Times of Life

26.12.2005 um 11:29 Uhr

das Fest der Liebe Teil 2

von: Galahad

Musik: Saxon - Dogs of War

Nein, keine Angst – heute wird es nicht so gefühlsduselig und sentimental wie gestern. Das kommt ab und zu halt mal über mich.

Aber das hier ist zum Lachen:

Eben war meine Nachbarin bei uns. Zuerst ein missbilligender Blick (Chris und ich saßen mehr oder weniger angezogen - *grins* natürlich angezogen genug, um die Tür aufzumachen! - noch am Frühstückstisch, wir sind allein im Moment, Bernd ist mit Jana und Timmy weg), dann teilte sie uns mit deutlichem Vorwurf in der Stimme mit, dass Rufus ihre Hündin geschwängert hat.

 

Oh Mann, ich muss schon wieder grinsen, und Chris hängt auch immer noch in den Seilen vor Lachen.

 

Frau Nachbarin ist sich absolut sicher, dass Rufus der Schuldige ist. Erstens kommt Diana (das ist ihre Hündin) frei nur in ihren Garten, sonst ist sie immer angeleint. Und zweitens hat sie (Nachbarin) die zwei in flagranti im Geräteschuppen erwischt. Oh, oh… *grins*… Alter, da hat’s aber pressiert, was?

 

Da die Hündin von nebenan auch eine nette Promenadenmischung ist, an der bestimmt vier unterschiedliche Sorten beteiligt sind, versuche ich mir vorzustellen, wie dieser Nachwuchs aussehen wird. Bestimmt verdammt niedlich…

 

So, mein vierbeiniger Freund, ich denke, wir werden doch mal ein ernstes Gespräch führen müssen… über Bienchen und Blümchen… und Familienplanung… ich fall hier gleich vom Stuhl J

 

Noch eine Bemerkung für Zingana: hey, kannst du hexen? "Eine Hand voll Schnee" hast du uns gewünscht, genau die haben wir hier heute. Sieht aus wie Puderzucker, wunderschön. Da können wir nachher noch eine schönen langen Spaziergang mit unserem vierbeinigen Casanova hier machen.

 

Ach, aber doch noch etwas anderes:

 

Wir werden jetzt doch schon übermorgen in die Staaten zurückfliegen. Eigentlich wollten wir ja über Silvester hier bleiben, aber Chris will den Besuch bei seiner Mutter vor den restlichen Konzerten machen, damit wir anschließend richtig Urlaub haben. Ich will überhaupt keinen Besuch bei seiner Mutter, aber er hat so lange an mir rumgebettelt, bis ich eingewilligt habe. Was soll ich denn als Argument dagegen bringen - außer, dass mir bei dem Gedanken ganz anders wird? Da dachte ich immer, zumindest solche Klippen wie Antrittsbesuch und Schwiegermutter hätte ich für alle Zeiten umschifft - und jetzt das! Chris sagt "Danny, sie ist wirklich cool, du wirst sie mögen", und das kann ja auch so sein, aber was nutzt das, wenn sie mich nicht mag? Warum muss ich da mit hin? Ich hab ihn gefragt, ob er in der Vergangenheit seine Freunde auch zu seiner Mama mitgeschleift hat - nein, noch nie, ich bin der erste. Als ob es dadurch leichter für mich würde… Aber es scheint ihm echt so viel dran zu liegen, was soll ich denn da anderes machen als mitkommen?

 

 

 

 

 

 

 

 

25.12.2005 um 08:47 Uhr

Weihnachten - das Fest der Liebe

von: Galahad

Musik: Kinderchöre singen Weihnachtslieder - Jana besteht darauf

Wir sind daheim! Und es ist Weihnachten! Und gestern war so ein wunderschöner Tag… ich bin so glücklich im Moment J

Gestern Vormittag ging es los. Jana und Bernd gingen mit Timmy und Rufus spazieren, und Chris und ich sollten in der Zwischenzeit den Baum schmücken. Gute Planung. Es kam natürlich, wie es kommen musste - nach zwanzig Minuten hatten wir schon den dicksten Krach darüber, wie denn ein "richtiger" Weihnachtsbaum auszusehen hat. Ich will weiße Kerzen (Lichterkette), Chris will bunte. Ich will silberfarbiges Lametta, Chris goldenes - oder rotes - oder am besten mehrere Farben gemischt. Über bunte Glocken werden wir uns noch einig, aber nein, ich hasse diese dicken goldenen Girlanden, die sie in USA um jeden Baum wickeln. Und bitte keinen Kunstschnee! Und für die Spitze hat Chris was fürchterlich Hässliches gekauft, so ein gelbes Blinklicht. Er sagt, es sei gold, ich sage, es sieht aus wie das Warnlicht von einem Streuauto.

Wir zoffen und zanken, fangen dann plötzlich an zu lachen und umarmen uns - das wird wohl immer so bleiben. Und kommen dann auf den tollen Gedanken, einfach zwei Bäume zu schmücken, dann hat jeder einen. Einer fürs Wohnzimmer, einer für den Flur.

 

Gesagt, getan, auf zur Verkaufsstelle. Wir kriegen wirklich noch was Ordentliches, und dann kann es daheim losgehen. Jeder schmückt "seinen" Baum, wir sind ziemlich gleichzeitig fertig - nächstes großes Problem: Wessen Baum "darf" ins Wohnzimmer, und welcher "muss" draußen bleiben? (Bitte sag’ jetzt keiner, dass wir uns wie kleine Kinder aufführen, das wissen wir selbst!) Bevor wir wieder aneinander geraten, beschließen wir, diese Entscheidung unseren Hausmitbewohnern zu überlassen.

 

Die Entscheidung geht 3:2 für Chris’ Baum aus - aber nur, weil Bernd sich (harmoniesüchtig und diplomatisch) raushält und "sind alle beide wunderschön, ich kann mich nicht entscheiden" nuschelt. Und weil wir zum anderen Rufus mit einbeziehen, und der findet das blinkende und glitzernde Ding natürlich viel interessanter als meinen "langweiligen" Baum. Also ok.

 

Während Jana mit dem Zwerg in die Kindermesse geht, bauen wir die Geschenke auf. Dabei muss ich mir einen langen Vortrag von meinem Indianer anhören, dass wir hier eigentlich alles falsch machen: Santa Claus kommt erst heute Nacht, also gibt es eigentlich erst morgen früh die Geschenke! Doch nicht heute Abend! Heute Abend müssen wir Milch für Santa Claus und Zucker für seine Rentiere hinstellen… Nein, lieber Chris, bei uns kommt  kein Santa Claus, sondern das Christkind zu den Kindern! Und das kommt an Heiligabend ABENDS! Welches Kind kommt heute? Oh vergiss’ es… Bernd hört aus sicherer Entfernung zu und zieht schon mal den Kopf ein. J

 

Und dann abends endlich die Bescherung. Ich mag das, vor allem, wenn Kinder dabei sind. Timmy war so süß und so aufgeregt. Sooooo viele tolle Sachen, die er sich aaaaalle gewünscht hat - einfach lieb ist er! Der Renner war das große ferngesteuerte Feuerwehrauto, das wir ihm mitgebracht haben, mit ganz vielen Blinklichtern und Geräuschen. Und natürlich noch viele andere Spielsachen und auch ein paar Klamotten, aber die interessieren ihn - bis auf ein Original-Baseball-Shirt mit passender Cap - nicht weiter. Schade, wenn er nächstes Jahr in die Schule kommt, wird die Sache mit dem Christkind sich bald erledigt haben.

 

Für Jana habe ich auch ein paar Kleidungsstücke (ich war ja schon so oft mit ihr einkaufen, dass ich sowohl ihre Größe als auch ihren Geschmack kenne, hab auch diesmal richtig gelegen), und dann noch Schmuck: Silber mit Türkisen und Perlen. Sieht echt toll aus und steht ihr gut. Sie war ganz fertig.

 

Rufus hat auch was gekriegt: einen riesengroßen Kauknochen mit besonders intensivem Hundefutter-Aroma. Wer schon mal so einen Hundestick oder was Ähnliches in der Hand hat, weiß, dass dieses Aroma menschlichen Nasen nicht unbedingt liegt, aber Rufus war glücklich damit und hat ihn sofort weggeschleppt.

 

Ja - und dann kommen endlich unsere eigenen Geschenke. "Du zuerst" - "nein, du zuerst" - "nein, du" - ok, ich mache den Anfang und Chris darf zuerst auspacken. Ich gebe ihm mein Päckchen und habe Bauchweh dabei, was er wohl sagt. Denn für mich gab es die ganze Zeit eigentlich nur eins, was ich ihm schenken wollte, wusste aber bis zum Schluss nicht, ob ich mich traue (ja,ja…). Also, ich hab Ringe für uns gekauft. Keine Eheringe, ich will ihm ja keinen Heiratsantrag machen, Freundschaftsringe halt (wobei man den Unterschied ja kaum sieht). Als ein Zeichen der Zusammengehörigkeit. Sie sind weißgold (weil ich weiß, dass Chris keinen normalen Goldschmuck mag), etwas breiter, mit etwas Muster - so einer Art angedeutetem Tribal, und innen sind unsere Namen eingraviert.

 

Chris sieht mich ganz komisch an und ich denke "oh weh". Dann fängt er so verdächtig an zu schlucken und gibt mir sein Geschenk. Oh Mann, das glaubt mir jetzt keiner; ich würde es auch nicht glauben bei anderen. Sein Päckchen ist etwa gleich groß, gleiches Format, und drin sind – ja! Ringe! Weißgold, etwas breiter, bisschen Muster drauf und auf der Innenseite unsere Namen.

 

Ich hab angefangen loszuheulen und Chris auch. Wir haben uns in den Armen gelegen, Jana und Bernd haben Beifall geklatscht, Rufus hat mit seinem schönsten "wie-gut-dass-ich-nur-ein-Hund-bin"- Blick auf der Couch gelegen (das darf er normal nicht, aber, na ja, ist ja Weihnachten). Und Timmy nimmt plötzlich meine Hand und sagt "Danny, wein doch nicht, wenn dein Geschenk doof ist, du darfst auch mal mit meinem Feuerwehrauto spielen"... boah…

 

Warum ist Weihnachten so sentimental???

 

Jana und Bernd hatten übrigens keine Geschenke für den anderen. Sie sagten, sie hätten beschlossen, sich nichts zu schenken, und dabei haben sie knallrote Köpfe gekriegt und ausgesehen wie zwei Schafe, wenn’s donnert. Also entweder, sie haben es einfach vergessen (was ich nicht glaube), oder es ist was, was nicht für die Allgemeinheit gedacht ist, noch nicht mal für mich. Ich werd’s schon irgendwann rauskriegen *grins*

 

Der Rest des Abends war gemütliches Essen, viel Wein dazu und Champagner hinterher. Irgendwann in der Nacht haben wir dann noch beschlossen, den "armen" Baum, der draußen bleiben musste, auch ins Wohnzimmer zu holen und neben den anderen zu stellen. Weil er das ja schließlich nicht verdient hat J

 

Und dann sind wir schlafen gegangen, Jana und Bernd unten ins Gästezimmer, und wir zwei oben ins Schlafzimmer. Und der Rest der Nacht - jaaaaa - es heißt doch nicht umsonst "das Fest der Liebe"! 

 

Oh ja…*grins*… heute Morgen um fünf ist dann plötzlich der Zwerg zum Kuscheln gekommen. Das macht er gern, aber in dem Moment war ich/ waren wir echt nicht darauf gefasst. Das nächste Mal sollten wir doch die Tür abschließen, so lange wir nicht "richtig" schlafen. Aber Gott sei Dank ist er noch zu klein und unbedarft, um sich groß was zu denken. Hat sich mit seinem Kuschelhasen zwischen uns gelegt und gleich wieder weitergepennt. Und wir haben uns über seinen Kopf rüber angesehen wie zwei begossene Pudel und konnten bald nicht mehr vor unterdrücktem Lachen… ;)

 

Ich schlafe jetzt auch mal noch ein bisschen. Heute wird ein ganz gemütlicher ruhiger Tag. Jana fährt mit Timmy zu ihren Eltern, Bernd ebenfalls zu seinen Eltern und wir haben frei! Vielleicht machen wir heute Abend einen Sprung zu Sven und liefern unsere Geschenke ab. Aber nur vielleicht…

 

 

 

 

 

23.12.2005 um 10:04 Uhr

Rückmeldung

von: Galahad

Hallo... wollte nur Bescheid sagen, dass wir wieder hier sind und alles gut geklappt hat. Ich muss nur dringend noch ein paar Stunden Schlaf nachholen, es wird also kein langer Eintrag heute.

 

Zingana und Chero: es liegt kein Schnee, aber dafür gabs auch keine Probleme bei der Landung, also sagen wir mal, dass Petrus seine Sache ganz gut gemacht hat. J

 

Danke an alle für die ganzen Kommentare hier, ich freue mich immer, dass ihr so nette Sachen schreibt!

 

Das letzte Konzert war richtig super. Ich hab es inzwischen auf Video gesehen, unser gemeinsamer Auftritt kam toll rüber, und das soll jetzt wirklich kein Eigenlob sein! Auf der Bühne bewegt man sich ja meistens spontan und irgendwie intuitiv, Chris und ich machen das etwas unterschiedlich, aber es hat perfekt gepasst. Und bei der Ballade haben wir fast bewegungslos Rücken an Rücken gestanden, mit geschlossenen Augen - da habe ich beim Ansehen tatsächlich eine Gänsehaut gekriegt. Auf der Homepage war auch nur Positives darüber zu lesen. Richtig schön!

 

So, noch etwas an dich, Flumi:

 

Also erst mal willkommen hier, klar freue ich mich, wenn du gerne hier liest und es dir gefällt. War eine lustige Idee, die Uralt-Einträge zu kommentieren, jetzt hab ich das Ganze auch noch mal gelesen dadurch. Ja, das waren ein paar bewegte Monate, und ausgerechnet bei jemandem wie mir, der es viel lieber ruhig und unspektakulär hat... *grins

 

Zu deiner "Identitätssuche": ich glaube/hoffe nicht, dass du anhand meines Geschreibsels hier was rausbekommst. Ich teste das zwischendurch immer mal mit diversen Suchmaschinen, denn ich möchte hier keine "Identitäten" offen legen - meine nicht und die von anderen nicht. Das ist etwas, wozu mich Sven direkt am Anfang meiner Schreiberei "verdonnert" hat - keine Hinweise auf die Band! Nicht nur, dass die Jammerei hier nicht so gut zum Klischee der harten und taffen Metaller passt ;) - viel schlimmer wäre, wenn es von gewissen Leuten oder Musikmagazinen als Versuch, um jeden Preis Aufmerksamkeit zu erwecken, gewertet würde. So nach dem Motto "der Sänger von XYZ schreibt jetzt ein online-Tagebuch über seine verlorene Liebe... die wollen wirklich mit aller Macht ins Gespräch kommen". Ich fühle mich an diese Zusage an Sven auch jetzt, wo ich nicht mehr in der Band bin, noch gebunden.

 

Versuch’s also ruhig weiter, aber solltest du wider Erwarten tatsächlich etwas rauskriegen, dann mail es mir bitte, schreib es nicht hier, ok? Und ich sag dir dann, ob du richtig liegst. J

 

So, und jetzt werde ich mal noch ein bisschen meinen "Jetlag" pflegen...

 

 

 

21.12.2005 um 18:17 Uhr

der letzte Gig und Heimreise

von: Galahad

Hi… this is Danny giving a nice and warm hello from San Francisco to all the friends in Germany

 

Nein, keine Angst, ich kann’s auch noch auf Deutsch. Ich bin nur echt gut drauf.

 

Hier ist unsere letzte Station, morgen fliegen wir heim. Gestern und vorgestern waren die letzten zwei "offiziellen" Gigs, jetzt ist nichts mehr bis Anfang Januar, dann kommen noch die Nachholtermine. Und dann machen wir Urlaub zusammen, Chris und ich.

 

Der Auftritt gestern war echt was Besonderes. Es ist ja Brauch, dass Bands das letzte Konzert anders durchziehen als die Auftritte davor. Wer es schon mal erlebt hat, weiß, wovon ich rede. Da wird alles nicht mehr so ernst genommen, auf der Bühne schon viel  Quatsch gemacht… Stimmung halt.

 

Und bei diesem letzten Konzert gestern hat Chris mich zu sich auf die Bühne geholt, und wir haben zusammen gesungen. Das war natürlich vorher abgesprochen, aber wir wollten erst abwarten, wie die Stimmung ist und dann kurzfristig entscheiden, ob wir’s machen.

 

Chris sagte am Schluss des Konzertes, bevor die Zugaben kommen, "hey Leute, ich hab Danny aus Deutschland hier dabei, der singt in einer Metal-Band… sollen wir mal hier was zusammen singen?" Die Leute haben gejohlt und geklatscht, was das Zeug hält. Natürlich kannten die alle die Hintergründe, aber in einer Stadt wie San Francisco kann man sowas bringen.

 

Wir haben zusammen zwei Lieder gesungen, das war super. Mittlerweile kenne ich die Songs ja im Schlaf, es war also echt kein Problem. Hat sich aber ganz anders als sonst angehört, weil ich anders intoniere und eine andere Stimmlage habe. Die Leute haben getobt, echt! Und dann sagte Chris leise "tomorrow alone" – das ist eine Ballade, die sie auch oft spielen. Sie handelt von einem Mann, der in den Krieg muss und sich vorher von seiner Frau verabschiedet. Und beim Abschied schauen sie zu den Sternen und versprechen sich: sie: "wenn ich zu diesem Stern blicke, werde ich wissen, dass du noch lebst". Und er: "und wenn ich zu diesem Stern hochsehe, werde ich wissen, dass du noch auf mich wartest". Sehr traurig, sehr schön.

 

Dieses Lied haben wir zusammen gesungen, und plötzlich war Totenstille in der ganzen Halle. Fast gespenstisch. Dann holten alle ihre Feuerzeuge raus und begannen mitzusingen. So toll, dass wir ganz aufgehört haben und die Musiker auch, und die Leute das ganze Lied allein zu Ende singen ließen. Gänsehaut pur war das!

 

Malter, der Plattenboss (Melissas Vater) ist plötzlich ganz hektisch rumgerannt und sorgte dafür, dass alle eventuellen Mitschnitte unbedingt gespeichert bleiben, damit man diese Aufnahme auf dem nächsten Live-Album bringen kann. Er war ganz aufgeregt. Ich möchte nur wissen, wie er die Story dann vermarkten will - als zwei Kameraden, die für Ehre und Vaterland an unterschiedliche Ecken der Welt geschickt werden?  

 

Das Konzert war ein voller Erfolg, die ganze Tour war ein voller Erfolg, und so haben wir hinterher im Hotel mal richtig gefeiert. Normalerweise machen sie das hier nicht so, aber gestern sind Bier und Champagner und Whiskey nur so geflossen. Chris hat neben mir gesessen und mich umarmt und geküsst, und das, obwohl die ganzen Offiziellen mit dabei waren. Das hat er noch nie gemacht, es war so schön. Und dann kam Melissa-Baby, die nach zwei Eierlikör komplett neben der Spur war, setzte sich auf meinen Schoß, kuschelte sich an mich und erzählte der ganzen Runde (leicht undeutlich in der Aussprache), was für ein toller Deutschlehrer ich doch sei. Und was für ein toller Freund. Bevor es eskalierte, hab ich sie auf den Arm genommen, zu ihrem Dad getragen und auf dessen Schoß abgelegt. Der war schon ganz blass im Gesicht! J

 

Und jetzt fliegen wir heim. Ich hab eine Menge Super-Sachen gekauft für den Zwerg und für Jana und für Sven und die Band zu Weihnachten. Chris meinte, wahrscheinlich müssten wir unsere Kleider und alles andere hierlassen, damit wir das zulässige Gewicht vom Gepäck nicht überschreiten. Aber das ist Quatsch, das geht schon hin!

 

Ich hab mit Jana telefoniert und gesagt, dass wir kommen, da hat sie - mal wieder völlig verklausuliert und von hinten nach vorne - erzählt, dass Bernd im Moment bei ihr (also in meinem Haus) wohnt und ob das auch über die Feiertage ok wäre, weil… er ist doch soooo allein in seinem Haus und überhaupt… *grins

 

Sieht nach einem lebhaften Weihnachtsfest aus. Das Fest der Liebe! J

 

 

 

18.12.2005 um 18:24 Uhr

Kurzer Zwischenbericht

von: Galahad

Ich habe im Moment einen Laptop und nutze das gleich mal aus, um einen Blogeintrag zu verfassen. Auch wenn eigentlich gar nichts inzwischen passiert ist.

 

Das Beste vorab: ich bin mit Chris sehr, sehr glücklich. Alles ist wunderschön mit ihm. Es "passt" halt bei uns. Perfekt.

 

Die letzten Tage sind wieder so verlaufen, wie ich es schon beschrieben habe. Ich habe tagsüber ziemlich viel Leerlauf, wenn Chris unterwegs ist, und das bekommt mir nicht so gut. Ich denke dann an daheim, die Menschen dort und kriege Heimweh.

 

So auch heute. Chris musste direkt nach dem Frühstück mit der Band und allen Offiziellen weg zu einem TV-Termin. Ich hab ein bisschen rumgezappt und gelesen, dass es in Deutschland schneit - da dachte ich plötzlich an den Spaziergang kürzlich mit Chris und Rufus und Timmy, und schon war’s passiert. Hab mich aufs Bett gelegt und losgeheult. Und in dem Moment ist natürlich prompt Melissa aufgekreuzt. Sie setzte sich zu mir aufs Bett, streichelte mir über der Kopf und piepste "was hast du denn, bist du krank?" Ich: "nein, ich hab an daheim gedacht, ich habe Heimweh". Und sie - todernst "aber Männer weinen doch nicht". "Scheiß drauf, wir weinen genauso wie du, wenn es mal nicht gut geht!".

 

Sie steht auf und verschwindet ohne ein Wort, und ich denke "aha, fluchen in Babys Gegenwart ist nicht gut, jetzt hab ich sie vergrault". Aber von wegen! Nach ein paar Minuten kommt sie wieder, stellt mir einen Laptop hin und meint "das ist der von Daddy, ich darf da eigentlich nicht dran, aber ich hab das für Chris auch schon gemacht, damals, als er so traurig war, weil er keinen Kontakt mehr mit dir haben durfte. Schreib ein paar Mails an deine Leute daheim. In zwei Stunden muss ich ihn zurückbringen." Ist ja doch lieb!

 

Und das hab ich gemacht, und mir ist jetzt besser. Ich werde jetzt noch ein bisschen durch die Blogs ziehen und lesen, was so passiert ist. Melissa sitzt hier dabei und sieht mir beim Schreiben zu, aber sie versteht noch nicht genug Deutsch, um es lesen zu können. Und dann werden wir sorgfältig alle temporären Dateien und alle verräterischen Seiten im Verlauf löschen. Ist mir übrigens klar, dass niemand an diesen Laptop dran soll, da ist ne Menge geschäftliches Zeug drauf.

 

Nachher werde ich dann mit Melissa shoppen gehen. Ich bin da sehr brauchbar und geduldig, Jana hat mich auch oft mitgeschleppt. Es ist zwar Sonntag, aber die Geschäfte haben fast alle auf. Vielleicht wegen Weihnachten?

 

Chris wird erst gegen Abend zurück sein, aber dann hat er frei. Wir werden zusammen was essen gehen und uns einen schönen Abend machen. Morgen geht’s weiter nach San Francisco, dort sind noch zwei Konzerte, und dann haben wir es geschafft. Und fliegen heim. Ich freue mich…

 

 

 

 

14.12.2005 um 19:17 Uhr

eine schöne kleine Geschichte

von: Galahad

Jetzt ist mir doch noch etwas eingefallen. Ein Mädel, sie heißt Tonia, hat mir eine Mail geschickt mit dieser Geschichte hier. Ich kenne Tonia nicht, sie hat wohl in meinem Blog mitgelesen. Sie meinte, ich könne ja "Mädchen" durch "Mann" ersetzen, aber vielleicht würde ich diese kleine Geschichte auch so schön finden wie sie.

 

Ja, Tonia, das tue ich, deshalb schreibe ich sie hier auf (im Original).

 

Also:

 

Ein Mädchen fragte einen Mann: "Magst du mich?" - Antwort: "nein".

Sie fragt weiter: "Findest du mich hübsch?" - Er "nein".

Sie: "Bin ich in deinem Herzen?" - Er wieder "nein".

Das Mädchen wird traurig und fragt zuletzt: "würdest du weinen, wenn ich sterbe?" - "nein".

 

Sie begann zu weinen und drehte sich weg, da nahm er sie in den Arm und sagte:

 

"Hör mir gut zu:"

 

"Ich mag dich nicht, ich liebe dich!"

"Ich finde dich nicht hübsch, sondern wunderschön!"

"Du bist nicht in meinem Herzen, du bist mein Herz!"

"Ich würde nicht weinen, wenn du stirbst - ich würde für dich sterben!"

 

Findet das noch irgendjemand außer mir schön? Ich hab richtig Tränen in die Augen gekriegt. Ja, ja, auf einer Romantikskala von 0 bis 10 hab ich schon immer mindestens die 12,8 getroffen… J

 

 

14.12.2005 um 17:06 Uhr

Grüße aus Boston

von: Galahad

Hey-hoooooooo… kennt ihr mich noch? Liest hier noch jemand mit?

 

Endlich habe ich heute die Gelegenheit, mal wieder was in mein Blog zu schreiben. Ja, klar, es gibt auch hier Internet (danke für die wohlgemeinten Tipps vor meiner Abreise!), und Zeit zum Schreiben hätte ich auch mehr als genug - aber keinen PC. Ich habe meinen ja nicht mitgenommen. Dachte eigentlich, dass hier jeder mit einem Laptop rumläuft, den ich mir mal schnell ausleihen kann, aber das ist nicht so. Heute sind wir jetzt endlich mal in einem Hotel, das so eine Art Internet-Raum hat, und das nutze ich gleich mal aus, um ein bisschen zu erzählen, was seit unserer Abreise so passiert ist.

 

Wo fange ich an? In Baltimore - unserer ersten Station.

 

Chris Rückkehr zu seiner Band lief eigentlich ganz gut. Seine Bandkollegen haben sich riesig gefreut, dass er wieder da war, und sie haben auch mich sehr herzlich begrüßt. Wir haben uns ja in Deutschland auch schon gut verstanden. Sein Management (ein Triumvirat von drei richtigen Geld-Bossen) hat eine Weile getobt und geschäumt vor Wut – aber letztlich überwog wohl die Erleichterung, dass er überhaupt zurückgekommen war. The show must go on, so ist das halt. Sie waren natürlich auch tierisch angepisst, dass er mich mitgebracht hatte, aber Chris machte ihnen unmissverständlich klar, dass er sich in sein Privatleben nicht mehr reinreden lässt.

 

Chris hat auf der Band-Homepage einen offenen Brief an die Fans veröffentlicht. Er schreibt darin sinngemäß, dass er seine Fans sehr respektiert und achtet und niemals absichtlich etwas tun würde, um sie zu verletzen oder vor den Kopf zu stoßen. Dass er aber, wie jeder andere Mensch auch, ein Recht darauf hat, sein Privatleben so zu führen, wie er es gut findet. Und dass er sich sicher ist, dass echte Fans tolerant genug sind, um nicht wegen seiner Person die ganze Band und ihre Musik schlecht zu machen und abzulehnen. Es ist sehr schön formuliert. Die Manager haben natürlich auch deswegen getobt, aber Chris hat sich durchgesetzt, der Brief blieb so stehen. Die Resonanz war gemischt. Es gab sehr nette Zuschriften von Leuten, die ihm Mut machen und uns unterstützen wollten, aber leider auch kranke, richtig verletzende Kommentare. Chris sagt, auf jeden Fall sind die ganzen Gerüchte jetzt verstummt und jeder weiß, was Sache ist, also braucht auch keiner groß hinter uns her zu spionieren. Da hat er wohl Recht.

 

Chris hat sich bereit erklärt, die Tour weiter zu machen und am Schluss noch die ausgefallenen Konzerte nachzuholen, und so reisen wir jetzt in der Gegend rum. Nach Baltimore waren wir noch in Philadelphia, New York und jetzt Boston. Ich kann dazu nicht viel sagen, ich hab außer den Konzerthallen und den Hotels von diesen Städten nichts gesehen. Naja, Sightseeing kommt später.

 

In unserer freien Zeit sind wir natürlich zusammen, wir haben auch immer ein gemeinsames Zimmer, aber sonst ist Chris halt meistens unterwegs. Abends Konzerte, davor noch Probe und Soundcheck, und tagsüber, wenn kein Konzert ist, Interviews, Foto-Sessions und anderes Promotion-Zeug. Zu den Konzerten begleite ich ihn, aber die übrigen Termine macht er besser allein, das ist ok. So kommt es, dass ich sehr viel Leerlauf tagsüber habe. Ich schaue fern, gehe spazieren und habe, nachdem mir Chris’ Gitarrist eine Gitarre geliehen hat, wieder angefangen, Songs zu schreiben, Es geht allmählich wieder, darüber bin ich sehr froh! Aber ich hab auch, wie erwartet, Heimweh und telefoniere, wenn ich allein bin, ewig lang in der Gegend rum, mit Jana, mit Sven, um zu hören, wie es daheim läuft.  

 

Komischerweise verbringe ich tagsüber auch viel Zeit mit Melissa, Chris’ angedichteter Ehefrau. Klar, die ist die einzige, die auch nichts zu tun hat und ständig rumhängt. Ihr Dad schleppt sie mit auf seinen Reisen, und wenn er Termine hat, muss sie halt im Hotel warten.

 

Zuerst fand ich sie einfach nur schrecklich. Daddy’s little sunshine girl halt. 19 Jahre, sehr hübsch, blonde Locken, “Cheese”-Lächeln, und in jedem zweiten Satz quietscht sie ein “cute” oder “nice” oder “oh my god”. Diese Sorte läuft hier massenhaft rum. Die werden so erzogen, weil das den Männern angeblich gefällt, aber ich weiß nicht - ich bin zwar kein echter  Maßstab dafür, aber ich kann mit so was nichts anfangen. Deshalb hab ich in den ersten Tagen einfach einen großen Bogen um sie gemacht.

 

Ja, und dann kam sie vormittags, als Chris weg war, in unser Zimmer, setzte sich aufs Bett, betrachtete mich eine Weile und piepste dann "du bist der erste gay, den ich kennenlerne“. Ich hab sie wohl angeguckt wie ein Auto und dann gesagt "wenn schon, bin ich der zweite, Chris kennst du ja auch, und wahrscheinlich kennst du noch viel mehr und weißt es nur nicht, denn wir laufen ja nicht mit einem Schild um den Hals rum“. Zugegeben, das war nicht sehr höflich, aber was soll man auf so was denn antworten? Es hat sie auch nicht abgeschreckt, sie kommt seitdem ständig, wenn Chris unterwegs ist. Fragt, ob ich mit ihr was trinken gehe, ob wir Eis essen gehen wollen, ob ich mit ihr spiele (ja, spiele, sie hat so einen großen Koffer mit Backgammon, Monopoly, Domino und so dabei).  Boah… was hab ich denn nur verbrochen?

 

Ich bin genervt, Chris amüsiert sich köstlich und Melissas Dad ist stinksauer, und das, obwohl sein Goldkind in meiner Obhut wirklich so sicher wie im Nonnenkloster ist. In meiner Verzweiflung hab ich ihr vorgeschlagen, ihr Deutsch beizubringen, und das fand sie ganz toll. Lernt jetzt wie verrückt und macht tatsächlich gute Fortschritte. So doof und naiv, wie sie sich gibt, ist sie also gar nicht. *Grins*… das hab ich ihr tatsächlich auch so gesagt, und sie erklärte, dass Frauen nicht zeigen dürfen, dass sie intelligent sind, damit Männer sich überlegen fühlen können (?????). Oh weh, wie sehr wünsche ich mir Jana zurück… oder euch Mädels aus dem Blog!

 

Ja, so verlaufen die Tage. Manchmal hab ich echt die Krise und wünsche mir nichts mehr, als heimzufahren. Aber wenn Chris dann von einem Termin zurückkommt und wir allein für uns sind, oder wenn er bei Konzerten ständig den Blickkontakt sucht, dann weiß ich, dass es richtig ist, dass ich hier bin. Dass ich ihm echt helfe. Und er sagt auch oft zu mir, dass er das Ganze nur schafft, weil er sich die ganze Zeit darauf freuen kann, wenn wir wieder zusammen sind.

 

Und noch etwas Wunderschönes hab ich erfahren (das weiß ich aber "offiziell“ noch gar nicht): Chris hatte gestern allein einen Interview-Termin mit einem der Manager. Ich hab mit den anderen von der Band in der Hotelbar abgehangen und etwas rumgemosert - da sagte Gerry (der Bassist): "Hör mal, du Schlafkopf (Schlafmütze bei uns, egal), wenn du mich nicht verrätst, sage ich dir was.“ Ich: "ja ok, ich verrate nichts“, und da erzählte er mir, dass Chris bei der letzten Besprechung mit dem Management absolut klar gemacht hat, dass er von Februar bis einschließlich Mai keine Termine annimmt (im Januar machen sie sowieso alle Urlaub). Ich - Schnellmerker, der ich bin -  "hm, ja und?“. Und Gerry meint grinsend "nun, ich denke, in dieser Zeit ist eine andere Tour, und da will unser Chrissy wohl zur Abwechslung mal den Kofferträger und stillen Gesellschafter spielen“. Da hab ich es erst kapiert, und ich hab richtig ’ne Gänsehaut gekriegt, so schön war das. Chris selbst hat mir noch nichts davon gesagt, der wartet vermutlich ab, bis ich mal wieder die Krise habe und Aufmunterung brauche. J

 

Ich bin verdammt glücklich, dass wir zusammen sind! Zusammen geht irgendwie immer alles, aber ohne ihn wäre alles nichts…

 

 

06.12.2005 um 09:05 Uhr

dann macht's mal gut...

von: Galahad

Musik: Sonata Arctica

Dies ist wohl der letzte Eintrag für die nächste Zeit. Ich schreibe ihn auch eigentlich nur, um mich zu verabschieden. Passiert ist in den letzten Tagen nicht mehr viel; wir haben halt noch vieles planen und regeln müssen. Morgen geht’s jetzt endgültig los.

 

Ich freue mich schon riesig darauf, das alles mit Chris zusammen zu erleben. Gleichzeitig bin ich etwas traurig - ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich bin halt nicht so der Globetrotter-Typ,  ich werd’ nach drei Tagen wahrscheinlich schon Heimweh haben (Weichei, jaja...)

 

Chrissyboy ist auch tierisch nervös und rennt hier rum wie ein Raubtier im Käfig. Checkt zum 20. Mal unsere Unterlagen, die Tickets und das alles, und räumt sogar freiwillig seine Kleider zusammen. Gestern hat er ständig versucht, Gerry (den Bassist seiner Band) zu kontakten, abends hat es dann endlich geklappt. Sie sind noch alle in Baltimore, von dort ist Chris hierher gekommen, und das wird dann also auch unsere erste Station sein. Oh je...

 

So, dann sage ich jetzt noch mal danke an alle, die hier mitgelesen und mir geschrieben haben. Es hat mich wirklich überwältigt, dass völlig Fremde so viel Interesse und Anteilnahme zeigen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, hier zu schreiben, und vielleicht kann ich von da drüben ja mal so eine Art "Bericht von der Front" einstellen.

 

Ein besonderes "Danke" an

 

  1. 1. Zingana: Schade, dass du dich die letzten Tage nicht mehr gemeldet hast. Ich wünsche dir, dass du glücklich bist/ wirst/ bleibst ... egal mit welchem deiner "Granaten" ;)
  2. 2. Chero: an dich ein ganz lieber Gruß von Jana. Sie wird hier wohnen in der Zwischenzeit, mit Rufus lange Spaziergänge machen und sich so gut um ihn kümmern, dass er gar nicht merken wird, dass ich weg bin.
  3. 3. Reality: Mylady, geht weiterhin so anmutig durchs Leben, dann läuft der Rest wie von allein
  4. 4. Expolina: du würdest sicher sofort mit mir tauschen, du alte Reisetante ;)
  5. 5. und last not least Nymeria: Kleines, dich werde ich echt vermissen! Pass’ gut auf dich auf, und schau zu, dass du den Überblick über deine ganzen Männer nicht verlierst J

 

Dann noch was für die zwei Kerle (Jens und Ricky), die mir das Demo geschickt haben: Ich find’s gut. Ich habe es an Sven weitergegeben und dazugeschrieben, wie er euch erreichen kann. Vielleicht meldet er sich demnächst mal, ich denke, es hat ihm auch gefallen. Good luck!

 

So... ja... hm... dann sag ich jetzt mal bye und bin weg.

 

 

 

 

03.12.2005 um 13:50 Uhr

nur mal so

von: Galahad

Musik: die neue Stratovarius

Zu den letzten Kommentaren will ich jetzt doch mal was sagen.

 

Also - erst einmal vielen Dank. Ihr schreibt echt so richtig liebe Sachen. Und ihr habt ja schon Recht: es ist märchenhaft, weil es wirklich eine ganz große Liebe ist, und es ist perfekt, wenn man weiß, dass man sich auf seinen Partner hundertprozentig verlassen kann.

 

Aber wenn das alles jetzt so rüberkommt, als würden wir ab sofort auf Wolke 7 durchs Leben schweben, kann ich nur sagen, so einfach ist es nicht. Der Alltag sieht anders aus. Chris und ich sind grundverschieden, und wir zoffen uns schon wieder genauso wie vor ein paar Monaten. Ich bin unordentlich, das weiß ich, aber Chris ist ein Chaot! Jedes Kleidungsstück bleibt exakt da liegen, wo er es ausgezogen hat. Klar, niemand sagt, dass ich das wegräumen muss, aber wenn ich’s nicht mache, liegen nach einer Woche sieben oder acht Monturen überall verstreut rum. Schuhe ebenso – mit der Ausnahme, dass Rufus da ab und zu mal einen von wegschleppt. Wenn ich was zu Chris sage deswegen, guckt er mich mit großen Augen an und sagt "Danny, calm down". Oder er sagt "Wenn wir wieder zurück sind, stellen wir auch eine Frau ein, die saubermacht, wie ich sie daheim habe". Absolut zwecklos, da auf eine Änderung zu hoffen.

 

Boah, oder wieso kann man, wenn man telefoniert hat, nicht das Telefon wieder in die Station zurückstecken? Nein, das bleibt auch irgendwo liegen, am besten auf dem Boden oder auch mal in einer Schublade (!) – dann macht ja auch das Suchen, wenn der nächste Anruf kommt, viel mehr Spaß.

 

Ha, ha, dafür kriegt er regelmäßig die Störung, weil ich alle Flaschen offen rumstehen lasse. Egal, Sprudel, Cola, Whiskey… ich mach sie auf und schmeiß den Verschluss weg. Ich weiß auch nicht warum, aber ich hab das immer schon so gemacht. Und über so was regt sich mein Chaot auf, mosert rum und macht überall neue Korken drauf. J

 

Und er hat meine CDs (immerhin über 900 Stück) alphabetisch geordnet und ich darf jetzt NIE mehr eine verkehrt einsortieren…

 

Ich könnte noch seitenweise weitererzählen… wir zoffen uns an und zanken eine Weile, bis wir dann über uns selbst lachen müssen – und es wird wohl auch nicht anders werden in Zukunft…

 

 

 

 

02.12.2005 um 11:15 Uhr

Ausstieg und Blick nach vorne

von: Galahad

Musik: unsere - noch einmal

Gestern hatte ich ein langes Gespräch mit meinen Jungs und Sven. Ich bin draußen aus der Band - "vorübergehend", also so lange ich will und Zeit brauche. Eigentlich war keiner von ihnen wirklich überrascht, als ich sagte, was ich vorhabe, denn sie wussten ja alle, dass Chris zurückgekommen ist und was das für mich bedeutet. Aber es war trotzdem sehr schlimm, und ich war ein paar Mal nah dran loszuheulen. Ich hab diese Band vor fast 10 Jahren gegründet, sie war immer mein Leben. Außer dem Wechsel Manny/ Torsten (an dem ich ja auch schuld war) spielen wir noch in der Original-Besetzung zusammen, und in den ganzen Jahren gab es nie ernsthaft Streit oder größere Probleme. Der Ausstieg fällt mir wirklich schwer.

 

Ich hab mit den Tränen gekämpft, als wir uns nacheinander umarmt und Glück gewünscht haben. Und dann nahm Sven mich ebenfalls in den Arm und sagte "Danny, es ist richtig, was du da tust, zieh es durch. Aber denk immer daran, dies hier ist deine Band - DU bist diese Band mehr als jeder andere - also schau verdammt noch mal zu, dass du bis zu unserer Tour im Frühjahr wieder zurück bist. Ich will dich dabei haben, du machst die alten Sachen und Matty die neuen, das wird großartig. Und vielleicht kannst du deine Auszeit nutzen und endlich mal wieder ein paar Songs schreiben"... boah, da soll man nicht losheulen...

 

Und Matty, der neue Sänger - übrigens ein wirklich Lieber, macht auf der Bühne große Show, aber privat ist er eher schüchtern, und zudem ein absoluter Frauentyp *grins* - hat mir auch noch die Hand geschüttelt und gesagt "ich halt’ dir dein Mikro warm... ich hab mich doch so darauf gefreut, wenn wir zusammen da rausgehen"...  Ich könnt’ gerade schon wieder losheulen...

 

Chris hat mich abgeholt, und als Sven, der mich noch rausbegleitet hatte, ihn sah, nahm er ihn ebenfalls in den Arm und sagte "Junge, sieh zu, dass du da drüben deine Angelegenheiten in Ordnung bringst, und falls ich von hier aus was helfen kann, melde dich. Und dann kommt ihr beide wieder her - wir finden hier schon was für dich". Klar, Sven wollte Chris schon lange unter Vertrag kriegen, deshalb konnten sie ja auch zu Super-Bedingungen sein Studio mieten... aber das hier hat er, glaube ich, trotzdem ganz persönlich und lieb gemeint.

 

Eigentlich wollten wir hinterher was trinken gehen, sind dann aber doch gleich zurück nach Hause gefahren. Und dort hab ich dann doch noch den totalen Zusammenbruch gekriegt und geflennt, was das Zeug hält. Ich glaube, da ist die nervliche Anspannung der ganzen letzten Wochen noch mal richtig rausgekommen. Chris hat mich nur ganz festgehalten und leise gesagt "ich weiß genau, wie du dich fühlst, was meinst du, wie es mir letzte Woche ging, nur ich konnte noch nicht mal bye sagen". Aber dann hat er mich angesehen und gesagt "Danny, du musst dir ganz sicher sein, dass du mitkommen willst, bitte überleg es dir gut", und ich weiß, dass die Antwort JA ist. Gestern und heute und immer.

 

Am Mittwoch geht’s los. Wir haben wohl noch ein hartes Stück Weg vor uns, aber zusammen schaffen wir das, das wissen wir. Und wer weiß, wo wir zum Schluss landen... vielleicht doch mal in einer gemeinsamen Band? Na,ja... wohl eher nicht... Aber ich glaube, die Musik kommt allmählich wieder zu mir zurück, ich hab die letzten Tage schon öfter was vor mich hingekritzelt... es wäre so super, wenn ich wieder Songs schreiben könnte!

 

Blick nach vorne... und ich bin ja nicht für ewig weg ...