Frauen Bewegen Frauen

08.12.2017 um 15:07 Uhr

Das bisschen Sexismus? - Man kann's auch lassen ;-)

Hallo Ihr Lieben!

Obwohl eigentlich schon genug gesagt wurde…

Sexismus blüht weiterhin um uns Frauen, leider.
Alltäglich begegnen wir diesem Übel.

Also nochmal zum besseren Verständnis. ;-)

Für alle, die noch nie was davon gehört haben.
Und für die, die andere informieren möchten.

Erstmal die Sprüche, die wir Frauen jeden Tag am Arbeitsplatz zu hören bekommen...

http://www.zeit.de/arbeit/2017-09/sexismus-arbeitsplatz-sprueche-frauen

Auszug:

"Sag mal, stören dich die Brüste nicht beim Operieren?" … und 31 weitere sexistische Sprüche, die Frauen am Arbeitsplatz zu hören bekommen haben.

Die Recherche zu diesem Artikel war nicht besonders aufwendig. Die meisten Frauen, mit denen wir über Sexismus im Beruf gesprochen haben, mussten kaum nachdenken, bis ihnen ein Spruch von Kollegen und Chefs einfiel, der sie bis heute beschäftigt. Mal war es ein Hinweis darauf, dass es sich für Frauen nicht gehört, durchsetzungsstark zu sein, mal ein Kommentar über Brüste, mal ein unangebrachter Kosename. 39 Prozent der Frauen haben schon beispielsweise zweideutige Kommentare und Witze mit sexuellem Bezug im Job gehört – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2015.

"Wenn's bei dir mal nicht mehr läuft, kannst du dich wenigstens noch hochschlafen!"

 – mein Kollege (25 Jahre, arbeitet als Fotografin)

"Komm, setz dich zu uns, damit wir etwas Hübsches zum Angucken haben."

 – mein Vorgesetzter, im Beisein von Kollegen (32 Jahre, Physikerin)

"Du bist doch auch lesbisch, oder? Welche Frau tut sich sonst die Unfallchirurgie freiwillig an?"

 – mein Kollege (30 Jahre, Ärztin)

"Wann hatten Sie das letzte Mal Sex?"

 – mein potenzieller Chef beim Vorstellungsgespräch für einen Job in der Fußballbranche (33 Jahre, Social-Media-Beratung) 

"So wie die herumkommandiert, ist die sicher chronisch untervögelt."

–  mein Kollege über unsere Chefin (29 Jahre, Journalistin)"

Und das sind natürlich nur die erfassten Sprüche für die Studie. Was sich Frauen tagtäglich anhören müssen ist unter der Gürtellinie.

Vielen fällt es fast nicht mehr auf. Denn es ist Alltag geworden. Ich finde das erschreckend. Das Weghören, wegsehen, weggucken.

Ob aus Frust, Mutlosigkeit oder weil sich nichts ändert, wenn Frauen dagegen halten, ja sie dann sogar unter den KollegInnen als ‚Zicken‘ gelten? Ist doch alles nur Spaß. Spielverderberin. Nicht genug dass Sexismus als normal dargestellt wird, wer sich das verbittet, wird zudem oft auch noch gemobbt.

Schauen wir doch mal genauer hin.

https://pinkstinks.de/ach-das-bisschen-alltagssexismus/

Auszug:

„Gestern Abend war Stevie [Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel, Anm.der Blog Betreiberin] bei der WDR Sendung Ihre Meinung zum Thema Flirten oder Grabschen – wo fängt Sexismus an? eingeladen. Obwohl das tatsächliche Problem in der aktuellen Debatte längst identifiziert ist, „Das Problem ist nicht, dass nicht klar ist, wo die Grenze ist, sondern dass sie einfach überschritten wird." #MeToo#ihreMeinung — Pinkstinks.de (@pinkstinksde) Scheint es darüber noch Unklarheiten zu geben. Obwohl sich auch Männer inzwischen mit nachdenklichen, klugen Beiträgen zu Wort gemeldet haben, fragen sich viele andere, wo denn bitteschön das Problem sein soll und was sie denn machen sollen.

Gut, reden wir über das Problem. Und zwar nicht in seiner groteskesten, grausamsten Form, sondern in der ganz alltäglichen, beiläufigen. Nehmen wir ein Beispiel, wo Grabschen vermeintlich nur formuliert wird. Wenn überhaupt. Eine Leserin hat uns auf den Stand der Traktorfirma Zetor auf der gerade stattfindenen Landwirtschaftsmesse aufmerksam gemacht.

Der Einsatz von sexualisierten Hostessen ist auf Messen durchaus üblich und wir haben das auch schon thematisiert. Als Beispiel sticht es nicht übermäßig heraus – genau deshalb führen wir es hier an. Um uns nicht bei Extremen möglichst viel Zustimmung abzuholen, sondern in den „Häh, das ist doch kein Sexismus!“ Bereich zu gehen. Was uns interessiert ist wie damit umgegangen wird. Wie wird das kommentiert? Die wenig überraschende Antwort: Abfällig, belustigt, geifernd. Womöglich fragt auch mal jemand, wie bescheiden das Produkt sein muss, um mit einem solchen Blickfang besetzt zu werden.“

Und weiter aus dem o.g. Artikel:

„Aber ansonsten das Übliche: Übergriffige Anzüglichkeiten und eine große Selbstverständlichkeit darin, dass dieses Szenario für Männer aufgebaut wurde und sie ein Anspruch darauf haben. Das ist nicht neu und sicherlich nicht das drastischste Beispiel dieser Praxis. Vielmehr sticht die Normalität ins Auge, mit der hier Sexismus als Alltäglichkeit inszeniert und eingefordert wird.

Was Mann also tun kann? Wie wäre es damit, so etwas nicht abzufeiern, sich nicht von einer solchen Ansprache in der Gruppe Männer, die auf Brüste starren vereinnahmen zu lassen. Nicht immer wieder den Anspruch auf die Darbietung sexualisierter Frauen zu Verkaufszwecken ohne Produktbezug erheben oder unkommentiert stehen lassen. Nicht in sexistische Bemerkungen reinlachen, weil man meint, die konsternierten Blicke der anderen nicht auszuhalten.

Einfach mal fragen, was das Ganze soll. Das wäre immerhin ein Anfang.“

Bedauerlich dass in der Werbung Sexismus immer noch dazugehört. Dabei werden Frauen wie gehabt dazu genutzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Auch wenn das Produkt absolut gar nichts mit einer fast nackten Frau zu tun hat. Hier mal einige Negativ-Beispiele:

https://pinkstinks.de/negativ-beispiele/

Der Werberat - der sich u.a. aus der Werbenden Wirtschaft zusammensetzt - ist nicht gerade amused, dass Pinkstinks nun mobil macht u. dazu auffordert Sexismus in der Werbung komplett zu verbieten.

http://www.tagesspiegel.de/medien/sexismus-in-der-werbung-abschleppen-ist-genau-dein-ding/20629180.html

Auszug:

„Der Verein Pinkstinks kämpft öffentlich gegen geschlechterdiskriminierende Reklame. Der Werberat ist davon nicht begeistert.

Wer mit seiner Werbung Aufmerksamkeit erzeugen will, der zeigt eine halbnackte Frau in aufreizender Pose. Das ist auch 2017 – trotz Sexismus-Debatte – noch so. Eine aktuelle Studie der Hochschule der Medien Stuttgart belegt, dass fast jede dritte Frau in der Werbung sexualisiert dargestellt wird.

1996 war es allerdings noch mehr als jede zweite Frau. Damals dominierten sexualisierte Reklamen vor allem die Bereiche Automobil und Dienstleistungen. 20 Jahre später wirbt die Kosmetikbranche mit 68 Prozent am häufigsten mittels freizügiger Frauen oder verführerischer Gesten.

Deshalb fördert das Bundesfamilienministerium seit Oktober den Hamburger Verein Pinkstinks mit rund 400 000 Euro, damit dieser bis 2019 ein bundesweites Monitoring sexistischer Werbung durchführt. Mit Materialien soll der Verein Bildungseinrichtungen über das Thema informieren.

Auf der Online-Plattform „Werbemelder*in“ können Nutzer Werbeinhalte einsenden.

Die Aktivisten kategorisieren die Einsendungen in sexistische Werbung (die Frauen sexualisiert als Blickfang ohne Produktbezug benutzt oder als käuflich darstellt), nicht-sexistische (nicht diskriminierend), und stereotype Werbung, die Frauen limitierende Rollenbilder zuschreibt.

Rund 800 Einsendungen sind laut Pinkstinks seit Oktober eingetroffen, davon betreffen etwa 80 Prozent sexistische, je zehn Prozent nicht-sexistische und stereotype Werbung. Als Stereotyp gilt etwa das rosa Überraschungsei „für Mädchen“.

Und weiter aus o.g. Link:

„Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel erklärt: „Bei den Einsendungen handelt es sich vor allem um Handzettelwerbung und Plakate mittelständischer Unternehmen wie Pizzalieferdienste und Kfz-Werkstätten. Diese Werbung wird häufig inhouse gemacht, vom Chef zu Hause am Rechner. Das erspart die teure Agentur.“ Die Werbung eines Pannendienstes, die eine halbnackte Frau über eine Motorhaube gebeugt zeigte und mit der Überschrift „Abschleppen ist genau dein Ding?“ versehen war, wurde als sexistisch markiert.

Sensibilisierung für das Problem sei dringend notwendig: „In den Großstädten ist der Herrenwitz längst verpönt, während er in den Dörfern noch ein Schenkelklopfer ist.“ Da Unternehmen außerhalb von Werberats-Rügen nicht sanktioniert werden, findet Schmiedel dessen Arbeit „nicht ausreichend“ und setzt Firmen öffentlichem Druck aus, damit sie reagieren.“

Scheinbar versteht selbst die Bayerische Staatszeitung nicht, worum es bei einem Sexismus Verbot geht. Wenn sie befürchten, in diesem Interview mit Terre des Femmes, dass es dann keine Unterwäschewerbung mehr gibt… Da muss man sich echt nicht mehr wundern...

http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/wir-brauchen-integrationskurse-der-verschaerften-art.html

Auszug:

Sexuelle Übergriffe und Gewalt: Fast täglich kommen derzeit neue Vorwürfe ans Licht. Was ist die Ursache der Enthüllungslawine, wie kann man übergriffiges Männerverhalten eindämmen, was kann der Gesetzgeber tun? Über diese und andere Fragen sprachen wir mit Inge Bell, Vizevorsitzende der deutschen Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.

Wir fordern ein Verbot sexistischer Werbung. Weil wir der Meinung sind, dass solche Werbung viele Männer und Jugendliche in ihrer Vorstellung, Mädchen und Frauen seien Sexualobjekte, bestärkt.

BSZ: Also keine Unterwäschewerbung mehr?
Bell: Doch, natürlich kann man für Unterwäsche werben, mit einer Frau, die Dessous oder einem Mann, der Unterhosen trägt. Das ist in der Regel nicht sexistisch, weil es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Produkt und dem jeweiligen Körper.

Aber wenn man mit einer halbnackten Frau wirbt, und es geht um Autoreifen oder Technikprodukte, dann fehlt dieser Zusammenhang. Um solche Werbung geht es. In Städten wie Paris, Genf oder London ist das bereits verboten. Warum nicht bei uns? Wobei die Kommunen, wenn sie wollten, bereits jetzt handeln könnten: Deutsche Städte können sexistische Plakate durchaus verbieten, solche Plakate entfernen lassen und von dem werbenden Unternehmen ein Bußgeld verlangen. Aber sie tun es nicht.“

Fragt man/frau sich natürlich, wieso die Städte nichts tun?

Habt ihr schon mal angefragt bei den zuständigen Kommunen, wieso sie solche Werbung tolerieren. Werbung, die Frauen objektifizieren u. sexistisch darstellen. So dass auch jedes Kind, was dort vorbei läuft, ganz genau erfährt, wozu Frauen da sind: Um als Sexualobjekte herzuhalten.

Die Folge davon sehen wir ja bereits an der nicht enden wollenden Gewalt gegen Frauen, der weiter zunehmenden Pornographisierung u. boomenden Prostitutions Industrie in unserer Gesellschaft.

Wer so ein abwertendens Frauenbild über alle Medien verbreitet, sollte m.E. wirklich belangt werden. Es ist doch nichts anderes als Frauenverachtung.

Wie die EMMAs unlängst hier schrieben:

https://www.emma.de/artikel/das-problem-das-jetzt-einen-namen-hat-334931

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen als normal gilt. So normal, dass sogar die Frauen sie häufig gar nicht wahrnehmen. In einer Kultur, in der Frauen als maximal verfügbar gelten, nicht zuletzt dank der Pornografie.“

Doch möchte ich nicht dort stehen bleiben.

Wie Stevie im o.g. Pinkstinks Artikel schreibt, es braucht Menschen mit Mut u. Mumm! „Einfach mal fragen, was das Ganze soll.“

Seid mutig! Fragt nach! Schreibt an Verantwortliche!

Guckt hin! Klärt auf! Ermutigt! Redet drüber! :-)

Zum Wochenende nun auch Ermutigendes. ;-)

Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt,

Alice Schwarzer ist 75 geworden. Gratulation!!
https://www.emma.de/artikel/wir-emmas-gratulieren-herzlich-335107
https://www.domradio.de/themen/glaube/2017-12-03/alice-schwarzer-zieht-zum-75-geburtstag-eine-zwischenbilanz

Und noch was zum Gucken:

Wintervögel mit Gesang und Ruf

https://www.youtube.com/watch?v=Lc64CY4NFLg

Gemütliches Eichhörnchen

https://www.youtube.com/watch?v=YVUauK9nPlA

Habt eine schöne Adventszeit

und liebe Grüße
Violine


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.