Memoriae Ex Aeterna Nocte

04.08.2008 um 22:03 Uhr

Sanatoriums-Ruinen

Makabererweise bin ich neulich durch einen gewissen Todesfall auf einen Ort aufmerksam geworden, der mir interessant zur Fotografie erscheint (und den angeblich schon jeder kannte, nur ich nicht *huestel*). Es handelt sich dabei um einen um 1900 erbauten und heute zur Ruine verfallenen Krankenhauskomplex. Dort finden sich verschiedene Bettenhaeuser, eine Chirurgie, eine Kueche, ein Badehaus und diverse Verwaltungsgebaeude, einige wurden im 2. WK zerstoert, andere bis in die 90er Jahre durch die russische Armee genutzt, und manche heute auch saniert und fuer andere Zwecke geoeffnet (ein Hotel, einige Krankenhaeuser, wohl auch ein Restaurant, ein Museum). Viele stehen heute leer.

Faszinierend daran ist, dass man sie wohl einfach so betreten kann, und dass sie damals wohl recht ploetzlich verlassen wurden - die komplette Einrichtung blieb zurueck. Man findet heute noch Betten, Stuehle, Tische und Nachtschraenkchen in den Bettenhaeusern, uralte Konserven in der Kueche, Wannen und Becken im Bad, usw. In der Chirurgie sind OP-Saele mit Liegen und Lampen erhalten, ein Hoersaal zur Ausbildung, eine Turnhalle auch irgendwo, zudem findet man irgendwo auch noch einen Seziertisch *schauder* Besonders interessant finde ich auch die vielen Buecher, Plakate und Akten, die dort noch herumliegen. Und auch die Architektur ist interessant... Erinnert sehr an den Ort, an dem ich 2003 mein Praktikum gemacht hatte, das war ein Gebaeude aus derselben Zeit, nur eben restauriert...

Ich habe schon eine Menge recherchiert, Bilder, Videos und Lageplaene angesehen, ER ist richtig begeistert und moechte auch dorthin... Einige Planungen haben wir auch schon getroffen. So haben wir uns einen detaillierten Gelaendeplan aus mehreren kleinen Karten gebastelt und werden den, wenn wir dorthin gehen, digital als Bild auf der Kamera mitnehmen... Es ist schon ein sehr "schoener" Ort, hier mal einige Links zu Seiten mit Bildern und Videos:

Fotos:
http://www.photo-empire.de/categories.php?cat_id=96
http://www.flickr.com/photos/7192501@N05/sets/72157600309525302/
http://www.flickr.com/photos/breakdennis/sets/72157604830680529/

Video:
http://www.youtube.com/watch?v=nlT0v2hk64s

Wobei ich sagen muss, ein wenig skeptisch bin ich schon... Gut, das Gelaende hat einen Bahnanschluss... Liegt aber sonst im tiefen Wald. Verteilt ueber 200 ha... Folgende Punkte finde ich ein wenig kritisch:

- Die Ruine zieht neben "harmlosen" Besuchern wie Fotografen und selbsternannten Geistersuchern (der Ort gilt unter diesen Menschen europaweit als Spukort), die weder einem noch dem Gelaende schaden, auch Sprayer, Junkies, betrunkene Obdachlose, usw an. Idiotische Vandalen, die Schraenke aus den Fenstern werfen, selbstverliebte Hobby-Horrorfilm-Darsteller, die mit Kunstblut alles verdrecken, bis hin zu Leuten, die meinen, dort ihre SM-Pornos drehen zu muessen... O_o Ein unkontrolliert geoeffneter Ort zieht wohl immer zahlreiche Menschen an, und darunter leider auch solche, die nur dorthin gehen, WEIL sie da keiner beobachtet...

- Ueberall auf dem Gelaende liegen alte Medikamente, Chemikalien, Kanuelen, Spritzen, Operationsbestecke inklusive Skalpellen, usw, herum.

- Die Gebaeude sind zum Teil einsturzgefaehrdet, Boeden biegen sich durch, ueberall liegen rostige Naedel, Glasscherben koennten aus dem Glasdach fallen, und ich erinnere an die Deppen, die Moebel aus den Fenstern werfen :/

- Frueher wurde dort Tuberkulose behandelt, die Spucknaepfe der Kranken liegen noch herum, und es wurde auch mit Tuberkuloseerregern geforscht; man koennte meinen, da da schon hunderte von Touristen durchgetrampelt sind und scheinbar keiner krank wurde, besteht heute sicher keine Gefahr mehr, andererseits bricht die Krankheit sowieso nur bei 5% der Infizierten aus, also bin ich da skeptisch :/

- Es heisst, dass ein neuer Investor gefunden wurde, der evtl einige Gebaeude gesperrt hat und einen evtl auch vom Gelaende wirft... Waere bloed, extra den langen Weg mit der Bahn dorthin zu fahren, und dann vor verschlossenen Tueren zu stehen. Wobei es evtl moeglich waere, den Besitzer zu kontaktieren und offiziell um eine Erlaubnis zum privaten Filmen zu bitten.

Tja, was kann man dagegen tun? In den meisten Faellen hilft wohl nur: tagsueber, wenn es hell ist, hinein gehen, vorsichtig sein, zu mehreren Personen unterwegs sein, wackeliges Gelaende nicht betreten, nichts anfassen. Zudem werden wir uns Atemschutzmasken mitnehmen, kann allein wegen des moeglichen Schimmels (obwohl es nicht schimmeln soll, habe ich haeufiger gelesen, es soll auch nicht nach Schimmel riechen - scheinbar, weil alle Fenster kaputt sind und das Gebaeude gut belueftet ist) nicht schaden. Und Handschuhe, falls man doch mal etwas verschieben muss, um durch einen Gang zu kommen. Zudem hab ich mal der Beratung einer Tuberkuloseforschungsgesellschaft eine Email geschickt und gefragt, wie lange die Erreger sich halten und ob beim Betreten dieser Gebaeude noch eine Gefahr bestehen koennte. Antwort habe ich noch nicht erhalten, muesste aber binnen dieser Woche kommen.

Wahrscheinlich bin ich zu hysterisch, ich bin schon in so viele Gruften gegangen, ohne Atemschutz und Handschuhe, und habs bisher immer ueberlebt... Dabei waren die zum Teil sicher auch etwas gammelig. Andererseits kann Vorsicht nie schaden. Und die Leute, die schon dort in den Ruinen waren, und die diese Warnungen online veroeffentlichen, werden das ja wohl auch nicht ganz grundlos tun.

Naja, mal sehen, wie wir uns entscheiden und wenn wir tatsaechlich dorthin fahren moechten, wann wir dann abreisen... Werde auf jeden Fall hier darueber schreiben ;)

cn P

03.08.2008 um 02:53 Uhr

"Sag mal, du bist doch auch son Grufti, oder...?"

Eigentlich habe ich mich soweit aus den meisten Communities zurueck gezogen. Gut, beim Postcrossing bin ich, auf einigen Kunstseiten, hier bei Blogigo und in einem privaten Forum. Aber ich denke, das waers dann auch. Jedenfalls vermeide ich mittlerweile mehr oder minder die Praesenz in reinen Schwafel-Communities, wo sich Unmengen aggressiv poebelnder Menschen befinden. AUSSER in einem Fall... Da war ich jetzt zwar auch schon Wochen offline, habe mich heute aber noch einmal eingeloggt, um zu sehen, ob mein Profil noch existiert. Oder ob irgendwer sich gemeldet hat, mit dem ich vor langer Zeit mal in Kontakt stand. Und genau so war es erstaunlicherweise. Die Person meinte in einer Nachricht, abgesendet vor Kurzem, mich mit bestimmten Zeitungsartikeln konfrontieren zu muessen, ganz nach dem Motto "Machst du sowas etwa auch?" (1. Als wenns den irgendetwas anginge, 2. Die Artikel sprechen fuer sich)... :/

Sachverhalt ist eigentlich "nur", dass eine junge Frau duestere Fotos hergestellt hat und scheinbar auch BDSM praktizierte. Nur ist sie dummerweise bei Letzterem ums Leben gekommen. Unfall, wuerde ich sagen (es gibt eben auch Risiken dabei, und man muss vorsichtig sein und das Wissen haben, wie man das vermeidet), aber natuerlich wird jetzt die Frage in den Raum gestellt, ob ihr Freund sie nicht etwa absichtlich umgebracht habe. Und diverse Zeitungen - nicht (!) nur die BLOED - bauschen das absolut ekelhaft auf...

"Gothik-Fans" = "Sado-Maso-Szene"
"Auf dem Fensterbrett eine runtergebrannte schwarze Kerze"
(Verbietet schwarze Kerzen! Dann wird auch keiner mehr ermordet)
"Nachmittags aß das Paar im gegenüberliegenden Restaurant Pfannkuchen mit Pfifferlingen. Dort fiel Gästen auf, dass das Mädchen aufreizende Netzstrumpfhosen trug."
(Pfui, wie ordinaer, Netzstrumpfhosen zu tragen! Ist ja auch so viel schlimmer, wie ein guertelbreites Roeckchen ohne Strumpfhose...)
"Anja P. († 20) war eine behütete Tochter. Bis sie sich in gefährlichen Fantasien von Blut, Vampiren und Fesselsex verlor - Wie wurde aus dem braven Mädchen das Blut-Model?"

(Neue Erkenntnisse: 1. Wer sich ab und zu fotografieren laesst, ist ein "Model", 2. Blut ist gefaehrlich - Am Besten gleich verbieten!)
"„(...) rutschte sie plötzlich in die Emo-Szene ab. Sie trug nur noch Schwarz mit grellen Farben. Im Kunstunterricht bastelte sie eine Lampe - ein kniender Engel."

(Wer schwarz-bunt traegt, ist also ein "Emo". Und wer Engel mag, auch. Aha)
"Mit einem Gothic-Typen in der Schweiz spielte sie ein Rollenspiel"
(Rollenspiele sind also auch total boese)
"Sie liebte Annett Louisan"
(Wie "gruftig")
"Rendezvous mit dem Tod"
(Gabs da nicht mal so nen Film oder so? ;) )
"Wann kroch die Finsternis in ihre Seele?"
(Der Autor sollte Gedichte fuer 14-jaehrige Gruftimaedchen schreiben)
"Erst vor vier Monaten hatte das Hobby-Model sich zum ersten Mal mit einem Fotografen aus der Gothic-Szene zu härteren Aufnahmen verabredet."
(Hart?! Das Maedel hat in schwarzen Kleidern auf Ruinen gehockt und sowas, was ist daran hart?! Okay, auf einem Bild traegt sie zerfetzte weisse Kleidung mit viel "Kunstblut", das aussieht, wie Ketchup... Das mag nicht jeder ausserhalb der Faschingszeit lustig finden, aber weh tut daran auch nichts...)
"Im Gepäck habe sie unter anderem ein Katzenkostüm gehabt."

"Ihre Familie sei entsetzt über ihre Kleidung und ihre Zugehörigkeit zur Gothic-Szene. Die persönlichen Pläne der 20-Jährigen waren seriös"
(Die haben ja auch einen guten Grund, entsetzt zu sein *zyn* Gothic zu sein und "serioes" denken zu koennen schliessen sich scheinbar aus...)
der moegliche Taeter sitzt im "im Vorstand eines Friedhofs-Förderkreises"
(Friedhoefe = auch boese)

Noch "interessanter" wird ein Interview mit dem "renommierten Hamburger Erziehungswissenschaftler und Jugendforscher Prof. Peter Struck (65)" O_o Ich weiss nicht, ob das als Beleidigung gelten wuerde, wenn ich hier jetzt schreiben wuerde, was ich von seinen Thesen halte, also lasse ich sie einfach fuer sich stehen. Aber Herr Struck haelt Neurodermitis und Migraene ja auch nicht fuer Krankheiten, sondern fuer bewusst selbstverletzendes Verhalten mittelstaendischer psychisch kranker Kinder. Und NUR dieser.

Frage: Was steckt hinter so einer blutigen Selbstinszenierung im Internet?
Prof.: „Der Wunsch nach Trost. Wenn man sich auf Fotos blutig darstellt, tröstet es einen, weil es dem virtuellen Wesen schlechter geht als einem selbst."

(okay, ich kommentiere mal doch... Herr Prof. haette nur EINEN Menschen, der solche Fotos macht oder Bilder malt, fragen sollen, was er damit aussagen will; ich kenne NIEMANDEN, den es troestet, ein Bild von jemandem zu sehen, dem es scheinbar schlechter geht, sonst wuerden sich alle SVVler nur noch verstuemmelte Soldaten und hungernde Kinder ansehen. Wenn ueberhaupt, geht es ja wohl darum, Schmerz/Trauer/Unzufriedenheit mit der Kunst auszudruecken und sie dadurch abzubauen; und manche moegen Splatterbilder herstellen, weil sie es "cool" finden - Horrorfilmwelle etc.)
Frage: Wie schnell kann so etwas süchtig machen?
Prof.: „Das hängt von der Häufigkeit und der Dosierung ab. In der Regel tritt nach einem halben Jahr die Gewöhnung ein."

(Suechtig? Moment, ich dachte es ging um Kunst - wenn auch um morbide?! Und feste Zeiten fuer "die Gewoehnung" anzugeben, finde ich auch nicht serioes)
Frage: Welche Rolle spielt Bizarr-Sex dabei?
Prof.:
„Da findet eine Reizverknüpfung statt. Die Reize beim Sex werden durch diese Praktiken mit visuellen Fantasien verknüpft, die für einen besonderen Kick sorgen sollen."

(Da wird wieder schoen alles in einen Topf geworfen... Erst Kunst, dann Sucht, jetzt Sex?! Sex kann Kunst sein und Kunst befriedigender als zwischenmenschliche Kontakte, und vielleicht mag man das beides auch so sehr, das man danach suechtig wird ;) Aber wo gibt es einen LOGISCHEN Zusammenhang und wo ein Problem damit?)
Frage: Wer ist besonders gefährdet?
Prof.: „Es sind oft sehr intelligente und kreative Menschen, die sich sehr viele Gedanken über ihr Leben machen und mit vielen Faktoren unzufrieden sind."

(Aha, wer intelligent ist, mag also SM. Wieder dazugelernt. Dabei heisst es doch sonst immer, das sei nur was fuer Perverse ;) Oder lautet der Umkehrschluss, dass intelligente Menschen krank und pervers seien?)

Damit noch mehr Klischees eingeworfen werden koennen, hat die BLOED-Zeitung noch eine schoene Extra-Info-Seite eingerichtet, mit dem Titel "Die bizarre Welt der Emo und Gothic-Fans" (also als Germanistin muss ich anmerken, dass da entweder ein Bindestrich oder ein "s" fehlt). Da wird definiert, was "Gothic", "Sado-Maso", "Emo", "Fetisch" und "Satanismus" seien, damit man wieder schoen Dinge in Verbindung bringen kann, die nicht in Verbindung stehen *wuerg*

Ausserdem lernt man da, dass Gothics sich alle "aus der realen Welt zurueckziehen" und sich auf Friedhoefen treffen wuerden. 1. Ich habe selten Goths auf Friedhoefen gesehen. 2. Wie aber auch, denn Friedhoefe gehoeren ja zur realen Welt, und da gibt es keine Goths mehr ;) 3. Oder gehoeren Friedhoefe doch nicht zur realen Welt?! Denn wenn Goths sich aus dieser zurueckziehen und dennoch immer auf Friedhoefen unterwegs sind... O_O Ich glaube, ich habe soeben eine wissenschaftliche Feststellung gemacht! Sollte mich gleich mal fuern Nobelpreis anstellen... Und - "Ihre depressive Lebenseinstellung drücken sie durch dunkle Farben (Schwarz, Blau, Violett) und Symbole wie Kreuze, Pentagramme aus." Die meisten Deutschen moegen die Farbe Blau, haben die jetzt alle eine depressive Lebenseinstellung? Und was ist mit den Christen? Und sind bayerische Klassenzimmer depressiv, weil in ihnen ein Kruzifix haengt? Fragen ueber Fragen...

Zuletzt noch, liebe Kinder: "Teufels-Anbeter leben ihren Protest gegen Gesellschaft und Religion in Ritualen und Mutproben aus, bei denen es auch zu Verletzungen und sexuellen Spielen kommt." Mutproben als Protest? Hab ich was verpasst? Auch der Rest ist mir bislang nicht bekannt gewesen, aber jetzt weiss ich ja bescheid ;)

Und mal wieder - genug gemeckert.

...

cn P

29.07.2008 um 15:55 Uhr

Geiz / Postcrossing

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Post, Gesellschaft, Kunst, Finanzen

Sparsamkeit ist was Tolles. Aber in uebertriebenem Masz auf Kosten anderer finde ichs nicht mehr lustig.

Es ist heute naemlich nicht zum 1. Mal vorgekommen, dass ich per Postcrossing eine grottenhaessliche Werbepostkarte bekommen habe, die nun wirklich gar nicht zu meinen Interessen, die in meinem Profil kurz aufgelistet sind, passt. Am Dreistesten aber finde ich die auf der Karte befindliche Ausrede, man habe eben nichts gefunden, was auf meiner Wunschliste stuende... Auf der befinden sich uebrigens auch "normale" Ansichtskarten, von Gebaeuden, Denkmaelern, oder Landschaftsaufnahmen... Soetwas wird man sicher nirgends finden *zyn* Diese Vorfaelle hatte ich bisher uebrigens nur mit Usern aus Deutschland, einmal uebrigens aus Dresden (klar, in Dresden gibts keine alten Gebaeude oder Sehenswuerdigkeiten, die Semperoper und die Frauenkirche sind sicher nur meiner Fantasie entsprungen Wütend)... Geiz = deutsche Mentalitaet? ;) (Naja, jetzt hab ich die Funktion "Karten aus eigenem Land erhalten" eben gesperrt; schade um huebsche deutsche Landschafts- und Sehenswuerdigkeitskarten, die ich bekommen KOENNTE - aber die bekomme ich ja scheinbar sowieso nicht)

Ich habe ja nichts gegen Werbekarten oder irgendwelche kostenlosen Karten, habe zB schon sehr schoene aus den Niederlanden bekommen - dort gibt es einen Verlag, der kostenlos Karten von regionalen Kuenstlern verbreitet. Und wenn sich so interessante Gemaelde oder Fotos finden lassen, die irgendwie zu meinen "Interessen" (Ruinen, neblige Landschaften, Engel, Friedhoefe, etc) passen - ist doch super! Ueber solche Karten, ob der Absender dafuer gezahlt hat, oder nicht, freue ich mich. Solche kann man mir schicken - WOHLGEMERKT wenn sie irgendwie zu meinen Interessen passen. Und nur dann.

Das hier waeren einige Beispiele fuer interessante kostenlose Karten:

(ich seh leider grad, die Bilder werden nicht angezeigt, das untere aber seltsamerweise schon?!)

Aber nicht sowas ;/

Traurig

Geschmaecker sind verschieden, aber manchmal glaube ich, gibt es doch einige "Grundsaetze" darueber, was *standardmaessig* fast NIEMANDEM wirklich gefaellt ;) Und Dinge, die einem nur mit hoechst subjektiven Geschmackseigenarten gefallen koennten, schick ich doch nicht jedem...

Ist mir sowieso raetselhaft, warum Leute, die scheinbar nicht 40 Cent (Standardpreis hier fuer eine Ansichtskarte, wobei in einigen Laeden auch welche fuer 30 oder 35 Cent zu finden sind) fuer eine Postkarte verschmerzen koennen, an soetwas wie Postcrossing teilnehmen. Ist wohl Gier, eine schoene Ansichtskarte bekommen und dafuer nur kostenlosen Schrott versenden zu wollen. Irgendwas Wertloses gegen etwas Schoenes tauschen. Na danke...

Nur nebenbei: Wenn man am Postcrossing teilnimmt, ist man nicht gezwungen, in einem bestimmten Zeitraum eine Karte zu versenden. Man zieht die Adresse wissentlich und wann man will, indem man einen "Adresse ziehen"-Button klickt. Vorher muss man noch mit einem Haekchen bestaetigen, dass man die Regeln gelesen und das Prinzip verstanden hat. Sich also bewusst dafuer zu entscheiden, eine Karte senden zu wollen, und dann aber ploetzlich keine 40 Cent uebrig zu haben, halte ich fuer relativ unmoeglich. Und selbst, wenn das der Fall waere... Man hat theoretisch ein Jahr Zeit, um eine Karte zu senden. Genug Zeit, um 40 Cent aufzutreiben ;) (und ich wuerde, nebenbei, lieber einen halben Monat laenger auf eine huebsche Karte warten, anstatt zwar nur drei Tage zu warten, aber dafuer irgendein haessliches Werbewischiwaschi zu bekommen)

Genug gejammert.

cn P

27.07.2008 um 22:48 Uhr

Lesen bildet

Wenn man Zeitung liest, lernt man viel - ueber Vorurteile:

- kein einziger Jugendlicher interessiere sich fuer Politik, Dieter Bohlen und Makeup sind JEDEM wichtiger, und "die Jugend von heute" wisse ja nicht einmal mehr, wer heute Kanzler ist - "Generation dumm" schwafel alles scheisse blah blubb (schoen, dass ich noch als jugendlich durchgehe und mir - viele jugendliche Deppen hin oder her - allein wegen meines Alters solche daemlichen Vorurteile an den Kopf werfen lassen muss)

- Handies sind nur dazu da, um mit ihnen laut Musik abzuspielen, daher sollen sie jetzt in Hamburgs Bussen und Bahnen komplett verboten werden (Taschenkontrolle?! Ausserdem dachte ich mal, Handies seien zum Telefonieren da. Zum Beispiel in Notfaellen.)

- in Hamburgs Schulen sind Handies verboten, damit es nicht mehr vorkommt, dass "Schüler auf dem Schulgelände (...) illegale Geschäfte organisieren und durchführen" Wütend

- "Gothik = schwarze Kleidung = jeder, der schwarze Kleidung traegt, ist ein 'Gothik'" (kein Kommentar)

- statt "Gothik" kann man auch "Sado-Maso", ""Nu Grave" oder "Zombie-Mode" sagen (dazu ist wohl ebenfalls kein Kommentar mehr noetig)

- Gothic und Metal sollen in Russland verboten werden, da sie der ethischen Entwicklung Jugendlicher schadeten. Leute, die sich so kleiden, dass sie Goths oder Metaller sein koennten, soll der Eintritt in Schulen und oeffentliche Gebaeude verwehrt werden. (*huestel* Diktatur *huestel*)

- und zuletzt (ist ja nicht mehr auszuhalten O_o) noch ein toller O-Ton von einem in Berlin lebenden Japaner (Student, 24):

"An der Frankfurter Allee gibt es super Gothic-Parties. (...) Was mir an Berlin nicht gefällt: In Japan ist mein Aussehen normal, hier empfinden es viele als schwul. Ich (...) habe lange Haare und trage viel Schmuck. (...) Häufig starren die Leute mich an. Sie fangen an zu tuscheln. Meiner Meinung nach sind wir [Japaner] immer nett und hilfsbereit. In Berlin sind die Menschen kühl."

Ich tue es selten, aber DAS kann ich 100%ig unterschreiben. In dieser angeblich toleranten Kackstadt wird JEDER, der nicht 100%ig konform herumlaeuft, bloed angestarrt und angepoebelt, und jeder Mann, der nicht aussieht, wie der Standard-Nazi-Depp oder Tuersteher-Araber, gilt als schwul. Schoen, dass meine Ansicht mal von jemand Fremden untermauert wird, dann wirkts vielleicht etwas glaubwuerdiger... Uebrigens bin ich auch der Meinung, dass Asiaten allgemein - obwohl das Klischee der Zurueckhaltung und Rationalitaet existiert - herzlicher sind. Nicht ALLE, aber wenn man von der allgemeinen Mentalitaet ausgeht, wohl mehr, als NEIN! Nicht alle Deutschen, denn es gibt sehr nette Deutsche, aber netter als die meisten BERLINER erfahrungsgemaess auf jeden Fall...

cn P

24.07.2008 um 23:34 Uhr

Politischer Beitrag, fast ohne Kommentar

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Politik, Gesellschaft, Internet

Stimmung: ...und noch eine Nacht in S.
Musik: keine

Alle warnen und sind zu Recht kritisch, nur der Urheber des ganzen nicht... Der sieht nur Friede-Freude-Eierkuchen:

KLICK: "Neuer Personalausweis hilft im Alltag"

cn P 

23.07.2008 um 02:56 Uhr

Singlesorgen, US-amerikanisch...

Ich will keine Vorurteile schueren. Es geht heute auch mal nicht um folgende Dame: KLICK1 , KLICK2 . Sondern um jemand Anderen, diese Mal eine maennliche Person. Allerdings aus derselben Community, vielleicht sammeln sich dort nur solche Leute *huestel* ;) Ein Gespraechsprotokoll gibt es dieses Mal nicht, aber ich kanns ja so wiedergeben...

Jedenfalls beklagte sich jene (angeblich) 24-jaehrige Person nach einigem Geschwafel, dass sie ja keine Freundin habe und nie eine gehabt habe. Ich habe mich natuerlich mal wieder hoeflich gestellt und gefragt, ob er denn eine Ahnung habe, woran das liegen koennte. Seine Antwort: "Ich komme hier aus dem Haus ja nie raus". Ich fragte ihn, was ihn daran hindern wuerde. Er meinte, er KOENNE nicht hinaus. Ich ahnte etwas von Rollstuhl o.ae., habe dann aber trotzdem gefragt, was denn der genaue Grund sei, auch auf die Gefahr hin, ein unschoenes Thema zu treffen. Doch meine Ahnung wurde NICHT bestaetigt... "Ich hab eine Sehschwaeche und deswegen keinen Fuehrerschein, wie soll ich so denn bitteschoen das Haus verlassen?" *rolleyes*

Okay, dachte ich, der lebt in den USA, moeglicherweise in einer Gegend, wo es ausser Wildnis nichts gibt. Dennoch habe ich mal gefragt, wo er denn wohnen wuerde, ob es da auch keine Busse o.ae. gaebe... NEIN, liebe Kinder! Er lebt NICHT mitten in der Wueste oder etwa in Alaska! Er lebt im Vorort einer Grossstadt! Ist ja auch so schrecklich, 100 Meter zu ner Bushaltestelle zu laufen, das haelt sein Kreislauf sicher nicht aus O_o

Ich habe bedauerlicherweise gerade wieder das Klischee von der 220kg-Fettwalze im Kopf, die nicht mehr durch die Tuer passt *re* Oder aber der Junge ist spargelduerr und geistig auch etwas duerftig ausgestattet... Oder er will die wahren Gruende gar nicht wissen, sondern schiebt alles immer auf Probleme, die gar nicht tatsaechlich existieren *re* Solche Entschuldigungen sind ja auch viel besser, als dass man sich selbst irgendwelche Makel eingesteht...  

Jedenfalls stellen sich mir da so einige Fragen... Ist der nie zur Schule gegangen? Arbeitet oder studiert er? Scheinbar nicht, er hat ja keinen Fuehrerschein, kann also gar nicht das Haus verlassen *zyn* Nur was macht man als 25-Jaehriger scheinbar ohne Sozialkontakte den gesamten Tag zuhause? Wird das nicht irgendwann "langweilig"? Was fuer eine Gesellschaft ist das, wo soetwas vorkommt und scheinbar auch niemanden stoert (meine "Eltern" waeren mit Sicherheit nicht begeistert, wenn ich in dem Alter taeglich nichtstuend zuhause saesse, und das scheinbar schon Jahre so geht - sonst haette der Typ ja vorher schon irgendwann jemanden kennen lernen koennen, was aber nicht so ist, woraus man schliessen muesse, er habe NIE das Haus verlassen koennen)?

Abschliessend bleibt vielleicht noch zu sagen, dass es scheinbar ein Wunder ist, dass ich eine Beziehung fuehre. Ich habe naemlich auch keinen Fuehrerschein und ER ebenfalls nicht (ok, ER hat einen, kann aber nicht Auto fahren und ein Auto haben wir auch nicht). Kennen gelernt haben wir uns, als ich 16(!) war - da KONNTE ich noch gar keinen Fuehrerschein haben. *re* Unmoeglich, diese Deutschen... ;)

cn P 

P.S.: Ja, ich bin mal wieder in S. geblieben. "Vater" war so genervt wie immer, als ich angerufen hatte. Hoffentlich bekomme ich diese Nacht nicht schon wieder dieselben immer wieder kehrenden Alptraeume und hoffentlich klingelt mich morgen um 9 nicht schon wieder die Post wach ;/ 

16.07.2008 um 21:02 Uhr

Gibt es eine Vorschrift...

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Studium, Universität, Stress

Gibt es eigentlich eine Vorschrift an Universitaeten, dass moeglichst keine Emails versendet, sondern diverse Dinge stattdessen muendlich in Sprechstunden oder am Telefon geklaert werden sollen? Moeglicherweise, um keine schriftlichen Beweise entstehen zu lassen, die der Student verwenden koennte, um Behauptungen wie "hab ich nie gesagt" oder "ich habe ihnen aber gesagt, dass" nicht entkraeften bzw das Gegenteil belegen zu koennen? Ein einziger grosser Beschiss...

Hab weder wegen des Abgabetermins einer Hausarbeit noch wegen dieses Nachtragens zweier Kurse bislang Antwort erhalten. Angeblich gibts die - im zweiten Fall - spaetestens diesen FR. Genau genommen ist es sogar noch unsicherer: Falls ich NICHT nachgetragen werde, soll ich eine Email erhalten. Falls ich keine Email erhalte, tragen sie mich "demnaechst" nach... Oder habens bloss vergessen, mich zu benachrichtigen, dass sie es NICHT tun *re* Aber wahrscheinlich ist das sowieso alles nur leeres Geschwafel, waer ja nicht das erste Mal, dass behauptet wird, dass eine bestimmte Sache gar nicht versprochen wurde oder dass das ja alles ganz anders abgemacht gewesen sei...

Ich mag diese Uni nicht.

cn P 

12.07.2008 um 15:17 Uhr

Rechtliche Frage(n)

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Recht, Internet, Fotografie, Kunst, Blog

Ich habe hier im Blog frueher zur Illustration neben eigenen Fotos auch manchmal fremde Bilder verwendet. Habe die jetzt weitestgehends entfernt, wegen  des Copyrights. Habe auch noch Zeitungsartikel drin, da muss ich glaub ich auch mal ausmisten ;/ Bei einem mehrere Jahre alten Blog sehr muehsam... Aber vielleicht laesst sich das ja ueber die Ferien verteilt erledigen. Eine Frage habe ich aber noch:

Handelt es sich bei kommentierten Screenshots von Websites auch um Copyrightverletzungen? Oder wenn ich ein Bild von einem merkwuerdigen Schild mache und es hier nur kurz kommentiert online stelle (man kennt ja zB die Sammlungen seltsamer Strassenschilder, usw)?

Und ist hotlinking an sich strafbar, wenn das verlinkte Objekt copyrightfrei ist? Ich hab die Gemaelde von C.D. Friedrich, G. Doré usw bislang in meinem Blog stehen gelassen...

Waere nett, wenn jemand mir sagen koennte, wie die rechtliche Lage aussieht.

cn P 

05.07.2008 um 23:17 Uhr

Gedankengemisch

- In S. gibt es extrem viele Wildtiere... Nicht nur Wiesel, Kraniche, Fasane und Raubvoegel findet man hier in S. ziemlich viele... Streunende Katzen ebenfalls, und Fuechse (und noch zahlreiche andere Tiere, aber das soll jetzt mal keine Rolle spielen). Neulich konnte ich den Kampf zwischen einer Katze und einem Fuchs beobachten. Der Fuchs sass im hohen Gras und verteidigte sich (und ggf. Jungtiere? in welchem Monat gebaeren Rotfuechse?) laut schreiend... Solche Geraeusche habe ich noch nie gehoert, es klang wie eine Mischung aus Rabenkraechzen und Schreien eines Papageis, allerdings dennoch nicht richtig tierisch, sondern, als wuerde ein Mensch diese Geraeusche imitieren - sie kamen aber eindeutig von diesem Fuchs. Die Katze hatte sich dann schliesslich zurueck gezogen, leicht angekratzt, und der Fuchs stand noch immer an der Grasnarbe und schrie... Fotos konnte man kaum machen, denn es war nachts, gegen 23:30 :/

- Die Innenstadt von B. sieht nachts eigentlich ganz nett aus... Allein die Beleuchtung betrachtet. Wenn man mit dem Auto durchfaehrt und sich nicht mit aggressiv poebelnden Asis herumschlagen muss, was aber als Fussgaenger oder in oeffentlichen Verkehrsmitteln leider oft der Fall ist. Ausserdem ist es in Autos klimatisch angenehmer. Nicht nur daher faende ich ein Auto aeusserst praktisch. Muesste ich bloss nicht noch meinen Fuehrerschein machen und wuerde das alles nicht derart viel Geld kosten...

- Jugendwahn und Infantilitaet... Irgendwie ist in unserer Gesellschaft doch vieles paradox. Alte Leute wollen jung wirken, Erwachsene benehmen sich zum Teil wie kleine Kinder, Kinder werden frueh behandelt wie Erwachsene, junge Jugendliche bekommen Kinder, sind aber absolut noch nicht reif dazu... Da frage ich mich oft, wie es wohl vor einigen Jahrzehnten aussah. Sicher gab es da auch "Teenager-Schwangerschaften" - aber so viele? Da braeuchte ich mal eine Statistik... Andererseits schaue man sich mal heutige 25-Jaehrige an (ich nehme mich mit 21 Jahren auch nicht aus)... In dem Alter haben frueher viele ihr 1. Kind bekommen. Zum Teil schon frueher. Heute bei vielen Leuten in dem Alter gar kein Thema mehr, da ist an Kinder fruehstens mit 30 oder noch spaeter zu denken. Muss ja auch nicht. Aber es ist doch interessant, wie sich das gewandelt hat. Zusaetzlich wirken auf mich viele Leute, die juristisch laengst erwachsen sein muessten, noch sehr kindlich im Denken und Verhalten. Vielleicht ist es auch bloss "Dummheit" ;) Aber auch an Verantwortungsbewusstsein fehlts, wenn ich mir ansehe, wie zB einige Leute um die 35 mit ihren Kindern - wenn sie denn welche haben - umgehen. Da macht man sich immer ueber die Infantilitaet in manchen Teilen Asiens, besonders Japan, lustig... Siehe Anime, Manga, Hello Kitty und Co.... Davon, dass Zeichentrick nicht automatisch kindisch oder kindlich sein muss, und man damit auch ernsthafte erwachsene Themen behandeln kann (in Europa nur meist nicht der Fall eben WEGEN des Klischees "Zeichentrick ist fuer Kinder", aber in Asien gelaeufig), mal ganz abgesehen... Es mag sein, dass sich manche Asiaten fuer europaeische Denkweisen "kindisch" benehmen ("Waaaaai! Kawaii desu yo!"), aber sofern ich weiss, sind Asiaten trotzdem oft noch verantwortungsbewusster, als "nicht-infantile" Europaeer... Natuerlich ist das auch eine individuelle Frage, aber ich denke, asiatische Kinder werden allgemein auch staerker zu Verantwortungsbewusstsein und Hoeflichkeit erzogen, und zwar schon sehr frueh. Da kann man eben kindisch sein, aber wenn man verantwortungsbewusst handeln muss, dann ist eben Schluss mit lustig.

- Wo wir schon bei Verantwortungslosigkeit sind: Kinder nur fuer sich selbst zu instrumentalisieren, zaehlt dazu. Und da waeren wir wieder bei SEINER Sippe :/ Ich durfte naemlich erfahren, dass diese Leute (die mit den 3 Kindern) das 1. nur bekommen haben, damit sie einander heiraten duerfen... Das habe naemlich die Mutter der Frau verboten, dann wurde das Maedel schwanger, um die Mutter zu erpressen, die Hochzeit zu erlauben. Was die auch getan hat, damit das Kind nicht unehelich zur Welt kommt und Schande ueber die Familie bringt *rolleyes* Da kommt man sich vor, wie im tiefsten Mittelalter. Danach haben sie sich in den Kopf gesetzt, einen "Stammhalter" (ich find den Begriff und das ganze Denken dahinter ehrlich gesagt abwertend gegenueber Frauen/Maedchen) haben zu wollen. Und so lange haetten sie dann wohl auch weiter Kinder in die Welt gesetzt... Das 2. wurde "dummerweise" ein Maedchen, wie das 1., damit waren die gar nicht zufrieden, so musste dann direkt noch ein 3. her, was dann aber, zum Glueck (wenn man bedenkt, dass sie sonst noch mehr Kinder "produziert" haetten), ein Junge war... Wer weiss, vielleicht wird ja nach eins geboren, um mehr Kindergeld zu bekommen oder damit die anderen Kinder noch jemanden zum Spielen haben oder weil sie zu bloed zum Verhueten waren oder oder oder *huestel* Zurecht kommen sie trotzdem eigentlich nicht einmal mit einem Kind... Verantwortungslos, dann noch mehr zu wollen. Aber wirklich um die Kinder kuemmern sie sich ja sowieso nicht, obwohl die Mutter arbeitslos ist und genug Zeit haben muesste (nach eigenen Angaben langweilt sie sich jedenfalls oft) - die Kinder, alle 3, werden IMMER zu irgendwelchen anderen Verwandten abgeschoben, die sich dann um diese kuemmern sollen... *seufz*

- Ich habe ein gestoertes Schlafverhalten. Wenn ich in S. bin, schlafe ich immer erst frueh morgens ein, in R. gehe ich meist schon um 1:30 schlafen, weil ich fast umkippe vor Muedigkeit... Zum Schreiben oder Zeichnen komme ich so kaum mehr. Da stoeren die Halluzinationen von Blitzen und Regenboegen im Schlafzimmer ;) Dazu kommt dann, dass ich nur in S. meist mehr oder minder ausschlafen kann, in R. hingegen gar nicht, weil die Nachbarn frueh morgens schon mit Laerm beginnen ;/ Und meine gesamten gesundheitlichen Wehwehchen will ich hier mal gar nicht breittreten... Nur soviel: Seitdem die Sippe weg ist, hat sich alles ein bisschen gebessert... GANZ los bin ichs noch nicht, aber das kommt schon noch. Sind ja nur noch 2 Wochen bis zu den Ferien, dann habe ich hoffentlich mehr oder minder Ruhe (wenn ich auch 3-5 HAs schreiben muss - das wird schon; uebrigens wurde die Note fuer meine andere HA letztes Semester nun doch schon eingetragen, also bin ich durchgefallen und kann/muss es gar nicht nochmal versuchen... aergerlich, da man mir eigentlich eine Frist bis zum Ende DIESES Semesters gesetzt hatte und ich es definitiv nochmal probieren wollte, aber ich will mich nicht noch rumstreiten; die Dozentin konnte mich eh nicht leiden und haetten mir wohl IMMER eine 5 gegeben, und die Uni ist eh zum Kotzen und verlassen kann man sich da auf keinen und nichts...). Tja, so hab ich dann letztes Semester gleich zwei Kurse nicht bestanden *re* Sonst wars immer "nur" einer *hust* Sind also bisher 4 Kurse, wobei ich dieses Semester wohl ueberall durchkomme (erschreckenderweise liege ich damit gar nicht ueber dem Durchschnitt; an der Uni faellt wohl jeder staendig irgendwo durch, im Uebrigen hat diese Uni auch die hoechste Abbrecherquote ganz Deutschlands - knapp 50%). Mittlerweile weiss ich ja auch, welche Dozenten ich meiden sollte (weil sie ihre Meinung staendig wechseln, HAs vollkommen willkuerlich benoten oder in Klausuren Dinge abfragen, die in keinem Lehrbuch standen und auch in keiner Vorlesung genannt wurden) *re*

- Aktuell regen sich etliche Leute ueber eine Hitler-Puppe in einem Wachsfigurenkabinett auf. Ich habe da eine Meinung dazu, die etliche Leute dazu bringen wuerde, mit dem Finger auf mich ("Auslaenderin"!) zu zeigen und "Nazi!" zu schreien: Ich bin DAFUER, dass Hitler dort ausgestellt wird. Wieso? Es ist zwar eine Freizeitattraktion, wenn man will, aber dieser Teil der Ausstellung behandelt das Thema "deutsche Geschichte" - dazu gehoert Hitler nun einmal. Es ist ja nicht so, dass die Puppe glorifiziert oder sonderlich positiv dargestellt wird. Aber er gehoert nun einmal zur Geschichte dazu, ist zwar schlimm, aber so war es nun einmal. Deswegen gehoert er in eine Ausstellung zum Thema deutsche Geschichte - auf jeden Fall, waere sonst ja so, als wuerde man ihn auch aus allen Geschichtsbuechern entfernen, nur, weil er so "unschoen" in Deutschlands Geschichte wirkt *huestel* Ausserdem kann man aus schlechten Vorfaellen lernen, wenn man denn lernfaehig ist... *re* Wuerde man Hitler totschweigen, wuerde keiner mehr erfahren, was damals passiert ist, dann koennte sich alles schnellstens wiederholen... Es wird immer wieder angefuehrt, Neonazis koennten zur Wachsfigur pilgern... Da koennten sie aber auch zum Reichstag, auf Soldatenfriedhoefe oder sonstwohin. Sie koennten sich auch kollektiv vor eine KZ-Gedenkstaette stellen und Hitler preisen. Tun sie aber nicht. Wieso sollten die also teuren Eintritt zahlen und lange in einer Schlange stehen, um sich eine Hitler-Puppe anzusehen? Abgesehen davon steht schon seit Jahren ein Hitler im Hamburger Panoptikum... Auch ein Wachsfigurenkabinett, auch zum Teil zum Thema deutsche Geschichte (und im uebrigen mit sehr viel guenstigerem Eintritt - ungefaehr 5 Euro, in Berlin zahlt man soweit ich weiss fast 20)... Da regt sich bloss keiner drueber auf. (Naja, wenns um den Nationalsozialismus geht, vergeht vielen Menschen wohl der gesunde Menschenverstand - die Wahrheit erfahren zu wollen und nichts totzuschweigen, ist fuer mich jedenfalls intelligent; totschweigen zu wollen, ist es nicht)

cn P

05.07.2008 um 22:16 Uhr

Kinder

WIR diskutieren gerade wieder ueber Volksverdummung, Verdummungspraevention und Kindererziehung. Schade, dass sich darueber viele Leute, die im Gegensatz zu UNS Kinder haben wollen, weniger Gedanken machen... Zu Beginn die These: "Die Menschheit wird immer duemmer". Nehmen wir mal an, das stimme wirklich. Woran koennte das liegen? Ein Gedanke war, dass gebildete Leute immer weniger Kinder bekommen, meist nur wenige oder gar keine. So genannte "sozial schwache" Personen hingegen bekommen oft sehr viele Kinder, manchmal wohl nur, um das Kindergeld zu kassieren. Dann werden die Kinder zudem gerne vernachlaessigt. Ausserdem waere eine Frage, ob man Familien mit vielen Kindern nicht vielleicht mehr bei der Erziehung unterstuetzen sollte, weil drei kleine Kinder eben auf einmal mehr Aufwand darstellen, als wenn die Mutter sich "nur" um eins kuemmern muss. Das soll nicht heissen, dass Kinder aus grossen Familien unbedingt schlechter erzogen sein muessen, aber mehr Aufwand sind mehrere Kinder sicher, verglichen mit "nur" einem - rein logisch betrachtet. Generell waere es doch wuenschenswert, wuerden ALLE Eltern, egal, mit wievielen Kindern, Unterstuetzung bekommen, wenn sie welche brauchen. Wie schon geschrieben: bei Leuten, die nur am Kindergeld interessiert sind, werden die Kinder an sich vernachlaessigt. Ein Problem ist aber auch, dass "sozial schwache" Familien (sozial schwach heisst nicht "arm", sondern bezieht sich auf Defizite im Sozialverhalten!) oft mehr Kinder bekommen, als nicht sozial schwache. Also gibt es mehr Kinder, um die sich wenig gekuemmert wird, als solche, die angemessen aufgezogen werden. Da es in den Koepfen vieler Menschen ein Schichtdenken gibt, bleiben nicht oder schlecht sozialisierte Menschen und solche, die "normal" sozialisiert wurdn, oft getrennt. Die schlecht sozialisierten Kinder heiraten spaeter also wieder untereinander und bekommen dann ggf. wieder viele Kinder, die - die Eltern haben es nie vorgelebt bekommen und koennen so uU selbst keine Vorbilder sein - ebenfalls wieder schlecht sozialisiert werden... Folge: immer mehr Kinder, um die sich niemand wirklich kuemmert. Das gesellschaftliche Niveau sinkt. Was kann man dagegen tun? Hilfsangebote fuer Familien mit vielen Kindern? Zwang ist nie schoen, aber auf freiwilliger Basis wuerde es wohl auch nichts bringen, da die Eltern, die sich eh nicht um ihre Kinder scheren, wohl auch keine Hilfe annehmen woellten. Und Infobroschueren, Buecher zur Kindererziehung? Zwangslektuere gibt es nicht, also werden sich diese Hilfe auch nur die nehmen, die an ihren Kindern interessiert sind, und die sind ja sowieso nicht das Problem.

ACHTUNG: Ich sage nicht "asoziale Eltern - asoziale Kinder". Wir sind alle Individuen und KOENNEN unser Leben aendern, wir muessen nicht zwangslaeufig auch leben, was die Eltern vorgelebt haben. ABER viele Leute machen sich diese Muehe nicht, etwas zu aendern, sondern leben dann doch nur ihre Eltern nach. Das ist bei Familien, in denen Kinder vernachlaessigt werden/wurden, ein Problem. Auch moechte ich noch einmal betonen, dass fehlende Sozialisierung mit Armut oder Reichtum nichts zutun hat. Auch, wenn man beim saloppen Wort "Asi-Familie" oft ein bestimmtes Bild im Kopf hat, Reiche koennen ihre Kinder genauso vernachlaessigen.

Diese ganzen Gedanken mache ich mir unter Anderem auch wegen der Schwiegersippe... Die Kinder, 7, 4 und 1, "kennt" ihr ja mittlerweile aus meinen Erzaehlungen. WIR werden uns wohl tatsaechlich anonym ans Jugendamt wenden, wenn ich auch skeptisch dieser Institution gegenueber bin - oft werden Fehlentscheidungen getroffen und Missstaende auch haeufiger mal ignoriert (dann geben sie den Eltern eben einen "Besichtigungstermin", da spielen die dann heile Welt vor, der Sachbearbeiter geht mit "die Familie ist doch einwandfrei!" wieder nach Hause, und die Sache hat sich erledigt - den Kindern hat keiner geholfen). Ich habe dann auch nochmal nachgelesen, wie es mit der Kindesentwicklung aussieht, was in welchem Alter gekonnt sein sollte... Nicht MUSS, aber wenn viele Sachen nicht erfuellt werden, obwohl das Kind schon aelter ist, und es wohl auch sonst nirgends vorraus ist, mache ich mir schon so meine Gedanken... Wobei ich selbst, zumindest meinen Eltern nach, als Kind auch relativ wenig gesprochen habe, um ein Beispiel zu nennen. Ich habe zwar, wenn man es verlangt hat, ueberdurchschnittlich gut sprechen koennen, aber im Alltag meist ziemlich wenig gesagt. Und bei meiner Untersuchung zur Feststellung der Schultauglichkeit habe ich auch interessante Anomalien gezeigt ;) Auf die Aufforderung "Mal mal etwas!" habe ich jedenfalls ein abstraktes, blattfuellendes Gemaelde gemalt, mit vielen psychedelischen Farben und geometrischen Formen - sogar mein "Vater" merkt bei Erzaehlungen darueber immer an, das Bild habe "sehr schoen" und kuenstlerisch aesthetisch ausgesehen (und sogar farblich harmonisch). Nachdem man sich einig war, dass soetwas ja noch nie vorgekommen sei, da Kinder immer irgendwelche bekannten Dinge malen wuerden (Oma, Mama, Haustier, Haeuser - bei meinem Bild fragt man sich wohl heute noch, wie ich auf die Idee gekommen war; mittlerweile weiss ichs leider nicht mehr), hat man mich noch einmal aufgefordert, Menschen zu malen, und dann habe ich problemlos die Anforderungen uebertroffen und meine Zulassung bekommen...

Irgendwie schon fast traurig, diese Normierung, was Kinder koennen sollten. Man sollte viel eher auf das Gesamtbild achten... Nur, weil ein Kind zB nicht gut malen kann, muss es nicht zurueckgeblieben sein, es kann dafuer auch andere Talente haben. Nur, wenn es irgendwie ueberall nicht so gut aussieht, sollte man sich Gedanken machen. Was ich auch noch anmerken moechte: Viele deutsche Aerzte und Paedagogen scheinen ernsthafte Probleme im Umgang mit auslaendischen Kindern oder solchen mit teilweise auslaendischer Abstammung zu haben. Nach der Geburt werden/wurden(?) Kinder irgendwie auf Behinderungen o.ae. untersucht und bekommen eine Art Bewertung ueber bestimmte koerperliche Merkmale, bzg. Deformationen o.ae. (haben mir jedenfalls mehrere Menschen bestaetigt, was es GENAU damit auf sich hat, weiss ich aber nicht - waere fuer Infos dankbar). Mir wollte man einen Punkt abziehen, da ich eine Epikanthus-Falte habe - bis mein "Vater" diese Leute ueberzeugen konnte, dass meine "Mutter" genau solche Augen hat und das bei Asiaten so ueblich und vollkommen gesund ist (vielleicht sollte man dazu sagen, dass das Krankenhaus sich in fast doerflicher Gegend befand und dort wohl nur sehr selten mal auslaendische Kinder geboren wurden, Asiaten schonmal gar nicht). Dann wurde eine Zeitlang, ohne meine asiatische Abstammung zu beachten, bemaengelt, ich sei fuer mein Alter zu klein. In Asien haette man mich hingegen als eher grosses Kind betrachtet. Und dann waren da noch die Psychologen nach der Scheidung meiner Eltern, die meine Malereien analysieren wollten und mit meinem doch eher asiatischen Denken absolut gar nicht klar kamen. Konkret sollte ich zB mal meine Eltern als Tiere malen und habe sie dann in Form ihrer chinesischen Sternzeichen dargestellt. Auf die Idee ist natuerlich kein Psychologe gekommen, und so gab es dann die wildesten Spekulationen, was ich damit wohl ausdruecken wollte... Bis ichs gesagt habe, und diese Leute mich dann nur entgeistert ansahen, wie koenne ein Kind bloss auf solche Ideen kommen. Danach wurden die Zeichnungen als nutzlos weggepackt. Natuerlich ist es schlecht moeglich, solche Vorfaelle zu verhindern... Bei hunderten von Nationen gerade in einer Grossstadt, kann man nicht aus jeder Nation einen speziellen Arzt bereit halten. Und man kann sicher auch nicht jedem deutschen Psychologen Sonderunterricht ueber asiatische Astrologie, Mythologie und Symbolik geben, nur, weil vielleicht irgendwann ein asiatisches Kind da sitzt. Die Frage ist also: Was KANN man tun?

cn P

25.06.2008 um 14:16 Uhr

Produkt(nicht)empfehlungen

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Mode, Fotografie, Kunst, Finanzen, Shopping

Ich hatte neulich mal einen Gutschein fuer ein Gratis-Foto"buch" erhalten und den dann auch ziemlich spontan genutzt, da er nur kurzfristig gueltig war. Erhalten habe ich dafuer ein Heftchen in Originalqualitaet, das normal 7,50 EUR kostet. Fuer ein duerftiges 12-Seiten-Heftchen mit Heftklammer"bindung". *huestel* Leider ist die Qualitaet auch nicht so toll, musste ich feststellen, als es heute mit der Post kam. Naja, fuer umsonst ist es ganz nett, aber zahlen wuerde ich dafuer NICHTS... Bestellt bei fotopost24, ob andere Fotobuchhersteller bessere Qualitaet liefern, weiss ich nicht. Das hier soll auch nicht als Angriff auf das Unternehmen zu verstehen sein, bloss als Art "Produktrezension", wie man sie auf verschiedensten Einkaufs-Info-Websites wie zum Beispiel ciao.de findet.

Cover:

Ganz okay, man konnte eine beliebige Anzahl Fotos und auch eine beliebige Schriftart waehlen. Farben (Hintergrund und Schrift) waren aus verschiedenen vorgegebenen (gelaeufigen) waehlbar. 

Innenseite des Umschlags:

Der Umschlag ist immer weiss. Find ich nicht wirklich schoen, wenn der Rest bunt ist :/

Innenseiten:

Den grauen Rahmen um die Bilder finde ich nicht so schoen, ausserdem ist der Bogen (wie das ganze Heft) nicht so geschnitten, wie in der Vorschau. Man sieht ja zB dass der untere Rand links groesser ist als der obere links. Dabei waren sie beim Erstellen mit der Software genau gleich gross. Die Software hat uebrigens beim Absenden der Bestellung auch eine Fehlermeldung rausgeschmissen *re*

Detail zur Druckqualitaet:

Und da sieht man mal eine Nahaufnahme vom Druck. Die komischen Muster auf dem Bild stammen nicht von meiner Kamera, sondern sind genau so - auch mit dem blossen Auge sichtbar - auf dem Buch enthalten. Sehr schade! ;/

Naja, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, das stoert mich auch nicht, allein irgendwie die Tatsache, dass das Buch genau so ausgesehen haette, haette ich tatsaechlich 7,50 EUR (plus noch einmal ueber 4 EUR Versandkosten! Die fielen dank Gutschein auch weg) gezahlt haette... Das ist duerftig.

cn P

P.S.: Auch NICHT empfehle ich den schnelltrocknenden Nagellack von "essence". Der laesst sich zwar wirklich sehr einfach auftragen und trocknet auch in ca einer Minute, ABER dafuer broeckelt der Lack binnen nicht einmal zwei Stunden wieder. Egal, ob mit oder ohne zusaetzlichen Klarlack. Und wohlgemerkt nicht bei Arbeit auf dem Bau, sondern obwohl ich in der einen Stunde nur am PC sass und bisschen mit der Maus hantiert hatte! Nach zweimal Haendewaschen ist er komplett ab. Und nein, ich bin nicht zu bloed zum Naegellackieren, mit anderen Lacks gehe ich genau gleich um, und die halten unter denselben Umstaenden 1 Woche, manchmal sogar 2. Kann also nur am Lack liegen. Ausserdem haben andere Leute laut Produkttests genau dieselben Erfahrungen gemacht. Leider habe ich die Tests erst nach dem Kauf gelesen :/ Wollte ich nur mal anmerken ;)

24.06.2008 um 17:26 Uhr

Kurze Klage am Nachmittag

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft

Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann:

- Rassismus

- aus Scheisse Geld machen zu koennen

- was an Dummheit toll sein soll

- dass Menschen jedes noch so daemliche Vorurteil glauben

cn P

23.06.2008 um 00:20 Uhr

Blind sehend

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Vorurteile, Liebe, Kunst, Sprache

Es erscheint mir immer seltsam, wenn ich von Menschen hoere, dass das gesamte Leben auf Aeusserlichkeiten beruhe. Natuerlich passt es zu dem gedanklichen Bild, das ich von vielen Menschen habe - ein innerliches Bild, kein optisches.

Es heisst beispielsweise, Emotionen muessten immer an Aeusserlichkeiten gebunden sein. Wie koenne man ohne optische Reize Emotionen empfinden? Liebe gar? Ohne das Aeussere einer Person zu kennen... Aber wenn Emotionen nicht auch vollkommen non-visuell entstehen koennten, so sage ich dagegen, dann koennten Blinde nicht lieben und Belletristik ohne Illustrationen muesste sterbenslangweilig sein. Falsch! So ist es eben nicht. Waere die These, Emotionen koennten nur durch visuelle Reize entstehen, somit widerlegt? ;)

Viele Menschen machen sich, meiner Meinung nach, viel zu viel aus rein optischen Dingen... Ich moechte nicht schreiben, ich koennte Blinde beneiden, weil das bedeuten wuerde, Blindsein sei kein Problem (natuerlich gibt es sicher gebuertig Blinde, die gut zurecht kommen, aber fuer mich persoenlich waere es schlimm - wie soll ich auch ohne Augenlicht malen und die Ergebnisse selbst begutachten koennen? Sicher gaebe es Wege, aber es waere nicht dasselbe, als wenn man selbst ein Bild sieht). Aber Blinde werden durch optische Reize nicht abgelenkt. Sie haben zumindest keine optisch bedingten Vorurteile, wenn ein Mensch vor ihnen steht. Sicher koennten andere Vorurteile an diese Stelle treten: eine Vor-Beurteilung durch Stimme, Sprachduktus, usw. Aber die optische Huerde fiele weg.

Natuerlich muss man nicht physisch blind sein, um vom Optischen hin zum Inhaltlichen zu kommen... Menschen fuer ihr Sein, fuer ihre Meinung, ihr Wesen, zu moegen oder nicht zu moegen, nicht aufgrund irgendwelcher Aeusserlichkeiten. Meiner Meinung nach sollte nichts Anderes zaehlen, wenn man einen Menschen beurteilt... Denn fuer sein Aeusseres kann er in einem bestimmten Rahmen einfach nichts, seine Meinung und sein Denken aber kann man in einem bestimmten Masz beeinflussen. Selbst, wenn es nicht ginge, ein "schlechter" Charakter kann Menschen schaden, ein schlechtes Aussehen schadet eigentlich (ausser Intoleranten) niemandem.

Vielleicht mag ich schriftliche Kommunikation unter Anderem auch deswegen: man nimmt das Wesentliche eines Menschen wahr, und das ist nun einmal sein Charakter, der sich ohne Ablenkung im Denken widerspiegelt. Natuerlich kann die Schrift an sich und die Sprechweise auch schon beeinflussen, aber das ist dann wohl noch eher an den Charakter gekoppelt, als das Aeussere eines Menschen.

Was zaehlen sollte, sind nicht Aeusserlichkeiten, sondern Inhalte. (Ausser vielleicht in den bildenden Kuensten ;) )

cn P 

16.06.2008 um 14:57 Uhr

Gesammelter Wahnsinn

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Internet, Bizarr, Gesellschaft

"Fast-Kannibale von Cottbus erhält vegetarisches Starterkit von PETA Deutschland e.V."

und noch eine Liste anderer Daemlichkeiten - in eine etwas andere Richtung, aber nicht minder zum Augenverdrehen:

[1] click

[2] click

cn P

08.06.2008 um 20:55 Uhr

Bin ich froh, nicht mehr zur Schule zu gehen...

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Schule, Gesellschaft

Es ist ja schoen und gut, Markenwahn, Gewalt und Belaestigung ausschliessen zu wollen, aber einige der Regeln finde ich schon etwas enorm haarstraeubend... Da soll mal einer behaupten, Kinder/Jugendliche wuerden lernen sollen, eigenstaendig zu handeln... (Und damit ist folgendes Schriftstueck genauso schaedlich, wie Jugendgewalt und Mobbing auch *huestel*)

Auszug aus der Schulordnung einer Realschule in Goerlitz:

~*~

Erscheinungsbild

Insgesamt drückt das äußere Erscheinungsbild die persönliche Reife und den Entwicklungsstand einer Persönlichkeit aus. Zum Erscheinungsbild gehören Auftreten, Umgangsformen und die äußere Erscheinung durch Kleidung, Schmuck und Frisur.

Von unseren Schülern erwarten wir ein Erscheinungsbild, dass dem Besuch unserer Schule Rechnung trägt und damit positiv ist.

Maßstab sind gerade in den oberen Klassen jene Anforderungen, welche auch Ausbildungsbetriebe stellen. Unerwünscht sind auffällige Haarschnitte, auffällig gefärbte Haare sowie extremer Schmuck.

Schulkleidung

Die Kleidung der Schülerinnen und Schüler sollte sauber, ordentlich und neutral sein.

Untersagt sind jegliche rassistischen, sexistischen, Gewaltverherrlichenden oder politischen Aussagen (auch Symbole) auf Kleidung, Schultaschen und Arbeitsmaterial.

Untersagt ist das Tragen von SpringerstiefeIn und Stahlkappenschuhen, von Stachelhals- oder Stachelarmbändern, sowie von Gegenständen, weIche die Gesundheit anderer Schüler gefährden könnten.

Die Kleidung darf nicht gegen die Regeln des allgemeinen Anstandes verstoßen.

Behandlung von Arbeitsmitteln

Alle Arbeitsmittel sind grundsätzlich in einem funktionsfähigen und ordentlichen Zustand zu halten. Jegliche persönliche Aufschriften u.ä. sind zu unterlassen.

Hefter bekommen ein Deckblatt und werden mit dem Namen und der Klasse des Schülers beschriftet. Ebenso ist der Name des Schülers in die Federtasche zu schreiben.

In das Hausaufgabenheft werden nur Einträge auf Anweisung des Lehrers vorgenommen.

Schulbücher und Hefte sind mit einem Einband zu versehen und sorgfältig zu behandeln.

Schultasche

Die Schultasche hat die Funktion der ordentlichen und sichern Aufbewahrung von Schulbüchern und Arbeitsmitteln. Sie ist kein modisches Accessoire und unterliegt damit schulischen Anforderungen.

Um Bücher vor Beschädigung zu schützen, muss die Schultasche über einen festen Boden verfügen oder" durch die allgemeine Gestaltung zum Transport von Büchern (Aktentaschen) geeignet sein.

In die Schultasche ist der Name des Besitzers zu schreiben. Jegliche Aufschriften sind zu unterlassen.

~*~

cn P
 

08.06.2008 um 13:58 Uhr

So weit ist es also mit der Gesellschaft...

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Gesellschaft, Kunst, Intoleranz, Internet

Wow, da lade ich bei einer ernsthaften Kunstcommunity einen Teilakt (wie ueblich auch bei meinen Engeln nackt, bis auf ein Tuch ueber der Intimgegend) eines etwas moppeligen jungen Mannes hoch (bin immer wieder am Anatomie-Ueben, und das geht ohne zu viel Kleidung am besten), und schon wird das zu einem Skandal...

In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich, dass die Darstellung von Uebergewichtigkeit (weder glorifizierend, noch sonstwas, einfach nur mehr oder minder realistisch) gleich Proteste ausloest? 

Wie weit ist die Menschheit gefallen, dass jetzt schon fiktive Personen fuer ihre Dickheit beschimpft werden?

Die Leute sollten evtl mal ihre Augen oeffnen. Im Gegensatz zu der Welt irgendwelcher Seifenopern laufen auf der realen Welt ziemlich viele dicke Menschen herum. Das muss man nicht schoen finden, aber es ist eine Tatsache.

Ganz abgesehen davon, steht es mir als Kuenstler doch wohl frei, ob ich meine Darstellungen alle auf ein hyperaesthetisches Traumbild (oder gar ein wenig ZU magersuechtig) muenze, oder auch mal etwas zeichne, was den uniformen Massen nicht gefaellt: sei es nun ein Dicker, ein Mensch mit Narben, oder jemand mit nicht ganz strahlend weissen, auf den Millimeter genau geraden Zaehnen.

Schoen finden muss man meine Bilder nicht alle. Aber wenn man sie nicht mag, waere es tolerant, einfach nicht hinzusehen, schliesslich ist keiner dazu gezwungen (ich persoenlich wuesste auch nicht, wieso ich auf ein Bild, das ich nicht mag, negative Kommentare abgeben sollte. Stattdessen sehe ichs mir einfach nicht weiter an).

cn P 

01.06.2008 um 22:07 Uhr

Ist es Neid...

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Kunst, Gesellschaft

Ist es Neid oder einfach nur Aerger ueber die daemliche Gesellschaft, wenn man mitbekommt, dass ein vollkommen unfaehiger Kuenstler von den Medien hochgelobt und vom Publikum gefeiert wird, nur, weil er ein Butterstueck an eine Wand wirft, sich mit Rinderblut einschmiert, im Namen der Kunst Tiere quaelt oder Waende mit Schokolade einreibt, und sich dann denkt, dass es ungerecht sei, dass solche Leute viel Geld verdienen, Kuenstler, die noch handwerkliches Koennen vorweisen und interessant ein Thema darstellen koennen, hingegen unter Umstaenden nie angesehen werden und frueher oder spaeter verhungern?

cn P 

29.05.2008 um 22:44 Uhr

"Du bist Deutschland!"

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Politik, Medien, Geschichte

"Du bist Deutschland" - die Kampagne kennt wohl fast jeder Deutsche. Als Geschichtsstudentin fallen mir zu diesem Slogan folgende zwei Zitate/Situationen ein:

1. "Denn du bist Deutschland!" - ein NSDAP-Angehoeriger in einer Ansprache 1935 in Ludwigshafen ueber Adolf Hitler.

2.  "Wir alle, vom einfachen SA-Mann bis zum Ministerpräsidenten, sind von Adolf Hitler und durch Adolf Hitler. Er ist Deutschland!" - Göring 1934 bei einer Rede in Berlin.

Hm... Normalerweise sind die Damen und Herren doch so zimperlich bei allem, was auch nur ein bisschen an den Nationalsozialismus erinnert... Was also ist hier passiert? Unwissenheit? :P

cn P 

29.05.2008 um 01:36 Uhr

Society Identity Disorder

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken / Essays   Stichwörter: Mode, Gesellschaft, Intoleranz, Vorurteile

Bin ich pubertaer? Darf ich in meinem Alter pubertaer sein? Wer definiert das ueberhaupt? Fakt ist, bei einigen Dingen scheine ich auf einige Menschen vielleicht wenig festgelegt zu wirken, aber ich denke, ein Problem mit meinem Selbstbewusstsein habe ich nicht, wo doch staendig behauptet wird, um auch nur ein geringes Selbstbewusstsein zu haben, braeuchte man zwingend ein "intaktes Elternhaus". Scheidungskinder wurden immer zu Monstern stilisiert, Kinder von prueden Eltern ebenfalls - alle beziehungsunfaehig. Gut, dass meine Beziehungsunfaehigkeit nun schon zu ueber 5 Jahren Beziehung gefuehrt hat, ich kann mich nicht beklagen. Zwar muss ich zugeben, dass ich sicher anders fuehle, als "normal aufgewachsene" Menschen, wenn man das verallgemeinern koennte. Vielleicht musste ich relativ frueh autark handeln, weil sich um mich keiner gekuemmert hat, vielleicht habe ich deswegen einen eigenen Willen - und glaube, obwohl seit Geburt eingeimpft, den rassistischen Quark meines so genannten "Vater"s nicht. Ich lasse mich von niemandem indoktrinieren, ausser vielleicht von mir selbst. Aber da weiss ich wenigstens, was ich mir antue und tue es aus Ueberzeugung - also gewissermaszen doch frei. Meine Kindheitslosigkeit hat mir sehrwohl auch Defizite beschert - aber meine Ideale und meine eigenen Moralvorstellungen habe ich und halte mich dran - ich bin treu gegenueber dem, wofuer ich meine, dass es sich lohnt, treu zu sein - und mein Selbstbewusstsein? Verglichen mit anderen Menschen habe ich da wohl auch "Glueck".

Ich weiss ja selbst nicht, woran es liegt. Es gibt Menschen, die finden mich schoen, sehr schoen sogar, wenngleich ich mich selbst nicht fuer eine ueberragende Schoenheit halten wuerde. Wobei ich festgestellt habe, dass ich mir meiner koerperlichen Makel erst bewusst werde, wenn ANDERE mich darauf ansprechen. Ich selbst kaeme nicht auf die Idee, mich deswegen haesslich zu finden... Wegen einer griechischen Fussform, die wohl nur 15% der Menschheit hat (grosse Zehe kleiner als die darauf folgende, also quasi keine abfallende Linie, sondern eine Faecherform). Oder wegen eines Ohrs, das scheinbar absteht, da es drei Milimeter zu weit vom Kopf entfernt ist (da gibt es tatsaechlich eine Norm, ab wieviel mm ein Ohr abstuende). Andere Dinge habe ich mir mehr oder weniger selbst ausgesucht. Mir nicht die Arme zu rasieren. Mich relativ maennlich zu kleiden. Und meine Narben, die haette ich mir auch ersparen koennen, aber nein, ich habe sie mir irgendwie auch "ausgesucht"... Schoen finde ich sie nicht, aber, das muss ich zugeben, sie gehoeren zu mir, zu meiner Erinnerung, und daher will ich sie behalten. Schoen finde ich mich nicht unbedingt, nach welchem Schoenheitsideal auch immer man geht (an das neuste inklusiver magersuechtiger Duerrheit will ich mich gar nicht annaehern). Aber das macht mir gar nichts aus! Ich finde mich aeusserlich interessant. Das "Gesamtkonzept" geht auf. Mein Aussehen erzaehlt von mir und meinem Leben. Auf 08/15-Durchschnitts-"plastic people", die blind dem Schoenheitsideal folgen und fuer die Attraktivitaet bedeutet, makellos und kuenstlich wie eine Barbiepuppe auszusehen, wirke ich sicherlich nicht attraktiv. Aber die Menschen, die Makel interessant finden oder die ein bestimmtes "Bild" schoen finden, duerften sich an mir nicht stoeren. Ausserdem sind es ja nur kleine(?) Makel. Ich habe noch alle Arme und Beine, obwohl ich tatsaechlich sagen wuerde, auch an arm- und/oder beinlosen Menschen wuerde ich mich PERSOENLICH nicht stoeren. Aber ich kann ja nicht von jedem so eine Toleranz erwarten, oder?

Aber zum Thema Selbstbewusstsein... Mich verwundert es immer wieder, wie Personen, die doch eigentlich nahezu dem Ideal entsprechen muessten, derart Komplexe haben, dass sie sich nichts trauen... Es gibt tausende Weibchen, die sich ohne Makeup nicht vor die Haustuer trauen. Die sich schaemen, wenn sie kein Designerkrams anhaben. Die kaum nackt in ihre Badewanne steigen koennen, weil sie sich ueberall wabbelndes Fett einbilden und sich vor sich selbst ekeln. Wie oft habe ich (Blogs, etc) gelesen, wo es hiess, man traue sich nicht, ungeschminkt oder nackt sichtbar seinem Partner (und das trotz zT mehrjaehriger Beziehung, Sex inklusive) gegenueber zu treten. Was sind das fuer Zustaende, dass man sich einer Person, mit der man intim ist, die einen also eigentlich kennen sollte, nicht mehr so begegnen kann, wie man tatsaechlich ist? Diese Gesellschaft scheint komplexbeladener denn je, soetwas scheint schon "normal" zu sein, und ich frage mich nur: Wieso? Muesste ich nicht eigentlich verschaemt meinen Koerper verbergen, bei den ganzen Narben? Einen dicken Hintern hab ich auch :P Trotzdem bekomme ich keine Weinanfaelle unter der Dusche. Wieso ist Selbstakzeptanz so schwer? Vielleicht glauben viele nicht, sich mit ihrem Koerper zu einem gewissen Masz abfinden zu muessen, sich einfach akzeptieren, und halten sich daher immer fuer imperfekt, haesslich und dringend verbesserungspflichtig. Ich will jetzt nicht zu weit zum Thema Schoenheits-OPs wechseln, aber bei denen, die meinen, sie muessten sich zerschneiden lassen, waere es wohl sinnvoller, an der Psyche zu arbeiten, statt am Koerper zu schneiden. (OPs, die rein dem Aeusseren dienen, finde ich nur bei starken Entstellungen zB durch einen schweren Unfall verstaendlich).

Der Koerper... Knecht von Moden. Kein eigenstaendiges Schoenheitsideal, immer in Muster passen wollen. Dazugehoeren wollen. Stimmt, wenn man gesellig ist, ist es wohl schwer, dazu zu gehoeren, wenn alle daemlichen Moden folgen und mit anderen Menschen nichts zutun haben wollen. Daher habe ichs in der Hinsicht vielleicht so "leicht". Wobei es ja durchaus auch Menschen gibt, die sich am Aeusseren ihrer Gespraechspartner nicht stoeren, aber die findet man dann wohl auch nicht ueberall... Zum Thema Ich+Umwelt... Ich merke immer wieder, dass ich nicht ins Bild passe, das andere Leute gern von den Schubladen, die ich laut ihnen gehoeren muss, ausgehen und aergerlich reagieren, weil ich nicht hinein passe. Wir kennen die "Benimm dich seinem Alter/Geschlecht/Stand gemaess!"-Sprueche, im Prinzip... Noch arbeite ich nicht und kann mich relativ kleiden, wie ich will. Nicht, dass ich schlampig waere, aber der Stil ist doch leger und nicht feminin. Allerdings wuerde es zu meinem Selbstempfinden nicht passen, in hochhackigem Kram mit kurzem Roeckchen und irgendnem zu engen Top durch die Gegend zu stoeckeln. Jeans, Tshirt (und zwar ein "normales", kein figurbetonendes fuer Frauen) und Sneakers (das, was man mal Turnschuhe nannte) reichen mir... Oder im Winter Jeans, Pullover, absatzlose Stiefel. Ein wenig grauts mir, wenn ich einen Beruf suchen muss und mich dann gefaelligst kleiden soll, wie eine "erwachsene Frau". Aktuell bekommt man beim unfemininen Stil hoechstens negativ vorgeworfen, man sei eine "Lesbe", aber das ist mir egal.

Es ist einfach so, dass ich mich selbst in typisch weiblicher Kleidung nicht wiederfinde, ich finde auch typische "Frauenthemen" langweilig, ich benehme mich nicht so, ich denke, mein Koerper ist das einzig Weibliche an mir... Maennlich bin ich aber auch nicht direkt, die Kleidung vielleicht ein wenig... Das Verhalten entspricht keinem der Klischees (oder, euphemistisch: Rollenbilder). Mir persoenlich macht es nichts aus, dass ich so bin, wie ich bin (ich will mich auch nichts eindeutig zuordnen, weil ich mich als "etwas" dazwischen empfinde). Leider macht sich das Umfeld aber gern ueber Menschen her, die dem Klischee nicht entsprechen. Fing in der Kindheit schon mit "Mutter"s "Benimm dich doch mehr wie ein Maedchen!" an, ging ueber das "Du waerst doch bestimmt lieber ein Junge!" in der Grundschule und bis zur Mittelstufe, und heute? Nichts ist anders. Waere aber wuenschenswert, wuerde man als Nicht-100%ig-Frau und auch Nicht-100%ig-Mann genauso akzeptiert werden, wie die, die jedem Klischee entsprechen... Aber die Rollenbilder, Klischees... Die Medien verbreiten sie weiter. Ich will mich jetzt gar nicht ueber Sex and the City aufregen, auch, wenn ichs beschissen finde, was fuer ein Frauenbild dort aufgebaut wird (Frau = oberflaechlich, interessiert sich nur fuer Shopping, Schuhe, Karriere, Sex und hat sonst keine Interessen). Klar ist es ironisch, das Problem ist, Massen von Dummen verstehens nicht, erklaerens zum Kult und die dummen Tussen werden zu Vorbildern... Erkennt man an zahlreichen Jung"erwachsenen", die schwafeln, sie waeren gern wie Protagonistin XY, und die Kleidung von denen verkauft sich auch prima als Massenware bei H und M.

Man muss der Serie nicht die Schuld geben koennen, wenn die Zuschauer sie falsch interpretieren. Dennoch gefaellt mir diese Klischeehaftigkeit, Ironie, oder nicht, nicht - uebrigens auch bei diversen anderen Filmen und Buechern. Natuerlich muss ein Medium nicht immer tiefsinnig sein, diverse leichte, sinnlose Kost ist legitim. Ich sehe mir auch nicht immer wirklich schwerwiegende Dinge an. Wobei man sich streiten kann, ob seichte Kost ab einem bestimmten Masz nicht auch schaedlich ist... Aber kommen wir zum Thema zurueck (das bei mir aber auch schon durchgekaut sein duerfte *huestel*): Rollenbilder und die Nichteinhaltung dieser... Ob man das biologisch nicht kann und daran leidet, oder ob man es akzeptiert, oder ob man es sogar absichtlich ablehnt, dem traditionellen Bild zu entsprechen... Ich wuerde mittlerweile sogar ausdruecken, dass es, zumindest in meinem Fall, wo ich mit meinem Koerper vollkommen zufrieden bin, keinesfalls irgendeine Art von Gender Identity Disorder ist. Es ist eine Society Identity Disorder - Ich fuehle mich der Gesellschaft, zu der ich gehoeren soll, aufgrund meiner Persoenlichkeitsmerkmale kaum zugehoerig. Vielleicht ist es auch die Menschheit an sich, oder zumindest ein grosser Teil dieser. Ich glaube aber (wie alle Kranken? ;) ) nicht, dass ich krank bin. Ich denke, wenn ueberhaupt, dann ist die Intoleranz der Gesellschaft gegenueber Andersartigem irgendwie "krank". (Ja, ich weiss, biologisch ist es sinnvoll, sich vor Unbekanntem zu aengstigen, aber der Mensch veraendert die Natur und fuehlt sich doch so aufgeklaert - sollte er dann nicht auch die evolutionaer bedingte Intoleranz beherrschen koennen?).

cn P

25.05.2008 um 16:13 Uhr

Noch paar Presseschnipsel zum ESC 2008

Noch paar seltsame Zitate bezueglich Finnland (ich hab ja bekanntlich in letzter Zeit so einige aufgeschnappt, das heute duerften die letzten sein; hab mich da mehr oder minder zu "verpflichtet", mal zu beobachten, wie Teraesbetoni in Deutschland in den Medien ankommen):

Finnland schickt eine Heavy Metal Band an den Start: Teräsboni. Der dynamische finnische Titel erinnert doch stark an den "Tschingistan" aus dem Ende der 70-er.

Ich glaube, mehr dumme Schreibfehler konnte man nicht in zwei Saetze packen... Und was fuer eine Grammatik ist das? Abgesehen davon, was haben Teraesbetoni mit Mongolen gemein? Die Kleidung und die Musik ganz bestimmt nicht, eigentlich gar nichts, wenns man genau sein will... Und der Gedanke, Kriegerthematiken im Metal seien von irgendwelchen komischen Schlagergruppen geklaut, ist ja wohl auch haarstraeubend.

die Rocker aus „Terasbetoni" aus Finnland

Gibts fuer Schreibfehler und schlechte Recherche jetzt mehr Geld, oder was?

Lettland, Estland, Ukraine, Griechenland, Finnland und Dänemark - alles Sieger der letzten Jahre - haben den Wettbewerb nämlich nur aufgrund sehr vorteilhafter geographischer und ethnischer Konstellationen gewonnen.

Dieses Zitat bezieht sich, was Finnland betrifft, auf Lordi. Die - wir erinnern uns - von JEDEM Land (ausser 2 oder 3, von ueber 40) Punkte bekommen hatten. Nur wegen der Nachbarlaender gewonnen? Nicht wirklich. Ach ja, aber seitdem ich durch diverse Artikel gelernt habe, dass Finnland zum Ostblock zaehlen wuerde, wundert mich gar nichts mehr...

finnischer Hair-Metal

Aha, wenn von 4 Leuten zwei normales, glattes langes Haar haben, und zwei eine Glatze, ist das also "Hair-Metal". Ich kannte den Namen bisher nur fuer Bands, die sich aufpudeln und bei denen das Aeussere viel wichtiger ist, als die Musik, und genau das konnte ich bei Teraesbetoni NICHT erkennen... Denn wenn sies auf viel Show plus Kostuemprunk plus Effekte angelegt haetten, haette das sehr anders ausgesehen. Interessant, dass die "normale Gesellschaft" gewoehnliche schwarze Lederkleidung als Kostueme empfindet.

Mit der Startnummer acht für Finnland: Teräsbetoni mit „Missä Miehet Ratsastaa". Angeblich geht's im Text um die Situation an einer Baumarktkasse.

Diesen Bloesinn ueber Baumaerkte hab ich schon MEHRFACH auf angeblich serioesen Nachrichtenseiten gelesen. Wer hat sich diesen haarstraeubenden Bloedsinn ausgedacht? Wie dumm muss man sein und wie rechercheunfaehig? Auf der offiziellen ESC-Seite und nicht nur dort stehen Originaltext und englische Uebersetzung, das kann ein Blinder finden - wenn er will.

Sehen alle so aus, als ob man ihnen besser keine Beule ins Dreirad fährt.

Nun kenne ich Jarkko persoenlich und weiss daher, was fuer ein Mensch er ist, was auf andere Personen (und das Gros der Reporter) nicht zutrifft. Dennoch kann ich mir nicht erklaeren, wieso diese Gruppe fuer derart boese gehalten wird... Sie haben nicht einmal ein boeses Image. Auf 50% aller Pressefotos grinsen sie wie kleine Jungs, und es gibt auch einige in "normaler Kleidung" - wie koennen Leute ueberhaupt an das "langhaarige Maenner sind boese, kinderfressende und katzenschlachtende, gewalttaetige Rocker"-Klischee glauben? Zumal, wie erwaehnt, nur die Haelfte ueberhaupt lange Haare hat (vor einigen Monaten warens noch drei Viertel, seis drum)...

Nebenbei:

Aserbaidschan (heftiger Metallbeitrag auf hohem Gesangsniveau)

Metal? Aserbaidschan? Wo?

Ob noch mehr kommt? Keine Ahnung...

cn P

Schräge Vögel wie "Dustin the Turkey" aud Irland, "Teräsbetoni" aus Finnland oder die "Pirates of the Sea" aus Lettland versprechen schon in der Vorrunde jede Menge Lacher.

Teräsbetoni heißt die düstere Truppe

die grimmigen Hardrocker der finnischen Teräsbetoni

finnischen Karneval-Metallern Lordi und ihrem bizarren »Hard Rock Halleluja«

etc etc etc