Frauen Bewegen Frauen

27.10.2017 um 18:21 Uhr

Die #Me too Kampagne

Hallo Ihr Lieben!

Sturm im Wasserglas – oder mehr?

Das fragen sich einige bei der o.g. Kampagne.
Worum es geht?

Begonnen hat alles mit der Schweinerei von US-Produzent Weinstein. Ein sehr mächtiger Mann in Hollywood, der Frauen zu sexuellen Handlungen zwang oder sie würden nie Fuß fassen in der Branche, dafür sorge er. Alle wussten davon, nur keiner sprach drüber. Nun ist es raus.

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/weinsteinalle-wussten-bescheid-334893

Im Internet forderte eine kanadische Journalistin, die den Skandal öffentlich machte, dazu auf sich zu melden, wann andere Frauen „ihren Weinstein getroffen haben“. Was eine riesen Welle in Bewegung setzte. Weltweit. Womit wohl keiner rechnete.

Inzwischen ist es in allen Medien. Und es hört nicht mehr auf. Mehr u. mehr Frauen melden sich u. erzählen von Übergriffen. Sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz, auf der Straße, überall.

http://www.emma.de/artikel/das-problem-das-jetzt-einen-namen-hat-334931

http://www.emma.de/artikel/verpfeif-dein-schwein-334913

Auszug:

„Die Affäre Weinstein hat die Mauer des Schweigens niedergerissen. Im Netz veröffentlichen tausende Frauen ihre eigenen Erfahrungen. Von Frankreich bis Kanada. Auch in Deutschland twittern Frauen unter "Me too" über sexualisierte Gewalt.

Anne T. Donahue ist die Erste. Als die New York Times am 5. Oktober ihre Artikel-Serie über die Affäre Weinstein eröffnet, loggt sich die kanadische Journalistin auf Twitter ein. „Wann hast du DEINEN Harvey Weinstein getroffen? Ich fange an: Ich war eine 17-jährige Schülerin an einer Gemeinschaftsschule und er hat darauf bestanden, meine Schultern zu massieren, während ich tippte“, schreibt sie und klickt auf senden.

Zehn Tage später hat der Tweet der Kanadierin fast 14.000 Likes, er ist 5.500 Mal geteilt worden – und rund 5.000 Frauen haben unter #MyHarveyWeinstein geantwortet. „Der übergriffige Fahrlehrer, der den Mädchen sagte, dass sie ihren Führerschein nicht bekommen, solange sie ihn nicht küssen“, schreibt eine. „Der Kollege, der mich in die Toilette gedrängt hat und mich dazu zwingen wollte, seinen Schwanz zu berühren. Seinen Job hat er immer noch“, eine andere.

Anne T. Donahue hat in ein Wespennest gestochen. Denn natürlich ist - wie Emma Thompson es in diesen Tagen formulierte - Weinstein „nur die Spitze eines ganz bestimmten Eisbergs“, den jede Frau kennt, nicht nur in der Filmbranche. Und so ist es auch nicht überraschend, dass inzwischen nicht mehr nur in Kanada, sondern auch in den USA und in Frankreich ganz ähnliche Aktionen im Netz laufen.

#Balancetonporc, Verpfeif dein Schwein, fordern die Französinnen auf. Angefangen hat die Journalistin Sandra Muller. Die hatte am Freitag auf Twitter geschrieben: „Erzähl auch du von deinen Erfahrungen mit sexueller Gewalt, die du in deinem Job erlebt hast. Und nenne Namen.“

Und die US-Amerikanerinnen schreiben: „Me too!“ Auch ich bin betroffen! Dazu hatte am Sonntag die Schauspielerin Alyssa Milano („Charmed – Zauberhafte Hexen“) auf Twitter aufgerufen: „Falls du auch sexuelle Gewalt erfahren hast, antworte mit ‚Me too’ auf diesen Tweet“. Ein Freund habe ihr das vorgeschlagen, schreibt Milano, „um den Menschen ein Gefühl für das immense Ausmaß des Problems zu vermitteln“. Es antworteten über 30.000 - innerhalb weniger Stunden.“

Die EMMAs berichteten bereits über Täter in Hollywood:

http://www.emma.de/artikel/der-dreckige-traum-von-hollywood-317251

Bei uns meldeten sich daraufhin auch einige Politikerinnen zu Wort:

https://www.gmx.net/magazine/politik/andres-nahles-spd-erfahrungen-sexismus-politik-32591614#.homepage.single.Nahles%20erlebt%20st%C3%A4ndig%20Sexismus.0

Auszug:

Seit bekannt wurde, dass US-Produzent Harvey Weinstein etliche Frauen sexuell belästigt und missbraucht haben soll, spricht die ganze Welt über Sexismus. Nicht nur in Hollywood, auch in der deutschen Politik sei Sexismus an der Tagesordnung, sagt nun Andrea Nahles, die mächtigste Frau der SPD.

Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat in ihrer politischen Karriere immer wieder Erfahrungen mit Sexismus gemacht. "Eine typische Sexismus-Erfahrung ist, dass Frauen nicht ernst genommen werden. Ich habe in meinem Leben unglaublich oft gehört: Die kann das nicht. Oder: Sie ist noch nicht so weit", sagte Nahles der "Bild am Sonntag" laut einer Vorabmeldung.

Bei Frauen werde sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben stünden. "Ich kenne nichts Vergleichbares bei Männern", sagte Nahles. Bei Frauen stehe auch viel zu oft das Aussehen im Vordergrund.“

Doch das ist noch nicht alles. Aus dem EU-Parlament hören wir nun von weiteren sexuellen Übergriffen, wobei wohl deutsche Parlamentsmitarbeiter treibend waren.

https://www.gmx.net/magazine/unterhaltung/kino/weinstein-skandal/berichte-schwere-sexuelle-belaestigungen-eu-parlament-32593906#.homepage.hero.Sexuelle%20Bel%C3%A4stigung%20im%20EU-Parlament%3F.2

Auszug:

„Im Zuge des Weinstein-Skandals beginnen nun auch Mitarbeiterinnen des Europaparlaments über das Thema sexueller Missbrauch zu reden. Ihre Berichte sind alarmierend. Auch deutsche Abgeordnete sollen Frauen belästigt haben.

Die britische Zeitung "The Sunday Times" und andere Medien hatte zuvor schwere Vorwürfe von Parlamentsmitarbeiterinnen öffentlich gemacht. So sollen männliche Abgeordnete Frauen auf verschiedenste Arten sexuell bedrängt oder begrapscht haben. In einem Fall habe ein Parlamentarier vor einer jungen Assistentin masturbiert, schreibt die "Sunday Times". Der Zeitung zufolge sind unter den Beschuldigten mindestens zwei deutsche Abgeordnete. Einer von ihnen wird sogar als "führend" bezeichnet.

Die Identitäten der anderen Beschuldigten enthüllte das Blatt nicht - nach eigenen Angaben auf Wunsch der Parlamentsmitarbeiterinnen. Die Frauen hätten Angst um ihre Karrieren und fürchteten eine mögliche juristische Auseinandersetzung, schrieb die "The Sunday Times".

Wie gut, dass in Deutschland seit letztem Jahr gilt: Nein heißt Nein! Sprich, sexuelle Belästigung ist strafbar geworden. Kaum zu glauben, dass es das bisher nicht war. Ist aber leider so. Von daher ist dieses Gesetz für Frauen auch so wichtig, nach Jahrzehnte langem Kampf.

http://www.emma.de/artikel/eine-revolution-fuer-die-frauen-332995

Auszug:

Nein heißt jetzt endlich Nein! Es ist ein historischer Moment. Dank des Schulterschlusses der Politikerinnen von Union und SPD. Und auch "Grabschen" und Gruppengewalt sind von nun an strafbar. Nur die Grünen und Die Linke stimmten gegen Letzteres.

Über drei Jahrzehnte hat es gedauert. „Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“ Als die stellvertretende Bundestagspräsidentin Claudia Roth dieses überwältigende Ergebnis verkündete, erhoben sich die Abgeordneten von den Plätzen und spendeten Standing Ovations. Was Feministinnen, allen voran EMMA, seit Anfang der Achtziger Jahre fordern, wird nun auch in Deutschland endlich Gesetz: Nein heißt Nein! Eine weitere Revolution: Auch die sogenannte Sexuelle Belästigung ist künftig ein Straftatbestand!

Jetzt heißt es zu den verharmlosend "Belästigung" genannten sexuellen Übergriffen im neuen § 184i: „Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Als "besonders schwerer Fall" gilt, wenn „die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird“.

Wie allen inzwischen bekannt sein müsste, beginnt Sexualisierte Gewalt immer erst mit Sexismus, steigert sich zur Sexuellen Belästigung u. endet in brutaler Gewalt gegen Frauen. Die vorwiegend privat geschieht, aber sich ebenso in Prostitution u. Pornographie deutlich zeigt. Letztendlich führt dieses Frauenbild zum Frauenhass.

Die EMMAs haben mal eine Chronik der Sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz aufgestellt. Seit den 70igern wird drüber gesprochen, gehen Frauen deshalb auf die Straße. Geändert hat sich, wie wir heute sehen, kaum etwas - was das Frauenbild angeht.

http://www.emma.de/artikel/sexuelle-belaestigung-im-beruf-die-chronik-333445

Auszug:

„Wie die Frauen endlich anfingen, über sexuelle Belästigung im Beruf zu reden, von den frauenbewegten 1970er Jahren bis heute(2013).

1978 EMMA berichtet in ihrer März-Ausgabe zum ersten Mal über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: „Ferkel im Betrieb“.


1980 
In den USA wird MacKinnons Entwurf vom Parlament verabschiedet: „Sexual Harassment“ gilt nun als Verstoß gegen den Civil Rights Act, also als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Die Kommission für Chancengleichheit am Arbeitsplatz (EEOC) bestimmt in ihren Richtlinien: Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, seine Arbeitnehmerinnen vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Die ersten Frauen erklagen Schadensersatz.

1992 In Deutschland erscheint eine Flut von Publikationen zur sexuellen Belästigung: in dem feministischen Verlag Frauenoffensive „Tatort Arbeitsplatz“, beim Deutschen Gewerkschaftsbund der Ratgeber „Nein heißt Nein!“; das Bundesfamilienministerium veröffentlicht eine Broschüre über „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Und Frauenministerin Angela Merkel legt den Entwurf für ein Gesetz vor, das Frauen vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen soll. „Kohls Mädchen“ wird dafür in den Medien scharf angegriffen.

1994 Am 1. September tritt in Deutschland das „Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung“ in Kraft, kurz: Beschäftigtenschutzgesetz. Es definiert sexuelle Belästigung als „jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt“. Darunter fallen nicht nur strafrechtlich relevante Taten wie sexuelle Nötigung, sondern auch „Aufforderungen zu sexuellen Handlungen“ oder das „Anbringen pornografischer Darstellungen“. Und: „Arbeitgeber und Dienstvorgesetzte haben die Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen.“

2000 Der Rat der Europäischen Union beschließt zwischen 2000 und 2004 vier Richtlinien zur Gleichbehandlung. Sie verbieten die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Rasse, Religion, Behinderung, sexueller Orientierung und Alter. Alle Mitgliedsländer müssen die Richtlinien innerhalb von drei Jahren in ihre Gesetzgebung umsetzen….“

Es macht Sinn, sich öfters mal die Historie anzusehen, die Frauen Historie um genau zu sein. Viele wissen gar nicht, dass Frauen im 18.Jahrhundert bereits um diese Frauenrechte gekämpft haben, ja dafür sogar im Gefängnis landeten. Mal ein paar Beispiele:

http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/louise-dittmar/

Auszug:

„Dittmar sieht in der Dominanz des männlichen Prinzips das zentrale Problem, das es zu lösen gilt. Erst ein Umbau der Gesellschaft, der aus dem männlichen Prinzip ein menschliches Prinzip mache und die Eigenschaften der Materie und des Geistes beiden Geschlechtern zugestehe, könne wirkliche Veränderung mit sich bringen.“

http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/hedwig-dohm/

Auszug:

"Ich bin des Glaubens, dass die eigentliche Geschichte der Menschheit erst beginnt, wenn der letzte Sklave befreit ist, wenn das Privilegium der Männer auf Bildung und Erwerb abgeschafft, wenn die Frauen aufhören, eine unterworfene Menschenklasse zu sein."

Als um die Jahrhundertwende die Attacken auf die Radikalen schärfer werden, schlägt Dohm mit ihren Schriften zurück. In ihrem Werk ‚Die Antifeministen’ unterteilt sie die Gegner der Frauenbewegung in vier Kategorien („Altgläubige“, „Herrenrechtler“, „praktische Egoisten“ und „Ritter der mater dolorosa“) und entlarvt Nietzsche, Schopenhauer und Maupassant als pathologische Frauenfeinde, die entweder pervertierte („Sie sehen vor lauter Dirnen das Weib nicht.“) oder gar keine Beziehungen zum anderen Geschlecht haben („Aus der Biografie seiner Schwester dürfen wir schließen, dass Nietzsche niemals intime Beziehungen zu Frauen gehabt hat.“) Hedwig Dohm ist nicht nur Feministin, sondern auch Pazifistin...“

Wie wir an der #Me too Kampagne sehen, gehört Sexuelle Belästigung u. Gewalt weiterhin zum Alltag von Frauen, egal wo sie sind. Was bedeutet: An der grundsätzlichen Haltung der Gesellschaft, bzw. der Männer hat sich scheinbar immer noch nichts geändert.

Wieso ist das wohl so?

Weshalb müssen Frauen immer um ihre Rechte kämpfen? Rechte, die Männer schon seit ihrer Geburt haben, bzw. sie ihnen nicht genommen werden. Wie z.B. das Selbstbestimmungsrecht über Körper u. Sexualität. Frauen wurden u. werden kaum oder gar nicht ernst genommen, wenn es um ihre sexuelle Selbstbestimmung geht.

Mal im Verhältnis gesehen: Werden Männer regelmäßig(!) von Männern sexuell belästigt u. vergewaltigt? Müssen Männer täglich damit rechnen, egal wo sie gehen u. stehen, an ihren Geschlechtsteilen gegen ihren Willen angegrabscht zu werden? Werden Männer von ihren Chefs genötigt u. an ihren Geschlecht angefasst während der Arbeit?… Alles Alltag für Frauen.

Wenn es überhaupt geschieht, sind das Ausnahmen, aber nicht die Regel seit Jahrhunderten. Fragt sich denn keiner mal, was daran nicht stimmt? Weshalb Gewalt gegen Frauen auch heute, im scheinbar so aufgeklärtem Zeitalter bestehen bleibt, ja zunimmt?

Hier ein Text von Pinkstinks, der all das sagt was Frauen täglich erdulden: https://pinkstinks.de/bruellen-ueben/

Auszug:

Sie stehen Schlange, die Bilder: Der Mann, der mir hinterher brüllt, er wäre gerne mein Fahrradsattel, dann würde er es mir so richtig besorgen. Der, der sich an dem engen Baustellendurchgang an mir entlang drückt. Die Hand, die sich von hinten unter meinen Rock schiebt, als ich im überfüllten Bus stehe. Die Gruppe Mofafahrer, die mich und meine Freundin auf dem Nachhauseweg einkreisen und bedrohen. Die beiden Männer in Autos, die sich einen runterholen, während sie langsam neben mir herfahren. Der Mann, der mir mitten auf der Straße an die Brust fasst, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dem habe ich reingeschlagen in sein Grinsen. Mit der Faust. Er ist weggerannt und die Schmerzen in der Hand haben drei Tage angehalten. Sie waren extrem befriedigend. Die Männer in den Autos habe ich angebrüllt und mit meiner Wasserflasche beworfen. Ich habe mich gewehrt. Trotzdem haben mir jedes Mal die Beine gezittert hinterher. Ich bin fast erstickt an meinem Zorn und meiner Fassungslosigkeit.“

Ich persönlich sehe die Ursachen u.a. mit darin, dass Männern ein „Recht auf Frauenkörper“ zur sexuellen Befriedigung zugestanden wird. Die zunehmende Pornographisierung u. Prostitution spricht dafür. Der Mann muss befriedigt werden, koste es was es wolle. Das beherrscht unser Menschenbild/Frauenbild. Schaut euch die sexistische Werbung an. Frauen werden völlig anders dargestellt wie Männer.

Denkt mal drüber nach!

Mit Bewusstmachung fängt Veränderung an!

Zum Wochenende nun wieder leichte Kost. :-)

No fishing

https://www.youtube.com/watch?v=kNyRtg1mZmk

Middle Spotted Woodspecker

https://www.youtube.com/watch?v=UfuFDOLAVAk

Buchfink singt

https://www.youtube.com/watch?v=JECvlXL4pRY

Habt eine gute Zeit

u. liebe Grüße
Violine



Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAmanita schreibt am 01.11.2017 um 16:19 Uhr:Hört, hört! Wir sind #metoo ... .

    Und wieder mal muss die jüngere Generation das Rad neu erfinden, nachdem vorher der Feminismus großartig als überflüssig gebrandmarkt wurde. Auf dem Papier, dem geduldigen, haben wir ja alle Rechte... (und da muss frau schon von Glück sagen).

    Tja, Leutchens, was soll man dazu sagen? *smirk* Die Filmindustrie war schon immer die Filmindustrie, unser Aussehen zählt noch immer deutlich mehr als unser Hirn und lässt uns im Glücksfall auch höher die soziale Leiter hinaufsteigen (jemand wie Uli Wickert hätte als Frau nicht die geringste Chance auf einen Platz vor der Kamera gekriegt, und Frau Schrowange bekam erst mal Krach mit dem Boss, als sie Grau auf dem Kopf tragen wollte).

    In einer Essaysammlung aus den Mitt-80ern ("Keusche, Romantiker und neue Sinnlichkeit") wurden bereits die gleichen Zustände und die gleichen medialen Frauenbilder angeprangert, wie sie heute herrschen. Seit mindestens 30 Jahren wird also diskutiert, was zu diskutieren ist, aber gebessert hat sich nichts, da außer ein paar Intellektuellen sich niemand wirklich für das Thema interessiert - Hauptsache "mein Po sieht besser aus als der meiner Nachbarin" ;)

    Hab mich an der Kampagne übrigens nicht beteiligt, obwohl ich durchaus mein #metoo-Liedchen singen könnte. (Jüngstes Beispiel: Als ich mich bei einer Zeitarbeitsfirma bewarb, bekam ich keinen Job, aber stattdessen einen Stalker mit eindeutigen Absichten.)
  2. zitierenFrauenBewegenFrauen schreibt am 03.11.2017 um 18:45 Uhr:Hallo @Amanita!
    Da sagste was... Selbst die FeministInnen der 70iger sind erschrocken(EMMA), als sie feststellen mussten, dass es ja vor ihnen auch schon eine Frauenbewegung gab. Mit den gleichen Themen, wie wir sie heute wieder käuen... Alice Schwarzer hat das schön zusammengefasst in diesem Artikel zum Frauen Media Turm:
    http://www.frauenmediaturm.de/frauenmediaturm/publikationen/ein-turm-fuer-frauen-allein/

    Ausz ug:
    "Als ich Anfang der 7oer Jahre begann, mich für die Sache der Frauen zu engagieren, war es mir wie den meisten gegangen: Ich glaubte mich in der Stunde Null. Auch wir neuen Feministinnen waren damals überzeugt, wir seien - abgesehen von ein paar vereinzelten Vorläuferinnen - die ersten, die es wagen, der Männermacht endlich die Stirn zu bieten. Doch weit gefehlt. Es gab ja so viele vor uns. Und wir hätten von Anfang an weiterblicken können, statt (wieder einmal) von vorne anzufangen. Daß die Geschichte unserer Unterdrückung und unseres Widerstandes kaum aufgeschrieben, wenig beachtet und gerne verfälscht oder geleugnet wird, ist kein Zufall, sondern hat System. Geschichtslose Frauen sind identitätslose Frauen. Sie bleiben relative Wesen, die sich selbst nur in Relation zum Mann begreifen können..."

    Ja, ich könnte auch unzählige #metoo Lieder singen...
    Wir machen weiter, was sonst. ;-) LG Violine

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