Aktuelles

18.04.2008 um 19:12 Uhr

Er

Er ist in der Disco, was an sich schon eine Leistung ist. Betrunken ist er auch, genauer gesagt, er kam eigentlich schon voll zum Vortrinken. Für den Abend hat er sich extra eine Levi’s 501 gekauft, Boot-Cut, und neue Sneakers. Er ist volljährig und trotz dieser Tatsache noch komplett unbescholten. Wie es mit einer Frau sein könnte, hat er sich bisher nur vorgestellt. Aktiv.
Seine Freunde fragen ihn an diesem Abend, doch mal mit auf die Tanzfläche zu kommen, vielleicht macht es ihm Spaß. Er wehrt ab, bestellt Jack Daniel’s mit Cola. Beobachtet die Saftschubse, sie hat ein Arschgeweih, und muss sich ziemlich oft für die Getränke ganz unten im Kühlfach bücken.
Nach 5 weiteren Jack Daniel’s mit Cola und eine halben Schachtel Marlboro überreden ihn seine Freune, endlich mit Tanzen zu kommen. Es ist Neuland für ihn, aber das hat er vergessen. Da schaut er sich um und der Blick bleibt an einem Frauenkörper hängen. Ihm geschieht die seelische Grausamkeit. Sie ist etwa 1,75 groß, trägt ihr naturblondes Haar offen, tanzt mit geschlossenen Augen. Die Hot Pants enden da, wo Hot Pants enden müssen und der oberste Knopf ist geöffnet. Sie trägt ein blaues Top von Mustang, naturgemäß erregend, und sie tut es – sieht ihn direkt an.
Ein Blitz fährt durch seinen Körper und teilt sich darin auf. Der eine schlägt direkt in seinen Kopf ein und sprengt die letzten Reste Beherrschung weg, die der Alkohol in seiner Unkontrolliertheit noch übergelassen hat. Der andere schockt das Herz und bringt es in Raserei, der dritte Teil schlägt genau da ein, wo er auch bei erfahrenen Männern einschlagen würde. Sie tanzt auf ihn zu. Ob er es wahrnimmt, ist ungewiss. Seine Freunde schauen weg. Sie erreicht ihn, dreht sich um. Bildet er sich die Situation ein? Ist das eine Jeans Hot Pants, die sich zwischen seinen Beinen reibt? Er bewegt sich nicht, ist erstarrt, starrt aber.
Sie dreht sich um, lächelt ein enttäuschtes lächeln, zieht davon.

Er geht nicht mehr in Discos, und wenn doch, dann mit seiner Frau. Sie schlafen Abends zusammen vor dem Fernseher ein und an seinem Geburtstag holt sie ihm einen runter.

28.02.2008 um 21:06 Uhr

Hochzeit Online

Vorhin auf www.buffed.de gelesen: Tipps zum Brautkleid und der Hochzeitsorganisation an sich. Huch, dachte ich, neuerdings Real Life Themen auf einer Internetseite zu Online RPG's?

Natürlich nicht.

Es handelt sich um die Hochzeit in World of Warcraft. INGAME. Sprich: Man heiratet, während man vor dem Pc sitzt. Das ist ja in Las Vegas schwieriger, aber da ist man wenigstens vollstramm und hat im besten Fall nur sein halbes Vermögen verspielt, während die meisten World of Warcraft Veteranen ja angeblich ihre Hartz-IV Bezüge komplett für eine Wohnung inklusive DSL und WOW-Abo sowie eine Wagenladung Red Bull aufwenden.
Eigentlich praktisch, wenn man dann zusammen zieht, gibt es keine großen Umstände. Rechner rein, hingesetzt, gezockt.
Das große Problem in meinen Augen besteht in der ersten Begegnung im Diesseits. Vielleicht verliebt man sich als komplett unbescholtener WOW Nerd ja schnell in die heiße Nachtelfenbraut, die im knappen Lederkostüm Viehcher schlachtet. Vielleicht verliebt man sich als pickliges, übergewichtiges Hauptschulmädchen ja schnell in den Menschenkrieger, der selbst das jugendliche Übergewicht locker auf einem seiner heftigen Oberarme stemmen könnte und zudem noch im engen Muskelshirt Viehcher schlachtet.

Vielleicht ist man entsetzt, wenn die Angebetete Superelfe das erste mal ihre Wohnungstür öffnet und vor einem steht Jabba the Hut.

Vielleicht ist man entsetzt, wenn vor der Tür statt des durchtrainierten Herolds ein grob geschätzt 20 kg schwerer Glöckner steht, der Sonnenschutzfaktor 60 auflegen musste, damit sich in der prallen Februarsonne nicht gleich die Monitorlichtgewohnte Haut abschält.

Vielleicht hab ich ja auch Vorurteile.


01.02.2008 um 17:59 Uhr

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Vorhin eine Werbeanzeige eines Schaumburger Schützenvereins gelesen (ohne Spaß):

 

"Lernen Sie schießen und treffen Sie nette Leute."

 SILENCE! I KILL YOU! 

18.01.2008 um 15:28 Uhr

A. Lafontaine

Hier ein Preview des nächsten Parteitages der Linken:

Gysi oder Lafontaine kann man leider nicht genau erkennen

14.01.2008 um 18:52 Uhr

Auswertung der letzten Umfrage

Bei unserer letzten Umfrage haben wir euch nach eurem ersten Mord gefragt. Hier sind nun die Ergebnisse:

Als Baby 10 %
Im Kindergartenalter 29 %
Als Schüler 17 %
Während der Ausbildung/Studium 12 %
Im letzten Jahr 0 %
Heute 14 %
Noch nie 19 %
Stimmen insgesamt 42

Jeder zehnte hat seinen ersten Mord im Säuglingsalter begangen. Die meisten von euch, 29%, haben im Kindergartenalter das erste mal einen Menschen umgebracht. 17% mordeten als Schüler, immerhin noch 12% während ihrer Ausbildung bzw. ihres Studiums. Im vergangen Jahr (2006, da die Umfrage 2007 gestartet wurde) hat kein Besucher von stop-democray-now.de.vu getötet. Das ist, gelinde gesagt, noch ausbaufähig. Am Tag der Abstimmung haben wenigstens 14% ihrer Mordlust gefröhnt. Erschreckend ist jedoch der hohe Anteil derjenigen, die noch nie gemordet haben. Dieser Wert lag bei satten 19%.

04.01.2008 um 20:00 Uhr

O die Fröhliche

Heiligabend gehe ich in die Kirche. Das macht man so. Ich selbst habe diesen Grundsatz nie abgelegt, vielmehr etwas umgewandelt : Heiligabend geht man Morgens ins Minchen und säuft sich einen für den Tag an. Mit 4-5 Bieren, 1-2 Glühwein und dem ein oder anderen Apfelkorn geht das ganze Weihnachtsfest irgendwie lockerer über die Bühne. Da schämt man sich gar nicht mehr, wenn dann Abends in der Kirche plötzlich alle aufstehen, weil der Pastor es ihnen gerade auf lateinisch befohlen hat, man selbst aber sitzen bleibt. Sekundenverzögert stehe ich mit auf, etwas abrupt, sodass der Liederzettel meiner Nachbarin von dem durch mich ausgelösten Windstoß hinuntersegelt. Sie murmelt ein Gebet, ich murmele eine Entschuldigung. Ich mache Anstalten, den Zettel aufzuheben. Ich stoße mir den Kopf an der Bank vor mir – es macht meine Kopfschmerzen nicht besser. Meine Nachbarin schaut mich, mittlerweile dezent die Stirn runzelnd, an. Ich grinse und reiche ihr den Zettel, der mit einem dreckigen „Reebok“ Schriftzug verziert ist. Wozu steht bitte der Name der Schuhmarke auch im Profil? Falls sie mich später anzeigen will, wird man mich anhand des Schuhabdrucks sofort identifizieren.
Wenigstens kann ich die Beine ausstrecken, was an dem ungewöhnlich großen Abstand von unserer Bank – auf der übrigens nur die Dame und ich sitzen – zu der vorderen liegt. Dafür fällt mir nach 10 Sekunden sitzen auf, dass die Rückenlehne nicht nur aus Kruppstahl zu bestehen scheint statt aus Holz, sondern auch im Schulterbereich eine gewaltige Wölbung aufweist. Was auch immer das mal war, als Sitzgelegenheit war es nicht gedacht, Rückenschmerzen stellen sich sofort ein. Ich verstehe sofort, ich sitze auf der Sünderbank. Wer morgens im Minchen säuft, kann Abends in der Kirche wenigstens ordentlich Rückenschmerzen zur Strafe haben. Seltsam nur, dass ich meine Nachbarin gar nicht im Minchen getroffen habe. Aber egal, sie sitzt sowieso kerzengerade auf ihrem Platz, ihr Rücken berührt die Kettensägenlehne gar nicht. Kluge Frau. Wie schafft sie nur diese Haltung? Offensichtlich hat sie viel zu wenig getrunken, sie sollte auf einer anderen Bank sitzen. Plötzlich stehen alle wieder auf. Was passiert? Ah, das Vaterunser. Ich kenne den Text und räuspere mich schon mal, um Straight Line Girl gleich mal so richtig zu überraschen. Irgendwie übertreibe ich es mit der Lautstärke und sage die ersten Worte direkt in ihre Richtung, weil ich mich so darauf gefreut hatte, ihr mein Können darzubieten.
Angewidert schaut sie weg und bietet ihrerseits ihr Können der Säule dar. Liegt es am Biergeruch? Habe ich mir noch die Zähne geputzt vorher? Ich weiß es nicht und im Moment interessiert es mich nicht die Oblate, aber eines habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommmen:

Heiligabend gehe ich nicht in die Kirche.

24.12.2007 um 16:18 Uhr

Telefondreck...oder Freak?

Hm. T9 ist ungeheuer praktisch für notorische SMS Verweigerer wie ich einer bin, aber diese Wortverwechslungen sind teilweise nicht von schlechten Eltern. So habe ich mich also heute in vorweihnachtlicher Aidslaune ins Minchen begeben um dort mit diversen Ex Jahrgangskollegen „Sport!“ zu sagen.

So weit, so lustig. Wenn man besagte SMS dann aber noch abschickt, wird’s irgendwann kritisch, vor allem in ungünstigen Satzkombinationen. Wenn man der Freundin dann schreibt, man habe die Mafia (Nadia) zu Silvester eingeladen und der Nazi (Maxi) kann auch kommen, außerdem solle sie ihren Sarg (Papi) schön grüßen. Klar, das meiste fällt einem sofort auf. Einiges nicht. So habe ich tatsächlich vor kurzem „aidslaune“ statt „bierlaune“ getippt und das auch abgeschickt.

 

Hervorragend, echt.

20.11.2007 um 21:33 Uhr

Geschmacksverirrung?

Auffallend ist, dass je öfter ich Blogs Anderer lese, will sagen Blogs Besserer, dann stirbt ein Teil in mir. Weil der hervorragende Text, den ich da lese, mir selbst nicht eingefallen ist, weil er vor Eloquenz nur so strotzt und der Inhalt bahnbrechend ist, will sagen, er gewisse Lifestyle-Trends klar erkennt und persifliert und meine Texte nur belanglos sind.
Das erinnert mich übrigens an die – wie hieß es, nicht Sitcom, nicht Soap, irgendwie ein Fachbegriff der Television – Serie „Verliebt in Berlin“, denn alle Frauen sind so hübsch, nur Lisa ist nur in armes Bauernmädchen.
Nicht, dass ich unsere Texte als armes Bauernmädchen erscheinen lassen will, das wäre zu niedrig gegriffen, außerdem machen wir hier ja quasi effektreiches Popcornkino, mit Bildern und so und Links und WebZwoNull wird hier groß geschrieben, das ist schließlich ein Blog und nicht so eine billige, reißerische Online Publikation wie die von Computer Bild oder Spiegel oder Anderen, die sich in dem Niveaufeld bewegen.
Was zu dem ganzen Schlamassel beiträgt ist natürlich die Software, also die Basis des Ganzen. Nichts gegen Blogigo oder so, aber mal ehrlich: Die Plattform ist echt scheiße.
Angenommen ich finde ein tolles Bild auf meiner Festplatte, aus alten Zeiten, eines, auf dem Christian Wagner gerade fremde Männer küsst oder an Einrichtungen der tschechischen Exekutive seine Blase leert, dann habe ich schon keine Lust mehr Selbiges zu bloggen, weil das Hochladen und der ganze Scheiß einfach seine Zeit und seinen Aufwand braucht, ich sitze also nonchalant an meinem Tisch und tue lieber was mir sonst noch einfällt, zum Beispiel Sinnvolles und das ist ja nun wirklich nicht der Sinn der Sache.

Grund für mich diesen völlig bescheuerten Text zu schreiben ist übrigens der Besuch auf www.kaliban.org, der Website des Chefredakteurs der Gamestar, der echt tolle Texte geschrieben hat. Einfach mal auf Klassiker klicken oder ein paar der letzten Sachen lesen.

Das gilt natürlich nicht für alle seine Werke des Chefredakteurs,  schließlich sind wir die Kaiser der geschriebenen Worte und er ist nur ein armes Bauernmädchen.

14.11.2007 um 13:26 Uhr

Religion

War Buddha Nazi?

 

Deutschlands Buddhisten sind geschockt. Die große Tageszeitung „Bild“ veröffentlichte in der heutigen Ausgabe ein Bild des Religionsgründers Siddharta Gautama, des historischen Buddhas – Mit einem Hakenkreuz auf dem Leib.

 

Politiker der FDP, GRÜNE und LINKE reagierten gleichermaßen empört. So bezeichnete die Linke Petra Pau, ihres Zeichens Bundestagsvizepräsidentin, den Buddhismus als „radikale und fundamentalistische“ Religion und der Grüne Hans-Christian Ströbele will gar „eine buddhistisch-nationalsozialistische Verschwörung“ erkannt haben. FDP-Politiker Solms sieht im Buddhismus „eine Gefährdung der Freiheit unserer Gesellschaft und der Menschen, die in ihr leben. Die offenkundige rassistische Motivation der Buddhisten lässt sich jetzt nicht mehr leugnen."

 

Politiker aller Parteien wollen nun so schnell wie möglich einen Verbotsantrag stellen, die Deutsche Buddhistische Union wollte sich bisher nicht äußern.

 

Buddha: Ein religiöser Rassist?

 

23.10.2007 um 19:00 Uhr

Gespräche

Zwei Möglichkeiten ein und desselben Gesprächs vor einer Feier. Telefongespräch Nr. 1:

"Hi"

"Hi"

"Heute Abend saufen wir richtig einen?"

"Ne du, ich fahre."

Man hört nur das Rauschen der Leitung.

"Nimmst du mich mit?"

"Kann ich machen, ich hol dich dann ab"

"Ey super, ..."

Variante 2:

"Hi"

"Hi"

"Heute Abend saufen wir richtig einen?"

"Ne du, ich fahre wohl"

"Alter, bist du bescheuert? Wir saufen richtig einen!"

"Nee, ich fahre"

"Da kannst du ja gleich wegbleiben, Idiot"

 

Anm. d. Red. :

Es handelt sich in beiden Varianten um dieselben Gesprächspartner. Die Gespräche sind rein fiktiv und real. Der Gesprächspartner Nr. 2 hat in Variante 1 noch keine Mitfahrgelegenheit, wie unschwer zu erkennen gewesen sein sollte, in Variante 2 - schon.