Times of Life

31.03.2006 um 10:06 Uhr

Welche Farbe hat ihre Aura?

von: Galahad

den hab ich bei Tabularasa "geklaut"…  ;-) ... zu finden unter:

http://de.tickle.com/test/aura/start.html

 

Und so bin ich:

 

Die Farbe Ihrer Aura ist Gold!


Wir benötigen kein Medium, um feststellen zu können, dass Ihre Aurafarbe golden ist.

Sie hätten sich keine bessere Farbe wünschen können, denn Ihre glänzende, goldene Aura ist einfach wunderbar perfekt. Durch die lebendige Mischung aus gelb und orange sind Menschen mit goldener Aura glücklich, verspielt, energiegeladen, sensibel und großzügig. Außerdem sind sie sehr spirituell veranlagt - der goldene Heiligenschein über den Köpfen von Figuren alter Gemälde sind nicht zufällig in dieser Farbe. In der beinahe kindlichen Art und Weise, mit der Sie Ihr Leben so sorglos und voller Freude führen, sind Sie sehr beliebt und haben einen sehr großen Freundeskreis. Es besteht jedoch die Möglichkeit dass Sie so voller Energie stecken, dass es Ihnen schwer fällt, einfach ruhig zu sitzen und zu entspannen. Sie sind risikobereit und sehr spontan, wenn es darum geht sich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Ihr Lächeln und Ihre fröhliche Art sind wahres Gold wert.

Andere Leser mit einem ähnlichen Ergebnis bei dem Welche Farbe hat Ihre Aura? Test, erreichen normalerweise auch sehr gute Ergebnisse bei unserem IQ Test.

Ist doch ganz gut, oder? Die sorglose Lebensführung stimmt allerdings nicht so ganz - und ruhig sitzen und entspannen kann ich eigentlich auch ganz gut :-) 

 

 

29.03.2006 um 20:11 Uhr

Brokeback Mountain

von: Galahad

Eigentlich wollte ich diesen Film wirklich nicht kommentieren, es wurde ja schon genug darüber geschrieben. Aber da sind ein paar Gedanken, die kriege ich einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Wir haben uns den Film gestern im Kino angesehen. Es war Chrissys Idee, ich wäre, ehrlich gesagt, nicht reingegangen, da ich ja vorher schon wusste, dass es ein Drama ist und wie es endet.  Und es war - noch schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hab den halben Film durch geheult, und Chris sind auch die Tränen gekommen. Dabei hab ich mir immer gesagt, es ist nur ein Film, er ist erfunden, basiert nicht mal auf einer realen Geschichte, und die Männer sind nur zwei Schauspieler, die nach Drehschluss ihre Cowboystiefel ausziehen und lachend zu Frau oder Freundin zurückgehen… Aber sie hat weh getan, diese Geschichte. Wie viele Männer mag es damals gegeben haben, die so leben mussten - sich selbst verleugnen für die Außenwelt und die Konventionen? Und wie viele gibt es heute noch? Wenn man der Autorin des gleichnamigen Buches (ja, eine Frau hat das geschrieben) glaubt, kriegt sie immer noch ständig Post von Kerlen, die sich in der Geschichte wiedererkannt haben.

Dabei wollten die zwei doch eigentlich nur das, was sich jeder wünscht - mit einem geliebten Menschen zusammenleben und alt werden. Warum durften sie das nicht? Warum ist es heute immer noch so schwer? Warum werden wir in eine Subkultur gedrängt, in der viele von uns überhaupt nicht zuhause sind? Wir tun doch keinem was - überfallen weder alleinstehende Frauen in ihrer Wohnung noch Disco-Teenies auf dem Heimweg, und die Schweinereien mit kleinen Kindern, von denen man fast täglich in der Zeitung liest, gehen auch fast immer auf das Konto von braven Familienvätern oder gestörten Einzelgängern. Warum wird der Wert eines Menschen immer noch dadurch definiert, mit wem er abends schlafen geht? Du kannst 100 Mädels abschleppen, sie benutzen und ihnen das Herz brechen - dann bist du ein toller Hecht. Lass dich mit einem einzigen Mann erwischen, dann bist du unten durch. Misfit - außer in ganz bestimmten Kreisen…

So, Danny, jetzt komm wieder runter! Es hilft ja nichts, das ist die Welt, in der wir leben. Und hier renne ich ja sowieso nur offene Türen ein.

Aber noch zwei Dinge, die zeigen, in welcher Zeit wir leben:

Aus dem „Stern“, Ausgabe 10/2006:

Ein Jahr nachdem damals die Short Story erschienen war, wurde im 27 Meilen entfernten Städtchen Laramie ein 21-jähriger Student von zwei Männern mit dem Knauf einer Magnum-Pistole zusammengeschlagen und über Nacht mit seinen eigenen Schnürsenkeln in beißender Kälte an einem Zaun festgebunden. Sechs Tage später, am 12. Oktober 1998, erlag er in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Matthew Shepard war homosexuell, das "hate crime" an dem jungen Mann machte weltweit Schlagzeilen. Kurz vor seinem Tod hatte Shepard seiner Mutter "Brokeback Mountain" zu lesen gegeben.

Das andere ist ein Bericht, den ich aus AOL kopiert habe:

Ärger für Michelle Williams

Michelle Williams wird wegen ihrer Rolle in der umstrittenen Schwulenromanze "Brokeback Mountain" von ihrer ehemaligen Schule verleugnet.
Die Schauspielerin, die auf die exklusive Santa Fe Christian School in San Diego gegangen ist, ist vom Direktor der Schule als "anstößig" kritisiert worden, weil sie die Frau eines homosexuellen Ranchers spielt. Jim Hopson bezeichnet die für einen Oscar nominierte Schauspielerin als schlechtes Vorbild und hofft, dass seine Bildungsanstalt nicht mit den Themen des Films in Zusammenhang gebracht wird. Hopson zur US-Zeitung "San Diego Union Tribune": "Wir wollen in Bezug auf diesen Film nichts mit ihr zu tun haben. Michelle repräsentiert nicht die Werte dieser Institution. Im Grunde genommen steht 'Brokeback Mountain' für einen Lebensstil, für den wir nicht stehen."
Artikel vom 03.03.2006

Anmerkung: Falls es jemand noch nicht gemerkt hat - wir schreiben das Jahr 2006!

Nochmal zurück zum Film: neben der Handlung hat mich vor allem interessiert, wer sich diesen Film eigentlich ansieht. Ergebnis:

1. Männer - allein, zu zweit oder zu dritt. Nach meiner ersten Einschätzung nicht schwul, sondern cineastisch  interessiert. Die sehen sich den Film an, weil er für so viele Oscars nominiert war, und um mitreden zu können. Unterhalten sich hinterher über die gekonnte Kameraführung, die wunderbaren Landschaftsaufnahmen und die Frage, ob die beiden Schauspieler durch diese Rollen ihrer Karriere geschadet haben.

2. Pärchen - eher Fehlanzeige. Keine Ahnung, warum. Vielleicht wollen sie lieber eine andere Sorte Liebesfilm sehen.

3. Frauen - allein, zu zweit oder zu dritt dagegen relativ viele. Anscheinend geht frau mit ihren Freundinnen in so einen Film, während die Männer sich daheim am TV ein Baseballspiel ansehen. Und bei den Frauen sah ich auch etliche verweinte Gesichter, und Tränchen, die schnell abgewischt wurden, als das Licht anging. Habt ihr tatsächlich mehr Gefühle? Emotionen? Oder war das nur, weil die zwei Kerle so gut aussehen? ;-)

Wie gesagt, viele Fragen, die mir seitdem im Kopf rumgehen…


27.03.2006 um 08:23 Uhr

Happy Birthday to me

von: Galahad

Musik: Iced Earth ... The glorious burden

Ich hab vom Wochenende noch etwas nachzutragen - etwas sehr Schönes! J

 

Ich hatte ja kürzlich Geburtstag (ja,ja, Fisch dritte Dekade). Chrissy hatte vorher schon darum gebeten, die "Geburtstagsfeier" zu verschieben, weil er etwas vorbereiten wollte und noch Zeit brauchte. Mir war das recht, da wir eh’ Probe an dem Tag hatten und ich hinterher mit den Bandkollegen noch ein bisschen feiern wollte. Haben wir auch gemacht. Von Chris gab’s nur ein Geburtstagsständchen um punkt Mitternacht  (hey, wer lacht da, hör’ sofort auf!) - und den Hinweis "warte noch ein bisschen - nächste Woche Samstag gehen wir aus!"

 

Dieser Samstag war jetzt. Und "ausgehen" bedeutet bei Chris etwas anderes als einen trinken oder was essen gehen. Also etwas gediegenere Kleidung *hüstel*… doch, das können wir auch!... und dann hat er mich in einen ziemlich exklusiven Esstempel hier in Nashville eingeladen. Sehr edel, sehr teuer - aber, was das Essen angeht, sowohl von der Qualität als auch von den Portionen her einwandfrei. Muss man schon sagen.

 

Wir haben also "diniert" (he,he), und zwischen zwei Gängen hob Chris sein Glas, sagte "also nochmal, happy birthday und alles Liebe" und legte einen Umschlag vor mich auf den Tisch. "Was ist das?" - "Na, was wohl? Dein Geschenk - mach schon auf!" "Ich dachte, das Essen hier ist mein Geschenk?" - "Blödmann, ich schenke dir doch kein Abendessen zum Geburtstag!".

 

In dem Umschlag war: eine Konzertkarte. Für Sonata Arctica. Dazu muss ich jetzt zwei Dinge sagen: Zum einen kennt Chrissy meinen Tony Kakko (das ist der Sänger dieser Gruppe)-Tick. Ich finde den halt einfach - great, super! Chris toleriert das mit einem großzügigen Augenzwinkern - wahrscheinlich, weil Tony mit Frau und zwei Kindern weit weg in Finnland lebt und somit in keinster Weise ins Beuteschema passt ;-) . Zum anderen wusste ich zwar, dass sie touren (als Vorgruppe bei der guten, hätte beinah gesagt alten Doro Pesch) - aber in Deutschland! Dementsprechend blöd hab ich auf die Konzertkarte geguckt und gemeint "äh, Chris - ein Konzertbesuch?"

 

Worauf Chris gegrinst hat wie ein Schuljunge. Legt mir einen zweiten Umschlag hin "ich hab ja noch was vergessen…" - noch eine Konzertkarte. Und meinte dazu: "Hast ja Recht, allein ins Konzert ist doof, also nimm eine Begleitperson deiner Wahl mit."

 

Ok, ich hab’s immer noch nicht so ganz kapiert, meinte "Chris, sollen wir deshalb nach Deutschland fliegen, oder wie meinst du das?". Und da lachte er, gab mir einen dritten, dieses Mal etwas dickeren Umschlag: "Bingo, richtig geraten!" In diesem Umschlag waren dann zwei Flugtickets nach Deutschland. Hinflug 18. April, Rückflug 2. Mai. Da war ich dann endgültig von der Rolle. "Chrissy - 2 Wochen? 2 Wochen Deutschland?" - "Yes!" "Ja, und die Band?" - "Mit denen hab ich das schon geklärt. Ich hab dir doch gesagt, es muss nicht jeder bei jeder Probe dabei sein." "Und wieso so lang?" - "Naja, du willst doch wohl nicht aus dem Flugzeug steigen und sofort zur Konzerthalle? Also! Und bis zum 2. Mai - denkst du, ich hätte vergessen, dass Timmy am 30. April Geburtstag hat, und wie gerne du dabei sein wolltest? Ach ja, übrigens - mit Jana habe ich das auch schon abgeklärt. Dachte, nicht dass die am Ende in der Zeit wegfahren oder sowas…"

 

Er hat gestrahlt, als hätte er gerade ein besonders schönes Geschenk bekommen. Und ich musste mich beherrschen, um nicht loszuheulen oder ihm spontan um den Hals zu fallen! Hab ich dann später daheim nachgeholt… (nur die Umarmung!) ;-)

 

Manchmal ist er wirklich unglaublich! Und Deutschland - oh Mann, ich freue mich!

 

 

26.03.2006 um 21:21 Uhr

Stöckchen von Veela

von: Galahad

Musik: Iron Savior ... Dark Assault

Eigentlich wollte ich gerade einen Eintrag über gestern Abend schreiben – aber ich bin noch so "bewegt" *räusper*… nehmen wir doch erst mal dies hier ;-)

 

1. Was ist dein Lieblingsparfum? Habe keins

2. Trägst du Unterwäsche, wenn ja, welche? *grins* ja, ich trage welche!

 

3. Was ist deine Lieblingseissorte?  Stracciatella


4. Duschen oder baden? Je nach Lust und Laune

5. Sonnenauf- oder Sonnenuntergang? Sonnenuntergang

6. Welche 3 Dinge hast du immer bei dir, wenn du unterwegs bist? Schlüssel, Geldbeutel, Kreditkarten

7. Donald Duck oder Mickey Mouse? Donald, der ewige Loser ;-)

 

8. Welche Zahnpasta benutzt du? Unterschiedlich

 

9. Rechts- oder Linkshänder? Linkshänder außer beim Schreiben

10. Singst du unter der Dusche?  Nein

11. Redest du mit deinen Haustieren?  Ja klar

12. Kennst du die richtigen Namen deiner E-mail-Freunde?  Die Vornamen ja

13. Hast oder hattest du jemals ein pinkfarbenes Kleidungsstück? Nein … sorry, ihr Klischees… ähem, ja doch, neuerdings


14. Beißt du dir in die Lippen, wenn du nervös bist?  Nein


15. Weißt du, wie man die BH-Größe misst?  *lach* Ja

16. Kannst du einen BH mit nur einer Hand öffnen? Weiß ich nicht

17. Gummibärchen oder Kaugummi? Kaugummi


18. Wie alt bist du? 29 seit kurzem

 

19. Und wie alt möchtest du sein? Ist ok so


20. Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?.. kann auch ein Zelt sein, wenn ich mit dem Bewohner glücklich bin

21. Was isst du am liebsten auf der Pizza? Meeresfrüchte


22. Wie trinkst du deinen Kaffee? Schwarz (aber ich mag eigentlich gar keinen Kaffee)


23. Hast du schon mal für andere gekocht? Jaaaaaaa gerne

24. Hast du schon mal Austern gegessen? Ja


25. Weißt du Geburtstag und Alter deiner Eltern? Ja

26. Titel deines Lieblingsbuchs? Die Nebel von Avalon


27. Hast du schon mal jemanden ans oder aufs Bett gefesselt? *grins* no comment

28. Sind deine Füße gleich groß?  Nein (ist, soviel ich weiß, bei kaum jemand der Fall)

29. Magst du Knoblauch? Ja!

30. Was war das erste Konzert auf dem du warst? Gary Moore, Vorgruppe war Victory… geil!!!


31. Liest du Tabellen? Hm??? Welche… Charts?


32. Was wäre das erste, was du tun würdest, wenn du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?  Nachdenken und ruhig bleiben. Und dann viel verschenken.


33. Pepsi oder Coca Cola? Coke (aber selten)


34. Wann hast du das letzte Mal geweint? Hm…. Weiß ich jetzt nicht, passiert aber öfter

 

35. Schau nach rechts - was siehst du? Die Zimmertür

36. Mit oder ohne Kohlensäure? Im Zweifelsfall mit


37. Schnarchst du? Nein


38. Kaust du auf Bleistiften oder Kulis rum? Nein

39. Wenn auf einer Tür steht "ziehen", drückst du trotzdem? *grins* kennt ihr mich? Regelmäßig!


40. Wenn du einen Tag in deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann? Der, als wir das Konzert in San Francisco gegeben haben. Oder der, an dem ich Chris kennengelernt habe.

41. Wie würdest du dich selbst einschätzen? Shy, fly, high, dry? Mischung aus allem (aber ich verstehe die Frage nicht so ganz)

42. Pommes oder Bratkartoffeln? Nudeln 


43. Hast du schon mal eine Waffe abgefeuert? Ja

44.
Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl? Egal, ist alles nicht so meins

45. Warst du schon mal in Disneyland/-world/-resort? Ja

46. Was ist dein größtes Ziel? Mit 90 im Schaukelstuhl sitzen und sagen "es war great"

47. Schlagsahne oder Caramelsirup? Bääähhhh

 

48. Riechst du gerne andere Menschen? Es ist schon eine recht intime Erfahrung, daher nur wenige (gewollte)


49. Kannst du mit deinen Augen einzeln blinzeln? Ja

50. Frühaufsteher oder Nachteule? Eher Nachteule – berufsbedingt

 

ergänzt um die wunderschöne Frage:

 

51. Welche Musik soll auf deiner Beerdigung gespielt werden?  

 

      1. Hammerfall  - Glory to the Brave

     2. Manowar  - Courage

 

Bitte weiter mitnehmen und beantworten! :-)

24.03.2006 um 08:53 Uhr

Back!

von: Galahad

Musik: Bonfire ... Champion

Yes I’m back… da bin ich wieder! Und ich werde auch noch für die nächste Zeit hier bleiben *dasisteineDrohung* ;-)

 

Kurz zu dem erwähnten Vorfall: Es war aus meiner Sicht ein Vertrauensbruch und hat schon weh getan.  Man lernt halt nie aus. Schlimmeres ist allerdings nicht passiert und wird auch nicht passieren.

 

Aber etwas anderes hat mir in diesem Zusammenhang sehr viel bedeutet, und dafür sage ich jetzt "danke": Danke für die lieben Kommentare, für die aufmunternden Worte und für die wunderschönen Mails! Ihr seid great! Ich wäre ja wirklich bescheuert, wenn ich das alles freiwillig aufgeben würde. Ihr habt mir in den letzten Tagen wirklich sehr viel damit geholfen. DANKE! J

 

Und herzlich willkommen an die, die bei dieser Gelegenheit hier zum ersten Mal gelesen oder sich zumindest zum ersten Mal zu Wort gemeldet haben. Ich hab mich gefreut! Stay tuned!

 

So, dann mal wieder zum Tagesgeschehen. Eigentlich ist es funny, man könnte auch sagen, skurril oder makaber: gerade, bevor das passiert ist, wollte ich eigentlich einen Eintrag machen, wie schön und glücklich die Tage im Moment ablaufen. Denn das waren/ sind sie wirklich.

 

Die Arbeit mit der Band läuft super und macht riesig viel Spaß. Keinerlei Probleme oder Unstimmigkeiten. Das, was ich gerne "Umfeld" nenne, stabilisiert sich auch immer mehr. So hatten wir z.B. die Kids diese Woche noch mal für einen Nachmittag. Elly, ihrer Mum, war es regelrecht peinlich, als sie anrief und meinte, die zwei würden keine Ruhe geben… es sei doch versprochen und überhaupt… ("klar", sagte Chris, der war da am Telefon, "es ist ja auch versprochen, und wir freuen uns…"). Oder als Ben (der war auch bei unserer Einweihung, wohnte früher im gleichen Haus wie Chris) anrief und fragte, ob wir uns das Fußballspiel Deutschland - USA ansehen, und ob wir es vielleicht zusammen schauen wollten, bei ihm oder bei uns.  ("Ja sicher", sagte ich, "komm beizeiten her, dass wir noch vorher wetten und uns ne Pizza bestellen können".) Oder als vor ein paar Tagen Stacey von der Wohnung unter uns ganz spontan hochkam und uns Bilder von ihrer neugeborenen Nichte zeigte, die ihre Schwester gerade geschickt hatte…

 

Ich kenne sowas von daheim, und ich brauche es, um mich heimisch zu fühlen. Chrissy braucht es nicht so, was aber nicht heißt, dass er sich nicht darüber freut. Er versteht es nur nicht immer auf Anhieb ("warum hat die uns denn jetzt diese Bilder gezeigt - wir kennen doch keinen von diesen Leuten?" - "Einfach weil sie sich gefreut hat…").

 

Ja, und auch zwischen Chris und mir läuft es im Moment ungewohnt harmonisch. Ich glaube zwar nicht, dass wir alle Ecken und Kanten schon zu Rundungen abgeschliffen haben, wie es in dem Horoskop stand, aber in den letzten Tagen zoffen wir kaum. Wir geben uns beide ein bisschen Mühe; ich lasse keine offenen Flaschen rumstehen, beschränke die Zeit am PC auf ein (für ihn) erträgliches Maß und räume alle CDs wieder in das richtige Fach ein (naja, meistens wenigstens…). Dafür hält er zumindest den unteren Wohnbereich weitgehend ordentlich (soll heißen kleidungsfrei) und stellt benutztes Geschirr nicht neben die Treppe oder auf den Schrank, sondern in die Küche. Demletzt hat er sogar mal gespült (also den Geschirrspüler betätigt *grins*). Geht also alles. Wir werden noch ein richtig eingespieltes Team. ;-)

 

Unnötig zu erwähnen, was ich in den letzten Tagen sonst noch an ihm hatte…

 

Ok, also nochmal danke euch allen! Wenn ich mich mal revanchieren kann, bin ich auch da, versprochen! J

 

20.03.2006 um 05:40 Uhr

In eigener Sache

von: Galahad

Meine Identität ist aufgeflogen, und ich überlege jetzt im Moment, ob und wie ich hier weitermache.

Es kam von einer Seite, von der ich es niemals erwartet hätte. Ich fühle mich traurig, enttäuscht, verraten und einfach nur müde...

Hey du - das war unfair! Du hättest mit mir darüber reden müssen - vorher!

Die Person, die gemeint ist, weiß, wovon ich rede.

Ich brauche eine Pause ... Bedenkzeit...

19.03.2006 um 18:03 Uhr

Farbenrausch

von: Galahad

Musik: Lynyrd Skynyrd

Ich liebe pink… und rosa… und hellblau… seit gestern! *grins*

 

Chris hat es getan, tatsächlich:  Als ich gestern einkaufen war, hat er sich mit den besten Absichten in "meinen" Waschsalon verirrt. Wollte anscheinend in der Zwischenzeit auch etwas Produktives zur Hausarbeit beitragen - und hat sich ausgerechnet die Wäsche dafür ausgesucht. Sorry, ich muss schon wieder lachen…

 

Natürlich hat er niemanden vorher um Rat gefragt - das bisschen kriegt ein richtiger Mann ja wohl alleine hin! Stattdessen hat er sich die zwei Waschkörbe gegriffen (ja, wir haben zwei, aber nur pro forma, eine wirkliche Trennung war bisher erfolglos) und losgelegt. Dass ich "irgendwie" sortiere, hat er offenbar mitgekriegt, aber nicht, WIE - also hat er halt mal Oberbekleidung und Unterwäsche/ Strümpfe getrennt. Gut soweit! Aber dass man auch die Farben sortieren könnte… *grins*, das war dann doch zuviel. Ab mit dem Zeug in die Maschine! Und weil ein ganzer Mann halt keine halben Sachen macht, hoch mit der Temperatur - damit es auch ordentlich sauber wird. Volles Programm - da ist ja noch ein Knopf, drücken wir ihn ruhig mal mit…

 

Und das Allerbeste: Damit alles fertig ist, bis Danny zurück ist - anschließend schnell rein mit dem Zeug in den Trockner und mal gut durchpusten lassen. Überraschung - alles ist schon fertig! J

 

Um es kurz zu machen: ich war über die Qualität unserer Sachen eigentlich recht erstaunt. Drei oder vier Sachen können wir Timmy vermachen, der Rest hat es größenmäßig gut überstanden. Wohlgemerkt - größenmäßig! Dafür haben wir jetzt Farben, die gibt’s in keinem Geschäft. *weglach*

 

Ich hatte ein T-Shirt in tief dunkelrot (die Farbe heißt, glaube ich, weinrot oder aubergine, egal). Das ist jetzt zartlila, wirklich hübsch. Ich wollte immer mal so 'nen Farbton tragen. Die ausgelaufene dunkelrote Farbe hat sich dafür ein ehemals weißes Shirt angeeignet, das ist jetzt "rosé". Auch cool. Chris hat bei seinen Sachen mit dunkelblau, dunkelgrün und weiß auch tolle Farberfolge vorzuweisen. Eins könnte man jetzt "mint" nennen, das andere "bleu". Leicht streifig ("Batik-Effekt"). Und ein T-Shirt ist jetzt sogar quittegelb, das verstehen wir beide noch nicht ganz, weil wir beide kein einziges gelbes Kleidungsstück hatten.

 

Er hat mir so leid getan, mein Großer. So ist das Leben - man will was Gutes tun und wird dafür auch noch bestraft. Ich hab ihn getröstet und gesagt, dass mir das beim ersten Mal genau so passiert ist. Und dass es einen ganz simplen Trick gibt: weiß nicht zusammen mit den dunklen Sachen waschen. Jo, Chrissy, die in der Wäscherei machen das auch so, jede Wette! ;-)

 

Trotzdem großes Lob für ihn! Schließlich zählt der gute Wille - und der Weg ist das Ziel oder so ähnlich! *Lachtränen wegwisch und rosa T-Shirt überzieh*

 




17.03.2006 um 20:53 Uhr

Southern Rock

von: Galahad

Musik: Blackfoot ... Highway Songs

Die ersten Proben haben angefangen, und ich muss sagen, es macht saumäßig viel Spaß! Mir war gar nicht klar, wie sehr ich das Musik machen vermisst habe.

 

Zum ersten Treffen hat jeder seine neuen Kompositionen mitgebracht. Das ist für mich auch etwas Neues. Bei meiner alten Band habe ich die Songs geschrieben, und die haben wir dann gemeinsam einstudiert, dran rumgefeilt und so. Hier schreibt jedes Bandmitglied Songs. Oder jeder bis auf den Drummer - der schreibt Balladen und Gedichte, damit wedelt er dann mit einem "gimme some good music for this" den anderen vor der Nase rum *grins*… Ich konnte mir vorher absolut nicht vorstellen, wie das funktionieren soll, aber es klappt.

 

Jeder hat also am Anfang erst mal seine neuen "Werke" rumgereicht. Mir war schon irgendwie mulmig zumute, was die anderen zu den Sachen, die ich in Deutschland geschrieben habe, wohl sagen  werden (auch wenn Chris sagt, sie sind gut, am Ende schmettern die anderen alles mit einem "bullshit" ab…). Unser Leadgitarrist betrachtete einen meiner Songs eine Weile ganz aufmerksam (es sind alles wirklich gute Musiker, sie "hören" ein Lied sofort im Kopf, wenn sie die Noten sehen). Summte vor sich hin, grinste plötzlich und meinte "hey, you German - that’s Southern Rock, fucking good…" - "Quatsch", sagte ich, "das ist doch kein Südstaaten-Rock", da griff er sich seine Gitarre, spielte die Melodie an - ja, er spielte meinen Song, nur leicht anders betont, mit etwas anderem Takt… und Chris lachte los und meinte "Danny, er hat Recht, Südstaaten-Rock, cool." J

 

Der Schlagzeuger ist sofort hinter seinen Drums abgetaucht und hat mit improvisiert, Chris begann einen Schwachsinn wie "ich trinke jeden Tag meinen Whiskey, vergiss nicht meinen Whiskey" dazu zu singen (Text hatte der Song halt noch keinen *grins*), und plötzlich haben wir alle nur noch gelacht. Und Basser Gerry meinte "hey, das ist doch great, machen wir doch mal wieder Southern Rock… Molly Hatchet, Blackfoot, Outlaws, nehmt euch in Acht, wir kommen… und jetzt mit zwei Sängern können wir das gut bringen, ihr könnt euch abwechselnd die Melodie weiterreichen, ihr wisst schon, was ich meine… schade, dass wir nicht noch 'nen Gitarristen haben, das sähe gut aus zu dritt oder zu viert im Wechsel…" - "Danny kann auch Gitarre spielen" (das war Chris) - "Na, um so besser, dann kann er bei den Songs, die du allein singst, Gitarre mitspielen".

 

Gerry ist ein Verrückter - genial und kräftig durchgeknallt *lach*. Überlegt kurz und bringt dann todernst noch ein "ich kann auch Banjo spielen, passt das?" Wir haben bald auf dem Boden gelegen vor Lachen. "Ja, bring mal mit, du darfst auch Banjo spielen." (unser Keyboarder). "Noch wer mit unentdeckten Talenten?" - "Ja", hab ich gesagt, "ich kann Blockflöte spielen" *grins*… daraufhin Gerry: "na, wenn das mal nicht voll cool ist - gebt Danny den Blowjob (boah, muss ich nicht weiter erläutern hoffentlich…)"

 

Unser Drummer hat zwischenzeitlich in seinen lyrics rumgekramt "hier habe ich was, das passt doch genau vom Text…" Eine traurige Geschichte von einer Schönen, die am Meeresufer sitzt und ihrer verlorenen Liebe nachweint "…öhem, ja, ich meine, sie kann ja auch stattdessen am Ufer des Mississippi sitzen…". Wir haben dann erst mal eine halbe Stunde "Free Bird" und "Sweet Home Alabama" gesungen  ("nee, Danny, so nicht, ab sofort jeden Tag ’ne Flasche Whiskey Minimum, deine Stimme muss noch viel rauchiger werden…"). Rumgeblödelt wie die kleinen Kinder. Und doch schon eine Menge geschafft. Von den Songs der anderen waren mehrere dabei, die auf Anhieb in die Southern-Richtung passen. Andere kann man ein bisschen umschreiben. Zwei Balladen und ein deutlich härteres Stück (von mir *grins*) bilden sozusagen das "Gegengewicht" - und die Texte zu fünf oder sechs Songs stehen auch schon.

 

Wenn das so weiter geht … die Jungs sind phänomenal!

15.03.2006 um 14:20 Uhr

Liebe Blogigo-Macher

von: Galahad

bitte bitte gebt mir meine Kommentare zurück! Ich werde euch dafür auch jeden Abend in mein Nachtgebet mit einschließen!

15.03.2006 um 09:21 Uhr

Erste Probe - oder: wie funktioniert eine Band?

von: Galahad

So, noch ein bisschen was zu unserem ersten Bandtreffen gestern. Es  war schön und sehr aufschlussreich. Ich habe viel gelernt über meine neue Band. Vor allem, dass sie völlig anders "funktioniert", als ich das von Deutschland kenne.

 

Als ich mit 15 in Deutschland meine erste Band gegründet habe, haben wir erst mal in einem Kellerraum geprobt und Songs einstudiert - zunächst Cover, später nach und nach dann eigene Songs. Anfangs waren wir froh, wenn wir in irgendeiner Kneipe mal auftreten durften und der Wirt uns die Getränke spendierte. Dann wurden wir langsam "größer" - bekamen Sven als Producer und Manager, der Gigs und Interviewtermine für uns an Land zog. Wir nahmen Alben auf und gaben Konzerte, für die wir vom Veranstalter entweder ein Fixum oder eine an die Eintrittsgelder gekoppelte Gage bekamen. Spesen und Investitionen wurden von den Einnahmen abgezogen, der Rest geteilt - so konnten wir die letzten Jahre ganz gut leben.  

 

Hier ist es völlig anders. Meine neue Band wird in Form einer Firma geführt. Wir alle - von den Managern über uns Musiker bis hin zum kleinsten Kabelträger - sind Angestellte dieser Firma. Außerdem fungieren die Manager, wir Musiker und Malter, unser label president, als eine Art Aufsichtsrat, treffen also alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam.

 

Das erste Treffen nach einer längeren Pause, z.B. nach Beendigung einer Tournee, ist das wichtigste, daran sollte jeder der "führenden Köpfe" teilnehmen. Hier legt das Management die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres offen, sozusagen die Gewinn- und Verlustrechnung, und die Gehälter für die kommenden 12 Monate werden festgelegt. Jawohl, Gehälter! Wir bekommen feste Gehälter, was natürlich vor allem für Leute mit Familie eine bedeutend größere Planungssicherheit bietet. Je nach Erfolg im abgelaufenen Jahr werden die Gehälter nach oben oder unten angepasst. Das fand u.a. gestern statt, ich weiß jetzt also, mit wieviel monatlich ich das nächste Jahr rechnen kann. Unter uns - soviel hab ich noch nie verdient! J

 

Die eigentlichen Proben laufen dann ab morgen. Da ist das Management nicht dabei, nur mal in Ausnahmefällen. Ansonsten sind wir Musiker da ganz auf uns gestellt, entscheiden also allein, in welche Richtung wir gehen, welche Songs wir spielen… Ich bin gespannt, wie das abläuft.

 

 

 

 

 

 

14.03.2006 um 18:08 Uhr

Das fängt ja gut an...

von: Galahad

Musik: Megadeth ... Cryptic Writings

Gestern war die erste Probe, das erste Bandtreffen - und schon bin ich mit dem Management aneinandergerasselt. Tolle Leistung, Danny!

 

Als wir hinkamen, meinte Ed als erstes: "Ach Danny, bevor ich es vergesse - ich möchte noch kurz etwas mit dir besprechen." Ich hab mittlerweile schon gelernt, dass ein vom Management gesagtes "ich möchte gerne…" keine Bitte ist, auf die man "nein" oder "später" antworten kann. Dazu noch gepaart mit "bevor ich’s vergesse" heißt das dann also soviel wie "schwing deinen Arsch rüber, aber ein bisschen plötzlich…". Chris hat mich fragend angesehen, ich konnte auch nur die Schultern zucken und bin dann brav hinter Ed her in sein Büro getrabt. Offenbar ist der jetzt, nachdem er meinen Eintritt in die Band befürwortet hat, mein persönlicher Manager und zuständig für alles, was Chris und ich verkehrt machen *grummel*.

 

"Setz dich doch, Danny" - "Danke".  "Na, hast du dich mittlerweile eingelebt?" (Blöder Smalltalk…) - "Ja, danke, ganz gut." "Immer noch Heimweh?" (Verdammt, komm zum Thema, was willst du?) - "Ja, ab und zu." Er lächelt daraufhin und meint "ok, ich will nicht lange um den heißen Brei rumreden: Wir haben erfahren, dass du ein Internet-Tagebuch führst. Damit wirst du selbstverständlich sofort aufhören!"

 

Ach herrje, auch das noch! Ich hab ihn angesehen und ganz ruhig "nein" gesagt. Mehr nicht. Ungläubiger Blick, zur Sicherheit fragt er noch mal nach: "wie bitte?" - "Nein, ich werde nicht aufhören damit." Punkt.

 

Augenverdrehen, dann meint er: "Danny, schön und gut, wenn dir das Schreiben Spaß macht. Aber wenn du im Web über dein Leben schreibst, schreibst du automatisch auch über Chris, über die Band, über uns alle - und das ist für uns nicht tolerierbar. Wir haben extra PR-Leute für so was, du kannst da nicht einfach dein eigenes Ding machen. Sei bitte vernünftig."

 

Und ich hab ihn angesehen und ganz ruhig (ja, wirklich) geantwortet: "Ed, ich schreibe schon einige Zeit, und du hast Recht, es bedeutet mir etwas. Mein vorheriger Manager hatte dieselben Bedenken wie ihr, und ich habe ihm damals versprochen, dass ich nichts schreibe, was Rückschlüsse auf meine Person oder meine Band zulässt. Daran habe ich mich bis heute gehalten. Und dieses Versprechen gebe ich dir auch. Ich schreibe über mein Leben, aber niemand kann ableiten, wer ich bin oder wer die anderen erwähnten Personen sind." Und dann habe ich ein Blatt aus seiner Zettelbox genommen und einen Schreiber, hab die Blog-Adresse aufgeschrieben, ihm rübergeschoben und gesagt: "Überzeug’ dich selbst, soviel ich weiß, kannst du ja Deutsch. Es stehen sehr persönliche Dinge von mir da drin, aber wenn du auch nur etwas findest, das offenlegt, wer wir sind, dann höre ich sofort auf mit der Schreiberei. Versuch’ es."

 

Schweigen. Blickduell, mindestens eine Minute lang. Wie beim ersten Mal bei Gladys. Oh ja, ich kann das, wenn ich will. Schließlich murmelte er etwas von "teutonischem Dickkopf" (wobei allerdings fast so was wie ein Lächeln um seine Mundwinkel spielte) und seufzte "ok, Danny, lassen wir es dabei. Ich akzeptiere dein Versprechen (schiebt mir bei diesen Worten den Zettel zurück über den Tisch) - das genügt für den Moment." Und dann, wirklich mit leichtem Grinsen "verdammter Sturkopf, bist du immer so?" - "Bei wichtigen Sachen ja!"

 

So, im Moment ist dieses Thema also vom Tisch. Allerdings - so ganz wohl fühle ich mich nicht. Die Tatsache, dass Ed meinen Zettel nicht behalten hat, heißt noch lange nicht, dass er sich die Adresse nicht gemerkt hat und doch mal ab und an hier "vorbeischaut". Und mein Seelenleben vor Ed zu entblößen, dieser Gedanke ist nicht so prickelnd. Naja, ich kann’s nicht ändern.

 

Chrissy wollte natürlich wissen, über was wir geredet haben, und als ich es ihm später erzählte, hat er nur den Kopf geschüttelt und dann laut losgelacht. "Einem der Manager ein einfaches, klares, hartes "nein" entgegenschleudern, das hat, glaube ich, in den letzten Jahren niemand gewagt. Der gute Ed kann jetzt bestimmt drei Nächte nicht schlafen, weil er um seine schwindende Autorität fürchtet. Aber unter uns, Danny - du bist schon bekloppt! Und das alles wegen der Schreiberei."

 

Ja und nein, Chris. Auch wegen der Schreiberei. Aber auch, weil ich mir nicht so einfach Dinge verbieten lasse. Weil unsere Manager vielleicht so eine Art Vorgesetzte sind, aber ich deshalb noch lange kein Befehlsempfänger. So einfach lass’ ich mir in mein Privatleben nicht reinreden (das war jetzt für Ed, falls er doch mal hier liest -hey, that one’s for you). Teutonischer Dickkopf - dann lieber das!

 

Über die eigentliche anschließende Probe mit der Band schreibe ich später, jetzt müssen wir erst mal noch weg. :-)

 

12.03.2006 um 22:33 Uhr

Die Fan-Wall

von: Galahad

Musik: U.D.O. ... Animal House

Was ganz Kurzes (zur Abwechslung ;-) )… und Schönes! J

 

Wir haben, wie ich ja mal beschrieben habe, in unserer Wohnung drei Schlafzimmer. In dem unten steht jetzt seit kurzem der Billardtisch, außerdem ein Schreibtisch und Bürosachen, in dem einen oben schlafen wir, und in dem zweiten haben wir die Schlafcouch aus Chris’ alter Wohnung stehen (für eventuelle Übernachtungsgäste) und unsere Musiksachen, also die Gitarren, Verstärker und so was.

 

In diesem Raum hat Chris vorhin eine ganze Weile rumgewerkelt - ich hab nur Hämmern und Klopfen gehört. Also bin ich nach einer Weile mal nachgucken gegangen, was er treibt. Ja, was wohl? Er hat die "Fan-Wall" wieder aufgehängt - diese Bildersammlung, die er in seiner alten Wohnung rund ums Bett hatte.

 

Als ich zu ihm rein kam, nahm er mich in den Arm und sagte "Ich hab sie halt vermisst, meine Bilder - ich sehe sie mir doch so gerne an. Und sieh mal, wie viel Platz wir hier noch haben - da hängen wir noch ganz viele Fotos auf, und bis wir alles zutapeziert haben, sind wir alte Männer. Dann hängt unser ganzes Leben hier."

 

Du lieber, verrückter Spinner – I love you so much!

 

10.03.2006 um 23:56 Uhr

Zwei nette Jungs

von: Galahad

Musik: Molly Hatchet - Take no Prisoners

Sagenhaft, wie schnell man manchmal doch beim Wort genommen wird!

Beim Weggehen vorgestern hatte ich "Miss Eliza" noch versprochen, dass sie, wenn sie mal was hat oder braucht, ruhig bei uns fragen kann.

Ha, ha, und prompt hat es heute Morgen um halb acht geklingelt. Ich bin zur Tür gewankt (gewankt, weil ich da vielleicht gerade mal vier Stunden Schlaf hatte, wir gehen halt gewohnheitsmäßig relativ spät schlafen). Da steht unsere "Miss" - fix und fertig gestylt, fein angezogen. Schaut mich groß an "oh, ich hab Sie doch nicht wachgemacht?" - "Ähem" (nein, ich sehe immer so aus und laufe immer halb angezogen rum! *grummel*), "eigentlich schon, macht aber nichts. Kommen Sie rein, was gibt’s denn?"

Ja… ist ihr ja so furchtbar peinlich. Ihre Tochter hat gestern Abend angerufen, ob sie morgen (also heute) auf die zwei Jungs aufpassen kann. Die haben nämlich keine Schule und die Tochter ’nen Arzttermin. "Und ich hatte doch ganz vergessen, dass ich ja heute auch früh weg will… ich bin am zweiten Freitag im Monat immer mit einer Bekannten zum Frühstücken verabredet, was kann ich denn da nur tun? Ich will ihr doch nicht absagen…" *grübel* Meint sie damit… uns? "Ja, wenn Sie wollen, können die zwei Jungs zu uns kommen, wir sind heute daheim." Strahlendes Lächeln. "Das ist aber nett, Elly (ihre Mum) kommt sie um 2 Uhr wieder abholen, aber bis dahin bin ich ja auch schon längst wieder zurück…" So zwischen viertel nach acht und halb neun bringt ihre Mutter sie - na, herzlichen Glückwunsch! (*gähn*)  "Klar, machen wir gerne!"

Ich hab so schonend wie möglich versucht, Chrissy beizubringen, dass wir gleich Besuch kriegen. Er ist ein noch schlimmerer Morgenmuffel als ich, aber Kinder hat er auch sehr gerne, war auch nie sauer, wenn Timmy uns in aller Frühe geweckt hat. Und er war auch jetzt nicht sauer, sah mich nur etwas verblüfft an und meinte "no prob, das machen wir schon. Aber Danny - sag mal ehrlich: würdest DU deine Enkel zwei Typen wie uns, die du gar nicht richtig kennst, überlassen? Die Frau hat doch nen Schuss weg, oder?" Hm, so ganz Unrecht hat er nicht.

Um viertel nach acht klingelte sie wieder - fertig im Ausgehdress, mit den zwei Kids im Schlepptau. "Das ist Colin" (schiebt den größeren vor) "und das Kevin" (der jüngere). "So, ihr zwei, dann benehmt euch mal ordentlich, ich bin ja schnell wieder zurück". Und  damit entschwand sie *grins*…

Gegenseitiges Mustern, dann Colin "mein Dad hat längere Haare als du!" - "Ha, stimmt überhaupt nicht - aber er hat einen langen Bart, ich nicht." "Wie, du kennst unseren Dad?" - "Ja, ich hab Bilder bei eurer Grandma gesehen." Kevin, der kleinere, meldet sich: "unser Dad ist ein ganz berühmter Musiker." - "Klar - und ihr, werdet ihr auch mal Musiker?" "Nein, NHL-Profis" … *lach*, schon ist das Eis gebrochen…

Um es kurz zu machen, es war ein wirklich schöner und lustiger Tag. Erst mal haben wir gefrühstückt, Chris hatte eimerweise Donuts aus der Bäckerei unten geholt. Dazu Cola aus Kakaobechern - cool! Danach haben wir den zwei Billard beigebracht, von der Dachterrasse einen Weitspuckwettbewerb gemacht (ja, sorry, ich machs ja nie wieder ;-) ), und später gemeinsam Mittagessen gekocht. Nudeln mit einer absoluten Fantasiesauce, jeder hat das, was ihm einfiel, reingetan. Nein, keine Vorurteile, sie hat wirklich gut geschmeckt! Die Kiddies haben auch entsprechend reingehauen (und die Küche sah/ sieht auch entsprechend aus *lach*). Schließlich haben wir ein Darts-Turnier gespielt - wie Cowboys im Saloon an der Theke stehend, mit einem Whiskey on the rocks (bei den Jungs Eistee "on the rocks"  im Whiskeyglas).

Die Zeit ist nur so gerast, um halb drei klingelte es, und ich hätte keine Familienbilder gebraucht, um zu sehen, dass das die Mum der zwei ist. Das gleiche Gesicht. Oh je, sie stand da an der Tür, etwas blass, ich sagte gleich "du bist Elly, nicht wahr - die Jungs sind hier". Und weil sie immer noch nichts sagte, habe ich noch ganz leise dazugesagt "es ist wirklich alles in Ordnung". Und da schüttelte sie den Kopf und meinte: "Mum wird allmählich etwas sonderbar - ich komme in die Wohnung, und da liegt ein Zettel, dass sie kurz weg musste und meine Kinder bei den Männern im vierten Stock sind… Wenn das mein Mann erfährt…"

Hinter uns Indianergeheul… "Mummy, nein, wir können noch nicht weg, wir wollen noch bleiben, wir spielen gerade ein Darts-Turnier und sind am Gewinnen, weil Dan und Chris nämlich überhaupt nicht spielen können… die treffen gar nichts… " ;-)  Na gut, sie ist dann auch noch fast eine Stunde geblieben, hat die Reste unserer Sauce gegessen, mit gedartet und "Whiskey" getrunken. Gegen drei lief dann auch endlich Miss Eliza ein "ach, hab ich doch die Zeit ganz vergessen, hattet ihr einen schönen Tag?" Wir - Elly, Chris und ich - haben uns nur grinsend angesehen... aber ich denke, sie kriegt "unter vier Augen" doch noch eine Standpauke von ihrer Tochter.

Neues Indianergeheul zum Abschied - "wir wollen noch mal hoch auf die Terrasse - ich hab noch Durst - ich muss noch ins Bad…"  Und Kevin: "Wir dürfen nächste Woche wiederkommen, das hat Chris versprochen, dann grillen wir oben Würstchen, und er bringt uns Poker bei" (aha, ist ja gut zu wissen!)

Jo, war wirklich nett. Wenn’s mit der Musik mal nicht mehr klappt, werden wir Kindergärtner oder sowas *grins*   

08.03.2006 um 19:49 Uhr

Teestunde bei Miss Eliza

von: Galahad

Musik: Nevermore

*grins* Eigentlich wollte ich nach dem letzten Riesen-Eintrag mindestens eine Woche Pause mit bloggen machen, aber es geht schon wieder weiter hier.

 

Den Restsonntag nach dem Brunch haben wir komplett verpennt, kein Wunder. Montag war dann Aufräumtag, Marisa kam helfen, so ging das ganz gut.

 

Noch ne Anmerkung: Wir hatten wahnsinnig viel benutztes Geschirr - und das, obwohl wir Samstag Abend dauernd den Geschirrspüler laufen hatten. Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass mein Indianer sehr wohl mit der Spülmaschine umgehen kann, auch wenn er immer was anderes behauptet. Nur mal kurze Randnotiz für mich! *MERKEN*

 

Montag, als ich Sachen runterbrachte,  traf ich dann die ältere Lady aus dem dritten Stock im Treppenhaus. Sie blieb sofort stehen: "Na, wie war denn die Party?" - "Oh ja, die war super." Lächelnd "das ist ja schön… nun, meine Einladung steht auch noch - wenn Sie diese Woche mal Zeit haben…?"

 

Sie bemerkte wohl mein kurzes Zögern, meinte "ich verstehe, es ist bestimmt langweilig für euch junge Leute" - und da dachte ich, ok, packen wir den Stier bei den Hörnern, irgendwann kriegt sie es doch mit. "Nein, es ist nicht langweilig für uns - es ist etwas anderes. Also ich kann Ihnen keine Ehefrau oder Freundin mitbringen - sondern meinen Freund. Wir sind zwei Männer, die da oben zusammen leben."

 

Für einen Moment hat sie mich ganz verblüfft angesehen (ich hab mich gefragt, ob sie überhaupt versteht, was ich sage), aber dann meinte sie "ach so ist das. Nun ja - gegen zwei starke junge Männer im Haus ist ja auch nichts einzuwenden. Ich würde mich also sehr  freuen wenn Sie mit Ihrem … ähm…  (ha,ha, da wusste sie nicht, wie sie ihn nennen soll)… also wenn Sie beide mal zu mir kommen. Warum nicht gleich morgen Nachmittag? Um fünf Uhr?" - "Ja, danke, sehr gerne!" *grins*

 

Chrissy war erwartungsgemäß nicht erfreut. "Wohin? Was sollen wir denn da? Wir wollten doch morgen shoppen gehen…" - "Machen wir hinterher, oder übermorgen. Bitte, sie freut sich doch." Stossseufzer "ok denn."

 

So waren wir dann gestern bei ihr. Ich nenne sie hier jetzt Miss Eliza (Vorname ist Elizabeth), so haben wir sie natürlich nicht angesprochen, aber es passt irgendwie. Zunächst mal schien sie mir ein bisschen nervös. "Ähm, ja, ich habe Tee gekocht, aber ich habe auch immer Bier im Kühlschrank, wenn mein Schwiegersohn kommt, also wenn ihr lieber Bier möchtet…" Da Chris stumm wie ein Fisch dastand, sagte ich "wir trinken zuerst mal Tee, und dann hinterher ein Bier". Ok.

 

Erste Standardfrage "Seid ihr Musiker?" - "Ja, wir machen Hardrock." "Oh, dann kennt ihr vielleicht meinen Schwiegersohn (sagt den Namen)" - "Nein, leider nicht." Sie steht auf, bringt eine CD, die Typen auf dem Cover sehen aus wie Söhne von ZZ Top, also auch mit so langen Bärten ;-) - "Nein, kenne ich nicht - warum legen sie’s nicht einfach mal auf?". Das hat sie gefreut. Naja - Hillbilly, hier sehr populär, aber nicht so ganz unser Ding.

 

Ja, und dann erzählte sie. Von ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn, die wegen der Musik hierher gezogen sind, sie haben ein Häuschen am Stadtrand, "eigentlich wollten sie, dass ich da mit hinziehe, aber ich kann noch sehr gut allein wohnen, nur am Wochenende bin ich dort und passe auf die Jungs auf, dann kann meine Tochter auch mal abends mit ausgehen, ich hab nämlich zwei ganz liebe Enkel…" - "Tatsächlich? Wie nett - haben Sie ein Bild?" Sie steht wieder auf, kommt mit Fotos zurück *grummel*, super, ich mache hier die Konversation, während Chris sich ohne ein Wort zu sagen inzwischen durch den Berg Teegebäck futtert…

 

Und dann meinte sie "ach, es ist ja schön hier, aber im Herzen werde ich immer New Yorkerin bleiben. Was habe ich diese Stadt geliebt - den Broadway, die Theater, mindestens drei- oder viermal im Monat war ich in den großen Shows, früher, als ich jung war…" - "Ach, tatsächlich - vielleicht kennen Sie Chris’ Mum, die war Tänzerin dort." Ich sage den Namen, sie guckt groß, steht wieder auf, dieses Mal kommt sie mit ein paar LPs zurück von diesen Shows, und ja, tatsächlich, auf einigen ist Gladys mit auf dem Cover. "Ach, ich habe diese Frau bewundert, diese Anmut, wunderbar." Und endlich wird mein Indianer neben mir auch mal wach, guckt sie an und meint "wären Sie auf der Party gewesen, hätten Sie sie kennengelernt." Tolle Leistung! J

 

Ja, es ging noch eine Weile so weiter. Insgesamt waren wir etwa zwei Stunden da, dann sind wir wieder hochgegangen, Chris immer noch sehr schweigsam. Ich hab ihn oben gefragt, ob irgendwas nicht stimmt, da zog er mich zu sich und meinte "nein, Danny, es ist nichts, ganz ehrlich - ich frage mich nur, wie du das machst. Du redest mit wildfremden Leuten, als würdest du sie ewig kennen - und nach einer halben Stunde kennst du ihre Lebensgeschichte, ihre familiären Verhältnisse, ihre Krankheiten und ihr Lieblingsessen (das ist jetzt aber etwas übertrieben!). Mir wären da noch keine drei Worte eingefallen. Wie machst du das? Und warum?"

 

Keine Ahnung, wie und warum! Weil mich Menschen interessieren? Komische Frage.

 

05.03.2006 um 19:35 Uhr

Die Einweihungsparty

von: Galahad

Musik: Paradise ... Do or die

Gestern war es soweit. Mit Liebe vorbereitet, mit Spannung erwartet - unsere Einweihungsparty!

Gleich vorab, für alle, die jetzt keine Zeit zum Lesen haben: es war super, megageil, richtig schön - genauso, wie ich es mir erhofft habe. Eigentlich sogar noch schöner!  

 

Für alle anderen: setzt euch gemütlich hin, holt euch am besten noch was zu trinken: er wird lang, dieser Eintrag! Aber ich muss das einfach alles aufschreiben.

So, dann mal der Reihe nach:

Samstag Vormittag haben wir die letzten Vorbereitungen getroffen. Der Partyservice brachte Gläser, Geschirr und die Bistrotische, und um 17 Uhr dann, wie bestellt, das Essen. Wir haben die Arbeitsplatte in der Küche abgedeckt und dort das ganze Essen aufgebaut, dazu unsere eigenen Sachen, es sah sehr gut aus. Mein Kuchen ist auch geglückt, *grins*… so gut, dass ich Freitag Abend gleich noch einen zweiten gebacken habe. Einer wäre ja für 20 Leute auch ein bisschen knapp gewesen - vor allem, da Chrissy ihn freitags schon direkt angeschnitten und zwei Stücke verdrückt hatte, als ich einen Moment nicht aufgepasst hab. Super. Der Schinken war pünktlich fertig, Getränke aller Art bereitgestellt, also alles bestens.

Chris hatte morgens noch Dekomaterial gekauft - Lichterketten und Girlanden und so’n Kram, alles ziemlich bunt und kitschig, aber ich hab mal nichts gesagt. Ich guckte ihm ein bisschen beim Aufhängen zu, und als er gerade so ein blödes Blinklicht anmachte, musste ich urplötzlich an Heiligabend denken - an seinen gruselig bunten Baum. Und das war so schön, dass ich richtig Gänsehaut hatte und ihn ganz spontan mal in den Arm nehmen und fest drücken musste *lach* armer Kerl, er wusste gar nicht, was los ist.

Als offizielle Startzeit hatten wir 7 pm, also 19 Uhr, gesagt. Um halb sieben klingelte es zum ersten Mal: Marisa, beladen mit zwei Flaschen Tequila, drei Schüsseln mit selbstgemachten Desserts und einem ziemlich griesgrämig dreinblickenden Pedro im Schlepptau. "Dachte ich doch, komme ich ein bisschen früher, falls noch etwas zu machen ist…" *grins*. Bevor wir was sagen konnten, war sie schon durch die Wohnung gefegt, hat wahrscheinlich geguckt, ob an den Waschbecken auch ausreichend Handtücher hängen und so Dinge (*g* Nadine, die Frau ist Mexikanerin, vielleicht hat sie auch das Klopapier kontrolliert, ha,ha). Pedro haben wir erst mal auf die Couch vor den Kamin verfrachtet und ihm eine Flasche Bier in die Hand gedrückt, was seine Laune schlagartig verbesserte.

Ja, und dann hieß es warten. Es wurde sieben Uhr, viertel nach sieben, halb acht. Ich hatte gerade den Vorschlag gemacht, dass wir allmählich anfangen, da klingelte es. Gerry, unser Bassist. Abgerissen und zerzaust wie immer, grinsend, mit einer reichlich aufgebrezelten Blondine im Schlepptau. "Hi, bin ich der letzte? Sorry, hat ein bisschen gedauert, bis (Seitenblick auf seine Begleitung) Madam fertig war." "Keine Sorge, du bist der erste. Hast du eine Ahnung, ob die anderen von der Band auch kommen?" - "Klar kommen sie. Hat Pete nicht angerufen und Bescheid gesagt? Sollte er doch machen - so’n Blödmann!"  "Egal".

Ja, und als wäre das der Startschuss gewesen, kamen sie dann. Als nächstes Melissa und Dad. Melissa - wow, in einem Outfit, als wollte sie zur Oscar-Verleihung. Enganliegendes, silberglänzendes Kleid mit Schlitz an der Seite, Hochsteckfrisur - und was da an ihrem Halsband gefunkelt hat, waren mit Sicherheit keine Strass-Steine und auch keine Zirkonias. Süß: und zu diesem edlen Teil trug sie zusätzlich noch das Sternzeichen-Kettchen, das ich ihr zu Weihnachten geschenkt habe. Sie begrüßte Chris brav mit Küsschen links/Küsschen rechts, dann strahlte sie mich an, drückte mich und knutschte mich regelrecht ab (wah, warum immer ich???). Und hielt uns ein Riesen-Paket hin: "das ist zur Einweihung, ich hab es ganz allein ausgesucht - bitte macht gleich auf, ich bin ja so gespannt, wie es euch gefällt..."

Es war ein Set (12! Stück!) riesiger knallbunter Plüsch-Kuschelkissen. In allen Farben und Formen: ein Herz in knallrot, eine Sonne in leuchtendgelb, irgendwas (ich glaub, ein Fisch) in türkis, weitere Kissen in pink, grasgrün, himmelblau… *weglach*. "Sind die nicht superschön, die könnt ihr überall in der Wohnung verteilen, das bringt Farbe und gute Laune." Da Chris dieser ganzen "Pracht" sprachlos gegenüberstand, hab ich sie in den Arm genommen und "ganz toll, Melissa, wirklich wunderschön" gesagt. Und ich schwöre - zum ersten Mal hab ich von ihrem Dad ein wohlwollendes Lächeln geerntet, fast schon sowas wie einen Blick des geheimen Einverständnisses.  "Ja, das hat sie wirklich ganz allein gekauft. Ich habe was anderes - alles Gute zur neuen Wohnung!" Gibt uns ebenfalls ein Paket, drin war eine gusseiserne Kamingarnitur: so verschiedene Schürhaken und Rechen und ein schmiedeeiserner Korb für Holz. Sieht sehr schön und edel aus! "Ja, ich wusste ja, dass diese Wohnungen offene Kamine haben, ich hoffe, es gefällt euch."

Die Sache mit den Einweihungsgeschenken hat uns übrigens den ganzen Abend "verfolgt", sie hat mich regelrecht umgehauen. Es kommt noch viel härter.

Der nächste war, glaube ich, Benjamin - ebenfalls mit Riesen-Paket, das er Chris in die Hand drückte: "für eure neue Wohnung, ich hoffe, ihr habt noch keins". Inhalt: ein elektronisches Dartspiel. Cool, so ein ähnliches, wie ich auch in Deutschland hatte. Super, wir darten sehr gerne.

Als nächstes zwei unserer Manager mit Ehefrauen, der dritte ist mit seiner Familie gerade auf den Bahamas (boah…). Die sahen mal cool aus: im normalen Leben Nadelstreifen-Bosse, heute in Jeans, karierten Holzfällerhemden und Cowboyhüten. Während Ed’s Frau passend dazu aussah, als käme sie gerade aus dem Kuhstall (Fransenjeans, Cowboystiefel und ein geknotetes Hemd), war die andere eher für einen Opernbesuch gestylt: langes Kleid und Highheels (he,he, die Schuhe lagen allerdings nach ’ner Stunde in der Ecke, da lief sie barfuss rum). Sie gaben uns einen Briefumschlag und sagten "alles Gute zum Einzug vom gesamten Management, euer Geschenk wird nächste Woche geliefert".  Und Ed fügte noch hinzu "das spielt ihr Jungs doch immer gerne. Hoffentlich habt ihr Platz dafür". In dem Umschlag war ein Prospekt von einem Billardtisch, komplett mit Zubehör. Da hab ich ernste Zweifel gekriegt, was die unter "Einweihungsparty" verstanden haben, es kam mir eher wie Hochzeitsgeschenke oder sowas vor. Aber klar haben wir Platz!

Zwischendurch liefen immer mal wieder Bandmitglieder ein, mit Freundin oder Frau (zwei von denen sind schon ewig verheiratet). Dann kamen Stacey und Richard von der Wohnung unter uns. "Hey, wir haben unten gewartet, bis bei euch ein bisschen Stimmung ist, wir wollten nicht die ersten sein." Und - oh mein Gott - das nächste Paket "das ist zur Einweihung". Aber diesmal war der Inhalt ein echter Lacher: eine Schwarzwälder Kuckucksuhr. Erklärung: Die zwei haben vor einem Jahr eine Deutschlandreise gemacht und die Uhren gleich im Dutzend mitgebracht - sie gelten hier nämlich als absolut cool. Haben die Augen gemacht, als Chris erklärte, dass ich Deutscher bin! Ich hab dann schnell dazugesagt, dass ich mich deshalb umso mehr freue, weil es doch etwas aus der Heimat ist. Ist zwar nicht meine Heimat, der Schwarzwald, aber na denn … niedlich, der Kuckuck *weglach*

Jo, und endlich dann auch noch Gladys. Die hatte wenigstens was Vernünftiges als Mitbringsel - einen mexikanischen Knüpfteppich, bunt, hübsch. Dachte ich zumindest. Bis sie uns in die Küche zog, Chris einen Umschlag gab und meinte "für euch, zur Einweihung". Chris sah rein, schüttelte den Kopf und sagte nur "no, Mummy. NO!" Ich hab dann auch mal einen Blick riskiert. Oh je, ich weiß gar nicht, ob ich das hier überhaupt schreiben soll. Aber es stimmt ja nun mal, also: drin war eine Zahlungsanweisung an unsere Hausverwaltung, so eine Art befristeter Dauerauftrag. Oder anders ausgedrückt: Die Mietüberweisungen fürs kommende erste Jahr. Komplett.

Ich sagte ebenfalls "nein, das geht nicht". Aber dann haben wir uns angesehen, sie und ich, ich sah dieses Funkeln in ihren Augen - ich geb das darauffolgende Gespräch jetzt mal genauso wieder, aber ich weiß nicht, ob das, was ich ausdrücken will, rüberkommt, man muss sie und ihre Art schon kennen. Auf jeden Fall hatten wir in Florida auch öfter so "Dispute" und beide immer unseren Spaß dabei.

Ich sagte also "nein, das geht nicht", und sie daraufhin "ok, sagt mir beide, dass ihr es nicht wollt, dann gehe ich am Montag zur Bank und mache es rückgängig. Kein Problem!" "Ja, aber du wärst verärgert?" - "Noch viel mehr, tödlich beleidigt!" "Dann würdest du wahrscheinlich nie mehr mit uns reden?" - "Kein Wort bis zu meinem Tod!" "Und wohl nie mehr anrufen?" - "Never ever!" "Und uns auch nie mehr einladen?" - "Das erst recht nicht, keinen Fuß mehr durch meine Tür, noch nicht mal zu meiner Beerdigung!" (da hatten wir beide schon unsere Mühe, ernst zu bleiben). Und Chrissy, der bis dahin nur verblüfft zugehört hatte, meinte, ebenfalls lachend "hört auf, ihr zwei - Mum, es ist ok. Wenn Danny nicht mehr nach Florida darf, kriegt er hier einen Zusammenbruch, und ich muss es ausbaden. Also gut dann - aber es ist verrückt und absolut übertrieben!" Und da baute sie sich vor ihm auf  (noch nicht mal 1,60 m geballte Power gegen 1,90 m *grins*) und sagte "so, so, du willst mir erklären, was verrückt und maßlos ist? Dann sieh es so: was ich euch jetzt gebe, erbst du in ein paar Jahren weniger. Ich hoffe, du kannst jetzt wieder gut schlafen!" Ich mag ihre Art einfach, sie ist so lieb und warmherzig unter diesem sarkastischen Äußeren. Also Ende der Diskussion.

Ja - zurück zu unserer Party: es war von Anfang an ein Selbstläufer! Super Stimmung, alle gut drauf. Gladys unterhielt sich mit den Managergattinnen ebenso gekonnt wie mit Marisa und Pedro auf spanisch, Melissa war überglücklich, dass mit Ben wenigstens ein alleinstehender Junggeselle unter 40 da war, an dem sie ihren Charme ausprobieren konnte, und die Jungs von der Band machen sowieso immer Stimmung, auch wenn die Scherze nicht immer ganz jugendfrei sind und unser Leadgitarrist zu vorgerückter Stunde regelmäßig ’nen Striptease hinlegt *lol*. Die Selbstbedienung bei Speisen und Getränken klappte auch vorzüglich - so gut, dass Chrissy’s Getränkevorräte beängstigend schnell abnahmen, und ich, wenn ich jetzt die kümmerlichen Reste vom Buffet ansehe, mir eher noch Gedanken mache, ob es genug war. Wahnsinn, nix von wegen vornehmer Zurückhaltung.

Getanzt wurde auch viel. Wir hatten Musik aller Richtungen vorbereitet, und Stacey half uns noch aus, indem sie schnell runterlief und mindestens zwanzig verschiedene Tanzalben holte. Erklärung: die zwei sind in einem Tanz-Club. Gaben dann auch gleich mal eine Kostprobe ihres Könnens, das sah schon gut aus. Und Gladys tanzte mit Pedro Tango und Rumba und noch was anderes südamerikanisches - toll! Klar, Gladys ist ausgebildete Tänzerin, das merkt man sofort - aber dass der rundliche und immer griesgrämige Muffkopf Pedro so einen Hüftschwung hinlegen kann, hätte ich nicht gedacht (und noch weniger, dass er dabei sogar lachen kann!). Ich hab mal einen Blick zu Marisa geworfen, nicht, dass sie sauer ist - aber sie war eher heilfroh, dass "ihrer" sich amüsierte, anstatt rumzuknatschen. ;-)

Zu vorgerückter Stunde kamen unsere Bandkollegen und meinten "so, von uns kriegt ihr ja auch noch was, das holen wir jetzt, aber ihr müsst erst mal verschwinden!" - "Wie verschwinden?" "Na, haut ab, irgendwohin, hoch ins Schlafzimmer, und macht die Tür zu, bis wir euch rufen." Nun denn - haben wir uns ne Flasche Whiskey gegriffen und sind brav die Treppe hochmarschiert. Gerry rief noch hinterher "in einer Viertelstunde sind wir hier fertig, also richtet euch drauf ein, mit den ausgefallenen Spielen braucht ihr gar nicht erst anfangen". So ein Spruch hätte sonst höchstens ein pikiertes Stirnrunzeln unserer Manager zur Folge gehabt, aber heute hat alles gebrüllt vor Lachen *grins*.

Da haben wir dann oben auf dem Bett gesessen, Whiskey getrunken und hörten unten jede Menge Rumpelei, ein lautes Hallo, dann wieder Scheppern und Radau. Chrissy meinte sarkastisch "sie schlagen jetzt das Wohnzimmer zu Kleinholz, damit wir Platz für den Billardtisch haben".  Aber dann durften wir wieder runter kommen, und der Anblick hat uns fast umgehauen: Sie hatten eine Hausbar fix und fertig aufgebaut! Kennt man bei uns auch: eine Theke mit Barhockern davor, hinten verspiegelt, mit einem Überbau, wo die Gläser draufkommen und die Getränke - edel edel! Anscheinend hatten sie das gute Stück vormontiert hergebracht und dann "vor Ort" fertig zusammengebaut. Und die Zimmerecke, wo sie es hingestellt haben, sieht aus, als wäre da nie etwas anderes gewesen - Wahnsinn! Jetzt können wir an unserer eigenen Theke stehen, was trinken und dabei fernsehen (TV hängt genau gegenüber an der Wand).

Ja, wir haben richtig Party gemacht. Heute Morgen um halb neun sind die letzten raus, das waren Ben, Stacey und Richard sowie Gerry und seine Blondine (sie heißt Julie, aber Chris meint, es lohnt sich nicht, sich die Namen von Gerry’s Begleitungen zu merken, weil er jedes Mal jemand anderes dabei hat *räusper*).


Ausfälle gab es keine - wenn man mal davon absieht, dass unser Drummer ab ein Uhr auf der Couch gelegen und fest gepennt hat (Kommentar seiner Frau "das passiert ihm immer, aber er schnarcht wenigstens nicht, also ignoriert ihn einfach, machen wir weiter!"). Ein einziges Glas ist zu Bruch gegangen, als Gerry einen schottischen Tanz vorführen wollte und mit voller Wucht auf das Weinglas sprang, das seine Freundin gerade neben dem Tisch abgestellt hatte. So gesehen waren wir richtig solide *grins*

Als sie weg waren, haben wir noch ein bisschen zusammengeräumt und dann fast noch eine Stunde mit einem Absackerwhiskey mitten im Schlachtfeld gesessen - übermüdet, aufgedreht, glücklich. Aufgeräumt wird erst morgen; nachher um eins sind wir mit Gladys in ihrem Hotel zum Brunch verabredet, und danach werden wir uns erst mal ein paar Stunden Schlaf genehmigen.

Ich hab eben mal überlegt, was das Schönste an diesem Abend war. Die tollen Geschenke? Die Tatsache, dass alle gekommen sind, die eingeladen waren? Dass uns Richard für in drei Wochen schon zu seinem Geburtstag eingeladen hat, und Ben mich gefragt hat, ob wir die Fußball-WM gucken, und ob wir uns die Spiele nicht zusammen ansehen wollten, bei ihm oder bei uns? Nein, es war etwas anderes: als wir vorhin da auf dem Boden saßen, umarmte mich Chris und sagte "Danny, es war so super, ich bin kaputt, aber so glücklich…". Und dann meinte er ganz leise "I’m a damn lucky man". Ja, Chris, ich hab auch verdammtes Glück, ich weiß es!

Jetzt brauche ich schnellstens jemand, der mir gehörig in den Arsch tritt und mich auf den Boden zurückholt *grins*… ja Chrissy, ich weiß, wir müssen gleich los, ich komme schon… ;-)


Euch allen einen wunderschönen (Rest)Sonntag! Und danke für’s Daumendrücken!!!



03.03.2006 um 23:11 Uhr

Danny's kleiner Waschsalon

von: Galahad

Musik: Heavy Bones

Gemeiner, unpassender Titel - ich weiß. Ich brauche wohl nicht sagen, wer ihn erfunden hat *grummel*. Ich schreibe das hier auch eigentlich nur, weil es vom Thema her irgendwie zum letzten Eintrag passt.

 

Zu unserer Wohnung gehören zwei große Kellerräume. Bis jetzt haben wir da nur Getränke drin stehen und zwei oder drei Möbelstücke von Chrissy, die wir nicht in die neue Wohnung stellen, aber auch nicht wegwerfen wollten.  Also noch jede Menge Platz. Daher kam ich auf die - für mich ziemlich naheliegende - Idee, in den einen Raum eine Waschmaschine und einen Trockner zu stellen. So was braucht man ja schließlich - dachte ich zumindest.

 

Als ich Chris den Vorschlag gemacht habe, kam mal wieder dieser Blick… und ein fassungsloses "du willst was???" Das macht er mit voller Absicht, und ich überlege dann jedes Mal, ob ich ein falsches Wort benutzt habe oder er mich nur nicht verstehen will. Meistens ist es das zweite.

 

"Ich will eine Waschmaschine und einen Trockner da unten reinstellen. Dann brauchen wir unsere Sachen nicht mehr wegbringen." - "Was hast du denn gegen unsere Wäscherei, die arbeiten doch gut?" "Ich hab nichts gegen sie, aber es ist mir auf Dauer zu teuer, alles zum Waschen wegzugeben."

 

Kopfschütteln. Augenverdrehen. Und dann meint er schulterzuckend "naja, warum nicht, wenn du das selbst übernehmen willst…" Oh, oh, Vorsicht! "Ähem, Chrissy - ich hab nicht gesagt, dass ICH das übernehmen will, sondern dass WIR das selbst machen können!" - "Wir??? Ich nicht. Ich kann das nicht." War ja klar! "Oh Chris, du kannst einen DVD-Recorder bedienen, einen PC und ein Mischpult - erzähl’ mir nicht, dass du kein Waschprogramm einstellen kannst." - "Ich will das gar nicht können!" Zumindest ist er ehrlich.

 

Thema erledigt. Ich hab’s dieses Mal sein gelassen und gar nicht mehr weiter mit ihm diskutiert. Bin stattdessen los und habe eine ordentliche Waschmaschine und einen Trockner gekauft. Die Geräte werden nächste Woche geliefert und unten aufgebaut. Und dann wasche ich meine Sachen selbst, und Chris kann seine weiter zur Wäscherei bringen. Bin doch hier nicht die Waschfrau vom Dienst!     

 

Ja, und als ich eben noch mal unten war, um zu kontrollieren, ob auch alle notwendigen Anschlüsse da sind, hing eben dieses Schild - ein Riesenschild! - an der Kellertür. Sehr nett gemacht… mit einem Bildchen, auf dem eine Waschfrau mit Zuber und Waschbrett zu sehen ist. Er hat’s Gott sei Dank nur an die Innentür gehängt. Und sich oben verlacht wie ein Zwölfjähriger.

 

Ich sehe es kommen - irgendwann wird hier ein Mord passieren!!!

;-)

 

 

02.03.2006 um 16:59 Uhr

Titel weiß ich keinen... vielleicht: ein Gewitter reinigt die Luft?

von: Galahad

Musik: Cinderella... Night Songs

Gestern war mal wieder so ein Tag, da hätte ich Chris den Hals umdrehen können. Und zum Schluss hab ich mich dann auch noch schuldig gefühlt…

 

Wir wohnen jetzt eine gute Woche in unserer neuen Wohnung - und es sieht manchmal hier aus, als wäre eine  Horde Einbrecher am Werk gewesen. Chris lässt alles genau dort stehen oder liegen, wo er es als letztes benutzt/an-/ausgezogen hat. Außerdem hat er sich angewöhnt, auch meine Kleider anzuziehen - sie passen ihm ja, ich hab auch im Prinzip nichts dagegen, aber das heißt, dass ich jetzt auch meine eigenen Sachen ständig suchen gehen muss. Also, um das klarzustellen - ich bin wirklich kein Ordnungsfanatiker. Jana hat mich immer als "schlampig" bezeichnet, und das hab ich gelten lassen. Aber gestern bin ich echt ausgerastet. Ok, gut, vielleicht bin ich im Moment auch sowieso ein bisschen nervös, das gebe ich ja zu. Auf jeden Fall hab ich ihn gestern ziemlich hart angefahren, was, for the hell, er sich denkt, welchen Zweck ein Kleiderschrank hat? Und dass es verdammt nochmal doch möglich sein muss, benutztes Geschirr in den Geschirrspüler oder wenigstens  in die Küche zu stellen.

 

Zuerst hat er seinen üblichen "Danny calm  down"- Blick aufgesetzt. Dann hat er wohl gemerkt, dass ich echt sauer bin und meinte "ich räume nachher auf, ehrlich". Nachher! Das kann bei dem Herrn auch in  drei Tagen sein. Oder in drei Wochen. Ich hab ihm den ganzen Kleiderhaufen, den ich vom Wohnzimmer an treppaufwärts bis zu unserem Schlafzimmer aufgesammelt hatte, vor die Füße geknallt und bin dann einkaufen gegangen. Erst mal an die frische Luft, bisschen abregen. Als ich zurückkam, war er auch weg. 

 

Ich hab dann oben versucht, ein bisschen an meinen letzten Songs rumzufeilen, hab Chris nach einer Weile zurückkommen und unten rumhantieren hören, bin aber nicht gucken gegangen, was er macht. Ja, und dann hat er mich gerufen - "Hast du mal einen Moment Zeit? Kommst du mal?"

 

Was hat er gemacht? Er war ein paar Blocks weiter in einem Feinkostgeschäft, da gibt’s wahnsinnig feines Sushi und Meeresfrüchtecocktail und frittierte Tintenfischringe und und und … alles die Sachen, die ich so gerne esse. Davon hat er ne ganze Wagenladung gekauft, 2 Flaschen Champagner dazu, hat unten den Tisch gedeckt - wirklich sehr schön, mit Kerzen und passenden Servietten  -  ja, und dann hat er irgendwo auch noch so einen kleinen Stoffbär aufgetrieben, der hält ein Herz, auf dem "sorry"  steht. Diesem Bärchen hat er einen Zettel umgehängt, auf dem steht "ich verspreche dir, dass ich nie mehr Unordnung mache", und hat ihn neben meinen  Teller gesetzt.  

 

Was soll ich denn bitte dazu noch sagen? Dieser Kindskopf! Grinst mich über sein Glas hinweg an: "Danny, bitte, du bist doch nicht wirklich böse mit mir?" Ich habe noch versucht, zu sagen "ich hab im Moment gar keinen Hunger" - aber dann musste ich auch schon loslachen. Und dachte prompt, dass ich mich ja vielleicht auch ein bisschen blöd drangestellt und  ihn zu hart behandelt habe... *seufz* 

 

Und dann… *grins*… ja, Versöhnung ist auch immer etwas Schönes. ;-)