Frauen Bewegen Frauen

18.05.2017 um 16:16 Uhr

Die Desert Flower Foundation

Hallo Ihr Lieben!

Heute geht es um ein schwerwiegendes Thema.

Was nicht jedefraus- u. mans Sache sein könnte.

Für alle Zartbeseiteten:

Gebt bitte gut auf euch Acht. Es könnte triggern. ***

Waris Dirie ist wahrscheinlich fast allen ein Begriff.

Sie, die Wüstenblume, die es geschafft hat aus großer Not heraus zu finden nach einer sehr schmerzhaften Odysse. Aus der Wüste, dem Vertrauensbruch, in die Fremde, verloren, entdeckt. Eine Modell Karriere. Und dann der Weg heraus aus den Schmerzen.

Es geht um Genitalverstümmelung.

http://www.desertflowerfoundation.org/de/ueber-dff.html

Auszug:

„Rette eine kleine Wüstenblume: Eine Aktion der Desert Flower Foundation (DFF). Alle 11 Sekunden wird auf dieser Welt ein Mädchen beschnitten. Jedes dritte stirbt nach diesem brutalen Eingriff und viele leiden ihr Leben lang unter den schmerzhaften Folgen. „Mit der Gründung der Desert Flower Foundation in 2002 haben wir diesem grausamen Ritual den Kampf angesagt“, so Gründerin und Schirmherrin Waris Dirie.“

Sie weiß wovon sie spricht.

Dieses furchtbare Ritual, welches ohne Betäubung, oft mit verschmutzen Rasierklingen an kleinen Mädchen durchgeführt wird, im Beisein der eigenen Mutter. Ja, der Mutter, die sie direkt in die Hände der Beschneiderin führt u. das eigene Kind festhält, während diese andere Frau, oft sogar aus dem Bekanntenkreis, der eigenen Familie, sich an ihren Geschlechtsteilen zu schaffen macht.

Triggerwarnung! *******

Es geht dabei nicht um ein bisschen Haut. Den Mädchen werden, ohne Erklärung u. ohne Betäubung oft sämtlich äußere Geschlechtsteile (Klitoris und Schamlippen) entfernt u. die Scheide anschließend so vernäht, dass nur eine winzige Öffnung zum Urinieren u. für die Regelblutung bleibt. Die Wunde wächst zu u. muss für den Geschlechtsverkehr erneut geöffnet werden.

Wenn die Mädchen nicht schon durch die völlig unhygienische Verstümmelung mit Rasierklinge, Schere oder stumpfe Messer, den Blutverlust oder Dauerinfektionen gestorben sind... Dann geht es weiter. Körperflüssigkeiten können nicht mehr richtig abfließen (Monatsblutung), das Wasserlassen ist nur unter Schmerzen möglich wegen des vernarbten Gewebes u. der oft chronischen Infekte. Ein unendliches Martyrium.

Werden sie verheiratet - oft als Noch-Kinder - wird die vernarbte Wunde vor dem ersten Geschlechtsverkehr aufgeschnitten u. danach wieder zugenäht. Und wenn diese Mädchen/Frauen schwanger werden - falls sie durch die Entzündungen nicht schon unfruchtbar geworden sind - gibt es schwere Komplikationen bei der Geburt u. im Extremfall kann es zum Verbluten der Gebärenden kommen. Nach der Geburt wird die Scheide der Frau wieder zugenäht u. das Leid geht weiter.

Welche Schmerzen diese Frauen ihr ganzes Leben lang ertragen müssen - wenn sie denn eine Ross Natur haben u. das alles bis dahin überlebt haben - können wir uns nicht vorstellen. Und dabei mal alle anderen Erkrankungen, Qualen bei der Monatsregel, beim Toilettengang etc. Ängste u. das psychische Traumata beiseite gelassen.

Triggerwarnung wieder aufgehoben. *****

Mal kurz eingeschoben:

Eine 20seitige Abhandlung, die lesenswert ist.
Der Straftatbestand der weiblichen Genitalverstümmelung, § 226a StGB
Wirkungen und Nebenwirkungen von Dr. Georgios Sotiriadis, Uni Bremen

http://www.zis-online.com/dat/artikel/2014_7-8_834.pdf

Diese verstümmelten Frauen leben zum Teil inzwischen auch hier bei uns seit vielen Jahren oder sind mit den aktuellen Flüchtlingsströmen auf dem Weg hier her, samt dem zerstörenden Ritual im Gepäck für die nächste Generation Mädchen, die dann bei uns aufwachsen u. verstümmelt werden...

Sie alle haben gelernt, dass eine unverschnittene Vagina schlecht u. unhygienisch ist. Beschnitten sein bedeutet rein sein. Ihnen wurde beigebracht, dass sie erst dann Frauen sind, wenn sie verstümmelt sind. Und nun erfahren sie bei uns oder wenn sie großes Glück haben durch Aufklärungs-Teams im eigenen Land, dass ihre Weiblichkeit zerstört wurde.

Wie gut, dass es nun endlich Hilfe gibt, echte umfassende Heilung! Dank Waris Dirie u. ihrer Desert Flower Foundation:

http://www.desertflowerfoundation.org/de/desert-flower-center.html

Auszug:

„Gemeinsam mit dem Krankenhaus Waldfriede wurde das weltweit erste ganzheitliche Betreuungszentrum für Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung in Berlin eröffnet. Das Desert Flower Center bietet Opfern rekonstruktive Operationen nach FGM-Verstümmelungen, gynäkologische, urologische, sowie psychologische Betreuung an.

Weiter bietet das Desert Flower Center Workshops und Schulungen für afrikanische Communities, medizinisches Personal, LehrerInnen, AktivistInnen, SozialarbeiterInnen, EntwicklungshelfernInnen, Kommunen sowie andere NGO´s und Interessierte an. Die ersten Frauen wurden bereits erfolgreich operiert. In weiterer Zusammenarbeit mit der Karolinska Klinik in Stockholm und dem Hôpital Delafontaine in Paris wurden weitere Desert Flower Center in Schweden und Frankreich eröffnet.“

Weiter im Text geht es um ein Trainings Center für ÄrztInnen, was durch die DSF initiiert wurde:

„Desert Flower Surgical Center. Gemeinsam mit dem niederländischen Chirurgen Dr. Refaat Karim hat die Desert Flower Foundation in 2014 ein Trainings Center für Chirurgen, Gynäkologen, sowie Urologen in Amsterdam eröffnet. Medizinisches Personal aus Frankreich, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Marokko, Ägypten, Niederlanden, Belgien, Senegal, Italien, Brasilien, Großbritannien, Äthiopien und Sierra Leone haben bisher an den Trainings teilgenommen.“

Ich freue mich so sehr für die verstümmelten Mädchen u. Frauen über DFF endlich heil zu werden!!! :-)

Wer den Film „Die Wüstenblume“, über das Leben von Waris Dirie noch nicht kennt, hier geht es zum Trailer u. auf Youtube könnt ihr den kompletten Film finden u. euch ansehen.

Der Trailer „Wüstenblume“:

https://www.youtube.com/watch?v=17WXMPK1pA8

Im o.g. Berliner Krankenhaus Waldfriede hat die Desert Flower Foundation begonnen Frauen, die verstümmelt wurden dank hervorragender ÄrztInnen durch rekonstruierende Operationen wieder herzustellen. Die Frauen werden von einem unterstützenden Team begleitet.

Ein Interview auf Deutschlandfunk Kultur mit Chirurgin Cornelia Strunz:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/chirurgin-ueber-genitalverstuemmelungen-fast-allen-opfern.970.de.html?dram%3Aarticle_id=385858

Auszug:

Seit vier Jahren behandelt die Berliner Chirurgin Cornelia Strunz Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelungen wurden. Ihre Erfolgsbilanz ist hoch. Im Deutschlandfunk Kultur spricht sie über ihre Arbeit.

Die Chirurgin Cornelia Strunz ist Ärztin aus Leidenschaft und auch ein bisschen aus familiärer Tradition. Seit knapp vier Jahren behandelt sie Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelungen geworden sind. Desert Flower Foundation nennt sich die Stiftung, deren Generalsekretärin Strunz ist und mit deren Unterstützung im Berliner Krankenhaus Waldfriede rekonstruierende Operationen durchgeführt werden – mit sehr hoher Erfolgsquote: Fast jeder Frau kann geholfen werden.

Diese Ergebnisse und die Dankbarkeit der Operierten, die endlich wieder Frauen sein dürfen, geben Cornelia Strunz die Energie, mit ihrer Arbeit weiterzumachen und bei all den schweren Schicksalen nicht den Mut zu verlieren. Das Desert Flower Center im Krankenhaus Waldfriede ist meist die erste Stelle, an die sich betroffene Frauen wenden können.“

Ich möchte euch bitten diese Informationen weiter zu verteilen an andere. Denn leider sind auch hier bei uns Mädchen gefährdet verstümmelt zu werden. Eben, weil es die Eltern nicht besser kennen/wissen. Zudem gibt es bei uns immer noch viele ÄrztInnen die "sowas" noch nie gesehen haben u. kein Feingefühl entwickelt haben mit Patientinnen umzugehen. Deswegen ist Wissen so wichtig.

Bitte, wenn möglich auch an eure Arztpraxen weiter geben.

Danke an die Bloggerin Amanita :-), die mich auf eine Seite aufmerksam machte, die in leichter Sprache u. mehrsprachig über Körper, Sexualität u. Rechte in Deutschland aufklärt (Sexuelle Gewalt, Genitalverstümmelung etc.):

https://www.zanzu.de/en/home

Die Desert Flower Foundation findet ihr hier:

http://www.desertflowerfoundation.org/de/home.html

Und auch bei Facebook:

https://www.facebook.com/DesertFlowerFoundation

Kurzes Statement von Waris Dirie

https://www.youtube.com/watch?v=NROlfuV5HJ4

Die Desert Flower Seite werde ich auch in meine Link Liste aufnehmen.

Zum Wochenende nun aber leichtere Kost. ;-)

Wieder ein buntes Dorf. :-)

https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/das-regenbogen-dorf-ein-indonesisches-dorf-verwandelt-sich-in-ein-farbenmeer

Auszug:

"Wenn es regnet, sieh dich nach einem Regenbogen um!" Die Einwohner des kleinen Dorfes Kampung Pelangi in Indonesien müssen sich dazu nicht mehr umdrehen. Denn sie haben ihren Ort in ein traumhaftes Farbenmeer verwandelt. Damit ist das Dorf bereits das Dritte dieser Art in Indonesien.“

Beautiful Lotus Flowers – Best Relax Music (ca. 13 Min.)

https://www.youtube.com/watch?v=DasUQ-EdDqI

Genießt das sonnige Wetter

und liebe Grüße
Violine

30.10.2014 um 18:03 Uhr

Mädchen schützen steht an erster Stelle

Hallo Ihr Lieben!

Irgendwie scheint das Thema in Vergessenheit geraten zu sein. Ähnlich wie beim Missbrauch. Was wir nicht sehen, das gibt es wohl auch nicht oder?

Nun, ich schweige ganz sicher nicht!

Heute möchte ich an die vielen Mädchen u. jungen Frauen erinnern, die mitten in Deutschland bedroht sind. Bedroht verstümmelt zu werden an ihren Genitalien.

Diese Gefahr besteht nicht nur in ihren Herkunftsländern, sondern genauso hier. Die Schwächsten der Gesellschaft werden wieder einmal kaum oder gar nicht wahrgenommen. Worum es geht:
http://www.taskforcefgm.de/2014/06/genitalverstuemmelung-an-maedchen-besonders-hohes-risiko-in-den-sommerferien/

Auszug:
In Deutschland sind bis zu 50.000 Mädchen gefährdet, Opfer von Genitalverstümmelung zu werden. Besonders groß ist Gefahr während der Ferien, wenn die Mädchen für die Verstümmelung in die Herkunftsländer der Eltern gebracht werden. Die Bundesregierung will nach wie vor keine wirksamen Maßnahmen umsetzen, um alle gefährdeten Mädchen vor der Verstümmelung zu schützen und verabschiedete erst im letzten Jahr ein Gesetz, das Verstümmelungstäter mit einem niedrigen Eingangsstrafmaß vor eventueller Abschiebung schützen soll.“

Als aktuelles Beispiel sei hier mal eine Großstadt (Hamburg) genannt, deren Behörden die Gefahr nicht ernst nehmen:
http://www.taskforcefgm.de/2014/01/rund-1-400-maedchen-in-hamburg-von-genitalverstuemmelung-bedroht/

Auszug:
Genitalverstümmelungen an Mädchen zählen zu den am weitesten verbreiteten Kinderrechtsverletzungen unserer Zeit: Jedes Jahr werden mehr als drei Millionen Mädchen Opfer dieser Gewalt.

Die Statistik zeigt, dass in Hamburg bis zu 1.400 minderjährige Mädchen als gefährdet gelten, davon 450 aus Hochrisikoländern (Verstümmelungsrate 50% und höher). Sie schließt erstmals wichtige Risikogruppen ein, die bislang unberücksichtigt blieben wie z.B. Jemen, Irak, Indonesien und Malaysia. Die tatsächliche, enorm hohe Verstümmelungsgefahr für Mädchen, die in Hamburg leben, wird von den Hamburger Behörden bislang völlig ignoriert.(...)“


Wie auch bei Vergewaltigungen werden in den wenigsten Fällen die Täter verurteilt. Als zusätzliche Erschwernis kommt noch hinzu, dass es keine Meldepflicht für Ärzte gibt, selbst wenn sie Kenntnis einer angekündigten Verstümmelung haben oder die Tat bereits begangen wurde. Das Mädchen also entsprechende Verletzungen aufweist:
http://www.taskforcefgm.de/2014/02/genitalverstuemmelung-an-maedchen-politischer-wille-fuer-wirksamen-schutz-fehlt-in-deutschland-noch-immer/#more-6937

Auszug:
Doch der politische Wille zur Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen fehlt noch immer: Ohne konsequente Strafverfolgung, die den Tätern rechtsstaatliche Grenzen aufzeigt, gibt es auch keine nachhaltige Prävention. In Deutschland wurden bislang – trotz der enormen hohen Opferzahl – keine Verstümmelungstäter verurteilt. Dies ist wesentlich der ärztlichen Schweigepflicht geschuldet: Ärzte, die ein Kind als Genitalverstümmelungsopfer identifizieren, dürfen die Behörden nicht einschalten. Auch wenn Ärzte den Verdacht oder gar Kenntnis über die geplante Tat haben, sind sie zu keiner Meldung verpflichtet."

Nun hat der Deutsche Juristinnen Bund eine Empfehlung für eine Verbesserung der Gesetzeslage ausgesprochen um Frauen u. Mädchen, die in Deutschland wohnen besser schützen zu können:
http://www.taskforcefgm.de/2014/09/deutscher-juristentag-fordert-haertere-bestrafung-von-genitalverstuemmelung/
https://www.jugendhilfeportal.de/recht/artikel/eintrag/djb-begruesst-empfehlungen-des-deutschen-juristentages-zur-genitalverstuemmelung-und-zwangsverheirat/

Auszug:
„Ramona Pisal, Präsidentin des djb: "Vor allem die Empfehlung des djt, im Falle von Genitalverstümmelung und Zwangsheirat § 5 StGB dahingehend zu erweitern, dass deutsches Strafrecht auch auf Auslandstaten gegen Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthaltsort im Inland anwendbar ist, sollte der Gesetzgeber aufgreifen. Dies würde in Deutschland lebende Frauen und Mädchen effektiv schützen. Oft werden sie über den Umweg der zeitweiligen Rückführung in die Herkunftsländer Opfer der genannten Straftaten. Hier brauchen wir ein klares Signal, das sich sogenannter Umgehungstourismus für die Täter nicht lohnt."

Seit Jahren ist das Problem bekannt, dass Mädchen in den Ferien ins Heimatland zur Verstümmelung gebracht werden, um deutsches Recht zu umgehen. Heißt, den TäterInnen ist sehr wohl bewusst was sie tun.

Wer von solchen Fällen etwas mitbekommt, meldet euch bei der TaskForce. Deshalb gibt es diesen Notruf, um Schlimmeres zu verhindern. Hier nochmal der Link(auch rechts in meiner Linkliste zu finden):
http://www.taskforcefgm.de/

Zum Wochenende u. passend zu Halloween etwas für Hexen u. Zauber-Azubis:
http://www.emma.de/artikel/was-waere-harry-ohne-hermine-265286

Auszug:
„Den Ausschlag für den Beginn einer wunderbaren Freundschaft gibt, dass Hermine, wenn es drauf ankommt jedenfalls, durchaus gekonnt lügen und gegen eherne Schulregeln verstoßen kann; so gekonnt, dass selbst Minerva McGonagall, die gestrenge Hogwarts-Vize-Schulleiterin (der Leiter ist natürlich ein Mann) ihr glaubt. Und dass die brave Hermine auch mal einen Konflikt nonverbal lösen kann, mit einer ebenso gepfefferten wie wohlverdienten Watsche. Insofern eignet sich Hermine natürlich ganz hervorragend als nacheifernswertes Vorbild.“

Natürlich darf die sexistische Halloween-Werbung nicht fehlen(Scherz).
http://www.stern.de/familie/leben/subway-blamiert-sich-mit-sexistischem-werbespot-zu-halloween-2143836.html

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende
und liebe Grüße
Violine

21.09.2012 um 12:36 Uhr

Fortsetzung Genitalverstümmelung-Die Rechtslage

Hallo Ihr Lieben!

Das Leid dieser Mädchen darf nicht weiter

hingenommen werden, ohne dass sich etwas ändert.

 

Deshalb noch mehr Informationen für alle

unter Euch, die es interessiert und die etwas an

dieser schrecklichen Situation verändern wollen.

 

Zur Rechtslage einige wichtige Angaben:

http://www.taskforcefgm.de/2012/02/genitalverstummelung-an-madchen-seit-15-jahren-thema-im-bundestag-aber-immer-noch-grunes-licht-fur-die-tater/#more-6129

 

Auszug:

"Alle Jahre wieder…nehmen sich die Parlamentarier in Berlin des Themas “Genitalverstümmelung an Mädchen” an und debattieren Anfragen, Anträge einzelner Fraktionen. Die schlechte Nachricht ist, dass dieser Bewusstseinswandel bislang keinerlei nennenswerte Auswirkung auf die Lebenssituation potentieller Opfer in unserem Land hat oder auf den Umgang mit Tätern, die ihre Töchter der Verstümmelung unterwerfen. Im Gegenteil. Doch obwohl seit mehr als sieben Jahren (!) die Rechtsprechung deutscher Familiengerichte sowie der Bundesgerichtshof einschlägig geklärt haben, dass die Verstümmelung im Ausland durch die Einschränkung des Aufenthaltsbestimmungsrechts wirksam verhindert werden kann und es die Pflicht des Staates ist, die Rechte dieser spezifisch gefährdeten Mädchen zu schützen, wollen die Parlamentarier auch weiterhin zulassen, dass Eltern ihre Töchter ungehindert für die Verstümmelung ins Ausland bringen können –  anstatt zu beraten, wie diese wirksame familienrechtliche Maßnahme für alle bedrohten Mädchen umgesetzt werden kann: Sie wollen lediglich im Nachhinein – d.h., wenn es für die Opfer zu spät ist und sie irreparabel geschädigt und traumatisiert wurden – eine fragwürdige, praktisch kaum umsetzbare – und deshalb wirkungslose – Strafbarkeit der “Auslandsstraftat” schaffen und zementieren auf diese Weise die Diskriminierung.“

 

Übersetzt heißt das, es gibt Möglichkeiten

die Mädchen zu schützen.

Aber sie werden nicht umgesetzt.

 

Erst NACH der Verstümmelung wird gehandelt.

Obwohl es-so wie ich das verstehe-die Chance gibt,

durch das Aufenthaltsbestimmungsrecht die

Genitalverstümmelung zu verhindern,

wird es nicht angewendet!

 

Wieso ist das so?

Weshalb können in Deutschland geborene/lebende Kinder

ins Ausland zu diesen furchtbaren Ritual gebracht werden

im Wissen der zuständigen Behörden?

 

Für mich ist das eine konkrete „Unterlassungstat“

der jeweils zuständigen Behörden.

Ich kenne mich im Recht nicht so gut aus.


Doch wenn es Wege gibt diese Mädchen

zu schützen und diese werden nicht wahrgenommen

dann hat unser Rechtssystem versagt.

 

Aktiv werden können wir, indem wir Petitionen

auf den Weg bringen oder direkt an zuständige

Politiker schreiben und natürlich auch, wenn wir

Hilfsorganisationen(TascForce) unterstützen.

 

Wer von Euch weitere Ideen hat oder Vorschläge,

meldet Euch bitte!

 

Liebe Grüße

Violine

14.09.2012 um 08:08 Uhr

Auch Mädchen in Deutschland werden verstümmelt

Hallo Ihr Lieben!


Seit langem beschäftige ich mich mit der

Genitalverstümmelung von kleinen Mädchen.

 

Heute möchte ich Euch über einige wichtige Informationen

zur Genitalverstümmelung(FGM) von Mädchen u. Frauen in

Kenntnis setzen . Denn es geht dabei um die Menschenrechte

von Frauen, das Recht auf körperliche Unversehrtheit so wie

dem Recht auf Leben und Gesundheit und dem Recht auf

Selbstbestimmung der Frauen.

Diese Rechte sollte es selbstverständlich für alle Frauen und

Mädchen geben!

 

Da das Thema sehr unter die Haut gehen kann noch einen

Hinweis/Warnung*** an die Frauen, die dadurch eventuell

getriggert werden könnten, weil sie Betroffene von

sexualisierter Gewalt waren.

**Gebt bitte Acht auf Euch beim Lesen!**

 

Vorab eine Info zu den Gründen, die angegeben werden für

die Verstümmelung von Mädchen an den Geschlechtsorganen

von Amnesty International Frauen:

http://www.amnesty-frauen.de/Main/Genitalverst%C3%BCmmelung

 

Auszug:

"Häufiges Rechtfertigungsmuster für die Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane ist die Vorstellung, dass nur so der weibliche Sexualtrieb gezügelt und damit (für den Mann) kontrollierbar gemacht werden könne. Zudem wird argumentiert, dass die weibliche Genitalverstümmelung eine religiöse (oftmals als Fehlinterpretation des Islams) oder traditionelle Praxis sei, die geachtet werden müsse. Manche Argumentationen heben sogar den medizinischen Nutzen dieser Tortur, an der viele Mädchen sterben bzw. mit deren psychischen und physischen Folgen sie ein Leben lang kämpfen müssen, hervor. Damit wird deutlich, dass die Gründe für die Durchführung weiblicher Genitalverstümmelung je nach religiösen, kulturellen, ethnischen und sozialen Rahmenbedingungen variieren.“

 

Außerdem mal die Zahlen. Denn es geht hier nicht um eine

Handvoll Frauen, die davon betroffen sind sondern weltweit

geschieht das jeden Tag tausendfach:

http://www.amnesty-frauen.de/Main/Genitalverst%C3%BCmmelung

 

Auszug:

Weltweit sind nach Schätzungen internationaler Organisationen rund 130 bis 150 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Jedes Jahr kommen rund 2 Millionen neue Fälle hinzu, was 6.000 pro Tag (!) entspricht.“

 

**Bitte Vorsicht beim Lesen**

Zur Praxis möchte ich aus einem Text von TaskForce zitieren:

http://www.taskforcefgm.de/situation/was-ist-fgm/praktik/

 

Auszug:

„Je nach Land, Region und ethnischer Zugehörigkeit werden unterschiedliche Praktiken angewandt:

°Den meisten Mädchen wird die Klitoris herausgeschnitten (Klitoridektomie). Entwicklungsbiologisch würde das der teilweisen oder kompletten Entfernung des männlichen Penis entsprechen.

°Vielen Opfern werden zusätzlich die inneren Schamlippen und teils auch die äußeren Schamlippen entfernt (Exzision).

°Bei etwa 15 % aller Betroffenen werden Klitoris, innere und äußere Schamlippen herausgeschnitten und die vaginale Öffnung bis auf eine minimale Öffnung verschlossen (Infibulation).

°Die Genitalien der Kinder werden teilweise auch verätzt, verbrannt oder es wird der Klitorisnerv mit Nervengift abgetötet, um optisch den Anschein von Unversehrtheit zu erwecken.

°Sogenannte “leichtere Formen”, wie die Entfernung der Klitorishaube (Klitorisvorhaut) sind vergleichbar mit der

Vorhautbeschneidung (Zirkumzision) bei Jungen – kommen aber in der Realität nicht nennenswert vor.“


Dabei werden in den meisten Fällen nicht desinfizierte
„Schnittgeräte“ wie Messer, Rasierklingen, Scheren oder auch Glasscherben verwendet. Natürlich ohne Narkose an kleinen wehrlosen Mädchen.

 

**Trigger Warnung wieder aufgehoben**

 

Die akuten Folgen während der Verstümmelung sind Infektionen, septischer Schock, Tetanus, HIV,  Probleme beim Wasserlassen, Verletzung benachbarter Organe (wie Harnröhre), starke Blutungen, Schock, Anämie und auch der Tod.

 

Zu den chronischen Folgen gehören Unfruchtbarkeit, Harnwegsinfektion, Inkontinenz, Komplikationen des Narbengewebes, Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt, höhere Sterblichkeitsrate bei Mutter und Kind.

 

Mal ganz abgesehen von den psychischen Folgen, was dieses furchtbare Trauma hinterlässt. Die Mädchen und später die

Frauen leiden ein Leben lang an Posttraumatischen Belastungsstörungen, Angststörungen, Depressionen und Vertrauensverlust, um nur einige zu nennen.

 

Diese systematische Gewalt an Frauen/Mädchen wird in etwa 28 afrikanischen Ländern  praktiziert und auch im

Nahen-/Mittleren Osten (z.B. Nordirak/Kurdistan, Iran, Oman, Jemen, Vereinigte Arabische Emirate) so wie in Asien

(Malaysia, Indonesien, Indien).

 

Und wie sieht es in Deutschland aus?

 

Dazu möchte ich Euch gerne eine sehr wertvolle

Seite vorstellen:

http://www.taskforcefgm.de/

 

Auszug:

"Wussten Sie, dass in Deutschland 30.000 bis 50.000 Mädchen von Genitalverstümmelung (FGM) bedroht sind? Bis zu 80 % dieser Kinder werden tatsächlich Opfer der schweren Misshandlung - meist während „Ferienreisen“ in das Heimatland der Eltern. Mit "SOS FGM" bieten wir die erste bundesweite Notruf- und Beratungs-Hotline zum Schutz akut gefährdeter Kinder

(Tel. 01803-767346 oder 01803-SOSFGM).

 

So sieht es aus und das ist schrecklich!

Wer selber betroffen ist oder von akut bedrohten Mädchen weiß

sollte diese Notruf Nummer anrufen Tel. 01803-767346.

 

Weite Informationen könnt Ihr auch bei Terre de Femme finden:

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/weibliche-genitalverstuemmelung/begriffsdefinition.html

Und auf EMMA-online:

http://www.emma.de/ressorts/genital-klitoris-verstuemmelung/

 

Macht Euch stark für diese Mädchen und Frauen!

Denn sie brauchen unsere Unterstützung.

 

Liebe Grüße

Violine

 

 

Nachtrag:

Da ich hier einen feministischen Blog von Frauen für Frauen gestaltet habe, erwähne ich die Beschneidung von Jungen in diesem Beitrag nicht, weil es mir um Frauen u. Mädchen geht. 

Aber um es ganz eindeutig zu sagen: Ich bin gegen jede Form der Verstümmelung von Kindern!! Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht, das nicht durch ein Gewohnheitsrecht, durch eine orientalische Sitte oder eine Tradition außer Kraft gesetzt werden darf.


LG

Violine