Frauen Bewegen Frauen

27.07.2017 um 19:36 Uhr

Israel ist für Prostituiertenschutz

Hallo Ihr Lieben!

Na, es wird ja immer besser. :-)

Noch ein Land!! Jetzt entscheidet sich auch das israelische Parlament dafür Prostituierte zu schützen u. Freier zur Verantwortung zu ziehen. Es kommt Bewegung hinein. Klasse! :-)

Ein Großteil von Deutschlands PolitikerInnen ist ja leider immer noch davon überzeugt dass Frauen verkauft werden dürfen um Männerwünsche zu befriedigen. Deshalb wurde der Handel mit der „Ware Frau“ legalisiert u. gefördert. Inzwischen verdient der Staat an diesem Frauenmarkt Millionen an Steuergeldern.

Zum Glück für Frauen sehen Norwegen, Island, Irland, Nordirland, Frankreich und Kanada den Kauf von Menschen für Sex als eine Straftat an. Nun also auch Israel! Das einzige demokratische Land im Nahen Osten. Toll!

http://www.emma.de/artikel/israel-knesset-fuer-freierbestrafung-334661

Auszug:

Ein überparteiliches Frauenbündnis, darunter die Liberale Aliza Lavie (Foto), hat das Gesetz für ein Sexkaufverbot eingebracht. Die Zustimmung ist überwältigend. Deutschland mit seiner Pro-Prostitutions-Haltung wird immer einsamer.

Es war ein „historischer Moment“, sagt die Knesset-Abgeordnete Aliza Lavie. Denn es passiert selten, dass sich im israelischen Parlament die Parteien einig sind – oft trennen sie bekanntlich Welten. In dieser Frage jedoch stimmten sie alle dafür: Männer, die Frauen kaufen, sollen künftig bestraft werden! Und: Frauen und Männer in der Prostitution sollen beim Ausstieg unterstützt werden. Eine Überraschung war die Entscheidung der Knesset in erster Lesung allerdings nicht. Denn die beiden Gesetzentwürfe – der eine für die Freierbestrafung, der andere für die Ausstiegsprogramme – wurden von einer parteiübergreifenden Politikerinnen-Allianz aus Regierungsparteien und Opposition eingebracht. Seit zehn Jahren hatten die Politikerinnen Überzeugungsarbeit geleistet, um das so genannte Nordische Modell auch in Israel durchzusetzen.

Das Gesetz wird dazu beitragen, die Nachfrage zu reduzieren, denn sie ist es, die diese ganze Industrie antreibt. Es wird außerdem helfen, die vielen Frauen und Männer, die aus der Prostitution aussteigen wollen oder ausgestiegen sind, wieder in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt Aliza Lavie, die auch Sprecherin des Knesset-Komitees zur Bekämpfung von Menschenhandel und Prostitution ist. Geht es nach ihrem Entwurf, sollen Freier entweder eine Geldstrafe bekommen oder zum Besuch eines Kurses auf der so genannten „John’s School“ verdonnert werden (John = der englische Slang-Ausdruck für Freier).“

Ja, Freier müssen wirklich erst (neu) lernen, was es bedeutet Frauen mit Respekt zu behandeln, sie als Menschen wahrzunehmen. In einschlägigen Freierforen herrscht eine Frauenverachtung der übelsten Art. Diese Männer sind unsere Nachbarn, Freunde, Kollegen, Partner etc. Sobald sie sich entscheiden eine Frau zu kaufen für ihre persönliche Triebabfuhr, verlieren sie ihre Menschlichkeit u. wollen Macht ausüben. Denn sie haben ja bezahlt...

Ein aufschlussreicher Bericht über diese Machtverhältnisse:

http://www.emma.de/artikel/nora-bossong-uber-prostitution-334381

Auszug:

„Für ihr Buch hat die Schriftstellerin Nora Bossong sich in die reale Welt des Rotlichts begeben. Ein Jahr lang war sie unterwegs: in Table-Dance-Bars und Swinger Clubs, auf dem Straßenstrich und im Laufhaus. Ihr Fazit: Aus ihrem vormals „offenen Blick auf Sexarbeit“ ist „tiefe Verstörung“ geworden. Das Prinzip: „Wenn ich dafür zahle, habe ich auch die Macht hat sich schon in der Table-Dance-Bar gezeigt. Dabei ist das ja noch ein vergleichsweise harmloser Ort. Da wedelt ein junger Mann mit einem Schein vor einer Tänzerin herum wie vor einem dressierten Hund und meint, sich über die Regel hinwegsetzen zu dürfen, dass er die Frau nicht anfassen darf.

Viele Freier haben offensichtlich die Vorstellung, dass die Gesellschaft dafür zuständig ist, dass ihnen ein Körper zur Befriedigung ihrer Lüste zur Verfügung gestellt wird. Und mich hat überrascht, dass diese Vorstellung so tief sitzt. Die ist wie festbetoniert.“

Hier noch mehr Lesenswertes:

http://www.emma.de/artikel/freierbestrafung-frankreich-sextourismus-deutschland-332441
http://www.emma.de/artikel/irland-beschliesst-sexkaufverbot-334141
http://www.emma.de/artikel/eine-klare-botschaft-fuer-das-21-jahrhundert-316553
http://www.emma.de/artikel/schwedischer-weg-deutscher-irrweg-316663
http://www.emma.de/thema/prostitution-der-ueberblick-317533
http://www.emma.de/artikel/meine-sieben-tage-im-puff-308878

Für alle, die nicht wissen, dass Prostitution „Gewalt gegen Frauen“ bedeutet. Hier nochmal zur Erinnerung: 1995 hat die UN-Weltfrauenkonferenz die Menschenrechtsverletzung „Gewalt gegen Frauen“ definiert. Dazu gehört selbstverständlich auch der Frauenhandel.

Hier nachzulesen:

http://www.un.org/Depts/german/conf/beijing/anh_2_4.html

Auszug:

„(UN-Weltfrauenkonferenz 1995: Punkte 118 u. 122, Ziel D3 130b) Frauenhandel „begünstigt u. verstärkt Gewalt gegen Frauen“ u. macht eine Gleichstellung unmöglich (die Frau als Sexobjekt), weshalb die Abschaffung des Frauenhandels über kurz oder lang Ziel aller Menschenrechtskonventionen ist. Der „breite Konsenz“ ist die Geschlechtergerechtigkeit. Eine Gesellschaft, die Frauen als „käufliche Ware“ wahrnimmt duldet die Entwürdigung, Herabsetzung und Diskriminierung eines ganzen Geschlechts zum Sexobjekt.

Mehr gibt’s im Grunde nicht zu sagen.

Und noch ein Land mehr, was sich gegen Gewalt und für den Schutz der Frauen ausspricht. Gratulation Israel! :-)

Zum Wochenende wieder ein wenig leichte Kost. :-)

Gartenrotschwanz mit Gesang

https://www.youtube.com/watch?v=mClWNgDIzBc

Eurasian Oystercatcher with chicks

https://www.youtube.com/watch?v=FG60C8XOStE

Common Whitethroat singing

https://www.youtube.com/watch?v=6FRZpMFiWzg

Lasst es euch gut gehen

und liebe Grüße
Violine

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.