Frauen Bewegen Frauen

23.02.2017 um 08:40 Uhr

Buchtipp: "Altweiberwohnen"

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hallo Ihr Lieben!

Wer sucht, der findet, heißt es...

Diese Tage fand ich wieder etwas beim Durchsuchen des Weltweiten Netzes. Ich meine Sinnvolles. :-) Eine Buchempfehlung von unseren Österreichischen NachbarInnen. Bei derstandart.at bzw. diestandart.at gibt es immer mal was zu entdecken.

Es geht in diesem Buch um alte Damen.

Frauen die noch im hohen Alter im eigenen Heim leben können u. wollen. Denn wie wir wissen, geht die Tendenz schon seit vielen Jahren eher in die andere Richtung: Ab ins Heim.

Nicht so bei diesen 'Altweibern'. :-)

http://derstandard.at/2000051986994/Im-hohen-Alter-noch-allein-und-selbstbestimmt-wohnen

Auszug:

"Altweiberwohnen" zeichnet in Wort und Bild vergnügliche Porträts von 19 hochbetagten Frauen, die es schaffen, ihr Leben zu meistern.

Sie haben genau hingeschaut und sehr gut zugehört. 19 Frauen, die auch im hohen Alter noch allein und selbstbestimmt wohnen und leben, haben sie besucht und in Wort und Bild porträtiert. Die ältesten sind 95 Jahre alt, die jüngste Ende 70.

Sie waren Sekretärin, Lehrerin, Architektin, Modedesignerin oder Hausfrau. Sie haben ihre Männer überlebt, manche von ihnen haben Kinder, andere nicht. Sie leben in Österreich und Deutschland und waren bereit, über ihr Leben zu erzählen: über ihre Wohnbiografie, die sich im Laufe ihres Lebens bei den meisten verändert hat, aber auch über Privates.

Abgesehen von den vielen Anekdoten und Details, die dieses Buch so reich machen, sind es auch konkrete Herausforderungen des Alters, von denen die Frauen berichten: von Haushalts- und Putzhilfen, von Aussteighilfen aus der Badewanne, von Beinbrüchen und Rehas. Aber auch von ihren Träumen, ihren Lektüren, ihren Freunden und Freundinnen.“

Was mich an diesem Buch freut, dass es um den simplen Alttag geht u. wie diese munteren Frauen es schaffen trotz ihres hohen Alters weiter zu machen. :-) In unserer Zeit, wo frau/man schon mit 50 zum alten Eisen gehört, so vermitteln es uns die Medien, ein erfreuliches Buch.

Dank unseres weit entwickelten Gesundheitssystems u. weil es uns hier in Deutschland relativ gut geht, werden heutzutage Menschen viel älter als noch vor hundert Jahren. Parallel dazu gehen, dank Gleichberechtigung, Frauen regelmäßig arbeiten u. verdienen endlich ihr eigenes Geld. Sind unabhängig von Geldbörse u. Wohlwollen ihrer Männer geworden. Bisher waren Frauen für die Kinder zuständig. Nun gibt es auch dort, in den meisten Fällen, Arbeitsteilung in Deutschland.

Nicht so bei der Pflege von Eltern und/oder Schwiegereltern. Die lag u. liegt meistens weiterhin in Frauenhand. Das lief immer gleich ab: Erst haben die Mütter ihre Kinder groß gezogen, waren die aus dem Haus, kamen die pflegebedürftigen Eltern dran. Und wenn die unter der Erde waren hatten sie oft noch das Glück (oder Pech) ihre Ehemänner zu Tode zu pflegen. Das „Los“ der Frauen. Altenheime waren die Lösung. Nur dass dort weiterhin - unterbezahlte - Frauen zuständig sind.

In den ersten Jahren wurde noch richtig „gepflegt“ in den Heimen. Das ist inzwischen kaum noch bezahlbar. Es wird nach Minutentakt abgerechnet. Waschen 12 Minuten. Kämmen 3 Minuten. Anziehen 8 Minuten. Pflegekräftemangel. Die Gesundheit ist gefährdet...

Das war schon 2011 so:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gesundheitsreform-pflege-im-minutentakt-1577709.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Und heute ist es immer noch so, wenn nicht noch schlimmer:

http://www.sozialticker.com/pflege-im-minutentakt-personalmangel-kostendruck-und-wettbewerb/

Kein Wunder also, dass viele Menschen dann doch lieber so lange wie möglich Zuhause bleiben möchten. Was ich grundsätzlich auch für besser halte. Wie heißt es: Einen alten Baum verpflanzt man nicht.:-)

Doch ist das in der Realität nicht immer so einfach. Die 'alten Weiber' aus dem o.g. Buch leben alle in eigenen Häusern (ein Kritikpunkt am Buch), was sicher viele Dinge erleichtern kann. Wenn aber z.B. 'die Demenz' an die Tür klopft sind gute Konzepte gefragt.

Das ist ein sehr komplexes Thema u. wäre einen extra Beitrag wert. Es ist wichtig sich Gedanken zu machen, solange frau/man noch bei klarem Verstand ist u. selber aktiv das eigene Leben gestalten kann. Ich habe viele alte Frauen erlebt in meiner Zeit in der Pflege, die sich eines Tages im Altenheim wieder fanden, von den Kindern „abgeschoben, entmündigt u. zwangsgeräumt“. Das ist kein Witz.

Deswegen empfehle ich gerne Bücher, die mitten aus dem Alltag des Alters sprechen. Was erwartet uns, wie wollen wir später leben? Wie kann frau/man vorsorgen? Ein anderes Mal vielleicht mehr zum Thema.

Zum Wochenende nun aber wieder leichtere Kost.:-)

Blumen-Bilder Seite (lizenzfrei u. kostenlos)

http://blumen-bilder.net/index.html

Kinder-Malvorlagen

http://www.kinder-malvorlagen.com/

Und als kleinen Vorgeschmack:

Einen Frühlingswalzer von Strauss mit Blumen unterlegt:;-)

https://www.youtube.com/watch?v=zkJ7of9XeaY

Habt eine gute Zeit

u. liebe Grüße
Violine


28.05.2016 um 09:42 Uhr

Bücher - Gerechtigkeit in Köln

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hallo Ihr Lieben!

Heute möchte ich euch gerne auf eine Neuerscheinung hinweisen, die bereits in aller Munde ist. Ein Buch über den Schock der Silvesternacht in Köln.

Darin kommen u.a. Frauen aus dem islamischen Kulturkreis zu Wort, die kein Blatt vor den Mund nehmen u. Deutschlands PolitikerInnen fragen, wieso sie so naiv sind u. alle Warnungen bisher in den Wind geschlagen haben.

Es geht um den politischen Islamismus, nicht um den islamischen Glauben, der ist Privatsache. So wie es die Täter in Ägypten auf dem Tahrir Platz darauf abgesehen hatten, Frauen einzuschüchtern, sie aus der Öffentlichkeit zu verjagen mit systematischer sexualisierter Gewalt, so ist es auch in Köln geschehen.

Alice Schwarzer, die ihr Leben lang für Gerechtigkeit kämpft, hat die Tatsachen zusammen getragen u. ihre muslimischen FreundInnen zu Wort kommen lassen. Menschen, die wie Alice, schon seit Jahrzehnten davor warnen den politischen Islam nicht zu unterschätzen aus falsch gemeinter Toleranz.

Los geht es mit einem Artikel aus einer Schweizer Zeitung. Es gibt wenige Medien die nicht auf Alice Schwarzer verbal eindreschen u. ihr die Worte ständig im Mund herum drehen. Von daher ist es wirklich erfreulich mal einen ehrlichen Artikel ohne Vorurteile lesen zu können wie diesen aus der Schweiz.

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/freiwild-frau-332587

Auszug:

In der Schweizer "SonntagsZeitung" geht Bettina Weber auf alle Beiträge im Buch ein - die meisten sind von MuslimInnen, die den Islamismus kritisieren.Und sie erinnert daran, dass es Alice Schwarzer egal ist, welche Gesinnung oder Herkunft Täter habe - sie steht immer auf der Seite der Opfer.

Der grosse Unterschied zwischen Alice Schwarzer und all jenen, die sich nach den Ereignissen in Köln dazu geäussert hatten, besteht in einem einzigen, aber entscheidenden Punkt: Schwarzer beschäftigt sich mit der Thematik nicht erst seit dem 31. Dezember 2015. Wie mit Frauen umgegangen wird, interessiert sie nicht erst, seit man damit Politik betreiben kann. Gegen Unterdrückung und Ungleichbehandlung kämpft sie schon ihr ganzes Leben. Und sie hat sich dafür mit allen angelegt, mit Männern genauso wie mit ihren Geschlechtsgenossinnen, mit politischen Akteuren jeglicher Couleur sowieso.“

Auch die Aachener Zeitung schreibt zum Buch:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/nordafrika-nennen-es-die-frauen-hoellenkreis-332593

Auszug:

„Im Interview mit den "Aachener Nachrichten" sagt Alice Schwarzer: "Der Islam ist nicht unser Problem. Der politisierte Islam ist unser Problem." "Auch die sieben weiteren AutorInnen setzen sich kritisch mit militanten, menschenverachtenden Interpretationen des Islam auseinander", schreibt die Zeitung.

EMMA hat online schon am 4. Januar die Parallele zum Tahrir-Platz gezogen. Inzwischen macht auch der neue Kölner Polizeipräsident den Vergleich. Denn er ist offensichtlich. Auch in Köln waren die Männer fast ausschließlich muslimischer Herkunft. Und sie handelten nach der in Nordafrika hinlänglich bekannten Methode. Dort nennen die Frauen das den „Höllenkreis“: das Einkreisen einzelner Frauen durch Männergruppen. Dabei geht es nicht um Sexualität, sondern um Gewalt, um Macht.

Alice Schwarzer zu ihrem neuen Buch:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/editorial-von-alice-schwarzer-332377

Auszug:

„Es kommen hunderttausende Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Aber es kommen auch andere. Die zum Beispiel, die sich in der Silvesternacht allein in Köln auf mindestens 627 Frauen gestürzt haben (so viele Anzeigen sind inzwischen eingegangen). Die heute 130 Beschuldigten sind alle Ausländer (plus drei Männer deutscher Nationalität): 42 sind Marokkaner, 39 Algerier und neun Syrer. Und ausnahmslos alle sind entweder Asylsuchende oder Illegale.

Für dieses Buch habe ich mehrere arabische und türkische KollegInnen um Mitarbeit gebeten, sowie eine Islamwissenschaftlerin, die das doppelzüngige, rückwärts gewandte Agieren des „Zentralrates der Muslime“ analysiert – der ist skandalöserweise bis heute der Hauptgesprächspartner für Medien wie Politik. Und selbstverständlich sind auch zwei Algerier als AutorInnen im SCHOCK vertreten.“

In vielen Artikeln wird – wieder einmal – Alice Schwarzer unterstellt, sie greife den Islam an, was Blödsinn ist. In der aktuellen Diskussion wird deutlich dass JournalistInnen u. PolitikerInnen nicht differenzieren können und Islam u. Islamismus vermischen. Wie auch in diesem Interview im NDR:

https://www.ndr.de/kultur/Alice-Schwarzer-ueber-ihr-Buch-Der-Schock,journal362.html

Auszug:

„Alice Schwarzer: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas über den Islam gesagt. Ich publiziere über das Problem seit 30 Jahren und bei jeder Gelegenheit weise ich darauf hin, dass es mir nicht um den Islam geht - das ist ein Glaube und das ist Privatsache -, sondern ausschließlich um den politisierten Islam, der seinen Anfang genommen hat mit Chomeini im Iran 1979 und der seither einen Siegeszug durch die Welt antritt. Ich kritisiere die Islamisten, diese Sorte Muslime, für die die Scharia über dem Gesetz steht und die Frau unter dem Mann. Wir sollten fein unterscheiden zwischen Islam und Islamisten und endlich in Deutschland etwas tun gegen die Islamisten.“

Und weiter aus o.g.Artikel:

Wir haben in Deutschland eine dunkle Vergangenheit mit Fremdenhass - wo wir übrigens oft einfach unsere Nachbarn zu Fremden erklärt haben. Deswegen haben wir ein schlechtes Gewissen - und das ist auch gut so. Es gibt aber eine Tendenz in Deutschland, in eine nicht minder blinde Fremdenliebe zu kippen. Das ist aber auch falsch. Der Fremde hat nicht die gleichen Rechte und auch nicht die gleichen Pflichten. Es ist auch dumm: Fremde sind Menschen wie wir, sie werden uns sehr schnell ähnlich. Sie sind mal gut, mal böse - es gibt keinen Grund zu dieser Blauäugigkeit. Wir sollten kein Sonderrecht für Fremde schaffen. Wenn wir schockierend finden, dass deutsche Männer gewalttätig werden, müssen wir auch schockierend finden, wenn das muslimische Männer werden.

Sie nennt die Dinge beim Namen u. das ist gut so. Denn genau das ist es doch was unsere Regierung praktiziert, samt den Medien: Verharmlosen. Aus vermeintlicher "Toleranz", was nichts anderes ist als Duldung.

Und dazu führte, dass die anfängliche Berichterstattung Silvester über die schockierende Gewalt gegen Frauen vertuscht wurde. Erst als sich ausländische Medien fragten, wieso deutsche Presse u. deutsche Regierung die Gewalt von arabischen Männern an deutschen Frauen unter den Tisch fegen wurde rumgedruckst u. versucht dieses Verschweigen zu entschuldigen.

Hier mehr zum Buch:

http://www.lovelybooks.de/autor/Alice-Schwarzer/Der-Schock-die-Silvesternacht-in-K%C3%B6ln-1233108796-w/

Zum Wochenende mal Amüsantes über die „woman card“ von Luise F. Pusch:

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/hillary-donald-und-die-woman-card/

Auszug:

„Nach dem Vorwahlen-Teilsieg am letzten Dienstag beschloss Trump seine Siegerrede mit einer Breitseite gegen Clinton: „Offen gesagt, wenn Hillary Clinton ein Mann wäre, würde sie wohl nicht einmal 5 Prozent der Stimmen kriegen. Das einzige, was sie auszeichnet, ist der Frauenbonus. (The only thing she’s got going is the woman’s card.)“

Einen besseren Wahlhelfer konnte Hillary sich nicht wünschen. Mit seiner jüngsten misogynen Entgleisung hat Trump ihr vermutlich Millionen Stimmen für die „general election“, den „eigentlichen“ Wahlkampf eingebracht. Hillary konterte sofort in ihrer Siegesrede: „Wenn ‚die Frauenkarte ausspielen’ Kampf für Frauengesundheit, bezahlte Familienpflegezeit und gleiche Bezahlung bedeutet, dann bin ich dabei.“ Hillary ließ auch prompt eine „woman card“ produzieren und unter ihren Fans und MitstreiterInnen verteilen. Woher kommt überhaupt der Ausdruck „to play the woman card?“

Ich wünsche euch ein sonniges Wochenende

und liebe Grüße
Violine

 

16.03.2015 um 08:08 Uhr

Buchempfehlung - Simone de Beauvoir

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hallo Ihr Lieben!

Nun habe ich es endlich geschafft eines der unzähligen Bücher über Simone de Beauvoir zu lesen. Es gibt so viele kostbare gedruckte Gedanken, dass ich kaum hinterher komme. Das Buch war so spannend, dass ich es in einem Rutsch ausgelesen u. euch auch sogleich empfehlen kann. :-)

Simone hatte den Mut ihre frühere Überzeugung - der Sozialismus werde die Gleichberechtigung der Geschlechter automatisch umsetzen - zu revidieren. In ihrem Buch nannte sie sich noch Anti-Feministin, was sie öffentlich von sich wies u. zur wortgewaltigsten Feministin wurde.

„Das Ewig Weibliche ist eine Lüge, denn die Natur spielt bei der Entwicklung eines Menschen eine sehr geringe Rolle, wir sind soziale Wesen.“

Diese Worte sagte Simone in einem Interview mit Alice Schwarzer 1976. Einige Jahre zuvor, 1972 interviewte Alice Schwarzer Simone zum ersten Mal zu ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ (1949 veröffentlicht) u. zum Feminismus.

Im Gespräch erwähnt Beauvoir die ‚niedere Kaste‘ der Frauen, von der sie in ihrem Buch schrieb. Von einer Klasse kann man in eine andere wechseln, aber aus einer Kaste kommt man/frau nicht heraus. Niedrig aus dem Grunde, weil Frauen in wirtschaftlicher, politischer u. sozialer Hinsicht anders behandelt werden seit eh u. je.

Beauvoir hatte einen sehr scharfen Verstand u. bringt die Dinge auf den Punkt. Sie betonte dass unsere ganze Zivilisation, alle Kultur u. Werte von Männern geschaffen wurden. Es ginge nicht darum Männer auszuschließen, sondern alle Lebensbereiche ebenso zu durchdringen wie es Männer tun.

Natürlich in dem Bewusstsein, dass sich Männer ungerne ihre Machtprivilegien nehmen lassen u. Wege suchen werden den Wunsch der Frauen gleichberechtigt daran teilzuhaben, unterwandern werden.

Was wir ja nun schon oft genug erleben mussten. Seien es die „zurück zur weiblichen Natur“ Aufrufe oder die Vorstellung, dass Frauen neben ihrem Job selbstverständlich auch weiterhin für den Haushalt zuständig seien. Ebenso die Unterstellung, dass kinderlose Frauen nicht „vollständig“ seien. Kinderlosen Männern würde man so etwas Absurdes nie vorhalten, Frauen schon.

Die Gespräche mit der bekanntesten feministischen Schriftstellerin u. Philosophin Beauvoir zwischen 1972 und 1982 sind in dem kleinen Büchlein von Alice Schwarzer, im KiWi-Verlag unter dem Titel „Simone De Beauvoir“, Weggefährtinnen im Gespräch“ erschienen. Darunter auch ein sehr persönliches Interview mit Beauvoir und Satre zusammen.

Bestellen könnt ihr das Buch z.B. hier:
http://www.emma.de/thema/buecher-hoerbuecherdvds-185277

In unserer Frauensache gab es so viele bemerkenswerte Vorkämpferinnen. Trotzdem wird im weitesten Sinne die Geschichte ohne diese Frauen geschrieben. Sie wurden vergessen u. wir haben immer wieder bei Null angefangen.

Es gibt eine Menge Bücher über Simone. Dieses kleine handliche u. günstige Büchlein sollte als Einstieg in die Frauenhistorie mit auf der Liste stehen. Wir dürfen nicht vergessen! Wie weit wir schon waren, wieviel wir erreicht haben, welche Schätze an Weisheit u. Klarheit unsere Vorgängerinnen uns mitgegeben haben. Handwerkszeug. Nutzen wir dieses!

Viel Freude beim Lesen
u. euch eine bewegte Woche
und liebe Grüße
Violine

18.01.2015 um 17:31 Uhr

"Die fremde Braut" von Necla Kelek

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hallo Ihr Lieben!

"Alles was "anders" ist, steht bei vielen gutmeinenden Deutschen unter Naturschutz." Das schreibt Necla Kelek in ihrem 2005 veröffentlichten Buch über das türkische Leben in Deutschland.

Selber aufgewachsen in dieser türkisch-islamischen Kultur weiß sie wovon sie schreibt.

Weiter heißt es dort:
"Kritik an fremden Kulturen ist politisch nicht korrekt. Denn jede Kultur wird "an sich" als Bereicherung erachtet. Auch wenn sie barbarische Praktiken gut heißt, wie Zwangsheirat oder Ehrenmorde. Für mich endet diese Seligkeit, wo Menschenrechte missachtet werden."

Das mit den Menschenrechten ist mehr als aktuell. Die Toleranz der deutschen Regierung geht zu weit, duldet alles. Weshalb Necla Kelek uns eine Menge über Integration schreiben kann, wie sie weiter ausführt:

"Integration ist keine wechselseitige Liebesbeziehung, aber eher eine Art Vertragsverhältnis. Für beide Seiten gibt es bestimmte Bedingungen, die müssen eingehalten werden. Und damit hapert es auf beiden Seiten. Wo bleibt bei diesen Politikern das Bewustsein davon, dass wir in einem Rechtsstaat leben, der auf Trennung von Staat u. Religion beruht?"

Wie sie richtig schreibt gibt es zuviel "religiöse Toleranz", die im Zweifelsfall eher bereit ist die eigene Verfassung zu ignorieren. Was mit der Genitalverstümmelung von Mädchen, der Beschneidung von Jungen u. weiter geht über die Duldung von Tschador u. Scharia-Schlichtern im Rechtssystem bis hin zu Zwangsehen von Minderjährigen oder Duldung von gewaltbereiten Islamisten.

Ich möchte noch einen Textausschnitt zitieren:
"Laut Grundgesetz hat "Jeder das recht auf Leben u. körperliche Unversehrheit". Doch wird trotzdem deutsches Recht zurückgestellt u. für mildernde Umstände entschieden wegen "kultureller Eigenheiten", wenn es z.B. um Mord aufgrund islamischer Rechtssprechung (Scharia, Umma) geht."

In ihrem Buch schreibt die Autorin weshalb die Integration immer wieder scheitert u. wie es sein kann dass türkische Frauen in Deutschland rechtlos leben können. Es räumt mit Multi-Kulti-Illusion auf u. öffnet die Augen.

Ich meine nach Charlie Hebdo sollten wir uns nicht einschüchtern lassen sondern uns gründlich auseinander setzen mit den Menschen aus islamischen Ländern u. unseren Politikern auf die Füße treten u. sie daran erinnern, dass wir Grundrechte haben.

Schreibt den Abgeordneten u. fordert sie auf nicht aufzurüsten u. ein Schreckensbild zu zeichnen, sondern Menschen, die unsere Verfassung mit Füßen treten - das sind vielleicht 10% der muslimischen Menschen hier - aufzufordern das Land zu verlassen, wenn sie nicht zufrieden sind mit dem Leben hier. Es gibt andere Staaten wo sie das Leben führen können, was sie sich vorstellen. Keiner zwingt sie hier zu leben.

Für die neue Woche wünsche ich euch viel Kraft
u. liebe Grüße
Violine



26.12.2014 um 18:17 Uhr

Zwischen den Jahren - Der Frauenkrimi

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hallo Ihr Lieben!

Na, alles heil u. unbeschadet überstanden? Oder womöglich war es der Weihnachts-Thriller oder Krimi schlechthin? Ich hoffe nicht. Wenn doch: Gönnt euch Ruhe u. Muße! :-)

Mal davon abgesehen, ich bin ja eine begeisterte Krimileserin u. besonders die britischen Krimis haben es mir angetan. Fragt man bekennende KrimifanInnen, warum gerade die englischen Kriminalromane ihnen so viel Freude bereiten, kommt oft die Antwort, dass sie eine tolle Atmosphäre vermitteln u. spannend sind - ohne blutrünstig oder actionlastig zu sein. Gerade die einsamen Landstriche Englands sind es die die Phantasie der KrimiautorInnen anregen.

Um nur einige der Queen of Crimes zu nennen: Dorothy Sayers, Minette Walters, Ann Granger, Anne Perry, Ellis Peters, P.D. James, Ruth Rendell, Val McDermid u. natürlich Agatha Christie.

Die meisten Krimis haben allerdings vorwiegend ihre männlichen Helden, sprich sie sind patriarchalisch u. Frauen spielen nur am Rand eine Rolle. Das hat sich zum Glück inzwischen geändert, aber es geht immer noch sehr schleppend voran.

Aus diesem Grund möchte ich euch die Ariadne-Reihe aus dem Argument-Verlag gerne vorstellen. Seit 1988 geben sie Frauenkrimis heraus. Darunter wahre Schätze. :-)
http://argument.de/index.html
http://argument.de/belle_index.html
(Die Ariadne-Reihe)

Dazu mal einen Artikel aus der taz:
http://www.taz.de/!46436/
(Frauenkrimis - Wo Serienkiller nur ablenken)

Auszug:
„Der kleine Argument-Verlag, der mit seiner gleichnamigen Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften bekannt geworden ist, hat weder einen Werbe-Etat, noch kann er Vorauszahlungen für die Autorinnen leisten. Von einer Roman-Idee bis zur ersten finanziellen Entschädigung können manchmal Jahre vergehen. Viele Ariadne-Autorinnen müssten deshalb anderweitig arbeiten gehen, um sich den Traum vom Schreiben zu leisten. Verlassen habe den Verlag aber trotz der widrigen Umstände noch keine, sagt Laudan stolz.

Mehr als 150 Krimis sind in den vergangenen 21 Jahren in der Ariadne-Reihe erschienen. Für den Argument-Verlag, bis dahin bekannt für seine akademische Aufklärungsliteratur, war es anfangs nicht leicht, sich im populären Krimi-Genre zu behaupten. Ohne jede Kenntnis von den Mechanismen des Mainstream-Marktes, aber voller Ideale kamen die allerersten Frauenkrimis heraus.“


Wie die sehr mühselige Arbeit aussieht kann euch am besten eine der Geschäftsführerinnen erläutern. Ich konnte ein aufschlussreiches Interview mit Else Laudan im Krimikulturarchiv entdecken:
http://krimikulturarchiv.wordpress.com/2009/07/08/ein-gesprach-mit-else-laudan/

Auszug:
„Erstens haben wir mit Ariadne ein Frauen-Krimi-Kulturprojekt über zwei Dekaden am Leben gehalten (und das auch in Zeiten heftigen Gegenwinds), in dem es um Begeisterung für Krimis geht, aber auch um feministische Landgewinnung in der Kultur (seit jeher stellen Frauen einen Großteil der Krimifans, mussten aber lange erzpatriarchale Normalität im Genre dulden) und darum, zu zeigen, dass „der weibliche Blick“ im Kriminalroman eine Stärke ist und keine Schwäche. Und das sowohl inhaltlich als auch literarisch!

Zweitens arbeiten wir schon seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit deutschen Autorinnen. Wir geben unsere ganze lektorische Erfahrung an sie weiter, wir nehmen sie ernst und meckern viel, aber glauben auch an sie, wir redigieren hingebungsvoll und geduldig, wir erwarten von jeder guten Autorin, dass sie immer noch besser wird."

Und weiter aus dem o.g. Artikel:
„Aber das alles legte den Fokus nicht oder kaum auf deutschsprachige Krimikultur. Was die betrifft, ist noch viel im Argen: Die Mehrheit deutscher Krimineuerscheinungen laboriert bestenfalls um miefiges Tatort-Niveau (mir ganz persönlich ist schleierhaft, warum der Tatort so zum Kult geworden ist, ich finde ihn weitgehend unerträglich provinziell, bieder, moralinsauer und beschränkt bis zur Publikumsverblödung). Es gibt in der Flut deutscher Krimis kaum bemerkenswerte Charaktere, kaum originelle Plots, von selbstbewusst-innovativem Spielen mit dem Genre ganz zu schweigen.

Im feministischen Projekt Ariadne geht es per Definition um eine Kultur, in der Frauen aufrechten Ganges strategische Plätze einnehmen, um das Heute und das Morgen mit zu gestalten. Da bleibt noch viel zu tun, während zugleich die Frauenbewegung verschwunden ist und dem Kampfbegriff ›Feminismus‹ gern etwas Gestriges angehängt wird. Hinzu kommt in unserem Krimiprojekt natürlich der Anspruch, dass soziale Wahrnehmung geschärft und das Publikum darin ausgebildet wird, die eigene Welt genauer zu sehen.“


Gelesen habe ich u.a. diese Bücher aus der Ariadne-Reihe:
„Kein Durchkommen" von Bohnet Pleitgen
„Die Farbe der Leere" von Cynthia Webb
„Tradition“ von Katherine V. Forrest

Das Faszinierende an diesen Frauenkrimis sind die Protagonistinnen die so alltäglich daher kommen wie wir es auch kennen. Keine Lordschaft mit Butler, sondern Frauen die mitten im Leben stehen u. trotzdem Charaktere sind die uns mitreißen.

Zudem denke ich dass diese Ariadne-Reihe von uns unterstützt werden sollte. ;-) Denn normal ist es immer noch nicht, dass Frauen in Krimis so agieren, wie Männer es eh u. je getan haben.

Zum Wochenende geht es dann auch gleich weiter mit den Frauen, diesmal geht es um die weibliche Seite der Ur- u. Frühgeschichte, noch ein Buch Tipp:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/empfehlungen/obermueller-barbara-die-weibliche-seite-der-ur-und-fruehgeschichte.-mit-bes/

Auszug:
„Mit ihrem Buch hat Barbara Obermüller besonders Frauen ein wahres Füllhorn weiblicher Gaben und Fähigkeiten in die Hände gelegt, das angefüllt ist mit kulturellen Schätzen, die weiblicher Hand und weiblichem Geist entstammen. Ihr Buch bietet einen tiefen Einblick in die weibliche Seite der Kulturgeschichte, die die männliche Vor-Geschichtsschreibung weitgehend – wenn nicht gar vollständig – ausblendet, worauf die Autorin gleich im ersten Satz ihrer Einleitung verweist. Wir können uns kaum vorstellen, wie folgenreich sich diese „Unterlassungssünden“ männlicher „Wissenschaft“ auf das Leben und Selbstwertgefühl von Frauen ausgewirkt haben. Auf jeden Fall wurde damit unser aller Wirklichkeitsverständnis komplett verfälscht und bedarf daher einer anhaltenden Korrektur, zu der dieses Buch auf jeden Fall einen wichtigen Beitrag leistet.“

Ich wünsche euch ein friedliches Wochenende
und liebe Grüße
Violine

26.10.2012 um 12:26 Uhr

Lesetipps von und über Frauen

von: FrauenBewegenFrauen   Kategorie: Lesetipps

Hier möchte ich hin u. wieder Frauenliteratur vorstellen.

Bücher von Frauen und über Frauen.

Von Biographie u.  Zeitgeschichte über Krimi

bis hin zum schönen Bildband.:-)

 

Beginnen möchte ich mit dem Buch von Alice Schwarzer

Lebenslauf“. Eine Autobiographie ganz besonderer Art.

 

Neben ihrer ganz persönlichen Geschichte schreibt

Alice Schwarzer auch über 60 Jahre deutsche Geschichte

u. das so amüsant u. ehrlich, dass es mitreißt u. man das

Buch nicht mehr aus der Hand legen will.

 

Heiter spaziert sie durch Deutschland u. Frankreich
in ihrem Erzählen-mitten durch die Nachkriegszeit u. auf
dem Weg in die neu entstehende Frauenbewegung der
70iger. Dabei ist Gerechtigkeit der Pfad, den sie nie verlässt
u. sie zum Handeln gerade zu zwingt u. so entsteht auch
der EMMA-Verlag-im Feuer der Frauenbewegung
entfacht u. noch heute brandaktuell.

 

Ihre lebendige Erzählweise, ihr klarer, unverfälschter Blick

auf die Gesellschaft u. dazu ihre Lebensfreude, ihr Feuer u.

ihr Humor machen das Buch zu einem mitreissenden Erlebnis.

 

Alice-eine Frau mit ungebrochenem Kampfgeist. Obwohl sie

ständig persönlich angegriffen wurde u. mit Hohn u. Spott

überschüttet wegen ihrer klaren Worte als Feministin, hat sie

nie aufgegeben!

Das öffentliche u. oft äußerst negative Bild von ihr fällt zu

einem Häufchen Staub zusammen.

 

Denn ihre Gerechtigkeitsliebe u. ihr Kampf für die Rechte

der Frauen ist mehr als vorbildlich, ja geradezu ansteckend.

Ein biographischer Rückblick, brillant geschrieben.

Wer ohne die üblichen Vorurteile-und die gibt es zu Hauf-in das

Buch hinein taucht wird es nicht mehr aus der Hand geben.:-)

 

Liebe Grüße

Violine