Times of Life

30.05.2006 um 19:50 Uhr

Party-Nachlese

von: Galahad

Musik: Blind Guardian

Zum Samstag Abend selbst gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es war locker, schön - halt mehr ein Treffen von ein paar Leuten als eine richtige Party. Melissa war mit Suzan, das ist eine ihrer Freundinnen (die natürlich auch "Bescheid wusste") da, außerdem noch Jonathan (dem ich immer die deutschen Briefe übersetze), Benjamin (Chris' Kumpel) und Stacey aus dem dritten Stock ("Hubby", ihr Ehemann, war auf 'nem Wochenendseminar). Und dann halt noch Marc.

 

Wir haben Musik gehört, unser Tourvideo gezeigt, was getrunken und geredet - wie gesagt, ganz locker. Und Marc und Melissa haben sich den ganzen über Abend  "angeschmachtet" - zu süß! Hach, das waren noch Zeiten… *fg*

 

Viel interessanter war dafür die Probe gestern Abend. Ich hätte vorher meine linke Hand drauf gewettet, dass Malter auftaucht - und genau so kam es auch! Er wartete, bis wir mal kurz Pause machten, und dann kam das erwartete "Chris, Danny - habt ihr mal einen Moment Zeit?"  "Klar!" ;-)

 

Ich versuche mal, das folgende Gespräch genau wiederzugeben - wir waren nämlich gut (glaub ich mal!).

 

Also Malter fragte: "Na, ihr hattet eine Party am Samstag? Wie war’s?" Darauf Chris: "Ach, keine richtige Party, wir haben nur Musik gehört und Video geguckt - aber ja, es war schön." Malter (etwas zweifelnd): "Und Melissa war auch da?" "Ja", sagte ich, "die wollte mit Suzan ausgehen, aber offenbar hatten die beiden keine richtige Idee, wohin, da hab ich gesagt, sie können ja auch zu uns kommen."

 

Malter (stirnrunzelnd): "Und bei euch hat sie Marc kennen gelernt?" Chris: "Marc? Ja, Benjamin hatte den mitgebracht. Die zwei haben sich anscheinend gut verstanden. Ist ja auch ein ganz Netter, der Marc." Worauf Malter richtig fauchte "das höre ich zuhause seitdem auch nur noch - wie nett der Kerl ist!"

 

Ich hatte Mühe, ernst zu bleiben, meinte aber ganz unschuldig: "Na, das wäre doch auch super. Melissa und ein Musiker… das würde doch genau passen. Sie kennt das Business und könnte sogar Managerin machen, so clever, wie sie ist." Worauf Daddy mich völlig entgeistert betrachtete, he,he *grins*. Sagte dann: "Dieser Marc ist seit kurzem bei mir unter Vertrag" und Chris darauf: "na, das heißt ja dann, dass er gut ist." J

 

Malter seufzte nur, und Chris fragte, plötzlich ganz ernst: "Hey, was ist los?" (die zwei kennen sich ja schon ewig, er kann ein bisschen anders mit ihm reden, auch wenn Malter unser Boss ist.) "Was gefällt dir nicht? Melissa ist eine junge Frau… ist doch logisch, dass sie irgendwann einen Typen anbringt. Soll sie ihr ganzes Leben bei dir bleiben? Hättest du lieber was anderes - einen Autohändler, oder einen, der bei Baseballspielen die Hot Dogs verkauft? Einen Harvard-Professor, bei dem sie vor Langeweile stirbt? Oder… wäre es besser, wenn sie unseren Weg einschlägt, und dir Suzan oder eine ihrer anderen Freundinnen irgendwann als Liebe ihres Lebens präsentiert?"

 

Für einen Moment war der Gute wirklich sprachlos, dann sagte er: "nein, das nicht. Ich will nur, dass sie glücklich ist. Ich habe ihre Mum sehr geliebt und war so glücklich mit ihr, und ich will nur, dass Melissa das auch mal so erlebt. Ich will nicht, dass jemand sich an sie ranmacht, weil sie meine Tochter ist, oder wegen des Geldes." Und ich darauf: "Nun, dann ist es doch ganz einfach - sag, sie soll ihn mal mitbringen, und dann rede mit ihm. Nicht als Boss, sondern als Vater. Einem verliebten jungen Mädchen kann man vielleicht was vormachen, aber einem besorgten Dad wohl kaum. Du wirst schon merken, ob er es ernst meint."

 

Malter sah uns nachdenklich an, dann - !!! - legte er uns den Arm um die Schultern und meinte "danke, ihr zwei - wahrscheinlich habt ihr Recht!" Und dann im Weggehen "dankt eurem Schicksal, dass ihr wohl nie ein kleines Mädchen großziehen und anschließend wieder loslassen müsst!"

 

Weg war er! Chris und ich haben uns erst mal nur angesehen - dann haben wir beide wie auf Kommando gegrinst und uns ("gimme five") abgeklatscht. Das war gut! Und die anderen der Band, die nicht so ganz verstanden hatten, worum es ging, haben Beifall geklatscht. ;-)

 

Heute Morgen habe ich nochmal kurz an unserer Vorstellung gezweifelt… als Melissa in aller Früh' heulend anrief. Aber dann kam: "Danny… ich liebe euch! Daddy hat gesagt, ich soll Marc ruhig mal mitbringen, wenn ich ihn so mag. Er hätte ja gar nichts gegen Musiker…" *ggg*

 

27.05.2006 um 20:20 Uhr

Alles neu macht der Mai... Teil 2

von: Galahad

Musik: Savatage

O ja - der "Wonnemonat" hat's in sich dieses Jahr! Melissa ist frisch verliebt - und Jana schwanger! J

 

Gestern Morgen ging das Telefon… es war so gegen fünf, wir waren vielleicht gerade mal drei Stunden im Bett. Entsprechend die gegrummelte Bemerkung von meinem Indianer "kann nur für dich sein, geh’ mal dran"… Decke über den Kopf, mach du mal… L

 

Es war Jana, und als erstes sagte ich: "verdammt, hast du mal auf die Uhr geguckt? Was ist los?" - "Ach Danny, tut mir leid, ich rechne nie nach, welche Zeit ihr habt - aber ich muss es dir unbedingt erzählen. Ich komme gerade von meiner Frauenärztin - Danny, ich bin schwanger!"

 

Hmpf! Ich konnte mich trotz Halbschlaf gerade noch bremsen, nicht "von Bernd?" zu fragen *grins*. Stattdessen sagte ich "wie schön - freust du dich? Und was sagt Bernd dazu?" - "Der weiß es noch nicht, er ist ja auf der Arbeit, und ich will es ihm lieber persönlich sagen, aber er wird sich riesig freuen, das ist sicher. Wir haben schon so oft davon geredet, dass wir mehrere Kinder haben wollen. Und bald heiraten - seine Scheidung ist ja jetzt so gut wie durch, das klappt bestimmt vorher noch. Ich bin so glücklich!"

 

Während mir unwillkürlich ein paar Bilder aus ihrer ersten Schwangerschaft durch den Kopf schossen - die ständige Übelkeit, die dauernde Heulerei, ihre Angst - und ich noch "Gott sei Dank, dass sie dieses Mal nicht allein da durch muss" dachte, kam dann der nächste Hammer. "Sag, Danny - es ist ja eigentlich noch zu früh für solche Überlegungen, aber Bernd und ich haben schon darüber geredet - meinst du, wir könnten Chris bitten, Pate zu werden?"

 

Bitte? Chris? Ich gebe zu, für einen Moment war ich etwas "platt"! Ich gönne meinem Großen wirklich, wirklich alles, und er wäre bestimmt gerne Pate bei so einem Würmchen, aber ohne dass ich es wollte, kam mir der Gedanke "wieso er???" Ich meine - ok, Timmy wurde damals nicht getauft, aber wenn sie jetzt anders denken und jemanden suchen - grübel… ja, ich geb’s zu, ich dachte sofort "wieso fragt sie mich nicht?". Und während ich mühsam ein "klar, das macht er bestimmt" zusammenbrachte, fing Jana am anderen Ende der Leitung lauthals an zu lachen. "Oh, du - ich kenne dich doch, und dein Gesicht kann ich mir gerade richtig gut vorstellen. Gib’s zu - du hast dich geärgert, dass wir dich nicht fragen?" "Nein, nicht geärgert… nur nachgedacht…" - "Kannst du dir nicht denken, wieso? Wir wollen in der Kirche heiraten und unsere Kinder taufen lassen, und Timmy wird dann natürlich auch getauft. Und für mich war selbstverständlich, dass du bei ihm Pate wirst - wer denn sonst?" Dieses Huhn! *grins* Und mein Zwerg - das ist echt so schön…

 

Wir haben noch ein bisschen geredet, dann bin ich - mittlerweile hellwach - zurück ins Bett und konnte es nicht lassen, Chrissy gleich davon zu erzählen. "Hey, hör mal zu - du wirst Pate!" Chris darauf (im Halbschlaf): "Toller Gag - und wer ist die Glückliche? Ich hab aber nix gemacht…" "Pate, du Penner - nicht Vater!" He, he, und dann hab ich so langsam für mich zu zählen angefangen, und bei 19 setzte er sich auf und fragte "WAS war das eben???" *zwinker*

 

Wir werden coole Paten sein! J

 

 

 

 

25.05.2006 um 18:56 Uhr

Alles neu macht der Mai...

von: Galahad

Musik: Cinderella ... Night Songs

Nein, nicht bei uns *grins*! Aber so heißt dieses Lied doch?  Und manchen Menschen bringt der Mai die Liebe… In diesem speziellen Fall Daddys little sunshine girl Melissa.

 

Gestern kam sie hochgestürzt zu uns - hat mich erst mal an der Tür umarmt und abgeküsst (worauf Chrissy sofort hinter der Bar in Deckung ging, damit ihm das nicht auch passiert, he,he). Stattdessen ließ sie sich in den nächstbesten Sessel fallen…  ein strahlendes Lächeln… gefolgt von einem ziemlich missmutigen Gesichtsausdruck mit gleichzeitigem tiefen Seufzen… oh, oh! Sorry - aber wenn ich eines über Frauen weiß, dann, was so Verhalten bedeutet! *grins*

 

"Mel, was ist los - bist du verliebt?" - "Woher weißt du das denn?" - *hüstel* "nun ja, wenn man dich so ansieht…" Es folgte prompt ein Monolog im Stil von "er ist so toll… so wunderbar… und wie er aussieht… seine Augen…" Ja, ja… ;-)

 

"Und wo ist der Haken?" (das war mein Großer, immer noch aus der sicheren Deckung der Bar). Neuer Seufzer: "Ach - Daddy wird es nie erlauben!"

 

Ich hab uns was zu trinken geholt, und dann erzählte sie. "Er" (Marc) ist Countrymusiker (welche Überraschung!) und seit kurzem bei Malter unter Vertrag. Sie haben sich in einem der Studios kennengelernt, offenbar gegenseitig eine Weile aus der Ferne angehimmelt, dann hat Marc sich wohl ein Herz gefasst und ihr einen Brief geschrieben. Wie toll er sie findet, dass er immer an sie denken muss usw *seufz* … ach wie schön! ;-)  "Wir waren zweimal zusammen aus, ihr könnt mir glauben, er war der perfekte Gentleman und so nett - aber wenn ich das Daddy sage, tobt er, der hat immer gesagt, bring mir alles, nur keinen Musiker…" (taktische Meisterleistung, die Kleine dann ständig im Musicbizz mit rumzuschleppen *grins*)

 

Neuer Seufzer "helft ihr mir?" - "Wir???" "Ja, ihr… ich hab euch doch auch damals geholfen!" - "Und wie?" "Na ja… ich würde ihn gerne mal zu euch mitbringen und ihn euch vorstellen." - "Nichts dagegen, aber was bringt das? Du musst ihn deinem Dad vorstellen, dem muss er gefallen!" Und prompt Chrissy (immer noch hinter der Bar): "Danny, du Holzkopf (danke, mein Freund, da reden wir später drüber!) - ihr Dad kennt ihn ja schon, wenn er ihn unter Vertrag hat! Aber sie kann dann sagen, dass Marc ein Freund von uns ist und sie ihn durch uns kennen gelernt hat... alles andere, dass er Musik macht, bei ihrem Dad unter Vertrag ist usw hat sich dann erst hinterher "zufällig" rausgestellt… stimmt’s, Melissa?" "Jaaaaaaa…" (und dann hat er doch noch sein Bussi quer über die Bar hinnehmen müssen *lach*).

 

Das ist mal wieder Frauenlogik - sorry! Und hat irgendwer mal behauptet, ich sei ein Frauenversteher? *Kopfschüttel* Aber es kam noch besser: als ich sagte "ok, dann bring ihn halt mal mit", kam ein "in zehn Minuten sind wir da, ok?" Alles vorher geplant, und der arme Kerl war während unseres Gesprächs in einem nahe gelegenen Pub "geparkt" - sagenhaft!

 

Na ja, sie ist dann tatsächlich kurz später mit ihm aufgekreuzt… netter Kerl, 24, groß, Vollbart und schulterlange Haare. Liegt dem Goldmädel tatsächlich zu Füßen und himmelt sie an ohne Ende (sie ihn ebenso). War nett mit anzusehen *smile*. Und er hat voll die Panik, dass Malter ihn rausschmeißt, wenn er von der Sache Wind bekommt.

 

Und deswegen haben wir uns jetzt breitschlagen lassen, Samstag Abend 'ne kleine Party zu machen *hust*. Nix Großes - ein paar Leute nur, was trinken, Musik hören, irgendwas halt… und dort wird sie ihn dann "kennen lernen". Gaaaaanz zufällig! Oh, auch Musiker? - so was!!! Vertrag bei Dad? Nein, welch ein Zufall!!!

 

Verdammt gerissen, das Mädel. Irgendwie ganz der Papa *grins* - eigentlich müsste der stolz auf sie sein! J

 

 

23.05.2006 um 09:01 Uhr

wieder zurück

von: Galahad

Musik: Outlaws

Hi – da sind wir wieder!

 

Es war eine sehr schöne kleine Tour. Etwas anstrengend – vier Konzerte innerhalb von vier Tagen in drei verschiedenen Städten, das geht schon an die Kondition. Aber es ist super, mit den Jungs unterwegs zu sein. Das hab ich beim letzten Mal schon gemerkt, aber da habe ich ja noch nicht "dazugehört". Da sitzt jeder Handgriff, jeder weiß genau, was er zu tun hat, keiner zickt rum oder verliert die Nerven – völlig easy, schon toll.

 

Und mit Chris zusammen auf der Bühne ist Wahnsinn! Ich hätte niemals gedacht, dass mir das soviel Spaß machen würde. Wir können uns absolut intuitiv bewegen, ohne jede Absprache, und es passt immer! Hm… Gerry hat am zweiten Abend irgendwas von "very hot" gesagt, und als ich nachgefragt habe, wie er das meint, grinste er: "na ja – ihr müsstet euch selbst mal sehen auf der Bühne. Auch wenn ihr euch nicht anfasst oder umarmt oder so was macht, kriegt wohl auch der letzte Schlafkopf da unten im Publikum mit, dass zwischen euch was läuft. Das kommt einfach rüber." Chris meinte sofort: "du meinst also, wir sollten das anders machen?" "Nein um Himmels Willen, macht genau so weiter – ihr habt eine tolle Ausstrahlung zusammen!" Es wäre auch sowieso anders nicht möglich, weil wir da oben eben spontan sind und man nicht über jeden Schritt und jede Bewegung vorher nachdenken kann…

 

Tja, und wie hat das Publikum auf uns reagiert? Das war richtig witzig *lach* - wir waren ja von den Touracts weder die bekannteste Band noch die mit der größten Fangemeinde, aber bei unseren Auftritten war jedes Mal am meisten los. Wir waren noch nicht richtig draußen, da ging schon gleich ein Pfeifkonzert los (dazu muss ich sagen, dass Pfiffe hier etwas absolut Positives sind, das Gegenstück sind Buhrufe). Und dann haben sie den Namen der Band gerufen, die Songs mitgesungen – echt super! Einige waren wirklich nur wegen uns da… die hatten Banner mitgebracht, auf denen "Chris und Danny" stand, oder so Dinge wie "yes, we’re true" oder "true fans standing"… das kann ja nur eine Reaktion auf das Interview gewesen sein. Der Hauptact der Tour, ein Countrysänger mit Begleitband, fragte uns nach zwei Auftritten ganz verblüfft, was hier bei uns denn abginge, dass die Leute so verrückt spielen. Der hatte von dem ganzen Theater im Vorfeld gar nichts mitgekriegt, kannte unsere Band vorher auch nicht und hat bei unserer Story nur den Kopf geschüttelt. Und falls auch Leute gekommen sind, um uns runterzumachen, haben sie es in der Menge wohl vorgezogen, die Klappe zu halten.

 

War also alles soweit sehr gut. Die anderen, die dabei waren – noch eine Band (musikalisch etwas softer als wir), ein Country-Duo und eben der erwähnte Sänger mit seiner Band – waren alle durchweg ok. Wir haben nach den Auftritten immer noch zusammen gesessen und ein bisschen gefeiert, da hatten wir immer gute Stimmung. Insgesamt kann man wohl sagen, dass die Tour ein Erfolg war; die Veranstalter haben mit Sicherheit auch nach Abzug aller Unkosten noch 'ne Menge der Einnahmen übrig gehabt und können damit jetzt ihre zwei Hilfsprojekte finanzieren.

 

Aber das Allerschönste von der Tour – ganz für mich persönlich – war, wie sich Chrissy in diesen Tagen verhalten hat. Wahnsinnig – hm… anhänglich? *lach*… in jeder freien Minute, in der wir allein waren, hat er mich umarmt, gedrückt und ständig gesagt, wie wunderbar das alles ist und wie glücklich er ist. So richtig happy war er. Und ich genauso. Jetzt werden wir mit Volldampf an dem neuen Album weiterarbeiten und es allen da draußen zeigen. ;-)


 

 

18.05.2006 um 06:25 Uhr

Das war richtig gut!

von: Galahad

Musik: Molly Hatchet

So, das war also die Sache mit dem Interview! Alles bestens gelaufen. J

 

Das Interview war insgesamt ziemlich umfangreich und wurde komplett im Fernsehstudio aufgezeichnet, da Ausschnitte davon ja einen Tag später gesendet werden sollten. Brandon sprach zunächst ganz allgemeine Dinge an – stellte uns vor, ließ mich von meiner Ex-Band erzählen, fragte Chris nach der Richtung von dem neuen Album, nach dem Erfolg der Tour im vergangenen Jahr usw. Alles im Vorfeld so besprochen. Ja, und dann kam die Frage: "Es gab ja in jüngster Zeit einige Aufregung bei euch – Fans, die euch auf eurer Homepage beschimpft haben wegen eurer angeblichen Beziehung – könnt bzw. wollt ihr etwas dazu sagen?"

 

Die Antwort darauf hatten wir vorher (wie könnte es anders sein *ironischgrins*) natürlich genau mit unserem Management und den PR-Leuten abgesprochen. Spontan hätte ich ein bisschen anders geantwortet, ich kann aber mit dieser Version auch gut leben.

 

Ich hab also als erster auf die Frage geantwortet: "Ja, das ist richtig. Wir sind in Nashville zusammengezogen und leben zusammen. Wir hatten nie vor, unser Privatleben in den Medien publik zu machen, und eigentlich möchten wir das auch jetzt nicht. Alles, was wir wollen, ist, gute Musik zu machen und mit unseren Fans bei den Gigs richtig abzufeiern. Wir werden alles geben, wenn wir da auf oben der Bühne stehen, das ist ein Versprechen. Und danach sollen die Leute uns und unsere Musik beurteilen. Daneben haben wir wie jeder Mensch auch ein Privatleben, das uns allein gehört. Und, ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass es tatsächlich Fans sind, die uns deswegen angreifen, denn das ist nicht der Stil von echten Rockern und Metalheads!"

 

Und weiter ging es mit Chris: "Ich bin Amerikaner, und ich liebe unser Land sehr (ja,ja, Pathos…). Ich möchte nirgendwo anders auf der Welt leben. Aber im Moment schäme ich mich für einige meiner Landsleute, denn ich habe Danny immer gesagt, dass wir ein starkes, freies und liberales Land sind, in dem alles möglich ist und jeder Mann seinen Weg gehen kann, so lange er die Rechte seiner Mitmenschen achtet und respektiert. Das tun wir – und das hätte ich mir auch von meinen Mitbürgern erhofft. Aber wir lassen uns nicht verbiegen und stehen zu dem, was wir sind und tun - und ich glaube, dass unsere Fans ebenso true sind und hinter uns stehen." (Anmerkung: kein Schreibfehler, ich habe "true" mit Absicht so stehen lassen, weil es mehr bedeutet als "treu": ehrlich, gradlinig, wahrhaftig…)

 

Darauf kam Brans Frage: "Dann ist also an der Hochzeitsstory, die Ende des Jahres über dich zu lesen war, nichts dran?" – "Nein, gar nichts! Melissa ist eine gute Freundin von uns beiden – und zudem die Tochter von unserem label president. Ich kenne sie von klein auf, wir sind während der Tour öfter zusammen ausgegangen – alles andere haben irgendwelche Pressefuzzis dann daraus gemacht! Wir hatten zu der Zeit anderes zu tun, als ständig Gegendarstellungen in die Welt zu schießen, auf einer Promo-Tour gibt es schließlich wichtigere Sachen. Aber wer mich persönlich danach gefragt hat, hat auch damals schon dieselbe Antwort bekommen."

 

Bran meinte daraufhin nur noch: "Ich danke euch und wünsche euch – musikalisch und auch privat – alles Gute für die Zukunft! Und bei dem Wort Zukunft fällt mir ein – ihr seid doch am Wochenende live zu erleben? Habt ihr da noch ein paar Termine für uns?" Es folgten dann noch ein paar Bemerkungen – dass es Benefiz-Konzerte sind, wo, wann usw.

 

Ja, das war’s. Heute kam das Interview – etwas gekürzt, aber in dem für uns wichtigen Teil unverändert – im TV. In Brandons Musikmagazin kommt es erst Ende der kommenden Woche, da das Heft nur 14tägig erscheint, deshalb müssen wir da noch einen anderen Schluss nachreichen: da machen wir einen Rückblick auf die charity-Konzerte, die ja dann vorbei sind.

 

Wir haben uns heute die TV-Ausstrahlung mehrmals zusammen angesehen, und alle (Bandkollegen wie auch Management) fanden sie sehr gut. Da es ein lokaler Fernsehsender ist, der hauptsächlich Tennessee-News bringt, haben wir natürlich nicht nur Musikfans damit erreicht, sondern auch andere Zuschauer. Das kann ein Vorteil oder ein Nachteil sein, je nachdem. Vielleicht haben wir ja auch ein paar Leute neugierig gemacht!

 

So, dann leg ich mich jetzt mal ein bisschen aufs Ohr. Morgen (für euch heute, also Donnerstag) geht’s los, wir sind vier Tage on the road, also werd' ich mich wohl frühestens Montag wieder melden. Mit einem (hoffentlich positiven) Konzertrückblick… *freu*

 

Bleibt sauber! J

 

15.05.2006 um 16:15 Uhr

unerwartete Hilfe

von: Galahad

Komisch, wie manchmal eins zum anderen passt…

 

Gestern Mittag - Chris war gerade weg, wollte noch etwas mit Ed besprechen - klingelte es. Vor der Tür stand Brandon. Ja, genau der - Chris’ Ex.

 

Ich sagte: "hallo Bran, komm doch rein" … und dann, ohne viel zu überlegen "Chris ist leider nicht da im Moment".  Er sah mich daraufhin ganz komisch an und lächelte - drin nahm er mich dann am Arm und sagte leise: "Danny… ich hab’ schon kapiert, dass die Sache mit Chris und mir vorbei ist - und, unter uns gesagt, es war wirklich gefühlsmäßig nicht so tiefgreifend, dass ich deswegen jetzt traurig oder sauer auf dich wäre. Ich wollte nur etwas mit euch besprechen - egal, ob mit dir oder mit ihm. Ok?"

 

Ich bin mir, ehrlich gesagt, ein bisschen blöd vorgekommen, hab uns erst mal was zum Trinken geholt, und er sagte dann ganz ruhig: "Ich möchte ein Interview mit euch machen."

 

Ein Interview. Eigentlich ja nichts Ungewöhnliches, der Mann ist schließlich Musikreporter von Beruf. Ungewöhnlich ist aber der Zeitpunkt: die fragen normalerweise nach Interviews an, wenn man ein Album fertig hat… oder wenn eine Tour bevorsteht oder abgeschlossen ist.

 

Ich fragte also "jetzt?", und er lächelte. "Ja, jetzt - ich hab diesen Mist auf eurer Homepage gelesen. Ich denke an ein Interview mit dem Thema "Neubesetzung"… "neues Album in der Mache"… "wohin geht der Weg?", aber ich werde euch in dem Interview auch auf euer Zusammenleben und diese Vorwürfe ansprechen, und ihr könnt dazu Stellung nehmen. Denk’ daran - in der Musikpresse, ihr sprecht da direkt zu euren Fans! Ich habe das Ganze mit meinem Chef schon abgestimmt, der ist einverstanden."

 

Für einen Moment war ich einfach nur erstaunt, und er meinte weiter: "Das ist noch nicht alles. Ich kenne den Programmchef bei … (sagt den Namen eines lokalen Fernsehsenders) - die werden dieses Interview senden. Natürlich nicht live - sie wollen vorher drübergucken, aber ich kenne ihn gut, da wird nicht viel geändert werden. Und  ihr müsst das Ganze ja wohl auch vorher mit eurem Management abstimmen. Ich werde euch die Interviewfragen geben, dann könnt ihr alles im Vorfeld besprechen. Und wenn ihr wollt, kriegen wir es diese Woche noch hin - also vor euren Konzerten am nächsten Wochenende. Was hältst du davon?"

 

Ich war erst mal sprachlos. Dann fragte ich ihn: "wieso tust du das?", und er lachte und meinte: "wieso? Ich tue es für dich… für Chris… für mich selbst… wo soll das denn hinführen, wenn wir nicht wenigstens zusammenhalten? Ich will euch helfen, das ist alles."

 

Ich bin aufgestanden und hab ihn ganz spontan umarmt. Es ist eine Riesenchance, die er uns da bietet - genau die Plattform, die wir brauchen. Und genau in diesem Moment  - das war ja klar!!! - kam Chris zurück *grins*. Stand ziemlich verdutzt in der Tür und betrachtete uns ungläubig. Noch ehe er was sagen konnte, sagte ich: "Chrissy,  langsam - bevor du loslegst, hör dir an, was Brandon uns anbietet, dann wirst du mich verstehen!" Was dann auch der Fall war, er hat ihn auch anschließend in den Arm genommen und sich bedankt. Das hätte auch gerade noch gefehlt - dass er mir wegen seinem Ex eine Szene macht… *Augenverdreh*

 

Ja - Bran ist dann weg, hat uns von seinem Büro aus die Interviewfragen, die er stellen will, gemailt, und wir sind damit zu Ed gefahren, der das Ganze auch gut fand. Wir werden uns heute dransetzen und entsprechende Antworten formulieren. Morgen ist dann das Interview und am Mittwoch die TV-Ausstrahlung. Und Donnerstag bis Sonntag sind wir auf der Charity-Tour - für die wir bei der Gelegenheit dann auch gerade noch ein bisschen Werbung machen können. ;-)

 

 

 

 

 

  

 

 

13.05.2006 um 18:14 Uhr

Reaktionen

von: Galahad

Noch am  Mittwoch hatten wir also den offenen Brief auf die Homepage gesetzt. Am Abend war Probe - ganz gut, so waren wir ein bisschen abgelenkt. Natürlich haben wir auch noch viel geredet, was jetzt wohl für Reaktionen kommen und so. Ich finde es toll, dass die anderen sich so hinter uns gestellt haben. Das hab ich auch angesprochen, so was wollten sie aber nicht hören. Gerry meinte, wenn gar nichts mehr hilft, könnten wir immer noch eine Dreiecksbeziehung spielen (natürlich mit ihm *lach*) … uns gegenseitig Eifersuchtsszenen machen und so, damit die Leute ihre daily soap haben. Wir mussten lachen, als er auf die Knie fiel und (mit schmachtendem Blick) sagte: "Chrissyboy, wie wär’s denn mit uns? Ich wollt’ dich ja schon immer, hab’ mich nur nie getraut…" Sie sind sich nachgegangen, quer über die Bühne, wir haben alle gelacht, und natürlich ist in dem Moment Malter aufgekreuzt und meinte spöttisch, es sei  ja doch schön, dass unsere gute Laune nicht gelitten habe…  *hmpf*

 

Donnerstags hab ich mich zunächst gar nicht getraut, auf die Homepage zu gucken. Dann haben wir’s doch mal riskiert -  zusammen - alles fast unverändert. Ein neuer Eintrag noch im Stil von den anderen, das war’s. Nachmittags war wieder Probe, dieses  Mal etwas ernsthafter. Weiterarbeit an dem neuen Album. Und hinterher noch ein gemütlicher Umtrunk. 

 

Ja, und gestern kam dann das erste "AHA-Erlebnis": 8 (acht!) neue Zuschriften, ausnahmslos positiv. "Lasst euch nicht  unterkriegen", "hier geht’s doch um Musik" und so ähnlich. Hey, das war schön! Besonders aufgefallen sind mir dabei drei Einträge:

  • sehr liebe und aufmunternde Worte von jemandem namens  Benjamin - ob das "unser" Ben ist, Chris’ Kumpel?
  • ein "macht euer Ding, lasst euch nicht unterkriegen" -   gezeichnet: (die Mitglieder einer hier sehr beliebten Hillbilly-Band) - richtig, ein Mitglied heißt Kenneth!  ;-)
  • ein "vorwärts, zeigt’s diesen Idioten" - gezeichnet: (die erste und zweite Mannschaft eines Eishockey-Clubs). Das hab ich jetzt wirklich nicht verstanden - Chris und ich waren hier in Nashville zwar ein paar Mal Eishockey gucken, aber von dem Verein hier kam das nicht - und wir haben keinerlei Verbindungen zu diesem Sport oder einem Spieler… *grübel*

Ja, ein netter Eintrag von einer deutschen Metalband war auch noch dabei -  *lach* woher die das wohl wissen? Lesen die unsere Homepage?

 

Wir werden ja sehen, wie es weiter geht…

 

Gestern Abend hatten wir "frei" - nachdem die ganze Woche jeden Tag Probe war. Eigentlich wollten wir einen schönen, gemütlichen Abend daheim machen, aber wie immer kam was dazwischen - dieses Mal eine Einladung von Ken und Elly zum Grillen. War ja lieb gemeint, und die Jungs freuen sich auch immer, also waren wir am Abend dann dort. Es war auch wirklich schön. Ken und Elly wohnen in einem Vorort von Nashville in einem großen Haus mit Garten und viel Grün rundherum. Wir haben gegrillt, lange draußen gesessen und uns unterhalten - ganz gemütlich halt. Zumindest war es das, bis zu vorgerückter Stunde ein paar von Ken’s Bandkollegen aufgekreuzt sind *grins* - du lieber Himmel, das ist eine Sorte! Wildgewordene Cowboys! Laut, polterig, absolut gut drauf. Wir hatten 'ne Menge Spaß, und der Abend wurde dann doch etwas *hüstel* länger und auch etwas (feucht)fröhlicher als urprünglich geplant… ;-)

 

Ken hatte uns nur als "Chris und Dan" vorgestellt, hat auch weiter niemanden interessiert, wer wir sind - irgendwann mittendrin hörte ich dann, wie Ken zu einem seiner Kollegen - Phil heißt der - was sagte, und Phil antwortete: "ach DIE sind das?"  Und anschließend zu uns: "Ihr seid die Typen, auf deren Homepage sich da gerade dieser ganze Müll (ich will hier nicht das Wort zitieren, das er benutzt hat) abspielt? Tatsächlich? Na - so seht ihr eigentlich gar nicht aus!" *grins* Ich weiß zwar nicht genau, wie wir nicht aussehen, aber er hat das wohl als Kompliment gemeint. Texanischer Cowboy! Über so etwas muss ich lachen.

 

So, dann werden wir mal sehen, was der heutige Tag so bringt. J

 

 

10.05.2006 um 23:51 Uhr

Die Jagd geht weiter

von: Galahad

Fortsetzung

Ja, nach einigem Rumgeblödel haben wir uns heute Vormittag dann ernsthaft zusammengesetzt, um den Brief zu entwerfen. Und da das mit so vielen Leuten ja nichts wird, sollte jeder für sich erst mal was schreiben, und hinterher wollten wir es dann abstimmen.

Ok, ich  hatte mit Chris zusammen was entworfen, ähnlich dem, was er beim letzten Mal  geschrieben hatte. Echte Fans bewerten die Musik, nicht das Privatleben einzelner Bandmitglieder bla, bla, bla… Von den anderen kam sinngemäß dasselbe - bis auf Gerry (mal wieder!). Der legte grinsend ("so müssen wir das machen, damit die Idioten das kapieren") einen Entwurf vor, der so begann: "Who the fucking hell do you people think you are??? Little gods walking on holy ground?..." Und in dieser Art ging es weiter. Chris hat zunächst mal nur den Kopf geschüttelt und gemeint, so könne man das wirklich nicht bringen, aber andere aus der Band fanden es nicht schlecht. So haben wir schließlich beschlossen, unseren Managern die zwei Briefvarianten vorzulegen, den von Gerry und einen "gemäßigten". Sollten die doch entscheiden, was besser passt.

Um zwei waren wir dann wieder in Ed's Büro. Diesmal war das ganze Management vertreten, ebenso Malter. Malter - das fand ich echt lieb von ihm - kam gleich zu uns, legte Chris und mir jeweils einen Arm um die Schulter und sagte: "hey, Jungs, tut mir leid für euch, aber das kriegen wir schon gebacken, keine Sorge."

Ja, und dann haben wir unsere zwei Briefvarianten vorgelegt. Der erste - zustimmendes Kopfnicken. Dann der zweite (der von Gerry) - Reaktion ungläubige, entgeisterte Blicke. Wäre direkt zum Lachen gewesen, wenn der Anlass nicht so Scheiße gewesen wäre.

Und mitten in dieses Schweigen platzt Malter und sagt: "ganz klar, für mich der zweite". Ed: "ist das dein Ernst?" - "Absolut! Mit der ersten Version habt ihr es doch schon mal versucht. Haut auf den Tisch, wehrt euch, sagt ihnen im Klartext, was sie euch können." Und fügt grinsend hinzu "und dann machen wir unsere charity-Sachen… wollen wir doch mal sehen, wer uns da boykottiert!" 
 
Zugegeben, das hört sich jetzt etwas kühl und berechnend an. Aber die Charity-Konzerte waren zum einen ja vorher schon geplant, und zum anderen ist es den Bedürftigen, denen der Erlös davon zugute kommt - egal, ob es jetzt Obdachlose oder Erdbebenopfer oder sonst was sind - ziemlich egal, was der Anlass für die Aktion war. Die Band hat auch in der Vergangenheit immer schon solche Konzerte gegeben, oft auch im Rahmen größerer Festivals. Sehr viele Bands unterschiedlicher Musikrichtungen tun das übrigens, manchmal steht was in der Presse darüber, aber an die große Glocke hängt es keiner.

So haben wir dann - zugegeben mit etwas Bauchweh - Gerrys Pamphlet auf unsere Homepage geknallt. Gezeichnet: Bandmitglieder, Freunde, Management und Label President.

Schön, dass sie das tun. Schön, dass sie alle so zu uns halten. Trotzdem wünschte ich, es müsste nicht sein. Wünschte, es wäre gar nicht erst so weit gekommen.









10.05.2006 um 18:18 Uhr

Hexenjagd

von: Galahad

Es ist soweit! Scheiße! Ok, ich habe es die ganze Zeit kommen sehen, und trotzdem ist es jetzt doch ein Schock. Und es tut weh.

Was ist passiert?

Heute Morgen ging um 7 Uhr das Telefon; dran war Ed. In überwältigend freundlichem Ton fauchte er: "Danny? Verdammt, schwing deinen Arsch aus dem Bett und sieh zu, dass du deine *hüstel* bessere Hälfte wachkriegst - in einer Stunde ist Krisensitzung bei mir im Büro, und ich will, dass ihr pünktlich seid." Noch im Halbschlaf fragte ich: "was für eine Krise haben wir denn?", und da meinte er: "sieh auf unsere Homepage, dann weißt du es. And hurry up!"

Oh je - ich hab den PC angeworfen, die Homepage der Band aufgerufen, und da war ich mit einem Schlag wirklich hellwach! Einunddreißig (31!) Einträge, alle zu dem gleichen Thema: die Beziehung von Chrissy und mir. Von den schon bekannten Beschimpfungen ("gottlose Geschöpfe" ist noch eine der nettesten Aussagen) über schreckliche Androhungen und Prophezeiungen ("ihr werdet auf ewig in der Hölle schmoren") bis hin zu "wohlgemeinten" Ratschlägen ("kehrt um auf dem Pfad der Sünde") oder auch "Chris, lass den Kerl und geh zu deiner jungen Frau zurück, sie braucht dich" (da hat wohl jemand die Melissa-Story noch im Kopf gehabt) oder "Chris, schick den Deutschen zurück in die Wüste" (wieso eigentlich zurück???). Und natürlich auch noch eine Menge Boykott-Androhungen.    

Ich hab Chris geweckt, und der war ebenfalls auf Anhieb wach, als ich sagte, worum es geht. Hat sich nur kopfschüttelnd diesen ganzen gemeinen Schwachsinn angesehen. Reden konnten wir beide erstmal nichts.

Um acht sind wir in Ed’s Büro eingelaufen - zeitgleich mit den anderen Bandmitgliedern, die ähnlich verschlafen und ratlos wie wir aussahen. Immerhin hatte Ed Kaffee gekocht (kochen lassen) zum Wachwerden. Und auf dem ansonsten leeren Tisch im Besprechungsraum stand nur der eingeschaltete Laptop - "für die von euch, die es daheim noch nicht gelesen haben…"  

Ed sah in die Runde und fragte nur: "irgendwelche Vorschläge?" Und alle sahen erst mal uns an, als hätten wir jetzt die Lösung im Ärmel.

Gerry, unser Bassist, war der erste, der sich äußerte. Er legte - unter dem missbilligenden Blick von Ed - die Füße auf die Tischecke, zuckte die Schultern und meinte lässig: "das war doch klar, dass sowas kommt, oder nicht? Schmeißen wir unsere zwei Turteltauben doch einfach raus, dann haben wir wieder Ruhe!" Entgeisterte, fassungslose Blicke von allen Seiten - und Gerry, plötzlich ganz entsetzt: "hey, das war doch nur ein Witz! Was ist denn los mit euch, Leute, pennt ihr noch alle? Das hab ich doch nicht wirklich so gemeint." (nein, hat er mit Sicherheit wirklich nicht!).  

Ed - ohne eine Miene zu verziehen: "weitere Ideen?" "Einfach ignorieren!" (wieder Gerry). "Sonst noch was?" Und unser Keyboarder, etwas zögernd: "ähem, ja, könnten wir nicht nochmal so eine Story machen wie letztes Jahr bei Chris? Also eine Freundin oder Frau für Danny suchen?" Wieder gingen die Blicke zu mir, und in dem Moment war mir absolut klar, was ich eigentlich schon von Anfang an gewusst hatte: "nein, das mache ich nicht mit!" Worauf Ed zum ersten Mal das Gesicht verzog und mit einem etwas schiefen Grinsen meinte: "ja, ich habe auch nichts anderes erwartet - teutonischer Dickschädel". ;-)

Chris schlug schließlich vor, nochmal einen offenen Brief zu verfassen, eigentlich war ja beim letzten Mal danach wieder Ruhe eingekehrt. Und unser Drummer: "ja, aber dieses Mal nicht nur ein Brief von dir, sondern von der ganzen Band geschlossen - zeigen wir’s denen!" Zustimmendes Kopfnicken von allen, irgendwie ein schönes Gefühl.

Ed meinte: "ok, wenn niemand weitere Vorschläge hat, dann los - um zwei treffen wir uns wieder hier mit dem kompletten Management, dann will ich einen Textvorschlag von euch sehen. Wohlgemerkt: ein Textvorschlag! Nicht schon das Ergebnis auf der HP, ist das klar?"

Damit waren wir dann in Gnaden (?) entlassen. Ich schlug vor, zu uns in die Wohnung zu gehen, und hier sind wir jetzt. Wir haben erst mal was getrunken und bis jetzt eigentlich nur belangloses Zeug geredet, aber allmählich wird es Zeit, mit der Aktion "offener Brief" loszulegen, damit wir bis nachher fertig sind.  

Ich werde dann heute Abend schreiben, wie es weiter geht.  



07.05.2006 um 17:46 Uhr

Danny goes americana

von: Galahad

Musik: *grummel*

Mann, ich hab’s ja befürchtet – wir nehmen hauptsächlich die Sachen von dem letzten Album für die Benefiz-Konzerte. Macht ja eigentlich auch Sinn. Aber ich mag dieses Americana-Zeugs nun mal nicht so. Squaredance! (gleich krieg ich Schläge… :-P)

 

Ich hab den Jungs von der Band vorgeschlagen, dass ich mich draußen halte bei den Konzerten – die Lieder waren ja schließlich "vor meiner Zeit" – bin aber erwartungsgemäß gründlich "geputzt" worden. Von meinen Kollegen und von Malter, der hat auch mal kurz zwischendurch reingeschaut. "Nein, Danny, nichts da, das macht ihr zusammen… deshalb bist du ja schließlich in der Band… sprecht euch ab, wer was singt…" *stöhn*…einfach "nur" Gitarre mitspielen darf ich also auch nicht.

 

Ok, als wir dann mit proben angefangen haben, hat es sogar tatsächlich Spaß gemacht, ich geb’s zu! Eigentlich brauchen wir uns gar nicht viel absprechen vorher, das geht ganz intuitiv und hat auf Anhieb gepasst. Gut, ich weiß ja auch, wie Chrissy sich bewegt, was er macht und so, ich hab’s ja etliche Male gesehen. Die Gesangspassagen müssen wir jetzt natürlich genau besprechen; bei der ersten Probe gestern haben wir beide alles gesungen, das bleibt aber nicht so.

 

Ich glaub' eigentlich schon, dass es ganz gut rüberkommt. Und bei dem neuen Album wird es dann noch viel besser… ;-)

 

In der lokalen Presse sind im Hinblick auf die Konzerte (es sind übrigens drei Bands, die auftreten, und noch ein paar einzelne Interpreten) auch vereinzelte erste Meldungen über uns erschienen… unter dem Thema "Neubesetzung… Banderweiterung"… 

 

Irgendwie befürchte ich, dass unsere ruhigen Zeiten jetzt bald vorbei sind.


05.05.2006 um 18:37 Uhr

here we are again

von: Galahad

So, da wären wir wieder!

 

Hat alles gut geklappt mit dem Flug, ruhig, keine Verspätung – so weit, so gut!

 

Am Flughafen eine echte Überraschung: Elly kam uns zusammen mit Colin und Kevin abholen! Hey, ich hab’ mich gefreut (Chris natürlich auch)! Sie hat uns noch auf einen Drink in den Club mitgeschleppt, wo Ken (der Dad der Jungs) einen Auftritt hatte (war ja hier erst acht Uhr abends, für uns allerdings schon "gefühlte" drei Uhr nachts). Da haben wir noch ein bisschen gesessen und geredet (die Mitbringsel kriegen sie aber erst später, die waren zu tief im Koffer vergraben *lach*). Jo, und dann sind wir "nach Hause" gefahren – in unsere Wohnung.

 

Oh Mann, das war so schön! Marisa war wohl vorher nochmal da, hat alles auf Vordermann gebracht und uns noch Blumen hingestellt – und daneben stand ein selbstgebackener Kuchen, der war aber nicht von Marisa, sondern von Stacey (aus der Wohnung im dritten Stock). Der hatten wir einen Schlüssel dagelassen – wegen der Post und überhaupt, falls was passiert und jemand in die Wohnung rein muss. Ein Kuchen mit einem Zettel dran "schön, dass ihr wieder da seid, ihr zwei" – voll lieb! J

 

Ed hatte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, dass wir "bitte" (ich hab, glaube ich, schon mal gesagt, was das Wort "bitte" aus Ed’s Mund bedeutet *grins*) heute mal kurz bei ihm im Büro vorbeischauen sollen. Geht wohl um die charity-Konzerte. Vielleicht kriegen wir auch noch mitgeteilt, dass wir durch die eigenmächtige Urlaubsverlängerung unseren Jahresurlaubs-Anspruch jetzt komplett aufgebraucht haben… *grins*   

 

Wir waren beide total überdreht und noch eine ganze Weile auf, erst gegen vier Uhr (Ortszeit!) konnten wir dann ein bisschen schlafen. Ich war dauernd wach und bin dann durch die Blogs gezogen… ;-) Jedes Mal dasselbe nach der Fliegerei.

 

Um neun dann wieder auf, paar Einkäufe, Frühstück, auspacken – jetzt werden wir uns als nächstes mal bei unserem Management zurückmelden – und heute Abend ist Probe… langer Abend… *gähn*

 

Ach – und übrigens: es regnet hier!!! 21 Grad und Nieselregen – boah! Bis Sonntag keine Besserung in Sicht! *grummel*
 

Aber trotz Regen – es ist schön, wieder zu Hause zu sein! J

 

 

 

 

 

 

03.05.2006 um 14:49 Uhr

ich sag mal langsam tschüss...

von: Galahad

Musik: Racing Slab

Ja, jetzt ist es schon wieder so weit. Zeit zum Koffer packen… morgen fliegen wir zurück. 

 

Wir hatten wunderschöne, entspannte und erholsame Tage hier. Und jetzt freue ich mich auf "zu Hause"… ;-)

 

Passiert ist in den letzten Tagen nichts mehr – wir waren noch ein bisschen kaufen, Mitbringsel und so… ja, und gestern Abend war ja dann das Spiel der Spiele, weswegen Chrissy extra den Rückflug verschoben hatte. *seufz* Blamage! Es ist nicht, dass sie verloren haben, sondern WIE sie verloren haben – schlecht, grottenschlecht waren sie! Das war’s dann wohl mit dem Klassenerhalt! *ärger*

 

In Nashville erwartet uns jede Menge Arbeit. Malter hat vermeldet, dass er für Mitte Mai ein paar charity-Sachen zugesagt hat – also Auftritte bei Benefiz-Veranstaltungen. Das heißt, wir müssen jetzt verstärkt die alten Sachen zusammen proben, weil ich bei denen ja noch nie dabei war – neue Arrangements, wer singt was usw. Und dazu kommt noch die Arbeit an unserem neuen Album…  J

 

Sieht so aus, als würden wir drüben auch so schnell keine Langeweile bekommen… ;-)

01.05.2006 um 11:13 Uhr

Rückblick

von: Galahad

Musik: Queen ... Live Killers

So, das war der Geburtstag.

 

Es ist alles bestens gelaufen. Morgens hat Timmy von uns seine Geschenke gekriegt. Eine Menge coole Sachen. Unser Held wusste gar nicht, wo er anfangen sollte.

 

Von drei bis sechs waren seine Kindergartenfreunde und

-freundinnen eingeladen. Die waren alle zwischen 4 und 6 und relativ pflegeleicht. Es gab eine Geburtstagstorte mit 6 Kerzen, die Kinder haben Timmy ein Ständchen gesungen, Kuchen gegessen und anschließend gespielt. Bernd hatte solche Luftballons, mit denen man Tierfiguren basteln kann, besorgt - ja, besorgt hat er sie, basteln durften wir (Chris und ich)! War aber der Renner - außer Tiere kann man mit etwas Fantasie auch Schwerter für die Jungen machen und Kronen für die Mädchen (oder umgekehrt!). Da haben sie gekämpft und getobt, und Tränen gab es nur einmal, als so ein Ding geplatzt ist und wir nicht schnell genug Nachschub liefern konnten. Ja, und dann haben sie noch Ball gespielt und geturnt und "die Reise nach Jerusalem" gespielt (ja, das gibt’s tatsächlich immer noch, dieses Spiel). War wirklich lustig. Um sechs sind die Eltern nach und nach gekommen und haben ihre Sprösslinge wieder abgeholt. Ich glaube, für das Janamädel war das schön - gegenüber den anderen Eltern auch mal Mann und Kind und Haus vorzeigen zu können… sie hat irgendwie stolz gewirkt. Und ich habe jetzt eine neue Freundin, die mich später mal heiraten will …jawohl! *Kopfnick* Melanie, 5 Jahre alt! *grins*  

 

Ab sechs Uhr waren dann die Erwachsenen eingeladen - Janas Eltern, Bernds Eltern und wir. Hm… Bernds Eltern sind noch konservativer und förmlicher als Janas Eltern. Als positive Folge davon haben sie sich auf Anhieb gut verstanden. Chris und ich haben irgendwie wie so zwei Paradiesvögel dabeigesessen, es war etwas seltsam. Zumindest am Anfang.

 

Im Laufe des Abends wurde die Stimmung dann doch etwas lockerer. Die beiden Väter haben ihre "a-long-long-time-ago-Englischkenntnisse" rausgekramt und mit Chris eine Diskussion über den amerikanischen Einfluss auf Deutschland im Guten wie im Schlechten angefangen - armer Indianer! Er war so tapfer und so höflich. Ich hab versucht, ihm zu helfen, indem ich meine Sicht der kulturellen Unterschiede zwischen unseren Völkern zum Besten gab… naja, irgendwie war es ja auch ganz lustig.

 

Und das hier war lieb: Janas Vater hat mich ganz normal begrüßt, als sie kamen - als hätten wir uns vorgestern zum letzten Mal gesehen. Weiter nichts. Aber ihre Mutter kam bei erster Gelegenheit hinter mir her, umarmte mich und sagte "oh Danny, wie schön, dich mal wiederzusehen - warum hast du dich denn nie gemeldet bei uns? Du bist doch nicht immer noch sauer wegen dieser Bemerkung damals? Das hat mein Mann doch gar nicht so gemeint!" - "Nein", hab ich geantwortet, "ich bin nicht sauer, ich war es auch damals nicht - aber ich wusste nicht, dass ich mich melden soll, also dass ihr das gerne hättet." Sie lächelte und meinte (etwas zweifelnd): "Und das ist jetzt dein - hm… Freund? Dieser Amerikaner?" - "Ja, Chris." Und sie: "Ich weiß, du lebst jetzt in Amerika, aber wenn du mal hier bist und Zeit hast - du bist immer willkommen, wir würden uns doch freuen!" Ich glaube, sie hat das wirklich so gemeint.

 

So, und heute ist der 1. Mai, und was ein richtiger Saarländer ist, der schwenkt an diesem Tag. Und genau das machen wir jetzt auch!

 

Einen schönen Feiertag euch allen!