So spielt (mir) das Leben...

09.11.2014 um 17:48 Uhr

Mit welchem Recht?!? - Dressurkinder

Stimmung: Traurig, Wütend, Ängstlich

Mit welchem Recht habt ihr das getan?

Mit welchem Recht mich zu diesem Menschen gemacht?

Mit welchem Recht mich dazu erzogen, Angst zu haben?

Mit welchem Recht überzeugt, zu dumm zu sein?

Immer wieder packt mich die Angst. Denn ich lebe in der Gewissheit, zu versagen. Ich kann gar nicht gut genug sein, nicht zu versagen. 

Immer wieder schaffe ich es nicht. Denn Angst kostet Kraft, kämpfen kostet Kraft, "falsch sein" kostet Kraft.

Ich bin der einzige, der mich lehren kann, dass ich gut genug bin. Etwas das mir weggezüchtet wurde. Mit Erfolg wurde ich darauf dressiert, immer falsch, nicht gut genug zu sein. Ich bin WÜTEND! Warum muss ich leiden für euch?? Es interessiert euch nicht einmal mehr, denn lange schon lebe ich nicht mehr unter euch. Mich verfolgt eure Dressur trotzdem. Und ich darf sehen, wie ich damit klar komme. Wie ich den Alltag durch stehe. Wie ich den Kampf täglich führe. Das, was ir mir eingeimpft habt, kann mir keiner mehr nehmen außer mir selbst mit Hilfe von ganz oben. Es ist unendlich, unsagbar schwer. Niemand kann das begreifen, der nicht auch ein Dressurkind ist. Dressur ist nicht immer "nur Zucht und Ordnung, kein Pardon". Dressur ist auch unsinnige Ansprüche zu stellen, immer wieder. Dressur sind auch IMPLIZITE, unausgesprochene Gesetze, Verbote, Gebote. Diese haben jedoch eine Besonderheit: Würde man versuchen, sich dagegen zu wehren, würde die Existenz dieser Gebote/Verbote abgestritten. Man hat keine Berechtigung, sich zu ärgern, zu echauffieren, zu trotzen, sich zu WEHREN. Keinen Grund, dich zu wehren!!

Missbrauch ist auch nicht nur geschlagen, getreten werden. Missbrauch ist auch, als Seelentröster oder Ersatz herhalten zu müssen. Und als Kind kann man sich gegen Missbrauch nicht wehren. Man besitzt weder die kognitive, diplomatische noch emotionale Kompetenz dafür. Man weiß noch nicht, dass das, was andere tun, zu viel verlangt ist. Man ist doch angewiesen auf die Liebe, Zuneigung und vor allem die Sicherheit und den Rückhalt der Anderen. Wie soll man da jemals ein Wort sagen?

Als Erwachsener kann ich es immer noch nicht. Und ich darf mich auch nicht Missbrauchsopfer nennen, denn mich hat ja keiner angefasst. Mich hat auch keiner auf gemeinste Art ausgenutzt oder beleidigt.

Aber: Ich darf leiden. Und endlos kämpfen. Ohne, dass mich eigene Schuld treffen würde. Dafür aber mit kräftig Gegenwind von zahlreichen, alles Andere als unwichtigen Seiten.

 

Mit welchem Recht habt ihr das getan?? 

01.07.2012 um 16:13 Uhr

Ich will (noch) keine eGK, weil...

Hallo!

 

Ja, auch ich bin ein Gegner der eGK (elektronische Gesundheitskarte). Also, grundsätzlich finde ich die Idee gut. Aber zum aktuellen Stand will ich sie nicht haben. Der einzige Mehrwert, den sie momentan hat, ist, dass durch ein angebrachtes Passbild optische Verwechslungen (eher) ausgeschlossen sind. Die angebliche bessere Kommunikation, die ich ne feine Sache finde, ist noch gar nicht umsetzbar. Und dafür, dass ich eigentlich keinen Mehrwert habe, möchte ich keine Daten kreuz und quer durch Deutschland schicken und ein Foto bei einem externen Dienstleister (ja!!) speichern lassen. Und abgesehen davon ist das Thema Datenschutz und Datensicherheit bei der eGK für meinen Geschmack auch noch zu sehr umstritten. Ach ja, und gesetzlich verpflichtet ist nur die Krankenkasse, nicht ich :)

Aber meine Krankenkasse ist ja vom Gesetzgeber dazu gezwungen, das Ding durchzuziehen. Also schickt sie mir freudig Briefe mit der Bitte um Foto. Ich bin ja geneigt, die Post einfach zu ignorieren, aber irgendwie nervts ja auch. Also hab ich mal ne Mail geschrieben:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einiger Zeit erhalte ich Briefe von Ihnen mit der Bitte um ein Lichtbild für die elektronische Gesundheitskarte.
Ich lehne die eGK zum aktuellen Stand ab. Da ich bei der aktuellen Verwendung der eGK keinen weiteren Vorteil als das angebrachte Lichtbild sehe, weigere ich mich, Lichtbild und Versicherungsdaten per Post quer durch Deutschland zu schicken.
Ich verweigere hiermit die Zusendung eines Lichtbildes für die eGK.

In Ihrem letzten Brief wiesen Sie mich auf §§60 ff SGB I hin.
Der Mitwirkung, die in diesem Pragraphen vorgesehen ist, bin ich nachgekommen; die für Sie notwendigen Versichertendaten und Belege habe ich Ihnen stets zukommen lassen. Das Lichtbild ist nicht für Ihre Versichertenverwaltung nötig sondern lediglich zur Erstellung der eGK.

Bitte beachten Sie außerdem, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keine gesetzliche Grundlage gibt, die Versicherte persönlich dazu verpflichtet, die eGK zu benutzen oder zu beantragen.

Vielen Dank,
Sunny S.
Versichertennr. XXXXXX

 

Für den Arztbesuch tut's auch die alte Karte, so lange die noch gültig ist - wenn nicht mehr, dann tut's eine DINA4-Versichertenbescheinigung der Krankenkasse.
Und für alle die noch weiter gehn wollen: Den Rechtsweg gibt's auch noch: http://www.patientinformiertsich.de/aktionen/details.php?msgid=302

19.03.2012 um 01:38 Uhr

Miss you

von: FreakySun   Stichwörter: Herzschmerz, Liebeskummer, Einsamkeit

Stimmung: schlaflos
Musik: Celine Dion - All by myself

Das große Bett
viel zu groß für mich
doch muss ich versuchen, es allein zu füllen
muss versuchen, die Liebe, die einst hier wohnte, zu ersetzen
viel zu leer

Ein kleines Tränchen
es kullert und glitzert
es glitzert nur für dich.
Oft kommt es zu Besuch
inzwischen könnt' ich ein Blümchen damit gießen
Mit diesen kleinen Tränchen

Es sind Tränen voller Hoffnung, voller Liebe
und auch voller Schmerz
doch müssen Sie sein
und ihren Zweck als Ventil erfüllen
für mich

Ich denk an dich
und liebe dich
vergiss das nicht wenn du einsam bist
Wir werden uns wiedersehn
Wie Phoenix aus der Asche
auferstehn

06.02.2012 um 11:30 Uhr

Halbgott in Weiß

von: FreakySun   Stichwörter: Erschöpfung, Arzt, Behandlungsfehler

Ich bin müde. Und erschöpft. Warum nur? Ich weiß es nicht, aber ich habe eine ernsthafte Vermutung.

Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und muss darum ein Medikament einnehmen. Bei diesem Medikament gibt es keine Patentlösung, wie viel man verschreiben sollte - es gibt einen großen Bereich, in dem man sich bewegen kann - für Genaueres kommt es darauf an, wie sich der Patient fühlt und ob die Beschwerden noch vorhanden sind.

So eiere ich nun schon eine ganze Weile damit herum, immer wieder beim Arzt, Dosis erhöhen, Bluttest etc. dann wiederne Weile warten, neuer Arzttermin, und das ganze wird wiederholt. Denn einfach plötzlich die Dosis ganz hochdrehen - das darf man auch nicht.

Nun hatte ich endlich eine Dosis, bei der ich mich wieder normal gefühlt habe. Nicht ständig erschöpft... Und auch meine Blutwerte waren im (relativ großen) Normbereich. Als mündiger Patient, der sich ja schließlich über die Krankheit informiert hat, denke ich: Mein Medikament dürfte richtig eingestellt sein.

Arzttermin, ich schildere dem Arzt dass die Beschwerden (außer eine, die aber auch woanders herrühren kann) sich gebessert haben bzw. weg sind. Blut abnehmen etc. und dann darf ich heim. Ich rechne damit, dass im nächsten Arztbericht steht: "Patientin fühlt sich wohlt, weiterhin Dosis 125 Mikrogramm Thyroxin".

Pustekuchen.

Der Arzt hat mich auf 150 Mikrogramm hochgestuft. OK, dachte ich mir.
Hab dann halt angefangen die zu nehmen. Irgendwann, paar Wochen später, ist mir aufgefallen, dass ich oft nervös bin, kaum einschlafen kann (im Gegenteil, trotz Müdigkeit noch rumspringe wie ein Flummi) und unruhig schlafe. Bin dann morgends oft todmüde gewesen, kam kaum hoch. Hab mich sogar paar mal krankgemeldet.
Also hab ich n Arzttermin gemacht, da Unruhe und Schlafstörungen auch eine Nebenwirkung bei Überdosierung sein können.

Der Arzt hat mich kaum zu Wort kommen lassen, mich dann noch beleidigt und bevormundet, und meinte dann, das könne eigentlich nicht sein, wenn, dann wäre es ja gleich aufgetreten, spätestens ein paar Tage nach der ersten Einnahme.
Fakt ist, ich bin mir nicht sicher - vielleicht sind die Beschwerden schon vorher aufgetreten und mir nicht aufgefallen - ich hab nicht so drauf geachtet. Man muss dazu wissen, ich bin allgemein sowieso ein "Flummi", und schlechten Schlaf kann man ja bis zu einem gewissen Pensum auch noch kompensieren. Vielleicht habe ich es also einfach vorher nicht bemerkt.

Naja, jedenfalls darf ich jetzt, anstatt dass der Arzt sofort handelt und mich erlöst, erst mal den Bluttest abwarten und dass der Arzt sich genehmt mich zu kontaktieren. Und hoffen, dass er mir ne geringere Dosis erlaubt. Und dann mal schaun obs besser wird. Heute bin ich nämlich schon wieder total schwach, erschöpft und müde gewesen und es darum nicht zur Arbeit geschafft. Ich hab das Gefühl gehabt, der Schlaf hat mich überhaupt nicht erholt, sondern auch noch Ressourcen benötigt. Kennt ihr das Gefühl? Mann, das ist echt nicht schön. Ich will endlich wieder anständig schlafen können, und dieser Scharlatan von Arzt lässt das einfach mal eben ruhig angehen.... Und ich muss dann mit der Erschöpfung und dem resultierenden psychischen Stress leben.... Argh.

28.01.2012 um 17:26 Uhr

Depressionen, Soziale Phobie, Autismus, Asperger-Syndrom, AD(H)S oder einfach nur zu dumm?

Stimmung: verwirrt, traurig
Musik: Glee Cast - Blackbird

Gestern hatte ich einen Termin bei meiner Therapeutin. War irgendwie voll für'n Allerwertesten...  Ich musste zu Hause erstmal heulen, weil ich scheinbar vorerst nicht geheilt werden kann. Sie sagte ich hätte soziale Phobie und das müsste in einer anderen Therapieform behandelt werden, und das ginge jetzt nicht (vielen Dank an die deutschen Krankenkassen an dieser Stelle)...

Und jetzt bin ich verwirrt. Soll es das wirklich gewesen sein? Wer ich jetzt erst mal so weiter eiern müssen mit meiner Krankheit? Mit meinen Fehltagen im Geschäft?

NEIN! (hoffe ich). Wenn ihr mich fragt: ich kann nicht ganz glauben, dass mein großes Problem die soziale Phobie sein soll. Ja, ich habe soziale Ängste.... Aber ist das wirklich eine soziale Phobie?

Mit sozialer Phobie sollte ich in kleineren Personenkreisen Angst haben, mich falsch zu verhalten. Weil ich denke, dass ich nicht gut genug bin und das dann auffällt. Oder so? Ich meine, das so verstanden zu haben auf Wikipedia etc.

Aber so ist es nicht! So einfach ist es nicht!

 

Mein Teilproblem 1: Ich gehe nicht oft raus und mag es auch gar nicht so sehr. Könnte man als soziale Angst missverstehen, ist aber anders:
Menschenmassen strengen mich an, saugen mich regelrecht aus. Wenn ich z.B. abends auf einen Weihnachtsmarkt gehe, halte ich das 30 Minuten(!!!) aus, dann geht nix mehr. Ich muss schnellstens raus, sonst werd ich vor Erschöpfung und Überreizung richtig zickig
Das heißt aber keinefalls, dass ich das generell nicht mag; ich finde Weihnachtsmärkte total toll. Und auch die Menschenmassen an sich machen mir keine Angst. Ich weiß halt nur, dass es mir nach 30 Minuten zu viel wird. Wenn ich dann so überreizt bin, macht mir auch alles Angst. Aber generell vor den Menschen hab ich keine Angst.
Darum geh ich selten raus - es ist einfach so anstrengend... Ich werde total schnell müde oder überreizt... Auch beim Shoppen hab ich das Problem...
Ach ja, und Samstags bei real ist's ganz besonders schlimm: da beginnt es mir allerspätestens nach 15 Sekunden, zu viel zu werden.
Es gibt da so ein Konstrukt "Hochsensible Personen" - das ist wissenschaftlich noch nicht wirklich erforscht, auch keine offizielle Krankheit oder so - aber in den Beschreibungen zu dem Thema finde ich mich total wieder.

Mein Teilproblem 2: Ich habe Angst, mich auf Arbeit falsch zu verhalten. Das passt schon eher zur Symptomatik bei sozialer Phobie, aber ich habe trotzdem meine Bedenken:
Bei sozialer Phobie hat man (laut Wikipedia) das Gefühl, nicht gut genug zu sein, und Angst, dass das auffallen könnte, indem man sich blöd verhält. Bei mir liegt die Sache anders: Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich meine Arbeit ganz gut mache. Ich bin natürlich nicht perfekt, aber ich bin sehr sorgfältig und tu mein Bestes. Mehr kann man nicht machen, also bin ich dahingehend sehr zufrieden mit mir. Auch mein soziales Verhalten finde ich persönlich eigentlich normal - nur andere eben manchmal nicht. Und das macht mir Sorgen. Ich habe schon oft erlebt, dass ich als weiß Gott wie unhöflich oder unkonzentriert galt - dabei wusste ich einfach nicht, dass ein bestimmtes Verhalten von mir erwartet wird. Ich fand mein Verhalten normal und empfinde es auch heute noch so - nur eben mit dem Wissen, dass ich es zukünftig anders machen muss, weil das so erwartet wird. Aber somit habe ich eben immer das Gefühl, ich könnte wieder in solch ein Fettnäpfchen (das ist noch sehr milde ausgedrückt) treten, ohne es zu beabsichtigen. Oder als unzuverlässig gelten, obwohl ich doch alles nach bestem Wissen und Gewissen mache. Es tut sehr weh, wenn man sein Bestes gibt, aber alle Welt sinngemäß denkt, man hat ihnen nur Dreck vor die Füße geworfen.
Eigentlich will ich nur sein dürfen wie ich bin. Ich bin zufrieden mit mir. Ich kümmere mich um meine Freunde, ich versuche ehrlich zu sein, ich versuche, meine Arbeit gut zu machen, ich versuche, mir selbst treu zu bleiben.... Ich bin zufrieden mit mir, egal was andere denken. Aber wenn alle Welt (nicht nur einzelne blöde Leute) meint, du verhältst dich falsch, bist nicht gut genug - dann ist das so, als würde man deine dir eigene Identität nicht gelten lassen wollen, auslöschen wollen. Ich will eigentlich nur ich selbst sein. Aber offensichtlich ist das "ich selbst sein" für mich nicht angebracht in dieser Welt.

 

Und nun, was mach ich nun? Kann mir mit dem Problem eigentlich überhaupt jemand helfen? Werde ich nun immer in die Ecke "soziale Phobie" oder "Paranoid" eingeordnet werden?

 

Ich will euch doch nix Böses. Ich will nur ich selbst sein. Aber dafür ist in dieser Welt wohl kein Platz. Manchmal wünschte ich, ich wär Autist oder so. Dann könnte ich meine Andersartigkeit wenigstens "offiziell" begründen. Aber auch da passen meine Probleme nicht dazu.