Frauen Bewegen Frauen

20.07.2017 um 19:28 Uhr

Männergeklüngel und Mona Lisa

Hallo Ihr Lieben!

Die Sportschau wird abgesetzt.

Wir wissen‘s nicht genau.
Möglich ist alles…

Ne, das ist ne Fake News. ;-)

Es ist die „Mona Lisa“, die gehen muss.
Ist ja nur ne Frauensendung, wen kümmerts…

Eine Menge Menschen hatten mobil gemacht, sogar bei change.org an die 40.000 Stimmen zusammen gesammelt, die sich für die Sendung ausgesprochen haben. Das interessiert aber die Macher nicht die Bohne. Frauenmagazine seien antiquiert, überholt… heißt es da.

Nur zu dumm, dass just in der Woche als „Mona Lisa“ gehen musste eine Studie veröffentlicht wurde: Frauen sind deutlich unterrepräsentiert im Deutschen Fernsehen. Hoho. Na sowas. ;-)

Da hat das Öffentlich Rechtliche Gebühren Fernsehen mal wieder gezeigt wie antiquiert sie selber sind. Männer vor, noch ein Tor. Frauen haben hier nichts verloren?!...

http://www.sueddeutsche.de/medien/ml-mona-lisa-als-sei-alles-schon-erreicht-1.3589756

Auszug:

„Das bekannte Frauenmagazin "Mona Lisa" verabschiedet sich vom ZDF - kurz nachdem eine umfassende Studie belegt, dass Frauen im Fernsehen deutlich unterrepräsentiert sind.

Die letzte Sendung lief just in der Woche, in der eine umfassende Studie über Geschlechterdiversität in Film und Fernsehen veröffentlicht wurde. Deren Ergebnis: Frauen sind deutlich unterrepräsentiert, stellen nur ein Drittel der Hauptakteure auf den Bildschirmen. Was die Studie außerdem herausfand: "Ab 30 Jahren kommen Frauen sukzessive seltener vor." Frauenverbände und Politiker hatten gegen die Absetzung von Mona Lisa protestiert. Es half nichts."

Und weshalb wurde jetzt gleich noch „Mona Lisa“ abgesetzt?

http://www.tagesspiegel.de/medien/mona-lisa-wird-eingestellt-mainzer-maennerkluengel/19504060.html

Auszug:

Das ZDF will „Mona Lisa“ einstellen - und Themen aus der Sicht der Frauen "ganzheitlich" bearbeiten. „Mona Lisa“ ist eines von zwei Frauenmagazinen, die im deutschen Fernsehen noch verblieben sind. Sonst macht nur noch der Westdeutsche Rundfunk Fernsehen aus dem Blickwinkel von Frauen, mit der Sendung „frau tv“. „Eine monothematische Zielgruppensendung passt nicht mehr richtig ins Bild“, sagte Bellut und ließ durchblicken, dass er Frauenprogramme für überholt hält.

Inge von Bönninghausen hat bei jedem dieser Sätze ein starkes Déjà-vu-Erlebnis. Die frühere WDR-Fernsehjournalistin und feministische TV-Pionierin hörte sie schon vor 30 Jahren, als sie beim Kölner Sender Frauenfernsehen machte. "frau-TV" war eine ihrer Gründungen. „Damals hieß es auch schon, das brauchen wir nicht, Frauen kommen überall vor.“ Das Wort von der Antiquiertheit der Zielgruppensendung macht die erfahrene Fernsehfrau geradezu fassungslos: „Das ist einfach dummes Zeug. Die gibt es natürlich für Männer genauso. Was anders ist der größte Teil der Sportsendungen? Das sieht man an dem Riesengetöse, als zwei EM-Spiele von einer Frau kommentiert wurden. Prompt verspricht der ZDF-Sportchef, dass es sicher nicht noch mehr werden.“

Wobei im Falle "Mona Lisa" (ML) die Entscheidung gegen eine Frauensendung nicht erst jetzt gefallen ist. Maria von Welser, Gründerin von "ML", spricht von einer „Gemischtwaren-Form“, zu der das alte Format umgemodelt worden sei. Und beklagt auf ihrer Website, dass sich die Frauen im Sender schon damals nicht gewehrt hätten gegen den „Männerklüngel“ auf dem Mainzer Lerchenberg.“

Tja, liegt wohl so einiges im Argen. Noch eine andere Stimme:

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Das-schleichende-Ende-von-%E2%80%9EMona-Lisa%E2%80%9C-_arid,10702296_toid,535.html

Auszug:

Wer glaubt, Frauenmagazine beschäftigen sich nur mit der Wahl des richtigen Outfits, der hat „ML Mona Lisa“ noch nicht gesehen. Als erste Sendung im deutschen Fernsehen zeigte „Mona Lisa“ einen Beitrag über die Beschneidung eines Mädchens in Afrika – und stieß damit eine weltweite Diskussion über Genitalverstümmelung an. Seit 1988 hat „Mona Lisa“ um Aufmerksamkeit und Gerechtigkeit gekämpft: Gesetzesentwürfe, wie etwa die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe, waren genauso Gegenstand wie die gesellschaftlichen Tabuthemen Abtreibung, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Opfer weltweit kamen zu Wort. Nach beinahe 30 Jahren ist jetzt aber Schluss. Die Absetzung der Sendung „ML Mona Lisa“ sei schleichend eingetreten, sagt die ehemalige Moderatorin Maria von Welser. „Nun gibt es im Fernsehgeschäft ja immer so ein paar Tricks, um unliebsame Formate vom Bildschirm zu verdrängen. Das erste ist: das Format kürzen. Von 45 Minuten auf 30 Minuten. Dann: lange Sommerpausen. Damit die Zuschauer die Sendung vergessen. Die Quote, die vielgeliebte, sinkt. Das nächste ist: den Sendeplatz verschieben.“ All das sei dem Frauenjournal widerfahren..“

Nun aber auch was zur Studie selber:

http://www.sueddeutsche.de/medien/deutsches-fernsehen-mannomann-1.3584530

Auszug:

„Einer Studie zufolge sind Frauen in Film und Fernsehen unterrepräsentiert, und zwar nicht nur in der Fiktion: "Männer erklären uns die Welt", sagt eine der Autorinnen. Die Untersuchung mit dem etwas sperrigen Titel "Audiovisuelle Diversität? - Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen in Deutschland" hat sich mit der Frage beschäftigt, wie oft und auf welche Art Frauen und Männer auf dem Bildschirm oder auf der Leinwand zu sehen sind. 3500 Stunden Fernsehprogramm wurden dafür 2016 ausgewertet, dazu 883 Kinofilme und mehrere tausend Kinderprogramme.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Frauen sind durchweg seltener zu sehen. Über alle Fernsehprogramme hinweg kommen auf eine Frau zwei Männer. Besonders deutlich wird das in Informationssendungen. Zwar sind dort sehr viele Moderatorinnen und Sprecherinnen am Werk, sobald aber jemand interviewt wird, sieht man Männer. Gäste sind zu 58 Prozent männlich, Experten zu 79 Prozent. Selbst wenn Alltagspersonen auftreten, sind dies zu zwei Dritteln Männer.“

Nun wüsste ich ja schon gerne, wie sich das Öffentliche Rechtliche Gebühren Fernsehen aus diesem selbst fabrizierten Desaster wieder heraus manövrieren will. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache.

Was war noch gleich der Auftrag der Rundfunkanstalten? Mal sehen:

http://daserste.ndr.de/ard_check/fragen/Aufgabe-und-Funktion-des-oeffentlich-rechtlichen-Rundfunks-der-ARD,antworten104.html

Auszug:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den verfassungsrechtlich vorgegebenen Auftrag, einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung zu leisten und so zu einem funktionierenden demokratischen Gemeinwesen beizutragen.

Entstanden ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Gegenentwurf zu dem zentralistisch organisierten Staatsfunk der NS-Diktatur. Er gehört heute alleine der Allgemeinheit, die ihn wiederum beaufsichtigt – durch Aufsichtsgremien, in die Vertretungen aller gesellschaftlichen Gruppen entsandt werden. Staatsferne, föderale Struktur und die Programmgestaltung durch und für eine pluralistische Gesellschaft kennzeichnen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er ist weder privatwirtschaftlichen noch staatlichen Interessen verpflichtet, sondern ausschließlich dem Gemeinwohl. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist damit wirtschaftlich und politisch unabhängig. Diese Unabhängigkeit gilt es gegen Einflussnahmeversuche zu bewahren.

Die ARD liefert damit einen essenziellen Beitrag zum politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs. Die ARD stärkt zudem die kulturelle Identität aller Bürgerinnen und Bürger im Land, weil sie in ihren Programmen Deutschland in seiner ganzen Vielfalt abbildet. Mit ihrer politisch und wirtschaftlich unabhängigen Berichterstattung sollen die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten Garanten für eine politische Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und wesentliche Mittler in einer repräsentativen Demokratie sein.

Dem Gemeinwohl verpflichtet, Deutschland in seiner ganzen Vielfalt abbilden, Mittler einer repräsentativen Demokratie…

Für mich als Frau fehlt noch eine ganze Menge an Repräsentativ, wenn der Großteil der Frauen in Deutschland überhaupt nicht auftauchen, bzw. jetzt mal eben eine Sendung von u. für Frauen ausradiert wurde.

Vielleicht sollten wir uns als ‚zahlende Allgemeinheit‘ viel mehr einbringen u. unsere Meinung kundtun bei den Rundfunkanstalten. Wenn sie die „Öffentliche Meinungsbildung“ vertreten, nun dann tragen wir doch mehr dazu bei, dass ARD u. ZDF auch tatsächlich unsere Meinung vertritt.

Hier mal die Kontaktdaten Das Erste/ARD:

http://www.daserste.de/specials/ueber-uns/kontakt-118.html
http://www.daserste.de/specials/ueber-uns/impressum-102.html

Und die Kontaktdaten vom ZDF:

https://www.zdf.de/service-und-hilfe/zuschauerservice/kontakt-zum-zdf-102.html
https://www.zdf.de/service-und-hilfe/zuschauerservice/impressum-zdf-100.html

Zu guter Letzt möchte ich daran erinnern, wie sehr einige wenige Frauen damals gekämpft haben um im Jahr 1949 die Gleichstellung von Mann u. Frau im Grundgesetz zu verankern. Elisabeth Selberts reiste im Land umher, um Frauen mobil zu machen. Und was geschah? Es kamen Berge an Protestbriefen an.

http://www.emma.de/artikel/dossier-60-jahre-brd-maenner-und-frauen-sind-gleichberechtigt-264006

Auszug:

Männer und Frauen: Gleichberechtigt! Diesen Satz im Grundgesetz (Artikel 3, Absatz 2) haben wir Elisabeth Selbert (Foto re) zu verdanken, die vor 120 Jahren geboren wurde. Der Satz klingt schlicht, hatte aber große Folgen. Denn durch ihn mussten die frauenfeindlichen deutschen Gesetze abgeschafft werden. Deshalb hatte Selbert wie eine Löwin für ihn gekämpft.

"Wir haben ein Männerregime hinter uns und eines vor uns", schrieb Trude Bosse, Herausgeberin der Frauenzeitschrift Silberstreifen, im kalten Hungerwinter 1947 weitsichtig. Recht hatte sie, und doch: Neben den 61 Männern saßen auch vier Frauen in der verfassungsgebenden Versammlung, die knapp vier Jahre nach der Kapitulation in Bonn tagte. Keine dieser Frauen wurde nach 1900 geboren, alle hatten sie noch die erste Frauenbewegung erlebt und den Kampf ums Frauenstimmrecht.

Die selbstständigen und selbstbewussten Frauen draußen im Land lassen sich nicht wieder in die Rechtlosigkeit abdrängen und zu bloßen Besitztümern von Männern degradieren. "Wie ein Wanderprediger bin ich von Versammlung zu Versammlung gefahren." Und die Frauen stehen hinter ihr wie eine Frau – über alle Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg. Elisabeth Selberts Rückkehr von ihrer Reise ist triumphal. "Waschkörbeweise" hat sie Eingaben, Solidaritätsadressen und Protestschreiben im Gepäck. Folge: Die Sitzung des Hauptausschusses am 18. Januar 1949, als die Gleichberechtigung zum vierten Mal auf der Tagesordnung steht, bringt die Wende.“

Waschkörbeweise Solidaritäts- u. Protestschreiben.

Heute gehen unsere Proteste meistens unter im Weltweiten Netz. Papier hatte immer schon größere Wirkung, hat Welten verändert. Wieso nicht auch die Haltung des Rundfunks?! ;-)

Zum Wochenende etwas leichtere, bzw. kühlere Kost. ;-)

Badende Vögel – ein faszinierendes Video

https://www.youtube.com/watch?v=V9MuOqTI83U

Schöner Tauchen – Buckelwale (ca. 10 Min)

https://www.youtube.com/watch?v=MzCxVHZMSnQ

Euch ein erfreuliches Wochenende

und liebe Grüße
Violine

 


29.06.2017 um 18:55 Uhr

Altersarmut geht uns alle an

Hallo Ihr Lieben!

Jeden Tag sehe ich sie. Alte Frauen.

Die in Mülltonnen wühlen.
Oder Löffel u. Socken verkaufen.

Manche sitzen auch nur am Boden.

Mit einem Becher u. gesenktem Blick.
Die anderen schlafen unter Brücken.

Wenn das Geld vorne u. hinten nicht reicht.

Dann darf nichts kaputt gehen.
Denn dafür reicht es nicht mehr...

Ich spreche von Altersarmut.

Diese Tage veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung eine Studie zur Altersarmut:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/juni/wandel-der-arbeitswelt-laesst-altersarmut-steigen/

Auszug:

„Der Eine hat einen befristeten Vertrag, die Andere arbeitet in Teilzeit, der Nächste ist über eine Leih- oder Zeitarbeitsfirma angestellt – und alle erhalten ein vergleichsweise niedriges Gehalt: Für viele Bürger Realität. Auf Menschen in diesen atypischen Beschäftigungsverhältnissen, auf Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien und mit geringen Einkommen ist unser Rentensystem nicht ausreichend vorbereitet. Am stärksten betroffen sind alleinstehende Frauen, Niedrigqualifizierte und Langzeitarbeitslose. Das zeigt unsere neue Studie und macht klar: Die meisten der aktuellen Rentenreformvorschläge können die steigende Altersarmut nicht stoppen, da sie nicht genau auf die besonders bedrohten Menschen und den Niedriglohnsektor eingehen.

Bei alleinstehenden Frauen steigt die Grundsicherungsquote zwischen 2015 und 2036 von 16 auf fast 28 Prozent. Somit wäre künftig fast jede dritte alleinstehende Neurentnerin auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen. Bei Langzeitarbeitslosen steigt die Grundsicherungsquote von 19 auf 22 Prozent, bei Menschen ohne Berufsausbildung von 10 auf 14 Prozent.“

In allen großen Medien wurde darüber berichtet:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/studie-berteslmann-altersarmut

Auszug:

Altersarmut trifft Frauen besonders hart. In den nächsten 20 Jahren steigt das Risiko für Altersarmut an. Jeder fünfte Neurentner könnte dann davon betroffen sein. Gefährdet sind vor allem Frauen und Ungelernte.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/bertelsmann-studie-altersarmut-trifft-alleinstehende-frauen-15077546.html

Auszug:

„Altersarmut trifft besonders alleinstehende Frauen. Die Themen Rente und Altersarmut stehen im Zentrum des Bundestagswahlkampfs. Die Zahl der Betroffenen steigt dramatisch. Die Bertelsmann-Stiftung warnt: Selbst private Vorsorge reiche nicht aus.“

Auch das Erste zeigte eine Sendung zum Thema:

http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-armut-und-verschuldung/altersarmut-ursache-tipps-100.html

Auszug:

"Wer in Deutschland arm ist, hat weniger als 917 Euro im Monat. So hoch ist derzeit die so genannte Armutsgefährdungsschwelle. Unter dieser Schwelle findet man besonders häufig Arbeitslose und Alleinerziehende. Das sieht auch Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes so: "Da braucht nur mal ein Kühlschrank kaputt gehen. Aber auch für Vergnügen reicht das Geld nicht. Kein Kaffee und Kuchen, kein Theater, keine Weihnachtsgeschenke für die Enkelkinder."

Ein weiteres Problem bei den armen Alten: Sie werden immer mehr. 2006 waren 10,3 Prozent der Rentner von Armut betroffen, heute sind es schon 15,6 Prozent. Das ist eine Steigerung von 51 Prozent. "Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner hat so stark zugelegt wie in keiner anderen Bevölkerungsgruppe”, sagt Schneider.

Besonders betroffen von Altersarmut sind Frauen und Witwen. Die Gründe dafür sind laut Ulrich Schneider eindeutig: "Frauen sind schlechter abgesichert, die Witwenrente ist nicht die volle Rente, die der Ehemann bekommen hätte und Frauen werden älter als Männer." Aber auch lange Baby- und Erziehungspausen schlagen später auf dem Rentnerkonto zu Buche.

Ein politisches Konzept, um diesen Trend zu stoppen, gibt es bislang nicht. Wer später in der Rente nicht arm sein will, sollte deswegen selbst aktiv werden und so viele Versicherungsjahre wie möglich sammeln. Ein Ratschlag, den leider gerade die Betroffenen in den Risikogruppen kaum befolgen werden können.“

Das ist ja das Problem: Jeder redet davon aktiv zu werden, Zusatzrenten u. Versicherungen anzulegen. Aber wer bereits arm ist, kann sich so eine zusätzliche Altersvorsorge gar nicht leisten. Wovon denn, wenn es kaum zum Leben reicht. Deshalb essen ja immer mehr verarmte Kinder in den Tafeln, weil ihre Eltern nicht genügend verdienen.

Ich kenne das alles aus eigener Erfahrung. Da reicht das Geld auch nicht für Privathaftpflicht oder Hausratversicherung. Mal eben irgendwo ins Cafe gehen mit Freunden um einen Cappuccino zu trinken? Kannste vergessen. Ausflug? Geht nicht. Urlaub? Abgehakt.

Armutsgefährdungsschwelle 917 Euro?! Tja, die meisten Frauen, die mit mir am Existenzminimum leben oder lebten kriegen gerade mal 750€ im Monat, all inclusive. Also mit Grundsicherung oder Wohngeld. Armutsgefährdungsschwelle... Wieso werden nicht die realen Zahlen genannt? Die meisten verarmten Frauen bekommen um einiges weniger.

Dank SPD/Grüne u. ihrer dämlichen Agenda 2010/Hartz IV sind alle hilfreichen sozialen Leistungen für Arme zusammen gestrichen worden, die dem Leben der Ärmsten noch ein wenig Würde gaben. Bei Neubezug einer Wohnung gabs Tisch, Matratze u. vier Stühle, gebraucht - aber immerhin. Oder wenn der Kühlschrank den Geist aufgab ne Spende, um ein gebrauchtes Gerät kaufen zu können. Heizungsgeld zum Jahresende, um die Nebenkostennachzahlung begleichen zu können. Zähne ausgefallen, da gabs auch mal nen Zuschuss. Alles gestrichen worden. Zur Armut auch noch zahnlos...

Die Ärmsten sind noch ärmer u. oft aller Würde beraubt.

Und nein sie sind nicht alle versoffen u. selber Schuld. Viele dieser Frauen (und Männer) haben ihr Leben lang hart gearbeitet, Kinder groß gezogen u. am Ende wühlen sie in Mülltonnen mitten in Deutschland, um satt zu werden. Armutsgefährdungsschwelle...

Und was haben unsere Parteien für Rentenpläne zur kommenden Bundestagswahl? Schauen wir mal genauer hin. Dazu mal einige Abschnitte aus dem Infomagazin Seniorenbedarf:

https://www.seniorenbedarf.info/rentenprogramme-2017

Auszug:

CDU/CSU: Die Union setzt auf eine Stärkung privater Vorsorge und den Ausbau von Tarifverträgen und Betriebsrenten u. für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters. Geplant ist ein Freibetrag für freiwillige Zusatzrenten in der Grundsicherung und die Förderung eines Arbeitgeberzuschusses für Beschäftigte mit niedrigem Einkommen.

SPD: Die SPD will das gegenwärtige Rentensystem erhalten, ohne die Beitragssätze massiv zu erhöhen. Erklärtes Ziel ist, gegen künftig drohende Altersarmut mit Hilfen und Verbesserungen für Geringverdiener, Erwerbsminderungsrentner und Selbständige in prekärer Lage vorgehen.

Bündnis90/Die Grünen: Die Grünen setzen sich für eine Bewahrung und Stärkung der gesetzlichen Altersversicherung mit ihrer Umlagefinanzierung ein u. plädieren für die Einführung einer steuerfinanzierten Garantierente. Ziel ist, dass nach heutigem Stand Rentner mindestens 850 Euro erhalten über die gesetzliche Rentenversicherung erhalten, wenn sie 30 Versicherungsjahre nachweisen können. Wer selber betrieblich oder privat vorsorgt, soll belohnt werden, mit der Zielrichtung, eine Bürgerversicherung in der Rentenversicherung einzuführen.

FDP: Die Partei lehnt eine Erhöhung der Rentenbeiträge ab, damit Betroffene stattdessen mehr Mittel für eigene private Vorsorge zur Verfügung haben. Die private Vorsorge müsse weiter gestärkt werden, weil der Staat allein den Lebensstandard im Alter nicht sichern könne.

Die Linke: Die Linke plant die Einführung einer Bürgerversicherung. Eine Abschaffung des Dreisäulenmodells von gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge zu Gunsten einer alleinigen Stärkung der Gesetzlichen Rentenversicherung sieht vor, dass alle Menschen mit Erwerbseinkommen, auch Selbstständige und Beamten, obligatorische Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung leisten sollen. Parallel hierzu soll ein solidarisches Mindestleistungsniveau (Mindestrente) eingeführt werden, die jedem, unabhängig von Einkommen und Erwerbsbiografie einen Schutz vor Altersarmut garantieren soll. Die Höhe soll bei 1050 Euro im Monat liegen.“

So, jetzt wisst ihr so grob, wie sich 'etablierte' Parteien dazu äußern. Den Gedanken der Linken finde ich gar nicht mal so abwegig, wenn auch Beamte in die Rentenkasse mit einzahlen. Dann würden sich die Rententöpfe auf alle Fälle füllen u. es wäre auch gerecht, wenn alle einzahlen, die auch daraus schöpfen wollen.

Zum Wochenende nun wieder ruhigere Töne. :-)

The most beautiful Flower in Nikko – Primula Japonica

https://www.youtube.com/watch?v=oVS43S97FJs

Two Humpback Wales Dance – BBC

https://www.youtube.com/watch?v=o767PuYbEXg

Genießt die Regentage ;-)

und liebe Grüße
Violine

11.05.2017 um 15:48 Uhr

Wegen Gratis-Binden im Knast

Hallo Ihr Lieben!

Manche Staatsmänner machen sich wirklich zum Affen.

Würden Männer menstruieren könnten wir wetten, dass aber wirklich alles getan werden würde damit sie immer reichlich versorgt wären mit Hygiene Artikeln überall auf der Welt. Und kostenlos selbstverständlich.

Aber wie uns ja reichlich bekannt ist, sind Mädchen u. Frauen auch in der Hinsicht mal wieder die Benachteiligten. Da bleibt selbst die Bildung auf der Strecke, weil es an Binden fehlt. Unfassbar!

Heute geht es um die Frauenrechtlerin Stella Nyanzi. Sie reiste durch Uganda um Binden an Mädchen zu verteilen. Dafür sitzt sie nun im Knast. Fürs Binden verteilen...

http://www.emma.de/artikel/kampf-um-menstruationsprodukte-uganda-334463

Auszug:

„Ugandas bekannteste Frauenrechtlerin Stella Nyanzi sitzt im Hochsicherheitsgefängnis. Ihr Vergehen: Sie hat Gratis-Binden an Schülerinnen verteilt. Und sich nicht einschüchtern lassen.

Die 42-jährige Medizinanthropologin, die an der University of London promoviert hat, beließ es nicht bei Worten. Kurzerhand gründete sie die BürgerInneninitiative Pads4Girls, um das Geld für die Binden selbst zu sammeln.

Es gibt viele Gründe, warum Mädchen in Uganda die Schule abbrechen: Kinderehen, frühe Schwangerschaft, Eltern, die nicht allen Kindern eine Ausbildung finanzieren können und die Jungen bevorzugen. Fehlenden Monatshygieneprodukte rangieren unter diesen Gründen nach wie vor ganz vorne. Viele Mädchen bleiben während ihrer Regel einfach zu Hause, weil sie kein Geld für Binden haben und verpassen so den Unterricht.

Manchmal müssen Mädchen sogar ein Schuljahr wiederholen, wenn sie wegen ihrer Regel die jährlichen Abschlussprüfungen versäumen. All das führt dazu, dass auf hundert Jungen, die in Uganda die weiterführende Schule besuchen, nur 85 Mädchen kommen.“

Der ugandische Staatschef hatte vor den Wahlen versprochen dafür Sorge zu tragen, dass alle Mädchen an kostenlose Hygieneartikel heran kommen. Sprachs u. zog dann sogar durchs Land, um zusammen mit seiner Frau Binden zu verteilen. Kaum ist er gewählt, ist das Thema vom Tisch.

Woraufhin sich die Frauenrechtlerin Stella aufmachte u. im Internet zu Spenden aufrief, damit eben dieses o.g. „Wahlversprechen“ tatsächlich umgesetzt wird. Gesagt, getan. Nur passte das dem Regime ganz u. gar nicht in den Kram.

Weiter aus dem o.g. EMMA-Artikel:

„Die UganderInnen spendeten also fleißig für das Projekt Pads4Girls. Schnell kamen um die 5.000 Euro zusammen. Eine beachtliche Summe in einem Land, in dem ein Viertel der Bevölkerung von weniger als einem Euro am Tag lebt. Doch die Regierung legte Nyanzi Steine in den Weg (…)

Nach einem Vortrag verließ Nyanzi gerade das Mackinnon Suites Hotel im Zentrum der Hauptstadt Kampala, als sie von einer Horde maskierter Männer überfallen wurde. Sie zerrten sie gewaltsam in ein Auto, zerrissen dabei ihr Kleid und fuhren mit ihr davon.

Stundenlang wusste niemand, wo sie war, bis sich herausstellte: Sie sitzt in Untersuchungshaft. Drei Tage später wurde vor Gericht verhandelt. Die Anklage: Beleidigung des Präsidenten auf Facebook. Der Staatsanwalt unterstellte Nyanzi, psychisch krank zu sein und zum moralischen Verfall Ugandas beizutragen, drohte mit Einweisung in die Psychiatrie.“

Lest bitte den ganze Artikel, wenn möglich.

Auch die taz berichtete über die Verhaftung von Stella Nyanzi. Und ja, wir leben wirklich im 20. Jahrhundert u. es gibt auch Menschenrechte... eigentlich..

Doch in Uganda müssen sich Mädchen ihre Binden selber zusammen nähen, damit sie überhaupt aus dem Haus können u. zur Schule.

http://taz.de/Menstruations-Tabu-in-Uganda/!5396508/

Auszug:

„Die ugandische Feministin Stella Nyanzi forderte vom Staat die versprochenen kostenlosen Binden für Schulmädchen ein. Jetzt sitzt sie im Knast.

Mit Zickzackstichen näht Catherine Nantume die pinken Stoffe zusammen. Die Nähmaschine quietscht sobald sie das Pedal bedient. Als sie fertig ist, lächelt die 15-jährige Schülerin stolz: „Das ist jetzt eine wiederverwendbare Damenbinde“, sagt sie und präsentiert die ovale Einlage aus Frottee.

Menstruation – in Ugandas konservativer Kultur ist das ein absolutes Tabuthema. Sobald Mädchen in die Pubertät kommen, werden sie von der Tante zur Seite genommen und bekommen Stofffetzen in die Hand gedrückt, die sie sich in die Unterwäsche stopfen sollen. Der Ratschlag: Versteck dich bis es vorbei ist. In vielen Dörfern dürfen Frauen während ihrer Tage kein Essen kochen. Sie gelten als unrein.

Jetzt sorgt ausgerechnet die Monatsblutung in der öffentlichen Debatte für Furore. Ugandas führende Feministin und Doktorin für Gender-Studien an der staatlichen Makerere Universität, Stella Nyanzi, wurde vergangene Woche verhaftet. Unter dem Schlagwort #Pads4GirlsUG hatte sie über die sozialen Netzwerke und per mobilem Geldtransfer Spenden gesammelt, um Binden an Schulen zu verteilen. Dabei hat sie sich mit dem Regime angelegt.“

Wir können uns kaum vorstellen was es heißt ohne solche Hygieneartikel auskommen zu müssen. In meiner Jugendzeit sprach man zwar auch nicht gerne drüber, aber es gab alles, was notwendig war.

Bei den EMMAs in den Kommentaren gab's auch schon die Frage wieso denn keine Tampons, statt Binden. Tja, in manchen Regionen Afrikas ist es nicht so weit her mit der Aufklärung. Das "da unten" fasst frau besser gar nicht an, weil Tabuzone. Somit ist das Thema Tampons noch anstößiger als simple Binden.

Was ich mich allerdings eher frage: Wie kann das alles angehen im 20. Jahrhundert? Nachdem Deutschland zusammen mit anderen Ländern sicher schon seit Jahren "Entwicklungshilfe" leistet in Afrika, ist es kaum nachzuvollziehen, wieso es keine Projekte zur Monatshygiene gibt?

Wie hieß noch dieser Spruch: 'Schenke einen Armen keinen Fisch zum Essen, sondern eine Angel, bzw. bring dem Menschen das Fischen bei.' So sieht m.E. wirkliche Hilfe aus, was eben auch beinhaltet Projekte zur Mädchenbildung- u. Aufklärung zu fördern, u.v.m.

Aber für den Anfang konnte ich zum Glück eine Petition für Dr. Stella Nyanzi finden. Hier geht’s zur Petition:

https://www.change.org/p/government-of-uganda-free-dr-stella-nyanzi

Bitte verteilt die Petition weiter u. zeichnet sie mit!!

Zum Wochenende will ich heute einen wunderschönen Vogel vorstellen: Den Wiedehopf. :-)

Erstmal Wissenswertes:

https://www.fromthegrapevine.com/nature/10-things-you-didnt-know-about-hoopoe

Der Wiedehopf – Beobachtungen im Juni 2016

https://www.youtube.com/watch?v=16eRGZuO3G0

Preisgekrönte Naturdoku – Rückkehr des Wiedehopfs

https://www.youtube.com/watch?v=Dmot9FSS9rE

Euch ein sonniges Wochenende

und liebe Grüße
Violine

04.05.2017 um 07:07 Uhr

Der Bulle und das Mädchen

Hallo Ihr Lieben!

Wirklich amüsant... ;-)

Da erlaubte sich ein dreister Italiener in den 80ern eine mächtige Bullen Statue in Nacht u. Nebel mitten in New York aufzustellen ohne Genehmigung, ohne vorher zu fragen. Und nun macht's ihm jemand nach, auch ohne Genehmigung u. stellte eine Mädchen Figur direkt daneben, am Frauentag.

Ansich ja nichts Weltbewegendes. Aber die Reaktion des „Bullen“ auf das emanzipierte u. furchtlose „Mädchen“ ist denn doch schon mehr als lächerlich. 'Sie solle ihn doch bitte sehr um Erlaubnis fragen.' Wie bitte?

Wenn's nicht so absurd wäre... Lest selber:

https://www.channelone.com/interact_post/vote-should-the-fearless-girl-statue-stay-or-go/

http://derstandard.at/2000055900942/Kunststreit-in-New-YorkBulle-kontra-Fearless-Girl

Auszug:

„Kunststreit in New York: Bulle gegen "Fearless Girl"

Der Bildhauer hinter der berühmten New Yorker Bullen-Statue will die beliebte Bronzeskulptur "Fearless Girl", die am 7. März 2017 neben dem Bullen auftauchte, beseitigen lassen. Der italienische Künstler Arturo Di Modica sehe sein Urheberrecht durch die Statue des furchtlosen Mädchens verletzt, sagte dessen Anwalt Norman Siegel der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Di Modica hatte den wuchtigen Bronze-Bullen 1989 über Nacht und ohne Genehmigung nahe der New Yorker Börse aufgestellt. Gedacht war die Skulptur als Hommage an die Widerstandsfähigkeit der Amerikaner nach dem als "Schwarzer Montag" bekannten Börsencrash 1987. Die drei Tonnen schwere, gut fünf Meter lange Statue ist seitdem zum Symbol für Wohlstand und Finanzkraft, aber auch Exzess und Profitgier geworden.

Das Bronze-Mädchen mit wehendem Kleid und Pferdeschwanz wurde von einer Investmentfirma im März zum Weltfrauentag aufgestellt. Das Mädchen stützt die Hände in die Hüften und blickt dem Bullen furchtlos in die Augen. Die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft sei fraglos ein wichtiges Thema, sagte Siegel, fügte aber hinzu: "Vielleicht hätten sie Arturo um Erlaubnis fragen sollen."

Ebenso schräg wie das Gezeter, denn auch die Kommentare. Da schreibt ein @planck: „Seine Aufregung ist natürlich künstlich...., die Begründung hanebüchern. Vielleicht springt noch ein "Künstler" auf den Zug auf und flext dem Stier die Eier weg?

Das ist also ein „Kunststreit“. Oder geht’s um viel mehr? ;-)

Aber wo wir gerade bei Kunst, Bullen u. Mädchen sind.

Ich hab da noch was. :-)

EMMA zeigte gestern ein bemerkenswertes Foto auf ihren Seiten. Kanzlerin Merkel in Saudi-Arabien, unbedeckten Hauptes u. mit dem neuen EMMA-T-Shirt, umgeben von Scheichs. :-) Alles echt, bis auf... aber seht selber. :-)

http://www.emma.de/
http://www.emma.de/sites/default/files/grid/2017/05/02/2017_05_02_Merkel_Saudi-Arabien_f.jpg

Auszug:

„EMMA enthüllt: Das Foto, das nicht nur in der arabischen Welt vertuscht wurde, sondern das auch die freie Welt nicht sehen sollte. Typisch Männerpresse. Kanzlerin Merkel hatte ihr frisch erworbenes EMMA-T-Shirt nicht zufällig mit auf Dienstreise nach Saudi-Arabien genommen. Sie wollte ein Zeichen setzen - aber verschreckte König al-Aziz derart, dass der vorauseilend erklärte: „Angela Merkel ist ein Vorbild für alle saudischen Frauen!“ - Jetzt hofft EMMA auf Bestellungen aus dem Land der Ölscheichs. Allein die Ehefrauen des Königs dürften die Verkaufsstatistik durch die Decke gehen lassen.“

Ach, solch einen Humor liebe ich ja! ;-) Lockert das Leben ein wenig auf. Lässt uns lachen, auch wenn's manchmal zum Heulen ist.

Zum Wochenende gibt’s nun wieder Natur, königliche Gesänge. ;-)

Zaunkönig Gesang

https://www.youtube.com/watch?v=dz6zqE1-cEo

Zaunkönig

https://www.youtube.com/watch?v=xXj_11BrqYo

Zaunkönig (hmr-video)

https://www.youtube.com/watch?v=rJYve_mw_es

Lasst es euch gut gehen

und liebe Grüße
Violine


23.03.2017 um 14:13 Uhr

Offener Brief der Verteidigungsministerin

Hallo Ihr Lieben!

Selbst mich hat es überrascht.

Nach einer nicht geahndeten sexuellen Belästigung an einer ihrer Soldatinnen macht Frau von der Leyen diesen Fall öffentlich, rügt die sexistische Wortwahl der Staatsanwaltschaft u. jeden Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung ihrer MitarbeiterInnen.

Einmalig in der Geschichte wie die EMMA schreibt. Denn die Begründung des Gerichts spricht eindeutig aus, was leider immer noch Alltag ist für viele Frauen: Der Griff an die Geschlechtsteile von Frauen wird für okay erklärt. Und das ist die Aussage der Justiz. Ein Skandal.

Hier Teile des offenen Briefes:

http://www.emma.de/artikel/von-der-leyen-ruegt-justiz-334287

Auszug:

Von der Leyen rügt sexistische Justiz! Eine Soldatin zeigt einen Kameraden wegen sexueller Belästigung an. Der Fall wird eingestellt. Die empörte Verteidigungsministerin schreibt einen Offenen Brief. Die Begründung für die Einstellung des Verfahrens sei „abenteuerlich und aus der Zeit gefallen“. Sie signalisiere: Übergriffe „sind schon okay“.

Das hat es in der Geschichte der Bundeswehr noch nicht gegeben: Ein Verteidigungsminister, in diesem Fall ganz sicher nicht zufällig eine Ministerin, macht einen Fall sexueller Belästigung öffentlich. Und kritisiert die Wortwahl, mit der die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens begründet, als „völlig inakzeptabel“.

Was war passiert? Im September 2015 hatte eine Soldatin im Landkreis Friesland Strafanzeige gegen einen Hauptmann gestellt. Er soll sie während eines Festes sexuell belästigt haben. Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft Oldenburg das Verfahren ein. Zwar sei das Verhalten des Soldaten „übergriffig, distanzlos und unverschämt“ gewesen. Aber nach „vorwiegend männlichem Verständnis“ habe der Mann mit seinen Griffen an den Po und seinen Aufforderungen zum Sex lediglich „sein Interesse bekunden“ wollen.“

Nun sprach die oberste Dienstherrin der SoldatInnen Klartext, nicht nur adressiert an die Staatsanwaltschaft, sondern auch an potenzielle Täter: „Ich dulde in der Bundeswehr kein Verhalten, das die Würde, die Ehre und die Rechte auf sexuelle Selbstbestimmung von Soldatinnen oder Soldaten und der zivilen Beschäftigten verletzt.“

Die Verteidigungsministerin hat bereits 2013 für die EMMA zum Thema 'Sexismus im Beruf' geschrieben. Lesenswert, wie ich finde.

http://www.emma.de/artikel/ursula-von-der-leyen-ueber-sexismus-313081

Auszug:

Wenn es um den Kampf gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht, blicken wir in unseren Debatten über kurz oder lang fast zwangsläufig über den Atlantik. Von "amerikanischen Verhältnissen" ist dann die Rede – mal mit bewunderndem, mal mit empörtem Unterton. "Amerikanische Verhältnisse", was bedeutet das? Wenn Manager aus Sorge vor unberechtigten Vorwürfen lieber den Fahrstuhl verlassen, statt allein mit einer Mitarbeiterin in der Kabine zu bleiben(...).

In den USA hat sich dieses Bewusstsein unter dem Druck einer Rechtsprechung entwickelt, die den Arbeitgeber in Fällen von "sexual harassment" mit in Haftung nimmt. Nicht nur, dass Belästigern klare Konsequenzen bis hin zur Kündigung drohen. Die Firmen werden von den Gerichten auch zur Verantwortung gezogen, wenn sie das Entstehen eines "hostile environment" nicht unterbinden, also eines Arbeitsklimas, in dem Beschäftigte leichter zu Opfern sexueller Belästigung werden.

Man mag solche Verhaltensmaßnahmen für verkrampft halten und für übertrieben. Positiv ist dennoch, dass in den Betrieben ein Bewusstsein für das Thema eingefordert wird und dass eindeutige, klare Regeln die Toleranzschwelle gegenüber sexuellen Belästigungen unmissverständlich markieren. Um diesen Gedanken sollte sich auch die Debatte bei uns drehen. Wie schaffen wir den offenbar dringend notwendigen Bewusstseinswandel, ohne bei den Instrumenten über das Ziel hinauszuschießen?

Wir wissen aus Umfragen: Mindestens jede fünfte Frau hat schon einmal sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz erlebt. Jedoch ist die Zahl derjenigen, die sich tatsächlich wehren, notfalls auch vor Gericht, eher gering. Das spricht für eine hohe Dunkelziffer. Dahinter steht häufig Unkenntnis über die eigenen Rechte, nicht selten auch Scham. Dahinter steht aber auch die konkrete Befürchtung, nach einer Beschwerde erst recht berufliche Nachteile zu erleiden.“

Und weiter schreibt sie:

Wenn man berücksichtigt, dass Übergriffe dort besonders häufig vorkommen, wo ein großes Machtgefälle zwischen Tätern und Opfern herrscht, wenn man zudem bedenkt, dass eine Unternehmenskultur stets von der Spitze her geprägt wird, lautet meine Antwort: Wir brauchen Unternehmen, die "divers" sind. Unternehmen, in denen Frauen bis in die Spitze hinein ganz selbstverständlich auf allen Führungsebenen vertreten sind. Nicht, weil Frauen die besseren Menschen sind. Sondern weil Monokulturen in einseitigen Blickweisen verharren – und weil diese von inoffiziellen Netzwerken geprägt sind, in denen bemäntelt wird, was offen angesprochen und unterbunden werden müsste.

Deshalb: Weg mit den Monokulturen in den Chefetagen! Ein Klima, das von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt geprägt ist, nutzt nicht nur den Frauen im Betrieb, sondern auch all den Männern, die sich selbst Augenhöhe wünschen und die Herrenwitze schon lange nicht mehr witzig finden. Den meisten also.“

Die aktuellen Fälle sexualisierter Gewalt bei der Bundeswehr bestätigen die Haltung von ihr. Das Machtgefälle, die Respektlosigkeit u. eine Grundhaltung, die solche Gewalt verharmlosen herrscht immer noch beim Bund.

Dass dies so ist, kann man Frau von der Leyen nicht in die Schuhe schieben, denn sie hat es ja erst ermöglicht, dass es Anlaufstellen gibt, wohin sich Opfer solcher Taten wenden können. Im erst genannten Artikel schreibt sie auch:

http://www.emma.de/artikel/von-der-leyen-ruegt-justiz-334287

Auszug:

„Wir haben in der Bundeswehr in den letzten Wochen und Monaten viel über die Themen respektvoller Umgang miteinander, Prinzipien der Inneren Führung versus Diskriminierung und Herabwürdigung diskutiert. Auch um ein klares Zeichen zu setzen, haben wir am 3. Februar 2017 die Ansprechstelle „Diskriminierung und Gewalt in der Bundeswehr“ im Ministerium eingerichtet. Sie hat ein offenes Ohr für alle aktiven und ehemaligen zivilen und militärischen Bundeswehrangehörigen, die Mobbing, Diskriminierung, körperliche oder seelische Gewalt in unseren Reihen erfahren oder erfahren haben. Wir wollen sicherstellen, dass wir in der Bundeswehr respektvolle und menschenwürdige Umgangsformen pflegen; dass wir ein Umfeld schaffen, in dem sich alle wohl und respektiert fühlen, ob Soldatin oder Soldat, zivile Mitarbeiterin oder ziviler Mitarbeiter.“

Mit ihrem offenen Brief macht sie mehr als deutlich, dass sie Diskriminierung, Respektlosigkeit, Herabwürdigung u. menschenunwürdiges Verhalten nicht duldet. Solche klaren Worte habe ich noch nie von all ihren Vorgängern gehört. Das sagt doch eine Menge aus.

Zum Wochenende ein paar sonnige Gedanken.:-)

Sunflower Field with Natur Sounds

https://www.youtube.com/watch?v=gdjlgqD2OVs

Sonnenblumenfeld in Thailand

https://www.youtube.com/watch?v=DiSq6vD3aRQ

Euch ein friedliches Wochenende,

viel Kraft für die neue Woche
und liebe Grüße
Violine

Zusatz:

My heart and thoughts are with the British people!

06.03.2017 um 18:27 Uhr

Internationaler Frauentag 2017

Hallo Ihr Lieben!

Im Februar wurde getanzt FÜR die Frauen.

Was wird es wohl am Mittwoch geben?
Aufrufe, Mahnungen, Klagen, Streiks...?

Es ist wieder soweit. Am 8.3. ist der Internationale Frauentag. Der 106. seiner oder ihrer Art. Denn es geht ja um SIE. Die Frauen. Das benachteiligte Geschlecht weltweit.

So könne man das nicht sagen?

Dann will ich mal etwas direkter werden: Wenn die Hälfte der weltweiten Bevölkerung weniger Gehalt bekommt als die männliche Bevölkerung? Wenn die Hälfte der Menschheit unter permanenter sexualisierter männlicher Gewalt zu leiden hat. Wenn sich alles verändert, wenn es um Frauen geht? Was läuft da schief?

Bevor ich weiter aushole, mal einen kurzen Blick zu den UN-Frauen. Die haben sich wieder ein spezielles Thema gesetzt, um darüber zu debattieren. Das Thema des Internationalen Frauentags der UN-Women diesmal: “Women in the Changing World of Work: Planet 50-50 by 2030”

Hierzu mal die UN-Women Seite:

http://www.unwomen.org/en/news/in-focus/international-womens-day

Auszug:

„The world of work is changing, with significant implications for women. On one hand, technological advances and globalization bring unprecedented opportunities for those who can access them. On the other hand, there is growing informality of labour, income inequality and humanitarian crises.

Against this backdrop, only 50 per cent of working age women are represented in the labour force globally, compared to 76 per cent of men. What’s more, an overwhelming majority of women are in the informal economy, subsidizing care and domestic work, and concentrated in lower-paid, lower-skill occupations with little or no social protection. Achieving gender equality in the world of work is imperative for sustainable development. The United Nations observance on 8 March will call upon all actors to Step It Up for Gender Equality towards a Planet 50-50 by 2030 by ensuring that the world of work works for all women.

Photo Essay: Changing world, changing work

http://www.unwomen.org/en/digital-library/multimedia/2017/2/photo-world-of-work

Es folgt auf dem o.g. Link nun ein Foto Essay, immer mit der Frage: Was können wir tun am Ende der jeweils genannten Fakten, in welcher Form Frauen benachteiligt werden. Gut gemacht, wie ich finde. Etwas konkreter erklärt es diese UN-Mitarbeiterin:

What is the real value of unpaid work?

https://www.youtube.com/watch?v=fcqt0QzgUFU

Auch ver.di macht auf diese Ungerechtigkeit regelmäßig aufmerksam.

https://frauen.verdi.de/aktionstage/frauentag

Auszug:

„Frauen kämpfen seit Jahrhunderten für ihre Rechte: bessere Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und die Gleichstellung der Frau! Der Kampf der Frauen um ihre Rechte geht heute weiter und wird jährlich am 8. März weltweit besonders gefeiert und bekräftigt! Immer mehr Frauen sind berufstätig, leider oft unter prekären Bedingungen: für niedrigste Löhne, in unfreiwilliger Teilzeit, befristet oder in Minijobs. Ein Job allein reicht oft zum Leben nicht mehr aus! Das ist ein Skandal!“

Im Jahr 2015 forderten Frauen mehr Feminismus:

http://www.emma.de/artikel/weltfrauentag-lady-gaga-schreibt-merkel-318565

Auszug:

„Annie Lennox erklärt, warum wir Feminismus brauchen. Emma Watson will die Jungs ins Boot holen. Und Beyoncé und Lady Gaga appellieren an Kanzlerin Merkel.  Ein ganzer Stoßtrupp prominenter Frauen hat sich zum Internationalen Frauentag zu Wort gemeldet. Ihre Botschaft: Mehr Feminismus wagen."

Und 2016 ging es um Frauenhass im Netz u. um Offensive Frauen:

http://www.emma.de/artikel/8-maerz-stoppt-den-frauenhass-im-netz-331699
http://www.emma.de/artikel/8-maerz-frauen-der-offensive-331735

Auszug:

„In Ankara (Foto) und Istanbul endeten die Frauendemos mit Tränengas und Gummigeschossen. Und nicht nur in Erdogans Türkei leisten die Frauen Widerstand. Auch in Deutschland scheint nach dem Silvester-Schock wieder eine kämpferische Stimmung bei den Frauen zu herrschen. Zu tun gibt es genug.“

Wir haben viel erreicht in den letzten 30, 40 Jahren!

Doch die Lohn-Ungleichheit hat sich kaum angenähert. In den letzten Jahrzehnten von 23% nun wohl auf 20%. Das ist mager.

Weil Frauen 20% weniger Gehalt als Männer bekommen, haben sie weniger zum Leben, weniger für die Kindererziehung, weniger Möglichkeiten. Müssen mehr Stunden arbeiten wie Männer, um genau soviel Geld ausgeben zu können, wie Männer es tun. Hinzu kommt eine Rente, die auch 20% niedriger ist als die von Männern. Altersarmut ist somit für alle Frauen Zukunftsmusik.

Zur Erinnerung, wohin das alles führt mit dieser Lohn-Ungerechtigkeit, mal ein Artikel, den ich 2013 hier verlinkt hatte. Ist aber immer noch aktuell, wenn nicht noch schlimmer geworden, wie man dem Armutsbericht entnehmen kann.

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39851/Am-Ende

Auszug:

Fast jeder zweite Berufstätige in Deutschland fürchtet, dass die Rente im Alter nicht zum Leben reichen wird. Für Andrea Linke aus Berlin ist diese düstere Ahnung längst Realität. Aus dem Alltag einer Frau, die vier Jahrzehnte lang geschuftet hat und trotzdem mit der Armut kämpft.

Was ist der Unterschied zwischen einem englischen, einem französischen und einem deutschen Rentner? Der englische Rentner steht morgens um neun auf, trinkt seinen Tee und liest die Zeitung. Der französische steht um zehn auf, genehmigt sich ein Gläschen Bordeaux und macht danach einen ausgedehnten Spaziergang. Und der deutsche Rentner? Steht um sechs auf, nimmt seine Herztropfen und geht anschließend zur Arbeit. »Komisch, nicht?« Frau Linke erzählt einen Witz, über den sie nicht lachen kann.

Immer mehr Rentner müssen in Deutschland dazuverdienen. Meist trifft es die Risikopatienten der Angestelltengesellschaft: Kassiererinnen, Putzkräfte oder Friseurinnen.“

Risikopatienten? Es sind unterbezahlten „Frauenjobs“, wie Reinigungskräfte, Kranken- u. Altenpflegerinnen, Erzieherinnen etc. u. Teilzeitjobs, in denen vor allem Frauen arbeiten. Selbst Managerinnen erhalten ca. 20-25% weniger als ihre männlichen Kollegen auf gleicher Position.

Keine Regierung, egal welche Parteien Konstellationen (die Linken u. die Frauen Partei hatten noch nicht die Chance zu regieren) haben diese Ungerechtigkeit beseitigt.

Was Gewalt gegen Frauen angeht hat sich zum Glück etwas mehr getan. Letztes Jahr wurde der sogenannte „Vergewaltigungsparagraph“ reformiert. Nein heißt jetzt wirklich Nein. Darüber schrieb ich bereits letztes Jahr im Juli:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/Die-Revolution/530/

Vergewaltigt u. geschlagen wird weiterhin, leider. Doch nun besteht zumindest die Chance, dass die Täter auch verurteilt werden. Denn auch dort herrschte schreiendes männliches Unrecht. Täter die trotz eindeutiger Beweise frei kamen, weil die Frauen sich nicht heftig genug gewehrt hatten. Mehr findet ihr hier in der Rubrik "Sexuelle Gewalt an Frauen".

Wir Frauen müssen also weiter für Rechte kämpfen, die Männer schon immer hatten. Sichtbar wird dieser Kampf u.a. mit dem 106. Frauentag. Über hundert Jahre kämpfen Frauen um ihre Rechte. Wir sind eine kampferprobte Truppe.;-)

Zum Abrunden etwas leichte Kost. Irgendwie faszinieren mich Eichhörnchen. Die haben's drauf Nüsse zu knacken.;-)

Eichhörnchen öffnet eine Nuss

https://www.youtube.com/watch?v=KRJ9B8P_fKM

Wir knacken die o.g. Nüsse auch noch.:-)

Liebe Grüße

Violine

15.12.2016 um 08:56 Uhr

Es gibt sie noch - 40 Jahre EMMA :-)

Hallo Ihr Lieben!

Wer hätte denn das für möglich gehalten.

Dass es sie immer noch gibt. Das freute auch Götz George als er ihr zum 30igsten gratulierte. Ja, tatsächlich. Die unabhängige EMMA lebt. Und wie sie lebt.

Herzlichen Glückwunsch zum 40. liebe EMMAs!

Hier einige Eindrücke zum Jubiläum:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/editorial-alice-schwarzer-gehen-wir-es-mal-wieder-an-333863

Auszug:

„40 Jahre EMMA: Die 330. Ausgabe! Auch Alice Schwarzer, die 1977 EMMA gegründet hat, kann es kaum fassen! Sie erzählt, wie es anfing - und warum es im Jahr 2017 weitergehen muss. In der Jubiläumsausgabe geht es um feministische Wahrheiten und aktuelle Entwicklungen. Und warum scheinbar Erreichtes neu verteidigt werden muss.

Für uns EMMAs ist das EMMA-Machen ein permanentes Abenteuer. Heft für Heft 116 Seiten – und die totale Freiheit, zu denken und zu schreiben, was die Redaktion relevant findet. Kein Konzern, kein Kalkül, keine Anzeigengeber, die reinreden. Einzig und allein die Lust am Zeitschriftenmachen, der Spaß an der Kommunikation mit den LeserInnen und der Gesellschaft sowie die Hoffnung auf Aufklärung und eine auch für Frauen gerechtere Welt.“

Gerne möchte ich noch einen Artikel vorstellen, den die Chefin eines Wirtschaftsmagazins unlängst über Alice Schwarzer schrieb. Passend zum Jubiläum, finde ich. Denn viele Menschen kennen Alice u. die EMMAs nur vom Hörensagen u. bilden sich, ohne jegliche Kenntnisse, eine Meinung. Lesenswert:

https://www.brandeins.de/archiv/2016/vorbilder/alice-schwarzer-vorbild/

Auszug:

„Sie ist eine Ikone jener Frauenbewegung, die mir die meiste Zeit zu dogmatisch war. Und doch ist Alice Schwarzer die Erste, die mir bei der Frage nach Vorbildern einfällt.

Es gibt Menschen, von denen man ein genaues Bild hat – bis man ihnen gegenübersteht. Dann kann es in die eine oder andere Richtung überschrieben werden, jedenfalls ist der Mensch anders, als man dachte. So ging es mir mit Alice Schwarzer.

Damals, als 1977 das erste EMMA Heft heraus kam hagelte es Spott u. Häme von allen Seiten, ganz besonders von Männerseite. Hier finden sich einige dieser peinlichen Reaktionen von KollegInnen. Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun:

http://www.emma.de/artikel/die-lieben-kolleginnen-11977-264581

Auszug:

„Am 26. Januar 1977 erschien die erste EMMA. Die Wellen schlugen hoch. Die "Süddeutsche Zeitung" meldete die Sichtung von EMMAs krankhaftem Feindbild: "Eine Art King-Kong mit einem Penis wie das Empire State Building". Die ZDF-Drehscheibe zählte die Kommata-Fehler, der "Spiegel" die "Konterfeis von Alice Schwarzer". Hier eine pikante Auswahl der Reaktionen.“

Aus dem o.g. Artikel möchte ich ein Zitat von Profil/Österreich heraus picken, weil es zusammen fasst wie die Person Alice Schwarzer - nicht ihre Texte - in deutschen Medien zerrissen wurde. So wie es heute leider immer noch ist: Denunzieren statt Argumentieren.

Fortsetzung aus o.g. Artikel:

„Jetzt hat sie’s also geschafft, die „Nachteule mit dem Sex einer Straßenlaterne“ (Münchner Abendzeitung), die „Hexe mit dem stechenden Blick“ (Bild-Zeitung), die „frustrierte Tucke“ (Süddeutsche Zeitung). Alice Schwarzer, 34, Deutschlands meistbeschimpfte Frau, hat, umspült vom Hohn der Männermedien von Spiegel bis Stern, eine „Zeitschrift für Frauen von Frauen“ herausgebracht – EMMA. EMMA ist das einzige Feministinnenblatt mit Humor und Selbstironie. Profil/Österreich, Sigrid Löffler

Über die Jahre hat EMMA Geschichte geschrieben, Dinge beim Namen genannt, wo andere Medien keinen Mumm hatten darüber zu berichten. EMMA hatte stets den Mut heiße Themen direkt anzugehen. Deshalb gibt es sie auch noch u. wird gerne gelesen.
http://www.emma.de/artikel/mehr-als-nur-eine-zeitschrift-264604

Auszug:

„EMMA hat nicht nur immer wieder Tabus gebrochen, sie hat auch Politik gemacht. Indem sie nicht nur informiert und argumentiert, sondern, wenn nötig, auch handelt (siehe KAMPAGNEN).

Das Leben vieler Frauen (und Männer) sähe heute anders aus ohne EMMA (Chronik der Erfolge). EMMA ist von Anfang an geliebt und gehasst worden, weil sie oft unbequeme Wahrheiten sagt. Das kann EMMA sich erlauben. Denn EMMA ist politisch wie ökonomisch unabhängig (auch von der Werbung: 90 Prozent der Einnahmen von EMMA kommen aus dem Verkauf des Heftes, hier vor allem vom Abo).

In ihrer Grundposition – einer uneingeschränkten Chancengleichheit für Frauen und Männer – hat EMMA sich nie beirren lassen, auch nicht vom jeweiligen Zeitgeist.“

Und wer sie, die EMMA noch nie gelesen hat, sollte es wenigstens einmal im Leben tun u. sich die aktuellste Ausgabe (über 40 Jahre EMMA ) besorgen. Ist dringend angeraten von mir. ;-)

Ab heute an jedem Kiosk erhältlich oder hier bestellen:

http://www.emma.de/thema/shop-311549

Denn ohne Kenntnis dessen, was EMMA schreibt ist auch kein Gespräch möglich über sie. Hörensagen ist keine Basis für eine ehrliche Diskussion, da stimmt ihr mir sicher zu.:-)

Zum Wochenende gibt’s mal was zum Einstimmen auf die „Stille Zeit“. Denn für die meisten Menschen besteht die Vorweihnachtszeit leider nur aus purem Stress. Da hätte ich was zum Beruhigen. ;-)

Meditation u. Schlafhilfe

Coral Reef Aquarium & the best realx music (2 Std.)
https://www.youtube.com/watch?v=4RUGmBxe65U

Und wer einen Garten hat, die Vögel wollen ja auch versorgt sein.:-)

Kleine schöne Fütteranleitung (englisch)
How to attract Birds to your Garden
https://www.youtube.com/watch?v=jH0425VzERs

Viel Ruhe wünsche ich euch

und liebe Grüße
Violine

11.11.2016 um 09:32 Uhr

Potpourri der Frauensolidarität

Hallo Ihr Lieben!

Statt mich dem alles beherrschenden Thema Trump auch noch seitenweise zuzuwenden, widme ich mich doch lieber Frauenthemen. :-)

Eine Mixtur verschiedener Artikel von Frauen u. über Frauen, die gerade so durch die Nachrichten wandern. Leider fast ungehört u. ungelesen, wegen dem Gedöns auf der anderen Seite vom Teich.

Beginnen möchte ich mit einer super Kolumne, einem Solidaritätsaufruf von Sibylle Berg. Sie trifft es mal wieder auf den Punkt u. spricht mir aus dem Herzen:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gleichberechtigung-frauen-macht-schluss-mit-dem-frauenhass-a-1119505.html

Auszug:

Frauen gelingt einfach nicht, womit Männer schon seit Ewigkeiten erfolgreich sind: Solidarität mit den eigenen Geschlechtsgenossinnen. Sie sollten es lernen - es ist der einzige Weg zu echter Gleichberechtigung.

Nach der Kölner Silvesternacht demonstrierten Frauen irgendwie gegen Sexismus. Aber zugleich auch gegen Rassismus, wie um sich bei den Idioten zu entschuldigen, die Frauen attackiert hatten. Statt Schlägerinnengruppen zur Bahnhofsplatte zu schicken, verlor sich die Energie in einer unendlichen Sexismus-Rassismus-Diskussion.

Es wertet keine Frau auf, andere Frauen zu verachten

Warum gelingt es Frauen nicht, wie anderen gesellschaftlich benachteiligten Gruppen, nach außen eine entschlossene Solidarität zu zeigen, auch wenn man sich untereinander hasst?“

Und weiter aus der Kolumne von Sibylle Berg:

„Die weibliche Mehrheit setzt einander herab, beleidigt und hasst sich, als ob es dafür Pluspunkte gäbe. Als ob der Pakt mit dem bisherigen Evolutionssieger helfen würde. Aber - es wertet keine Frau auf, andere Frauen zu verachten. Wenn es gelänge, Männern nicht mehr gefallen zu wollen, den Mut aufbringen zu können, einander nicht als Konkurrenz um deren Anerkennung zu betrachten, nicht zu bewerten, abzuwerten, wenn es gelänge, sich weibliche Vorbilder zu suchen, dann wären sie, wir, eine ernst zu nehmende Bedrohung der männlichen Vorherrschaft in immer noch nahezu allen Bereichen.

Kraft in der eigenen Zugehörigkeit zu finden, heißt parteiisch zu sein. Es bedeutet, das zu tun, was Männer seit Ewigkeiten tun - dem eigenen Geschlecht den Vorzug geben.“

Genau darum geht es, ums miteinander!

Womit wir zur Politik kommen. Zu den leider viel zu wenigen Frauen die in Parlamenten ihren Einsatz bringen u. dazu ständig schlimmer sexistischer, ja psychischer u. physischer Gewalt ausgesetzt sind - durch Männer - nur weil sie Frauen sind u. den gleichen Job machen wie ihre männlichen Kollegen. Aber sie geben nicht auf sie kämpfen weiter!

http://www.jungewelt.de/2016/11-04/058.php

Auszug:

„Weltweit sind Frauen in den Parlamenten meist in der Minderheit. Eine vergangene Woche veröffentlichte Untersuchung der Interparlamentarischen Union (IPU) ergab, dass die meisten weiblichen Abgeordneten zudem bereits mit üblen sexistischen Attacken konfrontiert waren. Für die in Genf vorgestellte Studie wurden 55 Parlamentarierinnen in 39 Ländern auf allen Kontinenten ausführlich befragt. Mehr als 80 Prozent von ihnen erklärten, sie hätten bereits »psychische Gewalt« erfahren. Und 44 Prozent gaben an, sie seien mit dem Tod, mit Vergewaltigung, Schlägen oder mit dem Entzug ihres Mandats bedroht worden.

Was sagen Politiker, die Politikerinnen mobben? Da gibt es die Aufforderung, sich doch lieber um die Familie zu kümmern oder es wird die Vermutung geäußert, wer als Frau Politik mache, sei keine gute Mutter oder lesbisch oder sexuell nicht befriedigt. Neben dem direkten und unverschämten Sexismus gibt es den subtileren: Frauen werden zum Beispiel gefragt, ob sie ihre Redezeit nicht abtreten könnten – und ob das, was sie sagen wollen, wirklich wichtig sei. Trotz alledem wollen 80 Prozent derjenigen, die Angriffen und Pöbeleien ausgesetzt waren, weder auf ihr Amt verzichten noch darauf, sich für ein neues zu bewerben.“

Zum Glück werden Frauen weiterhin gefördert. Dazu möchte ich nur eines von vielen Projekten vorstellen. Es geht bei diesem österreichischen Projekt darum Wissenschaftlerinnen zu fördern durch Stipendien.

http://derstandard.at/2000047186469-1192182008549/For-Women-in-Science-Stipendien-vergeben

Auszug:

"Es müssen Räume geschaffen werden, in denen Frauen ihre Exzellenz und Qualifikation zeigen können", sagte Auma Obama in ihrer Festrede zur zehnten Verleihung der "For Women in Science"-Stipendien vergangenen Montag. "Ihr werdet ausgezeichnet, weil ihr ausgezeichnet seid. Ihr seid die Role Models von morgen", beglückwünschte die kenianische Journalistin, Initiatorin der Sauti Kuu-Stiftung und Halbschwester des US-Präsidenten Barack Obama die prämierten Forscherinnen.

Weltweit seien nur 30 Prozent der Wissenschafter weiblich. Um dies zu ändern, unterstützt "For Women in Science" seit zehn Jahren junge Wissenschafterinnen, die Grundlagenforschung in Medizin, Naturwissenschaft oder Mathematik betreiben.“

Natürlich will ich auch eine der wirklich großen u. bemerkenswerten Frauen erwähnen, die vorgestern deutlich gemacht hat, wie eine Zusammenarbeit mit Amerika in Zukunft aussehen könnte. Mumm hat sie unsere Frau Merkel. ;-)

http://www.emma.de/artikel/trump-starke-worte-der-kanzlerin-333753

Auszug:

Merkels Basis für eine Zusammenarbeit ist „der Respekt vor der Würde des Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht und sexueller Orientierung“. Werte, die dem gewählten Präsidenten von Amerika bisher eher fremd waren.

Es hat ein paar Stunden gedauert, bis eine sichtlich geschockte Merkel die richtigen Worte fand. Aber die saßen. Die deutsche Kanzlerin war im Wahlkampf eine der Buh-Gestalten des Kandidaten Trump, wenn nicht DIE Buh-Gestalt.

Die so Geschmähte fand erst um 12 Uhr, rund sechs Stunden nach Wahlausgang, die passenden Worte, mit denen sie „dem Gewinner der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump“, zum Wahlsieg gratulierte. Und was sie dann sagte, lässt Hoffnung aufkommen. Nämlich die Hoffnung, dass die deutsche Staatschefin nicht bereit ist, alles zu schlucken, was Donald Trump seinen WählerInnen und der Welt versprochen hat.“

Der britische Sender BBC will auch dieses Jahr wieder für drei Wochen den Schwerpunkt auf Frauen legen. Diesen Themenschwerpunkt gibt es bereits seit 2013, um Frauen in der internationalen Berichterstattung mehr zu berücksichtigen. Sie bemühen sich, das zählt.

http://derstandard.at/2000046414418-1192182008432/BBC-100-Women-Schwerpunkt-ab-21-November

Auszug:

„Der Themenschwerpunkt "BBC 100 Women", der ab dem 21. November auf den internationalen Nachrichtenangeboten der BBC startet, beschäftigt sich in diesem Jahr mit "Erzählungen von Frauen über Missachtung, der Frage, ob das Internet sexistisch ist, und den alltäglichen Belästigungen auf der Straße", teilt das Unternehmen mit. Außerdem veröffentlicht die BBC die mittlerweile vierte Liste der 100 Frauen, die in diesem Jahr weltweit eine Inspiration waren. Drei Wochen lang werden Reportagen, Online-Specials, Debatten und andere Beiträge auf bbc.com/100Women, dem Sender BBC World News TV, und auf den 29 landessprachlichen Diensten der BBC World Service Group veröffentlicht.“

In Amerika gehen unterdessen unzählige junge Frauen auf die Straße gegen einen sexistischen neuen Präsidenten. Einen Präsidenten der öffentlich Frauen herabwürdigt. Sie sind richtig wütend.

http://www.emma.de/artikel/trump-die-wut-der-frauen-333781

Auszug:

"Nicht mein Präsident! In Amerika protestieren tausende Frauen gegen US-Präsident Donald Trump. Vor allem junge und schwarze Frauen.  „Not my president!“, skandieren sie. „Black live matters“. Und „Fuck Trump!“. In New York, in Washington, in Chicago, Los Angeles, in Philadelphia, in Seattle, in Phoenix, in Oakland, überall das gleiche Bild. Aber es sind nicht nur die jungen, weißen Amerikanerinnen, die gegen Trump auf die Straße gehen. Zusammen mit ihnen protestieren auch schwarze Frauen. Gerade sie hatten ihre Stimmen in überwältigender Mehrheit an Hillary Clinton gegeben. Vier Tage lang, für 100 Stunden, wollen sie öffentlich protestieren. Auf den Straßen und im Netz unter #Our100." https://our100.org/

Zum Schluss, eine m.E. sehr starke Frau, die zehn Jahre in der Prostitution überlebt hat, Huschke Mau. Sie spricht selten offen über das Erlebte. Wir sollten Frauen, die aus dieser Hölle aussteigen konnten wirklich unterstützen. Hier der Auszug aus einem Interview mit Soledad Cartagena von der schwedischen Internetzeitung Feministiskt Perspektiv:

http://abolition2014.blogspot.de/2016/11/interview-mit-huschke-mau.html

Auszug:

In die Prostitution bin ich gerutscht, weil ich als Kind stark misshandelt und auch missbraucht worden bin. Ich war also schon an Gewalt gewöhnt. Als ich dann von Zuhause weglief, bin ich nach und nach durch das soziale Netz gerutscht. Niemand war mehr zuständig, auf einen „Fall“ wie mich war keiner vorbereitet. Prostitution habe ich als die einzige Möglichkeit gesehen um zu überleben.

Mein Fall ist kein Einzelfall, ich habe keine Prostituierte kennengelernt, die nicht schon vor der Prostitution an Gewalt und an ihre Abwertung als Mensch und Frau gewöhnt gewesen wäre. Naja, und dann war ich ein paar Jahre in Wohnungsbordellen. Dann habe ich angefangen zu studieren und war im Escort. Sich zu prostituieren ist im Laufe der Jahre immer schlimmer für mich geworden, so dass ich Alkohol und Drogen konsumiert habe um das auszuhalten. Hilfe habe ich nicht bekommen und mein Vertrauen war auch futsch. Mein erster Zuhälter war ein Polizist, und auf Ämtern hat man mir nicht geholfen.

Mein Ausstieg hat mehrere Jahre gedauert, und was ich in der Prostitution erlebt habe, werde ich nie vergessen. Es ist unglaublich, wozu Männer fähig sind. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft sich von den Prostituierten nicht entsolidarisiert. Es geht nicht, dass die Gewalt, die Prostituierte erleben, als notwendig anerkannt wird, weil „Männer ja sonst mehr vergewaltigen“. Erstens stimmt das nicht, es ist genau andersrum (...)“

Helfen könnt ihr Ex-Prostituierten u. Frauen, die aussteigen wollen, indem ihr SISTERS e.V. unterstützt, die sich stark machen für Prostituierte, die raus wollen. Und sie klären auf. Denn viele Menschen wissen gar nicht, wie die Realität in der Prostitution aussieht.

http://sisters-ev.de/

Zum Wochenende nun wieder ein bisschen „Katzenjammer“. :-))

Katzenjammer – Lady Grey

https://www.youtube.com/watch?v=8dUhtBh53NQ

Katzenjammer – Rock Paper Scissors

https://www.youtube.com/watch?v=O4vopB5BaUM

Katzenjammer - Sheperd and Princess

https://www.youtube.com/watch?v=tsfMe1KI24E

Lasst es euch gut gehen! :-)

Liebe Grüße

Violine

20.10.2016 um 19:59 Uhr

Zum 70igsten von Elfriede Jelinek

Hallo Ihr Lieben!

Heute ist Elfriede Jelinek 70 geworden.

Ihre Tiefe, ihre Leidenschaft, ihre Dramatik, Ihre Vielfalt.
Diese Sprachkünstlerin fasziniert damals wie heute.

Besucht sie in ihren Text Landschaften. :-)

Alice Schwarzer berichtet von einem Gespräch im Jahre 1989:

http://www.emma.de/artikel/interview-jelinek-333537

Auszug:

„Alice Schwarzer gratuliert Elfriede Jelinek zum 70. Geburtstag. Und sie erinnert sich an frühere Begegnungen, vor allem an ein Gespräch von 1989. Darin redet Jelinek sehr offen über sich, ihr Werk und die Welt. „Ich bin eine Frau mit männlicher Anmaßung“, sagt sie. „Mein Problem ist, dass ich so weiblich bin.“

Austausch zweier Schriftstellerinnen:

http://www.emma.de/artikel/sind-schreibende-frauen-fremde-dieser-welt-263456

Auszug:

„Frauen, die schreiben, tun das in einer Sprache, die von Männern geprägt ist; sie veröffentlichen in Verlagen, die Männern gehören; sie agieren in einer Öffentlichkeit, in der Männer das Gewaltmonopol und die Definitionsmacht haben. Frauen, die schreiben, sind Fremde. Bleiben sie am Rand, werden sie nicht gehört; streben sie zur Mitte, laufen sie Gefahr zu verstummen. Sie bleiben Parias, auch in Zeiten des Umbruchs, in denen Hoffnung für alle Menschen aufkeimt. Der allgemeine Fortschritt bringt ihnen nicht automatisch mehr Freiheiten, sondern auch neue Fallen. Zwei bedeutende deutsch-sprachige Schriftstellerin, Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz reden miteinander: über ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Verzweiflung.“

Ein wenig Historie:

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/elfriede-jelinek/

Auszug:

„Jelineks Werk lässt sich drei Phasen zuordnen. In ihren ersten Arbeiten kritisiert sie den Kapitalismus und die Konsumgesellschaft. In den 1980er Jahren übt sie ätzende Kritik an der patriarchalen Gesellschaft. Seit Ende der 1980er Jahre attackiert sie die faschistische Vergangenheit und antisemitische Gegenwart Österreichs und Deutschlands. 1998 erhielt Jelinek den Büchnerpreis.

Der Literaturnobelpreis 2004 für Jelinek traf das literarische Establishment völlig unvorbereitet und mann reagierte gereizt – hatte man doch fest mit Philip Roth, John Updike oder einem vergleichbaren Rhapsoden männlicher Weltsicht gerechnet. In der am 7. Oktober veröffentlichten Begründung preist das Komitee “den musikalischen Fluß von Stimmen und Gegenstimmen” in Jelineks Werk, “die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen.”

Portrait zum 70igsten:

http://derstandard.at/2000045896767/70-Geburtstag-von-Jelinek-und-mit-mir-mein-Textkoerper

Auszug:

„Um Elfriede Jelineks Texte kommt man als deutschsprachige Schriftstellerin nicht herum, sie stehen monolithisch und etwas einschüchternd in der Literaturlandschaft, nicht erst seit 2004. Dabei fordern sie doch die genaue und intellektuell hemmungslose Auseinandersetzung, die sie selbst leisten.

Vor allem aber analysiert sich in Jelineks Texten der Denkprozess selbst, oder, korrekter, die denkende Instanz sieht sich andauernd selbst auf die Finger, will sich auf die Schliche kommen, während sie den Grund abklopft und nach morschen Stellen im Sprachgebälk sucht. Berückend und durchaus komisch ist die Schonungslosigkeit, mit der sich die Sprache dazu der Figuren bedient, ganz nahe an sie herangeht, sich um sie herumlegt und aus ihnen heraus spricht.“

Hier geht es zum Elfriede-Jelinek-Forschungszentrum:

http://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/

Hier zur JeliNetz Plattform:

https://jelinetz.com/
https://fpjelinek.univie.ac.at/home/

Und zur privaten Webseite von Elfriede Jelinek:

http://www.elfriedejelinek.com/

 

Zum Wochenende möchte ich euch die hübschen Eichelhäher vorstellen, die man nun wieder öfters in der Natur hört u. sieht.

Eine Eichelhäher Familie bei der Fütterung:

https://www.youtube.com/watch?v=ix0BRPap-Rw

Der Eichelhäher (am Futterhäuschen)

https://www.youtube.com/watch?v=Uw8i5HiUFYQ

Eichelhäher Max (Tolle Aufnahmen)

https://www.youtube.com/watch?v=rIzmv-0RA0I

Euch ein entspanntes Wochenende

und liebe Grüße
Violine

15.10.2016 um 17:42 Uhr

Heldinnen die Mut machen

Hallo Ihr Lieben!

Es gibt sie noch. Heldinnen u. Vorbilder.

Frauen, die aktiv etwas in Bewegung setzen.
Genau solche Positiv Beispiele brauchen wir.

Ich kann diese ständigen Fotos von Terroristen,

pöbelnden weißen Präsidentschaftskandidaten,
Krieg u. explodierenden Handys kaum ertragen.

Heute gibt’s dafür mal ein Buntes Potpurri.

Frauen, die für ihre Rechte aufstehen.
Die sich einmischen, Leben u. Lachen wollen.

Mozn Hassan, Frauenrechtlerin (Ägypten)

http://derstandard.at/2000045128211/Mozn-Hassan-lobbyiert-fuer-Frauenrechte?ref=rec

Auszug:

„Die ägyptische Frauenrechtskämpferin steht im Visier der Behörden – und lässt sich nicht einschüchtern Vergangene Woche verkündete die Right Livelihood Award Foundation die PreisträgerInnen des sogenannten Alternativen Nobelpreises. Eine der Ausgezeichneten ist Mozn Hassan, ägyptische Frauenrechtskämpferin und Gründerin der Organisation "Nazra for Feminist Studies".

Bianca Brissaud , Schulleiterin

http://www.emma.de/artikel/hotpants-verbot-pruederie-oder-wuerde-330321

Auszug:

„Schulleiterin Bianca Brissaud (Foto) erklärte in einem Elternbrief, dass halbentblößte Pobacken im Klassenraum nichts zu suchen hätten. Sie trat eine Lawine los. Ein Sturm der Entrüstung brach über sie herein. Jetzt debattieren Bild, taz und Netzfeministinnen: Welche Kleidung ist angemessen? In der Tat: Wir müssen reden.“

Hilaria Supa, Aktivistin u. Politikerin (Peru)

http://derstandard.at/2000043508446/Hilaria-Supa-tritt-fuer-die-Rechte-der-Indigenen-in-Peru?_blogGroup=1&ref=rec

Auszug:

„Hilaria Supa tritt für die Rechte der Indigenen in Peru ein. Die Aktivistin und Politikerin dokumentierte von der Regierung durchgeführte Zwangssterilisationen. Hilaria Supa Huamán ist eine jener peruanischen Aktivistinnen, die sich für Frauenrechte und die Rechte der indigenen Bevölkerung starkmachen. "Ich bin nicht in einer Partei zur Rebellin geworden. Ich habe Diskriminierung erfahren, einfach weil ich eine arme, Quechua sprechende Bäuerin bin", sagte sie der Nachrichtenagentur.(...)“

Iranerinnen

http://www.emma.de/artikel/iranerinnen-protestieren-ohne-schleier-316997

Auszug:

„Hunderte Iranerinnen lüften ihren Schleier und posten Fotos davon auf Facebook. Eine mutige Aktion, die die aktuell steigende Revolte der Frauen zeigt. Denn unverschleiert auf die Straße gehen ist im Iran verboten. Als Strafe drohen Peitschenhiebe und Gefängnis. Doch viele Frauen wagen es dennoch.“

Nadia Murad (Jesidin, Irak)

http://derstandard.at/2000045656649/Havel-Preis-des-Europarats-an-jesidische-Menschenrechtsaktivistin

Auszug:

„Die vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus dem Irak geflüchtete Jesidin Nadia Murad ist mit dem diesjährigen Vaclav-Havel-Preis der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) ausgezeichnet worden. Den Preis widme sie den rund 3.400 vom IS verschleppten Frauen.“

Michelle Perrot, 85, Forscherin und Schriftstellerin

http://www.emma.de/artikel/prix-beauvoir-313249

Auszug:

"Als Studentinnen hatten wir zwei Heldinnen: Brigitte Bardot und Simone de Beauvoir", sagt sie. "Aber Beauvoir weniger wegen ihrer Texte, die kannten wir noch gar nicht. Sondern wegen ihres Lebensstils: die freie Liebe und Gleichberechtigung mit Sartre, die mutige Einmischung in die Politik, die Reisen - so wollten wir leben!"

Christine Nöstlinger, 80, Kinderbuch-Autorin

http://www.emma.de/artikel/christine-noestlinger-forever-red-333521

Auszug:

"Die viel geliebte Kinderbuch-Autorin Christine Nöstlinger wird 80 Jahre alt. Sie hat aber keineswegs die Absicht, erwachsen zu werden. Eine Hommage an sie von ihrer Leserin Sibylle Hamann.  Rota rota ging-ging-ging / Feia brennt in Ottakring / Feia brennt in Währing / bis a g’söchta Hering!“ So geht der Zauberspruch, mit dem Friederike ihre Haare zum Glühen bringen kann.“

Zum Wochenende, weil zur Zeit etwas wenig Sonne unser Gemüt erhellt, empfehle ich diesen wunderschönen Film vom verrücktesten Spielzeugladen den es gibt. Bezaubernd und verzaubernd. :-)

Mr. Magoriums Wunderladen(Trailer)

https://www.youtube.com/watch?v=xpNR4npJ7tE

In diesem Sinne wünsche ich euch

eine gute Zeit u. Liebe Grüße
Violine

07.10.2016 um 07:54 Uhr

Alice auf Tour(en)

Hallo Ihr Lieben!

Sie scheint ein rotes Tuch zu sein.

Viele Menschen reagieren auf Alice Schwarzer überraschend aggressiv. Nicht zur Sache, sondern auf sie als Mensch. Es geht nicht um Inhalte. Nein. Viele der Kritiker haben noch nie im Leben auch nur einen Satz, einen Artikel oder ein Buch von Alice Schwarzer gelesen.Wie kann das sein?

Ein Urteil bilden sich diese Leute aber trotzdem. Anhand von Gehörtem, Gerüchten, Vorurteilen anderer die auch noch nie etwas von ihr gelesen haben... Alle meinen etwas zu wissen über Alice Schwarzer, aber nachlesen? Überprüfen? Pustekuchen.

Aus diesem Grund gebe ich Infos weiter in meinem Blog. Gerüchte sind keine Grundlage für eine muntere Diskussion. Dazu braucht es Fakten.;-)

Zuerst einige Reden, Interviews, Diskussionen mit Alice. Für diejenigen die mit solchen Formaten besser zurecht kommen als mit Texten. Anschließend folgen drei Artikel, zu drei wichtigen Themen von Alice Schwarzer.

Hier nun einige Videos mit Alice:

Die Folgen von mehr Frauen in der Politik

6.September 2016 , Rede von Alice Schwarzer im Niedersächsischen Landtag, Hannover über „die Folgen von mehr Frauen in der Politik“. Haben Politikerinnen die Politik verändert?
https://www.youtube.com/watch?v=7TGtNdbd5Uw

Schluss mit falscher Toleranz

22. Mai 2016, Deutsche Welle TV, Interview der Woche: Alice Schwarzer im Gespräch mit Thomas Spahn über ihr neues Buch "DER SCHOCK - Die Silvesternacht von Köln".
http://www.dw.com/de/nach-k%C3%B6ln-schluss-mit-falscher-toleranz/av-19275733

"Mann, Muslim, Macho: Was hat das mit dem Islam zu tun?"

11.Mai 2016, Maischberger, ARD, Mit Alice Schwarzer, Simone Peter, Murat Kayman, Samuel Schirmbeck und Dominic Musa Schmitz.
http://www.ardmediathek.de/tv/Maischberger/Mann-Muslim-Macho-Was-hat-das-mit-dem/Das-Erste/Video?bcastId=311210&documentId=35282616

"Verraten wir auf Grund einer falsch verstandenen Toleranz westliche Werte?"

22. Februar 2016, In einem "Pro und Contra Spezial" diskutiert Schwarzer darüber mit Politikwissenschafter Thomas Schmidinger.
https://www.youtube.com/watch?v=XVbRhVTASp8

Der Blick zurück“ - NZZ Standpunkte
14. Oktober 2015, Über 30 Bücher hat Alice Schwarzer geschrieben, aber erst jetzt eines über sich selber. In Lebenslauf beschreibt sie ihre Wurzeln und ihren Weg zur wohl bekanntesten und umstrittensten Feministin im deutschsprachigen Raum. Mit Alice Schwarzer unterhalten sich NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann und Marco Färber über Kindheit und Jugend im Nachkriegsdeutschland, die Neugierde auf das eigene Leben und über den Stellenwert des Feminismus in der heutigen Zeit.
https://www.youtube.com/watch?v=CcB0-PO_mDw

Weggehört und weggeschaut, Missbrauch über Jahrzehnte möglich“, Anne Will

1. Oktober 2014, Über Missbrauch in Deutschland diskutieren Adrian Koerfer, Andreas Zimmer, Tilman Jens und Alice Schwarzer.
https://www.youtube.com/watch?v=bz2MMWXHeb8

Wie angekündigt nun mal drei Texte zur Auswahl:


1. Über den gekränkten Mann
Auszug: „Alice Schwarzer analysiert die Motive von Amokläufern und Terroristen - und findet, dass die sich ziemlich ähneln. Aber welche Rolle spielt der Islam? Es ist der politisierte Islam, der Öl ins Feuer der gekränkten Muslime gießt. Wir müssen unterscheiden zwischen Islam und Islamismus. „
http://www.aliceschwarzer.de/artikel/alice-schwarzer-ueber-den-gekraenkten-mann-333285

2. Liebe Befürworterinnen der freiwilligen Prostitution!

Auszug: „Ist euch eigentlich klar, dass eure Pro-Prostitutions-Haltung einmalig ist auf der Welt, ein echtes deutsches Phänomen? In Ländern wie Frankreich, Schweden oder Amerika würdet gerade ihr vermutlich ganz anders denken. Denn da bezeichnet man die Prostitution als „White Slavery“, und sind fortschrittliche Frauen zwar selbstverständlich solidarisch mit Prostituierten, kritisieren bzw. bekämpfen jedoch das System Prostitution.“
http://www.aliceschwarzer.de/artikel/liebe-befuerworterinnen-der-freiwilligen-prostitution-317539

3. Wie es geschehen kann

Auszug: „Der Missbrauch ist keine Erfindung der katholischen Kirche - auch die "Sexuelle Revolution" hat eine fatale Rolle gespielt. Und Feministinnen reden seit über 30 Jahren gegen taube Ohren. Sexueller Missbrauch ist überall da möglich, wo Männer mächtig und Kinder ohnmächtig sind. In geschlossenen Welten, in denen der Vater (Pater, Lehrer) das Gesetz macht. Das gilt für Familien, die sich abschotten, ebenso wie für Internate, egal ob christlich, weltlich oder gar besonders fortschrittlich, wie wir am Beispiel der Reformschule Odenwald sehen. Der Skandal war bis vor nicht allzu langer Zeit nicht etwa der Missbrauch, denn der war das Recht der Männer. Der Skandal war, wenn ein Kind sich wehrte. Denn schämen mussten sich auch in unserer Kultur lange die Opfer, nicht die Täter.
http://www.aliceschwarzer.de/artikel/sexueller-missbrauch-wie-es-geschehen-kann-265064

Wer noch mehr wissen möchte, kann auf der Seite von Alice stöbern.

http://www.aliceschwarzer.de/start/

Alice Schwarzer kämpft ihr ganzes Leben für Gerechtigkeit.

Es sollte - in einer zivilisierten Gesellschaft - eigentlich normal sein sich erst Wissen anzueignen, bevor man/frau sich über eine Person das Maul zerreißt. Was alleine schon eine Unart ist. Scheinbar geht es Vielen aber wohl nur ums Denunzieren u. nicht ums Argumentieren. Bedauerlich.


In meinem Blog schreibe ich u.a. über Alice Schwarzer u. ihre Texte damit Menschen, die null Ahnung von dieser Frau haben ihren Horizont erweitern können.;-) Wissen ist ja bekanntlich Macht. ;-)

Zum Wochenende konnte ich wieder zwei schöne Tier Videos entdecken:

Rabenvögel – Gaukler der Lüfte

https://www.youtube.com/watch?v=StdiNKoe5rY

Die Rückkehr des Wiedehopfs

https://www.youtube.com/watch?v=i6kxnVZVFxo

Euch ein friedliches Wochenende

und liebe Grüße
Violine

14.04.2016 um 19:07 Uhr

Zusammengewürfeltes

Hallo Ihr Lieben!

Vor genau 30 Jahren starb die bedeutendste feministische Philosophin Simone de Beauvoir. Es lohnt sich ihre Person, ihre Werke zu betrachten. Denn sie sind noch genauso bedeutend wie damals.

Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“ Das wohl bekannteste Zitat von Simone. Immer noch aktuell. Ein kleiner Einblick:

http://www.emma.de/artikel/wer-hat-je-ein-buch-geschrieben-das-das-schicksal-aller-menschen-veraendert-265507

Alice Schwarzer war mit Simone de Beauvoir befreundet. Auf ihren Seiten gibt es viele interessante Berichte, Interviews u. Einblicke in das Leben u. Denken dieser großartigen Philosophin zu entdecken. Ich habe nur ein paar wenige heraus gesucht, damit es nicht zu viel wird.

http://www.emma.de/artikel/schwarzer-ueber-beauvoir-eine-solitaere-vordenkerin-263920

Auszug:
„Hingerissen bin ich von der Klarheit ihres Denkens, der Unteilbarkeit ihres Gerechtigkeitssinns und der Kühnheit ihrer Visionen. Gerührt bin ich von ihrer Leidenschaftlichkeit und Verletzlichkeit. Die Frauenbewegung wäre ohne diese solitäre Vordenkerin so nicht denkbar. Schon Mitte der 70er-Jahre warnte Simone de Beauvoir dann in unserem dritten Interview vor den sich – bereits jetzt! – abzeichnenden Tendenzen einer Renaissance des Glaubens an die "Natur der Frau" (und damit auch des Menschen überhaupt). Sie spottete: "Da man den Frauen nicht die Schönheit des Geschirrspülens preisen kann, preist man ihnen die Schönheit der Mutterschaft."

Wie oft eigentlich hat Beauvoir in ihrem Leben auf die Frage antworten müssen, ob ihr als Nicht-Mutter nicht doch etwas Entscheidendes fehle …? Hat man jemals Sartre gefragt, ob er sich trotz seiner fehlenden Vaterschaft als vollständiger Mensch fühle?“

Einige Auszüge der Biographie von der französischen Schriftstellerin Danièle Sallenave veröffentlichte die EMMA 2008.

http://www.emma.de/artikel/le-castor-de-guerre-nur-das-leben-ist-wirklich-denn-der-tod-laesst-sich-nicht-denken-265512

Auszug:

Die französische Schriftstellerin Danièle Sallenave hat eine so rigorose wie warmherzige Biographie über Beauvoir geschrieben - die erste, die ihr annähernd gerecht wird.

1939, zu Beginn der „drôle de guerre“, des „komischen Krieges“, schickt Simone de Beauvoir dem damals eingezogenen Jacques-Laurent Bost ein kleines Foto von sich, auf dessen Rückseite sie geschrieben hatte: „Castor de guerre“ – Kriegs-Biber (Castor war der Spitzname von Beauvoir, nach der englischen Aussprache von Beauvoir: beaver, französisch castor, deutsch Biber, der zugleich ihren Fleiß und ihre Ausdauer zum Ausdruck brachte. Anm.d.Ü.).

Wir können aus diesem Wort alle kommenden Kämpfe, in ihrem Werk ebenso wie in ihrem Leben, heraushören: „Das andere Geschlecht“ und die Kämpfe der Frauen, ihre Beteiligung an allen extremen Formen radikaler Emanzipation, von China bis Kuba, ihre kämpferische, entschlossene Opposition gegen den Algerienkrieg, den großartigen Essay „Das Alter“, den gewaltigen Berg ihrer „Memoiren“... Wir wissen aber auch, dass es um viel mehr geht: Es sind das Leben, die Liebe, das Glück, das Werk, an die Simone de Beauvoir als Kriegsbiber rangeht, dem sie sich stellt, wie in einer Arena.“

Und zum Schluss noch ein Buchauszug aus „Das andere Geschlecht“:

http://www.emma.de/artikel/buchauszug-das-andere-geschlecht-265524

Auszug:

Ich habe lange gezögert, ein Buch über die Frau zu schreiben. Das ist ein Reizthema, besonders für Frauen, und es ist nicht neu. In der Debatte über den Feminismus ist genug Tinte geflossen. Jetzt ist sie nahezu abgeschlossen: Reden wir nicht mehr darüber. Es wird aber doch weiter darüber geredet, und es sieht nicht so aus, als hätte die in den letzten hundert Jahren produzierte Flut von Sottisen das Problem geklärt. Gibt es überhaupt ein Problem? Und worin besteht es? Gibt es überhaupt Frauen?

Obwohl manche Frauen sich eifrig bemühen, sie zu verkörpern, wurde ein Gebrauchsmuster nie festgelegt. Das Weibliche wird gern in unbestimmten, schillernden Ausdrücken beschrieben, die dem Wortschatz von Seherinnen zu entstammen scheinen.

Der Vorteil, den der Mann besitzt und der für ihn von Kindheit an spürbar ist, besteht darin, dass seine Berufung als Mensch keinen Widerspruch zu seiner Bestimmung als Mann darstellt. Von der Frau dagegen wird verlangt, dass sie sich, um ihre Weiblichkeit zu erfüllen, zum Objekt und zur Beute macht, das heißt, auf ihre Ansprüche als souveränes Subjekt verzichtet.

Im Austausch zwischen den Geschlechtern beruft sich die Frau auf die abstrakte Gleichheit, die man ihr garantiert, und der Mann auf die konkrete Ungleichheit, die er feststellt. Daraus ergibt sich in allen Liebesbeziehungen ein dauernder und grenzenloser Streit über die Zweideutigkeit der Wörter (k)geben und (k)nehmen: Sie beklagt sich, alles zu geben, während er beteuert, dass sie ihm alles nimmt.“

Lest ihre Bücher, ihr werdet erstaunt sein! Ganz besonders ihr Buch: "Das andere Geschlecht". Denn alle ihre Texte sind heute genauso aktuell wie vor 30 Jahren. Ja, man könnte meinen, sie habe sie eben erst geschrieben zu unserem Leben als Frauen, als Menschen. Hat sich wirklich so wenig verändert?

Das mal zu Simone de Beauvoir. .:-)

Außerdem noch ein Hinweis:

Zur Internationalen Woche gegen Belästigung auf der Straße gibt es einige Aktionen. Leider immer noch "alltäglich" für fast jede Frau weltweit.
http://www.emma.de/artikel/stoppt-street-harassment-332239

Auszug:
„Die „Internationale Woche gegen Belästigung auf der Straße“ läuft. Die Proteste sind vielfältig. So könnt ihr euch wehren, 365 Tage im Jahr! Denn fast jede kennt das Problem, von Kabul über Dortmund bis Washington. Vom Hinterherpfeifen bis zur Vergewaltigung.

In rund 30 Ländern rufen feministische Organisationen in dieser Woche zum Kampf gegen Street Harassment auf, gegen sexuelle Belästigung auf der Straße. In Frankreich, Indien oder den USA markieren Frauen Straßenabschnitte, auf denen sie belästigt wurden, mit bunter Kreide. „Hier wurde ich belästigt – und dann ist er mir noch zehn Straßen weiter gefolgt!“, steht da zum Beispiel. Oder: „Hey, mein Name ist nicht Baby!“.

Einige Beispiele zur Aktion:

http://www.meetusonthestreet.org/tools/

Melde Sexismus Spot/ Report it to Stop

https://www.youtube.com/watch?v=tUevV_Nsmzs&app=desktop

Der Spot ist "normaler Alltag" bei den meisten Frauen, mal in abgeschwächter Form, mal viel schlimmer. Geballt mussten das die vielen Frauen in der Silvesternacht so erleiden. Da wurde dann richtig zugepackt im Gedränge. Leider keine Ausnahme.

Deswegen: Meldet jeden Sexismus. Werdet laut, holt euch Hilfe.

Denn laute Frauen mögen diese Sexisten nicht.
Je mehr wir drüber sprechen, je eher wird dieses Verhalten geächtet.


Zum Wochenende nun wieder etwas zum Entspannen.
Heimische Singvögel (ca.12 Min.)
https://www.youtube.com/watch?v=ttz5D5bX7WI

Vögel baden im Bachlauf (ca. 11 Min.)

https://www.youtube.com/watch?v=qHcGinQK4ZI

Lasst es euch gut gehen

und liebe Grüße
Violine

 

 

07.03.2016 um 14:59 Uhr

Der Internationale Frauentag

Hallo Ihr Lieben!

Zum Internationalen Frauentag möchte ich euch gerne wieder einige Informationen liefern, die lesenswert u. unterstützenswert sind. Denn Frauen u. Mädchen müssen - immer noch - um ihre Menschen Rechte kämpfen.

Rechte, die selbstverständlich sind für das andere Geschlecht.

Es freut mich wie viele Frauen u. Gruppen sich weltweit an diesem Tag beteiligen, sich einsetzen, stark machen. Das ist gut zu wissen. :-)

Beginnen will ich mit einem Artikel über den Aufruf einiger gut bekannter Promis an Regierungschefs sich für die Gleichstellung einzusetzen: http://www.welt.de/vermischtes/article153010482/Stars-fordern-Staatsfuehrer-zum-Kampf-fuer-Frauen-auf.html

Auszug:

„Stars wie Oprah Winfrey, Mary J. Blige, Charlize Theron und Meryl Streep haben die internationalen Staats- und Regierungschefs zum Kampf für Gleichberechtigung der Geschlechter in aller Welt aufgerufen. In einem gemeinsamen Brief schrieben die Prominenten am Sonntag, dass rund 62 Millionen Mädchen weltweit das Recht auf Bildung verweigert werde. Eine halbe Milliarde Frauen könnten nicht lesen. Zudem gebe es in 155 Ländern Gesetze, die Frauen diskriminierten.“

Kommen wir nach Deutschland. Um auf die weiterhin skandalös unsichere Finanzierung der Frauenhäuser in Deutschland hinzuweisen - mal wieder - hat die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) eine Aktion gestartet, die ihr hier verfolgen könnt:

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/die-16-tage-16-bundesl%C3%A4nder-tour-der-frauenh%C3%A4user-hat-kiel-begonnen

Auszug: „Die 16-Tage-16-Bundesländer- Tour der Frauenhäuser hat in Kiel am 19. Februar unter dem Motto "GEWALT GEGEN FRAUEN BEENDEN! 40 JAHRE AUTONOME FRAUENHÄUSER IN BEWEGUNG! FRAUENHAUS-FINANZIERUNG JETZT SICHERN!" ihren Auftakt gehabt.“

Wie unsicher die Finanzierung der Hilfesysteme für Frauen ist, die Gewalt erlitten haben könnt ihr auch auf meinem Blog in dieser Rubrik nachlesen: http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/category/3

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen hat ihre Petition „Nein heißt Nein“ erneut geöffnet, weil hier immer noch einiges im Argen liegt. Bitte unterzeichnen: https://www.change.org/p/heikomaas-schaffen-sie-ein-modernes-sexualstrafrecht-neinheisstnein

Außerdem möchte ich euch gerne auf ein neues Projekt von TERRE DES FEMMES aufmerksam machen. Es geht um Genitalverstümmelung an Mädchen u. Frauen in der EU. http://frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/aktuelles/1967-change-geht-weiter-terre-des-femmes-startet-neues-projekt-change-plus-zur-abschaffung-von-weiblicher-genitalverstuemmelung-in-praktizierenden-communities-in-der-eu

Auszug: „Nach Schätzungen des EU-Parlaments leben in der Europäischen Union rund 500.000 von weiblicher Genitalverstümmelung betroffene sowie 180.000 gefährdete Mädchen und Frauen. TERRE DES FEMMES engagiert sich seit 1981 gegen diese schwere Menschenrechtsverletzung und hat zuletzt das CHANGE Projekt zur Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung in der EU koordiniert. Am 15. Januar 2016 ist nun auch auf Initiative von TERRE DES FEMMES das neue Projekt CHANGE Plus gestartet!

Die Projektpartner wählen dafür 6-12 engagierte Mitglieder aus afrikanischen Communities aus, die im ersten Projektjahr ein intensives Training rund um das Thema weibliche Genitalverstümmelung erhalten. Im Anschluss daran klären sie in ihren Communities über die rechtlichen, kulturellen, religiösen, sozialen und gesundheitlichen Dimensionen von FGM auf und fördern so eine Änderung ihres Verhaltens. Indem die CHANGE Agents auch einflussreiche Communitymitglieder sowie kulturelle und religiöse Institutionen für das Thema sensibilisieren, soll langfristig ein Wandel bewirkt werden.

Die CHANGE Agents stammen größtenteils aus Communities afrikanischer Länder, in denen über 80% der Mädchen und Frauen genitalverstümmelt sind: Somalia (98%), Guinea (96%), Dschibuti (93%), Ägypten (91%), Mali (89%), Eritrea (89%), Sierra Leone und Sudan (beide 88%).

Regelmäßige Informationen zum Projekt finden Sie in Zukunft auf www.change-agent.eu. „

Ich finde das Projekt wirklich wichtig. Wer also das Ganze auf irgend eine Weise unterstützen möchte wende sich bitte direkt an Terre des Femmes: E-Mail:info@frauenrechte.de

Außerdem begleitet TERRE DES FEMMES den Film „Mustang“:

http://www.emma.de/artikel/ein-oscar-fuer-mustang-331599

„Der großartige Film „Mustang“ über fünf türkische Schwestern und ihr Aufbegehren gegen das ihnen vorbestimmte Frauenleben läuft in dieser Woche an. Winkt der Oscar? Terre des Femmes begleitet die Previews mit Podiumsdiskussionen. Außerdem hat die Frauenrechtsorganisation eine Petition gegen Früh-Ehen gestartet.“

Hier geht' s zur Petition: https://www.change.org/p/bundesjustizminister-heikomaas-fr%C3%BChehen-stoppen-bildung-statt-heirat?tk=74_q2W3aC5n6DuVh4RG13tI3S5F4SlPkpNpoCueUdOo&utm_source=petition_update&utm_medium=email

Wie gerne würde ich mal schreiben, 'wir haben alle unsere Ziele erreicht'. Frauen haben die gleichen Rechte wie Männer, Gewalt gegen Frauen wird geächtet, wer schlägt der geht, keine Benachteiligung usw. Aber leider sieht die Realität mies aus.

Weshalb es diese Frauentage gibt, um daran zu erinnern. Denn würde wir nicht dran erinnern, stünden wir noch viel schlechter da. Frauen haben immer um Rechte gekämpft, die Männern selbstverständlich von Geburt an zugestanden sind.

Alice hat mal in Anlehnung an Martin Luther Kings Traum ihren eigenen Traum aufgeschrieben:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/ich-habe-einen-traum-266229

Ansonsten findet ihr reichlich Lesestoff in meinem Blog zu allen Themen um Frauenrechte. Noch viel viel mehr Lesestoff gibt es bei den EMMAs wenn ihr mal so richtig einsteigen wollt in die Thematik, wie es um unsere Rechte so bestellt ist. http://www.emma.de/

Vergesst die Mußezeiten nicht. ;-)

Viel Kraft für diese Woche

und liebe Grüße
Violine

14.08.2015 um 07:57 Uhr

"Der kleine Unterschied" bewegt die Welt

Hallo Ihr Lieben!

Vor 40 Jahren kam das Buch heraus:
Der kleine Unterschied und seine großen Folgen
Eine damals noch relativ unbekannte Journalistin
interviewte 16 Frauen über Sex u. Gender.
Hausfrauen, Karrierefrauen u. Feministinnen.

Von der 21 bis 52jährigen.
Studentinnen, Verheiratete, Lesben etc..
Und es blieb nicht bei diesen Frauen.
Der Longseller wurde in zwölf Sprachen übersetzt.
Frauen u. auch Männer fanden sich darin wieder.

So schreibt Alice 1975 im „Kleinen Unterschied“:
Sexualität ist der Angelpunkt der Frauenfrage. Sexualität ist Spiegel und Instrument der Unterdrückung von Frauen in allen Lebensbereichen. Hier fallen die Würfel. Hier liegen Unterwerfung, Schuldbewusstsein und Männerfixierung von Frauen verankert. Hier steht das Fundament männlicher Macht und weiblicher Ohnmacht.“

Heute, 40 Jahre später hat sich vieles verändert.
Trotzdem definieren sich Frauen immer noch über Männer. Die heutige Sexualität richtet sich oft nur noch nach Pornophantasien von Männern. Fast das komplette Leben wird um den Mann herum gestaltet u. drapiert.

Während sich vor 40 Jahren Frauen, erst zaghaft u. dann in großen Frauen-Bewegungen ihre sexuelle Freiheit erkämpften u. sogar mehr Befriedigung darin fanden den Koitus zu „verweigern“ u. ihren eigenen Körper u. die Lust entdeckten.

Was geschieht nun heute? Alles dreht sich wieder um den Mann, der ohne nicht kann. Die Triebtheorie als Freifahrtschein für Männer. Hat die eigene Partnerin keine Lust kauft Er sich eben eine Prostituierte. Die muss seinen Sex mitmachen, denn er bezahlt sie dafür.

Die Frauen von heute stehen, so wie damals, schon wieder unter Penetrationsdruck. Im Sinne von: Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt... oder such mir was Williges u. geh ins Bordell.

Heute wie damals mit dem gleichen Schwachsinn: Männer können nicht anders, ihre Triebe. DIE Entschuldigung für vergewaltigte u. geschlagene Ehepartnerinnen, DIE Erklärung für vergewaltigte Freundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen, Schülerinnen, Prostituierte, Töchter.

Der Mann, der sich selber - das machen nicht die Frauen - zum unberechenbaren Tier erklärt. Der Mann, der öffentlich Seinesgleichen unter Generalverdacht stellt mit der Aussage: Ohne Prostituierte werden wir alle frei herum laufende Frauen u. Mädchen vergewaltigen, weil wir Männer nicht anders können.

Der „kleine Unterschied“ , der Penis als Unterwerfungs Instrument u. Waffe? Haben Männer in den letzten 40 Jahren wirklich nichts dazu gelernt? Sehen sie sich selber wirklich als potentielle triebgesteuerte Sexualverbrecher?

Hier mal einen Blick in das Buch, was Frauen u. Männer bewegt hat:
http://www.aliceschwarzer.de/artikel/der-kleine-unterschied-264811

Auszug:
„Je genauer wir hinschauen, um so tiefer wird die Kluft zwischen den Geschlechtern. Nur wer es wagt, diese Kluft auszuloten, wird sie eines fernen Tages vielleicht auch überwinden. Nur wer Existierendes eingesteht, wird es auch verändern können. Langfristig haben dabei beide Geschlechter zu gewinnen, kurzfristig aber haben Frauen vor allem ihre Ketten und Männer ihre Privilegien zu verlieren.

Ein Mann, der im Privatleben scheitert, es aber im Beruf schafft, ist anerkannt. Eine Frau kann im Beruf noch so tüchtig sein, sie wird immer an ihrem Privatleben gemessen werden. So ist einer Simone de Beauvoir ein Leben lang die verweigerte Mutterschaft vorgeworfen worden. Wer käme darauf, Sartre nach der verpassten Vaterschaft zu fragen?

Eine Frau hat keine Existenzberechtigung als autonomes Wesen, sondern nur in Bezug auf den Mann. Ihre Definition ist die eines Geschlechtswesens.“


Wie erklärt sich die totale Sexualisierung u. Pornografisierung des Frauenkörpers in Deutschland? Wie erklärt sich der Run verheirateter/verpartneter Männer auf Bordelle?

Wo sind sie die Männer, die aufstehen u. laut sagen: So sind wir nicht!? Wo sind die Männer, die auf die Barrikaden gehen, wenn Frauen als Sexobjekte betrachtet, dargestellt, öffentlich angemacht werden? Wo sind die Männer die klar machen: Wer Frauen derart respektlos darstellt entwürdigt nicht nur Frauen, sondern auch Männer, denn wir sind keine sabbernden Triebtäter, die auf so was stehen. Wir alle sind Menschen, also hört auf damit!

Vielleicht hat sich ja bei einigen etwas verändert. Durch Selbsterkenntnis oder auch durch das Lesen vom „Kleinen Unterschied“. Alice fragt nach. Möchte hören, wie das Buch damals u. heute auf Frauen wie Männer wirkt, was es bewegt hat.
http://www.emma.de/artikel/der-kleine-unterschied-wird-40-330369

Zum Wochenende möchte ich an Florence Nightingale erinnern, die durch ihre Reform der Krankenpflege zum einen unzähligen Soldaten das Leben rettete u. außerdem den damals üblichen „Lebenszweck“ einer Frau durchbrach, indem sie sich der Krankenpflege verschrieb u. eine Heirat verweigerte. Eine bemerkenswerte Frau, lest selber:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/florence-nightingale

Auszug:
„Wegen ihrer erstaunlichen Leistungen als Reformerin des Sanitätswesens im Krim-Krieg wurde Florence Nightingale schon mit 36 Jahren zur Nationalheldin. Die »Lady of the Lamp« hatte die Sterblichkeitsrate der Soldaten in den Lazaretten durch ihren organisatorisch genialen Einsatz enorm reduziert und neue Maßstäbe in der Krankenpflege gesetzt.

Der übliche Lebenszweck einer englischen Dame der Oberschicht war es damals, standesgemäß zu heiraten und zu repräsentieren. Die junge Florence fand diese Aussicht tödlich und litt unter Depressionen. Mit 17 lehnte sie einen Heiratsantrag ab, kämpfte aber lange mit sich, bis sie sich schließlich mit 32 zur Krankenpflegerin ausbilden ließ.“


Viel Freude beim Lesen
u. liebe Sommergrüße
Violine

19.07.2015 um 11:01 Uhr

Bildung, Kleidung - Vorbilder, HeldInnen

Hallo Ihr Lieben!

Persönlich würde ich Schulkleidung vorziehen, wie in Hogwarts.
Denn was mal wieder hitzige Diskussionen ausgelöst hat sind halbnackte SchülerInnen die bei warmen Temperaturen Po- u. Bauchfrei über das Schulgelände spazieren.

Manche Schulen haben inzwischen Schuluniformen oder Schulkleidung eingeführt. Andere wollen die „Freiheiten“ der Kinder nicht einschränken u. Kleidervorschriften geben. Die Meinungen gehen da weit auseinander.

Eine Schulleiterin hat Eltern u. Kinder aufgefordert sich Gedanken zu machen um demokratisch eine gemeinsame Lösung zu finden für dieses Problem von halbnackten Kindern. Was überraschend heftige Diskussionen auslöste. Hier geht s zum Artikel:
http://www.emma.de/artikel/hotpants-verbot-pruederie-oder-wuerde-330321?page=4

Auszug:
„Schulleiterin Bianca Brissaud (Foto) erklärte in einem Elternbrief, dass halbentblößte Pobacken im Klassenraum nichts zu suchen hätten. Sie trat eine Lawine los. Ein Sturm der Entrüstung brach über sie herein. Jetzt debattieren Bild, taz und Netzfeministinnen: Welche Kleidung ist angemessen?

Schließlich geht es in der Debatte keineswegs „nur um bequeme Kleidung“ bei heißem Wetter, sondern um etwas sehr Grundsätzliches. Nämlich die Frage, ob man Mädchen in einer Gesellschaft, die die Entblößung des weiblichen Körpers in Werbung & Popkultur, in Pornografie & Prostitution zum Programm erhoben hat, mit diesem  Schlamassel allein lässt – oder ob man sie dabei unterstützt, sich das Problem a) klarzumachen und b) gegenzuhalten.


Wie Chantal Louis richtig schreibt im Artikel geht es nicht darum wie bequem Kleidung ist, sondern um das Frauenbild was dahinter steckt wenn Mädchen halbnackt zur Schule kommen.

Kinder haben Vorbilder in der Erwachsenenwelt. Und die heutigen Vorbilder in der Popkultur sind leider Frauen, die nur mit Tanga bekleidet über die Bühne stolzieren oder solch erniedrigende Darstellungen wie es Heidi Klums Mager-Models sind.

Frauen u. Mädchen werden zu sexuellen Objekten degradiert. Kleidung für Frauen u. Mädchen werden in den meisten Fällen einzig nach dem Maßstab hergestellt dem Mann zu gefallen. Viel Haut, der Prostitution u. Porno Szene nachempfunden.

Es geht überhaupt nicht mehr darum, ob sich eine Frau in Kleidung wohl fühlt oder es bequem ist. Bei Jil Sanders Kleidung geht es z.B. tatsächlich noch ums Wohlfühlen u. um Schlichtheit, nicht darum dem Mann zu gefallen.
http://store.jilsander.com/de/jil-sander/f%C3%BCr-sie/kleider

Das Argument im Sommer sei es angenehmer in Hotpants u. bauchfrei herum zu laufen ist Blödsinn. Zum einen sind die meisten Sachen viel zu eng geschnitten u. bei starker Hitze eher unangenehm einklemmend. Bekannt sollte auch sein: Je mehr Haut, je mehr wird der Körper aufgeheizt u. ausgetrocknet. Zum anderen sind lockere Stoffe, die um den Körper herum wehen können viel angenehmer u. kühlender.

Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Thema. Schule soll bilden, Wissen fürs Leben vermitteln. Die Schule ist kein Bordell, kein Straßenstrich u. auch keine Heidi-Modeschau, ebenso wenig ein Ort, um Jungen zu gefallen u. sich in Szene zu setzen nach den leider immer noch gängigen Rollenvorstellungen. 

In anderen Ländern, wie z.B. England gibt es Schulkleidung. Die soll vor allem ermöglichen dass auch Kinder die eher zur Unterschicht gehören nicht durch Kleidung, bzw. mangels modischer Kleidung ausgegrenzt u. benachteiligt werden. Weitere positive Punkte sind ein engerer Zusammenhalt, weniger Machtkämpfe oder Reibereien. Chancengleichheit eben.

Was die Kids dann in der Freizeit tragen sei ihnen u. ihren Eltern überlassen. Auch wenn einige meinen, alles sei erlaubt. In der heutigen Gesellschaft wird die Frau, das Mädchen nur noch sexualisiert dargestellt, entblößt u. nur auf sexuelle Reize reduziert. Das ist nicht normal! Auch wenn uns das gerne als normal verkauft wird. Blödsinn. Frauen/Mädchen sind Menschen u. keine Sex-Objekte.

Genau darüber muss gesprochen werden. Die Schule ist der richtige Ort um solche Grundsatzfragen zu klären. Lernorte eben.

Wo sind eigentlich die positiven Vorbilder? Wo sind die HeldInnen unserer Kinder?

Die frechen Astrid Lindgren Figuren sind z.B. solche Vorbilder. Doch hat sich das mit der Medienschwemme verschoben,  heute sind es eher SchauspielerInnen, SerienheldInnen oder Popstars, die zu Vorbildern gemacht werden, manchmal auch zu Idolen.

Bei einer repräsentativen Umfrage unter 16-60-Jährigen Deutschen des Allensbacher Instituts von 2012 stehen Mutter Teresa, Nelson Mandela, Helmut Schmidt u. Mahatma Ghandi auf den ersten vier Plätzen, gefolgt von Albert Schweitzer u. dem Dalai Lama.
http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_reportsndocs/PD_2013_01.pdf

Eine ganz andere Art von „Vorbilder von früher“ wird hier vorgestellt. Da geht‘ s um Wrestling-Stars u. Popstars auf Softporn Niveau:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/586151/Maedchen-Thema-Vorbilder-von-frueher

Jetzt wäre es wohl mal an der Zeit meine Heldinnen u. Vorbilder vorzustellen, hihi. :-) Die Liste zeigt nur die, die mir im Moment einfallen, es gibt noch mehr.
Pippi Langstrumpf, Margaret Thatcher, Miss Marple, Aung San Suu Kyi, Elke Heidenreich, Hermione Granger(Harry Potter), Lady Diana, Queen Elizabeth, Königin Margrethe II von Dänemark, Mutter Teresa, Xena, Ellen Ripley(Sigorney Weaver), Alice Schwarzer, Orlando(Tilda Swinton), Meryl Streep, Hella von Sinnen, Marianne Sägebrecht, Anne Will, Helen Keller(taubblinde Schriftstellerin), Captain Kathryn Janeway(Raumschiff Voyager), Heide Simonis, Ellen DeGeneres, Precious Ramotswe(Detektivin von Botswana) etc.

Und welche Vorbilder u. HeldInnen habt ihr in eurem Leben u. welche haben eure Kinder? Ist sicher mal interessant heraus zu finden. ;-)

In diesem Sinne wünsche ich euch
eine gute Woche u. liebe Grüße
Violine

07.03.2015 um 17:03 Uhr

Internationaler Frauentag

Hallo Ihr Lieben!

Ob wir diesen inzwischen 100jährigen ‚Frauentag für Gleichberechtigung‘ wohl nochmal 100 Jahre länger „feiern“ werden?

Heute ist der 8. März in vielen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Es gibt allerdings politisch aktive Frauen, die sich inzwischen gegen die Feier des Frauentags aussprechen, wie die EU-Kommissarin Viviane Reding: "Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen."

Das Berliner Info Büro des EU-Parlaments lädt zu einer bewegenden Film Vorführung ein unter dem Thema „Bildung von Mädchen und Frauen, mit Schwerpunkt Entwicklungsländer“. Dort wird der Film „Girl Rising“ gezeigt:
http://www.europarl.de/de/aktuell_presse/veranstaltungen/internationaler_frauentag.html

TERRE DES FEMMES hat eine neue Kampagne zum Frauentag initiiert unter dem Motto: „Schaust Du hin?“ Ziel der Kampagne:
- Stärkung der Zivilcourage
- Aufklärung zu Anzeichen Häuslicher Gewalt
- Sicherung der Unterstützung für Betroffene


Für die Kampagne hat Terre Des Femmes einen Kurzfilm erstellt. Hier geht es zum externen Link der Kampagne:
http://schaust-du-hin.de/

Auszug:
Jede 4. Frau in Deutschland ist oder war schon einmal betroffen von häuslicher Gewalt. Eine beängstigend hohe Zahl. Dagegen wollen wir, vielmehr müssen wir etwas tun! 

Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt an Frauen und Mädchen! Wir möchten in einer Gesellschaft leben, die gänzlich frei von Gewalt ist. Deswegen müssen wir alle dagegen etwas tun. Weil Gewalt gegen Frauen uns alle angeht. Weil wir nur gemeinschaftlich etwas ändern können. Weil wir die Augen nicht länger vor dieser Art der Menschenrechtsverletzung verschließen. Weil wir hinschauen, uns einmischen und so gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“


Schauen wir hin?!

In unserer eigentlich inzwischen sehr gut aufgeklärten Gesellschaft sollte jeder Mensch einen geschärften Blick u. Gehör haben, wenn es um Gewalt an Frauen u. Mädchen geht. Je nach Bundesland sind die zuständigen Polizeibehörden auch im regen Austausch mit Frauen- u. Mädchenberatungsstellen u. anderen Hilfseinrichtungen.

Macht euch schlau, wenn ihr‘ s noch nicht seid u. zeigt Zivilcourage, indem ihr - geht auch anonym - bei Verdacht entweder selber Hilfe anbietet, bei Frauenberatungsstellen, Polizei oder direkt bei Terre des Femmes anfragt, was ihr tun könnt.

Je offener wir darüber sprechen, je aufgeklärter wir sind umso eher erreichen wir das Ziel.

Wenn unsere Regierung jetzt noch Gewalt an Frauen u. Mädchen öffentlich ächten würde u. das nicht nur zwei, dreimal im Jahr, wären wir einen großen Schritt weiter.

Ich möchte nicht noch weitere 10, 20 oder 100 Jahre darauf warten müssen u. diesen Frauentag begehen, damit Frauen in unserer Gesellschaft gewaltlos leben können u. Gerechtigkeit erfahren.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine
bewegte Woche u. liebe Grüße
Violine

02.03.2015 um 10:55 Uhr

Katzenjammer u. Ommas Glück

Hallo Ihr Lieben!

Katzenjammer ist nicht etwa was ihr vielleicht denkt, sondern eine norwegische Frauenband. Und die hat‘ s in sich. In der neuen EMMA - die müsst(!) ihr lesen, echt - gibt es ein Interview.

Denn diese Musikerinnen fallen aus dem Rahmen der üblichen Frauenbands. Sie verkaufen Musik u. nicht Sex - wie leider viele andere Popstars - sind authentisch u. experimentierfreudig.

Alle aus diesem fröhlichen Quartett spielen mindestens 10 Instrumente, darunter Bass-Balalaika - auch mal mit hochschwangerem Bauch -  oder Tuba-Trompete.

Hier mal ein Vorgeschmack:
http://www.emma.de/artikel/ein-interview-mit-katzenjammer-318519

Wer gerne mal reinhören will, hier gibt‘ s einige Kostproben, auch von anderen neuen Tonträgerinnen, die so ganz anders daher kommen:
http://www.emma.de/artikel/die-neuen-tontraegerinnen-265822

Ansonsten möchte ich euch heute nur die neue EMMA ans Herz legen. Gibt‘ s am Kiosk oder noch besser per Abo. Dort gibt es die ganze Bandbreite zu lesen - was keine andere Zeitschrift so direkt wagt zu schreiben -  über das neue Prostitutionsgesetz; eine Umfrage u.  Forderung nach einem modernen, aufgeklärten Islam; die bedrohlichen Zustände in Asylantenheimen u. Auffanglagern für Frauen, frühe Fotografinnen u.v.m.

Außerdem das herzerfrischende Interview mit Katzenjammer. Chantal Louis erzählt von ‚Ommas Glück‘ in der Demenz-WG im Kohlenpott und und und....

Viel Spaß beim Lesen
u. euch eine frohe Woche
Violine


Nachgeschoben:
Zum neuen-alten Prostitutionsgesetz gibt es eine aktuelle Petition:
https://secure.avaaz.org/de/petition/An_die_Bundesregierung_Abolition_des_deutschen_Prostitutrionsgesetzes/?keIdSab

Nachgeschoben die Zweite:
Es gibt auch eine Petition zum Thema "Altern in Würde":
https://secure.avaaz.org/de/pflegeheim_sturm_der_nachstenliebe_loc/?bIUVldb&v=54414

23.02.2015 um 06:50 Uhr

Wer macht eigentlich unsere Kleidung?

Hallo Ihr Lieben!

Wir erinnern uns sicher alle.
Vor zwei Jahren gab es den Fabrikzusammensturz von Rana Plaza, in Bangladesch. 1130 Menschen starben, mehr als 1500 wurden schwer verletzt.

Ein Jahr zuvor brannte die pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises. Es starben 254 Menschen, 55 wurden verletzt. Im gleichen Jahr verloren beim Brand in der bangladeschischen Textilfabrik Tazreen Fashions 112 Menschen ihr Leben, 300 wurden schwer verletzt.

Die Fabrikbrände in Pakistan u. Bangladesch haben vielen ArbeiterInnen in der Textilindustrie das Leben gekostet. Die Überlebenden warten noch heute auf Entschädigunszahlungen der z.B. deutschen Textilhersteller Firmen.

Viele der euopäischen (deutschen) Textil-Unternehmen behaupten hinterher, dass sie ja nicht wissen konnten wo ihre Ware genau hergestellt werde u. wie verheerend die Zustände in den jeweiligen Fabriken waren. Das kommt einen denn doch reichlich naiv vor oder ist eine Lüge, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Dazu mal einen lesenswerten Artikel:
http://www.emma.de/artikel/fair-einkaufen-ist-moeglich-318471

Auszug:
Mercedes oder VW wissen auch, woher jede einzelne Schraube in ihren Wagen kommt, warum sollte das also bei Kleidung nicht möglich sein? Unternehmen müssen jetzt nacharbeiten und sich wirklich kundig machen, woher ihre Ware stammt. Die größten Lücken sind da noch bei den Spinnereien, den Webereien und beim Baumwollanbau. Viele kleine Unternehmen sind beim internationalen Verband für Naturtextilien (IVN) Mitglied, hier wird die gesamte Lieferkette zertifiziert.“

Große Firmen wissen eigentlich sehr wohl, woher ihre Produkte kommen. Es sei denn, es ist ihnen egal, weil sie in Billigländern produzieren lassen. Kaum vorzustellen.

Um diesen Kreislauf zu unterbrechen gibt es einige sehr vielversprechende Initiativen, die das Wohl der ArbeiterInnen im Auge haben u. dafür kämpfen diese zu unterstützen. Hier einige Tipps für euch:
http://www.femnet-ev.de/index.php/de/themen/oeko-faire-kleidung/siegeluebersicht

Auszug:
„Immer mehr KonsumentInnen wollen ökologisch und fair hergestellte Kleidung kaufen - bei der Herstellung sollen keine Pestizide benutzt werden und die ArbeiterInnen in den Produktionsländern wie Bangladesch arbeiten unter menschenwürdigen Bedingungen. Doch es ist gar nicht so einfach, sich in dem Dschungel von bunten Siegeln zurechtzufinden. Was steckt dahinter? Welchen ist zu trauen und mit welchen wird nur sogenanntes Greenwashing betrieben? Wir möchten Interessierten einige Tipps für den bewussten Einkauf geben.“

Die Idee schon bei den Mode-Studiengängen mit der Information u. Aufklärung zu beginnen finde ich großartig. Hier ein Projekt, was wirklich Schule machen sollte:
http://www.fairschnitt.org/index.php/37-fairschnitt/3-femnet-e-v

Auszug:
„Mit dem Projekt FairSchnitt setzen wir uns dafür ein, dass Themen wie Rechte von Näher_innen in Zulieferbetrieben, Sozial- und Umweltstandards in der Wertschöpfungskette oder Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, in den modebezogenen Studiengängen gelehrt werden. Dazu entwickeln wir Lehrmodule und bilden Multiplikator_innen aus, die von den Hochschulen angefragt werden können.“

Um noch mehr Menschen zu erreichen empfehle ich abschließend diese tolle Wanderausstellung. Ich könnte mir vorstellen dass Unis, Schulen, Bildungseinrichtungen, Bibliotheken usw. diese Wanderausstellung problemlos zu sich holen können.
http://www.saubere-kleidung.de/index.php/bangladesch/444-wanderausstellung-ich-mache-deine-kleidung-die-starken-frauen-aus-sued-ost-asien

Auszug:
„Kleidung hat unmittelbare Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Sie macht uns selbstbewusst. Attraktiv. Sie erzählt etwas über uns. Sie stiftet Identität. Wer aber setzt sich für uns an Webstuhl und Nähmaschine? Das wissen wir nicht. FEMNET will das ändern!

Der Bonner Frauenrechtsverein stellt neun Näherinnen aus Bangladesch und Kambodscha im Portrait vor. Sie sind selbstbewusst, mutig und setzen sich als Gewerkschafterinnen für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen ein.

50 Prozent Ihrer Spende gehen direkt an unseren Solidaritätsfonds, mit dem wir Gewerkschaften und Frauenorganisationen in Bangladesch und Indien unterstützen, die den Frauen unter anderem juristischen Beistand leisten.“


Wie wäre es? Fragt doch mal an in euren Bibliotheken oder bei der Frauenbeauftragten an. So eine Chance mit starken Bildern u. Infos den Frauenorganisationen direkt Unterstützung zukommen zu lassen bietet sich selten.

Nur Mut! :-)

Euch eine gute Woche
und liebe Grüße
Violine

16.01.2015 um 09:32 Uhr

Mann und Feminist

Hallo Ihr Lieben!

Können Männer Feministen sein?
Manche lehnen das kategorisch ab u. andere sagen dass es keine Gleichberechtigung der Geschlechter gibt ohne Männer. Das sehe ich natürlich ebenso.

Frauenrechte sind Menschenrechte. Der Feminismus kämpft für diese.

Die Störenfriedas haben die Frage mal ins Netz gestellt. Lest selber:
http://diestoerenfriedas.de/unsere-frage-der-woche/

Auszug:
„Feminismus – das ist doch ganz klar Frauensache, oder? Es gibt allerdings auch Männer, die sich als “feministisch orientiert” oder als “Feministen” bezeichnen. Können Männer Feministen sein? Können sie durch Engagement und persönliches Verhalten den Kampf um Gleichberechtigung unterstützen und vorantreiben – und was genau macht eigentlichen einen Feministen aus? Was sind die Gründe von Männern, sich selbst als Feministen zu sehen? Und wie erleben Frauen Männer, die sich feministisch engagieren? Brauchen wir die Männer in unserer Arbeit? Wir sind gespannt auf eure Antworten.“

Die Gleichstellung hat selbst einen spanischen Mönch im 17. Jahrhundert umgetrieben. Er gilt als Spaniens erster Feminist. Er nannte sein Essay im Jahre 1726  „Die Verteidigung der Frauen“.
http://www.zeit.de/2014/39/benediktiner-moench-spanien-feijoo/seite-3
(Spaniens erster Feminist)

Auszug:
„In einer Sache bleibt Feijóo allerdings kompromisslos: in seiner Verteidigung der Frauen gegen die jahrtausendealte Last der Vorurteile, die das weibliche Geschlecht in Beugehaft genommen haben. Da plädiert er in aller Konsequenz liebevoll-gütig für die Sache der Frauen und unduldsam-hart gegen das Regime der Männer. Unvorstellbar, was ein Mann, ein Mönch dazu, vor 288 Jahren in einer Klosterklause im erzreaktionären Spanien über das geschmähte Geschlecht zu fühlen, zu denken, zu schreiben imstande war! In den 160 Kapiteln der 24 Paragrafen seines Essays "Die Verteidigung der Frauen" fordert er im Jahr 1726 – man halte den Atem an! – die vollkommene Gleichheit und die vollkommene Gleichwertigkeit und die vollkommene Gleichstellung der Frau gegenüber dem Mann. Und das gelte "total", für Körper, Geist und Moral.

Erstaunlich das von einem römisch-katholischen Mönch zu hören. Es gab sie also immer mal wieder Aufgeklärte, die sehr wohl die Ungerechtigkeit erkannten u. wie sehr dieses ‚Regime der Männer‘ den Frauen schadete.

Heute klingt das ein wenig anders, wenn Männer über Feminismus schreiben:
http://feminismus101.de/feminismus-fur-kerle-von-einem-kerl/

Auszug:
„Dies wurde angeregt durch eine Unterhaltung mit einer feministischen Freundin von mir. Es ging darum, wie nervig es für Feminist*Innen ist, all die Fragen die Männer als feministische Verbündete unweigerlich haben, zu beantworten.
Sei bereit, dir einzugestehen, dass du nicht besonders oder clever bist weil du feministischen Ideen zustimmst. Im Großen und Ganzen sind diese ziemlich einfach, und wir als Männer überwinden gerade Jahre sozialer Programmierung um zu verstehen, was “Frauen sollten nicht aufgrund ihres Geschlechts misshandelt werden und aufgrund der massiven kulturellem Befangenheit passiert dies auch unabsichtlich” bedeutet.“


Der französische Filmemacher Patric Jean setzt sich auch sehr intensiv mit der scheinbaren Gleichberechtigung auseinander u. kommt zu dem vernichtenden Urteil, dass Frankreich durchdrungen ist von Sexismus u. Frauenfeindlichkeit:
http://www.emma.de/artikel/patric-jean-der-feminist-313065

Auszug:
„Seit drei Jahren hat der 45-jährige Filmemacher mit seiner Organisation „Zéromacho“ (Nullmacker) für die Freierbestrafung gekämpft. Und noch einige Jahre mehr für eine Gesellschaft, in der Männer und Frauen tatsächlich gleichberechtigt sind. 2007 hatte ein Kinofilm von Patric Jean in Frankreich Furore gemacht: „La Domination Masculine“. Untertitel: „Vous avez dit égalité?“ – „Haben Sie wirklich Gleichberechtigung gesagt?“ Die Dokumentation war eine Tour de Force durch Spielzeugläden und Werbespots, durch Nachtclubs und Chefetagen. Männer berichteten, warum sie sich per OP ihren Penis verlängern ließen; Mädchen erklärten, dass „les mamans“ nun mal für den Haushalt zuständig seien, während Papa die Zeitung liest.

Patric Jean entwarf das frappierende Tableau einer von Sexismus durchdrungenen Gesellschaft: Frankreich. Aber der Filmemacher beließ es nicht bei der Bestandsaufnahme. Er handelte. Er lancierte ein „Männer-Manifest“: „Wir finden Frauenfeindlichkeit und Sexismus ebenso verwerflich wie Rassismus oder Homophobie und wollen, dass das in den Medien keinen Raum hat.“


Viele Klischees halten sich immer noch, wie das: Feministinnen hassen Männer. Eine Lüge. Dabei wird außer Acht gelassen, dass Feministinnen zu allen Zeiten für Männer u. Frauen u. deren Gerechtigkeit kämpfen u. gekämpft haben.

Männer, die nur ihre „Männerkultur“, sprich ihren Pornokonsum, ihr Freiersein, ihren Sexismus u. ihre Frauenverachtung schützen u. verteidigen haben kein Interesse daran für die Gleichwertigkeit zu kämpfen. Es geht ihnen nur um den Erhalt ihrer Machtposition u. ihrer Vorteile. Auf Kosten der Menschenrechte von Frauen.

Dabei übersehen diese Männer, dass sie Feminismus brauchen. Denn nur durch die Gleichstellung wird auch der gesellschaftliche (u. anerzogene) Druck u. die Erwartungen genommen einem Rollenklischee entsprechen zu müssen (der Alleinverdiener, der Alleinverantwortliche, der Ernährer, der Starke, der nie Schwäche zeigen u. keine Fehler machen darf usw.)

Bei den sogenannten „Familiendramen“ wenn Männer erst ihre Kinder, die Partnerin u. dann sich selber umbringen herrschen immer die alten Rollenmuster. Er will seine vermeintliche „Ehre“ nicht verlieren, weil er als Alleinverdiener den Job verloren, Schulden gemacht hat oder die Partnerin aus diesem Rollenbild aussteigen will u. er meint, damit nicht zurecht zu kommen.

Feminismus bricht diese Muster auf u. verteilt alles gleichmäßig, so dass keine/r unter der Verantwortung zusammen bricht. Wenn die Politik Sorge dafür trägt, dass Frauen u. Männer auch gleich viel verdienen u. die gleichen Rechte haben.

Feminismus bedeutet für Menschenrechte u. Gerechtigkeit einstehen.

Wir haben viel erreicht in den letzten Jahrzehnten, aber sind noch lange nicht am Ziel angekommen. Männer werdet Feministen, es lohnt sich! :-)

In einer Aktion, die schon vor längerer Zeit angelaufen ist, outen sich Männer u. Frauen als FeministInnen mit den unterschiedlichsten Argumenten.
http://werbrauchtfeminismus.de/

Auszug:
„Wer braucht Feminismus?” Wir denken: jeder Mensch. Ziel unser Kampagne ist, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit uns zu teilen.“

Feminismus bedeutet Mut u. Stärke. Denn wir werden tagtäglich angefeindet, wenn wir uns für Menschen stark machen u. gleiche Rechte für alle fordern.

Zum Wochenende hab ich wieder einen aufschlussreichen Text von Luise F. Pusch entdeckt über Meinungsfreiheit:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/ueber-meinungsfreiheit-free-speech-und-liberte-dexpression/

Auszug:
„In Boston höre und lese ich pausenlos von „freedom of expression“ und „free speech“. Wie kommt es, frage ich mich, dass nur die Deutschen von „Meinungsfreiheit“ reden, wo alle anderen die freie Äußerung/Expression, den freien Ausdruck (der Meinung), die freie Rede betonen.

Hat es vielleicht mit deutscher Obrigkeitshörigkeit und deutschem Duckmäusertum zu tun? Eine bestimmte, auch abweichende Meinung zu haben, ist schließlich kein Problem. Erst wenn wir abweichende Meinungen äußern, kann es brenzlig werden.

Meinungsfreiheit - geschenkt. Wir alle können die geächtetsten oder gesellschaftschädlichsten Meinungen hegen, so lange wir sie nicht ausagieren, ist alles in Ordnung. Da gehen also die Deutschen massenhaft auf die Straße für ein Recht, das eigentlich keines ist? Das Recht, eine eigene Meinung zu haben, ist wie das Recht, zu atmen.“

Ich wünsche euch ein ruhiges Wochenende
u. liebe Grüße
Violine

04.01.2015 um 14:58 Uhr

Glücklich älter werden als Frau

Hallo Ihr Lieben!

Verjüngung - das wird allerorten verkündet wenn Frauen älter werden. Während Männer mit weißem Bart u. Falten als weise u. würdevoll wahrgenommen werden, wird alternden Frauen gesagt wie sie forever young bleiben können um ihre Schönheit zu erhalten.

In der aktuellen Print-EMMA geht es diesmal ums älter werden. Wer die neue EMMA noch nicht hat, sollte sie sich schleunigst besorgen, es lohnt sich. :-)

Wenn Frauen altern ist es ein Makel. Deswegen gibt es auch unzählige Ratschläge um das Altern zu verhindern - für Frauen - aber nicht etwa Tipps um damit glücklich zu leben.

Die Literaturwissenschaftlerin Hannelore Schlaffer (75) schreibt in einer der EMMA Artikel:
„Die männliche Garderobe hängt bis zum heutigen Tage vom Stand ab, die weibliche Garderobe von der erotischen Attraktivität u. damit vom Alter. Ein 70jähriger Aufsichtsrat trägt den gleichen Anzug den er mit 40 trug. Frauen hingegen unterliegen, wenn sie älter werden, einer regelrechten Beschneidung: Alles was reizvoll sein könnte wird gekappt. Das Haar u. die Absätze kürzer, der Ausschnitt kleiner u. die Beine bedeckt. Der Ausweis ihres Alters bleibt das Gesicht, die Büste, die Haut. Das alles hat frisch u. jugendlich zu sein(...)“

Wie erlebt ihr das älter werden als Frauen, bei euch selber u. in eurem Umfeld? Habt ihr Angst davor oder könnt ihr ganz entspannt den Falten entgegen lächeln? ;-)

Mir persönlich macht das Älterwerden kaum Sorgen, solange mein Geist, mein Denken erhalten bleibt u. ich einen Ort finde, an dem ich frohgemut auch den anstehenden Gebrechen entgegen sehen kann.

Zum Altwerden gehört auch das Alleinsein wie die Verlangsamung dazu. Wenn der Körper nicht mehr so will, wie wir es gerne hätten. Falten zeichnen Landschaften ins Gesicht. Das zurückliegende Leben hinterlässt Spuren. Ich mag zerknitterte Gesichter, die was zu erzählen haben u. ganz besonders weise alte Frauen. :-)

Wandelnde Geschichtsbücher, das sind alte Menschen.
Lasst euch das bloß nicht entgehen! ;-)

Die Tage hab ich einen Artikel in der Süddeutschen entdeckt der ganz gut zum Thema passt:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/590644/Wer-bist-du-Oma

Auszug:
„Unsere Autorin hat gemerkt, dass sie über ihre Oma nicht viel mehr weiß, als dass sie jeden Tag kniffelt und gerne Süßigkeiten verteilt. Dabei müssten Großeltern doch eigentlich lebendige Geschichtsbücher sein. Warum fragen wir sie nie?“

Es nützt ja nichts wenn wir so tun als wenn es das Älterwerden nicht gäbe. Viel mehr bringt es, sich schon recht früh mit alten Menschen auseinander zu setzen, ihnen zuzuhören, sie ernst zu nehmen u. zu lernen. Unsere Geschichte zeigt uns, was passiert, wenn wir die eigene Frauen-Geschichte auslöschen: Wir fangen immer wieder bei Null an.

Bisher ähnelt dieses Ignorieren fast schon einer Altersdiskriminierung. Wer alt wird sieht alt aus in unserer Gesellschaft u. das im wahrsten Sinne des Wortes. Wie wir mit alten Menschen u. besonders mit Frauen u. Kindern umgehen, zeigt immer auch wie zivilisiert eine Gesellschaft wirklich ist.

Außerdem lernen wir dabei auch mit unseren eigenen Ängsten besser umzugehen.

Für die neue Woche kann ich euch deshalb wärmstens die neue EMMA empfehlen:
http://www.emma.de/ausgabe/ausgabe-januarfebruar-2015-318167

Liebe Grüße
Violine