GEDANKENFLUG

31.03.2010 um 19:25 Uhr

Sehnsucht...

gefrorene Kristalle
geliebter Erinnerungen
nisten in meinen Augenhöhlen.
spiegeln mir dein entferntes Gesicht
als einen Schatten auf mein Herz.
 May Ayim

31.03.2010 um 10:41 Uhr

Manchmal...

brauche ich diesen Mantel aus Verärgerung... er verhüllt den Schmerz...

31.03.2010 um 08:33 Uhr

Tage...

wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein....
Rainer Maria Rilke

23.03.2010 um 13:09 Uhr

Der Lenz ist da...

endlich!...strahlend blauer Himmel, satte 18 Grad, laues Lüftchen...die Hormone galoppieren...wünsche Euch einen schönen Frühling...und ein Gedicht bring ich auch noch mit ;-)

 

Frühlingsahnen

Wohlig merken unsre Sinne
Nun den Frühling allgemach,
Denn es trauft aus jeder Rinne,
Und es tropft von jedem Dach.

Leise regt sich im Theater
Dieser Welt ein Liebeston;
Nächtens schreien viele Kater,
Und der Hase rammelt schon.

So auch uns ergreift die Glieder
Wundersame Lebenskraft;
Selbst solide Seifensieder
Fühlen ihren Knospensaft.

Treibet das Geschäft der Paarung!
Lasset der Natur den Lauf!
Denn ihr wisset aus Erfahrung,
Einmal hört es leider auf.
 

Ludwig Thoma (1867-1921)

17.03.2010 um 13:53 Uhr

Moral

Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral, 48 Prozent aus Hemmung und 50 Prozent Neid.

 

 Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

Helmut Qualtinger

 

 Die Moralisten...überall in der Gesellschaft legen sie ihre moralischen Minen ... kratzen sich dort, wo es andere juckt... Moral? Doppelmoral trifft es wohl eher...und Scheinheiligkeit hat mich schon immer angewidert...

11.03.2010 um 11:46 Uhr

Meine Freundin

Ja, das  ist sie ;-)

eine Meisterin  der Abschweifung und Ausschweifung...und eine Zerreißprobe für meine Nerven...ich rufe sie an, weil ich das Ergebnis ihres Arztbesuches, am Nachmittag, wissen möchte...

ja, ich stand dann mal um 7 Uhr auf, klingelte schon das Telefon,  eine Kundin (sie ist Änderungsschneiderin) war dran...bitte, ich wollte eigentlich wissen wie...rufen die jetzt schon um 7 Uhr an...dein Arztbesuch?... fragt die mich ob ihre Hose schon fertig ist, sie hat sie mir am Abend vorher erst gebracht...bitte, kannst du vielleicht mal zur Sache...denken die, ich sitze nachts an der Nähmaschine, klar, wieso erlaube ich mir, nachts zu schlafen...dein Arztbesuch?...stell dir vor, was die Freundin von Carsten sich geleistet hat...bitte, ich wollte das Ergebnis deines Arztbesuches...und mein Sohn will mit DER zusammenziehen...bitte, eigentlich wollte ich wissen...

keine Chance...ich weiß jetzt was die Freundin ihres Sohnes sich geleistet hat, ihre Kunden alles angestellt haben, dass  sie jetzt die Ratte ihres Sohnes ganz zu sich genommen hat, weil er  keine Zeit mehr hat sich um das Tier zu kümmern,  dass ihr Mann ihr nicht im Haushalt hilft, obwohl er Zeit dazu hätte, der Nachbar ein Stinkstiefel ist...das was ich wissen wollte, weiß ich immer noch nicht...wird wohl noch einige Telefonate erfordern...so ist sie, auch wenn sie anruft und mich etwas  SEHR WICHTIGES fragen will...sie redet und redet und am Ende des Telefonats sagt sie: „Ach, jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, weshalb ich eigentlich angerufen habe, ich wollte dich etwas wichtiges fragen“...

Ja, so ist sie ;-)

09.03.2010 um 17:07 Uhr

Angst...

Ein Patient sagte zu seinem Arzt: „Angst beherrscht mein Leben, und die Angst hat mir alle Freude genommen.“

 „Hier in meiner Praxis lebt eine Maus, die an meinen Büchern knabbert“, entgegnete der Arzt. „Mach ich zuviel Aufhebens von der Maus, wird sie sich vor mir verstecken, und ich werde nichts anderes mehr tun, als sie zu jagen.

Statt dessen habe ich meine wertvollsten Bücher an einen sicheren Platz gestellt und erlaube ihr, an den anderen zu knabbern.

So bleibt sie eine einfache Maus und wird nicht zu einem Monster. Richten Sie Ihre Angst auf einige wenige Dinge, dann bleibt Ihnen Mut für das, was wichtig ist.“

Paulo Coelho

Aus: Unterwegs/Der Wanderer

Gesammelte Geschichten

09.03.2010 um 15:08 Uhr

Die Zärtlichkeiten...

Ich liebe jene ersten bangen Zärtlichkeiten,
die halb noch Frage sind und halb schon Anvertrauen
weil hinter ihnen schon die andren Stunden schreiten,
die sich wie Pfeiler wuchtend in das Leben baun.

Ein Duft sind sie; des Blutes flüchtigste Berührung,
ein rascher Blick, ein Lächeln, eine leise Hand -
sie knistern schon wie rote Funken der Verführung
und stürzen Feuergarben in der Nächte Brand.

Und sind doch seltsam süß, weil sie im Spiel gegeben
noch sanft und absichtslos und leise nur verwirrt,
wie Bäume, die dem Frühlingswind entgegenbeben,
der sie in seiner harten Faust zerbrechen wird.


Stefan Zweig