein Beduerfnis, das genauer zu erfahren. Zumal mir ausser IHM hoechstens ein bis zweimal im Jahr jemand begegnet, den ich wenigstens nicht zutiefst unattraktiv finde. Ich bin da wohl zu anspruchsvoll. Ich meine mit "attraktiv" hier uebrigens mal die rein optische Ebene, die mir bei Gespraechspartnern vollkommen egal ist. Aber wenn man sich paart, vielleicht doch eine Rolle spielt :P Und in der Hinsicht... Gibts wenige Leute, die mich ansprechen.

Seit bald 6 Jahren "vergeben" - und so gluecklich wie am ersten Tag (oder sogar gluecklicher), wuerde nix daran aendern wollen :P Da kann von beziehungsfrustrierten Tussen so lange gejammert und miesgemacht werden, wie sie wollen.

cn P

07.10.2008 um 00:19 Uhr

Gesellschaft II

Alle Menschen sind wertvoll auf ihre Weise. Und gehen sie einem noch so auf die Nerven ;) Aber an sich haben wohl doch alle den Zweck auf dieser Welt, ein gewisses Gleichgewicht herzustellen. Sehr egoistisch koennte man fast sagen, irgendeiner muss ja die Infrastruktur am Laufen halten, damit man leben kann ;) Aber auch man selbst traegt ja seinen Teil zur Welt bei, negativ gesehen nutzen wir uns alle gegenseitig aus, positiv gesehen schaffen wir einander, jeder den anderen, eine Grundlage zum Leben. Natuerlich koennte man jetzt sagen, natuerlich erfuellt der Muellmann einen Sinn, der Kanalarbeiter, der Fabrikarbeiter. Aber was tut der Schueler, der keine Arbeiten verrichtet, was das Kind, das noch nicht einmal zur Schule geht? Immerhin sind sie die Zukunft. Nun koennte man aber auch behaupten, aus Kindern, die irgendwann nur noch herumlungernde, Sozialhilfe kassierende Alkoholiker sind, koennte man auch verzichten. Vielleicht koennte man das dann auch, aber soetwas weiss man vorher nicht. Ausserdem sollte man Menschen nicht nach Nutzen betrachten, sie moechten doch keine Gegenstaende sein, die man BEnutzt! Und selbst Gegenstaende muessen ja nicht immer einen objektiven Nutzen haben. Aber obwohl man die Tatsache, dass es auf der Welt auch Dinge gibt, die einem missfallen, akzeptieren muss... heisst das noch lange nicht, dass man nie meckern darf, und da fang ich jetzt an! ;)

Taeglich zeigen sich mir neue Armutszeugnisse unserer Gesellschaft. (ACHTUNG! Ich nutze manchmal gern absichtlich Ueberzeichnungen als Stilmittel und um allem eine kleine Ironie zu geben, wer mich "kennt", sollte erkennen koennen, wann das der Fall ist; ausserdem disputier ich auch gern mal etwas rauer mit Bekannten, die auch wissen, was dahinter steckt, naemlich der Spass am Wortwechsel... Feindlich oder aggressiv isses eigentlich nicht gemeint). Aber hier meine ich mal ganz unlustig wirklich Dinge, die ich nicht leiden kann (das koennte ich noch vulgaerer ausdruecken, aber wozu sollte ich?). Seien wir mal ernst; wobei auch im Ironischen oft ein trauriger Kern steckt...

Neulich las ich, mehrfach und im Beziehungskontext, Aussagen im Tenor "Wieso sollte ich fuer meinen Partner auf was verzichten, wenn ich es doch will!"... Da wuerd ich gern "Aus Ruecksicht? Aus Liebe?" zurueckfragen. Oder, angreifender, "Was ist diese Aussage mehr, als purer Egoismus?". Aber stimmt es denn nicht? Wenn man IMMER will, dass geschieht, was man will, und es einem scheissegal ist, was der Partner, den man doch angeblich LIEBT, darueber denkt, gerade, wenn er direkt involviert ist, wo bleibt dann die Liebe? Sich selbst zu verleugnen, ist auch nicht der richtige Weg, aber man kann doch nicht einfach sagen "Mein Wort sei Gesetz, scheiss drauf, was der andere will!" - so stelle ich mir keine gleichberechtigte Beziehung vor. Wenn Maenner so handeln wuerden, wuerde man gleich politisch korrekt "Scheiss Macho!" schreien, aber wenn Frauen dasselbe tun, ist das legitim? Ich finds traurig. Wenn man etwas moechte, meinentwegen auch "will", was aber beide Partner betrifft, sollte man doch darueber sprechen und nicht einfach, scheiss auf den anderen Menschen, einfach tun, was man will. Da fragt man sich doch, was solche Egoisten unter "Liebe" verstehen. Der Partner wird dann meist auch noch gern als Geisel genommen, a la "Wenn ich das nicht darf, verlass ich dich!"... Erpressung, wie passt das mit Liebe zusammen? Dann sollen die doch zugeben, dass sie den Partner nicht lieben, sondern allerhoechstens sein Geld oder seinen Ruhm oder meinentwegen auch sein Geschlechtsteil. Oder dass sie bloss keine Lust haben, allein zu sein. So ein Verhalten ist fuer mich Beziehungsunfaehigkeit. Das sage ich so offen, und wer sich angesprochen fuehlt, soll doch bitte drueber nachdenken. Ich weiss, dann kommt die uebliche Ausrede "Aber die Triebe!"... Sind wir Tiere? Ja, sind wir, aber sollten uns Triebe wichtiger sein, als die Liebe? Dann aber bitte mit einem Partner leben, der das genauso sieht! Und wenn dann kommt, der Partner sei doch egoistisch, weil er ein Veto einlegt und dem wollenden Partner nicht zustimmt - ich denke, bei einigen Dingen ist es ein gutes Recht, nein zu sagen, natuerlich vorrausgesetzt, man ist selbst involviert! Man kann doch auch nicht sagen, eine Frau, die von einem Fremden nach Sex gefragt wird und nein sagt, handelt egoistisch und das sei falsch. Und man kann genauso wenig sagen "Aber die Triebe!" und damit eine folgende Ve*g*wal*igung rechtfertigen. Ich nenne wenige Dinge pervers, aber das hier ist es!

Egoismus ist ein grosses Uebel unserer Gesellschaft. Manchmal ist er in Ordnung, gerade, wenn es um das Recht auf Selbstbestimmung geht. Egoismus toetet aber frueher oder spaeter auch Beziehungen. Dass viele Partner nicht miteinander reden, gar nicht, ist mir auch suspekt. Was obiges Problem angeht, einer will etwas und der andere nicht: Dann muss ein KOMPROMISS gefunden werden! Wenn das nicht klappt, sollte man sich fragen, ob die Partner zueinander passen. Bei UNS gabs da noch NIE Probleme, das in bald 6 Jahren. Es kann also sehrwohl funktionieren. Was ich auch schwer nachvollziehen kann, ist, wieso man fremd geht, und gleichzeitig behauptet, den betrogenen Partner angeblich zu lieben. Wieso hintergeht man ihn dann anstatt mit ihm ueber bestehende Probleme zu reden? Nur, weils einfacher und bequemer ist? Ist die eigene Bequemlichkeit wichtiger, als der angeblich geliebte Partner? Will man jemanden, den man liebt, allen Trieben zum Trotz, nicht vor Verletzungen schuetzen? Das passt also auch nicht zusammen. Bevor ich jemanden betruegen wuerde, wuerde ich ihn lieber verlassen. Das taete wohl weniger weh, als hintergangen worden zu sein. Mag aber auch jeder anders sehen.

Was ich an dieser "Was ich will, passiert"-Auffassung auch kritisch finde, ist, dass damit wohl auch Verg*walt*gungen "begruendet" werden koennen. Meist heisst es, eine V sei eher eine Machtdemonstration und habe mit Sex und Trieb nicht unbedingt etwas zutun. Das kann ich mir vorstellen, das ist sicher leider auch oft der Fall. Aber dass es nicht manchmal doch "nur" der Trieb ist, will ich nicht ausschliessen. Bei so einem Denken, wie oben beschrieben, "Ich WILL aber doch!", was ich neulich erschreckend oft erlebt habe (vorher konnte ich mir das, da mag ich naiv sein, so extrem gar nicht vorstellen, und dachte, fast jeder wuerde zumindest ein bisschen ans Gegenueber denken), kann sowas wohl passieren... Ja, da ist das fast "logisch". Ich frage mich, wie werden Menschen so selbstzentriert und egoistisch? Es waere sicher zu einfach, zu sagen, diese Menschen seien die "verwoehnten Goeren", die in der Kindheit immer sofort alles bekommen haben, was sie wollten, denn diese Leute sind im Leben ja nicht alle kriminell. Oder sind sie es nur nicht, weil sie Angst vor der Strafe durch das Gesetz haben? ;) Nein, ich denke, so schlecht ist "der Mensch" dann doch nicht. Andererseits empfinde ich mich persoenlich als genuegsam und glaube, dass das damit zusammenhaengt, dass ich viel sparen musste und in der Kindheit aus Prinzip eigentlich fast NIE bekam, was ich wollte. Aber man muss daraus nicht schliessen, dass das Gegenteil auch "funktioniert", ausserdem bin ich bloss eine Einzelperson und alle Menschen sind unterschiedlich.

cn P

06.10.2008 um 23:35 Uhr

Nur mal eine Randbemerkung

27.9. Groessere Mengen Blut wurden auf einem Waldweg gefunden. Man geht von Mord aus.

28.9. Man stellt fest, dass es sich um Tierblut handelt.

29.9. Zeugen haben "Angehoerige der sogenannten Gothic-Szene" dort gesehen, die allein wegen ihres Auftretens mit Sicherheit eine schwarze Messe abgehalten haetten. Die Polizei fahndet wegen Tierquaelerei.

1.10. Ein Metzger meldet sich, ein netter Junge habe bei ihm paar Liter Blut gekauft.

2.10. Der nette Junge hat bloss eine Horror-Fotosession mit drei Freunden im Wald gemacht und hats nicht hinbekommen, alles restlos zu reinigen. Ausserdem haetten gut 10 Passanten dabei zugeguckt und es haette keinen gestoert.

Was lernen wir daraus? Liebe Splattereure und Splattereusen, immer schoen danach aufraeumen ;) Schont Nerven fremder Menschen und die Umwelt. Ich frag mich nur, wieso die Polizei fast ne Woche gebraucht hat... Das fand in ner doerflichen Gegend statt, da haette man auch gleich den Metzger fragen koennen, und man haette ein Ergebnis gehabt. Ausserdem finde ichs fragwuerdig, von schwarz gekleideten Menschen nahe des Fundorts gleich auf Satanisten zu schliessen. Da hat wohl immernoch einer nicht verstanden, dass Satanismus eine Geisteseinstellung ist und Satanisten sich nach aussen "normal" kleiden, wie jeder andere auch.

cn P

06.10.2008 um 22:20 Uhr

Gesellschaft I

Hat jeder Mensch einen Ort, an dem er sich wohlfuehlt? Haben Laender allgemeine Mentalitaeten und zu manchen fuehlt man sich eher hingezogen, als zu anderen? Finde ich dieses Land bzw die meisten (natuerlich gibts auch Ausnahmen!) Menschen, die dieses Land bewohnen, nur so scheusslich, weil ich mehrere Jahre meiner Kindheit in einer vollkommen anderen Kultur verbracht habe und auch hier von meiner "Mutter" "undeutschkulturell" erzogen wurde? Meinen "Vater" habe ich, so lange er gearbeitet hat, immer nur ab 18 Uhr abends fruehstens gesehen (was nicht viel war, weil ich als Kind um 19 oder allerspaetestens 20 Uhr wieder im Bett war, bzw in den ersten Jahren noch frueher, da hab ich ihn ausser am Wochenende gar nicht sehen koennen) und am Wochenende auch mal ganztaegig. Nicht, dass das was Ungewoehnliches waer, gerade zur damaligen Zeit. Aber was meine Erziehung betrifft, hatte bis zum Alter von 6 Jahren eigentlich meine "Mutter" den alleinigen Einfluss. Wuerde ich mich in einem anderen Land besser fuehlen? Ich glaube nicht, dass ich ein schrecklicher Mensch bin. In Finnland moegen mich viele Leute. Bekannte in Japan, mit denen ich schon etlichen ausdiskutiert habe, habe ich auch. Die beiden Laender mag ich, nicht nur kulturell. Finnland ist dabei ein richtiger Traum... Was ich lese und auch, was ich direkt von Finnen erfahre, klingt perfekt auf mich zugeschnitten. Unglaublich passend. Also zumindest "probehalber", als Urlaub, sollte ich dort mal ein bisschen Zeit verbringen, dann werde ich sehen, ob es wirklich so ist, wie es scheint. Es gibt viele negative Dinge, die ueber Finnen berichtet werden. Dass sie so wortkarg seien, "schwermuetig", schwarzhumorig, manchmal auch zynisch. Das sind fuer mich alles keine Maengel, im Gegenteil, ich glaube, da wuerde ich mich wohl fuehlen. Denn seichter Humor, maskenhafte Dauerfroehlichkeit und staendiger Smalltalkzwang gehen mir unglaublich auf die Nerven... Mal abgesehen davon ist der "Mainstream"-Geschmack in Finnland auch naeher an meinem, zum Beispiel, was Musik betrifft. In den aktuellen finnischen Charts sind auf den ersten vier Plaetzen 3 finnischer Metal (der in allen Faellen zumindest ueberdurchschnittlich gut klingt, in zweien wuerde ich sogar sagen, richtig super nach meinem Geschmack). 2 dieser Lieder sind finnischsprachig, die anderen zwei englisch. Abschliessend sollte ich vielleicht noch sagen, dass es natuerlich auch unter Finnen Attribute gibt, die ich an Menschen nicht mag, und ich kenne auch direkt Finnen, die mir unsympathisch sind. Aber gibts "mentalitaetsbedingt" vielleicht doch mehr Finnen, die ich sympathisch finde, als beispielsweise Deutsche?

Was mir unsympathisch ist, duerften die meisten meiner regelmaessigen Leser wissen. Vor einigen Jahren fand ich einige dieser Dinge sogar so grausig, dass ich an einem "gesunden Menschenverstand" gezweifelt habe und daran schon depressiv wurde. Heute hat sich am ersten Teil auch nichts geaendert: Manchmal denke ich, je mehr ich ueberhaupt ueber "die Menschen" (damit meine ich jetzt die Masse, die so genannte "Norm") erfahre, desto schrecklicher finde ich sie. Aber ich gewoehne mich langsam daran, einfach damit leben zu muessen, weil es auch Dinge auf der Welt gibt, die mir Freude machen, die ich nicht missen moechte. Daher gebe ich mein Leben nicht auf, und wenn mich manches sehr nervt. Ich sollte einfach versuchen, das, was mich belaestigt, moeglichst zu umgehen. Aber blind sein will ich trotzdem nicht, schliesslich sind die Probleme da, ob ich hinsehe, oder nicht.

Eine Sache, die mir immer sehr unsympathisch erscheint, ist Oberflaechlichkeit - die sich vor Allem darin aeussert, Menschen, die nicht der Norm entsprechen, zu diskriminieren bzw fremden Menschen, die man nicht kennt, aufgrund ihres Aeusseren, ihrer Nationalitaet oder Religion Dinge vorzuwerfen, die gar nicht unbedingt stimmen muessen, a la "Du bist Asiat, also frisst du Hunde!" oder "Du kommst aus Ostdeutschland, also bist du arbeitslos und asozial (im Gegensatz zu mir tollem westdeutschen, gebildeten Luxus-Wohlstandkind)!". Sowas ist besonders schlimm, wenn bloss gaengige, durch Medien auch noch weiter verbreiteten, Klischees nachgeplappert werden, die scheinbar, ohne sich nur einen einzigen Gedanken darueber gemacht zu haben, blind uebernommen wurden. Ausserdem immer aergerlich finde ich Menschen, die schwafeln, obwohl sie keine Ahnung haben, bzw glauben, grosskotzig Halbwahrheiten verbreiten zu koennen, nur, weil sie "studiert" seien oder von einer "Eliteschule" kaemen. Menschen, die sich einbilden, etwas zu sein bzw etwas Tolles zu koennen, nicht, weil sie etwas dafuer getan haben, sondern, weil sie irgendeiner Gruppe angehoeren... womoeglich noch, indem sie sich "reingekauft" haben. Dem aehnlich auch sind die "Ich trage [wie hunderte von Jugendlichen, Anm. d. Verf.] ein Nietenarmband, deswegen bin ich voll individuell!"-Kinder und -Jugendlichen. Wobei solches Verhalten in anderen Dingen leider genauso bei juristisch und gesellschaftlich "Erwachsenen" vorkommt. Statt auf ihr Wesen, ihren Charakter zu bauen, statt bei anderen Menschen auf den Charakter zu sehen, gehts nur darum, was man nach Aussen darstellt. Das beschreibt fuer mich Oberflaechlichkeit am besten. Ich finde das widerlich.

Ein anderer Punkt ist der grausige Konsum-Wahn... "Ich kaufe [XY], also bin ich!"... Menschen, die sich ueber die Marken, die sie konsumieren, definieren, profilieren wollen. Das ist die Tussi mit dem Gucci-Taeschchen genauso, wie der Teenie-Gruftie, der keine "normale" dunkle Kleidung tragen will, sondern nur Sachen von Xtrax. Es ist haargenau dasselbe in schwarz. Kein Deut schlechter, aber auch keiner besser. Wenn einer bestimmte Sachen mag, weil er sie mag, ist das okay. Wenn es nur darum geht, etwas darstellen zu wollen, mit der Marke prahlen zu wollen, sehe ich das wieder anders. Ich finde es generell kritisch, wenn Menschen sich nur ueber einen Aspekt ihres Lebens komplett definieren wollen. Sind "normale Menschen" wirklich so interessenlos? Das glaube ich nicht! Wenn jemand sein ganzes Leben darauf aufbaut, "Borderliner" oder "Linux-User" oder "Adidas-Traeger" oder "Professor" zu sein (was an sich sehr unterschiedlich wirkt, in diesem Kontext aber interessanterweise austauschbar ist!), dann kann das doch niemals seine volle Persoenlichkeit beschreiben! Hoffe ich jedenfalls... Und bevor hier jemand schreibt, Borderline beeinflusse das ganze Leben... Klar tuts das, aber ist man daher nur noch "Borderliner"? Ich habe auch Depressionen, die auch das ganze Leben beeinflussen, und trotzdem wuerde ich mich nicht als "Depressive" charakterisieren wollen, weil mein Leben noch viel mehr beinhaltet. Viele wissen, dass ich Kunst ueber alles liebe und dass ich mich manchmal auch als "Kuenstlerin" bezeichne. Aber das nur, wenn ein "Beruf" o.ae. angegeben werden soll - Mein ganzes Ich wuerde ich damit nicht beschreiben wollen, denn da ist mehr! Selbst "depressive, duestere Musik hoerende, Friedhoefe moegende Kuenstlerin" wuerde nicht alles aussagen. Ausserdem waere diese Eigenbezeichnungen verglichen mit den ganzen "Goths", "Aspies" und "Prof. Dr.s" da draussen viel zu lang ;) Ein letzter Gedanke noch... Wie schaffen Unternehmen eigentlich so starke Produktbindungen, dass sie "Fans" haben (wie kann man bloss richtig "Fan" von einem Produkt sein? Mir persoenlich nicht verstaendlich, aber jeder Mensch ist anders), die sie verteidigen und schon aggressiv gegen angebliche "Feinde" ihres angehimmelten Unternehmens werden? Gibts ja in einigen Bereichen, im Softwarebereich wie auch bei Handies, etc... Scheint ja gerade bei Elektronik gelaeufig zu sein. Ich stelle mir gerade vor, wie sich zwei Kinder kloppen, weil eins es gewagt hat, zu sagen, Pelikan-Fuellfederhalter seien viel besser als die von Herlitz *lol* Das kriegen nichtmal Kinder hin... ;) Da werden Produktbindungen scheinbar noch nicht irrational stark, oder irre ich mich? (Anm.: Etwas Humor muss manchmal sein, das Leben ist so schon zu ernst!)...

Abschliessend sollte ich vielleicht noch einmal anmerken, dass dieser Beitrag allein meine subjektive Meinung darstellt, die ich zwar anhand von Erfahrungen, gezieltem Nachdenken und dem Abwaegen diverser Informationen erreicht habe, die aber nicht unbedingt jeder nachvollziehen koennen muss, weil nicht jeder gleich ueber Dinge denkt und auch jeder andere Erfahrungen in seinem Leben macht. Ich moechte sie einfach aeussern und auch niemandem damit widerprechen; Ihr koennt gern was Anderes denken, mir ist es voellig egal, aber lasst mich bitte auch einfach meine eigene Meinung haben, selbst, wenn sie euch persoenlich nicht gefaellt. Das muss man mittlerweile ja immer dazuschreiben, dabei dachte ich, soetwas sei selbstverstaendlich. Danke.

cn P

22.09.2008 um 17:44 Uhr

Paris - subjektiv zusammengefasst

Die Stadt:
Manchenorts gibt es schoene Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen, um es den Touristen genehm zu machen, wird dort auch haeufiger schoen durchgeputzt und Polizei patroulliert dauerhaft um den Ort herum, aber ansonsten ist die Stadt eher haesslich. Staubig, dreckig (noch nie hab ichs erlebt, dass ich am Ende eines normalen Stadtspaziergangs schwarze Dreckflecken im Gesicht und an den Haenden hatte), und es stinkt an allen Ecken und enden nach Urin *kotz* Da ist sogar Berln-Kreuzberg a.k.a. "Problembezirk" a.k.a. "Ghetto" oefters huebscher... Romantik? Wo? Von Montmartre konnte man morgens die Smogwolke ueber der Stadt sehen ;/ Gruenflaechen sind, verglichen mit B., rar. Da heben sich einige Friedhoefe positiv hervor. Das Wetter war die gesamte Woche, die wir dort waren, schon "zu gut"... Nie eine Wolke am grell blauen Himmel, was leider das Fotografieren etwas erschwerte. Hoechsttemperaturen von ca 20 Grad. Morgens dafuer sehr kalt, grosse Temperaturveraenderungen ueber den Tagesverlauf hinweg. Dominiert werden die meisten Bezirke uebrigens, wenn nicht durch Plattenbauten, durch Altbauten, wo der Putz nur so broeckelt. Zigarettenstummel und Papierabfaelle findet man hingegen selten, Graffiti auch, Scratchings habe ich gar keine gesehen.

Die Menschen:
Wenig Raucher. Kein Mensch hat in Verkehrsmitteln oder auf der Strasse Alkohol getrunken! Jugendliche Grueppchen mit Flaschen in der Hand sah man herumlaufen, bloss eben mit alkoholfreien Getraenken. Viele aeltere Menschen wirken sehr zuvorkommend und hoeflich (dominierend sind in Paris scheinbar kleine Hunderassen, besonders Pudel und Spitze). Andere wiederum wirken vollkommen gleichgueltig und kalt. In den Bahnen dasselbe Im-Weg-Gestehe und Gerempel, wie in B., abgesehen davon, dass die Bahnen zu allen Tageszeiten grausig ueberfuellt sind. Die Tueren der Metro schliessen sich nach einer bestimmten Zeit automatisch und werden auch nicht mehr geoeffnet, wenn jemand drin steckt. So kann es vorkommen, dass niemand in eine Bahn einsteigen kann, weil die Tueren sich schon schliessen, bevor ueberhaupt alle ausgestiegen sind. An eine Strassenverkehrsordnung haelt sich auch kein Mensch, nicht einmal an Ampeln: Es wird immer gelaufen oder gefahren, wenn die Bahn frei ist, egal, ob Rot oder Gruen ist, ausserdem sieht man des Oefteren Muetter einen Kinderwagen ueber einen Zebrastreifen schieben, und sogar, wenn nebenbei noch Gruen fuer sie waere, stehen links und rechts die Autos und hupen und die Insassen beginnen cholerisch zu schreien. In B. habe ich in meinem gesamten Leben noch keine 5 Zusammenstoesse von Autos miteinander gesehen. Allein in der Woche, die ich in Paris war, sah ich 3. Es ist ein riesiges Chaos... Ein Molloch? Es irritiert mich, dass ueberall Betrunkene, Obdachlose und Bettler herumlaufen, herumliegen, in Muelltonnen nach Essen wuehlen, und keinen interessiert es. Einmal hat ein Betrunkener in der Bahn zwischen zwei Leuten auf einer Bank gesessen und sich einuriniert. Er stand auf, hinterliess eine stinkende Urinpfuetze. Die Leute, die links und rechts daneben sassen, sind nicht etwa aufgestanden und haben sich umgesetzt, sondern haben das gar nicht beachtet. Generell schien niemanden der Gestank an vielen Orten zu kuemmern. Parfuem wird sehr spaerlich eingesetzt - ein positiver Punkt! Direkt angepoebelt wird man selten, dafuer staendig angestarrt. "Lustigerweise" starrte man uns am jeweiligen Tagesende, wenn wir schon etwas verdreckt aussahen *huestel* weniger an, als morgens, wenn wir relativ sauber aus dem Hotel kamen. Viele Menschen in der Bahn wirkten auch ungeordnet: wirres Haar, Flecken auf der Kleidung. Keine Einzelfaelle, seltsamerweise, sondern der Standard. Habe ich da eine Mode verpasst? Leider nehmen es viele wohl auch mit der Zahnhygiene nicht zu genau... dem Geruch nach zu urteilen *schauder* Natuerlich gibt es immer Ausnahmen, zum Glueck. Araber gibt es in Paris uebrigens relativ wenige. Fuer einen Doener zahlt man uebrigens ab 4 EUR aufwaerts (EINE Kugel Eis kostet ab 3 EURO!). Dafuer gibt es sehr viele dunkelhaeutige Afrikaner (manchmal koennte man in der Bahn glauben, man sei in Afrika, weil man keinen Hellhaeutigen mehr sieht) und Asiaten, besonders Chinesen und Japaner. Unglaublich viele japanische Laeden. Leider gibt es die ueblichen Ghetthoisierungs-Probleme: Wenn es irgendwo Geschrei gibt und Sicherheitskraefte auftauchen, dann - ich muss es leider aussprechen - war meist ein Pulk Afrikaner dran beteiligt. Ein Mensch, der nicht differenziert, koennte glatt zum Rassisten werden, wenn er das sieht. Darunter leiden muessen dann leider immer die, die sich hoeflich und unaggressiv benehmen... Ist hier in B. dasselbe mit Tuerken und Arabern. Ich hatte einige so nette in der Klasse, frueher... Diese litten unter den Vorurteilen, die ihre unangenehmen Landsleute verursacht haben. In Paris wie in B. gesehen: Kokser unter Bruecken, Trickbetrueger und Abzocker in Touristengebieten. Neu war nur, dass haeufig Menschen versuchten, sich mit einem durch die Drehkreuze an der Ubahn durchzuquetschen, um schwarz zu fahren. Ausgeraubt wurden wir uebrigens nichts, es gab nur einen Konflikt mit einem Betrueger, wenn man es so nennen kann, der aber endete, indem dieser locker lies und beleidigt verschwand. Dazu spaeter mehr. Auffaellig ist in Paris generell die grosse Menge an Polizisten (zu Fuss, Auto, Fahrrad, Pferd), Einsatz von Militaer am Eiffelturm, sehr viele private Sicherheitsdienste, viele Bahnmitarbeiter auf den Bahnhoefen, um die Eingaenge zu ueberwachen, weil doch viele ohne Karte drueber klettern, sich drunter durch quetschen, usw. Wobei wir auch einmal klettern mussten - aber das taten an dem Bhf alle - weil alle 5 Drehkreuze kaputt waren O_o

Shopping, Mode, Kultur:
In den Laeden haengt Kleidung, die in Deutschland vor einem Jahr mal modern war. Es machte den Anschein, als seien die Pariser modisch sogar zurueck... nicht richtungsweisend. In den Supermaerkten gibts Artikel, die habe ich hier seit Jahren nicht mehr gesehen. Im Fernsehn lief neben mehreren Abklatschen von "Das perfekte Dinner", "Popstars" und demselben mit Tanz noch so Sachen wie "Gluecksrad" und irgendwelche Nachmittagsquizshows, die in Deutschland seit den fruehen 90ern nicht mehr laufen. Im Radio laeuft durch die Regelung, dass ein bestimmter Anteil der Lieder franzoesischsprachig sein muss, viel, was wir hier nicht kennen. Uebrigens muessen Journalisten sogar Strafe zahlen, wenn sie zu viele Anglizismen in ihren Artikeln verwenden... Sprachbewahrung hin oder her, und manchmal finde ich zu viele Anglizismen auch absolut laecherlich, aber es ist doch wohl immernoch jedem selbst ueberlassen, wie er sich ausdrueckt, oder? Fuer mich grenzt das an Zensur, wenn ich vollkommen horrende Strafzahlungen leisten muss, weil ich statt "d'accord" "okay" schreibe... *kopfklatsch* Generell scheint unter vielen eine sehr englischfeindliche Stimmung zu herrschen. Werbung fuer englische Sprachkurse, die auf den Bahnhoefen haengt, faellt oft nationalistischem Vandalismus zum Opfer. Generell erscheint mir einiges dort gewaltvoll... ER, der vor 4 Jahren schon einmal dort war, meint, damals war alles noch viel friedlicher und auch sauberer... Die Bahn fuhr uebrigens sehrwohl viel haeufiger, als in B. - alle 2 Minuten Minimum, bei der Regionalbahn alle 5 Minuten, ausser spaeter abends - aber viele Zuege fielen wegen Bauarbeiten, Notarzteinsaetzen, u.ae., aus. Taeglich gab es irgendwo auf den Strassen Demonstrationen, die aber soweit wohl relativ friedlich abliefen. Am SA gabs eine Techno-Veranstaltung a la "Love Parade", weswegen die gesamte Gegend gesperrt war und WIR nicht zur Oper kamen *wuerg* In den Medien wird uebrigens ueber genau dasselbe gejammert, wie in Deutschland... Arbeitslosigkeit, geringe Einkommen, wenige Geburten ("wir Franzosen sterben aus")... Es werden trotz Allem sehr viele deutsche Produkte im Fernsehn beworben. Und in den Supermaerkten findet man auch enorm viele deutsche Produkte, von Hertha-Wuerstchen ueber Haribo bis hin zu Milka und Kinderschokolade - davon uebrigens Sorten, die es hier in Deutschland bisher nicht gab. Die Preise sind uebrigens ueberall horrend... Flasche stilles Wasser (1,5 Liter) ab 50 Cent, Kugel Eis ab 3 Euro, bei McFett kosteten die Menues DOPPELT(!) so viel, wie hier in Deutschland (zumindest das Haehnchen-Stueckchen-Menue, fuer was Anderes von dort interessier ich mich eigentlich kaum): an die 10 Euro fuer ein regulaeres Menue (6 Haehnchenstuecke + normale Pommes + 0,2l Getraenk)... Von richtigen Restaurants will ich gar nicht anfangen...

Das Hotel:
Die Gegend war kaum schlimmer, als jede andere auch, was aber nicht heisst, dass ich sie sonderlich toll gefunden haette: umgeben von indischen Kramslaeden, gegenueber einer Tankstelle, an einer stark befahrenen, lauten, Strasse. Jedenfalls befanden sich viele Hotels, von billig bis ueberteuert, direkt nebeneinander (auch namhafte, wie Ibis, Accor, Holiday Inn, usw). Unser Hotel kostete 20 EUR pro Person und Nacht, also so viel, wie ein Bett in einem 4er-Zimmer in irgendeiner Jugendherberge in Paris... Ein kleines Familienunternehmen, und es war ja schon klar, dass die Ausstattung nicht die beste sein wuerde. Wir wollten ja sowieso nur da schlafen, und die restliche Zeit unterwegs sein. Was also sollte angeblich geboten sein? Ein Zimmer mit Doppelbett, Waschbecken, TV, kostenlosem Internetzugang. Dusche und Klo seien auf der Etage, was aber nicht schlimm sei, da sich auf jeder Etage nur 3 Zimmer befanden. Und zu einem Preis, wo man sich in einer Jugendherberge mit einem ganzen Pulk Menschen um die Klos haette streiten muessen... Die erste ueble Ueberraschung war dann aber schon, dass das Gebaeude ziemlich ruiniert aussah, aber das taten da ja alle *re* Das gesamte Erdgeschoss war leer geraeumt, wurde angeblich renoviert (allerdings hab ich nie Baulaerm gehoert?!), das huebsche Restaurant und die angenehme Lobby von den Fotos auf der offiziellen Website waren nicht mehr vorhanden, stattdessen stand ein einfacher Holztisch mit Stuhl im Eingangsbereich und daran sassen Frau und Herr Eigentuemer :/ Angeblich arbeite man aber nur am Erdgeschoss und die restlichen Etagen des Altbaus seien im urspruenglichen Zustand... Dann gings damit weiter, dass es doch keine "Etagenduschen" gab, sondern bloss zwei einzelne Duschkabinen im 1. Stock. Wir waren im 2. Und es war im Treppenhaus immer so arschkalt, dass man die vergessen konnte... Irgendwie hatte ich mit soetwas Aehnlichem schon gerechnet, und so blieb fuer eine Woche nur noch Waschlappen und Waschbecken... Das 1., was ich gemacht habe, als ich heute wieder zuhause war, war zu baden und die vollkommen zugestaubten Haare zu waschen! Immerhin: Das Klo aufm Flur war genau unserem Zimmer gegenueber vorhanden und funktionierte (allerdings war es nur eins pro Etage, keine ToiletteN). Den 1. Tag waren wir allein aufm Stockwerk, hatten also auch das Klo fuer uns allein, war durchaus angenehm war. Internetverbindung funktionierte hingegen kaum, brach andauernd ab. Der Fernseher empfing nur 5 franzoesische Sender, darunter ein reiner Wirtschaftskanal und arte... Was ich da wieder gesehen hab, wenn der TV spaeter abends mal eingeschaltet wurde *re* Handtuecher u.ae. wirkten sauber, die Waende und Decke leider weniger. Nun weiss ich auch, dass ein Familienunternehmen sich nicht unbedingt leisten kann, jedes Mal neu zu tapezieren, wenn irgendein Gast die Wand einsaut, aber huebscher ausgesehen haette es ohne Flecken... Wenigstens war kein Schimmel zu sehen. Ach uebrigens, falls jemand plant, nach Paris zu fahren, kann er mich gern nach dem Hotelnamen fragen, damit ers nicht versehentlich bucht! Ich frage mich immernoch, wie es online auf diversen Bewertungsplattformen so gute Rezensionen bekommen konnte... So toll war es leider wirklich nicht. Aber schlimm machten es erst die Gaeste. Schon an Tag 2 zog neben uns einer ein, der tag und nacht laut den Fernseher laufen lies, staendig am Telefon herumschrie, und jedes Mal wie bloede die Tuer zuknallte. Letzteres scheinen aber viele Franzosen zu tun O_o Schon am Abend von Tag 2 wars dann geschehen: Er hats geschafft, das Klo kaputt zu bekommen. Der Spuelknopf war so tief eingedrueckt, dass er nicht mehr herausspringen konnte, also funktionierte die Spuelung nicht mehr. Immerhin kuemmerten sich die Eigentuemer sofort, wenn man sie darueber informierte... Nachdem die Spuelung am naechsten Tag aber wieder kaputt war, hab ichs gelassen... Leider hat Dummnachbar dann aber auch das Klo eine Etage tiefer benutzt und dann dort ebenfalls die Spuelung kaputt bekommen (wie macht man das bitteschoen?! Mir ist das nie auch nur im Ansatz passiert!). Eine Weile spaeter hat er auch noch zwei Klotueren mit seinem Geknalle ruiniert, die liessen sich dann nicht mehr richtig schliessen. Aber wozu hat das Gebaeude denn 5 Etagen? *zyn* Uebrigens war die Bettwaesche extrem duenn und man hat regelmaessig gefroren. Kein Wunder, hat Herr Nachbar ja auch immer im Flur alle Fenster aufgerissen. An Tag 3 oder 4 wurde ich dann von Geschrei im Treppenhaus wach. Drei Rettungskraefte versuchten, einen Bewusstlosen, der stark nach Schnaps stank, das enge, dunkle Treppenhaus hinunter zu tragen. Ob der hier uebernachtet hatte oder ein Penner war, der sich irgendwann eingeschlichen hat, weiss ich nicht. Eigentlich war er fuer einen Obdachlosen zu "gut" gekleidet, aber wer weiss das schon. Ich denke, man kann sich vorstellen, wie froh ich dann ueber jeden Tag war, der um war...

Was lernen wir daraus? Nur noch namhafte Hotelketten besuchen, und nicht mehr nach Paris fahren *huestel* Wobei ich mir da nicht so sicher bin... Denn es gibt schon schoene Orte zu sehen. Aber ob man sich dafuer den Stress mit den dreckigen Strassen, dem Gestank und den zwielichtigen Menschen machen sollte? ER meint, die Stadt habe vor 4 Jahren noch ganz anders ausgesehen. Als ich wieder in B. war, war deutlich zu merken, was anders war... Hier gibts mehr Dreck, daemliche stammelnde Asis und offenes Gepoebel, ausserdem viel Geschmiere, Gesaufe, ueberall Zigarettenstummel... Keine kostenlosen oeffentlichen Toiletten wie in Paris an jeder Ecke. Dafuer ist das Essen viel billiger. Die Fahrkarten kosten aber viel mehr. Postkarten kosten hier in B. ca 40 Cent pro Stueck, in Paris nur 10 Cent. Taschendiebe wirds hier auch einige geben, aber man muss nicht staendig 100%ig konzentriert darauf, nicht bestohlen zu werden, sein. Man ist nicht so angespannt. (und der letzte Gedanke ist mir gerade wieder entschwunden *huestel*) Ich denke doch, Paris und B. sind aehnlich schoen/schlimm. Auf ihre Weise, unterschiedlich, aber nichts ist wirklich besser oder schlechter. Aber ob man dazu in den Urlaub fahren muss? Ich hab meine Gewohnheiten uebrigens so ruiniert - aeh - umgestellt, dass ich mich nur von stillem Wasser und sonst kaum etwas "ernaehrt" habe. Habe 6 Tage lang mehr oder weniger nichts gegessen. Vielleicht einen Butterkeks pro Tag oder so. Abgenommen habe ich nicht. Aber ich hasse oeffentliche Klos *huestel* Und eigentlich war das nach annfaenglicher Gewoehnung gar nicht uebel. Man hat kein Magenknurren, keine Schmerzen, keinen Hunger... Man ist... zwanglos. Okay, wenn man tot ist, ist man das auch, woraus man schliessen kann, dass es nicht unbedingt wuenschenswert sein muss ;) Aber an Erfahrungen waechst man, so lange man sie ueberlebt.

Details zu den einzelnen 6 Tagen - und falls ich irgendetwas vergessen haben sollte, noch einige weitere Anmerkungen - spaeter.

cn P

07.09.2008 um 22:39 Uhr

Gesellschaftliche Normierung

Der Durchschnittsmensch hat zwischen 11 und 16 Personen, mit denen er in engem Kontakt steht.

Studenten haben hingegen
- 6 Personen, die ihnen besonders wichtig sind
- 27 Kommilitonen, zu denen sie regelmaessig Kontakt haben
- 6 Personen, als die "enger Freundeskreis" gelten
- 19 Personen, mit denen man sich pro Woche privat trifft
- 6 Personen, mit denen man sich intensiv unterhaelt 

Laut einem anderen Wissenschaftler kann das Hirn nicht mehr als 150 nahe Beziehungen speichern. Aufgrund vieler  User mit 500-1000 Usern auf ihrer Freundesliste koenne man aber davon ausgehen, dass dies nicht stimme (Haeh? 500 Leute bekommt man doch nur auf die Liste, wenn man wahllos jeden aufnimmt, und das sind dann keine engen Bekannten mehr - nur meine Meinung). Des Weiteren habe der Mensc h
- sein Leben lang 5-10 Freunde, wobei ungebildetere Menschen weniger haetten (auch so ein Vorurteil...)
- alte Menschen haetten "nur" noch 9 im Durchschnitt

Und wieder irgendein Professor behauptet, es seien im Durchschnitt:
- 3 bis 5 besonders enge Freunde
- 12 bis 20 Menschen "mit spezieller Bindung", also gute Freunde
- 30 bis 50 Menschen restlicher Bekanntenkreis

alles andere sei krankhaft und man muesse darunter leiden.

~*~ 

Also, wer ruft als erstes die Anstalt, damit sie mich abholt - wegen enormer Unterschreitung "gesunder" Werte und ohne Einsamkeitsgefuehl (da muss ich doch wohl krank sein, wenn ich mit wenig Kontakten zufrieden bin *zyn*)...

Schrecklich, wie mittlerweile alles genormt werden soll. Fuer individuelle Empfindungen ist kein Platz mehr.

cn P 

06.09.2008 um 23:52 Uhr

Gruesse

Ich moechte allen Menschen, die mir auf meinem Lebensweg begegnet sind und auf positive Weise durch ihre Besonderheit in Erinnerung geblieben sind, danken, dafuer, dass sie da waren... Auch die, zu denen heute leider kein Kontakt mehr besteht; aus verschiedenen Gruenden haben sich unsere Wege getrennt, manchmal im Streit, manchmal... aus Gruenden, die keiner von uns beeinflussen konnte. Ich moechte keine komplette Liste hier aufstellen, Namen sind sowieso nur Schall und Rauch, aber chronologisch vielleicht doch noch einige "Eckpunkte" fuer mich selbst, zum Gedenken...

Jennifer, die Tochter des damaligen Lebensgefaehrtens meiner "Mutter", die ich als meine Schwester betrachtete. Philipp, der sich im zarten Alter von 8 Jahren in mich verliebte, weshalb ich von seiner Mutter eins auf den Deckel bekam (jaja, das boese boese Maedchen muss natuerlich ihrem armen Sohn den Kopf verdrehen - wobei ich zumindest wissentlich eigentlich gar nichts ihrem Sohn gegenueber getan habe) *huestel* Tanja, Mike, Laura... Kinder von Freunden meiner "Mutter", die mir aber die Pflichtwochenden, die ich bei dieser verbringen musste, versuesst haben (es gab Zeiten, da kam ich mit meiner "Mutter" kaum zurecht, und war froh, wenn sie mich nicht durch die Gegend schleppte, sondern bei gleichaltrigen Kindern "parkte" - mit allen kam ich auch nicht zurecht, aber die drei genannten waren sehr in Ordnung)...

Ferdinand, mit dem ich viel Zeit in den ersten paar Jahren auf dem Gymnasium verbrachte. Spaeter wurde er drogensuechtig und unser Kontakt war pfutsch. Einige nette Leute, die mir aus der Schulzeit in Erinnerung geblieben sind, tragen zudem die Namen Julia, Jeannine, Marcel und Anna (Anna kennt hier sicher noch der eine oder andere ;) ). Praegend fuer meine ersten Grufti-Jahre waren vor Allem meine liebe Franziska N., die spaeter nach einem schlimmen Erlebnis an Mutismus erkrankte und in der Anstalt landete, wodurch unser Kontakt unterbrochen war... Es bricht mir heute noch das Herz, nicht zu wissen, wie es ihr geht und ob sie ueberhaupt noch lebt. Anya. Und an meine Ex-Freundin will ich eigentlich nicht denken, aber trotzdem bin ich durch sie einige Erfahrungen reicher :P Julia F., genannt hibiscusbloom... Auch, wenn wir damals nicht unbedingt nett auseinander gingen, irgendwie waere es schon interessant, zu wissen, wie es ihr heute geht. Auch, wenn ich befuerchte, dass wir mittlerweile komplett gegensaetzlich sind und miteinander nicht mehr wirklich etwas anfangen koennten.

Dann waeren da noch einige Menschen, die mich immer wieder unterstuetzen, die manchmal laenger nicht von sich hoeren lassen - was ich niemandem uebel nehmen kann, ich bin manchmal auch wochenlang wortkarg - aber dennoch im Hintergrund irgendwie immer fuer mich da waeren... "Mutti" Jana, von der ich seit Jahren nicht nur sehr unterstuetzende Emails bekomme, sondern auch jedes Jahr zu Weihnachten ein Paket :) Und Richard, zu dem ich nun eine wirklich aussergewoehnliche Bindung besitze. Und natuerlich moechte ich auch einigen Bloggern Gruesse aussprechen, mit denen sich ueber die Monate und Jahre immer wieder interessante Gedankenaustausche ergaben... soJA, sternenschein, leo, lady bright, allen voran... Unterhaltsam isses auch immer mit Mele und Nazuna, Key sollte ich der Hoeflichkeit halber wohl auch erwaehnen ;) Und natuerlich noch einige andere Leute, die ich nicht alle namentlich nennen kann, denn dazu bin ich zu vergesslich... Wenn also jemand nicht in dieser Liste auftaucht, bitte nicht uebel nehmen!

Und vielleicht sollte ich meinen "Eltern" auch danken. War ihre Art mir gegenueber nicht immer die netteste, waere ich ohne sie immerhin nicht auf der Welt. Ist ja auch schonmal was ;) Nur meiner Schwiegersippe moechte ich definitiv nicht danken, die haben mich nicht auf die Welt gebracht, also nicht einmal eine einzige gute Tat vollbracht ;) Ueber IHN muss ich, glaube ich, gar nichts schreiben... Das ist alles selbstverstaendlich.

Manchmal denke ich mir aber, dass es schade ist, dass ich, seitdem ich die Schule verlassen habe, so wirklich niemanden mehr kennen gelernt habe, weil an der Uni sich wirklich alle hinter ihrer dicken Mauer verstecken und keine Kontaktaufnahme moeglich ist. Zudem habe ich viele der alten Kontakte durch die gewonnene Distanz verloren. Kenne aktuell im "wirklichen Leben" kaum jemanden mehr, bzw die einzigen Personen, die ich regelmaessig sehe, sind... aehm... waren: mein "Vater" und ER. Mittlerweile nur noch ER, wo ich meinen "Vater" nur alle zwei Wochen mal sehe und meine "Mutter" ja nun ausgewandert ist. So kanns gehen. Aber ich habe ja immernoch meine Kunst und kann mich beschaeftigen, langweilig wird mir nicht :P

cn P

31.08.2008 um 16:56 Uhr

Jesus kam mit seinem Raumschiff von Alpha Centauri. Oder: Ein Hoch auf die Esoterik!

Ich weiss, ich werde damit vielleicht einigen Menschen vor den Kopf stossen, aber ich finde es eben uebel, wenn Leuten mit Muell Geld aus der Tasche gezogen wird. Allein aufgrund dieser Formulierung duerfte klar sein: Ich glaube nicht dran. Worum geht es ueberhaupt? Esoterik-Artikel. Denn manchmal ist es unglaublich belustigend, zu sehen, was fuer einen Sche*ss einige Personen anderen Personen andrehen wollen, und zu welchem Preis. Natuerlich ist es gleichzeitig traurig, dass es Menschen gibt, die soetwas glauben... Aber manchmal faellt das wohl schon unter "selbst Schuld".

Wie waere es zum Beispiel mit einem Aura-Spray (irgendeine Tinktur in der Spruehflasche) fuer Mensch, Tier und Pflanze? "zentriert die irdische und göttliche Energie in der Herzensmitte", "enthält alle Farben der Aura in sich" und schuetzt die Aura, indem es sie "kompakter und dichter" macht. Natuerlich wird das Spray immer in unterschiedlicher Zusammensetzung hergestellt, "auf Grund der stetig veränderten Energiesituation" auf der Erde. Angewendet wird es folgendermassen: "3 - 4 mal über den Kopf in den feinstofflichen Bereich sprühen" ;D

Auch sehr nett ist folgende Liste aus W. Boericke: Handbuch der homöopathischen Materia medica. Stuttgart 2004. (ich hab sie aus dem Internet), die "Wirkstoffe", die in homoeopathischen "Medikamenten" vorkommen, auflistet. Ich habe im Allgemeinen nichts gegen Pflanzenmedizin, da Pflanzen natuerlich bestimmte Stoffe beinhalten, die bestimmte Wirkungen haben. Schon seit Jahrhunderten hat jedes Volk seine Mittelchen. Aber willkuerlich Zeug zusammenzumischen und dem dann irgendeine Wirkung anzudichten, ist gefaehrlich. Hier also einige der bizarrsten "Wirkstoffe", normalerweise schoen auf Latein angegeben, damit keiner weiss, was es eigentlich ekliges ist:
Doryphora decemlineata = Kartoffelkaefer
Carcinosinum Burnett = Brustkrebs-Zellen
Psorinum = Eiter aus Kraetze-Blaeschen
Blatta orientalis = Kakerlake
Fel tauri = Rindergalle
Excrementum caninum = Hundekot

Wenn man danach googled, gibts das wohl wirklich massenhaft zur oralen Einnahme zu kaufen *kotz* Auch gibt es an die hundert dieser seltsamen Stoffe, nicht nur die 6, die ich hier angegeben habe.
Passend zum Eiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Nosode

Aber besonders lustig ist auch noch eine Dame, die sich Omnec Onec nennt und die ihre angebliche Lebensgeschichte in Form von - natuerlich Tatsachen entsprechenden ;) - Buechern vermarktet: Die Frau meint, sie kaeme aus einer Parallelebene der Venus *lol* Im Alter von etwas ueber 200 Jahren habe sie sich in ein menschliches Kind transformiert und sei mit ihrem blonden, langhaarigen Onkel Odin auf die Erde gekommen, um hier ihre Weisheiten zu lehren. Geboren sei sie auf der Venus in "Teutonia", einer Stadt, die von einem deutschen Wissenschaftler, der Anfang der 1920er mit einem Raumschiff zur Venus geflogen sei, gegruendet wurde *kopf gegen wand* Ach ja, ausserdem sei Jesus mit einem Raumschiff von Alpha Centauri zur Erde gekommen.
Sieht man sich an, dass ihr Buch bei Ebay nur positive Rezensionen bekommen hat (und liest man sich die mal durch), fragt man sich ernsthaft, was bei einigen Leuten in der Bildung schief gelaufen ist O_o
http://www.amazon.de/Ich-kam-Venus-Omnec-Onec/dp/3930243008

cn P

26.08.2008 um 20:13 Uhr

Paris...

Wir haben die Kreditkartendaten SEINER "Mutter" erhalten und soeben an das Hotel uebermittelt; bekommen dann hoffentlich moeglichst bald die Buchungsbestaetigung :) Wir sind vom 16.9. bis zum 21.9. in einem kleinen 1-Sterne-Hotel, wo die Nacht bloss 20 Euro pro Person kostet (in anderen Hotels mit aehnlicher Lage faengts beim doppelten Preis an)... Der Bewertung gemaess ist die Ausstattung spaerlich (Bett, Tisch, Stuhl, Schrank, Klo, Waschbecken, Dusche, TV und sogar kostenloser Internetzugang - koennte fuer mich sogar noch weniger sein), aber sauber soll es, mehr als 100 Rezensionen gemaess, sein. Und die Leute nett. Ausserdem verstehen sie auch Englisch, fuer den Notfall, dass mein Franzoesisch doch versagt. Das Hotel liegt ausserhalb Paris in einer Kleinstadt, hat aber in ca 500m einen Ubahnanschluss. Mit der Bahn sind es 20 Minuten bis zur Innenstadt. Ein Supermarkt befindet sich zwei Haeuserblocks weiter. Einen Haken gibts dann aber doch noch: Es ist ein Altbau mit 5 Stockwerken und es gibt keinen Fahrstuhl ;/ Aber die Angestellten helfen einem scheinbar ohne zu murren beim Hochtragen der Koffer... Klingt also doch ganz gut. So ist es eben, wenn man wenig Geld zum Reisen hat, dafuer find ich das Angebot in Ordnung. Uebrigens liegt direkt nebenan der weltweit groesste und aelteste Tierfriedhof. Dorthin wollten wir sowieso, eigentlich nur einen Vierteltag, aber gut, so wohnen wir jetzt eine Woche nebenan (Vielleicht kann man sogar vom Fenster aus drauf blicken?) ;)

Heute wurden schon zahlreiche Plaene gedruckt, Sehenswuerdigkeiten nachgeschlagen, Routen durchdacht, wie wir am besten der Reihe nach diverse Orte besuchen koennen, ohne zu viel Zeit fuers Hinundherfahren zu verschwenden. Auch, wenn wir 6 Tage dort sein werden, ich glaube, die vergehen ziemlich schnell... Unsere Liste haben wir trotzdem verlaengert, seitdem wir wussten, dass wir doch nur ein Wochenende dort bleiben wuerden:

- Notre Dame: das Touristenziel schlechthin moechte ich auf jeden Fall sehen. Nicht, weil es ein Touristenziel ist, sondern, weil ich diese Architektur liebe. Der Eintritt in den Hauptteil ist, wie ich es fair finde, im Gegensatz zu den in Kirchen in B., frei. Fuer die Gruft zahlt man 1,60. Fuer den Aufgang zu den Tuermen 6 Euro. Wenn die Schlange nicht zu lang ist, duerfte ich gewillt sein, diese Euros auszugeben. Allein schon, weil man von oben einen Ausblick ueber die gesamte Stadt hat.
- Opera Garnier: Das Opernhaus, wo angeblich ein "Phantom" spukte ;) Auch hier interessiert mich die Architektur... wenn sie auch die Schmerzgrenze zum Kitsch etwas ueberschreitet.
- Sacre Coeur: Wie in allen Kirchen Paris' (oder zumindest denen, die ich bisher nachgeschlagen habe), ist der Eintritt in den Hauptteil frei. Es gibt wieder eine Aussichtsplattform und eine Gruft, die einzeln einige Euros kosten, da bin ich mir noch nicht schluessig, ob wir das nutzen.
- La Madeleine: Eine Kirche im Stil eines antik-griechischen Tempels. Einmal von aussen fotografieren.
- Parc de la Villette: normalerweise bin ich eher kein Freund moderner Kunst, aber das ist so bizarr, dass ichs schon gern mal sehen woellte.
- La Grande Arche: siehe Parc de la Villette ;)
- Triumphbogen, Champs Élysées: nicht zu wichtig, kann man aber mal langspazieren.
- Eiffelturm: evtl hinfahren, ansonsten nur Fotos von Weitem, zB von Montmartre aus.
- Cimetiere de Pere Lachaise: Seit Jahren traeume ich davon, dorthin zu fahren... Ja, das ist ein Friedhof. Ausgerechnet ein Friedhof ;) Ich weiss, viele Touristen finden es makaber, "soetwas" zu besichtigen (zumindest wurde auf allen Touri-Bewerungsseiten bisher von jedem einzelnen Besucher als Negativpunkt eingetragen, dass das makaber sei und dass man ja die ganze Zeit mit dem Tod konfrontiert waere O_o), aber ich finde es toll und will unbedingt dorthin. So viele Statuen, so viel zu fotografieren... Uebrigens sind Pariser Friedhoefe wohl insgesamt sehr anders aufgebaut, als deutsche Friedhoefe. Hier kennen wir ja Urnenwiesen, Blumenbeete, hauptsaechlich Pflanzen... Stattdessen sinds in Paris zu grossen Teilen Steinlawinen: eine Bodenplatte schliesst nahtlos an die andere an, eine Gruft an die naechste. Hier beispielsweise ein Foto, nicht von Pere Lachaise, aber von C. du Montparnasse, wo wir evtl auch hingehen, wenn Zeit uebrig ist (duerfte aber eher ein kuerzerer Besuch werden, dann Statuen gibt es dort etwas weniger): http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Cimeti%C3%A8re_du_Montparnasse_(zoom).jpg .
- C. des chiens: Der Tierfriedhof bei uns um die Ecke ;) Seit 1899 liessen Prominente dort ihre lieben Vierbeiner begraben: von Hunden ueber Katzen und Pferde bis hin zu Affen und Fischen. Zahlreiche kunstvoll Tierstatuen zieren die Graeber. Ein definitiv seltener Anblick. Uebrigens dachte sich das auch der Betreiber, und profitierte daraus: Der Friedhof gilt als Museum und kostet Eintritt. Aber einmal leisten kann mans sich wohl.
- Katakomben: Es gibt Leute, die finden einen normalen Friedhof makaber? Die Katakomben empfinde sogar ich als makaber, und das sagt etwas aus ;) Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir hinein gehen. Schliesslich finden die Toten, die dort liegen, es vielleicht eher weniger lustig, dass taeglich hunderte von Touristen zwischen ihren Schaedeln herumspazieren. Andererseits hatten die sicher auch keine Lust darauf, an Seuchen zu sterben... Kulturell betrachtet finde ich die Katakomben schon interessant, man merkt auch, dass sie zur Betrachtung gebaut wurden, lange, bevor es Touristenbesichtigungen gab... An jedem Gebeinstapel haengt ein verziertes Schild, von wo die Umgebetteten stammen und wann sie umgebettet wurden. Schilder weisen den Weg zu einzelnen Abteilungen und Bibelsprueche auf Latein und Franzoesisch haengen ueber den Durchgaengen. Es ist makaber, aber irgendwie auch interessant. Mal sehen, wie wir uns entscheiden.

Falls wir noch etwas Zeit uebrig haben sollten, gaebe es natuerlich noch viele weitere Dinge zu sehen. Man koennte zum Beispiel zum Invalidendom fahren und sich Napoleons winzigen Sarg ansehen *huestel* Oder mal schauen, wie sich franzoesische Grufties kleiden. Da hab ich auch paar Adressen von groesseren Laeden, kann man ja mal vorbeilaufen. Ansonsten wird natuerlich alles fotografiert, wo man vorbei laeuft, und was interessant erscheint. Das Moulin Rouge wird schaetzungsweise auch dabei sein, denn dort muessen wir vorbei, um von Sacre Coeur zum Friedhof Montmartre zu kommen (kaum zu glauben, dass Rotlichtviertel und Sakralanlagen so nah beieinander liegen). Ist aber sowieso eine touristenverseuchte Gegend.

Soll ich jemandem Souvenirs mitbringen? ;) Werd auf jeden Fall paar Postkarten kaufen, in dem Rahmen, der mir zur Verfuegung steht, nach Absinth werd ich auch mal schauen (die Importkosten fuer franzoesischen Absinth nach Deutschland sind horrend, da kauft man sich lieber da ein paar Flaschen und verkauft davon einen Teil hier wieder), und vielleicht finde ich auch einen Friedhofsblumenladen, von dem ich ein Keramikveilchen bekomme. Ich durfte lesen und mir von einer Bekannten aus Paris bestaetigen lassen (die Dame war mir bei den Planungen bisher uebrigens extrem hilfreich, ich haette es weitaus schwerer gehabt, ohne ihre guten Tipps und bin ihr daher unglaublich dankbar!), die sind fuer franzoesische Graeber typischer als echte Blumen... und dekorativ genug fuer meinen Schreibtisch finde ich sie auch ;)

Hoffen wir nur, alles geht gut. Richtig erleichtert bin ich wohl erst, wenn ich in Paris in einem sauberen Zimmer in guter Umgebung bin und festgestellt habe: Bisher lief alles gut... (Ist halt so eine Frage, wenn man ein Hotel bucht, wo man noch nie war... Fotos von Privatpersonen, die ich auf Blogs und Hotelbewertungsseiten gefunden habe, sahen ja gut aus, aber vor Ort wirkt dann meist alles noch einmal anders).

cn P

20.08.2008 um 17:41 Uhr

Stueckchen Ueberheblichkeit

Es entsetzt mich immer wieder, wenn ich von erwachsenen Menschen lese oder hoere, die lautstark irgendwelche "Weissheiten" herauskrakelen, auf die sie ungemein stolz sind; Dinge, bei denen ich mich frage, wie man sie NICHT wissen kann. Dinge, die man normalerweise in der 3. oder 4. Klasse lernt, und irgendeine Person zwischen 40 und 50 haelt sich fuer unglaublich intelligent, weil die sie Sache erst soeben erfahren hat... Scheint so, als wenn einige Leute im Alter verbloeden - salopp gesagt ;) ; oder freundlicher ausgedrueckt: wieder alles vergessen und sich dann der Einaeugige unter den Blinden - da scheinbar alle alles vergessen - sich fuer ach wie toll haelt. Nun ist fuer mich die 3. Klasse auch schon ueber 10 und unter 15 Jahre her, es ist absolut nicht so, dass das noch in meinem Gedaechtnis saesse, als waere es gestern gewesen. Ich vergesse auch Dinge. Aber wenn ich so ein geringes Wissen haette, wie einige aeltere Menschen, dann wuerde ich mich wirklich schaemen. Zumal solche Personen immer glauben, sie haetten ueberall mehr Ahnung, denn sie seien ja aelter. Junge Leute haetten ja noch nicht zu viel erlebt und gelernt, das ginge wegen des Alters ja gar nicht, deswegen haetten sie eindeutig weniger Ahnung - blah, schwafel. Dabei hat unter Umstaenden schon ein 10-jaehriges Kind, das staendig durch die Gegend reist, mehr von der Welt gesehen, als eine 70-Jaehrige, die 70 Jahre nur im eigenen Dorf verbrachte. Darueber, dass viele Jugendliche auch wenig wissen, brauchen wir uns jetzt nicht streiten. Das entsetzt mich genauso ;) Aber wenn jemand, der 20-30 Jahre laenger auf der Welt ist, als ich, und damit zumindest theoretisch auch 20-30 Jahre mehr Zeit hatte, Dinge zu erfahren, dann immernoch weniger Kenntnisse hat, als ich - dann entsetzt mich das noch mehr.

Ich habe vorhin meine 1. Hausarbeit von dreien angefangen. Habe erst die Gliederung, das Deckblatt, die Einleitung und ein Kapitel ueber den Autor, den ich behandle, fertig. Jetzt kommt noch ein bisschen Theorie, dann zwei Gedichtanalysen mit anschliessendem Vergleich und ein kleines Fazit... Ich frage mich jetzt schon, wie ich auf genuegend Quellen und Woerter komme; so viel gibts zu all dem gar nicht zu sagen :/ Mache dann wohl heute Nacht oder morgen weiter.

cn P 

06.08.2008 um 22:57 Uhr

Gender bashing

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Vorurteile

Ich beziehe mich hier auf keine spezielle Person. Es gibt zwar einen "Ausloeser", der mich wieder auf den Gedanken gebracht hat, aber die daran beteiligte Person gehoert NICHT zu denen, die ich hier behandeln will...

Und zwar gibt es eine Sache, die mich unglaublich aufregt (was die meisten hier wissen duerften ;) ): Vorurteile.

Und Vorurteile sind Vorurteile (ich meine jetzt ernst gemeinte und keine ironischen oder "neckischen" Verwendungen), egal, gegen wen sie gerichtet sind. Das koennen bestimmte Szenen sein oder aber Blondinen, oder aber Hundehalter allgemein oder bestimmter Rassen und wer sonst noch. Die meisten halbwegs gebildeten Menschen allerdings finden zumindest Vorurteile gegenueber Auslaendern oder Hautfarben inakzeptabel. Nur eine Art von Vorurteilen haelt sich hartnaeckig... Die, die manche scheinbar gar nicht fuer Vorurteile halten. Ich mache es kurz:

"Maenner sind ALLE xy..." - "Frauen sind ALLE xy..."

Alle keifen sich gegenseitig an. Und die Medien machen mit. Und Ratgeberbuecher erscheinen: Wie gehe ich mit DEM Mann um, wie mit DER Frau... LEUTE! Schaltet mal euer Hirn an: Menschen sind unterschiedlich, aber nicht unbedingt aufgrund ihres Geschlechts! Auch sind noch alle Angehoerigen eines Geschlechts gleich. Wenn man immer separiert und mit Vorurteilen aufeinander wirft, kann man doch nie problemfrei miteinander auskommen. Wenn man immer Unterschiede betont und davon redet, man KOENNE sich gar nicht verstehen, da man so anders sei - statt Gemeinsamkeiten zu betonen und wenigstens mal zu VERSUCHEN, miteinander auszukommen. Ich verstehe nicht, wie man sich solche Probleme machen kann, wo keine sein muessten. Ist das etwa die uebliche Suendenbock-Suche? Sich Auslaender/"Neger"/Juden/Punks zu suchen, ist ja nicht mehr zeitgemaess, zumindest unter scheingebildeten Menschen, aber dem anderen Geschlecht kann man ja alles unterstellen... Und wenn man sexuell oder zwischenmenschlich-emotional Komplexe hat, dann ist natuerlich immer das andere Geschlecht Schuld *zyn*

Das erste Problem sind wohl allein schon die Rollenvorstellung: wie ein Mann oder eine Frau sei, wie sie sich benaehmen, was fuer Eigenschaften sie haben muessten - ohne Wenn und Aber, ohne Individualitaet: DER Mann. DIE Frau. Nur ein Stereotyp und alles ausserhalb existiere nicht (oder hoechstens als "Freak", aber das sind hoechstens 1% und mit denen wolle man ja sowieso nichts zutun haben...). Da fuehlt sich jeder, der nicht das Klischee bestaetigt, ja gleich ausgegrenzt und wie ein Monster... *re* Dazu muss man nicht einmal genderqueer sein. Aber wenn man sich emotional schon keinem bestimmten Geschlecht zuordnet, wirkt das Gezanke zwischen stolzen Maennern und stolzen Frauen, denen ihr Geschlecht scheinbar alles bedeutet, noch absurder auf einen. Und man fragt sich: Wenn darf man persoenlich hassen? Beide? Keinen? Ich glaube, ich hebe meine Abneigung fuer dumme Menschen gleich welcher Art auf ;)

Aber die Hoffnung auf das Verschwinden jeglicher Vorurteile habe ich leider schon seit Laengerem aufgegeben.

cn P