Gedankenlos

16.09.2008 um 08:32 Uhr

Geschlagene Hunde

von: Pueppimaus   Stichwörter: Angst, Wut, Zögern, Aussitzen

Stimmung: Gedrückt, traurig,
Musik: If you dont know me

Die Traurigkeit wollte auch auf dem Elternabend nicht abfallen

Trotz des Gelächters und der netten Gespräche fühlte sie sich irgendwie abseits und ausgeschlossen

Wie durch eine Wand drangen die Gräusche an ihre Ohren und sie antwortete, erzählte und lachte bisweilen eher mechanisch

Es merkte aber keiner.

Auch zu einem Glas ging sie noch mit in die Kneipe, war dann aber plötzlich mit zwei Frauen dort allein, die sie gut kannte und die sie dann auch noch fragten: Und.... wie läuft es denn so bei Euch??

Sie schluckte die Tränen herunter, immer und immer wieder. Ihre Augen brannten und ihr Hals schwoll zu. Manchmal blieben ihre Worte im Halse stecken und sie erzählte von Begebenheiten die sie ärgerten und verletzten.

Die Frauen erzählten ihr etwas von ihrer Stärke und sie würde wohl vergessen habe, was sie alles schon geschafft habe. Es läge nicht alles nur an ihr. Sie sei nicht schuld.

Die Musik im Auto auf der Rückfahrt war traurig. If You dont know me right now..... you will never never never know me

Sie hörte die Melodie und sang mit und ihr fiel auf, dass ihre Stimme sich gut anhörte, und ihr Kraft gab.

Je näher sie ihrem Zuhause kam umso schlimer wurde das Gefühl. Ein Riesenstein in ihrem Magen machte sich breit und drückte sämtliche Organe zur Seite. Oder lag es am Weißbrot?

Eine Frau die geschlagen wird, wird sich ähnlich fühlen, dachte sie bei sich. Und die geht auch immer wieder nach Hause. Warum tu ich das. Ja, da sind die Kinder, das große Haus, die vielen Annehmlichkeiten, die finanziellen Verpflichtungen.....

Es gab so viel zu bedenken.

Sie stellte sich vor, wie er auf dem Sofa auf sie wartete, oder später ins Bett kam und ihr wurde ganz kalt.

Sie spürte, wie sie kurzatmig wurde und zittrig. Wie ihr die Tränen wieder hochkamen und ein schlechtes Gewissen sich breit machte aufgrund des Gedankens, der sich wieder in ihrem Kopf breit machte.

Es wäre so schön, wenn er mal gehen würde. Wenigstens für eine Weile. Ich käme mal zur Ruhe, könnte mal nachdenken. Könnte mal ehrlich mit mir sein. Hätte mal keine Angst vor Verpflichtungen mehr.

Er lag auf dem Sofa. Der Fernseher lief, im Wohnzimmer war es angenehm war, denn sie hatte nachmittags den Kamin angezündet.

Er schien zu schlafen. Sie ging noch mit dem Hund, räumte noch so dies und das hin und her.... gleich ins Bett oder ihn erst wecken oder .....

Er wachte auf, weil ihn eine Fliege nervte. Er schlug um sich nach der Fliege und schimpfte derbe.

Er schaute sie an, wie sie da so vor dem Fernseher stand, schloss dann wieder die Augen,schlief weiter.

Sie ging dann schnell ins Bett. Vorher noch eine Hand voll Baldrian würgend heruntergeschluckt.

In der Hoffnung, sie würde nicht aufwachen, wenn er ins Bett käme.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

15.09.2008 um 11:13 Uhr

Es brennt

von: Pueppimaus   Stichwörter: Feuer, und, Eis

Stimmung: verzweifelt

Es brennt

In meinen Gedärmen brennt ein Feuer, so heiß und schmerzlich, so drängend und unnachgiebig, so beißend und stechend

Es brennt

In meinen Augen brennen die Tränen, die nicht laufen sollen, denn sie sind vielleicht die Tropfen, die Dein Fass zum Überlaufen bringen

Es brennt

Und höre mich reden, reden und reden und mit immer neuen Argumenten versuchen an Deine Einsicht, Deine Liebe und Deine Bereitschaft zu appelieren

Es brennt

Und Du sitzt wie ein Eisblock daneben und anstatt mit Deinem langsam dahinschmelzendem Wasser diese Feuersbrunst ein wenig einzudämmen, tauchst Du darin unter und verschwindest aus meinen Augen.

Lässt mich verbrennen und scheinst mein Schreien nicht zu hören.

02.09.2007 um 19:11 Uhr

Noch ne Chance

von: Pueppimaus   Stichwörter: Reden, reden, reden

Stimmung: gedrückt aber voller Hoffnung

Er hat angefangen zu reden und das ist gut so, denn dieser Druck war nicht mehr auszuhalten. Der Anfang ist gemacht und ich hoffe, wir schaffen es, das Reden beizubehalten.

Wenn die Kinder nachher im Bett sind, werden wir ein Weinchen trinken und weiter reden... hoffe ich.

Mein Sohn hat so geweint, als er uns streiten hörte. Er hat totale Ängste dann. Ich kann ihn gut verstehen. Ich glaube, es reißt ihm den Boden unter den Füßen weg. Es ist für Kinder eben doch existenziell eine komplette Familie zu haben.

Son großen Kerl unser Finni auch ist, da wird er wieder ganz klein und zerbrechlich.

Also Leute... vor dem Streiten an die Kinder denken. Wir werden zum Streiten jetzt ans Meer fahren... oder woanders hin..

02.09.2007 um 11:01 Uhr

Jogging

von: Pueppimaus   Stichwörter: eingefahrene, Wege, Wahl, der, Wege

Stimmung: angestrengt

 Ich bin heute morgen endlich wieder laufen gegangen, die Sonne blinzelte ein wenig hervor und es war unglaublich schön... wenn auch nach so langer Zeit doch etwas anstrengend.

Ich hatte meinen MP3 Player auf und bedröhnte mich mit Power Musik. Dann kann ich besser laufen, wenn ich mich nicht so schnaufen höre.

Ich kam an einen Grasweg, der zwei ausgefahrene Treckerspuren hat.

Egal, auf welcher Seite ich lief, die andere sah besser aus. Lief ich rechts, war rechts das Gras weniger, wechselte ich auf rechts lagen da Steine.

So ist es manchmal auch im Leben. Wir laufen viele ausgetretene Pfade und hoffe, wir kämen auf dem einen, den wir gewählt haben gut voran. Meist ist es der bequemste, der auf dem die meisten laufen.

An manchen Stellen gabelt sich der Weg und wir haben die Wahl.

Die Wahl zu haben ist nicht immer leicht und so manches Mal haben wir das Gefühl, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Nur leider können wir den eingeschlagenen Weg bis zur Gabelung nicht zurück.

Wir können neue Wege auch nicht mal zur Probe laufen und wenn sie nicht genehm sind einfach umdrehen.

Dann bleibt uns nur, auf die nächste Gabelung zu warten und damit auf eine neue Chance, eine Entscheidung für rechts oder links treffen zu können.

Wenn wir nicht zu schnell sind oder es nicht gerade dunkel ist, verpassen wir diese Gelegenheit auch nicht, wenn wir hinsehen.

Im Nachherein stellt sich  so mancher Weg als Sackgasse heraus.So manchen Weg wären wir lieber nicht gelaufen.So manche Abzweigung haben wir total verpasst.

Und irgendwann scheinen sowieso alle Wege zusammenzulaufen.Vielleicht ist der große Platz der sich allen Wegen anschließt dann das Ende aller Entscheidungsvielfalt.Da stehen wir dann alle und schauen uns an, wo wir waren, was wir wollten und was wir getan haben. Und so mancher ärgert sich über viel vertane Zeit.

02.09.2007 um 10:51 Uhr

Ein böser Traum

von: Pueppimaus   Stichwörter: Strand, Meer, Tod, Hoffnungslos

Stimmung: angstvoll

Ich habe einen bösen Traum gehabt

ich träumte, ich wäre mit meinem Mann in den Urlaub gefahren... jedenfalls befanden wir uns an einem Ort mit Strand... keine Ahnung wo.

Ich war ganz allein am rechten Strandbereich und ganz weit hinten sah ich eine Ferienanlage, die war so in Stufen zum Strand herunter gebaut... eigentlich ganz schön

Unten war mein Mann mit einer Gruppe von Leuten, er hatte einen langen Zopf, daran habe ich ihn erkannt.

Aber die waren alle ganz schön weit weg.

Ich ging allein am Strand entlang und kam an zwei hohe Mauern, die parallel in einem Abstand von ca. 4m wie ein Tunnel vom Meer auf den Strand liefen

Sie waren beide ca. 10m lang und 3m hoch.

Das Wasser schwappte vom Meer da hinein, es war der Boden da zum Teil mit Beton, zum Teil war es Sand.

Ich ging hinein und ein Stückchen hinunter zum Wasser und ahnte irgendwie, als ich dort hineinging, das wäre nicht gut.

Ich setzte meinen rechten Fuß hinein in weichen nassen Sand, dieser gab sofort unter mir nach und etwas sog mich hinein ins Wasser.

Ich wusste sofort: Oh je, das wars jetzt. Es ist das eingetreten was ich immer befürchtet habe.

Ich sackte ins Wasser und konnte irgendwie nicht schwimmen. Die Strömung riss mich weiter hinaus, um die Mauer herum und ich versuchte noch was auszuziehen. Ich trug komischerweise Wintersachen, also Mütze und Handschuhe und Jacke und so.

Ich schrie nach Frank und um Hilfe, aber ich merkte, dass meine Stimme keine Kraft hatte und sie wohl niemand hören würde.

Und so starb ich im Wasser.

Als ich dann tot war rief ich weiter Franks Namen. Ich schrie ihn heraus und konnte ihn von oben sehen, wie er aus seinem Hotelzimmer herauskam und die Hotelterassen herunterging.Ich rief und rief und konnte nicht begreifen, dass er mich nicht hören konnte, denn ich war doch immerhin gestorben. Er musste mich doch einfach hören.

Ich weinte ganz doll dabei, aber er hörte mich nicht und setzte sich unten am Strand in einen Liegestuhl.

Dann sah ich, wie Leute kamen und auf das Wasser zeigten.

Er stand dann auf und schaute.

Wahrscheinlich haben ihm diese Leute erzählt, dass ich gerade ertrunken sei.

Ich war eben tot.