Frauen Bewegen Frauen

10.11.2017 um 15:23 Uhr

Wenn die Blätter fallen

Hallo Ihr Lieben!

So nach u. nach fallen auch die Letzten.

Mit Wind gefegt. Mit Verlaub belaubt.
Blätterdächer. Baumbekleidungen. Belaubungen.

Von Gold zu Gelb.

Von Leuchtkraft zu Flatterhaftigkeit.
Einsammeln. Einmotten. Einheizen.

Der Winter kommt bestimmt.

Die Nebelwände. Das Unsichtbare.
Laubfall. Lautlos. Leblos. Lebhaft.

Der Tee schmeckt jetzt viel besser.

Wahlweise mit Schuss oder mit Zimt.
Nordwind. Normalnull. Novemberkrimi.

Die Zeit der Langsamkeit rückt näher.

Weniger Hektik. Mehr Lebensinhalt.
Wollsocken. Wärmeflaschen. Wollmäuse.

Wenn die Blätter fallen.

Den Blog mal Blog sein lassen.
Ausruhen. Abtauchen. Auftanken.

In diesem Sinne….

Der Langsamkeit Raum geben.
Müßig der Muße frönen oder so. ;-)

Danach gehts mit frischem Wind weiter!

Für euch noch ein paar Schmankerl. ;-)

Eine kleine Perle vom Zaubermantel:

http://www.blogigo.de/Zaubermantel/Perlen/2502/

Nachhaltige Mode:

Spanische Designerin erfindet Leder aus Ananas
http://ze.tt/nachhaltige-mode-spanische-designerin-erfindet-leder-aus-ananas/

Astronomy Picture of the Day

https://apod.nasa.gov/apod/archivepix.html

Eichhörnchen bereitet sich auf den Winter vor

https://www.youtube.com/watch?v=Vj3SZsyg3HA

Passt gut auf euch auf!

Liebe Herbst Grüße
Violine

03.11.2017 um 18:28 Uhr

Positives im Herbst :-)

Hallo Ihr Lieben!

Vorerst bleibe ich mal auf der Positiv Welle. ;-)

Und werde zwischen den eher härteren Themen bei Gelegenheit kleine positive Nachrichten einschieben. Ein wilder Mix. So bunt wie die Herbstblätter. :-)

Nachdem wir unlängst durch eine Langzeitstudie erfahren mussten, dass Insekten u. Vögel rapide abgenommen haben. Sollten wir viel mehr Abwechslung schaffen. Das betrifft natürlich vor allem die Bauern.

Aber ganz persönlich kann jede/r für bunte Blumenvielfalt sorgen im Garten u. auf dem Balkon u. auch das ganze Jahr hindurch die Vögel füttern, wenn irgend möglich.

https://www.welt.de/wissenschaft/article160166830/Wir-haben-die-moralische-Pflicht-Voegel-zu-fuettern.html

Zum Glück tut sich auch was in der Landwirtschaft:

Silphie – der Ersatz für Mais als Energiepflanze
http://www.gute-nachrichten.com.de/2017/10/umwelt/silphie-der-ersatz-fuer-mais-als-energiepflanze/

Auszug:

„Zur Herstellung von Biogas dient in Deutschland in allererster Linie der Mais. Skeptiker sagen, dass es eine Verschwendung wäre, ein Nahrungsmittel zur Energieerzeugung zu verwenden. Nun hat man festgestellt, dass an vielen Standorten der Anbau von Mais durch die Durchwachsene Silphie ersetzt werden könnte. Diese braucht wesentlich weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel und bietet für viele Insekten eine gute Nahrungsquelle, ganz im Gegensatz zum Mais. Sie stammt ursprünglich aus den gemäßigten Zonen Nordamerikas und gedeiht bei uns sehr gut. Man nennt sie auch Kompass- oder Becherpflanze. Sie braucht weniger Dünger, sie erodiert den Boden nicht, lockt keine Wildschweine an, die Schäden anrichten können und sie braucht weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel. Nicht zuletzt finden Bienen, Hummeln und andere Insekten mit der Silphie, die bis in den Spätherbst hinein blüht, reichlich Nahrung.“

Um meinem Feministischen Blog gerecht zu werden,

auch dazu etwas Positives. ;-)

In England gab es heftigen Streit darum, ob bekannte Frauen, außer der Queen, auf den Banknoten erscheinen sollten. Die Initiatorin wurde daraufhin auf das Heftigste angegriffen online. Samt Morddrohungen. Unfassbar. Doch sie hat es geschafft!! :-) Kampagne für Jane Austen auf britischen Banknoten erfolgreich:

https://www.theguardian.com/business/2017/sep/14/jane-austen-10-note-campaigner-donate-first-shelter-caroline-criado-perez

Auszug:

„A campaigner who forced the Bank of England to have female representation on banknotes has pledged to donate her first Jane Austen tenner to a women’s shelter as the new plastic currency enters circulation.

Criado-Perez was subjected to online abuse after leading the campaign for female representation. Writing in the London Evening Standard she said she would not quite believe the success of the campaign until she held a new tenner in her hand. “I imagine it will feel amazing,” she said. Criado-Perez, co-founder of the feminist blog the Women’s Room, added: “I’ll be donating my first Austen tenner to my local women’s shelter. It feels like the right way to end this chapter of my life.”

Und noch was zum Selbstbewusstsein von Frauen im Job. ;-)

http://www.taz.de/!5455948/

Auszug:

„Immer langsam mit der Braut“ Barbara Schaeffer-Hegel ist Feministin. Eine, die Frauen nicht als Opfer sieht, sondern sie in Führungsfunktionen sehen will. Darüber hat sie nun ein Buch geschrieben. Unsere Trainings zielten immer auch darauf, dass die Frauen selbstbewusst und durchsetzungsfähig werden. Damit sie zum Beispiel bei einer Gehaltsverhandlung sagen: „Das will ich haben!“, und nicht: „Was kriege ich denn, bitte schön?“

Wer zufällig in NRW wohnt… Ein Bauernhof gibt umsonst Gemüse ab, dass wegen einiger Macken nicht verkauft werden kann. Kostenloses Bio-Gemüse aus Kaast (NRW):

https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/bio-gemuese-fuer-umme

Auszug:

Gemüse, das der Einzelhandel auf Grund optischer Mängel nicht möchte, wird auf dem Lammertzhof kostenfrei zur Verfügung gestellt.“

Soweit mir bekannt ist, gibt es auch inzwischen einige Bio-Läden, die Gemüse für umme anbieten u. dafür im Laden Stiegen mit Obst u. Gemüse aufstellen zum Selbstbedienen. Das machen auch einige der bunten türkischen/arabischen Obststände gerne.

Eine sehr gute Idee, ganz besonders für arme Menschen!

Könnt ihr übrigens auch machen, wenn ihr zu viel Obst/Gemüse im Garten habt. Es entweder direkt bei Frauen Tagestreffs abgeben oder an die Tafeln verteilen. Die freuen sich! Und ihr gleich mit. Denn wie heißt es so schön: Geteilte Freude ist doppelte Freude. :-)

Zum Wochenende auch was zum Freuen. ;-)

Beautiful Earth

https://www.youtube.com/watch?v=DTZWgHfGhus

Meine erste Walnuss

https://www.youtube.com/watch?v=egTd8Ps5aUM

How to attract Birds to your Garden

Kleine schöne Fütteranleitung
https://www.youtube.com/watch?v=jH0425VzERs

Sorgt gut für euch/andere!

Liebe Grüße
Violine

27.10.2017 um 18:21 Uhr

Die #Me too Kampagne

Hallo Ihr Lieben!

Sturm im Wasserglas – oder mehr?

Das fragen sich einige bei der o.g. Kampagne.
Worum es geht?

Begonnen hat alles mit der Schweinerei von US-Produzent Weinstein. Ein sehr mächtiger Mann in Hollywood, der Frauen zu sexuellen Handlungen zwang oder sie würden nie Fuß fassen in der Branche, dafür sorge er. Alle wussten davon, nur keiner sprach drüber. Nun ist es raus.

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/weinsteinalle-wussten-bescheid-334893

Im Internet forderte eine kanadische Journalistin, die den Skandal öffentlich machte, dazu auf sich zu melden, wann andere Frauen „ihren Weinstein getroffen haben“. Was eine riesen Welle in Bewegung setzte. Weltweit. Womit wohl keiner rechnete.

Inzwischen ist es in allen Medien. Und es hört nicht mehr auf. Mehr u. mehr Frauen melden sich u. erzählen von Übergriffen. Sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz, auf der Straße, überall.

http://www.emma.de/artikel/das-problem-das-jetzt-einen-namen-hat-334931

http://www.emma.de/artikel/verpfeif-dein-schwein-334913

Auszug:

„Die Affäre Weinstein hat die Mauer des Schweigens niedergerissen. Im Netz veröffentlichen tausende Frauen ihre eigenen Erfahrungen. Von Frankreich bis Kanada. Auch in Deutschland twittern Frauen unter "Me too" über sexualisierte Gewalt.

Anne T. Donahue ist die Erste. Als die New York Times am 5. Oktober ihre Artikel-Serie über die Affäre Weinstein eröffnet, loggt sich die kanadische Journalistin auf Twitter ein. „Wann hast du DEINEN Harvey Weinstein getroffen? Ich fange an: Ich war eine 17-jährige Schülerin an einer Gemeinschaftsschule und er hat darauf bestanden, meine Schultern zu massieren, während ich tippte“, schreibt sie und klickt auf senden.

Zehn Tage später hat der Tweet der Kanadierin fast 14.000 Likes, er ist 5.500 Mal geteilt worden – und rund 5.000 Frauen haben unter #MyHarveyWeinstein geantwortet. „Der übergriffige Fahrlehrer, der den Mädchen sagte, dass sie ihren Führerschein nicht bekommen, solange sie ihn nicht küssen“, schreibt eine. „Der Kollege, der mich in die Toilette gedrängt hat und mich dazu zwingen wollte, seinen Schwanz zu berühren. Seinen Job hat er immer noch“, eine andere.

Anne T. Donahue hat in ein Wespennest gestochen. Denn natürlich ist - wie Emma Thompson es in diesen Tagen formulierte - Weinstein „nur die Spitze eines ganz bestimmten Eisbergs“, den jede Frau kennt, nicht nur in der Filmbranche. Und so ist es auch nicht überraschend, dass inzwischen nicht mehr nur in Kanada, sondern auch in den USA und in Frankreich ganz ähnliche Aktionen im Netz laufen.

#Balancetonporc, Verpfeif dein Schwein, fordern die Französinnen auf. Angefangen hat die Journalistin Sandra Muller. Die hatte am Freitag auf Twitter geschrieben: „Erzähl auch du von deinen Erfahrungen mit sexueller Gewalt, die du in deinem Job erlebt hast. Und nenne Namen.“

Und die US-Amerikanerinnen schreiben: „Me too!“ Auch ich bin betroffen! Dazu hatte am Sonntag die Schauspielerin Alyssa Milano („Charmed – Zauberhafte Hexen“) auf Twitter aufgerufen: „Falls du auch sexuelle Gewalt erfahren hast, antworte mit ‚Me too’ auf diesen Tweet“. Ein Freund habe ihr das vorgeschlagen, schreibt Milano, „um den Menschen ein Gefühl für das immense Ausmaß des Problems zu vermitteln“. Es antworteten über 30.000 - innerhalb weniger Stunden.“

Die EMMAs berichteten bereits über Täter in Hollywood:

http://www.emma.de/artikel/der-dreckige-traum-von-hollywood-317251

Bei uns meldeten sich daraufhin auch einige Politikerinnen zu Wort:

https://www.gmx.net/magazine/politik/andres-nahles-spd-erfahrungen-sexismus-politik-32591614#.homepage.single.Nahles%20erlebt%20st%C3%A4ndig%20Sexismus.0

Auszug:

Seit bekannt wurde, dass US-Produzent Harvey Weinstein etliche Frauen sexuell belästigt und missbraucht haben soll, spricht die ganze Welt über Sexismus. Nicht nur in Hollywood, auch in der deutschen Politik sei Sexismus an der Tagesordnung, sagt nun Andrea Nahles, die mächtigste Frau der SPD.

Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat in ihrer politischen Karriere immer wieder Erfahrungen mit Sexismus gemacht. "Eine typische Sexismus-Erfahrung ist, dass Frauen nicht ernst genommen werden. Ich habe in meinem Leben unglaublich oft gehört: Die kann das nicht. Oder: Sie ist noch nicht so weit", sagte Nahles der "Bild am Sonntag" laut einer Vorabmeldung.

Bei Frauen werde sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben stünden. "Ich kenne nichts Vergleichbares bei Männern", sagte Nahles. Bei Frauen stehe auch viel zu oft das Aussehen im Vordergrund.“

Doch das ist noch nicht alles. Aus dem EU-Parlament hören wir nun von weiteren sexuellen Übergriffen, wobei wohl deutsche Parlamentsmitarbeiter treibend waren.

https://www.gmx.net/magazine/unterhaltung/kino/weinstein-skandal/berichte-schwere-sexuelle-belaestigungen-eu-parlament-32593906#.homepage.hero.Sexuelle%20Bel%C3%A4stigung%20im%20EU-Parlament%3F.2

Auszug:

„Im Zuge des Weinstein-Skandals beginnen nun auch Mitarbeiterinnen des Europaparlaments über das Thema sexueller Missbrauch zu reden. Ihre Berichte sind alarmierend. Auch deutsche Abgeordnete sollen Frauen belästigt haben.

Die britische Zeitung "The Sunday Times" und andere Medien hatte zuvor schwere Vorwürfe von Parlamentsmitarbeiterinnen öffentlich gemacht. So sollen männliche Abgeordnete Frauen auf verschiedenste Arten sexuell bedrängt oder begrapscht haben. In einem Fall habe ein Parlamentarier vor einer jungen Assistentin masturbiert, schreibt die "Sunday Times". Der Zeitung zufolge sind unter den Beschuldigten mindestens zwei deutsche Abgeordnete. Einer von ihnen wird sogar als "führend" bezeichnet.

Die Identitäten der anderen Beschuldigten enthüllte das Blatt nicht - nach eigenen Angaben auf Wunsch der Parlamentsmitarbeiterinnen. Die Frauen hätten Angst um ihre Karrieren und fürchteten eine mögliche juristische Auseinandersetzung, schrieb die "The Sunday Times".

Wie gut, dass in Deutschland seit letztem Jahr gilt: Nein heißt Nein! Sprich, sexuelle Belästigung ist strafbar geworden. Kaum zu glauben, dass es das bisher nicht war. Ist aber leider so. Von daher ist dieses Gesetz für Frauen auch so wichtig, nach Jahrzehnte langem Kampf.

http://www.emma.de/artikel/eine-revolution-fuer-die-frauen-332995

Auszug:

Nein heißt jetzt endlich Nein! Es ist ein historischer Moment. Dank des Schulterschlusses der Politikerinnen von Union und SPD. Und auch "Grabschen" und Gruppengewalt sind von nun an strafbar. Nur die Grünen und Die Linke stimmten gegen Letzteres.

Über drei Jahrzehnte hat es gedauert. „Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“ Als die stellvertretende Bundestagspräsidentin Claudia Roth dieses überwältigende Ergebnis verkündete, erhoben sich die Abgeordneten von den Plätzen und spendeten Standing Ovations. Was Feministinnen, allen voran EMMA, seit Anfang der Achtziger Jahre fordern, wird nun auch in Deutschland endlich Gesetz: Nein heißt Nein! Eine weitere Revolution: Auch die sogenannte Sexuelle Belästigung ist künftig ein Straftatbestand!

Jetzt heißt es zu den verharmlosend "Belästigung" genannten sexuellen Übergriffen im neuen § 184i: „Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Als "besonders schwerer Fall" gilt, wenn „die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird“.

Wie allen inzwischen bekannt sein müsste, beginnt Sexualisierte Gewalt immer erst mit Sexismus, steigert sich zur Sexuellen Belästigung u. endet in brutaler Gewalt gegen Frauen. Die vorwiegend privat geschieht, aber sich ebenso in Prostitution u. Pornographie deutlich zeigt. Letztendlich führt dieses Frauenbild zum Frauenhass.

Die EMMAs haben mal eine Chronik der Sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz aufgestellt. Seit den 70igern wird drüber gesprochen, gehen Frauen deshalb auf die Straße. Geändert hat sich, wie wir heute sehen, kaum etwas - was das Frauenbild angeht.

http://www.emma.de/artikel/sexuelle-belaestigung-im-beruf-die-chronik-333445

Auszug:

„Wie die Frauen endlich anfingen, über sexuelle Belästigung im Beruf zu reden, von den frauenbewegten 1970er Jahren bis heute(2013).

1978 EMMA berichtet in ihrer März-Ausgabe zum ersten Mal über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: „Ferkel im Betrieb“.


1980 
In den USA wird MacKinnons Entwurf vom Parlament verabschiedet: „Sexual Harassment“ gilt nun als Verstoß gegen den Civil Rights Act, also als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Die Kommission für Chancengleichheit am Arbeitsplatz (EEOC) bestimmt in ihren Richtlinien: Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, seine Arbeitnehmerinnen vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Die ersten Frauen erklagen Schadensersatz.

1992 In Deutschland erscheint eine Flut von Publikationen zur sexuellen Belästigung: in dem feministischen Verlag Frauenoffensive „Tatort Arbeitsplatz“, beim Deutschen Gewerkschaftsbund der Ratgeber „Nein heißt Nein!“; das Bundesfamilienministerium veröffentlicht eine Broschüre über „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Und Frauenministerin Angela Merkel legt den Entwurf für ein Gesetz vor, das Frauen vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen soll. „Kohls Mädchen“ wird dafür in den Medien scharf angegriffen.

1994 Am 1. September tritt in Deutschland das „Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung“ in Kraft, kurz: Beschäftigtenschutzgesetz. Es definiert sexuelle Belästigung als „jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt“. Darunter fallen nicht nur strafrechtlich relevante Taten wie sexuelle Nötigung, sondern auch „Aufforderungen zu sexuellen Handlungen“ oder das „Anbringen pornografischer Darstellungen“. Und: „Arbeitgeber und Dienstvorgesetzte haben die Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen.“

2000 Der Rat der Europäischen Union beschließt zwischen 2000 und 2004 vier Richtlinien zur Gleichbehandlung. Sie verbieten die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Rasse, Religion, Behinderung, sexueller Orientierung und Alter. Alle Mitgliedsländer müssen die Richtlinien innerhalb von drei Jahren in ihre Gesetzgebung umsetzen….“

Es macht Sinn, sich öfters mal die Historie anzusehen, die Frauen Historie um genau zu sein. Viele wissen gar nicht, dass Frauen im 18.Jahrhundert bereits um diese Frauenrechte gekämpft haben, ja dafür sogar im Gefängnis landeten. Mal ein paar Beispiele:

http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/louise-dittmar/

Auszug:

„Dittmar sieht in der Dominanz des männlichen Prinzips das zentrale Problem, das es zu lösen gilt. Erst ein Umbau der Gesellschaft, der aus dem männlichen Prinzip ein menschliches Prinzip mache und die Eigenschaften der Materie und des Geistes beiden Geschlechtern zugestehe, könne wirkliche Veränderung mit sich bringen.“

http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/hedwig-dohm/

Auszug:

"Ich bin des Glaubens, dass die eigentliche Geschichte der Menschheit erst beginnt, wenn der letzte Sklave befreit ist, wenn das Privilegium der Männer auf Bildung und Erwerb abgeschafft, wenn die Frauen aufhören, eine unterworfene Menschenklasse zu sein."

Als um die Jahrhundertwende die Attacken auf die Radikalen schärfer werden, schlägt Dohm mit ihren Schriften zurück. In ihrem Werk ‚Die Antifeministen’ unterteilt sie die Gegner der Frauenbewegung in vier Kategorien („Altgläubige“, „Herrenrechtler“, „praktische Egoisten“ und „Ritter der mater dolorosa“) und entlarvt Nietzsche, Schopenhauer und Maupassant als pathologische Frauenfeinde, die entweder pervertierte („Sie sehen vor lauter Dirnen das Weib nicht.“) oder gar keine Beziehungen zum anderen Geschlecht haben („Aus der Biografie seiner Schwester dürfen wir schließen, dass Nietzsche niemals intime Beziehungen zu Frauen gehabt hat.“) Hedwig Dohm ist nicht nur Feministin, sondern auch Pazifistin...“

Wie wir an der #Me too Kampagne sehen, gehört Sexuelle Belästigung u. Gewalt weiterhin zum Alltag von Frauen, egal wo sie sind. Was bedeutet: An der grundsätzlichen Haltung der Gesellschaft, bzw. der Männer hat sich scheinbar immer noch nichts geändert.

Wieso ist das wohl so?

Weshalb müssen Frauen immer um ihre Rechte kämpfen? Rechte, die Männer schon seit ihrer Geburt haben, bzw. sie ihnen nicht genommen werden. Wie z.B. das Selbstbestimmungsrecht über Körper u. Sexualität. Frauen wurden u. werden kaum oder gar nicht ernst genommen, wenn es um ihre sexuelle Selbstbestimmung geht.

Mal im Verhältnis gesehen: Werden Männer regelmäßig(!) von Männern sexuell belästigt u. vergewaltigt? Müssen Männer täglich damit rechnen, egal wo sie gehen u. stehen, an ihren Geschlechtsteilen gegen ihren Willen angegrabscht zu werden? Werden Männer von ihren Chefs genötigt u. an ihren Geschlecht angefasst während der Arbeit?… Alles Alltag für Frauen.

Wenn es überhaupt geschieht, sind das Ausnahmen, aber nicht die Regel seit Jahrhunderten. Fragt sich denn keiner mal, was daran nicht stimmt? Weshalb Gewalt gegen Frauen auch heute, im scheinbar so aufgeklärtem Zeitalter bestehen bleibt, ja zunimmt?

Hier ein Text von Pinkstinks, der all das sagt was Frauen täglich erdulden: https://pinkstinks.de/bruellen-ueben/

Auszug:

Sie stehen Schlange, die Bilder: Der Mann, der mir hinterher brüllt, er wäre gerne mein Fahrradsattel, dann würde er es mir so richtig besorgen. Der, der sich an dem engen Baustellendurchgang an mir entlang drückt. Die Hand, die sich von hinten unter meinen Rock schiebt, als ich im überfüllten Bus stehe. Die Gruppe Mofafahrer, die mich und meine Freundin auf dem Nachhauseweg einkreisen und bedrohen. Die beiden Männer in Autos, die sich einen runterholen, während sie langsam neben mir herfahren. Der Mann, der mir mitten auf der Straße an die Brust fasst, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dem habe ich reingeschlagen in sein Grinsen. Mit der Faust. Er ist weggerannt und die Schmerzen in der Hand haben drei Tage angehalten. Sie waren extrem befriedigend. Die Männer in den Autos habe ich angebrüllt und mit meiner Wasserflasche beworfen. Ich habe mich gewehrt. Trotzdem haben mir jedes Mal die Beine gezittert hinterher. Ich bin fast erstickt an meinem Zorn und meiner Fassungslosigkeit.“

Ich persönlich sehe die Ursachen u.a. mit darin, dass Männern ein „Recht auf Frauenkörper“ zur sexuellen Befriedigung zugestanden wird. Die zunehmende Pornographisierung u. Prostitution spricht dafür. Der Mann muss befriedigt werden, koste es was es wolle. Das beherrscht unser Menschenbild/Frauenbild. Schaut euch die sexistische Werbung an. Frauen werden völlig anders dargestellt wie Männer.

Denkt mal drüber nach!

Mit Bewusstmachung fängt Veränderung an!

Zum Wochenende nun wieder leichte Kost. :-)

No fishing

https://www.youtube.com/watch?v=kNyRtg1mZmk

Middle Spotted Woodspecker

https://www.youtube.com/watch?v=UfuFDOLAVAk

Buchfink singt

https://www.youtube.com/watch?v=JECvlXL4pRY

Habt eine gute Zeit

u. liebe Grüße
Violine



20.10.2017 um 07:45 Uhr

PorNo - Für die Würde der Frauen

Hallo Ihr Lieben!

Heute gehts wieder zur Sache. ;-)

Wir werden überschwemmt.

Von Bildern. Von Entwürdigung.
Von Frauenverachtung in Bild u. Ton.

Vom sogenannten Herrenwitz bis hin zum brutalen, eiskalten Geschäft der Porno- u. Prostitutions Industrie. Es geht stets darum Frauen herabzusetzen. Sie nicht mehr als Menschen wahrzunehmen, sondern als Objekte.

Wer Augen hat zu sehen…

Dem sollte aufgefallen sein, dass sich über die Jahre das Frauenbild in der Gesellschaft, trotz Gleichberechtigungs Bestrebungen, leider sehr negativ verändert hat. Schleichend.

Was vor vielleicht zehn Jahren noch als entwürdigend galt, boomt heute. Die Pornografisierung der Gesellschaft. Und damit meine ich nackte Frauen, die als allzeit bereit dargestellt werden.

Aktuell schwappt gerade eine Welle des Protestes über den Teich zu uns rüber, #metoo. Frauen geben öffentlich zu, dass sie sexualisierte Gewalt in allen möglichen Formen erlitten haben. Durch Kollegen, auf der Straße, überall wo sie leben.

http://www.emma.de/artikel/das-problem-das-jetzt-einen-namen-hat-334931

Auszug:

„Die Erfahrungsberichte, die Frauen im Netz unter #metoo posten, zeigen vor allem eins: Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen als normal gilt. So normal, dass sogar die Frauen sie häufig gar nicht wahrnehmen. In einer Kultur, in der Frauen als maximal verfügbar gelten, nicht zuletzt dank der Pornografie.“

Und wie begann das alles?

Schauen wir mal ein bisschen zurück.
http://www.emma.de/artikel/pornografie-264636

Auszug:

„Was 1978 für EMMA als relativ überschaubarer Fight begann – der Kampf gegen die frauenverachtenden Titelbilder des Stern – hat längst epidemische Ausmaße angenommen: Pornografie ist heute allgegenwärtig und dank der Neuen Medien auch unbegrenzt zugänglich. Experten schätzen die Anzahl allein von Kinderpornografie im Netz 2010 auf vier Millionen Seiten.

Was versteht EMMA – und verstehen Feministinnen in aller Welt – unter Pornografie? Die Darstellung von Erotik oder Sexualität? Nein. Nach unserer Definition ist Pornografie ausschließlich „die Verknüpfung von sexueller Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt“, in Text wie Bild. Alles andere hat nichts mit Pornografie zu tun.

EMMA berichtet seit der ersten Ausgabe über die zunehmende Pornografisierung von Medien, Kultur und Kunst, die für uns eine Reaktion auf die Emanzipation ist: Frauen sollen wieder vom Subjekt zum Objekt degradiert werden.“

Mal konkreter:

http://www.emma.de/artikel/pornografie-frauenhass-ist-strafbar-263674

Auszug:

Pornografie ist die Verharmlosung und Verbreitung von sexualisiertem Frauenhass. Das ist nach dem deutschen Gesetz schon heute strafbar. Nur zeigt es niemand an. Warum nicht?“

1987 – Legte die EMMA einen Gesetzesentwurf vor, wie Frauen geschützt werden könnten gegen diesen Frauenhass. Denn nichts anderes ist Ponografie.

http://www.emma.de/artikel/gesetz-gegen-pornografie-begruendung-264423

Auszug:

„Am Morgen des 25. November wurde dieser Gesetzesentwurf inklusive Begründung allen Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Justizminister Engelhard (FDP) und Familienministerin Süssmuth (CDU) zugestellt. Darüber hinaus ging die Bitte an alle weiblichen Abgeordneten des Bundestages (also SPD, CDU, FDP und Grüne), sich - über alle Parteigrenzen hinweg - für die Durchsetzung dieses Anti-Pornographie-Gesetzes einzusetzen. Am selben Tag stellte EMMA den Gesetzes-Entwurf in Bonn den Kolleginnen und Kollegen von der Presse vor.

Pornographie bedroht die elementarsten Menschenrechte von Frauen; Rechte, die nicht zufällig im Grundgesetz an vorderster Stelle stehen, so: das Recht auf Würde oder Freiheit, auf körperliche Unversehrtheit oder Leben. Pornographie (schon das Wort, aus dem Griechischen, bedeutet: Darstellung von Huren) schafft ein Frauenbild, das Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Bilder, die man sich von Menschen macht, haben Auswirkungen auf deren gesellschaftliche, soziale und psychische Realität - das ist bei einem sexistischen Bild nicht anders als bei einem rassistischen oder einem antisemitischen.“

Und weiter aus dem o.g. Artikel:

Pornographie ist Teil der sexuellen Gewalt - eben jener Gewalt, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts die Menschenwürde abspricht und ihre Gleichberechtigung verhindert. Der vorliegende Gesetzentwurf will die Frauen schützen. Er stellt den § 184 StGB nicht in Frage, sondern präzisiert und ergänzt ihn. Allerdings durch ein zivilrechtliches Gesetz, das die Ahndung eines Verstoßes nicht in die Hand des Staatsanwaltes, sondern in die der betroffenen Bürgerinnen selbst legt. Zu den einzelnen Paragraphen:

Zu § l: Generalklausel
Frauen fallen der Pornographie aufgrund ihres Geschlechts zum Opfer. Pornographie gefährdet und verletzt die elementarsten Menschenrechte von Frauen und ist damit verfassungswidrig. Sie verstößt gegen den Artikel l ("Die Würde des Menschen ist unantastbar.") den Artikel 3 des Grundgesetzes ("Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechts [...] benachteiligt oder bevorzugt werden."). Schadensersatzpflichtig  soll sein, wer Pornographie herstellt und wer Pornographie verbreitet…. „

Passend dazu habe ich eine Rede von Andrea Dworkin aus 1987 gefunden bei den „Störenfriedas“, echt lesenswert, wie ich finde. ;-) Denn diese Rede ist noch genauso aktuell wie vor 30 Jahren, was Pornographie u. Frauenhass betrifft, leider. Lest selber:

https://diestoerenfriedas.de/andrea-dworkin-rechter-und-linker-frauenhass/

Auszug:

„Es ist lange her, dass wir zusammengekommen sind, um zu sagen, was wir meinen, was Feminismus ist und warum der Kampf für die Freiheit der Frau so bedeutsam für uns ist, dass wir ihm unser ganzes Leben widmen… Und wir denken nicht, dass die Verbrechen, die an uns begangen werden, unbedeutend und klein sind. Das bedeutet, dass wir einen phänomenalen Fortschritt darin gemacht haben zu verstehen, dass wir menschliche Wesen sind, die Rechte haben; dass niemand uns diese Rechte nehmen darf; dass wir geschädigt werden durch eine systematischen Unterordnung von Frauen und dadurch, dass wir systematisch sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Die realen Erfahrungen von Frauen beinhalten Prostitution und die realen Erfahrungen von Frauen beinhalten Pornographie. … Wenn wir uns die Pornographie anschauen, dann können wir ihre Benutzung in Bezug auf die sexuelle Gewalt für Generationen zurückverfolgen. … Mädchen, junge Frau, Mutter, Großmutter. Die Pornographie musste nicht überall auf der Straße sein, um ein funktionaler Part in der sexuellen Gewalt gegen Frauen in dieser Gesellschaft zu sein. Ich möchte euch an etwas erinnern, das ihr längst wisst, nämlich, dass die meiste sexuelle Gewalt im Privaten passiert. Sie findet dort statt, tatsächlich, wo wir sie nicht sehen können. Und der erstaunliche Erfolg der Frauenbewegung war es zu sagen: „Hey, Vergewaltiger, wir respektieren deine Privatsphäre nicht länger.“

Denn der erste Schritt darin, Widerstand gegen Ausbeutung zu leisten, ist es ihn zu erkennen, ihn zu sehen, davon zu wissen und nicht zu verleugnen, wo der Frauenhass dich trifft. Ich würde mich freuen, wenn diese Bewegung sich wieder dem zuwendet, was ich primitiven Feminismus nenne. Der ist sehr einfach. Er bedeutet, wenn etwas Frauen schadet, dann sind Feministinnen dagegen. Der Hass gegen Frauen schadet Frauen. Pornographie ist Frauenhass. Pornographie schadet Frauen. Feministinnen sind dagegen, nicht dafür.“

Hach, das spricht mir aus dem Herzen!! :-)

Ich würde es positiver formulieren: Wir sind Für die Würde der Frauen!

Und wie sieht es heute aus - 30 Jahre später?

Hat sich etwas geändert, was Pornographie angeht?

Schauen wir mal rein:

https://diestoerenfriedas.de/drei-zimmer-kueche-porno-die-neue-amateurpornografie/#more-8161

Auszug:

„Deutsche“ Pornos, so sagt man, sind schon immer besonders authentisch und gerne auch mal richtig „versaut“, versaut im Sinne von Urin- und Fäkalspielen. Nach den USA ist Deutschland das Land, das die meisten Pornos produziert und konsumiert. Längst wird der Markt in Deutschland heute nicht mehr von Produktionsfirmen und Pornostars bestimmt, sondern durch rund 50.000 Amateure, die ihre Videos auf Plattformen anbieten.

Wenn alles, was Frauen noch zu Markte tragen können, ihr eigener Körper ist, den sie entweder im Laufhaus oder vor der Kamera verkaufen, wenn sie für Drehs mit 20 oder mehr Männern ein paar hundert Euro bekommen (diese Drehs dauern stundenlang und jeder darf mal dran. Die Männer können sich für ein geringes Entgeld anmelden, manchmal werden gültige Tests verlangt, oft auch nicht) und die Grenzen zwischen Porno und Prostitution endgültig verschwinden, dann ist das kein Grund zum Feiern, dann ist das auch kein Zeichen von Befreiung, sondern nur der Beweis dafür, dass unsere Sexualität immer mehr den kapitalistischen Bedingungen untergeordnet wird. Sich für Geld vollpinkeln zu lassen, bleibt, was es ist: maximale Demütigung, die immer gegen die Frauen geht, die Männer werden weder bepinkelt, noch sind sie in der Unterzahl...“

Was sich geändert hat: Es gibt zwei neue Gesetze. Die nicht nur, wie bisher den Jugendschutz betreffen, sondern allgemein gelten. Nämlich das „Zugänglichmachen u. die Gewaltdarstellungwird nun auf Grund der Umsetzung europäischer Vorgaben ins Gesetz aufgenommen, heißt, ist strafbar.

Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Rundfunk oder Telemedien; Abruf kinder- und jugendpornographischer Inhalte mittels Telemedien

https://dejure.org/gesetze/StGB/184d.html

Gewaltdarstellung (Anm.: Umsetzung der europäischen Vorgaben zum Sexualstrafrecht)

https://dejure.org/gesetze/StGB/131.html

Hoffen wir darauf, dass diese Gesetze auch zur Anwendung kommen. Was natürlich nichts an der grundsätzlichen Haltung zur Pornographie ändert, die in unserer Gesellschaft leider vorherrscht. Sie wird als (fast) normal hingenommen. So wie Sexismus u. offensichtliche Gewalt gegen Frauen.

Wir müssen also weiter kämpfen! Dazu gehört für mich, ganz besonders die Bewusstmachung. Wer lernt, dass Pornografie pure Frauenverachtung, ja Frauenhass ist, wird auch lernen davon Abstand zu nehmen. Und sie nicht weiter zu verharmlosen, schön zu reden, sondern zu ächten.

Unsere Welt wird nicht besser u. friedlicher, wenn wir die Hälfte der Bevölkerung, Frauen als Objekte ansehen, die für Männer jederzeit verfügbar sein müssen. Doch genau das Bild wird in unserer Öffentlichkeit durch alle Medien täglich vermittelt. Schreit uns von Plakatwänden zu.

Tut selber etwas! Ändert eure Haltung. Sprecht mit Freunden drüber. Bezieht Stellung. Lacht nicht mit bei sexistischen Witzen. Nehmt pornografische frauenverachtende Werbung auf Plakaten, an Bussen, im Fernsehen usw. bewusst wahr u. legt Protest ein bei den Werbefirmen oder den Rundfunkanstalten.

Wir verändern Gesellschaft, wir gestalten das Leben unserer Kinder. Wenn wir wegsehen wird genau dieses erschreckende Menschen/Frauenbild in die Köpfe u. Herzen unserer Kinder fließen. Generation um Generation. Welche Auswirkungen das hat, sehen wir heute.

Habt Mut! Habt eine Haltung! Für Frauen, nicht gegen sie.

Zum Wochenende nun wieder luftige Kost. ;-)

Vivaldi, Vier Jahreszeiten – Herbst/Autumn - kiddybox

https://www.youtube.com/watch?v=tVkI7P7IsQU

Meditationsmusik – Herbstfantasie – Schwäbische Alb

https://www.youtube.com/watch?v=B5hEGuACyu0

Herbst-Spaziergang, 7 Minuten Entspannung

https://www.youtube.com/watch?v=xaJSDWVXMVo

Liebe Herbst Grüße

Violine

13.10.2017 um 07:13 Uhr

Positive Nachrichten erfreuen das Herz :-)

Hallo Ihr Lieben!

Nach einer kleinen Schaffenspause…

Möchte ich heute mal gemäßigt einsteigen.
Mit positiven Nachrichten.

Die habe ich in den letzten Wochen hier u. da zusammen gesammelt, um sie euch zu präsentieren. Damit ihr – zu meinen oft heftigen Themen – auch mal etwas zum Freuen habt. ;-)

Beginnen wir mit „Heidi“, ja die, nicht die andere:

http://www.emma.de/artikel/notheidisgirl-334885

Auszug:

„Germany's next Topmodel 2018 ist angekündigt – und schon gehen die Proteste los: Unter #NotHeidisGirl wehren sich Frauen gegen Körper-Dressur. Zu Recht: Heidis Modelshow leitet schon kleine Mädchen nachweislich zum Hungern an. Die Folgen sind gravierend bis tödlich.

Das hatte sich unsere Heidi ganz toll ausgemalt: Auf Instagram rief sie junge Frauen dazu auf, Bewerbungsfotos für Germany’s next Topmodel 2018 zu schicken. Heidi Klum bekam auch Fotos - allerdings nicht die, die sie erwartet hatte. Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl posten Mädchen und Frauen stattdessen eindeutige Botschaften, was sie von der Modelshow halten: Rein gar nichts!

Sie wollen nicht Heidis Mädchen sein. „Weil bodyshaming kein Unterhaltungsprogramm ist.“ - „Weil Mädchen und Frauen gesund und glücklich sein sollten, statt untergewichtig und voller Selbstzweifel.“ - „Weil ich mir nicht sagen lasse, wie ich sein soll oder auszusehen habe.“

Weiter geht’s mit Plastik, bzw. einem Land – man glaubt es kaum, Ruanda – das rigoros gegen Plastikmüll vorgeht. Und das bereits seit 10 Jahren. Absolut vorbildlich.

https://nur-positive-nachrichten.de/kurznachrichten/ruanda-vorbild-beim-plastik

Auszug:

„In Deutschland applaudierten wir schon, als einige Supermarktketten und Discounter die Plastiktüten abschafften. Ein kleines Land in Ostafrika zeigt uns, dass Plastiktüten auch gleich im ganzen Land verboten werden können. Das funktioniert nun schon seit mehr als 10 Jahren. Nächstes Ziel: komplett plastikfrei zu sein.

In Ruanda, das etwa so groß wie Brandenburg ist, sind alle Plastiktüten seit 2006 komplett verboten. Die Herstellung, der Verkauf und das Benutzen von Plastiktüten ist dort verboten. Sogar bei der Einreise dürfen diese nicht mitgeführt werden. Jedes Gepäckstück wird überprüft. Plastiktüten werden konfisziert und durch umweltfreundliche Beutel ausgetauscht, die kompostierbar sind. Im Supermarkt liegt auch die umweltfreundliche Tüte aus. Eine Müll-Polizei kontrolliert wöchentlich die Märkte, die Passanten und die Autos nach Plastiktüten. Strafen für das Mitführen von Plastiktüten sind in Ruanda sehr streng. Passanten mit einer Plastiktüte müssen 35€ Bußgeld zahlen. Illegale Müllentsorgung hat ein hohes Bußgeld oder sogar Freiheitsentzug von bis zu sechs Monaten zur Folge.“

In dieser Initiative, die von UN-Women für drei Jahre unterstützt u. finanziert wird, werden ältere Frauen in Moldavien aufgeklärt über ihre Rechte um ihnen Schutz vor sexueller Gewalt erst zu ermöglichen. Leider ist Vergewaltigung von alten Frauen dort weit verbreitet. Die meisten wissen gar nichts über ihre Rechte u. halten alles aus. Hier nun wird ihnen ein breit gefächertes Angebot vermittelt. Gut so.

http://www.unwomen.org/en/news/stories/2017/9/feature-initiative-in-moldova-protects-elderly-women

Auszug:

„HelpAge International, in partnership with Gender Centru, launched a 3-year initiative which aims to inform elderly women in Moldova about their rights and protect them from domestic violence. The project, "Ensuring Gender and Age Dimensions of Human Rights are realized in Moldova,” is supported by the UN Trust Fund to End Violence against Women (UN Trust Fund).

The project aims to increase elderly women’s knowledge about their rights, encourage them to access support services, and work with civil society to mobilise eight communities in the south and center of the country to get involved in preventing violence against elderly women.

Violence against women is wide spread in Moldova. “Abuse against elderly women is a hidden issue, women don’t speak about it. Our goal is to see that every elderly woman knows her rights and that they don’t accept domestic violence as being normal,” said Tatiana Sorocan from HelpAge Moldova.“

Es gibt, zum Glück auch mal Positive Nachrichten aus der Türkei, von Frauen versteht sich. ;-) Eine Organisation von Frauen zieht von Dorf zu Dorf u. klärt über das Verbot der Kinderehe auf, die trotz eindeutigem Gesetz, weiter praktiziert wird. Sie gehen aber weiter. Sprechen die Geschäftsführer an, die an den Kinderhochzeiten mit verdienen, wie z.B. Köche oder Musikvereine. Und haben Erfolg damit! Klasse! :-) http://www.emma.de/artikel/tuerkei-die-kaempferichen-frauen-von-van-334889

Auszug:

„Die Nachrichten, die uns aus der Türkei erreichen, sind wenig erfreulich. Diese Geschichte aber ist eine Erfolgsgeschichte: Sie erzählt von der Frauenorganisation YAKA-KOOP, die sich gegen Zwangsheirat wehrt! Mit ungewöhnlichen Methoden. Sie ziehen die  Unternehmen in dem ostanatolischen Städtchen Van auf ihre Seite.

Die Frauen von Van kämpfen gegen Männergewalt, das Komplott des Schweigens und die Ohnmacht der Frauen. Im Zentrum steht die Aufklärung über die Unsitte der Kinderehe. Die ist zwar rechtlich verboten, jedoch weiterhin sehr verbreitet: Vier von zehn Bräuten in der Türkei sind minderjährig. Dadurch geraten die Mädchen in eine oft ausweglose Lage. Sie können nicht mehr zu Schule gehen, keine Ausbildung oder Studium machen. Sie bekommen meist sehr schnell Kinder und sind im Haus und in der Familie gefangen.

Sie wenden sich dabei an diejenigen, deren Geschäft die Ausrichtung von Hochzeiten ist. „Geht lieber mit einem Brot, mit ein paar Lira weniger nach Hause und macht euch nicht mitschuldig an diesem Unrecht“, appelliert Gülnay G. an die Bewohner von Van und den umliegenden Dörfern.

Die Aufforderung verhallt nicht ungehört. So haben zum Beispiel die 300 Mitglieder der „Vereinigung der Köche“ beschlossen: „Wir kochen nicht für Kinderbräute“. Die örtliche Musikervereinigung sagt: “Wir spielen nicht auf Kinderhochzeiten“. Und 600 Friseurinnen der Handwerkskammer Van weigern sich, Kinderbräute zu frisieren.

Die autonome Frauenorganisation YAKA-KOOP bietet auch Beratung in Not, geht gegen häusliche Gewalt vor und gegen Zwangs- und Kinderehen. Die Aktivistinnen machen Informations Veranstaltungen in über 90 Dörfern. Und sie organisieren Ausbildungskurse oder kleine Werkstätten, damit die Frauen ein eigenes Einkommen erwirtschaften können.“

Und zu guter Letzt:

PinkStinks hat jetzt eine Meldestelle für Sexistische Werbung eingerichtet. Klasse Sache! :-) Es gibt ja bereits die EMMAs ( http://www.emma.de/thema/sexismus-es-reicht-jetzt-185284 ) u. Itzebitze (http://www.itzebitze.de/aktuelles.html ) als Meldestellen. Aber PinkStink kann auch als App auf Smartphones installiert werden, um direkt Sexistische Werbung zu fotografieren u. an sie weiter zu reichen. Dann mal ran! ;-)
https://pinkstinks.de/deine-meldestelle-fuer-sexistische-werbung/

Auszug:

„ENDLICH: Wir launchen die Werbemelder*in! Ab heute kannst du per Handy (natürlich auch vom Rechner) sexistische Werbung melden, die du fotografiert oder im Netz gefunden hast. Einfach auf deinem Gerät unser Webformular auf www.werbemelder.in aufrufen, das Foto hochladen und sagen, wo du es aufgenommen hast. Wir machen deine Beschwerde auf einer Deutschlandkarte sichtbar und informieren dich, was wir dagegen unternommen haben.“

Na das sind doch mal gute Nachrichten. :-)

Zum Wochenende gibts dazu schöne Eindrücke aus der Natur.:-)

Roseate Spoonbill with White and Glossy Ibis

https://www.youtube.com/watch?v=foWPkPNDqyU

Roseate Spoonbill Flock Feeding – Meditation

https://www.youtube.com/watch?v=tY5kBWPp6pg

Singing Nightingale

https://www.youtube.com/watch?v=aUbEKGBSNFI

Genießt die sonnigen Tage

und liebe Grüße
Violine

29.09.2017 um 08:17 Uhr

Weniger ist mehr

Hallo Ihr Lieben!

Auszeiten sind ne feine Sache. :-)

Zum Herbstbeginn gönne ich mir (u.dem Blog) ein wenig Ruhe.

Zeit um neue Ideen u. Gedanken zu sammeln.

Herbstzeitlose. Blätterrauschen. Raumzeitkontinuum.

Liebenswertes. Lesenswertes. Lebenswertes.
Stöbern. Stolpern. Steuern. Staunen. Staccato.

Um euch noch ein wenig Zunder zu geben… ;-)

Gibts ein Potpourri gesammelter Artikel.

Freie Fahrt für Frauen in Saudi-Arabien

http://www.emma.de/artikel/saudi-arabien-freie-fahrt-fuer-frauen-334869

Zwei lesenswerte Texte zu zwei patriarchalen Artikeln aus dem ‚PopfeminismusHäppySexwörkLibfemQueerProstitutionistSexarbeit-s-Lager‘

https://diestoerenfriedas.de/prostituiert-euch/

Hilfsprojekt für Ex-Prostituierte in Südostasien

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gipfelstuermer-naehen-fuer-die-freiheit-1.3652549

Immer mehr flüchten aus der Türkei:

http://www.emma.de/artikel/tuerkinnen-im-exil-anwaeltin-ceren-uysal-334725

Jetzt im Kino: „Körper und Seele“

http://www.emma.de/artikel/koerper-seele-derselbe-traum-334821

Briefe aus Kanada – auf der Suche nach Glück:

http://www.emma.de/thema/kanada-auf-der-suche-nach-dem-glueck-334693

Zur Erinnerung:

Das Hilfetelefon für Frauen die Gewalt erlitten haben
https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung/telefon-beratung.html

Und natürlich Vögel, die Boten der Leichtigkeit. ;-)

Robin Singing (wunderschön !!)

https://www.youtube.com/watch?v=XTt5CaQXDD4

Singing Birds part 2

https://www.youtube.com/watch?time_continue=8&v=rB8q33T46ek

What is the Difference between a Raven and a Crow

https://www.youtube.com/watch?v=k9-wTnqIidY

Derweil stöbert in meinem Blog, es gibt reichlich Lesestoff.

Ihr hört u. lest bald wieder von mir! :-)

Genießt die Herbstfarben

und liebe Grüße
Violine

22.09.2017 um 08:07 Uhr

Frauenhhäuser - Aufnahmestopp

Hallo Ihr Lieben!

Seit 2012 gibt es meinen Blog. :-)

Kaum online war eines der wichtigen Themen die Gesicherte Finanzierung der Frauenhäuser u. Frauenberatungsstellen.

Die Frauenhäuser selber kämpfen seit 1976, seit es Frauenhäuser gibt, um ihre Finanzierung. Dafür schreiben sie regelmäßig an die Regierung u. berichten über diese Zustände.

Im Jahr 2012 kam auch der erste Lagebericht über die Situation in den Frauenhäusern an die Öffentlichkeit. Somit ist bekannt, dass es an Geld u. Plätzen mangelt.

Geändert hat sich daran nichts. Keiner fühlt sich zuständig.

Länder u. Kommunen. Regierungen u. PolitikerInnen.
Keiner hört zu. Keiner sieht hin. Auf diese Not, dieses Leid.

Dieses Gerangel um Zuständigkeiten wird auf dem Rücken verfolgter Frauen u. Kinder ausgetragen. Denn um die geht es ja. Frauen, die geschlagen, vergewaltigt, bedroht werden u. nach Schutz suchen.

Inzwischen hat sich die Lage derart zugespitzt, dass Frauenhäuser Alarm schlagen.

http://www.emma.de/artikel/aufnahmestopp-frauenhaeuser-schlagen-alarm-334827

Auszug:

„Frauenhäuser schlagen Alarm! Seit Jahren gibt es zu wenig Frauenhaus-Plätze, aber jetzt ist die Lage „dramatisch wie nie“. In einem Offenen Brief an die Fraktionen warnen die Frauenhäuser. Es herrsche „faktisch vielerorts Aufnahmestopp“, erklärt der Dachverband „Frauenhauskoordinierung“ – und spricht von einer „Katastrophe“. Was sind die Ursachen?

Sie bekommen Hilferufe aus ganz Deutschland. „In Hessen gibt es schon seit Wochen einen Notstand bei freien Frauenhausplätzen, schon seit März sind wir voll belegt. Wenn wir versuchen, eine Frau innerhalb von Hessen zu vermitteln, ist dies so gut wie nicht möglich. Wir haben versucht, in Baden Württemberg, in Bayern und Nordrhein-Westfalen einen Platz zu bekommen – ohne Erfolg. Für die Frauen und Kinder ist das eine Katastrophe und für uns eine große psychische Belastung, dass wir Frauen und Kindern keinen Schutz anbieten können.“

Es ist eine Schande! Und diese Problematik ist ja seit vielen Jahren mehr als bekannt. Doch fühlt sich keiner zuständig. Auf Kosten von Frauenleben.

Weiter aus dem o.g. EMMA Artikel:

"Schon seit Jahren klagen die Frauenhäuser über Platz- und Geldmangel. Nun aber verschärft sich die Situation. Zum Beispiel durch die steigenden Mieten, die es Frauenhaus-Bewohnerinnen immer schwerer machen, nach dem Aufenthalt im Frauenhaus eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Hinzu kommt, dass immer mehr Frauen mit besonderen Problemlagen in die Frauenhäuser kommen“, sagt Heike Herold, Sprecherin der „Frauenhauskoordinierung“. „Das sind zum Beispiel Frauen mit Schulden, psychischen Problemen oder einer Suchtproblematik. Die können Sie nicht nach ein paar Wochen wieder auf die Straße schicken

Und dann sind da noch die geflüchteten Frauen, die ihre prügelnden Ehemänner verlassen. Eine weitere Gruppe, die in die Frauenhäuser drängt, die aber schon jetzt aus allen Nähten platzen. Gleichzeitig ist die Finanzierung der Frauenhäuser immer noch keine staatliche Pflichtaufgabe, Länder und Kommunen schieben sich den Schwarzen Peter hin und her.  

Dabei, so die "Frauenhauskoordinierung", hat sich Deutschland mit Unterzeichnung der Istanbul-Konvention zur "Einrichtung von leicht zugänglichen Schutzunterkünften in ausreichender Zahl verpflichtet."

Bereits 2012(!) schrieb ich über die prekäre Lage in den Frauenhäusern u. was, wie getan werden müsste, damit der Bund handeln kann. Hier zu finden:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/Frauenberatungsstellen-Frauennotrufe-und-Frauenhaeuser/10/

Auszug:

Seit vielen Jahren kämpfen die Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser um ihre Existenz. Obwohl der Bund dazu verpflichtet ist nach dem Grundgesetz (Recht auf körperliche Unversehrtheit), durch das Gleichstellungsgesetz u. den Europäischen Konventionen zum Schutz der Frauen vor geschlechtsbezogener Gewalt werden die Mittel weiterhin gekürzt. In Deutschland werden die Frauenhilfesysteme (Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen u. Frauenhäuser) von Ländern u. Kommunen finanziert u. durch Bußgelder und das oft als „freiwillige Leistungen".

Bisher gibt es keine bundesweite Regelung die eine verbindliche u. planungssichere Finanzierung der Hilfesysteme ermöglichen und das auf Kosten der Frauen, die Gewalt erleiden mussten.

Der Bund fühlt sich nicht zuständig.

Praktisch sieht das so aus, dass die Möglichkeit für eine Gesetzgebung des Bundes nur im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung umsetzbar wäre. Danach kann der Bund die Gesetzgebungs Kompetenz an sich ziehen, wenn es um die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse geht. Allerdings sind in diesem Fall hohe Hürden durch das Bundesverfassungsgericht gesetzt und diese Möglichkeit greift nur, wenn entschieden wird, dass dies im gesamtgesellschaftlichen Interesse dringend erforderlich ist.

Da fragt frau sich doch, ob die körperliche Unversehrtheit u. das Gleichstellungsrecht - die in unseren Grundrechten verankert sind - keine „gesamtgesellschaftlichen Interessen“ sind?“

Auch 2013 weiterhin alles unverändert:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/Frauenhaeuser-Versorgung-mangelhaft/162/

Wie Terre Des Femmes 2013 schrieb, nachdem der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser heraus kam.

https://frauenrechte.de/online/index.php/themen/haeusliche-gewalt/aktuelles/1105-die-zukunft-der-frauenhaeuser.html

Auszug(weiter unten auf der Seite):

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Diese Ausrede ist uns bekannt. Wir haben sie in Deutschland schon viel zu oft gehört, vor allem in Situationen, in denen Zivilcourage angesagt gewesen wäre.

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Mit dieser Ausrede kann sich die Bundesregierung zumindest seit diesem Jahr nicht mehr herausreden, wenn es um die Situation von gewaltbetroffenen Frauen in Deutschland geht.

Im August 2012 ist der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen in Deutschland erschienen, im Dezember 2012 erfolgte eine öffentliche Anhörung im Bundestag dazu. Sowohl im Bericht, als auch in der Anhörung wurde deutlich, dass die Lage der Frauenhäuser und Beratungsstellen und somit der von Gewalt betroffenen Frauen teilweise erschreckend ist:  Es besteht in Deutschland keine flächendeckende Versorgung mit Hilfsangeboten, es stehen nicht ausreichend Plätze für hilfesuchende Frauen zur Verfügung und die finanzielle und personelle Ausstattung der Angebote ist mehr als dürftig.

Um diese Mindeststandards zu erfüllen, muss das Problem der Finanzierung endlich gelöst werden. Momentan gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Finanzierungsmodelle, bei denen die Kommunen zu keiner Unterstützung verpflichtet sind. Muss eine Kommune sparen, kann es durchaus passieren, dass die Unterstützung des örtlichen Frauenhauses dem Rotstift zum Opfer fällt. Eine Möglichkeit der Finanzierung wäre, dass der Bund eine ausreichende Sockelfinanzierung u.a. für die Finanzierung des Gebäudes und des Personals zur Verfügung stellt, die Bedarfsplanung aber den einzelnen Bundesländern überlassen bleibt.“

Hier geht es über die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser, kurz ZIF, zum Offenen Brief an die Bundestagsfraktionen, die Gleichstellungs- u. FrauenministerInnenkonferenz u. die kommunalen Spitzenverbände.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/frauenh%C3%A4user-schlagen-alarm-platzmangel

Der Offene Brief(pdf):

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2017-09-12_offener_brief_fhk_frauenhausplaetze.pdf

Über die katastrophalen Zustände in Deutschland schreibt auch die Huffington Post:

http://www.huffingtonpost.de/2017/09/15/frauenhauser-mussen-jahrlich-tausende-frauen-abweisen_n_17994020.html

Auszug:

Jede vierte Frau in Deutschland erfährt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt von ihrem Partner. Für viele Frauen ist der einzige Ausweg die Flucht in ein Frauenhaus.

Doch zum Teil muss jede zweite Frau abgewiesen werden, die Hilfe sucht – es gibt kaum freie Plätze in Deutschland. Jetzt wendet sich der Dachverband Frauenhauskoordinierung mit einem offenen Brief an die Bundestagsfraktionen, die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz und die kommunalen Spitzenverbände.

Etwa 40.000 Frauen und Kinder suchen jährlich Zuflucht in Deutschlands Frauenhäusern, aber rund 9000 Frauen müssen aufgrund des Platzmangels abgelehnt werden. Durch die fehlenden Plätze und den Geldmangel spitzt sich die Lage immer mehr zu. Die Mieten der Frauenhäuser steigen, einen Platz gibt es nicht immer umsonst. Einige der Schutzsuchenden können sich den Aufenthalt gar nicht leisten. Auch geflüchtete Frauen kommen vermehrt bei den Unterkünften an, um gewalttätigen Männern zu entkommen.

Schon vor fünf Jahren hat die Informationsstelle Autonome Frauenhäuser (ZIF) in einer Stellungnahme kritisiert, dass die finanziellen Mittel, die den Frauenhäusern zur Verfügung gestellt werden, nicht ausreichen. Aber die Zuständigkeient werden von den Ländern zum Bund, dann auf die Landkreise geschoben und wieder zurück. Keiner möchte die Verantwortung übernehmen. Politiker diskutieren schon lange darüber, wie Frauenhäuser finanziell abgesichert werden sollen. Doch Ergebnisse gibt es bislang keine.“

Genau das ist das Problem. Seit Jahren.

Wie die ZIF schreibt, gibt es seit 1976 Frauenhäuser, aber deren Finanzierung hängt vom politischen Willen der Kommune u. des jeweiligen Bundeslandes ab.

Erschwerend ist noch hinzugekommen, dass die Kosten des Frauenhauses auf die Frauen und ihre Kinder umgelegt wird mit der Tagessatzfinanzierung.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/themen/frauenhausfinanzierung

Auszug:

Frauen mit genügend Einkommen müssen die Kosten für den Frauenhausaufenthalt selbst tragen und Frauen ohne genügend Einkommen müssen dafür Sozialleistungen (meist "Hartz IV") beantragen – auch wenn sie für den eigenen Lebensunterhalt sonst keine Sozialleistungen bräuchten. Diese Art der Finanzierung stellt nachweislich für viele gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder eine unüberwindliche Hürde dar und gefährdet ihren schnellen und unbürokratischen Schutz in erheblichem Maße. Die Frauenhäuser selbst setzen sich seit 2007 trägerübergreifend wieder verstärkt für eine bundesweit einheitliche, unbürokratische und verlässliche Regelung zur Finanzierung von Frauenhäusern ein. Sie darf die gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder nicht zusätzlich belasten und gefährden.

Nur über eine bundeseinheitliche Regelung können der erforderliche Schutz und die notwendige Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder über Stadt- und Landesgrenzen hinweg ohne Einschränkung - frei von Zuständigkeits- oder Finanzstreitigkeiten, frei von ausländerrechtlichen Hindernissen - gewährleistet werden. Darüberhinaus muss die Trägervielfalt mit unterschiedlichen Konzepten und Angeboten  im Interesse der Gewalt betroffenen Frauen erhalten bleiben und auch für die Zukunft sichergestellt werden.“

Das alles ist eine Schande für unser Land!

Mein Blog ist ein Informations – u. Aufklärungs Blog. Je mehr so etwas bekannt wird, desto mehr Menschen können sich dafür stark machen. Wer kann, bitte verteilt den Offenen Brief an andere, im Internet, bei facebook.

Als ich 2012 damit begann über dieses Elend zu schreiben, bin ich parallel dazu herum gelaufen u. habe für die Frauenhäuser u. deren Finanzierung geworben. Eigentlich der Job des Bundes. Wenn die aber weiter das Problem ignorieren u. vertrödeln... Irgend etwas muss getan werden!

Und naja, Kleinvieh macht auch Mist. ;-)

Frau/man fühlt sich nicht ganz so hilflos.
Aktiv werden ist besser als nur zu jammern. ;-)

Deshalb noch einige simple Tipps:

° Wer vorhat demnächst zu heiraten, man kann ja solche Wunschlisten veröffentlichen. Statt Geschenkeberge, wieso nicht auch darum bitten an das örtliche Frauenhaus zu spenden?!

° Wer es mit Kirchens hat, bittet eure PfarrerInnen mal ne Sammelaktion zu starten für ein Frauenhaus. Dafür kann man sich auch entsprechende Flyer besorgen oder selber gestalten.

° Wer jemanden zu Grabe trägt, kann auch statt Kränze um ne Spende für Frauenhäuser bitten auf den Trauerkarten oder in der Anzeige. Ist alles möglich.;-)

° Es gibt Geburtstage, Anlässe, Straßenfeste,KiTa Feiern, uvm., für die man entsprechende Flyer mit Infos vorbereiten kann, Spenden an die ZIF oder an das nächste Frauenhaus.

° Und dann waren da ja noch… Erntedank, Weihnachten, Ostern… Feste, die auch als Anlass genommen werden können, um für Frauen u. Kinder in Not Gelder aufzutreiben. :-)

°Es gibt Arztpraxen, bei denen ihr Infos dazu hinterlassen könnt. Viele Praxen spenden zum Jahresende gerne mal an irgend einen Verein, gebt ihnen Anlass Frauenhäuser zu unterstützen. ;-)

Heutzutage wäre wohl eine Art Flashmob vor dem Bundestagsgebäude oder größere Wellen bei facebook, den Sozialen Netzwerken eher die Art, etwas zu bewegen. Fein, dann tut es. ;-) Ich kann nur Anregungen geben.

Zum Wochenende nun wieder etwas luftigere Kost.;-)

Killdeer Chicks

https://www.youtube.com/watch?v=Lka-Pqm4YtY

A Good Mother Killdeer

https://www.youtube.com/watch?v=UcJB4sWVykQ

Singing Birds

https://www.youtube.com/watch?v=48h51Ejyhm0

Euch ein sonniges Wochenende

und liebe Grüße
Violine

18.09.2017 um 16:56 Uhr

Loverboys - Teenager als Zuhälter

Hallo Ihr Lieben!

Verspätet, wegen technischer Probleme bei Blogigo… aber nu…

Wenn aus vermeintlicher Liebe ein Drama ohne Ende wird. Ende August gab es im Ersten einen Themenabend zu den verlogenen Machenschaften von Loverboys.

Loverboys, die sich an Schulen oder im Internet sehr junge Mädchen suchen, um ihnen Liebe vorzuspielen u. sie am Ende emotional so abhängig zu machen, dass sie willenlos auf den Strich gehen.

Der Loverboy zeigt sein wahres Gesicht, wird zum Zuhälter. Die Mädchen werden an alte Männer verkauft u. müssen nebenher noch so tun Zuhause u. in der Schule, als wenn alles in Ordnung wäre.

Es ist erschreckend. Denn junge Mädchen, ganz besonders Außenstehende, die sich minderwertig fühlen gehen ihnen sofort in die Falle. Wenn auf einmal ein Prinz mit Porsche vor der Schule hält u. genau sie, die Schüchterne, „liebt“, dann ist die Falle schon zugeschnappt…

Hier geht es zur Doku im Ersten:

http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-loverboys/hintergrund/die-miesen-geschaefte-von-loverboys-100.html

Auszug:

Als die Schülerin Nadja den vier Jahre älteren Hassan kennenlernt, ist er für sie die große Liebe. Sie ist 16, noch völlig unerfahren, sie fühlt sich pummelig und unattraktiv. Hassan eröffnet ihr eine völlig neue Welt. Eine, in der sie sich schön und begehrt fühlt. Er führt sie zum Essen aus, macht ihr Komplimente. Weil er von einer gemeinsamen Zukunft spricht, vertraut sie ihm schnell. Dann erzählt er von finanziellen Problemen. "In dem Moment möchte man dem Partner ja auch beweisen, dass man ihn liebt. Und dann gibt man natürlich alles", sagt Nadja. Eines Abends gehen sie schick essen, danach bringt Hassan sie zu einem Kinderstrich. "Das war der erste Tag, an dem ich ins Auto zusteigen musste und es war der erste Tag, an dem er mir ganz deutlich gemacht hat, dass er auch gewaltbereit ist."

"Die Masche dieser Männer ist immer ähnlich", sagt die pensionierte Kriminalhauptkommissarin Bärbel Kannemann vom Verein No Loverboys. Erst spielen die Männer den Mädchen die große Romantik vor, machen sie emotional abhängig, isolieren sie von Eltern und Freunden und geben dann oft vor in Schwierigkeiten zu stecken, etwa Geldsorgen zu haben. Die Mädchen empfinden häufig Mitleid, wollen den geliebten Partner nicht verlieren und sind bereit, alles zu tun, um ihm zu helfen. Beim ersten Widerstand werden die Männer meist gewalttätig oder setzen die Mädchen mit Sexfotos und -videos unter Druck.“

Es ist sehr schwer den jungen Frauen zu helfen. Hilfsmöglichkeiten gibt es viele. Aber die meisten Mädchen schämen sich zu sehr oder haben Angst, dass ihren Geschwistern, ihren Eltern was geschieht, wenn sie den Mund aufmachen. Noch dazu glauben sie ja, dass sie selber schmutzig sind…

http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-loverboys/doku/index.html

Auszug:

Fast alle Frauenberatungsstellen in Deutschland kennen solche Geschichten. Seit Jahren versuchen sie den Opfern von Loverboys zu helfen und kämpfen mit großen Schwierigkeiten. Denn oft dauert es lange, bis die Betroffenen überhaupt verstehen, dass sie Opfer eines Loverboys sind. Viele schämen sich, haben Angst vor der Gewalt, die der Loverboy ihnen androht, und vertrauen sich deshalb niemanden an. Auch Polizei und Justiz sind häufig hilflos. Kaum ein Opfer traut sich, gegen seinen Loverboy auszusagen. Einen Prozess gibt es nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Loverboy seine Opfer zur Prostitution gezwungen hat.

Viele Beratungsstellen setzen deshalb auf Prävention und bieten Vorträge und Workshops, doch die meisten Schulen lehnen ab. Sie wollen nicht mit dem Thema in Zusammenhang gebracht werden. Damit öffnen sie Loverboys Tür und Tor.“

Die ehemalige Kriminalhauptkommissarin Bärbel Kannemann hat sich nach ihrer Pensionierung gründlich über die Problematik der Loverboys informiert, besonders in den Niederlanden. Seit 2010 arbeitet sie im Opferschutz in der Loverboy-Problematik u. hat diese Seite als Anlaufstelle eingerichtet:

http://www.no-loverboys.de/kontakt/

Noch mehr Infos zu den Methoden der Loverboys:

http://www.no-loverboys.de/loverboys/wer-ist-ein-loverboy/

Auszug:

Loverboys sind Zuhälter mit Don-Juan-Allüren, die meist selbst noch Teenager sind und minderjährige Mädchen im Alter ab 11 Jahren in die Prostitution zwingen. Loverboys sprechen von der großen Liebe, machen großzügige Geschenke, schleichen sich im Freundeskreis ein, suchen sich ihre Opfer vor Schulen, in der Nähe von Jugendtreffs oder im Web.

Opfer sind Mädchen aus ganz normalen Familien.

Loverboys gehen sehr strategisch vor, achten anfangs sogar darauf, dass die Mädchen Hausaufgaben machen und nicht schwänzen, damit die Eltern möglichst lange nichts merken. Wer einmal in die Fänge eines Loverboys gerät, hat nur wenige Chancen wieder von ihm los zu kommen. Die Mädchen werden von ihrer Familie entfremdet, von Freunden des Loverboys vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen und verschwinden oft spurlos.“

Für Eltern:

http://www.no-loverboys.de/eltern/

Auszug:

Wie kann ich ein Opfer erkennen? Es ist nicht leicht, Opfer eines Loverboys zu erkennen. Die Mädchen haben häufig gelernt ein Parallelleben mit Lügen und Leugnen zu führen. Es gibt natürlich keine Norm für Opfer oder potenzielle Opfer, aber es gibt Hinweise und Auffälligkeiten, die bei bisher bekannten Opfern immer wieder festgestellt wurden. Einzelne dieser Auffälligkeiten kommen bei vielen pubertierenden Jugendlichen vor. Treten sie jedoch gehäuft auf, so können sie Indiz für einen Kontakt zu einem Loverboy (oder einen sexuellen Missbrauch) sein….“

Ein guter Spot zum Thema mit Jimi Blue Ochsenknecht, Anneke Kim Sarnau, Hanna Binke etc.

Aufklärungsspot NoLoverboys

https://vimeo.com/78433474

Making Of No Loverboys

https://vimeo.com/78370176

Weitere Hilfe u. Beratungsstellen Adressen (bundesweit):

http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-loverboys/hintergrund/beratungsstellen-hilfsangebote-100.html

Prävention ist das Wichtigste überhaupt!

Deswegen bitte ich euch diese Infos weiter zu verteilen, mit Schulen zu sprechen, mit LehrerInnen, Info Veranstaltungen selber zu organisieren u. dazu Kontakt mit No Loverboys aufzunehmen.

Schützt eure Töchter und klärt auf!

Nun aber wieder etwas leichtere Kost. :-)

Der Igel – Jäger in der Nacht

https://www.youtube.com/watch?v=UVuwD1vX8yQ

Igelfamilie im Garten

https://www.youtube.com/watch?v=kpIBDuHQKag

Habt eine gute Zeit

und liebe Grüße
Violine



07.09.2017 um 15:54 Uhr

Keine Partei schützt Prostituierte

Hallo Ihr Lieben!

Es sollte anders sein.

Frauenschutz gehört mit an die erste Stelle.
Weil es unsere Verfassung vorschreibt.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt."
Artikel 1 des Grundgesetzes

Eine Tragik wenn deutsche Regierungsparteien nicht den Mumm haben Stellung zu beziehen um Prostituierte zu schützen. Obwohl klar ist, dass Prostitution die Würde der Frauen verletzt u. eine Menschenrechtsverletzung ist, steht in keinem Parteiprogramm der bekannten Parteien eine deutliche Stellungsnahme.

Traurig, weil wieder einmal alles Wissen darüber ignoriert wird. Seien es Ex-Prostituierte, Sozialarbeiterinnen oder Traumatherapeuten, sie alle klären seit Jahren über die Gewalt in der Prostitution auf. Öffentlich. In vielen, vielen Veranstaltungen u. in den Medien. Sie werden nicht gehört.

Aus diesem u. anderen Gründen gibt es meinen Blog.

Aufklärung hilft dabei ein Bewusstsein zu schaffen.
Bei Menschen, die hinhören u. hinsehen.;-)

Heute möchte ich Teile einer Rede von Frau Dr. Ingeborg Kraus hier veröffentlichen. Die sie auf einer Fachtagung kürzlich hielt. In ihrer Praxis betreut sie Prostituierte u. weiß also sehr genau wovon sie spricht.

Ich setze gleich vorweg einige Trigger Sternchen. Für Zartbeseitete.;-)

************

Denn wenn Freier zu Wort kommen dreht es einem den Magen um. Selten habe ich eine derartige Frauenverachtung gesehen. Und diese Männer sind unsere Nachbarn, Kollegen, Freunde, womöglich sogar unsere Partner…

Hier Auszüge aus der Rede von Dr. Ingeborg Kraus:

http://www.trauma-and-prostitution.eu/2017/09/03/keine-einzige-partei1-nimmt-eine-klare-stellung-zur-prostitution-ein-das-ist-eine-schande/

Auszug:

Keine einzige etablierte Partei nimmt eine klare Stellung zur Prostitution ein. Das ist eine Schande! Diese Rede wurde in Saarbrücken am 02.09.2017, auf der Fachtagung „Warum Männer zu Prostituierten gehen?“ gehalten (und ergänzt). Ich bedanke mich sehr bei Hadassah, auf dieser wichtigen und hochkarätigen Veranstaltung sprechen zu dürfen und etwas über die Schäden durch die Prostitution zu sagen, da dieser Aspekt, sowie die Gewalt in der Prostitution bei den Evaluationen des deutschen Ansatzes gezielt ignoriert wurden.

Kurz etwas zu der Realität in der Prostitution:

[Hier einige Trigger Sterne von mir für Zartbeseitete]

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Also ich hatte vor ner Zeit die Anna vor dem Hammer, ne heiße Schnecke war´s schon, ohne Gelaber richtig tief eingelocht. Danach raus, rumgedreht die Maus und von hinten richtig tief rumgenudelt. Die Kleine hat richtig die Augen verdreht dabei und zum Glück hab ich ihre Beine vorher leicht an dem Bettgestell fixiert, so dass ihre Beine schön auseinander waren. Dann kurz vorm Abschluss raus und in ihren Rachen entsorgt bis zum letzten Tropfen.“

Sehr geil! Dann können wir die geile Stute auch schwanger AO reiten!“

Ja die Kleine steht “leider” irgendwie daneben! Lass du dich mal täglich von ca. 30 Typen bumsen und besamen… und das Crystal gibt ihr den Rest.“

Hi Leute, auch ich war heute mal bei der (ist absolut nicht böse gemeint) schwangeren Mülltonne “S.” und habe diese (so gut es ging) schön und innig besamt. Das Mädchen ist nur wie bereits erwähnt hochschwanger (im Februar kommt das Kind raus und weg sagte sie) und leider wirklich heftigst drauf und so krass verpeilt, dass man sich eigentlich gar nicht richtig aufs ficken konzentrieren kann. (man kann sich auch nur sehr schwer mit ihr unterhalten)...“

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[Hier geht es nun mit der Rede weiter]

"Das passiert in Deutschland. Und es ist legal. Und es wird weiterhin passieren, auch mit dem neuen ProstituiertenSchutzgesetz. Ganz legal, staatlich abgesegnet.

Ja, meine sehr verehrten Damen und Herren, wie geht es denn den Frauen dabei? Wie fühlt sich ein Mensch, der zu einem Stück Fleisch reduziert wird, als ein Sexobjekt benutzt und in allen Körperöffnungen penetriert wird?

Mich fragen oft Reporter ungläubig, ob es den Frauen wirklich schlecht gehe in der Prostitution. Sie wollen Diagnosen hören. Viele Frauen weisen in der Tat posttraumatische Belastungsstörungen auf, aber nicht nur: Sucht, Angst- und depressive Störungen sind häufig. Welche Diagnose gibt man einer Frau, die keinen Schmerz mehr spürt, wenn man diese Dinge mit ihr tut? Wir haben es hier mit multiplen Traumafolgestörungen zu tun.“

Und weiter im Text aus dem o.g.Link:

„In der Tat, internationale Forschungsergebnisse weisen auf, dass zwischen 60 und 68% der Frauen die Kriterien einer schweren PTBS erfüllen. 70-95% der Frauen wurden in der Prostitution körperlich angegriffen. 65 bis 75% wurden in der Prostitution vergewaltigt. 65-95% wurden als Kinder sexuell misshandelt. 82% nannten Formen von psychischer Gewalt und 92% hat sexuelle Belästigung erlebt.

Es gibt keinen anderen „Beruf“ auf dieser Welt, der so gefährlich ist: die Sterberate liegt bei Frauen in der Prostitution um ein Vierzigfaches über dem Durchschnitt. In keiner anderen Berufsgruppe liegt die Mortalität so hoch wie bei Prostituierten. Die Todesursachen reichen von Mord bis zu Unfällen, von Drogenmissbrauch bis zu Alkoholismus.

Jetzt werden Sie mir sagen: „Frau Dr. Kraus, sie haben ja wirklich nur die Schattenseiten der Prostitution dargestellt. Es gibt doch auch die „netten“ Freier“.

Das ist ein Verleugnungs-Mechanismus, der bekannt ist. In ihrer Studie über die französischen Sexkäufer stellt Legardinier fest, dass es den Männern ein wichtiges Anliegen ist, sich von den „perversen Freiern“ abzugrenzen. Sie wollen sich als die „Guten“ verstehen. Mittlerweile sprechen aber mehr und mehr Aussteigerinnen über ihr Erleben in der Prostitution und räumen mit dem Mythos „des netten Freiers“ auf. Huschke Mau nimmt alle Freier in die Verantwortung und stellt nach zehn Jahren Prostitution fest: „Alle Freier sind Täter!“ Und was alle Freier gemeinsam haben, so Mau, das ist ihre Gleichgültigkeit.“

Wie kann es noch eine Frage sein diese Gewalt weiter zu legalisieren? Dieses Frauenbild an die nächste Generation weiter zu geben? Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt aller Arten führt zur Akzeptanz. Was das für unsere Gesellschaft bedeutet wage ich kaum zu Ende zu denken...

Es geht weiter aus dem o.g.Link:

Das neue Prostitutions-Schutzgesetz sendet doch weiterhin die falschen Signale, nach dem Motto: Jungs, passt in Zukunft etwas mehr auf, aber macht weiter! Demokratie bedeutet nicht, dass wir machen können, was wir wollen. Unsere Freiheit hört dort auf, wo wir die Grenzen eines anderen Menschen verletzen. Und der Auftrag unserer politischen Vertreter ist, immer auch die vulnerabelsten Mitglieder unserer Gesellschaft im Auge zu halten und sie vor Ausbeutung zu schützen. Es ist eine Schande, dass keine der großen Parteien, eine klare Haltung dazu nimmt!

Die Gleichgültigkeit gegenüber dieser extremen Frauenverachtung kann nicht mit anderen Frauen fördernden Punkten (Quote oder Lohngleichheit) ausgeglichen werden. Alle etablierte Parteien müssen sich dem Vorwurf stellen, Frauenfeindlichkeit ins Wahlprogramm geschrieben zu haben.

Bei der Prostitutionsfrage geht es um mehr als nur Schadensbegrenzung zu betreiben, es geht um ein neues Gesellschaftsmodell: eine neue Männergeneration soll geschaffen werden, die nicht auf sexuelle Ausbeutung der Frau zurückgreift um sich zu definieren.

Prostitution ist Gewalt gegen Frauen! Sie festigt und fördert die patriarchalen Geschlechterverhältnisse, sie ist Symbol männlicher Herrschaft über Frauen sowie kollektiver Entwürdigung von Frauen“. Mit der Schimäre des unkontrollierbaren männlichen Sexualtriebes muss aufgeräumt werden. Männer sollten einen anderen Umgang mit Frustration erlernen.

Dem brauche ich nichts hinzufügen. Lest den ganzen Text.

Von den insgesamt 34 Parteien haben sich nur die „ÖdP“ für das Nordische Modell (Freier zur Verantwortung ziehen), sowie die Feministische Partei „Die Frauen“ klar gegen den „Sexkauf“ positioniert.

Zur Info der ÖdP:

https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/oedp-unterstuetzt-die-kampagne-rotlichtaus/

Zur Info Die Frauen:

http://www.feministischepartei.de/aktivitaeten-und-veranstaltungen/stopsexkauf.html

Terre des Femmes hat die Parteien selber befragt u. die Ergebnisse zusammen gefasst. In mehreren Tabellen werden die Themen aufgelistet u. deutlich aufgezeigt, wo jede Partei steht. Am Ende der Seite können die vollständigen Antworten der großen Parteien eingesehen werden.

https://www.frauenrechte.de/online/index.php/presse/aktuelle-nachrichten/aktuelles-zu-frauenrechten-allgemein/2543-bundestagswahl-2017-welche-partei-setzt-sich-fuer-die-rechte-von-gewaltbetroffenen-frauen-ein

Auszug:

„Am 24. September 2017 wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Wir wollten es genau wissen und haben unsere Wahlprüfsteine an die CDU/CSU, SPD, Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen* verschickt: Wie stehen die Parteien zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt? Welche Ideen und Vorhaben gibt es, um Frauen in Deutschland besser vor Gewalt zu schützen? Sind in der neuen Legislaturperiode Verbesserungen bei der Prävention vor Gewalt und bei der Versorgung von Betroffenen zu erwarten? Oder steht uns ein frauenpolitischer Backlash bevor? Bezogen auf die zentralen Themen von TERRE DES FEMMES finden sich mit Abstand die meisten Zustimmungen zu unseren Forderungen bei den Linken und Bündnis 90/Die Grünen. Insbesondere die Linken haben in ihren Antworten mit Sachkenntnis und neuen Ideen überzeugt...“

Keine Partei ist für ein Ausstiegsprogramm für Prostituierte...

Nur Union u. FDP denken über ein Kinderkopftuch Verbot nach.
Seht euch die Tabellen selber an...

Tja, das alles gibt doch sehr zu denken.

Ihr könnt natürlich jederzeit die Abgeordneten selber befragen zu diesen Themen. Ist ja noch ein bisschen hin bis zur Wahl. Vielleicht bekommt ihr ja Antworten. ;-)
https://www.abgeordnetenwatch.de

Zum Wochenende wollen wir uns dann lieber wieder positiven Dingen zuwenden, die aufmuntern. ;-)

http://www.gute-nachrichten.com.de/2017/04/gesundheit/kokosoel-gegen-krebs/

Auszug:

„Kokosöl eignet sich nicht nur zum Verzehr sondern genauso gut für die äußere Anwendung. Zum Beispiel ist das Naturmittel auch als Sonnenschutzcreme einsetzbar... Gleichzeitig schützt es auch vor Zecken. Grund hierfür ist der hohe Gehalt an der sogenannten Laurinsäure im Öl, den Zecken gar nicht mögen… Auch für Haustiere, wie zum Beispiel Hunde, ist das Öl bestens geeignet. Das Öl der Kokosnuss beugt sogar nachweislich Karies vor und stärkt allgemein das Immunsystem.

Damit aber nicht genug. Wissenschaftler der University of Adelaide in Australien haben in einer Studie, die im Cancer Research Journal veröffentlicht wurde, geschrieben, dass die im Kokosnussöl enthaltene Laurinsäure krebszerstörende Eigenschaften besitzt. Im Laborversuch vernichtete das Kokosöl 93 Prozent der Krebszellen. Es handelte sich zwar erst um einen reinen Laborversuch..

Nach Aussagen der American Society of Nutrition gibt es mehrere Studien, die untermauern, dass Kokosnussöl vor Krankheiten schützt und diese sogar heilen kann. Insbesondere bei Osteoporose, Gallenblasenerkrankungen, Herpes, Alzheimer, Krebs und chronischen Krankheiten hilft offenbar die in Kokos enthaltene Laurinsäure, die auch Bestandteil der Muttermilch ist...“

Und noch einige australische „Ureinwohner“. :-)

Hand Feeding Wild Australian Parrots

https://www.youtube.com/watch?v=ugXusFK7o2A

Habt eine gute Zeit

und liebe Grüße
Violine

31.08.2017 um 12:54 Uhr

Indien - Schule für Gerechtigkeit

Hallo Ihr Lieben!

Es ist bemerkenswert.

Wenn aus etwas Furchtbarem etwas Gutes wird.
Wenn Mädchen aus der Gewaltspirale rauskommen.
Und etwas völlig Neues, Mutmachendes entsteht. :-)

So geschehen in Indien.

Mädchen, die in die Prostitution verkauft wurden. Die zur Prostitution gezwungen wurden. Das Grauen erlebten, wenn Freier, erwachsene Männer sie kauften. Ihnen jeden Tag noch mehr Gewalt antaten.

Die Hoffnungslosen.

Bis sie heraus geholt u. ihnen geholfen wurde mit diesem ganzen Schrecken klar zu kommen. Sie Schutz erhielten, eine Therapie. Um ein Stück weit heil zu werden. Auch wenn das kaum möglich ist. Aber sie sind gerettet.

Gerechtigkeit leben.

Seit Neuestem gibt es eine Schule für sie. Die Schule für Gerechtigkeit. Dort werden sie zu Anwältinnen, Richterinnen ausgebildet, um solchen Männern, die kleine Mädchen zum Vergewaltigen kaufen, sie zu Prostituierten machen, eines Tages selber richten zu können.

Das Projekt ist einmalig u. faszinierend.

https://www.freeagirlmovement.org/free-a-girl-india/school-for-justice-india/

Hier könnt ihr diese jungen Frauen sehen, die den Horror überlebt haben u nun sehr selbstbewusst eine Schule beginnen dürfen, die ihnen dabei hilft, ihr eigenes Leid umzuwandeln. Aus der Not eine Tugend zu machen. Aus ungelernten, hilflosen, erstarrten Mädchen werden starke Frauen, die noch dazu einen hoch angesehenen Beruf erlernen dürfen.

School for Justice, Film

https://www.youtube.com/watch?v=KfcMMAFzLh0

Die Mädchen erhalten alle ein Stipendium. Bekommen die fehlende Schulbildung, die Zeit die ihnen gestohlen wurde, auf wunderbare Weise zurück, geschenkt.

Webseite der Schule:

https://www.schoolforjustice.com/

Und noch zwei weitere Artikel:

http://everylifecounts.ndtv.com/at-6-she-was-sold-to-a-brothel-rescued-she-now-studies-law-to-put-her-traffickers-in-jail-11754
http://www.reuters.com/article/us-india-trafficking-education-idUSKBN1781LN

Diese Idee, Mädchen u. Frauen - die in die Prostitution gezwungen wurden - nun eine neue Lebensperspektive zu geben, finde ich persönlich einfach großartig. :-)

Das stelle ich mir hier in Deutschland auch darunter vor, nachhaltig für Aussteigerinnen aus der Prostitution Sorge zu tragen durch den Staat. Ein Fürsorge Programm, das bestärkt u. bei der Heilung helfen kann.

Denn bei uns kassiert ja der Staat auch noch Geld von (Zwangs-) Prostituierten. Statt Mädchen u. Frauen zu schützen vor Gewalt. Beschämend genug.

Das Projekt in Indien ist noch sehr klein.

Aber es ist ein Anfang. Was Hoffnung macht!

Zum Wochen Ausklang nun wieder leichte Kost. :-)

Wren Singing – Tiny Bird with a Giant Voice

https://www.youtube.com/watch?v=UfWac4yxshA

Wren Bird Singing a Beautiful Song at the Coast

https://www.youtube.com/watch?v=PJpXG-JLEDc

Sorgt gut für euch!

Liebe Grüße
Violine

24.08.2017 um 15:26 Uhr

Aufklärung hilft Verstehen

Hallo Ihr Lieben!

Es lohnt sich immer.

Zu protestieren, aufmerksam zu machen.
Viel zu viele sehen weg, schweigen.

Erst durch Proteste haben Frauen damals das Wahlrecht bekommen. Sie sind auf die Barrikaden gegangen. Proteste bewirken auch heute noch sehr viel.

Diese Tage eine Umkehr im Denken der Stadt Frankfurt. Bedauerlich zwar, dass es dafür erst Proteste brauchte u. die entsprechenden Stadt MitarbeiterInnen null Ahnung hatten, was eigentlich in einem Bordell vor sich geht. Aber die Proteste zeigten Wirkung. :-)

Ebenso melden sich immer mehr Ex-Prostituierte öffentlich. Protestieren so gegen Unwissenheit u. für Aufklärung. Berichten uns darüber, was jeden Tag Frauen in deutschen Bordellen angetan wird.

Erstmal zum Artikel über Frankfurt:

http://www.emma.de/artikel/frankfurt-stopp-fuer-bordell-fuehrungen-334701

Auszug:

„Nach Protesten stoppt die Stadt Bordell-Führungen und Puff-Werbung bei der „Frankfurter Bahnhofsviertelnacht“ am 17. August. Und: Aktivistinnen laden zur Mahnwache. Sie wollen die BesucherInnen des Szeneviertels sensibilisieren: „Vor unser aller Augen werden Frauen in diesem Viertel sexuell misshandelt und ausgebeutet.“

Eine andere Form des Protestes wählt auch die nächste Prostituierte, die ausgestiegen ist, wie viele andere vor ihr. Huschke Mau, Tanja Rahm, Rachel Moran(Irland), Rebekka Mott(England), Rosen Hicher(Frankreich), Jana Koch-Krawczak(Polen) uvm.

In diesem Artikel berichtet Sandra Norak über ihren Ausstieg:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/prostitution-wie-sandra-norak-den-ausstieg-schaffte-a-1160616.html

Auszug:

Frühere Prostituierte "Es war Seelenmord" Ein Loverboy machte sie gefügig, sechs Jahre lang schaffte Sandra Norak an. Dann kämpfte sie sich frei. Heute studiert sie Jura und hat ein großes Ziel: die Abschaffung der Prostitution.

In ihren zarten Gesichtszügen deutet nichts darauf hin, was die blonde, zierliche 27-Jährige von 2008 bis 2014 durchgemacht hat. Sechs Jahre als Escort-Mädchen, als Prostituierte in verschiedenen Bordellen, Flatrate-Sex, freundliche Familienväter, die "zum Monster wurden", wie sie sagt, Panikattacken, Atemnot, nur mit viel Alkohol ließ sich das ertragen.“

Und hier geht es zu ihrer eigenen Webseite. Sie möchte aufklären über das Leben oder wohl besser über die tägliche Gewalt denen Prostituierte ausgesetzt sind. Sie möchte helfen, dass Menschen, die noch ein ziemlich verklärtes Bild von Prostitution haben, klarer sehen.

https://mylifeinprostitution.wordpress.com/startseite/
https://mylifeinprostitution.wordpress.com/ueber-diesen-blog/

Auszug:

Was führt einen Menschen in die Prostitution? Kann sie wirklich freiwillig von statten gehen? Was fühlt jemand, der sich prostituiert? In welchem Ausmaß empfindet ein solcher Mensch eigentlich Gefühle wie Ekel, Wut oder Angst? Was bleibt am Ende übrig?

Fragen über Fragen, mit denen ich mich seit meinem Ausstieg vor 3 Jahren auseinandersetze. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, wie ich überhaupt in die Prostitution hineinrutschen konnte und noch länger habe ich gebraucht um zu verstehen, wie Menschen wie ich in der Lage sind, diese Art von Leid (z.B. Geschlechtsverkehr mit alkoholisierten und aggressiven Menschen) auszuhalten und dauerhaft zu ertragen. Wissenschaftliche Arbeiten und Studien aus der Traumaforschung über Vorgänge im menschlichen Gehirn in bestimmten Situationen haben mir bei der Verständnisfindung meiner eigenen Lage und der vieler anderer Frauen sehr geholfen.

Um Dinge zusammen mit der Masse verändern zu können, braucht es allerdings Verständnis der Menschen für die Problematik eines Themas und dazu ist Aufklärung nötig. Dazu möchte ich beitragen; das Vorantreiben der Aufklärung in diesem Bereich ist der Grund, warum ich an die Öffentlichkeit gehe.“

Weiter schreibt sie in ihrem Blog:

6 Jahre habe ich also am eigenen Leib erlebt und von anderen Frauen in zahllosen, erschütternden und verstörenden Gesprächen erfahren, was diese Art von Dienstleistung in einem Menschen auslöst. Was durch sie im Menschen zerstört wird. Nicht nur die Würde, sondern das Menschsein wird einem entzogen.

Wie bereits andere Aussteigerinnen vor mir, kann und will auch ich nicht mehr zu den Missständen in unserer Gesellschaft schweigen. Denn Schweigen bedeutet zusehen. Und zusehen bedeutet mitverantworten, wie tagtäglich tausende von Menschen in der Prostitution ihrem Selbstwert und ihrer Würde beraubt werden. Die immer wieder auftauchenden Berichte vor allem von Sexarbeiterinnen, die mit ihren Beiträgen die Prostitution verherrlichen und sie in ein gutes Licht zu rücken versuchen während sie der absoluten Minderheit angehören, diese Tatsache aber leider viel zu selten an die Öffentlichkeit dringt, machen mich sehr nachdenklich.

Das Traurige, was ich aus meiner Zeit im Milieu leider mitnehme ist, dass in all den Jahren, in denen ich gearbeitet habe, die überwiegende Zahl der Männer das Leid und Unbehagen der Frauen gesehen, ignoriert und den sexuellen Akt fortgesetzt hat. Wie Tiere sind sie über mich und die anderen Frauen hergefallen. Ohne Respekt, ohne Achtung, ohne WÜRDE.“

Die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, was da in unseren deutschen Bordellen geschieht, wie viele Frauen täglich vergewaltigt werden u. keiner sieht hin.

Nochmal zur Erinnerung:

Das EU-Parlament hat 2014 Prostitution als Verletzung der Menschenwürde eingestuft.
http://www.emma.de/artikel/eine-klare-botschaft-fuer-das-21-jahrhundert-316553

http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/20140221IPR36644/Die-Freier-bestrafen-nicht-die-Prostituierten-fordert-das-Parlament

Auszug:

Die Abgeordneten betonen, dass nicht nur Zwangsprostitution, sondern auch freiwillige sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung die Menschenrechte und die Würde des Menschen verletzen. Es sieht Prostitution als eine Verletzung der Menschenrechte und als eine Form von Gewalt gegen Frauen. Es kriminalisiert diejenigen, die für Sex bezahlen, und nicht die, die ihn verkaufen. Die Abgeordneten rufen die Mitgliedstaaten dazu auf, dem nordischen Modell zu folgen.“

Prostitution ist eine Menschenrechtsverletzung.

Prostitution ist Gewalt gegen Frauen.
Prostitution verletzt die Würde der Frauen.

Aus diesem Grund rufe ich euch auf selbst aktiv zu werden.

So wie es in Frankfurt geschehen ist.
Wir müssen aufklären, informieren.

Ja, müssen. Denn es kann nicht sein, dass in unserem Land Frauen jeden Tag gegen ihren Willen in deutschen Bordellen vergewaltigt werden. Und dabei verdient auch noch unsere Regierung dran. „Vergnügungssteuer“ u. was nicht alles.

Informationen gibt es reichlich, z.B. in meinem Blog:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/category/4

Die EMMA schreibt seit den 80igern drüber:

http://www.emma.de/thema/emma-appell-gegen-prostitution-111249
http://www.emma.de/thema/prostitution-der-ueberblick-317533

Bündnisse die Prostituierte schützen wollen:

http://sisters-ev.de/
https://stop-sexkauf.org/
http://www.solwodi.de/931.0.html

Prostituierte die überlebten u. ausgestiegen sind:

http://www.spaceintl.org/

Trauma u. Prostitution:

http://www.trauma-and-prostitution.eu/

Gebt die Infos weiter, verteilt sie bei facebook, in euren Netzwerken.

Wir können etwas bewegen! :-)

Zum Wochenende gibt’s wieder leichte Kost. :-)

Great Spooted Woodspecker Nest (tolle Aufnahmen!)

https://www.youtube.com/watch?v=LC5N292iIAI

Middle Spotted Woodspecker

https://www.youtube.com/watch?v=UfuFDOLAVAk

Great Spotted Woodspecker at nest

https://www.youtube.com/watch?v=FHolMV93Ya8

Passt gut auf euch auf!

Liebe Grüße
Violine

17.08.2017 um 16:25 Uhr

Als das Kopftuch noch ein Witz war

Hallo Ihr Lieben!

Da bin ich wieder. :-)

Und gleich geht es in die Vollen.

Kaum zu glauben, aber es gab eine Zeit vor dem Kopftuch. Der Vorschlag der Muslimbrüder an die Regierung in Ägypten, alle Frauen zu verschleiern, löste damals großes Gelächter aus. Wie absurd.

Wir erinnern uns sicher noch daran, dass es Ausnahmen waren, wenn orientalische Frauen eine Kopfbedeckung trugen. Meist waren es (ältere) Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiteten u. nicht jeden Tag - wegen dem aufwirbelnden Staub u. der Spreu bei der Ernte - ihre Haare waschen wollten.

In Dorf Regionen, auch in Deutschland trugen es manchmal verheiratete, weise u. ältere Frauen als lockeren Schal, Stirnband mit Verzierungen u.ä.m., was ein Symbol dafür war, dass sie einem Haus vorstanden. Es war ein Symbol der Ehre u. Achtung bei offiziellen Anlässen.

Nie ging es darum sie als Frauen unter einem Schleier zu verstecken, weil ihr Geschlecht, ihre Haare, ihr ganzes Frausein, ihre Existenz stören, ja niedere sexuelle Instinkte bei Männern auslösen könnten. 

Terre des Femmes schrieb diese Tage auf ihrer Facebook Seite diesen Text:

„Laizismus statt Kopftuchzwang. 1954 hat der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser bei einer Versammlung über sein Zusammentreffen mit der fundamental islamischen Muslimbruderschaft berichtet.

Eines der Themen war die Forderung eines generellen Kopftuchzwangs für Frauen. Damals lachte das Publikum über die Vorstellung, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit zu verschleiern hätten, da es für sie unvorstellbar war. Religion war Privatsache. Heute verlaufen die Entwicklungen gegensätzlich...“

Hier die Rede Nasser‘ s zum Kopftuchzwang. Echt sehenswert kann ich nur sagen:

https://www.youtube.com/watch?v=zCzAgkBQrJI&feature=youtu.be

Auszug;

„Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser erzählt bei einer Versammlung über sein Zusammentreffen mit der fundamentalislamischen Muslimbruderschaft und deren Forderung eines generellen Kopftuchzwangs für Frauen. Das Publikum lacht über die Vorstellung, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit zu verschleiern hätten. Die Rede wurde 1966 gehalten. Damals, gut ein Jahrzehnt nach der Befreiung von den Kolonialmächten gab es in Teilen Arabien panarabische und moderne Bestrebungen. (Wer weiß denn heute noch, dass Syrien und Ägypten damals einige Zeit lang in einem Staat vereinigt waren?) Seither hat sich in der Region einiges geändert - die Gesellschaften wurden von religiösen Strömungen (re-)islamisiert. So schnell kann das gehen. Die Töchter der Frauen damals haben sich heute zu verhüllen.“

Wenn es nicht so ernst wäre, ist es wirklich zum Lachen.

Wie konnte das nur passieren?

Die EMMAs berichten schon seit 30 Jahren über diese Entwicklung. Nur wurden sie ja in den meisten Fällen nie ernst genommen, eher verlacht oder gleich als Rassisten bezeichnet. Obwohl es doch offensichtlich war, schon damals 1979, als Irans Frauen auf die Straßen gingen. http://www.emma.de/artikel/islamismus-264639

Auszug:

„Die Gefahr des religiösen Fundamentalismus ist eines der ganz großen Themen von EMMA. Der christliche Fundamentalismus ist nicht minder beunruhigend – der islamische jedoch weltweit in der Offensive. Im März 1979 folgte Alice Schwarzer dem Hilferuf der Iranerinnen, die schon in den ersten Tagen nach Machtantritt Khomeinis entrechtet wurden. Seither hat das Problem EMMA und ihre Herausgeberin nicht mehr losgelassen.

Über ein Vierteljahrhundert war EMMA im deutschsprachigen Raum eine der wenigen, ja oft die einzige Stimme, die über die Agitation der Fundamentalisten weltweit und mitten in Deutschland berichtete. EMMA stand damit lange nicht nur allein, sondern wurde auch des „Rassismus“ beschuldigt, vor allem aus linken und KonvertitInnen-Kreisen.“

Hier einige lesenswerte Texte zum Thema:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/die-burka-verstoesst-gegen-das-grundgesetz-333243

Auszug:

Alice Schwarzer analysiert, warum die Vollverschleierung kein religiöses, sondern ein politisches Symbol ist. Und ein Leichentuch für Millionen Frauen im Islam. Beim Burka-Verbot geht es nicht um „Sicherheitsfragen“, sondern um die elementarste Menschenwürde. Die Akzeptanz der Burka ist eine islamistische Provokation.“

http://www.emma.de/artikel/verzeih-mir-katia-318377

Auszug:

„Die Schülerin Katia (Foto) wurde am 28. Januar 1994 erschossen, weil sie gegen das Kopftuch war. Die "schwarzen Jahre" nennen die Algerier die 90er, als bei ihnen der Bürgerkrieg der Islamisten 200.000 Menschen das Leben kostete. Die ganze Welt hat weggesehen. Die algerisch-französische Juristin Wassyla Tamzali lässt das bis heute nicht los.“

http://www.emma.de/artikel/afghanistan-fuehrt-scharia-ein-265860

Auszug:

Vor elf Jahren marschierte die NATO in Afghanistan ein. Das Anliegen, die afghanischen Frauen aus der Herrschaft der Taliban zu befreien, um ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, gilt seither als westliche Legitimation für diesen Krieg. Mission gescheitert. Vor wenigen Tagen waren es nicht die Taliban, die die afghanischen Frauen ihrer Rechte beraubten. Es war die afghanische Regierung selbst. Der amtierende Präsident Karzai, Hauptverhandlungspartner des Westens, hat nun offiziell gemacht, was der Religionsrat schon seit Wochen fordert: „Die Frau hat sich den Geboten der Scharia zu unterwerfen“, heißt es in seiner offiziellen Regierungserklärung. Denn: „Der Mann ist ein fundamentales Wesen, die Frau ist ihm untergeordnet.“

http://www.emma.de/artikel/emmakiwi-buch-die-grosse-verschleierung-265229

Auszug:

„Die große Verschleierung – Für Integration, gegen Islamismus“ (KiWi). In dem von Alice Schwarzer herausgegebenen Band schreiben Musliminnen, Islamwissenschaftlerinnen und andere Expertinnen, von Elisabeth Badinter bis Antonia Rados, über die islamistische Offensive von Teheran bis Köln und ihre fatalen Folgen.“

http://www.emma.de/artikel/hilferuf-aus-dem-iran-der-widerstand-ist-weiblich-264671

Auszug:

Sie werden verhaftet, gefoltert, vertriebenaber sie lassen sich nicht einschüchtern. Mittendrin oder vom Exil aus versuchen die Iranerinnen, das unmenschliche Regime zu reformieren.“

http://www.emma.de/artikel/iranerinnen-protestieren-gegen-roths-kopftuch-318367

Auszug:

Sie riskieren ihre Freiheit ohne Kopftuchund können es kaum fassen, dass westliche Politikerinnen wie Claudia Roth es im Iran freiwillig tragen. Die mutigen Frauen der Anti-Kopftuch-Aktion „Meine heimliche Freiheit“ fühlen sich verraten. Bald eine Million protestieren mit ihnen auf Facebook.

Liebe Politikerinnen auf Iran-Besuch: Seit über 30 Jahren werden unsere Stimmen von den iranischen Medien unterdrückt. Seit mehr als 30 Jahren ist es den JournalistInnen verboten, die (Zwangs)Verschleierung zu thematisieren. Trotzdem haben Sie sicherlich in den Medien Ihrer eigenen Länder von der Facebook-Aktion „My stealthy Freedom“ gelesen. Sie werden also wissen, dass viele Frauen im Iran heimlich und manche sogar offen gegen Zwangsverschleierung aufbegehren. Wir wollen die Freiheit, selbst zu wählen, was wir anziehen – wir wollen nicht unser Leben lang nur heimlich den Schleier ablegen können…“

Die iranische Journalistin Masih Alinejad hat 2014 eben diese o.g. Initiative „My stealthy Freedom“ ins Leben gerufen auf Facebook. Eine großartige Sache!

http://www.emma.de/artikel/iranerinnen-protestieren-ohne-schleier-316997

Auszug:

Hunderte Iranerinnen lüften ihren Schleier und posten Fotos davon auf Facebook. Eine mutige Aktion, die die aktuell steigende Revolte der Frauen zeigt. Denn unverschleiert auf die Straße gehen ist im Iran verboten. Als Strafe drohen Peitschenhiebe und Gefängnis. Doch viele Frauen wagen es dennoch. Innerhalb weniger Tage landeten hunderte Fotos auf Masihs Pinnwand: alle von Iranerinnen, die sich die Freiheit nehmen, den Schleier zu ­lüften. Inzwischen sind es tausende. Aus Protest gegen den Verhüllungszwang des Mullah-Regimes.

Dabei ist auch für die Städterinnen in Iran, einst Persien, das islamistische Kopftuch, das Haar und den Haaransatz streng verdeckt, relativ neu. Es war Ayatollah Khomeini, der nach seiner Machtübernahme 1979 die Verhüllung der Frauen zum Gesetz machte. Ausgerechnet am 8. März 1979, dem Internationalen Frauentag, hetzte er seine „Revolutionsgarden“ auf die Frauen – auf der Straße, im Büro, an der Uni – und ließ alle Kopftuchlosen mit Schimpf und Schande nach Hause jagen.

Bis heute werden Iranerinnen, die sich nur leicht widersetzen – indem sie den Schleier auch schon mal „verrutschen“ ­lassen – von „Sittenwächtern“ verhaftet und mit Auspeitschung oder Gefängnis bestraft. Der Ganzkörperschleier und das Kopftuch sind nicht nur praktisch eine Behinderung, sondern auch das Symbol für die Segregation der Geschlechter und den Ausschluss der Frauen

Die Iranerinnen, die sich auf Facebook ohne Schleier zeigen, sind unglaublich mutig“, schwärmte Masih Alinejad im Gespräch mit EMMA. Mehr noch: Sie sind Heldinnen, die den Millionen Frauen, die das nicht wagen (können), Mut machen. Auch wenn sich manche verständlicherweise hinter großen Sonnenbrillen verbergen oder gar nur von hinten zeigen. Aber sie tun es! Und sie werden immer mehr.“

Ihr solltet mal auf die Facebook Seite von Masih gehen. Nicht nur Frauen, inzwischen sind es auch Männer, Firmen, zuletzt ein Rapper, der für diese Initiative einen Song geschrieben hat. Jede Woche gibt es nun den #WhiteWednesday, an dem Frauen still protestieren, indem sie weiße Schleier/Tücher tragen. Männer solidarisieren sich mit weißen T-Shirts oder weißen Armbinden.

Jede Woche werden unzählige Videos veröffentlicht von Frauen, Familien, die sich auf den Straßen im Iran filmen, während sie mit weißer Kopfbedeckung oder gleich ohne durch Irans Straßen laufen. Eine fröhliche u. friedliche Protestbewegung des Iranischen Volkes.

Ich freue mich über jedes neue Video, jede Botschaft dieser mutigen Frauen! :-) So viele von ihnen sind deswegen schon festgenommen worden, wurden beschimpft auf offener Straße u. trotzdem kämpfen sie weiter. Respekt!!

„Meine heimliche Freiheit“ / „My Stealthy Freedom“:

https://www.facebook.com/StealthyFreedom

Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein… Und sicher auch das Regime im Iran. ;-) Das tobt inzwischen schon mit Schaum vor dem Mund u. beschimpft Frauen der #WhiteWednesday Bewegung als Huren u. ihre Männer u. Brüder, die sie natürlich unterstützen, als unmoralisch.

Da fragt sich natürlich das Iranische Volk wie es sein kann dass Frauen als unmoralisch bezeichnet u. ausgepeitscht werden, ihnen das Auto konfisziert wird, sie hohe Strafen bei Gericht zahlen müssen, nur weil ihnen das (Zwangs-)Kopftuch im Auto verrutscht. Während das Regime Sexualstraftäter u. andere Verbrecher laufen lässt? Wer ist denn hier unmoralisch, wer begeht denn die wirklichen Verbrechen?

Diese Woche hat sich eine neue Frau bekannt zum stillen Protest. Nachdem sie von der Polizei festgenommen wurde, weil sie im Auto saß u. ihr Kopftuch in den Augen der Moralpolizei verrutscht war u. das unmoralisch sei... Dafür wurde erst ihr Auto beschlagnahmt, dann wurde sie vor Gericht geschleift u. beschimpft, als wenn sie eine Schwerverbrecherin wäre. Als sie forsch fragte, wen sie denn mit ihrem verrutschten Kopftuch - im Auto - bei geschlossenen Scheiben bedrohen würde? Da hieß es, dass sie Strafe zahlen müsse, wenn sie einen Unfall verursache, also habe sie nun auch zu zahlen. Woraufhin sie sich auf der facebook Seite "My Stealthy Freedom" mit einem Video zu Wort meldete u. nun auch mit protestiert. Super!

Das sind doch mal mutige Frauen! :-)

Ich bitte euch diese Bewegung zu unterstützen, die Facebook Seite weiter zu verteilen an eure Freunde, an KollegInnen u. euch so zu solidarisieren mit den iranischen Frauen, die nur dafür auf die Straße gehen, um frei entscheiden zu dürfen, mehr nicht. Sie wollen kein Verbot, sie wollen nur die Wahlfreiheit, anziehen zu dürfen was sie möchten. Wer ein Kopftuch tragen will, kann das ja, aber sie möchten selber darüber entscheiden dürfen.

Zum Wochenende nun leichte Sommer Kost ;-)

Largest aquarium tank in the world

https://www.youtube.com/watch?v=hX7eEWFAiFE

Kuroshio Sea – 2nd largest aquarium tank, Okinawa, Japan

https://www.youtube.com/watch?v=u7deClndzQw

The rose garden of Kayoichou Park, Japan

https://www.youtube.com/watch?v=cF1eh1sfXmo

Habt ein friedliches Wochenende,

viel Kraft für die neue Woche
und liebe Grüße
Violine

 

03.08.2017 um 16:13 Uhr

Zeiten der Entschleunigung

Hallo Ihr Lieben!

Es gibt Zeiten der Arbeit, der Schnellebigkeit.

Zeiten der Herausforderungen, Zeiten des Kampfes.
Zeiten des Wirbelns u. Zeiten der Rastlosigkeit.

Und es gibt Zeiten des Innehaltens, der Ruhe.

Zeiten der Gelassenheit, Zeiten der Langsamkeit.
Zeiten des Stillewerdens u. Zeiten der Entspannung.

Die nehme ich mir nun für eine kleine Weile. ;-)

Derweil könnt ihr gerne stöbern, hier u. dort.

Mein Blog bietet reichlich Lesestoff.
VerweilLektüre, Staunenswertes, Ermutigendes.

Zur Einstimmung...

Sei auf den jetzt in den Kinos angelaufenen Schweizer Spielfilm hingewiesen „Die göttliche Ordnung“. Ein Film über den Jahrhundert-Kampf der Schweizerinnen für das Wahlrecht.
http://www.emma.de/artikel/film-die-goettliche-ordnung-334187

Auszug:

„1971 erstritten die Schweizerinnen das Stimmrecht. Fast ein halbes Jahrhundert später erzählt der erste Spielfilm die Geschichte dieses Jahrhundert-Kampfes. Gelungen? Ja! "Dieser Film ist ein Muss!" findet EMMA-Rezensentin und Schweizerin Bettina Weber. Auch, weil die Geschichte von Nora zeigt, was Frauen in diesen Backlash-Zeiten wieder zu verlieren haben. Das sehen die ZuschauerInnen genauso: Der Film steht seit Wochen in den Deutschschweizer Kinocharts.“

„Die göttliche Ordnung“, Film Trailer German

https://www.youtube.com/watch?v=LtwJFoSg96I

Und wenn wir schon beim Film sind, hier noch ein Bonbon:

http://www.emma.de/artikel/film-unerkannte-heldinnen-reingehen-334075

Auszug:

„Ohne sie wäre der erste US-Astronaut nicht ins All geflogen: Drei schwarze Mathematikerinnen rockten Anfang der 60er die NASA. Eine mitreißende, wahre Geschichte. Der Film "Hidden Figures" macht einfach nur Mut und Spaß! Am Ende der Vorführung klatschte das Publikum. Der Beifall gilt den Schauspielerinnen wie ihren echten Vorbildern.“

„Hidden Figures“, Unerkannte Heldinnen, Film Trailer Deutsch

https://www.youtube.com/watch?v=brS10KpcTMY

Wer mal hautnahe Foto Sessions erleben möchte denen empfehle ich die Seite von Bettina Flitner. Eine großartige Fotografin. Auf ihrer Seite schreibt sie: Fotografie ist Kommunikation - mit den Porträtierten sowie mit den Betrachtern meine Bilder. Mit der Kamera in der Hand kann ich alles fragen und alles sagen."

Gerade ist sie aus Papua Neuguinea zurückgekommen. Dort hat sie für eine Reportage drei Schweizer Ordensschwestern begleitet, die sich um Überlebende von Hexenverbrennungen kümmern. Sie zeigt uns Freier, Straßenprostituierte, Rechte, Boatpeople, Europäerinnen, Ex-DDRler u.v.m. Schaut mal vorbei, lohnt sich! :-)

http://www.bettinaflitner.de/
http://www.bettinaflitner.de/works.html

Und zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf unsere Feministischen Pionierinnen. Der Frauen Media Turm hat einige zusammen gestellt. Echt lesenswert!

http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/

Zur Abrundung ein wenig Natur:

Bautiful Earth

https://www.youtube.com/watch?v=DTZWgHfGhus

Amazing nature „Summer“

https://www.youtube.com/watch?v=imVlGxbHxEo

Und die planschenden Vögel,

an denen ich mich nicht satt sehen kann.;-)

Badende Vögel – ein faszinierendes Video

https://www.youtube.com/watch?v=V9MuOqTI83U

Passt gut auf euch auf!

Liebe Sommergrüße
Violine

27.07.2017 um 19:36 Uhr

Israel ist für Prostituiertenschutz

Hallo Ihr Lieben!

Na, es wird ja immer besser. :-)

Noch ein Land!! Jetzt entscheidet sich auch das israelische Parlament dafür Prostituierte zu schützen u. Freier zur Verantwortung zu ziehen. Es kommt Bewegung hinein. Klasse! :-)

Ein Großteil von Deutschlands PolitikerInnen ist ja leider immer noch davon überzeugt dass Frauen verkauft werden dürfen um Männerwünsche zu befriedigen. Deshalb wurde der Handel mit der „Ware Frau“ legalisiert u. gefördert. Inzwischen verdient der Staat an diesem Frauenmarkt Millionen an Steuergeldern.

Zum Glück für Frauen sehen Norwegen, Island, Irland, Nordirland, Frankreich und Kanada den Kauf von Menschen für Sex als eine Straftat an. Nun also auch Israel! Das einzige demokratische Land im Nahen Osten. Toll!

http://www.emma.de/artikel/israel-knesset-fuer-freierbestrafung-334661

Auszug:

Ein überparteiliches Frauenbündnis, darunter die Liberale Aliza Lavie (Foto), hat das Gesetz für ein Sexkaufverbot eingebracht. Die Zustimmung ist überwältigend. Deutschland mit seiner Pro-Prostitutions-Haltung wird immer einsamer.

Es war ein „historischer Moment“, sagt die Knesset-Abgeordnete Aliza Lavie. Denn es passiert selten, dass sich im israelischen Parlament die Parteien einig sind – oft trennen sie bekanntlich Welten. In dieser Frage jedoch stimmten sie alle dafür: Männer, die Frauen kaufen, sollen künftig bestraft werden! Und: Frauen und Männer in der Prostitution sollen beim Ausstieg unterstützt werden. Eine Überraschung war die Entscheidung der Knesset in erster Lesung allerdings nicht. Denn die beiden Gesetzentwürfe – der eine für die Freierbestrafung, der andere für die Ausstiegsprogramme – wurden von einer parteiübergreifenden Politikerinnen-Allianz aus Regierungsparteien und Opposition eingebracht. Seit zehn Jahren hatten die Politikerinnen Überzeugungsarbeit geleistet, um das so genannte Nordische Modell auch in Israel durchzusetzen.

Das Gesetz wird dazu beitragen, die Nachfrage zu reduzieren, denn sie ist es, die diese ganze Industrie antreibt. Es wird außerdem helfen, die vielen Frauen und Männer, die aus der Prostitution aussteigen wollen oder ausgestiegen sind, wieder in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt Aliza Lavie, die auch Sprecherin des Knesset-Komitees zur Bekämpfung von Menschenhandel und Prostitution ist. Geht es nach ihrem Entwurf, sollen Freier entweder eine Geldstrafe bekommen oder zum Besuch eines Kurses auf der so genannten „John’s School“ verdonnert werden (John = der englische Slang-Ausdruck für Freier).“

Ja, Freier müssen wirklich erst (neu) lernen, was es bedeutet Frauen mit Respekt zu behandeln, sie als Menschen wahrzunehmen. In einschlägigen Freierforen herrscht eine Frauenverachtung der übelsten Art. Diese Männer sind unsere Nachbarn, Freunde, Kollegen, Partner etc. Sobald sie sich entscheiden eine Frau zu kaufen für ihre persönliche Triebabfuhr, verlieren sie ihre Menschlichkeit u. wollen Macht ausüben. Denn sie haben ja bezahlt...

Ein aufschlussreicher Bericht über diese Machtverhältnisse:

http://www.emma.de/artikel/nora-bossong-uber-prostitution-334381

Auszug:

„Für ihr Buch hat die Schriftstellerin Nora Bossong sich in die reale Welt des Rotlichts begeben. Ein Jahr lang war sie unterwegs: in Table-Dance-Bars und Swinger Clubs, auf dem Straßenstrich und im Laufhaus. Ihr Fazit: Aus ihrem vormals „offenen Blick auf Sexarbeit“ ist „tiefe Verstörung“ geworden. Das Prinzip: „Wenn ich dafür zahle, habe ich auch die Macht hat sich schon in der Table-Dance-Bar gezeigt. Dabei ist das ja noch ein vergleichsweise harmloser Ort. Da wedelt ein junger Mann mit einem Schein vor einer Tänzerin herum wie vor einem dressierten Hund und meint, sich über die Regel hinwegsetzen zu dürfen, dass er die Frau nicht anfassen darf.

Viele Freier haben offensichtlich die Vorstellung, dass die Gesellschaft dafür zuständig ist, dass ihnen ein Körper zur Befriedigung ihrer Lüste zur Verfügung gestellt wird. Und mich hat überrascht, dass diese Vorstellung so tief sitzt. Die ist wie festbetoniert.“

Hier noch mehr Lesenswertes:

http://www.emma.de/artikel/freierbestrafung-frankreich-sextourismus-deutschland-332441
http://www.emma.de/artikel/irland-beschliesst-sexkaufverbot-334141
http://www.emma.de/artikel/eine-klare-botschaft-fuer-das-21-jahrhundert-316553
http://www.emma.de/artikel/schwedischer-weg-deutscher-irrweg-316663
http://www.emma.de/thema/prostitution-der-ueberblick-317533
http://www.emma.de/artikel/meine-sieben-tage-im-puff-308878

Für alle, die nicht wissen, dass Prostitution „Gewalt gegen Frauen“ bedeutet. Hier nochmal zur Erinnerung: 1995 hat die UN-Weltfrauenkonferenz die Menschenrechtsverletzung „Gewalt gegen Frauen“ definiert. Dazu gehört selbstverständlich auch der Frauenhandel.

Hier nachzulesen:

http://www.un.org/Depts/german/conf/beijing/anh_2_4.html

Auszug:

„(UN-Weltfrauenkonferenz 1995: Punkte 118 u. 122, Ziel D3 130b) Frauenhandel „begünstigt u. verstärkt Gewalt gegen Frauen“ u. macht eine Gleichstellung unmöglich (die Frau als Sexobjekt), weshalb die Abschaffung des Frauenhandels über kurz oder lang Ziel aller Menschenrechtskonventionen ist. Der „breite Konsenz“ ist die Geschlechtergerechtigkeit. Eine Gesellschaft, die Frauen als „käufliche Ware“ wahrnimmt duldet die Entwürdigung, Herabsetzung und Diskriminierung eines ganzen Geschlechts zum Sexobjekt.

Mehr gibt’s im Grunde nicht zu sagen.

Und noch ein Land mehr, was sich gegen Gewalt und für den Schutz der Frauen ausspricht. Gratulation Israel! :-)

Zum Wochenende wieder ein wenig leichte Kost. :-)

Gartenrotschwanz mit Gesang

https://www.youtube.com/watch?v=mClWNgDIzBc

Eurasian Oystercatcher with chicks

https://www.youtube.com/watch?v=FG60C8XOStE

Common Whitethroat singing

https://www.youtube.com/watch?v=6FRZpMFiWzg

Lasst es euch gut gehen

und liebe Grüße
Violine

20.07.2017 um 19:28 Uhr

Männergeklüngel und Mona Lisa

Hallo Ihr Lieben!

Die Sportschau wird abgesetzt.

Wir wissen‘s nicht genau.
Möglich ist alles…

Ne, das ist ne Fake News. ;-)

Es ist die „Mona Lisa“, die gehen muss.
Ist ja nur ne Frauensendung, wen kümmerts…

Eine Menge Menschen hatten mobil gemacht, sogar bei change.org an die 40.000 Stimmen zusammen gesammelt, die sich für die Sendung ausgesprochen haben. Das interessiert aber die Macher nicht die Bohne. Frauenmagazine seien antiquiert, überholt… heißt es da.

Nur zu dumm, dass just in der Woche als „Mona Lisa“ gehen musste eine Studie veröffentlicht wurde: Frauen sind deutlich unterrepräsentiert im Deutschen Fernsehen. Hoho. Na sowas. ;-)

Da hat das Öffentlich Rechtliche Gebühren Fernsehen mal wieder gezeigt wie antiquiert sie selber sind. Männer vor, noch ein Tor. Frauen haben hier nichts verloren?!...

http://www.sueddeutsche.de/medien/ml-mona-lisa-als-sei-alles-schon-erreicht-1.3589756

Auszug:

„Das bekannte Frauenmagazin "Mona Lisa" verabschiedet sich vom ZDF - kurz nachdem eine umfassende Studie belegt, dass Frauen im Fernsehen deutlich unterrepräsentiert sind.

Die letzte Sendung lief just in der Woche, in der eine umfassende Studie über Geschlechterdiversität in Film und Fernsehen veröffentlicht wurde. Deren Ergebnis: Frauen sind deutlich unterrepräsentiert, stellen nur ein Drittel der Hauptakteure auf den Bildschirmen. Was die Studie außerdem herausfand: "Ab 30 Jahren kommen Frauen sukzessive seltener vor." Frauenverbände und Politiker hatten gegen die Absetzung von Mona Lisa protestiert. Es half nichts."

Und weshalb wurde jetzt gleich noch „Mona Lisa“ abgesetzt?

http://www.tagesspiegel.de/medien/mona-lisa-wird-eingestellt-mainzer-maennerkluengel/19504060.html

Auszug:

Das ZDF will „Mona Lisa“ einstellen - und Themen aus der Sicht der Frauen "ganzheitlich" bearbeiten. „Mona Lisa“ ist eines von zwei Frauenmagazinen, die im deutschen Fernsehen noch verblieben sind. Sonst macht nur noch der Westdeutsche Rundfunk Fernsehen aus dem Blickwinkel von Frauen, mit der Sendung „frau tv“. „Eine monothematische Zielgruppensendung passt nicht mehr richtig ins Bild“, sagte Bellut und ließ durchblicken, dass er Frauenprogramme für überholt hält.

Inge von Bönninghausen hat bei jedem dieser Sätze ein starkes Déjà-vu-Erlebnis. Die frühere WDR-Fernsehjournalistin und feministische TV-Pionierin hörte sie schon vor 30 Jahren, als sie beim Kölner Sender Frauenfernsehen machte. "frau-TV" war eine ihrer Gründungen. „Damals hieß es auch schon, das brauchen wir nicht, Frauen kommen überall vor.“ Das Wort von der Antiquiertheit der Zielgruppensendung macht die erfahrene Fernsehfrau geradezu fassungslos: „Das ist einfach dummes Zeug. Die gibt es natürlich für Männer genauso. Was anders ist der größte Teil der Sportsendungen? Das sieht man an dem Riesengetöse, als zwei EM-Spiele von einer Frau kommentiert wurden. Prompt verspricht der ZDF-Sportchef, dass es sicher nicht noch mehr werden.“

Wobei im Falle "Mona Lisa" (ML) die Entscheidung gegen eine Frauensendung nicht erst jetzt gefallen ist. Maria von Welser, Gründerin von "ML", spricht von einer „Gemischtwaren-Form“, zu der das alte Format umgemodelt worden sei. Und beklagt auf ihrer Website, dass sich die Frauen im Sender schon damals nicht gewehrt hätten gegen den „Männerklüngel“ auf dem Mainzer Lerchenberg.“

Tja, liegt wohl so einiges im Argen. Noch eine andere Stimme:

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Das-schleichende-Ende-von-%E2%80%9EMona-Lisa%E2%80%9C-_arid,10702296_toid,535.html

Auszug:

Wer glaubt, Frauenmagazine beschäftigen sich nur mit der Wahl des richtigen Outfits, der hat „ML Mona Lisa“ noch nicht gesehen. Als erste Sendung im deutschen Fernsehen zeigte „Mona Lisa“ einen Beitrag über die Beschneidung eines Mädchens in Afrika – und stieß damit eine weltweite Diskussion über Genitalverstümmelung an. Seit 1988 hat „Mona Lisa“ um Aufmerksamkeit und Gerechtigkeit gekämpft: Gesetzesentwürfe, wie etwa die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe, waren genauso Gegenstand wie die gesellschaftlichen Tabuthemen Abtreibung, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Opfer weltweit kamen zu Wort. Nach beinahe 30 Jahren ist jetzt aber Schluss. Die Absetzung der Sendung „ML Mona Lisa“ sei schleichend eingetreten, sagt die ehemalige Moderatorin Maria von Welser. „Nun gibt es im Fernsehgeschäft ja immer so ein paar Tricks, um unliebsame Formate vom Bildschirm zu verdrängen. Das erste ist: das Format kürzen. Von 45 Minuten auf 30 Minuten. Dann: lange Sommerpausen. Damit die Zuschauer die Sendung vergessen. Die Quote, die vielgeliebte, sinkt. Das nächste ist: den Sendeplatz verschieben.“ All das sei dem Frauenjournal widerfahren..“

Nun aber auch was zur Studie selber:

http://www.sueddeutsche.de/medien/deutsches-fernsehen-mannomann-1.3584530

Auszug:

„Einer Studie zufolge sind Frauen in Film und Fernsehen unterrepräsentiert, und zwar nicht nur in der Fiktion: "Männer erklären uns die Welt", sagt eine der Autorinnen. Die Untersuchung mit dem etwas sperrigen Titel "Audiovisuelle Diversität? - Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen in Deutschland" hat sich mit der Frage beschäftigt, wie oft und auf welche Art Frauen und Männer auf dem Bildschirm oder auf der Leinwand zu sehen sind. 3500 Stunden Fernsehprogramm wurden dafür 2016 ausgewertet, dazu 883 Kinofilme und mehrere tausend Kinderprogramme.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Frauen sind durchweg seltener zu sehen. Über alle Fernsehprogramme hinweg kommen auf eine Frau zwei Männer. Besonders deutlich wird das in Informationssendungen. Zwar sind dort sehr viele Moderatorinnen und Sprecherinnen am Werk, sobald aber jemand interviewt wird, sieht man Männer. Gäste sind zu 58 Prozent männlich, Experten zu 79 Prozent. Selbst wenn Alltagspersonen auftreten, sind dies zu zwei Dritteln Männer.“

Nun wüsste ich ja schon gerne, wie sich das Öffentliche Rechtliche Gebühren Fernsehen aus diesem selbst fabrizierten Desaster wieder heraus manövrieren will. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache.

Was war noch gleich der Auftrag der Rundfunkanstalten? Mal sehen:

http://daserste.ndr.de/ard_check/fragen/Aufgabe-und-Funktion-des-oeffentlich-rechtlichen-Rundfunks-der-ARD,antworten104.html

Auszug:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den verfassungsrechtlich vorgegebenen Auftrag, einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung zu leisten und so zu einem funktionierenden demokratischen Gemeinwesen beizutragen.

Entstanden ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Gegenentwurf zu dem zentralistisch organisierten Staatsfunk der NS-Diktatur. Er gehört heute alleine der Allgemeinheit, die ihn wiederum beaufsichtigt – durch Aufsichtsgremien, in die Vertretungen aller gesellschaftlichen Gruppen entsandt werden. Staatsferne, föderale Struktur und die Programmgestaltung durch und für eine pluralistische Gesellschaft kennzeichnen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er ist weder privatwirtschaftlichen noch staatlichen Interessen verpflichtet, sondern ausschließlich dem Gemeinwohl. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist damit wirtschaftlich und politisch unabhängig. Diese Unabhängigkeit gilt es gegen Einflussnahmeversuche zu bewahren.

Die ARD liefert damit einen essenziellen Beitrag zum politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs. Die ARD stärkt zudem die kulturelle Identität aller Bürgerinnen und Bürger im Land, weil sie in ihren Programmen Deutschland in seiner ganzen Vielfalt abbildet. Mit ihrer politisch und wirtschaftlich unabhängigen Berichterstattung sollen die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten Garanten für eine politische Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und wesentliche Mittler in einer repräsentativen Demokratie sein.

Dem Gemeinwohl verpflichtet, Deutschland in seiner ganzen Vielfalt abbilden, Mittler einer repräsentativen Demokratie…

Für mich als Frau fehlt noch eine ganze Menge an Repräsentativ, wenn der Großteil der Frauen in Deutschland überhaupt nicht auftauchen, bzw. jetzt mal eben eine Sendung von u. für Frauen ausradiert wurde.

Vielleicht sollten wir uns als ‚zahlende Allgemeinheit‘ viel mehr einbringen u. unsere Meinung kundtun bei den Rundfunkanstalten. Wenn sie die „Öffentliche Meinungsbildung“ vertreten, nun dann tragen wir doch mehr dazu bei, dass ARD u. ZDF auch tatsächlich unsere Meinung vertritt.

Hier mal die Kontaktdaten Das Erste/ARD:

http://www.daserste.de/specials/ueber-uns/kontakt-118.html
http://www.daserste.de/specials/ueber-uns/impressum-102.html

Und die Kontaktdaten vom ZDF:

https://www.zdf.de/service-und-hilfe/zuschauerservice/kontakt-zum-zdf-102.html
https://www.zdf.de/service-und-hilfe/zuschauerservice/impressum-zdf-100.html

Zu guter Letzt möchte ich daran erinnern, wie sehr einige wenige Frauen damals gekämpft haben um im Jahr 1949 die Gleichstellung von Mann u. Frau im Grundgesetz zu verankern. Elisabeth Selberts reiste im Land umher, um Frauen mobil zu machen. Und was geschah? Es kamen Berge an Protestbriefen an.

http://www.emma.de/artikel/dossier-60-jahre-brd-maenner-und-frauen-sind-gleichberechtigt-264006

Auszug:

Männer und Frauen: Gleichberechtigt! Diesen Satz im Grundgesetz (Artikel 3, Absatz 2) haben wir Elisabeth Selbert (Foto re) zu verdanken, die vor 120 Jahren geboren wurde. Der Satz klingt schlicht, hatte aber große Folgen. Denn durch ihn mussten die frauenfeindlichen deutschen Gesetze abgeschafft werden. Deshalb hatte Selbert wie eine Löwin für ihn gekämpft.

"Wir haben ein Männerregime hinter uns und eines vor uns", schrieb Trude Bosse, Herausgeberin der Frauenzeitschrift Silberstreifen, im kalten Hungerwinter 1947 weitsichtig. Recht hatte sie, und doch: Neben den 61 Männern saßen auch vier Frauen in der verfassungsgebenden Versammlung, die knapp vier Jahre nach der Kapitulation in Bonn tagte. Keine dieser Frauen wurde nach 1900 geboren, alle hatten sie noch die erste Frauenbewegung erlebt und den Kampf ums Frauenstimmrecht.

Die selbstständigen und selbstbewussten Frauen draußen im Land lassen sich nicht wieder in die Rechtlosigkeit abdrängen und zu bloßen Besitztümern von Männern degradieren. "Wie ein Wanderprediger bin ich von Versammlung zu Versammlung gefahren." Und die Frauen stehen hinter ihr wie eine Frau – über alle Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg. Elisabeth Selberts Rückkehr von ihrer Reise ist triumphal. "Waschkörbeweise" hat sie Eingaben, Solidaritätsadressen und Protestschreiben im Gepäck. Folge: Die Sitzung des Hauptausschusses am 18. Januar 1949, als die Gleichberechtigung zum vierten Mal auf der Tagesordnung steht, bringt die Wende.“

Waschkörbeweise Solidaritäts- u. Protestschreiben.

Heute gehen unsere Proteste meistens unter im Weltweiten Netz. Papier hatte immer schon größere Wirkung, hat Welten verändert. Wieso nicht auch die Haltung des Rundfunks?! ;-)

Zum Wochenende etwas leichtere, bzw. kühlere Kost. ;-)

Badende Vögel – ein faszinierendes Video

https://www.youtube.com/watch?v=V9MuOqTI83U

Schöner Tauchen – Buckelwale (ca. 10 Min)

https://www.youtube.com/watch?v=MzCxVHZMSnQ

Euch ein erfreuliches Wochenende

und liebe Grüße
Violine