Rückblick und Gedanken
Musik: Gotthard ... Lipservice
Zuerst mal dies: Alles ist bestens gelaufen, wir sind gut hier angekommen!
In unserer Wohnung stand wieder mal ein "Willkommens-Kuchen", dieses Mal von Elly, die in unserer Abwesenheit unseren Wohnungsschlüssel hatte (ich muss bei Gelegenheit unbedingt mal einen Eintrag über diese Sache mit den Schlüsseln schreiben… *Taschentuchverknote*)
Die Zeit in Deutschland ist wie im Flug vergangen. Viel zu schnell, um alles zu verarbeiten… so viele Eindrücke, so viele Erlebnisse. Ich denke über so vieles nach…
1. Chris und meine Leute in Deutschland
Ich hatte befürchtet, dass Chris das mit der Zeit auf die Nerven geht - ständig Leute um uns rum, die für ihn Fremde sind und deren Sprache er bestenfalls bruchstückhaft versteht. Ich habe mit ihm am letzten Tag darüber gesprochen, mich quasi "bedankt" für seine Geduld… da hat er mich angesehen - mit diesem Blick, bei dem ich wahrscheinlich in zwanzig Jahren noch in die Knie gehen werde - und meinte "Danny, du weißt gar nicht, wie schön es ist, dich im Kreis dieser Leute zu sehen. Zu sehen, wie glücklich du bist. Und wenn du glücklich bist, bin ich es auch, so einfach ist das. Zeit für uns werden wir daheim schon wieder genug haben." Ohne Worte *seufz*!
2. Gladys
Was hab ich nur angestellt, um eine solche Schwiegermutter zu bekommen? Diese Frau ist großartig! Warmherzig, freundlich - trotz ihres manchmal etwas skurrilen Humors *g*. Dazu ist sie das reinste Chamäleon… passt sich mühelos jeder Umgebung an, wirkt nirgendwo deplatziert und kommt mit den unterschiedlichsten Leuten klar. Ich bewundere sie für diese Eigenschaft. Und sie zeigt bei jeder Gelegenheit, wie stolz sie auf "ihre zwei Jungs" ist. Sie ist toll!
3. Jana und Timmy
Ich liebe Jana! Ganz anders als Chris natürlich - aber sie ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ein kurzer Blick genügt, und jeder weiß, was der andere denkt. Wir sind einen ziemlich langen und oftmals holprigen Weg zusammen gegangen und haben uns gegenseitig geholfen, wenn es mal nicht mehr weiterging… und jetzt sind wir beide so weit gekommen - oder wie sagte Jana es so schön? "Danny, hey - es sieht ja tatsächlich so aus, als hätten wir es geschafft - wir haben alle beide das Leben, das wir uns immer gewünscht haben!". Ich bin froh, dass sie so glücklich ist!
Und Timmy… Timmy ist meiner! Mein Kleiner, mein Zwerg. Und der Sohn, den ich nie haben werde. Er ist ja jetzt schon ein Großer… ein Schulkind, ein großer Bruder *smile*... aber am zweiten Feiertag ist er mal wieder wie in alten Zeiten morgens zu uns ins Bett kuscheln gekommen. Hat plötzlich meine Hand genommen und gesagt: "Danny, du - ich hab mir da was überlegt… was meinst du, soll ich zu Bernd Papa sagen?". "Tja", hab ich geantwortet, "das musst du ganz allein entscheiden. Bernd würde sich sicher sehr freuen darüber - ihr seid jetzt ja alle eine Familie, habt den gleichen Namen… und Bernd hat dich mit Sicherheit so lieb wie einen eigenen Sohn. Aber entscheiden darfst du das ganz allein." Und da hat er mich so lieb von der Seite angeguckt und gefragt "Danny… du bist wirklich nicht mein Papa, oder?" - "Nee, nicht dein richtiger, das weißt du doch, aber so was Ähnliches - und da ändert sich auch nichts dran!". Hm… und morgens beim Frühstück hat Timmy dann Bernd angeguckt und "Papa, gibst du mir mal die Marmelade rüber?" gesagt *lächel*. Bernd hat ganz selbstverständlich "klar, sofort" geantwortet, und Jana hatte gleich schon wieder ganz verräterisch blinkende Augen. Heulsuse, alte *fg*!
4. Janas Eltern
Sie waren die einzigen, bei denen ich damals als Kind so etwas wie Familienleben erfahren habe. Darüber nachgedacht, was sie tatsächlich alles für mich getan haben, habe ich erst viel später als Erwachsener. Sie haben wirklich einiges investiert - an Nerven, an Geduld. Janas Vater hat immer viel mit mir unternommen, mir vieles beigebracht… war ich für ihn auch so eine Art Sohn? Hatten sie deshalb später Probleme mit der Art, wie ich mein Leben führe? Egal - auf jeden Fall hat sich in diesen Tagen wieder einiges zwischen uns zum Positiven entwickelt, und das macht mich glücklich.
5. last not least… meine Ex-Band
"Meine" Band wird es immer irgendwie sein. Auch wenn ich mich in meiner jetzigen Band sehr wohl fühle und die Zeit nicht zurückdrehen möchte. Aber zwischen uns ist in den ganzen Jahren einiges gewachsen, was so schnell nicht kaputtzukriegen ist, das merke ich jedes Mal, wenn wir uns nach einer längeren Zeit wieder treffen. Der Draht ist einfach da!
So, Danny… hör jetzt auf zu schwafeln und geh deinen Jetlag pflegen. Getrunken hab ich übrigens nichts, nur zur Klarstellung - ich bin einfach nur etwas sentimental aufgelegt! Gefühlsduselig… vielleicht sollte ich mal anfangen mit Koffer auspacken, damit ich auf andere Gedanken komme…
