Teil 4:
„DIE SÖHNE GOTTES"
(Eschatologie¨)
(Anmerkung des Verlegers: der vierte und der fünfte Teil sind Abschriften von Seminaren, die Dr. Fuller an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten hielt.)
JESUS, DER BEISPIELHAFTE SOHN
Bevor wir die Diskussion über den Sohn Gottes beginnen ist es mir wichtig, einige grundsätzliche Voraussetzungen zu besprechen, auf denen diese Diskussion beruht. Ich glaube, dass alles, was Jesus sagte, wahr ist und stütze diese Voraussetzung auf den folgenden Beweis.
Ich stimme denjenigen nicht zu, die sagen, dass sie einen Teil dessen, was Jesus sagte und behauptete, akzeptieren, und einen anderen Teil nicht akzeptieren können. Entweder hatte Er Recht oder Er hatte Unrecht. Einige Leute sagen, dass Jesus nicht der einzige eingeborene Sohn Gottes war. Sie glauben, Er sei ein Mensch wie jeder andere gewesen. Sie sagen, dass Er nicht von einer Jungfrau geboren war - dass diese Geschichte eine Erfindung sei. Sie glauben, dass er einfach ein weiser Mensch war. Für mich ist das nicht so. Weise? Wenn Jesus nicht der war, der Er sagte, dass Er sei, war er dann ein weiser Mann? Zu behaupten, Er sei der Sohn Gottes und es weiterhin zu behaupten, bis man Ihn umbringt, ist das Weisheit? Für mich wäre das Dummheit. Wenn man nicht der ist, der man behauptet zu sein und man es weiß, und es dann trotzdem fortgesetzt behauptet, bis man gekreuzigt wird, ist das nicht weise.
Einige sagen, dass Jesu zweites Erscheinen rein metaphorisch sei - dass der Geist des Christus kommen und den Einzelnen aufsuchen wird, aber dass es keine wirkliche Rückkehr Jesu zur Erde geben wird. Ich bin nicht einverstanden. Als Er seinen Jüngern von der Kreuzigung erzählte, beschrieb Er, dass Er umgebracht würde, auferstehen würde, bei ihnen sein würde und dann in die Dimension Gottes zurückkehren würde. Jesus sagte Seinen Jüngern, dass Er nach Seiner Rückkehr in die Dimension Gottes bis zu Seinem zweiten Erscheinen nicht mehr bei ihnen sein würde. Sie fühlten sich sofort traurig und verlassen deswegen. Jesu Antwort an sie war: „Lasst eure Herzen nicht besorgt sein: Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an Mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Häuser (Reiche, Dimensionen). Ich gehe und werde einen Platz für euch bereiten und wenn ich gehe und einen Platz für euch bereite, werde ich wiederkehren und euch unter mir versammeln, damit wo Ich bin auch ihr seid."
An dem Abend, als er das Abendmahl durchführte (das Letzte Abendmahl, die Heilige Eucharistie), sagte er zu seinen Jüngern: „Ich werde die Frucht dieses Weines nicht mehr mit euch trinken, bis ich wiederkehre und wir sie gemeinsam im Königreich Gottes trinken." Er sagt: „Ich werde wiederkommen, um das Königreich auf Erden zu errichten, und bis dahin werde ich die Frucht des Weines nicht mehr mit euch trinken." Das ist keine Metapher. Er spricht davon, denselben Wein zu trinken, den sie beim Abendmahl des Herrn tranken. Ich glaube nicht, dass ein Teil dessen, was Jesus sagte, wahr ist, und ein anderer Teil nicht. Ich akzeptiere alles, was Jesus sagte, buchstäblich.
Dies ist eine Einführung zu unserem nächsten Thema, den Söhnen Gottes.
Johannes schrieb im ersten Kapitel seines Evangeliums: „So vielen wie Ihn (Jesus) empfingen, hat Gott die Kraft gegeben, Söhne Gottes zu werden." Als ich das zum ersten Mal las, dachte ich: „Jemand hat hier falsch übersetzt." Man hatte mir beigebracht, dass, wenn wir Christus annehmen, wir dann Söhne Gottes sind. Doch hier wird uns gesagt, dass wir die Kraft empfangen werden, um Söhne Gottes zu „werden". Ich beschloss, dass ich, wenn ich die Originalsprache lesen könnte, herausfinden würde, wer den Fehler gemacht hatte. Als der Tag kam, an dem ich die Originalsprache lesen konnte, sah ich, dass da kein Fehler war. Ich entdeckte zwei verschiedene griechische Wörter, die mit „Sohn" übersetzt wurden. Eines davon ist das griechische Wort „tekknon". Es weist auf ein kleines Kind hin. Das andere Wort ist „huios", mit dem ein reifer Erwachsener gemeint ist. Obwohl Johannes das Wort „Sohn" benutzt, spricht er nicht nur vom männlichen Geschlecht. Er spricht von jeder Person, die entweder ein Sohn oder eine Tochter Gottes wird. Die Wörter „tekknon" und „huios" sind jedoch beide männlich.
Um den Gebrauch dieser Wörter zu verstehen, muss man sie im Licht einer jüdischen Familie betrachten. Das junge, männliche Kind bleibt ein Kind, bis es ein gewisses Alter erreicht hat. Zu dieser Zeit wechselt es in die Erwachsenenwelt. Vor dieser Feier hat jeder Diener des Hauses die vollständige Herrschaft über das Kind. Wenn der Diener dem Kind irgend etwas befiehlt, muss das Kind es tun. Am Tag nach der Zeremonie befiehlt das Kind dem Diener, was er zu tun hat. Das jüdische Volk hatte und hat immer noch eine Feier namens Bar Mitzvah, mit der das Kind in die angemessene Position in der Familie eingesetzt wird.
Zu biblischen Zeiten hing das Alter, in dem ein Kind in die Erwachsenenwelt wechselte, davon ab, zu welchem der zwölf Stämme Israels es gehörte. Das Alter dafür war achtzehn, einundzwanzig oder dreißig. Im Stamm von Judah, dem Stamm Jesu, war das Alter dreißig. Jesus war auch dreißig, als Er zu Seinem Dienst fand. Ich weiß nicht, ob das irgendeine Bedeutung hat oder nicht. Den Unterschied zwischen „tekknon" und „huios" zu verstehen, ist sinnvoll, wenn Johannes sagt: „Gott hat euch (tekknon - kleiner Sohn) die Kraft gegeben, Söhne Gottes (huios - erwachsene Söhne) zu werden." Später schreibt Paulus: „Diejenigen, die vom Geist geführt sind, sie sind die Söhne Gottes." Paulus gebraucht das Wort „huios".
Die meisten Leute, die Theologie unterrichten, benutzen die Bibel, um zur Grundvoraussetzung hinzuführen. Ich mache es anders. Ich nenne zuerst meine Grundvoraussetzung und stütze sie dann mit der biblischen Schrift. Es ist wichtig, zu bestimmen, ob die Grundvoraussetzung richtig oder falsch ist. Wenn die Grundvoraussetzung falsch ist, dann ist alles, was daraus geschlossen wird, ebenfalls falsch. Ich kann euch beweisen, dass vier plus vier zehn ist, wenn ihr meine Grundvoraussetzung akzeptiert. Meine Grundvoraussetzung ist, dass zwei plus zwei fünf ist. Hier ist die Grundvoraussetzung falsch, und damit ist auch alles andere falsch. Deswegen nenne ich die Grundvoraussetzung zuerst und lese dann die Stellen in der Bibel, die sie beweisen.
Im Neuen Testament haben wir die weihnachtlichen Schriften über den Besuch der Engel, den Besuch der Hirten, die Reise nach Bethlehem usw. Es gibt auch im Alten Testament eine weihnachtliche Schrift, die siebenhundertfünfzig Jahre vor Jesu Geburt stattfand. In Isaias 7:14 lesen wir folgende Worte: „Daher wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben, eine Jungfrau wird einen Sohn gebären und wird ihn Emanuel nennen." Ich weiß sicher, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Das ist wahr. Ich bin im Herzen davon überzeugt. Es gibt diejenigen, die sagen, dass diese jungfräuliche Geburt nicht wahr sein kann. Sie haben sogar versucht, das Wort „Jungfrau" mit „junge Frau" neu zu übersetzen. Es wäre nichts Besonderes an einer jungen Frau, die einen Sohn gebiert. Ich glaube jedoch, dass die jungfräuliche Geburt nicht das Zeichen ist. Es gibt vier Verfasser des Evangeliums, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie schrieben die Geschichte von Jesus nieder. Einige Ereignisse des Lebens von Jesus werden von allen vier Autoren beschrieben. Andere Geschichten werden nur von drei, zwei oder einem Schreiber wiedergegeben. Sie haben alle verschiedene Standpunkte und manchmal scheint es, als widersprächen sie sich. Das ist dieselbe Situation, in der zwei Menschen sich befinden, die von der jeweils gegenüberliegenden Seite aus einen Autounfall beobachten. Ihre Beschreibung des Unfalls wird unterschiedlich sein.
Der erste Evangelienschreiber, über den wir sprechen werden, ist Matthäus. Matthäus ist einer der zwölf Jünger. Davor war er ein Hebräer, der buchstäblich seine Seele der römischen Regierung übergeben hatte. Er war ein Steuereintreiber oder Zöllner für die Römer geworden. Es war eine lukrative Aufgabe, denn die Römer setzten bestimmte Steuersätze an und alles, was darüber lag, konnte der Steuereintreiber für sich behalten. Das war in den Augen des hebräischen Volkes das Tiefste, zu dem jemand sinken konnte. Sogar die Gegner von Jesus sprachen schlecht von ihm, weil er mit Zöllnern aß und trank.
Eines Tages saß Matthäus am Zollamt und sammelte Steuern ein, als Jesus vorüberkam. Sie sahen sich in die Augen und Jesus sagte: „Folge mir." Matthäus erhob sich vom Tisch, ließ all die Listen und all das Geld liegen und ging mit Jesus. Ich habe mich oft gefragt, weshalb Gott uns nicht mehr Informationen darüber gibt, was während des Augenkontaktes geschah. Auf jeden Fall war Matthäus von Jesus begeistert.
Matthäus war die Rechtmäßigkeit wichtig. Sein Ziel beim Schreiben ist es, dem hebräischen Volk zu beweisen, dass Jesus Christus wahrhaftig der Messias ist, der vor siebenhundertfünfzig Jahren prophezeit wurde. Matthäus beweist dies vierzig mal in seinem Evangelium.
Markus hatte sein Evangelium vor Matthäus geschrieben. Markus war während des Lebens von Jesus ein Teenager. Seiner Mutter gehörte das Haus, in dem das Letzte Abendmahl gehalten wurde. Sein Name zu jener Zeit war Johannes Markus. In allen Evangelium kommt eine Geschichte über einen Jungen vor, der bei Jesus war, als die Römer kamen, um Jesus festzunehmen. Sie packten ihn an seiner Kleidung. Er schlüpfte aus der Kleidung und rannte unbekleidet die Straße hinunter. Das war Johannes Markus.
Johannes Markus‘ Mutter war die Schwester eines Mannes aus Zypern mit Namen Barnabas - der somit Johannes Markus‘ Onkel war. Etwa drei Jahre nach der Kreuzigung sprach der Geist Gottes in der Kirche in Antioch in Syrien, der größten aller Kirchen, während eines Gottesdienstes zur Gemeinde und sagte: „Lasst Paulus und Barnabas Missionare für die Ungläubigen sein." Sie sollten die Botschaft des wahren Messias den Heiden der Welt überbringen. Als sie sich aufmachten, waren sie ältere Männer, während Johannes Markus Anfang zwanzig war. Barnabas sagte zu Paulus: „Warum nehmen wir nicht meinen Neffen, Johannes Markus, mit? Er ist ein junger Mann und kann uns gut beistehen. Er wird uns ein guter Helfer sein." Sie entschlossen sich, ihn mitzunehmen.
Wenn Paulus und Barnabas auf Reisen waren, arbeiteten sie wo immer sie waren, und schlugen dort ihre Zelte auf. Sie blieben in einer Stadt nicht nur drei oder vier Tage oder ein paar Wochen. Manchmal blieben sie zwei Jahre in derselben Stadt.
Als sie sich auf ihre erste Missionstour machten, bewegte Barnabas Paulus, zuerst die Insel Zypern im Mittelmeer zu besuchen, denn das war Barnabas‘ Heimat. Er wollte zurück nach Hause gehen. Sie reisten mit einem Boot nach Zypern und gingen am nördlichen Punkt an Land. Sie gingen die Küste der Insel entlang und blieben an einem Ort mehrere Monate, an einem anderen zwei Jahre. Schließlich trafen sie in Troas ein. Dort sprach Gott in einer Vision zu Paulus. In dieser Vision sah Paulus einen Mann in Mazedonien auf dem europäischen Festland, der sagte: „Kommt herüber und lehrt uns." Am nächsten Tag verließen sie Troas und gingen nach Mazedonien.
Sie waren erst wenige Tage dort, als Johannes Markus sie verließ und zurück nach Jerusalem ging. Zuerst war Paulus ärgerlich. Er sagte: „Sobald Johannes Markus in das Moskito-verseuchte Marschland kam, hatte er nicht mehr den nötigen Mumm. Er hat uns im Stich gelassen." Später bereute er, was er vorher gesagt hatte, und sagte: „Der junge Johannes Markus hatte einen guten Grund, zurückzukehren." Der Grund war, dass sie nichts hatten, was sie den Leuten hinterlassen konnten, außer der Erinnerung daran, was Paulus sie über Jesus gelehrt hatte. Johannes Markus war der Meinung, die Leute sollten mehr als das haben. Er war inspiriert, das Leben Jesu aufzuschreiben, so dass jemand seine Schrift abschreiben und in jeder Stadt eine Kopie hinterlassen konnte. Seine Rückkehr nach Jerusalem ermöglichte es den anderen Aposteln, ihm bei der Niederschrift vom Leben und den Lehren Jesu zu helfen. Er schrieb für die Missionare. Sein Evangelium war das erste.
Als Matthäus sein Evangelium schrieb, hatte er Johannes Markus‘ Evangelium in Händen. Er sagte: „Johannes Markus hat das für die Missionare gut gemacht, aber ich möchte für die Hebräer schreiben und ihnen beweisen, dass Jesus wahrhaftig der Messias ist, von dem die Prophezeiung spricht." Deswegen ist seine Schrift eine rechtliche.
Später schrieb ein weiterer Mann, Lukas, das dritte Evangelium. Lukas war Arzt und lebte auf der Insel Zypern in der Stadt Troas. Das ist dieselbe Stadt, in der Paulus die Vision hatte, nach Mazedonien zu gehen. Er hörte die Botschaft von Jesus und schloss sich Paulus und Barnabas an. Nachdem er eine Weile mit ihnen herumgereist war, entschloss er sich, über das Leben Jesu zu schreiben. Er sagte: „Ja, Markus schrieb eine gute Abhandlung für die Missionare und Matthäus schrieb für die Hebräer und bewies, dass Jesus der Messias ist, und er machte es gut, aber keiner von ihnen ist in Einzelheiten gegangen. Sie schrieben über die Punkte, die für ihren Zweck wichtig waren. Ich möchte mehr über die Einzelheiten schreiben, Schritt für Schritt." Auch er ging zurück nach Jerusalem, um bei den Aposteln zu sein, die tatsächlich mit Jesus zusammen gewesen waren, denn er hatte Jesus nie persönlich kennengelernt. Lukas schrieb auch das Buch der Apostelgeschichte. In der Apostelgeschichte findet man die Einzelheiten darüber, als Gott in der Kirche in Antioch sprach und sagte: „Sendet Paulus und Barnabas...". Man beachte, dass Lukas seine Niederschrift in der dritten Person beginnt. Es handelt davon, was sie taten. Wenn er über Troas schreibt, schreibt er aus dem Blickwinkel des „Wir", denn er hatte sich dort Paulus und Barnabas angeschlossen.
Die Evangelien von Markus, Matthäus und Lukas wurden alle innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren geschrieben und sind als die synoptischen Evangelien bekannt.
Das Evangelium von Johannes wurde elf Jahre später geschrieben. Johannes wird auch Jünger der Liebe genannt. Als Johannes schrieb, lagen ihm die Schriften von Johannes Markus, Matthäus und Lukas vor. Er sagte: „Ja, Markus hat es für die Missionare gut gemacht, Matthäus war sehr gut darin, zu beweisen, dass Jesus der Messias war, und Lukas hat sehr gut die Einzelheiten wiedergegeben. Nun möchte ich über die Liebe Gottes schreiben, die sich im Leben Jesu ausdrückt."
Meiner Meinung nach ist das Evangelium von Johannes in der griechischen Sprache Koine das großartigste Prosawerk, das jemals geschrieben wurde. Es ist wunderschön, wenn man es in dieser Sprache liest, denn die Sprache ist um so viel ausdrucksstärker als das Englische. In der Übersetzung geht viel verloren.
Wir haben über die vier Evangelienschreiber als Vorbereitung auf unsere nächste Diskussion gesprochen. Gehen wir zurück zu Matthäus, der mit seinem Sinn für Recht ein großartiger Rechtsanwalt geworden wäre. Er macht sich daran, zu beweisen, dass die siebenhundertfünfzig Jahre zuvor geschriebene Prophezeiung aussagt, dass das Zeichen nicht die jungfräuliche Geburt ist, sondern dass das Zeichen Jesus selbst ist.
Matthäus schreibt über Josef, Marias zukünftigen Ehemann. Maria war schwanger - das Kind hatte sie vom Heiligen Geist Gottes empfangen. Zu dieser Zeit war sie bereits mit Josef verlobt und sie wollten heiraten. Er war bestürzt, als er erfuhr, dass sie schwanger war, und er wollte das Richtige tun. Er denkt darüber nach, sie heimlich zu entlassen und sich eine andere Frau zu suchen. Matthäus beschreibt in Kapitel 1, Vers 20-22, was als nächstes geschieht: „Als er darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: ‚Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn, was in ihr gezeugt ist, stammt vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk erlösen von seinen Sünden.‘ Dies alles ist geschehen, damit erfüllt würde, was gesagt ist vom Herrn durch den Propheten: ‚Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihn Immanuel nennen, was übersetzt heißt: ‚Gott mit uns‘."
Matthias erzählt uns, dass Gott Josef einen Engel schickte und ihm sagte: „Nein, schicke Maria nicht fort. Diese Schwangerschaft ist vom Geist Gottes." Dann zitiert er Isaias. Nirgends steht hier, dass die jungfräuliche Geburt das Zeichen ist. Mir scheint, wenn dieser Mann Matthäus so begierig ist, zu beweisen, dass Jesus der Messias ist und vierzig Beispiele dafür anführt, er dieses sicherlich nicht ausgelassen hätte. Ich glaube nicht, dass die jungfräuliche Geburt das Zeichen ist. Ich glaube, dass Jesus selbst das Zeichen ist.
Wenn ihr immer noch einige Zweifel daran habt, dann lasst uns weiterlesen. Bei Lukas 2:11-12 steht: „Euch wurde heute in der Stadt Davids ein Retter geboren, der ist Messias und Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingehüllt und in einer Krippe liegend." Einige sagen, dass die Engel den Hirten sagten, dass es in dieser Passage ein Zeichen gibt, und dass das Zeichen die Windeln sind. Das kann nicht sein, denn alle neugeborenen Babys waren in Windeln gewickelt.
Das Neue Testament, das ursprünglich in der originalen griechischen Koine-Sprache geschrieben wurde, hatte keine Absätze, numerierte Verse oder Satzzeichen. Es gab überhaupt keine Zwischenräume zwischen den Wörtern. Seither haben Menschen zur Bequemlichkeit Absätze, Verse und Zahlen eingefügt. Die Art und Weise wie dieser Vers mit Satzzeichen versehen wurde, lässt ihn so erscheinen, als seien die Windeln das Zeichen, und andere mögen sagen, dass das Zeichen die jungfräuliche Geburt selbst ist. Wenn man die Interpunktion ändert, könnte es sich so lesen: „Euch wurde heute in der Stadt Davids ein Retter geboren, der ist Messias und Herr, und dies soll euch zum Zeichen sein." So bedeutet es, dass das Kind das Zeichen ist.
Fahren wir fort und schauen, was bei Lukas 2:34 über den Propheten Simeon steht. Simeon war der höchste Priester zur Zeit Jesu. Simeon wurde gesagt, dass er dem Tod nicht begegnen würde, bis er den Messias in seinen Armen halten würde. In Vers 34 sagt Lukas: „Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, seiner Mutter: ‚Siehe, dieser ist bestimmt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.‘" Simeon sagt, dass das Kind das Zeichen ist.
Gehen wir einen Schritt weiter. Wie wäre es, wenn Jesus selbst sagte, dass Er das Zeichen ist. Bei Lukas 11:29-30 sagt Jesus: „Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es verlangt ein Zeichen doch es wird ihm kein anderes Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Jona. Wie nämlich Jona für die Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn sein für dieses Geschlecht." Jesus sagt: „Wie Jona das Zeichen für die Niniviten war, suchen alle Menschen heute ein Zeichen. Es wird kein Zeichen gegeben, außer Jona, den Propheten. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches verbrachte, so werde ich drei Tage und drei Nächte in einem Grab verbringen." Jesus sagte, Er ist das Zeichen. Das Zeichen ist nicht die jungfräuliche Geburt. Das Zeichen ist Jesus Selbst.
Wohin ich die Diskussion führen wollte, ist die Frage: „Wofür war Jesus das Zeichen?" Zeichen sollen auf irgend etwas hindeuten. Wenn die Bibel in all diese Einzelheiten über das Zeichen geht, dann muss es wichtig sein. Meine Grundvoraussetzung ist hier, dass Jesus das Zeichen von etwas ist, was heute geschieht, und was mit Johannes dem Täufer begann und sich seither entfaltet hat und sich fortsetzen wird, bis es eines Tages zur vollen Entfaltung kommt. Jesus ist das Zeichen für Ereignisse, die sich heute ereignen. Es gibt ein Zusammenfinden oder eine Gründung einer Gruppe von Menschen, die den Herrn Jesus Christus erwarten, der persönlich zurückkommen wird und das Königreich Gottes hier auf Erden errichten wird. Das wird am Ende der Zeit stattfinden (dem neuen Zeitalter, der goldenen Ära oder der nächsten Fügung).
Es gibt eine Gruppe, die als „Verzückungs"-Leute bekannt sind, die glauben und lehren, dass Jesus zurückkehren wird und alle von Gott auserwählten Menschen von diesem Planeten wegnehmen wird. Diese auserwählten Menschen sind nur diejenigen, die gerettet wurden. Diejenigen, die nicht errettet sind, werden zurückgelassen. Während der Zeit der Verzückung, sagen sie, würde ein großer Aufruhr sein. Ich habe diese Lehre „Kuchen-im-Himmel-irgendwann-vielleicht" genannt.
Vor einigen Jahren fuhr ich mit einem Verzückungsgläubigen im Auto, und auf dem Handschuhfach war ein Aufkleber. Der Aufkleber besagte, dass der Fahrer dieses Wagens ein wiedergeborener Christ war. Es stand da, dass Jesus kommen wird (den Tag oder die Stunde kennt niemand) und auf einmal alle wiedergeborenen Christen von dieser Erde wegnehmen wird. Es wurde davor gewarnt, dass, wenn der Beifahrer kein wiedergeborener Christ sei, er darauf vorbereitet sein solle, ins Lenkrad zu fassen, wenn der Fahrer in Verzückung nach oben erhoben werden sollte. Ja, Jesus kommt zurück, aber es gibt in der Bibel nichts, was solche eine Verzückung stützt.
Ich behaupte, dass alles über Jesus, von Seiner Empfängnis bis zu Seinem Aufstieg, Teil des Zeichens ist. Er ist das Zeichen für das Hervorkommen des vielzähligen Körpers, der der Sache des Christus vollkommen hingegeben ist. Es begann mit Johannes dem Täufer, der sagte: „Das Königreich Gottes ist nahe" und wird eines Tages hier auf Erden voll entfaltet sein. Als die Jünger Jesu Ihn baten: „Lehre uns zu beten", gab er ihnen das, was wir das Mustergebet nennen, das Vaterunser. Darin sagt Er, dass wir so beten sollen: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auch hier auf Erden..." Er sagt, es wird direkt hier auf der Erde geschehen.
Dieser vielzählige Körper hat viele Namen. Man könnte ihn „Überwindergruppe" nennen. In der Offenbarung 3:21 heißt es: „Dem, der überwindet, werde ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, wie auch ich überwand und mich mit meinem Vater auf den Thron setzte." Man könnte sie den „vollkommenen Menschen" nennen. Paulus schreibt darüber im Brief an die Epheser 4:11-13. Er sagt: „Er bestellte manche als Apostel, als Propheten, als Evangelisten, Hirten und Lehrer zur Heranbildung der Heiligen für die Ausübung des Dienstes, für den Aufbau des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu einem vollkommenen Menschen (Mann), zum Vollmaß der Gestalt in der Fülle Christ."
Als ich das zum ersten Mal las, hatte ich Schwierigkeiten damit, denn es beginnt mit dem Plural und endet mit dem Singular. Er sagt: „Gott bestellte diese Geistlichen bis wir alle..." Dann sagt er: „...zu einem vollkommenen Mann". Ich dachte, jemand hätte fehlerhaft übersetzt. Als ich die Originalsprache lesen konnte, sah ich, dass die Übersetzung korrekt war. Er spricht über diesen vielzähligen Körper, den man die Gruppe des perfekten Menschen oder die Söhne Gottes nennen könnte.
Bei Johannes 1:12 heißt es: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Kraft, Söhne Gottes zu werden." Alles im Leben und im Dienst von Jesus, von Seiner Empfängnis bis zu Seinem Aufstieg, war Teil des Zeichens.
Sprechen wir nun im einzelnen darüber - von Jesu Empfängnis bis zu Seinem Aufstieg.
1. Jesu Empfängnis war Teil des Zeichens. In Matthäus 1:20 steht geschrieben: „Als er darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: ‚Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn, was in ihr gezeugt ist, stammt vom Heiligen Geist." Jesus wurde vom Heiligen Geist empfangen und dieser vielzählige Körper wird ebenfalls vom Heiligen Geist empfangen werden. Die Mitglieder dieses vielzähligen Körpers werden nicht von den Führern irgendeiner geistlichen Hierarchie ausgewählt. Sie werden ausgewählt, buchstäblich empfangen, vom Heiligen Geist. Alles im Leben Jesu, einschließlich seiner Empfängnis, ist Teil des Zeichens.
2. Jesu Geburt war Teil des Zeichens. Im Buch der Offenbarung 12:1-5 heißt es: „Und es erschien ein großes Wunder am Himmel. Eine Frau, mit der Sonne bekleidet und den Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen, und sie war gesegneten Leibes und schrie in den Wehen der Geburt. Und ein anderes Wunder erschien am Himmel und seht, dort erschien ein großer roter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Kronen auf seinen Köpfen und sein Schwanz fesselte den dritten Teil der Sterne des Himmels und fegte sie hinweg auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die dabei war zu gebären, um ihr Kind zu verschlingen, sobald es geboren wäre. Und sie gebar einen Jungen, der alle Völker mit eisernem Stab regieren sollte."
Als ich im baptistischen theologischen Seminar in New Orleans war, wurde darüber gelehrt. Sogar da gab es zwei Denkschulen innerhalb der Fakultät. Ein Teil von ihnen sagte, dass die Frau, die dabei ist zu gebären, die Jungfrau Maria sei, aus der Jesus hervorging. Die andere Gruppe lehrte, dass die Frau das Volk Israel war, aus dem Jesus kam. Einig waren sich beide darin, dass es Jesus war, der von dieser Frau kam.
Sie hatten ein ganz gutes Argument, wenn sie sagten, dass der große rote Drache die römische Regierung sei. Der Kaiser in Rom hatte ein Drittel der zivilisierten Welt erobert und regierte diesen Teil der Welt durch zehn Gouverneure in den zehn verschiedenen Städten. Diese Städte wurden „Dekapolis" genannt. „Deka" bedeutet zehn und „polis" bedeutet Stadt. Der Gouverneur jeder Stadt wurde Prokurator genannt. Es gab auch einen prytorianischen Beigestellten, der dem Gouverneur beim Regieren der Stadt helfen sollte. Innerhalb der Mauern Roms befinden sich sieben Hügel - also die sieben Hörner.
Als ich für den Dienst studierte, wollte ich alles lernen, was ich nur lernen konnte, und der beste Geistliche sein, der ich sein konnte. Ich war sehr eifrig. Ich übergab mich diesen Professoren, die im Seminar lehrten, ganz und gar. Und ich akzeptierte alles. Für mich waren sie die klügsten Menschen der Welt. Ich hatte keinen Grund, anderer Meinung zu sein. Ich war ein guter Baptist und daher musste alles, was sie lehrten, richtig sein. Seitdem musste ich ungefähr fünfundneunzig Prozent der Dinge, die ich in der Schule lernte, wieder verlernen.
Als ich die Schule beendet hatte, schaute ich mir das noch einmal an. Die Analogie, die sie mich gelehrt hatten, stimmte hinten und vorne nicht. Wenn das eine Analogie ist, dann muss sie auch passen. Wenn sie nicht überall passt, dann ist es keine gute Analogie. In der Schrift heißt es, dass der große rote Drache auf der Lauer lag und bereit war, das Kind zu verschlingen, sobald es geboren wäre. Das war nicht so. Die Römer wussten vor Ablauf von zwei Jahren nicht einmal etwas von der Geburt des Kindes-
Zu dieser Zeit war Herodes der Gouverneur von Jerusalem. Eines Tages kamen drei Männer aus dem Fernen Osten, die Drei Weisen aus dem Morgenland, um ihn zu besuchen. Sie hatten ihre Heimat verlassen und waren einem Stern gefolgt. Es war ihnen gesagt worden, dass der König der Juden geboren werden würde, die Herrschaft über alles an sich nehmen würde, und dass der Stern sie zu Ihm führen würde. Betrachtet man die Entfernung, die sie überwunden hatten, hatten sie wahrscheinlich zwei Jahre gebraucht, um Jesus zu erreichen. Sie reisten bei Nacht, weil sie den Stern am Tag nicht sehen konnten.
Je näher sie dorthin kamen, wo der Stern war, desto höher stieg der Stern. Endlich erreichten sie einen Ort, an dem er genau über ihnen stand.
An diesem Punkt fragten sie sich, was sie jetzt tun sollten. Wenn irgend jemand wusste, wer das Kind war, dann war es gewiss der Gouverneur. Sie fragten ihn: „Wo ist der, der als König der Juden geboren wurde?"
Herodes erschrak. Er dachte: „Der Kaiser hat mich hierher geschickt, um der Herrscher zu sein, und nun wird ein anderer geboren, der der Herrscher sein soll?" Das war das erste Mal, dass Herodes von diesem „König der Juden" gehört hatte.
Herodes rief seine Berater zu sich und befragte sie über die Geburt des Königs der Juden. Nachdem sie die hebräische Geschichte durchforscht hatten, sagten sie zu Herodes: „Ja, es ist in den hebräischen Schriften prophezeit worden. Er wird in Bethlehem geboren."
Herodes kehrte zu den Männern aus dem Fernen Osten zurück und sagte: „Ihr findet das Kind in Bethlehem." Er ließ sie mit der Bitte gehen: „Auf eurem Rückweg nach Hause sagt ihr mir bitte, wo ihr ihn gefunden habt, damit ich hingehe und ihm meine Ehrerbietung darbringe." Natürlich war es überhaupt nicht seine Absicht, dies zu tun.
Die weisen Männer zogen los, um das neu geborene Baby zu finden, um Ihm Geschenke und Ehrerbietungen darzubringen. Als sie zurückkamen machten sie einen Bogen um Jerusalem.
Herodes war frustriert. Niemand würde seinen Platz als Herrscher über die Juden übernehmen. Er verabschiedete dann einen Erlass, in dem es hieß, dass alle männlichen Kinder unter zwei Jahren umgebracht werden sollten. Daher wissen wir, dass die weisen Männer zwei Jahre gebraucht hatten, um Jesus zu finden.
Wenn man zu Weihnachten die Szene der Geburt Christi mit den weisen Männern darin sieht, dann ist das falsch. Die Weisen kamen erst zwei Jahre später. Der große rote Drache lag nicht auf der Lauer, um das Kind zu verschlingen, sobald es geboren wäre.
„Ihr wollt die Wahrheit wissen und es wird euch befreien." Viele Leute glauben, dass unfrei zu sein, bedeutet, hinter Eisenstangen eingesperrt zu sein. Ich glaube, dass viele Leute in dem eingesperrt sind, was ich Babylon nenne. Sie sind gefangen in verschiedenen Ideologien und Theologien. Jesus sagt, wenn ihr die Wahrheit kennt, werdet ihr von allem frei sein. Eines Tages wurde mir klar, dass wir Baptisten nicht alles wissen. Dann entschied ich mich für den Hinweis Jesu - die Wahrheit zu wissen. Die Wahrheit steht immer außerhalb jeden Widerspruchs. Wenn sie wahr ist, ist sie wahr. Wenn zwei Menschen oder zwei Gruppe von Menschen eine Unstimmigkeit in ihrem Glaubenssystem haben, dann hat einer von ihnen, oder vielleicht beide, Unrecht. Wenn es die Wahrheit für beide wäre, wären sie einer Meinung.
Als mir klar wurde, dass die Analogie des großen roten Drachens, der auf der Lauer lag, um das Kind zu verschlingen sobald es geboren wäre, mit den Tatsachen nicht übereinstimmte, überbrachte ich die Sache dem Gebet, dem Studium und dem Forschen. Ich fand heraus, dass eine Frau in der Bibel und besonders im Neuen Testament oftmals die Kirche repräsentiert. Als ich dies auf die Geschichte anwendete, passte es auf einmal. Tatsächlich passt es in jeder Hinsicht. Die Frau ist die Kirche, die Braut Christi oder die Frau des Lamms, aus der Jesus kam. Der große rote Drache ist nicht die römische Regierung, denn die römische Regierung erfuhr erst zwei Jahre später von Jesu Geburt. Der große rote Drache ist der Feind selbst - die böse Kraft.
Im Buch der Offenbarung 21:1-2 beschreibt Johannes, was er in seiner Vision sah: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde: denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und ich, Johannes, sah die heilige Stadt herniedersteigen von Gott aus dem Himmel, gekleidet wie eine Braut, die geschmückt ist für ihren Mann." Es wird eine Hochzeit geben.
Isaias sah das etwa achthundert Jahre bevor Jesus es Johannes offenbart hatte voraus. In Isaias 62:5 gibt es eine Stelle, von der ihr wahrscheinlich in der Kirche niemals etwas gehört habt. Man übergeht sie einfach, als ob sie nicht existierte. „Wie sich nämlich der Jüngling mit der Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne dich heiraten. Und wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so wird Gott sich über dich freuen."
Achthundert Jahre später zeigte Gott dies dem Johannes im Buch der Offenbarung 19:7. Er sagte: „Lasst uns freudig sein, frohlocken und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und seine Braut hält sich bereit." „Deine Söhne werden dich heiraten", sagte Isaias. Das ist unklar, wenn man es nicht in diesem Licht sieht. Die Empfängnis von Jesus ist Teil des Zeichens. Sein ganzes Leben und Werk, von der Empfängnis bis zur Auferstehung, ist Teil des Zeichens.
3. Die Taufe Jesu war Teil des Zeichens. An diesem Tag gab es zwei Taufen. Jesus ging zum Jordan, wo Johannes die Menschen taufte. Im Evangelium des Matthäus 3:13-17 sagt Matthäus: „Da kam Jesus aus Galiläa zu Johannes, um von ihm getauft zu werden, doch Johannes sagte: ‚Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Warum kommst du zu mir?‘ Und Jesus sagte zu ihm: ‚Lass es jetzt geschehen, denn so ziemt es uns, dass wir alle Gerechtigkeit erfüllen.‘ Dann taufte Johannes ihn und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser heraus, und es öffnete sich ihm der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und über sich leuchten und eine Stimme vom Himmel sagte: ‚Dies ist Mein Geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.‘" Der Sohn Gottes wurde an diesem Tag im Wasser und auch im Heiligen Geist getauft. Diejenigen, die dort waren, sagten, sie sahen den Geist Gottes, der wie eine Taube war, und der in und über Jesus kam. Sie sagten nicht, dass es eine Taube war. Sie sagten, es war wie eine Taube. Seither ist die Taube das Symbol des Heiligen Geistes. Jesu Taufe ist Teil des Zeichens. Der vielzählige Körper wird ebenfalls im Heiligen Geist getauft werden. Das ganze Leben Jesu und sein Werk sind Teil des Zeichens.
4. Das Leben und Werk Jesu nach seiner Taufe war Teil des Zeichens. Als er durch den Heiligen Geist getauft war, erfüllte Jesus die volle Sohnschaft. Er wirkte keine Wunder, bevor er getauft war. Er hatte niemals Wasser in Wein verwandelt; Er hatte niemals Kranke gesund gemacht; Er hatte niemals Blinde sehend gemacht oder Tote auferstehen lassen, bevor er durch den Heiligen Geist getauft wurde. Zu dieser Zeit war er dreißig Jahre alt. Jesus wirkte in den folgenden dreieinhalb Jahren viele Wunder. Meine Aussage ist, dass dieser vielzählige Körper ebenfalls vom Heiligen Geist getauft wird und ebenfalls hinausgehen und Wunder wirken wird. Sie werden mit der Kraft Gottes den Leuten die Hände auflegen, die Kranken heilen, und alle Dinge tun, die Jesus tat, und größere Dinge als Er.
Im Buch der Offenbarung 12:6 heißt es: „Und die Frau floh in die Wildnis, wo sie einen von Gott bereiteten Platz hatte, wo sie für tausendzweihundertunddrei Tage genährt wurde." Ich weiß nicht, ob ich das alles vollkommen verstehe, doch ich finde es bedeutsam, dass diese Zeitspanne genau der Zeitdauer entspricht, die Jesus in Seinem Dienst tätig war - dreieinhalb Jahre. Die Frau wird dreieinhalb Jahre lang vorbereitet. In jenen Tagen gingen die Mütter nach der Geburt durch eine Reinigungszeit. Es ist interessant zu sehen, wie das zusammenpasst. Das ganze Leben Jesu und sein Werk ist Teil des Zeichens.
5. Sein Tod war Teil des Zeichens. Philippus war der Jünger, der zu Jesus kam und bat: „Zeig uns den Vater." Jesus sagte: „Wenn du mich gesehen hast, dann hast du den Vater gesehen, denn ich und der Vater sind eins." Dieser selbe Philippus kam ein anderes Mal zu Jesus und sagte: „Es sind ein paar Griechen vor der Tür. Sie bitten darum, dich zu sehen, den Sohn Gottes." Jesu Antwort in Johannes 12:23-24 war seltsam: „Und Jesus anwortete ihnen und sagte: ‚Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn Gottes verherrlicht werden soll. Wahrlich ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht hervor.‘" Jesus sagt: „Wenn ihr den Vater sehen wollt, dann schaut den Sohn an. Wenn ihr wirklich Jesus in all Seiner Herrlichkeit sehen wollt, dann schaut auf den vielzähligen Körper, der durch Seinen Sieg über den Tod hervorkommt." Sie alle kommen hervor, so wie der Tod des Samens viel Frucht hervorbringt. Jesu Tod ist Teil des Zeichens.
Jesus war tot für die Dinge der Welt. Sie bedeuteten Ihm nichts. Er hatte keine Kutsche, auf der er fahren konnte, sondern ging zu Fuß überall hin - im Staub des Sommers und im Schlamm des Winters. Er besaß niemals ein Haus, schrieb niemals ein Buch und besaß kein öffentliches Adressbuch. Er hatte kein Geld. Einmal sollte die Gruppe Steuern zahlen. Um das Geld zu bekommen, trug Er einem der Männer auf: „Geh hinunter zum Wasser und werfe einen Haken ohne Köder aus. Wenn du ihn hochziehst, wird ein Fisch daran hängen. Töte den Fisch nicht, öffne nur seinen Mund und du wirst darin eine Goldmünze vorfinden. Bring diese Münze zurück und zahle die Steuern." Jesus wurde zu den Dingen, die Er benötigte, geführt. Er kümmerte sich um „materielle Dinge" nur insoweit sie für die Herrlichkeit Gottes verwendet werden konnten. Denkt nicht, dass dieser vielzählige Körper, der geschaffen wird, nicht genauso motiviert sein wird. Sie werden keine Wünsche nach den Dingen der Welt haben, es sei denn, sie können für die Herrlichkeit Gottes verwendet werden. Alles, was sie besitzen, werden sie zur Verherrlichung Gottes verwenden. Menschen, die Geld für schlechte Zeiten zurücklegen, werden schlechte Zeiten vorfinden, denn „Wie der Mensch denkt, so ist er."
Nehmen wir an, ihr geht auf den Friedhof, wo ein Freund von euch begraben liegt, und ihr verbringt den Tag mit ihm, schaut, wieviel Reaktion ihr bekommt. Rühmt ihn und sagt ihm, er solle antworten. Seht, ob ihr sein Ego dazu bringen könnt, sich aufzublasen. Wenn das nicht funktioniert, dann erniedrigt ihn, indem ihr hässliche Dinge zu ihm sagt und seht, ob ihr ihn damit auf die Palme bringen könnt. Wenn das nicht funktioniert, versucht ihn zu bestechen. Bietet ihm Geld an. Schaut, ob ihr ihn dazu bringen könnt, irgendwie zu reagieren. Am Ende des Tages werdet ihr sehen, dass ihr von ihm überhaupt keine Reaktion bekommen habt. Warum? Weil er tot ist. Er antwortet auf keine Ansprache irgendwelcher Art. Ist es nicht so, dass in eurem Leben fast täglich etwas geschieht, das euch zeigt, dass ihr noch nicht tot seid? Ein vollkommen hingegebener Sohn Gottes ist für die Dinge der Welt tot. Er wird nicht ärgerlich, er wird nicht frustriert. Er ist anders als andere Menschen. Er ist ein Sohn Gottes. Alles, was Jesus betrifft, ist Teil des Zeichens. Sein Tod war Teil des Zeichens.
6. Jesu Auferstehung war Teil des Zeichens. Im Brief an die Römer 6:3,4,5 u. 8 heißt es: „Wisst ihr nicht, dass so viele von uns, die auf Jesus Christus getauft wurden, auf seinen Tod getauft wurden? Sind wir nämlich miteinbezogen worden in die Gestalt seines Todes, werden wir auch einbezogen sein in die Gestalt seiner Auferstehung. Daher sind wir mitbegraben mit ihm durch die Taufe auf seinen Tod, damit, wie Christus auferweckt wurde von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir den Weg des neuen Lebens gehen. Sind wir nun gestorben mit Christus, so glauben wir, dass wir auch leben werden mit ihm." Wenn wir mit Christus tot sind, dann werden wir auch mit Ihm leben. Es wird eine Auferstehung geben. Wenn wir den physischen Tod erleben, bevor Jesus zurückkehrt, um Sein Königreich zu errichten, dann werden wir in die Dimension Gottes wechseln, indem der physische Körper stirbt und der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gab. Dann geschieht die Auferstehung. Die wiederauferstandene Gruppe schließt sich den Lebenden an und sie bleiben auf der Erde. (Wir werden über dieses Königreich Gottes später in diesem Buch sprechen.) Die Wiederauferstandenen und die Verklärten (die auf der Erde zurückgeblieben sind) sind auch Teil des Zeichens.
Es gibt vier Gruppen von Engelwesen - Cherubim, Seraphim und Engel. Die Cherubim dienen Gott, wenn Er Sich als der Vater manifestiert. Die Seraphim dienen Gott, wenn er sich als der Heilige Geist manifestiert. Das sind die Sanften, die so sind, wie der Heilige Geist. Einer von ihnen ging, um mit Maria über die Geburt Jesu zu sprechen. Wenn Gott Sich als der Sohn manifestiert, als Heiland, dann dienen ihm Engel. Die vierte Gruppe ist die der Erzengel. Der Erzengel Michael ist das Oberhaupt der Cherubim und er ist sehr mächtig. Der Erzengel, der für die Seraphim zuständig ist, ist Gabriel, der Sanfte. Wenn Gott Michael geschickt hätte, um Maria die Botschaft von Jesu Geburt zu überbringen, hätte sie sich zu Tode gefürchtet. Gott hätte eine neue Jungfrau gebraucht.
Für die Engel ist kein Erzengel zuständig. Jedoch war das nicht immer so. Die Bibel sagt, dass der Erzengel, der ursprünglich für die Engel zuständig war, der Schönste unter allen Engelwesen war. Sein Name war Luzifer. Als Gott verkündete, dass er einen „Menschen" erschaffen würde, wurde Luzifer ganz aufgeregt. Er wollte wissen, welche Stellung der Mensch haben würde, den Gott erschaffen wollte. Gottes Antwort war, dass Er ihn ein wenig unterhalb der Engel erschaffen würde. Luzifer sagte: „Gut! Erschaffe nur nicht irgend etwas, das höher ist als ich." Gott wusste schon, dass der „Mensch" Erlösung benötigen würde, dass Er Seinen Sohn Jesus, den Erlöser, schicken würde, und dass der erlöste Mensch höher erhoben würde als die Engel. Luzifer fragte: „Höher als ich?"
Gott sagte: „Ja, höher als du." Wutentbrannt zettelte Luzifer eine Rebellion unter den himmlischen Heerscharen an, die nur einen Augenblick dauerte. Er brachte ein Drittel der Engel gegen Gabriel und all die Seraphim und Michael und all die Cherubim auf. Es war vorbei, noch ehe es begonnen hatte. Mein Punkt ist, dass er ein Drittel der Engel verführte.
Wenn wir zu der Erzählung über den großen roten Drachen im Buch der Offenbarung zurückkehren, erkennen wir einen Zusammenhang mit diesem Drittel: "und sein Schwanz fesselte den dritten Teil der Sterne des Himmels." Luzifer verlor die Schlacht, wurde auf die Erde geworfen, wurde völlig verwandelt und erhielt einen neuen Namen, Satan. Der dritte Teil der Engel, die mit ihm gingen, sind jetzt als Dämonen bekannt.
Wenn man versteht, dass die Kirche die Frau ist, aus der Jesus hervorkommt, und dass die Kirche die Frau ist, aus der der vielzählige Körper hervorkommt, dann passt alles zusammen. Die Kirche Gottes besteht aus Seinem Volk, das sich Ihm übergeben hat. Die Religion oder die Konfession des Einzelnen spielt keine Rolle. Sie sind alle Kinder Gottes. Das Feuer, das von der Sonne und dem Mond ausgeht, wird leuchten und dem Herrn Glorie bringen.
DIE HÖCHSTE NOT DES MENSCHEN
IST GOTTES GELEGENHEIT
Jesus ist das Zeichen für ein Ereignis, das sich jetzt gerade ereignet. Es begann zu Zeiten Johannes des Täufers, hat sich seither fortgesetzt und wird weitergehen bis zu dem Tag, wenn Jesus zurückkehrt. Dieses Ereignis ist das Entstehen einer besonderen Gruppe von Menschen, des vielzähligen Körpers. Wir nennen sie gerne die Gruppe der Söhne Gottes. Sie werden vom Geist geführt. Sie werden auf die Errichtung des Königreiches Gottes auf Erden vorbereitet.
Es hat immer eine besondere Gruppe von Menschen Gottes gegeben. Jesus selbst hatte eine besondere Gruppe um sich, einen Kreis von zwölf Männern, den Jüngern. Innerhalb dieser Gruppe gab es noch eine weitere kleinere Gruppe von dreien, Petrus, Jakobus und Johannes. Es gab viele Gelegenheiten, bei denen Jesus nur diese drei mit sich nahm. Es gibt immer eine besondere Gruppe bei Gott. Alles im Leben von Christus, von Seiner Empfängnis bis zu Seinem Aufstieg, alles passt in den Plan - das Zeichen.
Paulus wurde an Judas‘ Stelle zum Apostel, doch er war nicht die erste Wahl als Ersatz. Judas verkaufte sich für dreißig Silberlinge an die Pharisäer und erhängte sich danach. Die übrigen Apostel versammelten sich und wählten einen Ersatz für Judas, indem sie das Los entscheiden ließen, nachdem sie die Möglichkeiten auf zwei Leute reduziert hatten. Natürlich musste das Los auf einen der beiden fallen. Die elf trafen ihre Wahl und dann hörte man über den Auserwählten nichts mehr. Das Problem war, dass die Apostel diesen Mann auserwählten. So funktioniert es nicht. Gott wählt aus.
Später wählte Gott jemand anderen, der Judas ersetzen sollte. Sein Name war Saulus und seine Absicht war es, das Christentum auszurotten, indem er die Anhänger Jesu umbringen wollte. Nachdem er auf dem Weg nach Damaskus den Herrn getroffen hatte, wurde ihm klar, dass er Unrecht hatte, bekehrte sich, erhielt den neuen Namen Paulus und wurde zum Apostel. Die Reisegefährten von Paulus, Barnabas und Silas, waren Jünger, denn sie waren Anhänger Jesu. Jesus wählte zwölf von ihnen aus, die die Apostel sein sollten - seine Kerngruppe.
Es gibt bestimmte Stellen in der Bibel, die keinen Sinn machen - sie sind unklar und nebelhaft. Es gibt viele davon. Viele davon kann man nicht verstehen, wenn man sie nicht in dem Licht betrachtet, dass Gott eine besondere Gruppe von Menschen gründet, die diesen Endzeit-Dienst vollbringt. Lasst mich euch einige davon erklären.
Erstens - Brief an die Epheser 4:13. Paulus schreibt darüber, wie Gott Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer zur Vervollkommnung der Heiligen, für die Arbeit im Dienst und für das Hervorbringen des Körpers Christi ernannt hat. Dann sagt er: „Bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes und zu einem vollkommenen Menschen werden." Er sagt: „bis wir ein Mensch werden". Auf den ersten Blick scheint das grammatikalisch nicht korrekt zu sein, er hätte sagen sollen: „bis ich ein Mensch werde" oder: „bis wir Menschen werden". Doch im Licht der Tatsache, dass er von der besonderen Gruppe spricht, die auf das Endzeit-Werk vorbereitet wird, ist „wir" tatsächlich Singular.
Zweitens - Offenbarung 1:13. Hier sagt Johannes, dass er in seiner Vision einen „wie den Sohn Gottes" sah. Er sagte nicht, dass es der Sohn Gottes war. Er sagte, es war einer „wie" der Sohn Gottes. Ich glaube, er bezog sich auf den vielzähligen Körper. Johannes fährt fort: „Als er sprach, war seine Stimme wie sie war, die Stimme der vielen Wasser." Sie sprachen alle im Gleichklang. Sie waren alle vom selben Geist geführt. Sie tun alle dasselbe. Als Jesus sprach sagte Er: „Ich bin das Alpha und das Omega - der Erste und der Letzte." Ich bin der Erste, der verstand, der Letzte, der versteht, und alle dazwischen. Ich bin ein vielzähliger Körper. Diese Stelle macht nur dann Sinn, wenn man sie in diesem Licht betrachtet.
Drittens - Brief an die Epheser 2:15. Hier sagt uns Paulus, dass Gott „in Sich aus zwei einen neuen Menschen macht." Er schreibt über die Ungläubigen und die Juden. Petrus hatte den Auftrag, diese guten Neuigkeiten dem hebräischen Volk zu überbringen - dem jüdischen Volk. Paulus wurde beauftragt, mit der Botschaft zu den Ungläubigen zu gehen. Das macht in der Tat keinen Sinn, solange man nicht versteht, dass Gott sie zusammenbringt - die Juden und die Ungläubigen, um „ein neuer Mensch" zu werden - der vielzählige Kröper.
Viertens - Offenbarung 11:15. Hier lesen wir: „Die Königreiche dieser Welt werden zu den Königreichen unseres Herrn und Seines Christus." Als ich das zum ersten Mal las, dachte ich: „Der Herr und Sein Christus? Der Herr ist Christus. Wenn ich einmal die Originalsprache lesen kann, werde ich sehen, was hier passiert ist." Der Tag kam und ich sah, dass die Übersetzung korrekt war. Das Wort „Christus" ist eine Transkription des griechischen Wortes „Christos", das wiederum die Übersetzung des hebräischen Wortes „Messias" ist. Das Wort „Christus" bedeutet „der Gesalbte" - die salbende Kraft Gottes in sich zu tragen. In diesem Fall sagte er, dass die Königreiche der Welt die Königreiche unseres Herrn (Jesus Christus) und Seines Christus (Seines gesalbten vielzähligen Körpers) werden. Johannes spricht von der Gruppe der Sieger. Diese Stelle ist unklar, wenn man sie nicht in dem Licht sieht, dass Gott eine besondere, vielzählige Gruppe von Menschen schafft, die von Gott gelenkt und vom Geist geführt wird. Es sind die Söhne Gottes.
Fünftens - Brief an die Römer 8:29. Hier sagt Paulus: „Denn die er im voraus erkannte, die bestimmte er auch im voraus zur Teilhabe an Gestalt und Bild Seines Sohnes, Jesus, auf dass Er (Jesus) Erstgeborener sei unter vielen Brüdern." Wenn ich hörte, wie manche Leute über Jesus sprachen und ihn den älteren Bruder nannten, dachte ich, das sei frevlerisch. Ich dachte, sie versuchten sich entweder auf Seine Stufe zu erheben oder Ihn auf ihre Stufe herabzuziehen. In Studium, Gebet und Forschung fand ich heraus, dass Er tatsächlich „Der Ältere Bruder" ist. Die Bibel sagt, dass Jesus der erstgeborene Sohn Gottes ist. Sie sagt auch, dass Gott durch die Taufe und die Führung durch den Heiligen Geist andere in die volle Sohnschaft bringt. Das macht nun, im Licht dieser neuen Wahrheit, Sinn.
Sechstens - Isaisah 43:5-7. Ein weiteres Beispiel findet sich im Buch Isaisah 43:5-7. Gott sprach: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir, ich werde deinen Samen vom Osten und vom Westen herbeibringen, zum Norden werde ich sagen: gib auf, und zum Süden: halte nicht zurück. Bring her Meine Söhne von fern und Meine Töchter vom Ende der Welt, jeden, der meinen Namen trägt, denn ich habe Ihn zu meiner Ehre erschaffen. Ich habe ihn geformt. Ja, ich habe Ihn gemacht." Seht, wie verwirrend das ist. Es fängt mit dem Plural an, „Söhne und Töchter". Dann wird mit „Ihn" plötzlich der Singular verwendet. Das macht keinen Sinn, wenn man es nicht im Licht des vielzähligen Körpers betrachtet.
Siebtens - Brief an die Philipper 3:10-14. Nachdem Paulus dem Herrn viele Jahre gefolgt war, schreibt er: „Oh, ich möchte Ihn kennen und die Kraft Seiner Auferstehung ... ... ... ... ich vergesse die Dinge, die hinter mir liegen und strecke mich aus nach denen, die vor mir liegen, und dränge hin zu dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jes0AIn der Genesis hatten Adams Kinder, Kain und Abel, einen Streit und Kain tötete seinen Bruder. Es wird uns gesagt, dass er vom Garten Eden verbannt wurde und in das Land Nod ging, und dort „erkannte" er seine Ehefrau. Eine der Antworten, die ihr als Geistliche darauf bekommt, ist: Wer war Kains Ehefrau? Mit wem war er verheiratet? War er mit irgendeinem Affen verheiratet? Es gab zu dieser Zeit nur eine Familie. Es musste eine seiner Großnichten gewesen sein. Bedeutet das dann, dass er jemanden als seine Ehefrau zu sich nahm, die er gar nicht kannte? Nein, „(er)kennen" bedeutet nicht, jemanden kennenzulernen. Die biblische Bedeutung dieses Wortes ist, den anderen in einer vertrauten Beziehung zu kennen, wo man dem anderen sein Innerstes schenkt - vollständige vertraute Hingabe.
In der Genesis heißt es: „Adam erkannte Eva und sie gebar einen Sohn."
Es gibt noch einen Fall im Buch der Richter. Der General, der dem Militär der Israeliten vorstand, hieß Jephte. Gott hatte ihm den vollständigen Sieg im bevorstehenden Kampf mit den Ammonitern versprochen. Jephte prahlte 0AIn der Genesis hatten Adams Kinder, Kain und Abel, einen Streit und Kain tötete seinen Bruder. Es wird uns gesagt, dass er vom Garten Eden verbannt wurde und in das Land Nod ging, und dort „erkannte" er seine Ehefrau. Eine der Antworten, die ihr als Geistliche darauf bekommt, ist: Wer war Kains Ehefrau? Mit wem war er verheiratet? War er mit irgendeinem Affen verheiratet? Es gab zu dieser Zeit nur eine Familie. Es musste eine seiner Großnichten gewesen sein. Bedeutet das dann, dass er jemanden als seine Ehefrau zu sich nahm, die er gar nicht kannte? Nein, „(er)kennen" bedeutet nicht, jemanden kennenzulernen. Die biblische Bedeutung dieses Wortes ist, den anderen in einer vertrauten Beziehung zu kennen, wo man dem anderen sein Innerstes schenkt - vollständige vertraute Hingabe.
In der Genesis heißt es: „Adam erkannte Eva und sie gebar einen Sohn."
Es gibt noch einen Fall im Buch der Richter. Der General, der dem Militär der Israeliten vorstand, hieß Jephte. Gott hatte ihm den vollständigen Sieg im bevorstehenden Kampf mit den Ammonitern versprochen. Jephte prahlte vor seinen Leuten und sagte: „Seht ihr, wir werden gegen die Ammoniter kämpfen. Wenn Gott uns den Sieg über die Ammoniter schenkt, dann werde ich, wenn ich nach Hause zurückkehre, Gott ein Brandopfer darbringen, und ich werde dafür das erste nehmen, was ich sehe, was mir gehört." Es bestand für ihn überhaupt keine Notwendigkeit, diesen Schwur zu machen, denn Gott hatte ihm den Sieg bereits versprochen. Darüber bestand kein Zweifel. Er ging in den Kampf gegen die Ammoniter und gewann die Schlacht. Auf seinem Heimweg, als er sich seinem eigenen Land näherte, erinnerte er seine Männer daran, was er gesagt hatte, wenn Gott ihm den Sieg über die Ammoniter gewähren würde. Er erwartete, eine Kuh, ein Schaf, eine Taube oder irgend ein anderes Tier zu sehen. Das Problem war, dass er als erstes seine Tochter sah, die im Teenageralter war - sein einziges Kind. Die Bibel sagt: „Er zerriss seine Kleider und sagte: ‚Tochter, du beugst mich völlig nieder, denn ich habe Gott einen Eid geleistet. Ich kann ihn nicht zurücknehmen.‘"
Sie hatte nicht viel mehr Verstand als ihr Vater und sagte: „Halte deinen Schwur." Jephte sollte einen solchen Schwur überhaupt nicht machen. Wenn man einen Schwur leistet, den man nicht leisten soll, dann muss man ihn nicht einhalten. Wenn man sich anders besinnt, ist man nicht gezwungen, ihn zu halten.
Ein Beispiel: Ein Freund kommt mich für eine Woche besuchen und wir machen ein einwöchiges Saufgelage, und als er wieder abfährt sage ich zu ihm: „Wenn du wiederkommst, machen wir das wieder." Dann, nach einigen Jahren, treffe ich Gott von Angesicht zu Angesicht, erkenne den Fehler in meinem Verhalten und verpflichte mich Ihm. Dann kommt mein Freund wieder zu Besuch. Muss ich mich mit ihm wieder betrinken, weil ich gesagt habe, dass ich es tun würde? Jephte hatte einen Schwur geleistet, den er nicht hätte leisten sollen. Seine Tochter sagte: „Tue es. Wenn du Gott einen Schwur geleistet hast, dann tue es." Dann fügte sie hinzu: „Bitte erlaube mir einen Aufschub von zwei Monaten, so dass ich mit meinen Freundinnen den Berg hinaufgehen und dort die Tatsache beklagen kann, dass ich erwachsen geworden bin, aber keine Kinder hinterlasse." Jephte war einverstanden und sie tat es. In der King-James-Version der Bibel heißt es: „Dass ich mit meinen Gefährtinnen auf den Berg gehen und meine Jungfräulichkeit beweinen kann."
Als sie zurückkehrte, brachte Jephte sie als Brandopfer dar. Die Bibel sagt, dass am Geburtstag der Tochter von Jephte sich die Töchter von Israel versammelten und eine Gedenkfeier abhielten, weil sie diese ganze Zeit gelebt und nie einen Mann „gekannt" hatte. Sie lebte im Haushalt eines Generals! Bedeutet das, dass sie keinen der Offiziere und Soldaten kannte, die den General zu Hause aufsuchten? Nein, es bedeutet, dass sie noch nie eine intime Beziehung zu einem Mann gehabt hatte.
Im Evangelium des Matthäus, Kapitel 7, Vers 21, wird erklärt, was Jesus wirklich meinte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird eingehen in das Himmelreich, sondern wer den Willen meines Vaters tut." Was sagt er da? Er sagt, wenn Er zurückkehrt um das Königreich zu errichten, werden sie bekunden, diese wundervollen Dinge getan zu haben, und Er wird sagen: „Ja, ihr habt all diese Dinge getan, aber die ganze Zeit, während ihr sie getan habt, seid ihr mit einem Fuß auf einem Weg und mit dem anderen Fuß auf dem anderen Weg gegangen." „Ich habe euch nie gekannt" bezieht sich auf den Mangel an vollkommener Hingabe zu Gott in einer innigen Beziehung.
Wenn Paulus sagt: „Oh, ich möchte Ihn erkennen", drückt er damit seinen tiefen Wunsch aus, den Herrn in dieser innigen Beziehung zu kennen, die geprägt ist von vollständiger Hingabe jeder Faser seines Seins zum Willen Gottes.
DIE MANIFESTATION DER SÖHNE GOTTES
Im Brief an die Römer 5:8 und 19 heißt es in der Bibel: „Denn die ernsthafte Erwartung der gesamten Schöpfung ist, dass sie auf die Manifestation der Söhne Gottes wartet." Wie manifestiert sich ein Sohn Gottes? Was ist eine Manifestation der Söhne Gottes? Betrachten wir das zuerst von der negativen Seite. Schauen wir, was eine Manifestation der Söhne Gottes NICHT ist.
1. Es ist kein Egotripp. Es gibt Menschen, die irregeführt wurden, so dass sie glauben, dass ein Bekenntnis auch Herrschaft bedeutet. Weil sie eine schwache Ahnung von der Manifestation der Söhne Gottes erlangt haben, beginnen sie Ansprüche zu erheben und bekunden, dass sie alle Macht über alle Dinge besitzen. Sie glauben, sie besitzen alles Wissen und die ganze Offenbarung und dass sie gegen alles immun sind - sogar dem Tod gegenüber. Es ist traurig, dass sie eine flüchtige Ahnung der Manifestation der Söhne Gottes erhascht haben, ohne dies vollkommen zu verstehen.
Echtes Wissen darüber, was ein Sohn Gottes ist, macht den Menschen immer demütig. Es bläht nicht das Ego auf. Eine Person, die sagt: „Ich bin ein voll entwickelter Sohn Gottes. Ich bin erwachsen. Ich bin hier oben, wo ich hingehöre", hat die Botschaft überhaupt nicht verstanden. Es ist kein Egotripp.
2. Es ist keine Gemeinschaft von Supersöhnen. Manche Leute finden sich zusammen und behaupten, Söhne Gottes zu sein und besondere Leute - Supersöhne. Diese Gruppen behaupten, exklusiv zu sein. Diese Art des Denkens bläht das Ego auf. Wahrhaftige Söhne Gottes hängen nicht in kleinen Cliquen herum, wo man sich gegenseitig die Hände auflegt und sich gegenseitig weissagt, wie großartig man ist. Wirkliches Verstehen der Söhne Gottes macht einen demütig.
3. Es ist kein Offenbarungs-Kick. Manche Versammlungen, die ich besucht habe, sollte man öffentlich als „Versammlung der Neuen Dinge" bezeichnen. Sie bringen immer etwas Neues auf, etwas Besonderes, das nur für sie da ist. Sie haben regelmäßig eine neue, besondere göttliche Offenbarung. Die wirklichen Söhne Gottes werden nie aufhören, Hingabe zu Gott zu predigen, das göttliche Leben, die Taufe durch den Heiligen Geist, den Gebrauch der Geschenke des Geistes und der Früchte des Geistes. Die Söhne Gottes werden vom Geist geführt. Es ist kein Offenbarungs-Kick.
4. Es ist kein unabhängiger Geist. Wenn wir die Botschaft verstanden haben, ist es uns unmöglich, wieder in Babylon zu leben (ohne Gott in unserem Leben). Wenn wir den ersten Geschmack dessen bekommen, wer wir sind - Söhne Gottes -, passen wir nicht länger in die babylonische Knechtschaft kirchlicher Konfessionen. In diesen Kirchen wird den Menschen gesagt, was sie zu glauben haben, und sie tun es. Diese Kirchen sind womöglich nur daran interessiert, ein großes Kirchengebäude für ihre eigene Herrlichkeit zu errichten. Da wir Wahrheitssuchende sind, können wir Babylon nicht länger tolerieren. Das bedeutet nicht, dass wir alleine irgendwo im luftleeren Raum herumschweben. Wir sind keine unabhängigen Geister. Wir sind alle eng miteinander verflochten. Wir sind alle Mitglieder und Diener des Körpers Christi.
5. Es ist kein Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit. Einige sagen: „Das klingt besser als alles, was wir bisher gehört haben. Wir probieren es aus und schauen, ob es funktioniert." Nein, diese Botschaft ist real. Sie ist im Himmel etabliert, von den Propheten prophezeit, im voraus dargestellt in vielen biblischen Texten und Gleichnissen, vorhergesagt von Jesus und gepredigt von den Aposteln. Gott bringt einen Körper von besonderen Gläubigen hervor, die vom Geist geführt werden - ein vielzähliger Körper, eine Vereinigung von Söhnen Gottes, die Ihm gleich sind. Sie werden tun, was der Geist ihnen eingibt. Es geschieht gerade jetzt und nichts kann es aufhalten. Es hat von niemanden Zustimmung oder Erlaubnis nötig. Die heutigen religiösen Führer müssen damit nicht übereinstimmen.
6. Es ist kein Verwerfen der Bibel. Manche sind sich der Manifestation der Söhne Gottes bewusst geworden und sagten: „Wir brauchen das alte schwarze Buch nicht mehr." Die Bibel ist immer noch das heiligste Buch, das wir haben. Auch wenn wir sie anders als zuvor interpretieren und verstehen, ist sie immer noch das Werk Gottes und sie ist uns vertraut. Es ist kein Verwerfen der Bibel. Manche sagen: „Meine Offenbarung geht weit über alles in der Bibel hinaus" und sie auch. Damit hat Gott nichts zu tun.
7. Es ist keine Lizenz für ein unmoralisches Leben. Es gibt Leute, die sagen: „Ich habe eine Stellung erreicht, wo alles, was ich tue, richtig und heilig ist, einfach, weil ich es tue. Ich bin ein voll entwickelter Sohn Gottes; wenn es also in vergangenen Zeiten als Sünde oder als falsch betrachtet wurde, kann ich es dennoch tun und es ist in Ordnung, weil ich ein Sohn Gottes bin. Es zu tun macht es für mich in Ordnung."
Mein erster Kritikpunkt der katholischen Kirche ist die Doktrin der Unfehlbarkeit des Papstes - wenn er in seinem offiziellen Amt handelt, ist alles, was er sagt, wahr, und alles, was er tut, richtig. Es wird wahr und richtig, weil er es gesagt und getan hat. Er ist der Papst und damit Gottes Vertreter. Ihm wurde diese Macht gegeben und er wird damit unfehlbar. Ich glaube, der einzige vollkommene Sohn Gottes ist der Herr Jesus Christus.
Wenn wir sehen, dass einige diesen Gedanken verbreiten, dann wissen wir, dass sie die Wahrheit des Sohnes Gottes nicht verstehen. Es ist keine Lizenz für Sünden und ein unmoralisches Leben. Von Babylon und dem religiösen System frei zu sein bedeutet nicht, dass wir nun die Freiheit besitzen, den Begierden unserer fleischlichen Natur zu folgen. Wir sind immer noch Gottes Volk und wir sollen noch immer ein beispielhaftes Leben führen. Jesus selbst gab uns diesen Auftrag, als Er sagte: „Lasst euer Licht so scheinen, dass andere eure guten Taten sehen." Es wird sich auf sie auswirken, so dass sie so sein möchten, wie ihr. Wir sollen die Maßstäbe der Heiligkeit und Ganzheit hochhalten und so werden wie Gott. Wir betrachten hier das, was die Manifestation der Söhne Gottes nicht ist.
8. Es ist nicht ein Mangel an missionarischer Hingabe. Manche Menschen sind nur an ihrem eigenen kleinen Wachstum interessiert und nicht am Wohlergehen anderer Menschen. Jesus hat sich um jeden gekümmert. Er wollte jedem Menschen beistehen. Alle Menschen überall brauchen mehr von Gott, und es ist unsere Aufgabe, ihnen zu zeigen, wie sie die Macht Gottes in ihr eigenes Leben aufnehmen können. Unser Ziel ist es, uns vom Geist führen zu lassen.
9. Es ist nicht Sektentum. Jesus hat sich der jüdischen Konfession nicht angeschlossen. Er widersprach allem, was sie getan hatten und zu der Zeit taten. Sie wollten Ihn kreuzigen, weil Er ihre Religiosität umstürzen wollte. Bei Johannes 10:16 sagte Jesus: „Andere Schafe gehören zu mir, die nicht zu dieser Herde gehören." Er wusste, dass jene, die Ihm folgen würden, von vielen „Konfessionen" kommen würden. Viele Fundamentalisten sagen: „Meine Art zu leben und Gott zu verehren ist die richtige. All jene, die anders leben und Gott anders verehren, haben Unrecht und sind gegen Gott." Das ist nicht, was Jesus sagte. Jesus sagte, dass Er andere Schafe an anderen Orten habe.
Es gibt Menschen Gottes in allen anderen Glaubensrichtungen. Im Moment halten wir hier in Amerika bezüglich des Islam den Daumen nach unten. Wir kritisieren die Moslems wegen dem, was einige der Moslems im Namen Mohammeds getan haben und tun. Ich glaube, dass Mohammed sich im Grabe herumdreht angesichts dessen, was sie in seinem Namen tun. Einige der allerschönsten Schriften, die ihr je gelesen habt, wurden von Mohammed geschrieben. Es ist so, dass seine Anhänger mit seinen Schriften dasselbe getan haben, was die Menschen mit den Schriften der Bibel gemacht haben. Es wurden Dinge in die Bibel geschrieben, die nicht dorthin gehören. Dasselbe geschieht mit den Schriften Mohammeds. Es ist unvernünftig anzunehmen, dass, weil einige Leute falsche Dinge tun, alle Menschen dieses bestimmten Glaubens dasselbe tun.
Betrachten wir die christliche Geschichte. Es wurden Greueltaten im Namen Christi begangen. Die Kreuzzüge sind eines der barbarischsten Beispiele falscher Taten im Namen Gottes. Die Kirche sagte, ein Kreuzzügler würde gesegnet werden, wenn er einen Moslem tötet. Und er wäre nicht wirklich geeignet, einen Moslem zu töten, bevor er nicht einen Juden getötet habe. Seither haben sich die religiösen Kriege fortgesetzt.
Es gibt noch weitere Greueltaten. Als Cortez von Spanien aus in die Neue Welt kam, kam er im Namen der Kirche. Er tötete Millionen von Indianern und löschte beinahe die gesamte Bevölkerung der Inkas aus. Viele Azteken und amerikanische Indianer wurden ebenfalls ermordet. Sie wurden ermordet, weil sie sich der Herrschaft des Papstes in Rom nicht beugen wollten. Wenn Jesus sagte, er habe andere Schafe, „die nicht zu dieser Herde gehören", meinte er Menschen aller Religionen. Wir müssen das anerkennen, wenn wir je darauf hoffen wollen, weltweiten Frieden zu haben.
Es gibt heutzutage einige, die sich wegen dem, was einige Christen tun, ganz und gar der Zerstörung des Christentums hingeben. Wir haben einige Leute, die Dinge tun und sagen, die eine schlimme Auswirkung auf die Welt haben. Leute wie Jerry Falwell und Pat Robertson vom rechten Flügel der Koalition. Gleich nach dem Vorfall vom 9.11. äußerte Jerry Falwell, dass Gott Amerika dafür bestraft, dass Schwule und Lesben akzeptiert worden seien. Robertson stieß in dasselbe Horn. Später entschuldigten sich beide, doch wenn man hinhört, merkt man, dass sie sich nicht für ihre Ansichten entschuldigten, sondern dafür, sie geäußert zu haben.
Wir müssen nicht über andere Religionen herfallen wegen dem, was Menschen dieser Religion tun. Richten wir unseren Blick weg vom Einzelnen hin zu Gott Selbst. Es gibt einen Gott über allem. Die Söhne Gottes können in den begrenzenden Mauern von Konfessionalismus nicht wirken.
10. Es ist nicht die Furcht vor einem neuen Wort. Wenn der Heilige Geist eine neue göttliche Offenbarung verkündet, wird dabei gewöhnlich ein neues Wort hervorgebracht. Viele Leute sagen, das Wort muss falsch sein, weil sie es nie zuvor gehört haben. Das Problem ist, dass sie vor etwas Neuem Angst haben und sich wie Schildkröten unter ihren Panzern verkriechen. Einer meiner Freunde nennt sie „Schildkröten-Christen". Diejenigen, die sich auf dem Weg zur Sohnschaft befinden, vergleichen das neue Wort mit dem Geist Gottes. In der Bibel sagt Gott: „Mein Geist ist der Zeuge für euren Geist und ihr werdet wissen, ob es von Gott kommt."
Während ich Heilgottesdienste in einer Kirche im Umland von Birmingham hielt, wohnte ich bei dem Geistlichen und seiner Familie. Eines nachmittags kam er vom Supermarkt zurück. Er sagte: „Ich habe einen unserer Studienkollegen vom baptistischen Seminar getroffen, der gerade hierher gezogen ist. Ich habe ihm von dir erzählt, dass du bei uns bist und dass du uns Passagen der Bibel zeigst, die wir zuvor noch nicht betrachtet haben. Sie sind uns irgendwie neu, obwohl sie die ganze Zeit darin gewesen sind. Es ist wirklich erstaunlich, und wir haben eine schöne Zeit mit ihm hier. Ich fände es schön, wenn du rüberkommen würdest um zu sehen, was er zu sagen hat. Er sagte: ‚Nein! Wir Baptisten wissen bereits alles, was es zu wissen gibt. Alles Neue ist falsch.‘" Das ist die Einstellung vieler Leute. Wenn sie ein neues Wort hören, das sie vorher noch nicht kannten, haben sie Angst davor.
Die Leute sagen, man kann nichts Neues predigen, weil es nichts Neues gibt. Alles ist bereits getan oder gesagt worden. Die meisten Leute im Christentum glauben, dass sie auf der obersten Sprosse der spirituellen Leiter Gottes sitzen und dass jeder unter ihnen unwissend und festgefahren ist und jeder über ihnen sich in einem großen Irrtum befindet. Sie sind die einzigen, die Recht haben. Noch schlimmer, sie glauben, sie haben den Auftrag von Gott, diejenigen unter sich nach oben zu heben und diejenigen über sich herunterzureißen. Diejenigen über ihnen haben Unrecht. Ich bin überzeugt davon, dass es auf Gottes Leiter keine oberste Sprosse gibt. Durch die endlosen Zeitalter der Ewigkeit hindurch werden wir in Gott immer weiter vorangehen. Es gibt keinen Schlafzustand und es gibt kein Erreichen der Spitze. Es wurde uns das Versprechen gegeben, dass diejenigen, die nach Rechtschaffenheit hungern und dürsten, gesättigt werden. Hört nicht auf, Ausschau zu halten und größere Dinge in Gott zu erwarten.
Warum ist das nicht von den Geistlichen alter Zeiten gelehrt worden? Warum hat Savonarola es nicht gelehrt? Warum hat Martin Luther es nicht gelehrt? Warum hat Charles Hadden Spurgen es nicht gelehrt? Jonathan Edwards? Billy Sunday? Warum haben wir das zuvor noch nicht gehört? Weil wir es nicht hören sollten, bis jetzt. Es war noch nicht an der Zeit.
Die Antwort steht im Buch Daniel. Daniel ist ein Buch der Prophezeiung über das Königreich Gottes, das auf Erden errichtet wird. Es beschreibt Dinge, die noch bevorstehen. Es wurde Daniel durch den Erzengel Michael übermittelt. Im 12. Kapitel lesen wir: „Doch du, o Daniel, verschließe die Worte und versiegle das Buch bis zur Endzeit: viele werden hin- und herlaufen und das Wissen wird vergrößert." Dann sagt Daniel in Vers 8: „Ich hörte es, aber ich verstand es nicht. Dann fragte ich, oh mein Gott, was ist das Ende dieser Dinge?" Gott sagt zu ihm: „Dies ist eine Prophezeiung. Das ist alles. Verschließe und versiegle es."
Daniel hörte die Worte, doch er verstand ihre Bedeutung nicht. Er fragte Ihn. Er sagte: „Oh mein Herr, was bedeutet das alles?"
Die Antwort ist: „Geh, Daniel, denn die Worte sind verschlossen und versiegelt bis zur Endzeit." Der Grund, weshalb wir diese Botschaft vorher noch nicht gehört haben ist, dass die Zeit dafür noch nicht gekommen war. Wenn wir die Endzeit erreichen, dann werden wir die Botschaft Gottes über die Söhne Gottes hören. Wir nähern uns jetzt der Endzeit und wir wissen das, denn Jesus selbst sagte, dass, wenn begonnen würde, die Botschaft zu predigen, die Endzeit bevorstehe.
Schauen wir noch einmal in Daniels Prophezeiung. „Und er sagte: Gehe deines Weges, Daniel, denn die Worte sind verschlossen und versiegelt bis zur Endzeit. Viele werden gereinigt und geläutert und geprüft, doch die Frevler begehen Frevel, und keiner der Frevler wird verstehen, doch die Weisen werden verstehen." Möge Gott uns helfen, weise genug zu sein, um zu verstehen, dass es Arbeit zu tun gibt. Lasst uns hinausgehen und sie tun.
Ich war in vier verschiedenen baptistischen Kirchen Pastor. In meinem zweiten baptistischen Pastorat, der Ersten Baptistischen Kirche von Lambert, Mississippi, unterrichteten der Pastor der baptistischen Kirche der benachbarten Stadt und ich gemeinsam die schwarzen baptistischen Geistlichen in unserem Bezirk. Diese Geistlichen hatten keine Bibelschule und kein Seminar besucht. Wir versammelten uns in einer der schwarzen baptistischen Kirchen. In den ersten zwei Wochen unterrichtete er am Morgen und ich am Nachmittag, und danach wechselten wir.
Die lustigsten Dinge geschahen dabei. Eine der Klassen, die ich gab, war Homiletik. Homiletik bedeutet Predigtaufbau - wie man eine Predigt aufbaut. (Wir Baptisten machen es nicht, wie es in der Bibel steht - öffne deinen Mund und lass den Geist Gottes sprechen. Wir bauen eine Predigt auf.) Ich erklärte ihnen, dass man sich einen guten Text aus der Bibel aussucht, eine dynamische Einführung entwickelt, drei bis fünf Punkt herausnimmt, vielleicht ein Gedicht verwendet und dann einen guten Abschluss macht. Das ist eine gute Predigt.
Es war Zeit für den praktischen Teil. Ich sagte: „Ich hätte gerne, dass ihr als Hausaufgabe bis morgen einen Entwurf für eine Predigt macht", und erklärte ihnen, wie sie es machen sollten. „Sucht euch einen guten Text heraus und schreibt daraus nur Auszüge heraus. Bringt das morgen zum Unterricht mit und jeder soll dann seinen Entwurf präsentieren. Dann machen wir eine kritische Analyse davon."
Einer der Teilnehmer war Thomas (Tom) Jenkins. Er war von Natur aus ein Komiker wie Bob Hope, George Burns und Flip Wilson. Wenn er mit einer Ausbildung wie Bob Hope gesegnet gewesen wäre, hätte er ihn in den Schatten gestellt. Alles, was er sagte, war lustig.
Am nächsten Tag kamen sie mit ihren Entwürfen. Wir machten vier oder fünf Entwürfe durch, und dann war Tom an der Reihe. Er erhob sich und sagte: „Ich habe für meinen Text die Geschichte aus der Bibel über die Auferstehung von Lazarus ausgewählt. Als eigentlichen Text habe ich den kleinen Teil der Schrift ausgewählt, in dem es heißt: „Sehet, er stinkt." Die ganze Klasse brach in Gelächter aus. Es dauerte eine Weile, bis wieder Ruhe eingekehrt war. (Die Geschichte in der Bibel ist die, als Jesus an das Grab von Lazarus kam und darum bat, den Stein wegzurollen. Da Lazarus vier Tage lang tot gewesen war, sagten die Leute: „Sehet, er stinkt.") Dann begann Tom mit seinem Entwurf. Er sagte: „Punkt Nummer 1: Manche Leuten befinden sich immer im Gestank." Gelächter. „Punkt Nummer 2: Manche Leute sind nicht glücklich, wenn sie keinen Stunk machen können." Wieder Gelächter. „Punkt Nummer 3: Manche Leute stinken einfach von Natur aus." Es wurde immer lustiger, als er fortfuhr. Es gelang mir nicht, die Aufmerksamkeit der Gruppe noch auf mich zu lenken und so musste ich die Klasse zum Mittagessen entlassen. Als sie zweidreiviertel Stunden später zurückkehrten und ich bereit war, mit dem Unterricht zu beginnen, sah ich, wie sich einer von ihnen immer noch vor Lachen schüttelte.
Einer der Teilnehmer lud mich zum Mittagessen zu sich nach Hause ein. Ich nahm die Einladung an. Als wir dort ankamen, lag ein Hund auf den Stufen zur Veranda des Hauses. Der Geistliche sagte: „Geh aus dem Weg, Sogar."
Ich sagte: „Wie hast du den Hund genannt?"
Er sagte: „Sogar, das ist sein Name. Ich habe ihn nach den Hunden in der Bibel benannt."
Ich fragte: „Was?"
Er wiederholte: „Ich habe ihn nach den Hunden in der Bibel benannt. Ich habe ihn Sogar genannt."
Ich fragte wieder: „Wie kommst du denn auf diese Idee?"
Er sagte: „Eigentlich ist es dein Job, uns zu unterrichten, und du weißt nicht, wie die Hunde in der Bibel heißen?"
Ich sagte: „Wenn es der Name Sogar ist, dann höre ich das jetzt zum ersten Mal. Wo steht das in der Bibel?"
Er sagte: „Du kennst doch den Text über Lazarus. Da war der reiche Mann, der tagtäglich ein prunkvolles Leben führte, und vor seiner Tür lag der Bettler namens Lazarus, der an Geschwüren litt, die ihn vom Kopf bis zu den Füßen bedeckten, und sogar die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren."
Es gibt eine Menge Humor in der Bibel. In den Gottesdiensten fragte ich manchmal: „Was ist der Name des ersten Mannes in der Bibel?" Kennt ihr den Namen des ersten Mannes in der Bibel?
Einige sagen Adam. Nein, das ist nicht richtig. Es ist „Chap #1". Die Hunde heißen Sogar und der erste Mann in der Bibel heißt Chap #1¨.
Wir betrachten die Manifestation der Söhne Gottes. Wir schauen, was sie nicht ist.
11. Es bedeutet nicht, den Kampf zu fürchten. Gott sagt ein paar harte Worte über die Propheten, die die Menschen in Selbstzufriedenheit einlullen. In Ezechiel 13:10 ist ein typisches Beispiel, in dem es heißt: „Friede, Friede, wenn da kein Friede ist." Es gibt in den meisten Kirchen heutzutage eine auffallende, falsche Lehre, die „Verzückungs-Doktrin", über die wir schon früher gesprochen haben. Sie lullt die Menschen in einen Zustand der Lethargie ein; man sagt ihnen, dass sie von der Erde weggeholt werden und somit jeder Drangsal entrinnen. Das Bemerkenswerte daran ist, dass sie das akzeptieren, es glauben und sogar Lieder darüber schreiben. Sie singen glücklich diese Lieder und klatschen fröhlich in die Hände. Als Jesus im Garten Gethsemane war, betete Er: „Vater, ich bete nicht, dass Du sie aus der Welt holst, sondern dass Du ihnen Stärke und Kraft gibst, sie siegreich zu durchschreiten." Das widerspricht der Verückzungslehre.
Es gibt ein schönes Lied mit einer guten Botschaft, dem man einen Verzückungsvers hinzugefügt hat. Sie haben diesen Teil des Liedes ruiniert. Das Lied heißt „Sweet Hour of Prayer" (Süße Stunde des Gebets). Es beginnt damit, dass der Sänger darum bittet, den Trost des Gebets teilen zu dürfen. „Süße Stunde des Gebets. Süße Stunde des Gebets. Lass mich deinen Trost teilen. In Zeiten des Kummers und des Leids hat meine Seele oft Erleichterung gefunden." Die „Ich-fliege-weg"-Gruppe hat einen neuen Vers hinzugefügt. Darin heißt es: „Ich rufe, während ich durch die Luft fliege, leb wohl, leb wohl, süße Stunde des Gebets." Die Bibel spricht sich entschieden gegen die Propheten aus, die die Leute in einen Zustand der Lethargie hineinreden.
Die Manifestation der Söhne Gottes fürchtet den Kampf nicht. Es wird einen Kampf geben, denn der Feind wird immer bei uns sein. Jedesmal, wenn ihr etwas Richtiges, etwas Gutes tun wollt, wird der Feind versuchen, euch davon abzubringen. Er wirft euch Steine in den Weg, doch mit der Kraft Gottes könnt ihr es tun. Geht voran und tut es. Ein Sohn Gottes zu sein, ist heute nicht populärer als es jemals war. Es ist richtig, dass hier in Amerika heutzutage mehr Leute als je zuvor in der Geschichte der Nation sonntags zur Kirche gehen. Ein Sohn Gottes zu sein hat nichts damit zu tun, am Gottesdienst teilzunehmen, oder nur in Zungen zu sprechen und durch den Heiligen Geist getauft zu werden. Es hat etwas damit zu tun, den ganzen Weg mit Gott zu gehen - sich hinzugeben. Den Willen Gottes heute zu tun ist nicht populärer als es jemals gewesen ist.
Als ich mein viertes Kirchenamt hatte, war ich Pastor der Blanchard Baptist Church in Shreveport, Los Angeles. Als ich dort hinkam, hatten wir 595 Mitglieder in der Kirche. Zehn Monate später hatten wir 988. An einem Samstag Nachmittag besuchte mich ein Paar in meinem Büro. Sie sagten: „Wir würden gerne Mitglieder ihrer Kirche werden."
Ich sagte: „Gut! Wenn alle Bedingungen passen. Ich stelle immer ein paar Fragen." Meine erste Frage war, was ihr kirchlicher Hintergrund war. Sie waren als Kinder in der methodistischen Kirche aufgewachsen. Ihre Eltern gingen selbst nicht zur Kirche, doch die Kinder wurden in die methodistische Sonntagsschule geschickt.
Dann sagte das Paar: „Wir haben gerade eine Bauholzfirma hier gekauft und wir glauben, dass es gut für unser Geschäft wäre, wenn wir Mitglieder ihrer Kirche sind."
Ich sagte: „Sehr wahrscheinlich wäre es tatsächlich gut für Ihr Geschäft, aber das ist nicht das Kriterium für eine Mitgliedschaft. Wir haben hier keine Leute, die Mitglieder der Kirche werden, weil es gut für ihr Geschäft ist. Ich glaube, unter diesen Umständen sollten Sie es mit einer anderen Kirche versuchen. Ich glaube nicht, dass Sie in einer Kirche glücklich wären, deren Mitglieder es nicht gut finden, sich aus geschäftlichen Interessen unserer Kirche anzuschließen."
Ich sagte ihnen, dass sie der Kirche nicht beitreten konnten. Ich war nicht der Chef der Kirche. Ich erklärte ihnen, dass sie sich als Bewerber für die Mitgliedschaft dem Vorstand der Diakonie vorstellen könnten, die dann der Kirche eine Empfehlung aussprechen könnte. Dann würde die ganze Kirche wählen, ob sie akzeptiert werden sollten oder nicht. Ich riet ihnen, es gar nicht zu versuchen. Ich entmutigte sie, weil das nicht die Motivation für die Mitgliedschaft in einer Kirche ist. Sie entschlossen sich, sich nicht zu bewerben.
Viele Leute wenden sich einer Kirche zu und besuchen sie mit falschen Motiven. Das rechte Motiv ist „sich Gott hinzugeben", und das ist heute nicht populärer als es jemals zuvor war.
12. Es bedeutet nicht, Zweitbester zu werden. Ein Sohn Gottes zu sein, bedeutet den vollkommenen Sieg über jeden Feind, sogar den Tod. Abraham sah eine Stadt, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist. Von diesem Zeitpunkt an, war ihm nichts anderes mehr wichtig. Er verschwendete keine Zeit damit, zu versuchen, seine eigene Stadt zu bauen. Er sah etwas, das weit jenseits der Träume und Anstrengungen der Menschen lag. Es gibt heute einige von ähnlichem Geist. Sie sagen das, was im Brief an die Hebräer 13:14 geschrieben steht: „Denn wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern wir suchen nach der künftigen." Wir haben die Manifestation der Söhne Gottes betrachtet und was sie nicht ist.
Nun wollen wir betrachten, was die Manifestation der Söhne Gottes ist. Um die Sohnschaft richtig zu verstehen schauen wir noch einmal in die jüdische Familie. Es gibt tatsächlich eine Feier am Geburtstag des Kindes, wenn es in seine volle Reife hineinwächst. Es gibt immer einen bestimmten Zeitpunkt für das Kind, an dem es die Pflichten eines reifen Sohnes übernimmt. Jesus, „der Löwe des Stammes von Juda", trat im Alter von dreißig Jahren in Seine Sohnschaft ein. Vor der Erfahrung am Jordan hatte Jesus noch keine Wunder gewirkt.
Wir sehen, dass Gott am Anfang, im Buch Genesis, einen Mann ohne eine Frau nahm und Eva hervorbrachte, durch die jene kommen sollten, die dem ersten Adam gleich seien. Dann, im Neuen Testament, nahm Gott eine Frau, Maria, ohne einen Mann und brachte Jesus hervor, der dem zweiten Adam gleich sein sollte. Sie würden ihr Leben nach dem Willen Gottes gestalten.
Sohnschaft ist tatsächlich die Herrschaft Jesu als Sohn Gottes. Jesus ist der Retter (Mt. 1:21). Christus ist der Täufer (Mt. 3:11). Der Herr ist der Lenker des Geistes (Rom. 8:14). Wahre Sohnschaft bedeutet, den Vater zufriedenzustellen. Heute ein Sohn Gottes zu sein ist nicht populärer als es zur Zeit Jesu war.
Wir haben das Potential, voll entwickelte Söhne Gottes zu sein. Sohnschaft und Herrschaft gehören zusammen wie die zwei Seiten einer Münze. Wenn man eine Seite wegnimmt hat man keine Münze mehr. Wenn wir Gott Herr nennen, sollten wir Ihm dienen. Es gibt keine Herrschaft ohne Dienst. Erst einmal: Was ist ein Herr? Ein Herr ist jemand, der Diener hat. Wenn ihr Diener habt, dann seid ihr ein Herr. Ihr habt kein Recht, Ihn Herr zu nennen, wenn ihr Ihm nicht dient.
Ich glaube, dass Jesus niemals verehrt werden wollte. Er war ein Mensch wie alle anderen, und Er war insofern kein Mensch, als Er keinen irdischen Vater hatte. Er wurde durch den Heiligen Geist empfangen und somit ist Er der einzige eingeborene Sohn Gottes. Darüber gibt es keinen Zweifel. Er war ein sterblicher Mensch und Er war etwas Besonderes. Er wirkte nie irgendein Wunder, bevor Er die Taufe im Jordan erhalten hatte. Er wurde an diesem Tag zweimal getauft - einmal im Wasser und einmal im Heiligen Geist.
Jesus sagte, man solle nicht zu Ihm beten, sondern zum Vater in Seinem Namen. Als er Seinen Aposteln von der Kreuzigung erzählte, sagte Er: „Von heute an bittet mich um nichts. Bittet meinen Vater, in meinem Namen. Erwähnt meinen Namen, denn ich habe einen ziemlich guten Stand bei Gott. Ich nehme einen guten Platz beim Herrn ein. Bittet in meinem Namen darum, und es wird geschehen. Worum immer ihr Ihn in meinem Namen bittet, wird Er euch geben."
Ich habe viel darüber gelesen, dass Jesus viel gereist sein soll, sogar nach Indien und Amerika. Niemand kann das beweisen. Es gibt einige, die sagen, Er sei von den Essenern gelehrt worden. Es stimmt, dass die Essener damals lebten und sie hatten Schulen. Ich glaube nicht, dass Er gereist ist oder in die Schule der Essener ging. Ich glaube, Er lebte ein gewöhnliches Leben als Zimmermann, zusammen mit seinem Stiefvater Josef.
In der Bibel heißt es über die Stadt Nazareth: „Dort konnte er keine mächtigen Werke vollbringen wegen ihres Unglaubens." Die Bibel sagt nicht, dass Er keine mächtigen Werke vollbringen wollte, sondern dass Er es nicht konnte, weil sie ungläubig waren. Das bedeutet, dass Jesus an anderen Orten mächtige Werke vollbringen konnte, doch nicht in seiner Heimatstadt. Wir begrenzen Gott, wenn wir nicht glauben. Alles wird durch Glaube vollbracht.
Die Leute von Nazareth sagten: „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?" Sie sagten: „Ich glaube es nicht. Ich glaube nicht, dass er diese Wunder vollbringt. Ich glaube gar nichts von dem, was ich über diesen Mann, Jesus, höre, denn ich habe ihn mein ganzes Leben lang beobachtet. Wenn er irgendeine Art übernatürlicher Kräfte hätte, um solche Dinge zu tun, dann würde er nicht diese riesigen Stämme schleppen und sich in der brütenden Sonne abplagen und dabei helfen, diese Häuser zu bauen. Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?"
Warum sagten die Leute nicht: „Ich weiß es nicht sicher. Jesus könnte diese Dinge getan haben. Wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist, denn er war Jahre lang nicht hier. Es heißt, er sei bei den Essenern gewesen." Doch das sagten die Leute aus Nazareth nicht. Sie sagten einfach, dass sie nicht glaubten, dass Jesus diese Dinge vollbringen könnte.
Ich glaube fest daran, dass es der Glaube ist, der Wunder und Heilung geschehen lässt. Manchmal bekomme ich einen Brief von einer Frau, die mich bittet: „Würden Sie für meinen Mann beten?" Ich schreibe zurück und frage sie, warum ihr Mann nicht selbst schreibt.
„Oh nein, er glaubt nicht", antwortet sie. Ich denke, wir verschwenden unsere Zeit, wenn wir für jemanden beten, der nicht daran glaubt, dass es geschehen wird.
Manche Leute fragten mich: „Wie verhindert Unglaube die Heilung?" Glaube ist alles. Jesus sagte: „Welche Dinge ihr auch immer begehrt, wenn ihr gläubig betet, dass ihr sie erhaltet, dann werdet ihr sie erhalten." Es geschieht alles durch Vertrauen.
An einem Donnerstag Nachmittag erhielt ich einen Anruf von einer Frau aus dem New Yorker Hinterland, die Heilung brauchte. Ich sagte ihr, sie solle mir schreiben und eine 3x5 Inches große Karte (etwa 5x12 Zentimeter) schicken, so dass ich sie im Gebet in den Händen halten konnte. Ich gab zu, dass ich nicht wusste, ob es das Halten in meinen Händen ist, das es vollbringt, oder ob es der Grad des Vertrauens der Person ist, die geschrieben hat. Vielleicht ist es beides. Auf jeden Fall funktioniert es. Ich bat sie, die Karte am Donnerstag Nachmittag noch aufzugeben. Am Samstag ging ich zum Postamt, um meine Post aus dem Fach zu nehmen. Darin befand sich ein Abschnitt, auf dem stand, dass ich einen Eilbrief erhalten hatte, den ich nicht in Empfang nehmen konnte; da das Postamt geschlossen war. Am Montag holte ich den Eilbrief ab und ging zurück in mein Büro. Während ich den Brief las, rief die Frau an, die den Eilbrief geschickt hatte. Sie war begeistert. Sie sagte mir, dass sie sich am Donnerstag nach unserem Gespräch entschlossen hatte, die normale Post nicht abzuwarten. Am Freitag morgen ging sie zum Postamt und verschickte den Brief als Eilbrief, da sie wusste, dass ich den Brief am nächsten Tag um zehn Uhr vormittags erhalten würde. Sie fuhr fort: „In der Tat war ich am Samstag morgen, als ich wusste, dass Sie meinen Brief in Händen halten, ihn lesen und für mich beten, sofort geheilt - um zehn Uhr am Samstag Vormittag. Genau zur dieser Zeit." Sie wusste nicht, dass ich den Brief noch nicht einmal geöffnet hatte.
Heilung geschieht durch den Glauben. Wenn ihr glaubt, wird es geschehen. In der Stadt Nazareth, der Heimatstadt von Jesus, glaubte man nicht, dass Jesus an anderen Orten Wunder gewirkt hatte.
Heute ein Sohn Gottes zu sein, ist nicht populärer als damals.
DAS WESEN EINES SOHNES
Vor vielen Jahren, als ich begann, diesen Gedanken zu lehren, setzte ich mich zum Gebet hin und bat Gott, mir das Wesen eines Sohnes Gottes zu zeigen. Während viele Menschen nach Visionen, Prophezeiungen und Geschenken Ausschau halten, hält Gott nach jenen Ausschau, die bereit sind, sich vom Geist Gottes formen zu lassen. Niemand gibt einen wertvollen Besitz in ein zerbrechliches und unzuverlässiges Gefäß. Nehmen wir an, ihr wärt der Besitzer des Hope Diamanten¨. Würdet ihr ihn in einer feuchten alten Papiertüte herumtragen? Wenn wir etwas Wertvolles haben, dann wollen wir es in einem guten, verlässlichen Gefäß aufbewahren.
Gott wird seine Kraft nicht denjenigen zur Verfügung stellen, die der Sache nicht hingegeben sind. Er begehrt eine bestimmte Art von Person. Ich betete. „Herr, zeige mir das Wesen eines Sohnes." Als ich aufschrieb, was ich empfangen hatte, hatte ich selbst Schwierigkeiten damit, es anzuschauen. Ich arbeitete mich hindurch und in mir entstand eine Überzeugung, während ich schrieb. Jeder Mensch muss sein eigenes Herz durchforsten, wenn er das Wesen eines Sohnes betrachtet.
1. Die Fähigkeit, bei Misshandlung nicht mit Bitterkeit zu reagieren. Heutzutage gibt es viele Beispiele für Missbrauch. Ehefrauen, Kinder und Eltern werden von Familienmitgliedern und anderen misshandelt. Das Wesen des Sohnes Gottes ist es, die Fähigkeit zu besitzen, auf Misshandlung nicht mit Bitterkeit zu reagieren. Ein typisches Beispiel dafür ist der junge König David. Nachdem er den Riesen getötet hatte, brachte König Saul, der zu jener Zeit König von Israel war, David in die Festung. Saul machte ihn zum Unterhalter, denn David konnte Harfe spielen und singen.
Als David erwachsen wurde, war er vielseitig gebildet und sehr tüchtig bei allem, was er tat. Er wurde ein Militärstratege und erregte schließlich die Eifersucht des Königs. König Saul wendete sich gegen ihn, und einmal versuchte er, David mit seinem Speer an der Wand aufzuspießen. Doch David wendete sich niemals gegen Saul. Die Leute kritisierten David und erinnerten ihn daran, wie schlecht Saul ihn behandelte. Davids Antwort war, dass Gott Saul zum König gemacht habe, „und es ist nicht meine Aufgabe, an ihm herumzunörgeln." Er kritisierte Saul niemals und war nie böse darüber, wie Saul ihn behandelte.
In der Geschichte Israels gab es immer in jeder Region einen obersten Propheten. Im ersten Zeitalter, dem Zeitalter der Patriarchen, waren die Herrscher selbst Patriarchen - Abraham, Isaak, Jakobus usw. Dann kam das Zeitalter der Richter, in dem die Menschen von Richtern regiert wurden. Dann sahen die Menschen, dass es in anderen Ländern Könige gab, und sie baten Gott um diese Art der Regierung. Gott wählte Saul als König aus, weil die Menschen darum baten.
Das größte Beispiel von jemandem, der ohne Bitterkeit misshandelt wurde, war Jesus. Wir können immer zurückblicken auf Jesus als unserem ersten Beispiel. Es gab noch einen anderen Jünger von Jesus, der ein gutes Beispiel ist. Stephanus, auch wenn er nicht zu den zwölf Aposteln gehörte, war ein treuer Jünger. Die Gegner Jesu waren ärgerlich über das, was er tat und was er sagte. Stephanus ergriff das Wort gegen sie und erinnerte sie daran, dass ihre Vorväter die Propheten ermordet hatten und verglich sie mit ihren Vorvätern. Sie wurden so zornig auf Stephanus, dass sie ihn zu Tode steinigten. Als er starb, betete er: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
Ich glaube, Stephanus‘ Gebet: „Herr, vergib denen, die solches tun" hinterließ einen bleibenden Eindruck auf den Anführer der Gruppe. Sein Name war Saul von Tarsus und er war auf dem Weg nach Tarsus, um die Christen zu töten und das Christentum auszulöschen, als er Jesus begegnete. Später auf seiner Reise nach Tarsus sah Saul ein hell scheinendes Licht, war hingerissen und fiel zu Boden, worauf er die Stimme sagen hörte: „Warum verfolgst du mich?"
Saul fragte: „Wer bist du?"
Die Antwort war: „Ich bin Jesus, den du verfolgst." Ich glaube, dies beeindruckte ihn sehr, da er derjenige war, der die Umhänge der Leute hielt, die Stephanus zu Tode gesteinigt hatten. Ich glaube, es wirkte sich auf sein ganzes Leben aus.
Das sind Beispiele von Menschen, die ohne Bitterkeit misshandelt wurden - eine der Eigenschaften eines Sohnes.
2. Die Fähigkeit, arm zu sein, ohne zu klagen. Es ist keine Sünde, arm zu sein. In der Tat ist es nicht einmal ungewöhnlich. Viele Menschen sind arm. Paulus sagt im Brief an die Philipper 4:11-13: „Ich habe gelernt, in jeder Lage, in der ich bin, zufrieden zu sein. Ich weiß Not zu leiden, ich weiß aber auch Überfluss zu haben. Überall und in allen Dingen werde ich gelehrt, gesättigt und hungrig zu sein. Überfluss zu haben und Mangel zu leiden. Ich kann alle Dinge durch Christus tun, der mich stärkt." Paulus sagte, dass er lernte, mit jeder Lage, in der er sich befand, zufrieden zu sein.
Da wir gerade über Lagen/Staaten (engl.: „states" zu deutsch auch: „Staaten") sprechen: In der Bibel werden zwei Staaten erwähnt. Einer davon ist Arkansas. Wusstet ihr, dass Arkansas in der Bibel erwähnt wird? Es heißt dort, Noah blickte auf die „Arche und sah" (engl.: „ark and saw...", wird ausgesprochen wie der US-Bundesstaat Arkansas). Der andere ist Florida. Paulus muss in Florida gewesen sein, denn er lernte es, in jeder Lage (bzw. in jedem „Staat") zufrieden zu sein. Man sagt, wenn man in Florida leben will, muss man lernen zufrieden zu sein.
Paulus sagte, er lernte, zufrieden zu sein - arm zu sein ohne sich zu beklagen. Gott vertrauend. Wir betrachten das Wesen eines Sohnes.
3. Die Fähigkeit, viel zu besitzen ohne gierig zu sein. Ich habe das folgende schon so oft gesagt, dass mich inzwischen andere Leute zitieren. Ich glaube, dass Gier am meisten Schaden in der Welt bringt. Schaut, was heutzutage geschieht. Es gibt viele Leute, deren Reichtum weit über das hinausgeht, was sie je nutzen können, und doch versuchen sie weiterhin, immer mehr anzuhäufen. Wenn sie ihre erste Million gemacht haben, wollen sie die zweite. Wenn sie ihr erstes Haus haben, wollen sie zwei Häuser. Wenn sie die zwei Häuser haben, wollen sie vier Häuser. Die Gier macht das, und wir sehen sie überall um uns herum. Ich glaube, dass der größte Schaden für die Sache Gottes organisierte Religionen sind, während der größte Schaden für die Welt, für die ganze Gesellschaft, die Gier ist.
Gott möchte, dass wir alles in Hülle und Fülle haben. Ich bin überzeugt, dass Gott drei Dinge für uns möchte - Gesundheit, Reichtum und Weisheit. Wenn ich sage Reichtum, spreche ich nicht über den Überfluss, der über das hinausgeht, was wir brauchen, doch Gott möchte, dass jeder reichlich von allem hat.
4. Die Fähigkeit, zu lieben, ohne eine Erwiderung zu erwarten. Es verletzt manchmal zutiefst, wenn wir selbst darüber nachdenken. Liebe, ohne eine Erwiderung zu fordern. Jesus sagte bei Lukas 6:27-29: „Liebt eure Feinde. Tut denen, die euch hassen, Gutes. Segnet jene, die euch beschimpfen und betet für diejenigen, die euch schmähen, und demjenigen, der dich auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin. Und dem, der euch den Mantel nimmt, verbietet ihm nicht, auch noch den Rock zu nehmen." Jesus sagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen. Solche Liebe zu finden, ist schwer. Jesus war der Prinz der Gebenden. Er war auch der Prinz der Liebenden. Fällt es euch schwer, die nicht Liebenswerten zu lieben? Es fällt uns leicht, jemanden zu lieben, der uns auch liebt - die Person zu lieben, die uns gut behandelt. Wenn wir jemanden lieben und er antwortet nur mit Leidenschaft, dann ist das hart.
5. Die Fähigkeit, ignoriert zu werden ohne Selbstmitleid zu empfinden. Wenn ihr vergessen, ignoriert oder ausgelassen werdet, seid ihr dann glücklich? Selbstmitleid ist ein Wesenszug des einfachen Menschen. Christen wissen, dass sie Könige und Priester sind, und selbst sie fallen dem Selbstmitleid zum Opfer. Elijah war ein großer Prophet, der von Gott sehr gesegnet war. In seinem Dienst geschahen alle möglichen herrlichen Wunder. Nachdem Jezebel nach einer Konfrontation mit dem Priester, den Jezebel in Israel eingeführt hatte, ihr gesamtes Heer gegen Elijah ins Feld schickte, finden wir Elijah betend in den Bergen vor: „Oh Herr, ich bin der einzige. Ich bin allein. Ich bin völlig allein in dieser Situation."
Gott sagte: „Nein, du bist nicht alleine. Es sind 70.000 bei dir."
Johannes der Täufer ist ein weiteres gutes Beispiel. Johannes der Täufer, der Jesus getauft hatte, kam, um dem Herrn den Weg zu bereiten. Er war an dem Tag anwesend, als die Stimme Gottes sagte: „Sehet meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." Johannes sah den Geist Gottes wie eine Taube in und über Jesus kommen. Würde man nicht denken, dass er daraufhin nie mehr in Zweifel geraten könnte?
Johannes der Täufer war sehr tapfer. Kühn lief er in den Thronsaal von Herodes, dem König, und klagte ihn öffentlich an. Er sagte: „Es ist ungesetzlich, dass du mit Herodias verheiratet bist." Daraufhin wurde er ins Gefängnis geworfen. Im Gefängnis hatte er Privilegien, die die Gefangenen in Amerika heutzutage nicht haben. Zwei seiner Freunde waren ihm beigestellt. Sie brachten ihm Essen und kümmerten sich um seine Kleidung. Einmal sagte er zu ihnen: „Ich weiß, dass Jesus unten an der Straße predigt. Geht hin und fragt ihn, ob Er wirklich der Eine ist, oder ob wir auf einen anderen warten sollen." Es scheint mir, dass, wenn es irgend jemanden gab, der keine Zweifel hatte, es Johannes der Täufer hätte sein müssen, und doch zweifelte er.
Tut es weh, wenn man euch nicht auf die Schulter klopft, wenn ihr etwas gut gemacht habt? Selbstmitleid zerstört Kraft und Vitalität. Selbstmitleid hat einen guten Anwalt namens Selbstverteidigung. Wir fangen an, Entschuldigungen für uns zu finden. Unser Sieg liegt darin, in allen Dingen wie Jesus zu sein.
6. Die Fähigkeit, im Rahmen unserer Mittel zufrieden zu leben. Das ist ein Lernprozess in einer Welt der Habgier. Wenn Kinder heute heiraten und eine eigene Familie gründen, wollen sie gleich alles haben, was ihre Eltern haben. Sie erkennen nicht, dass ihre Eltern dreißig Jahre brauchten, um den Besitz, den sie haben, anzuhäufen. Als erstes bauen sie ein Haus, das für ihre Bedürfnisse viel zu groß und zu teuer ist, mit einer immensen Hypothek. Dann kaufen sie sich mehrere Autos auf Pump, schaffen sich ein Kreditkartensystem, verschulden sich hoffnungslos und können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Sie sind nicht bereit, im Rahmen ihrer Mittel zu leben.
7. Die Fähigkeit, inmitten einer dunklen und korrupten Welt moralisch makellos zu bleiben. Habt ihr je darüber nachgedacht, an einen Ort versetzt zu werden, wo es das Böse nicht gibt? Habt ihr überlegt, wie das wäre? Es ist besser, inmitten all der Hässlichkeit korrekt zu leben. Gott wird ein Volk haben, das in der Dunkelheit hell leuchtet. Jesus lebte in der dunkelsten Zeit.
Habt ihr je gedacht, ihr könntet ein besserer Christ sein, wenn nur die Umstände anders wären? Es gibt eine Geschichte über zwei Männer, die Schuhverkäufer waren. Sie wurden von ihrem Einkaufsleiter in die Appalachen versetzt. Einer von ihnen schrieb zurück: „Holen Sie mich hier raus. Versetzen Sie mich woanders hin. Diese Leute wissen nicht mal, was Schuhe sind. Das ist nicht der richtige Platz für einen Schuhverkäufer."
Der andere schrieb zurück: „Liefern Sie mehr Schuhe. Diese Menschen haben überhaupt keine Schuhe. Hier werden viele Schuhe gebraucht." Es geht nur darum, die Situation vom richtigen Standpunkt her zu betrachten. Je dunkler es um euch herum ist, desto heller wird euer Licht leuchten. Sich umsichtig inmitten einer dunklen, korrupten Welt zu bewegen, ist eines der Erkennungsmerkmale eines Sohnes.
8. Die Fähigkeit, die Fehler der anderen zu erkennen, ohne sie zu kritisieren. Derjenige, der die Mängel anderer erkennen kann, ohne sie auf kritische Weise zu verurteilen, ist in der Lage, einen großartigen Erlösungsdienst zu verrichten. Reißt die Sünde aus, aber nicht den Sünder. Jesus fragte die Frau, die die Ehe gebrochen hatte: „Wo sind deine Ankläger?" Sie sagte: „Sie sind alle verschwunden." Er sagte: „Ebenso wenig werde ich dich verdammen. Gehe hin und sündige nicht mehr." Wenn wir um uns herum Leute sehen, die Dinge tun, die sie nicht tun sollten, dann erkennen wir ihre Fehler ohne Kritik. Wir betrachten das Wesen eines Sohnes.
9. Die Fähigkeit, die eigenen Unzulänglichkeiten ohne Verzweiflung und Rechtfertigungen zu erkennen. Es gibt ein Sprichwort, das heißt: „Gib dich nicht auf. Gott ist noch nicht fertig mit dir." Sagt vor allem nicht: „Ich bin nicht schlimmer als alle anderen." Habt ihr je gehört, wie jemand seine Handlungen mit der Aussage: „Das machen doch alle", entschuldigt hat? Söhne haben die Fähigkeit, Unzulänglichkeiten ohne Rechtfertigungen oder Schande zur Kenntnis zu nehmen.
10. Die Fähigkeit, rechtmäßigen Verpflichtungen und Verbindlichkeiten nachzukommen. Es ist Gottes Wunsch, Menschen mit gutem Charakter zu haben. Heutzutage sind viele Leute nicht verlässlich. „Wenn du etwas herunterwirfst, heb es wieder auf. Wenn du etwas zerbrichst, repariere oder ersetze es. Wenn du etwas verlierst, finde es wieder. Wenn du etwas ausleihst, gib es wieder zurück. Wenn du etwas kaufst, bezahle es. Wenn du etwas versprichst, halte dein Versprechen."
11. Die Fähigkeit, angesichts öffentlichen Beifalls demütig zu bleiben. Nicht viele Menschen erhalten so viel öffentlichen Beifall, dass sie stolz werden. Es scheint leicht zu sein, sie zu stolz zu machen und ihr Ego aufzublähen. Eines der Merkmale eines Sohnes ist es, auf öffentlichen Beifall nicht mit einem aufgeblähten Ego zu reagieren. Für den einfachen Menschen ist es schwer, demütig zu bleiben. In der Bibel gibt es einen Fall, wo Paulus und Barnabas demütig bleiben. Da sie es konnten, können wir es auch.
Zu Kaiserzeiten hatten die römischen Generäle den militärischen Befehl, die anderen Nationen zu erobern. Rom hatte zu der Zeit die Herrschaft über ein Drittel der zivilisierten Welt. Wenn ein General auszog und erfolgreich war, dann gab es bei seiner Rückkehr ein riesiges Fest. Der Kaiser versammelte alle Menschen und ließ sie sich auf der Paradestraße, der Via Appia, aufstellen. Der General wurde in einer Kutsche mit Kutscher in die Stadt gebracht und die Menschen applaudierten und priesen ihn. Es war immer eine Zeit lauten öffentlichen Beifalls. Wusstet ihr, dass der Kaiser jedesmal einen Mann in den hinteren Teil der Kutsche setzte? Dieser Mann sollte dem General etwas ins Ohr flüstern. Er sagte: „Vergiss nicht, dass du ein sterblicher Mensch bist." Jeder einzelne der Kaiser tat das, bis Caligula kam. Als Caligula Kaiser wurde, nahm er diesen Mann aus der Kutsche, und das Reich ging unter. Ist es nicht interessant, dass das Reich unterging, als der Mann, der den General daran erinnerte, dass er ein sterblicher Mensch sei, entfernt wurde? Die Fähigkeit, angesichts öffentlichen Beifalls demütig zu bleiben, ist ein Wesensmerkmal eines Sohnes.
12. Die Fähigkeit, auf persönliche Verfolgung und Anschuldigungen nicht mit Selbstverteidigung und mit Hass auf die Feinde zu reagieren. Wenn man im geistlichen Dienst hinausgeht, verfolgen einen die Menschen und erzählen alle möglichen schlechten Dinge über einen. Das passiert jedem. Die Welt hat sich in dieser Hinsicht nicht gebessert. Auf rechte Weise zu leben ist heute nicht populärer als es je war. Im Evangelium Matthäus 5:11-12 sagte Jesus: „Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch alles Böse gegen euch sagen um meinetwillen. Freut euch und frohlockt. Euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren." Wenn andere schlimme Dinge über euch erzählen, versuchen, euch zu behindern, euch zu verfolgen und euch von dem abzuhalten, was ihr zu tun habt, dann wisst, dass ihr in guter Gesellschaft seid. Andere vor euch haben die dieselbe Erfahrung gemacht. Jesus sagte, ihr sollt euch freuen und frohlocken, denn euer Lohn ist groß. Wenn ihr den Hass wählt, wird euch das mental und körperlich zerstören. David hat sich gegen Saul nicht gewehrt. Jesus liebte seine Feinde. Wir betrachten hier den Charakter eines Sohnes.
13. Die Fähigkeit, Mitgefühl zu haben ohne zu verurteilen. Laut Wörterbuch ist das Wort Mitgefühl ein tiefes Gefühl des Bedauerns für das Leiden eines anderen und das Bestreben, ihm Hilfe und Unterstützung zu geben oder Erbarmen zu zeigen. Ich denke, diese Definition sollten man ein zweites Mal lesen. Die Definition des Wortes Mitgefühl ist ein tiefes Gefühl des Bedauerns für das Leiden eines anderen und das Bestreben, ihm Hilfe und Unterstützung zu geben oder Erbarmen zu zeigen.
Das Wort Mitgefühl kommt in den Evangelien (dem Leben und Werk Jesu) doppelt so oft vor wie im ganzen Rest der Bibel. Die Bibel ist voll mit Sätzen wie: „Jesus hatte Mitgefühl mit..." Es ist fast unmöglich, einer Person zu helfen, nachdem man sie verurteilt hat.
14. Die Fähigkeit, nur die Dinge zu tun, an denen Gott Gefallen hat. Jesus sagte in Johannes 8:29: „Ich tue nur die Dinge, die Ihm gefallen." Ein Sohn Gottes sollte Gesetze und Regelungen nicht nötig haben. Es sollte keine Notwendigkeit für Warnungen oder Konsequenzen aufgrund von Ungehorsam oder Rebellion geben. Die treibende Kraft im Leben eines Sohnes Gottes wird immer sein, „Gott zu gefallen" - das Gesetz der Liebe zu Gott und zu einander.
FAZIT: Wenn ihr den Charakter eines wahren Sohnes Gottes haben wollt, dann versucht, wie Jesus zu sein; das ist wahre Sohnschaft.
Ich war von ABC Television Kanal 13 nach Philadelphia zu einem Interview eingeladen. Sie wollten mich wegen der Zahnheilungen in ihrem Programm haben. Die Nachrichtenmedien schreiben gerne darüber, weil sie es fotografieren und auf ihrer Seite bzw. dem Bildschirm etc. abbilden können. Ich war einverstanden und ging zu dem Fernsehsender.
Ich wusste es zu dieser Zeit noch nicht, doch ich hatte einen Gegner. Tatsächlich hatten alle Geistlichen in der ganzen Welt, die heilten, einen Gegner - einen Magier namens The Amazing Randi (Der Wunderbare Randi). Ich wusste nicht, dass die Fernsehleute ihn zur selben Sendung eingeladen hatten. Der Sender schickte am Morgen vor der Sendung eine Limousine. Ich traf bei dem Sender etwa fünfzehn Minuten vor Beginn der Sendung ein. Ich wurde in einen Warteraum geführt, in dem sich ein großer Fernseher befand, auf dem ich die gerade laufende Sendung sehen konnte, und man sagte mir, man würde wiederkommen, wenn es Zeit für mich war, ins Studio zu gehen.
Die Show, in der ich auftreten sollte, begann, und zu meiner Überraschung wurde „Der Wunderbare Randi" vom Gastgeber vorgestellt. Der Gastgeber erklärte Randi, dass die Show sich eigentlich um meine Heiltätigkeit drehe, und dass ich im Warteraum sei. Er fragte Randi nach seiner Meinung über mich und meine Heiltätigkeit, wobei er wusste, dass Randi dagegen eingestellt war.
Randi gab seinen Kommentar ab und äußerte sich so abfällig er nur konnte - dass ich ein Scharlatan sei, der die Leute hinters Licht führe, genau wie jeder andere Geistliche, der heilt, und dass Gott niemals zu keiner Zeit und an keinem Ort jemals irgendjemanden heile usw. Er sprach auf diese Art dreizehn Minuten lang - bis zur Werbeunterbrechung.
Während der Werbung wurde ich ins Studio geführt, ohne Randi im Flur gesehen zu haben. Als die Sendung weiterging, sagte der Gastgeber, dass Randi im ersten Teil aufgetreten sei und äußerte seine Vermutung, dass ich alles gesehen und gehört hätte. Dann fragte er mich, ob ich mich zu Randis Bemerkungen irgendwie äußern wolle.
Ich antwortete: „Ich muss dazu nicht viel sagen, denn Randi ist Atheist. Zu allererst ist er ein Magier, ein Zauberkünstler. Alles, was er tut, ist Täuschung. Sein ganzes Leben ist Täuschung. Es ist ganz normal, dass alles, was er nicht versteht, seiner Meinung nach Täuschung ist. Er ist offensichtlich ein Atheist, der nichts über spirituelle Dinge weiß und daher bedeutet seine Meinung eigentlich nicht viel. Er bringt sich selbst um eine Segnung. Wenn man gläubig ist, kann man alle möglichen Dinge haben, doch wenn man nicht gläubig ist, dann ist es eben, wie es ist." Wir fuhren fort und ich war die ganzen dreizehn Minuten des zweiten Teils auf Sendung.
Dann gab es eine weitere Werbeunterbrechung. Als wir zum dritten Teil zurückkamen, erfuhr ich, dass wir nun beide zur selben Zeit auf Sendung sein würden. Er fragte nun Randi: „Sie haben gehört, was Dr. Fuller gesagt hat. Was sagen Sie dazu?"
„)ch denke folgendes," erwiderte Randi, „Lassen wir beiseite, was ich glaube und behaupte. Ich habe einen Zehntausend-Dollar-Barscheck, den ich immer bei mir trage. Ich bin bereit, ihn demjenigen zu schenken, der den dokumentierten Beweis erbringen kann, dass Gott jemals irgendjemanden geheilt hat. Ich biete ihn Dr. Fuller an, wenn er den dokumentierten Beweis erbringen kann. Es ist klar, dass der dokumentierte Beweis nicht von irgendjemandem erbracht werden kann, er muss unabhängigen Leuten vorgelegt werden, die ich auswähle. Sie werden entscheiden, ob der Beweis Gültigkeit hat oder nicht."
Der Gastgeber wandte sich mir zu und fragte: „Was halten Sie davon?"
Ich sagte: „Natürlich akzeptiere ich diese Herausforderung, aber nicht, wenn er die Leute auswählt, die darüber entscheiden, ob es ein dokumentierter Beweis ist oder nicht. Wenn sie sagen, dass es kein dokumentierter Beweis ist, ist alles vorbei. Ich akzeptiere die Herausforderung unter folgenden Bedingungen: Ich möchte, dass Randi diesen Scheck jetzt dem Interviewer überreicht. Er, der Produzent sowie der Produzent des ‚P.M. Magazin'-Programms werden entscheiden." Zu Randi gewandt fuhr ich fort: „Händigen Sie ihnen den Scheck aus, dann werde ich den dokumentierten Beweis - metallurgische Berichte, zahnärztliche Gutachten und Beweise durch andere anerkannte Wissenschaftler - in die Sendung bringen. Ich werde Ihnen das bringen und in der Sendung präsentieren - vor laufenden Kameras. Wir präsentieren es so, dass, wenn Sie es zum ersten Mal sehen, es gleichzeitig Millionen von Zuschauern sehen. Wenn Sie behaupten, es sei kein gültiger Beweis, dann werden Millionen von Zuschauern über Sie herfallen. Ich werde ihnen die Beweise nicht zuschicken, so dass Sie sie jemand anderem zuschicken, um sie zu bewerten. Ich werde es nicht so machen, dass jeder daran herumpfuschen kann."
Der Interviewer antwortete: „Das hört sich für mich logisch an. Es klingt nach einer guten Lösung." Dann fragte er Randi: „Randi, was halten Sie davon? Geben Sie mir den Scheck."
Randi sagte: „Nein. Ich weiß nicht, was mit Fuller ist, aber er hat irgendeinen Trick im Ärmel."
Nach der Sendung stellte sich das Studiopublikum, ungefähr fünfhundert Menschen, an, um mir die Hand zu schütteln und mir anerkennende Worte zu sagen, zu Randi sagte niemand etwas. Elf Leute kamen auf mich zu und luden mich in ihre Kirchen oder Organisationen ein, um einen Heilgottesdienst abzuhalten. Von diesem Tag an hat Randi niemals mehr öffentlich ein Wort gegen mich oder meine Heiltätigkeit gesagt.
DIE TRAGÖDIE DES UNGLAUBENS
Im Buch an die Hebräer 3:16-19 lesen wir: „Wer waren dann jene, die hörten und ihn erbitterten? Waren es denn nicht alle, die aus Ägypten auszogen unter Mose? Über wen war er unwillig vierzig Jahre hindurch? Waren es nicht jene, die gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste dahinsanken? Wem anders schwor er, dass sie nicht eingehen sollten in seine Ruhe, als denen, die ungehorsam waren? So sehen wir denn, dass sie nicht eingehen konnten wegen ihres Unglaubens."
Ich möchte gerne über „Die Tragödie des Unglaubens" sprechen. Ihr geht hinaus in die Welt und macht einen sehr erfolgreichen Dienst, wenn ihr nicht zulasst, dass der Unglaube gegen euch arbeitet. Das einzige, was euch besiegen kann, das einzige Hindernis, das euch in eurem Dienst irgendwie aufhalten kann, ist der Unglaube. Bleibt frei vom Unglauben und ihr habt es geschafft.
1. Unglaube macht mutlos. Menschen werden durch eine Sache, und nur durch diese eine, entmutigt - Unglaube. Paulus und Silas wurden in Philippi wegen ihres Dienstes in den Kerker geworfen und wurden dort mehrere Tage festgehalten. Sie waren eingesperrt und wurden von den Wärtern auch geschlagen. Die Regierung der Philipper hatte den verantwortlichen Gefängniswärter mit ihrer sicheren Verwahrung beauftragt. Es wurde ihm gesagt, dass er mit seinem Leben dafür würde bezahlen müssen, wenn sie entkämen. Das war für ihn eine ernste Situation. Als erstes fesselte er ihre Füße und Hände an Stöcken. (Vielleicht habt ihr schon Bilder von Frauen gesehen, die zur Zeit der Hexenverfolgungen in Salem in Neu England solche Fesseln trugen.) Nachdem der philippische Gefängniswärter sie so gefesselt hatte, sperrte er sie in die innerste Zelle ein; der Haupteingang des Gefängnisses war verschlossen, und er bewachte es, bewaffnet mit einem Schwert. Sie würden ihm nicht entkommen.
Ihr erinnert euch sicher an die Geschichte von Johannes dem Täufer, der kühn in den Thronsaal des König Herodes schritt, ihn öffentlich anklagte, und dann eingesperrt wurde. Der Glaube, nicht lebendig aus dem Gefängnis heraus zu kommen, entmutigte Johannes.
Diese beiden Männer, Paulus und Silas, hatten nicht mehr Grund als Johannes der Täufer, zu glauben, lebendig heraus zu kommen, doch es besteht ein großer Unterschied zwischen ihnen. Mitten in der Nacht sangen sie und priesen Gott. Es gab für sie keinen offensichtlichen Grund, zu glauben, und doch lobpreisten sie Gott. Sie sagten: „Es macht nichts, dass unsere Hände und Füße an diesen Stöcken gefesselt sind. All diese verriegelten Türen bedeuten gar nichts. Wir gehören zu Gott und Er wird sich um uns kümmern. Alles ist gut; alles ist in bester Ordnung."
In der Bibel heißt es, dass es eine Art Erdbeben gab - eine große Erschütterung aller Türen. Die Türen entriegelten und öffneten sich plötzlich. Sogar die Stockfesseln öffneten sich. Als der Aufruhr vorüber war, war der Gefängniswärter schon dabei, sich das Leben zu nehmen, da er glaubte, die Gefangenen seien geflohen. Er hatte die Spitze des Schwertes gegen seinen Körper auf Höhe seines Herzens gerichtet und war dabei, sich hineinfallen zu lassen. Paulus sah, was geschah, und rief ihm zu: „Tu dir nichts an. Wir sind noch hier." Paulus und Silas waren nicht entmutigt, weil sie gläubig waren.
Ich muss an die Geschichte über Noah in der Bibel denken. Als ich ein kleines Kind war, las mir meine Mutter diese Geschichte von der Rückseite der Sonntagsschulkarten vor. Für mich war er ein großartiger Mann. Er war so großartig, wie man es sich nur vorstellen konnte, denn für mich war er Noah, der Bootsbauer. Er baute so ein großes Boot, dass er einhundert Jahre brauchte, bis es fertig war. Könnt ihr euch das vorstellen? Für mich war er Noah, der Bootsbauer, und für mich war er ein großer Mann.
Und dann, als ich die Geschichte selbst lesen konnte, wurde er sogar noch größer. Jetzt war er Noah, der Tiertrainer. Er brachte es fertig, dass all diese Tiere in das Boot hineingingen und dort einhundertfünfzig Tage lang in Frieden und Harmonie zusammenlebten, zwei von jeder Sorte und sieben von jeder Art. Normalerweise kommen Tiere nicht miteinander aus. Eine Schlange frisst die andere, und eine Katze kämpft mit der anderen. Doch Noah gelang es, dass sie hundertfünfzig Tage lang in Frieden und Harmonie dort lebten. Als ich das begriff, sagte ich: „Clyde Beatty und Wilhelm Schmidt können ihm als Tiertrainer das Wasser nicht reichen. Er war etwas ganz ganz Besonderes."
Später stieg Noah in meiner Achtung noch mehr, weil ich plötzlich die Botschaft begriff, die er lehrte. Er sagte den Menschen, dass „eine Flut kommt. Wasser wird als Regen direkt aus den Himmeln herabfallen." Bis dahin hatte es niemals Regen gegeben. Das war das erste Mal, dass es je regnete. Ihr erinnert euch, die Bibel spricht von „den Wassern über dem Firmament und den Wassern unterhalb des Firmaments". Bei diesem Ereignis entstand der erste Regenbogen. Noah predigte und sagte ihnen etwas, was vollkommen über ihr Vorstellungsvermögen hinausging. Es war für sie vollkommen fremd. Verglichen mit Noahs Botschaft ist unsere Botschaft über das Heilen leicht zu glauben. Noah war absolut unglaubwürdig.
Dann sah ich ihn eines Tages als einen Prediger, der beharrlich war. Ich sah, dass niemand seine Botschaft annahm. Könnt ihr euch vorstellen, dass nach einem Jahr jemand kommt und fragt: „Bruder Noah, wie viele Konvertiten hast du?"
Er antwortet: „Noch gar keine." In der heutigen Welt würde kein Geistlicher ohne einen einzigen Konvertiten an einem Ort bleiben können. Zwei Jahre gehen ins Land, und er hat keine Konvertiten. Fünf Jahre vergehen, zehn Jahre, fünfundzwanzig Jahre, fünfzig Jahre, fünfundsiebzig Jahre. Dieser Mann predigte dieselbe Botschaft immer und immer wieder über hundert Jahre hinweg und in all der Zeit gab es niemanden, der ihm glaubte. Wir sprechen von einem Mann, der einen Grund gehabt hätte, entmutigt zu sein. Er war es nicht. Warum? Weil es ihm möglich war zu sagen: „Gott sagt es, ich glaube es, und dass reicht." Das ist Vertrauen.
Unglaube ist das einzige, was ein Kind Gottes entmutigen kann. Wenn ihr je in eurem Dienst entmutigt seid, ist es Zeit für eine Selbstanalyse. Irgendwo hat sich Unglaube eingeschlichen. Wenn wir wissen, wer wir sind, wer Gott ist, und was die Beziehung zwischen den beiden ist, dann sind wir niemals entmutigt.
Es stimmt, dass nicht immer alles glatt läuft, aber wenn ihr Vertrauen in Gott habt - Gott glaubt - dann wird das keine riesigen Herausforderungen in eurem Leben erzeugen. Es wird alles gut. Alles wird gut, weil nur Gott verantwortlich ist. Das einzige, was entmutigt, ist Unglaube.
2. Unglaube bringt Gottes Volk zum Schweigen. Manchmal bitte ich die Leute, über Gott zu prahlen. In unseren Gottesdiensten gibt es einen Teil, den wir „Anerkennungsgottesdienst" nennen. Er bietet die Gelegenheit, aufzustehen und über Gott zu prahlen. Was hat Gott mit und für euch getan? Wie wundervoll ist es, ein Kind Gottes zu sein? Dabei sprechen viele Menschen, die etwas zu erzählen haben. Andere bringen gar kein Wort heraus. Warum? Weil sie sich fürchten, über Gott zu prahlen, aus Angst, dass es in der Zukunft nicht richtig funktioniert und sie dann ihr Wort zurücknehmen müssen. Unglaube schleicht sich ein und bringt Gottes Volk zum Schweigen.
Maria und Elisabeth waren die Mütter von Jesus und Johannes dem Täufer. Johannes der Täufer wurde zuerst geboren und war sechs Monate älter als Jesus. Derselbe Erzengel, der zu Maria gesprochen hatte, um ihr zu sagen, dass sie die Mutter von Jesus sein würde, hatte zuvor zu Elisabeth gesprochen. Elisabeth und Maria waren Kusinen. Elisabeth war mit einem Mann namens Zacharias verheiratet, der zu dieser Zeit der Hohepriester war. Als der Engel zu Elisabeth sprach und ihr sagte, das sie die Mutter von Johannes dem Täufer sein würde, war sie sehr alt. Ihr Ehemann glaubte es nicht und hielt es für einen Witz. Weil er nicht glaubte, sagte der Engel, dass Zacharias bis zur Geburt von Johannes nicht würde sprechen können. Das Ergebnis seines Unglaubens war sein Schweigen.
Sechs Monate später sagte derselbe Erzengel zu Maria, dass sie die Mutter von Jesus sein würde. Sie beeilte sich, ihre Kusine Elisabeth zu besuchen. Als die zwei zusammen waren, hatten sie ein „schreiendes Treffen". Sie umarmten sich und liefen hin und her, klatschten in die Hände und riefen aus: „Meine Seele verherrlicht den Herrn." Die zwei Frauen preisen Gott und haben eine wundervolle Zeit, während Zacharias kein Wort sagen konnte - Unglaube brachte ihn zum Schweigen. Unglaube bringt in der Tat Gottes Volk zum Schweigen.
Alles wird sich für jeden wunderbar ergeben, wenn man sein Leben Gott übergibt. Wenn es eine Sache gibt, über die ich mir absolut sicher bin, dann ist es die, dass man für jedes menschliche Bedürfnis nichts als Gott braucht. Genauso wichtig ist die Tatsache, dass Gott nichts unmöglich ist. Sagt es den Menschen überall, dass ihr einziges Bedürfnis Gott ist. Alle Bedürfnisse der Menschen sind spirituelle Bedürfnisse. Ich glaube nicht daran, dass wir irgendwelche anderen Bedürfnisse haben, seien es physische, psychische, solche der Umstände oder welche auch immer. Das grundlegende Bedürfnis ist, mehr von Gott zu haben. Übergebt alles Gott. Lasst uns hinausgehen und allen erzählen, dass Gott für unser Leben verantwortlich ist.
Unglaube ist das einzige, was uns zum Schweigen bringt. Wir betrachten die Tragödie des Unglaubens. Es ist die einzige Sache, die ein Kind Gottes behindern kann.
3. Unglaube bindet Gott buchstäblich die Hände und hält ihn davon ab, uns zu segnen. Er bindet Gott wie mit einem ledernen Riemen die Hände. Uns steht die Macht Gottes zu jeder Zeit zur Verfügung, unter einer Bedingung - dass wir sie voller Vertrauen annehmen. Jesus sagte: „Was auch immer ihr euch wünscht, wenn ihr betet, glaubt, dass ihr sie erhaltet und ihr werdet sie erhalten." Er sagte nicht vielleicht, eventuell oder manchmal. Er sagte, dass ihr sie gemäß eures Glaubens haben werdet. Wenn Gott euch sagt, dass ihr etwas tun sollt, dann wird es wahrscheinlich etwas Unerhörtes sein - etwas sehr Besonderes und Seltsames. Er möchte, dass andere zur Erkenntnis gelangen.
Sprechen wir über Josua und Moses. Moses führte die Kinder Israels, die sich in Sklaverei befanden, aus dem Land Ägypten heraus und starb auf der Reise. Josua übernahm die Führung und führte die Menschen in das Land Kanaan. Sogar nach vierzig Jahren mussten sie noch kämpfen, um das Land zu besitzen. Nachdem sie den Jordan überquert hatten, war der erste Ort, den sie erreichten, Jericho. Gott sagte Josua, er solle seine Soldaten rund um die Stadt marschieren lassen. Was für eine verrückte Art, einen Kampf zu gewinnen. Einfach um die Stadt herum zu marschieren.
Könnt ihr euch vorstellen, was die Einwohner von Jericho dazu zu sagen hatten? Könnt ihr euch den Mann vorstellen, der auf der Mauer steht und den Leuten von Jericho sagt: „Jeden morgen um zehn Uhr marschieren diese verrückten Israeliten um die Stadt. Es ist zehn Uhr und hier kommen sie. Sie werden um die Stadt herum marschieren." Könnt ihr sehen wie die Einwohner auf die Mauern der Stadt klettern, miauen und sich über die marschierenden Soldaten lustig machen, indem sie sagen: „Oh, ihr tapferen Männer. Stampf, stampf, die Jungen marschieren. Oh, wie seid ihr tapfer. Ihr bietet uns jeden morgen eine Show. Wir sehen, wie schön ihr marschieren könnt."
„Sie marschieren im Gleichschritt", sagen sie im Scherz zueinander. „Sie haben einen Rhythmus, und das ist einfach schön. Sie tun das jeden Morgen um zehn Uhr. Schaut sie nur an. Sie gehen zum Tor und gehen dann zurück in ihr Lager. Sie sind keine Bedrohung für uns. Jeden Morgen um zehn Uhr kommen sie und ziehen diese Show ab."
Am siebten Tag waren die Leute von Jericho wieder auf der Mauer und machten Scherze über die törichten Soldaten. „Da kommen sie wieder - zehn Uhr - rechtzeitig. Schaut, was sie machen. Sie gehen um die Stadt herum. Jeden Tag machen sie das, um uns zu zeigen, wie schön sie marschieren können. Wenn sie das Tor erreichen, kehren sie in ihr Lager zurück. Nein, sie kommen noch einmal herum. Sie laufen zum zweiten Mal herum, zum dritten Mal, zum vierten Mal. Ich möchte, dass alle das sehen. Holt Tante Mathilde! Ist mir egal, dass sie im Rollstuhl sitzt. Bringt sie her. Bringt sie in ihrem Rollstuhl hier herauf. Holt alle hier herauf, um diese Show zu sehen."
Nachdem sie sieben mal um die Stadt marschiert waren, befand sich die ganze Bevölkerung der Stadt auf der Mauer. Die Mauer knirschte unter dem Gewicht der ganzen Bevölkerung. Nach der siebten Umrundung befahl Josua den Trompetern: „Blast in die Trompeten". Die Vibration des Klanges der Trompeten zerbröckelte die Mauer und sie stürzte ein. Die Israeliter konnten hinein marschieren und die Stadt übernehmen.
Stellt euch vor, Gott würde euch sagen, etwas so Seltsames wie das zu tun. Würdet ihr es tun? Seid euch bewusst, dass es Zeiten geben wird, wenn Gott euch aufrufen wird, solche seltsamen Dinge zu tun. Ihr werdet wahrscheinlich auf eine Menge Ablehnung stoßen und es klingt womöglich vollkommen falsch. Geht und tut es dennoch. Gott wird euch für euer Vertrauen segnen.
Das einzige, was Gott von solchen Segnungen abhält, ist Unglaube. Mit Glauben haben die offensichtlichen Umstände keine Bedeutung. Gott wird sich auf wunderbare Art darum kümmern. Unglaube ist das einzige, was ein Kind Gottes aufhalten kann.
4. Unglaube wird ein Kind Gottes vollkommen besiegen. Moses gelang es, die Israeliten aus Ägypten heraus zu führen, und sie schlugen ihr Lager bei Kadesh-barnea auf. Er wählte einen Mann aus jedem der zwölf Stämme Israels als Vorhut aus und sagte ihnen: „Ich möchte, dass ihr vor uns in dieses Land geht und die Situation dort einschätzt. Kehrt dann mit euren Empfehlungen zurück. Wohin sollen wir gehen? Welche Art von Versorgung und Nahrung werden wir vorfinden? Wie viele Soldaten benötigen wir usw."
Zehn von ihnen kehrten aufgeregt zurück und meldeten ihm: „Wir können es nicht machen. Es ist unmöglich. Es gibt Riesen in diesem Land, und sie sind so groß, dass wir dagegen wie Grashüpfer aussehen. Die Lage ist unüberwindlich."
Moses sagte. „Wartet einen Moment. Ich habe zwölf von euch ausgesandt und ich sehe nur zehn. Wo sind die anderen? Wo sind Josua und Kaleb?"
Sie sagten: „Dort drüben", und deuten auf den Platz hinter Moses. Moses drehte sich um und schaute. Dort waren Josua und Kaleb und aßen Trauben! Sie hatten einen Traubenstrauch mitgebracht, der so groß war, dass es zwei Männer erforderte, um ihn zu tragen.
Moses fragte: „Was habt ihr zwei gesehen?"
„Eines ist sicher", antworteten sie. „Wir haben keine Riesen gesehen. Alles, was wir sahen, war ein Land, in dem Milch und Honig fließen." Und Kaleb fügte hinzu: „Und wenn schon, es macht nichts, wenn es Riesen in diesem Land gibt. Wir können kämpfen und Gott ist auf unserer Seite. Ich bin bereit. Ich sage: lasst uns gehen."
Moses und die Kinder Israels hörten lieber auf die zehn Männer als auf die zwei und kehrten um. Die schlugen einen riesigen Bogen, für den sie vierzig Jahre brauchten, und nach dem vierzigjährigen Marsch mussten sie immer noch um den Besitz des Landes kämpfen.
In Kadesh-barneo war diese Gruppe mit über einer Million Menschen elf Tage von Kanaan entfernt - elf Tage geradeaus, und sie wären dort gewesen. Gott hatte bereits versprochen, dass Er Hornissen aussenden würde, um den Feind zu besiegen. Welche Chancen hat ein Riese gegen Hornissen?
Moses und die Kinder Israels wurden durch ihren Unglauben besiegt. Unglaube ist das einzige in der Welt, was jemals irgend jemanden besiegen wird. Wir haben die Wahl. Wenn wir uns entscheiden, Gott zu vertrauen, dann gibt es keine unüberwindlichen Probleme.
ZEHN GEFÄHRLICHE BESITZTÜMER
Es scheint, dass es eine gute Sache ist, wenn eine Person die Geschenke des Geistes besitzt, und das ist es auch. Jedoch gibt es zehn gefährliche Besitztümer, die mit den Geschenken des Geistes verknüpft sind. Diese Dinge können gefährlich und sogar zerstörerisch sein, wenn sie nicht von einem zweiten Bestandteil begleitet werden, der sie zum Guten in Gottes Königreich wirken lässt.
1. Eifer ohne Wissen - Gott sei gedankt, dass es junge und ältere Menschen gibt, die von Eifer beseelt sind. Der Apostel Paulus, der den Herrn auf dem Weg nach Damaskus traf und verwandelt wurde, war ein Mann mit Eifer. Im Brief an die Philipper 3:4-6 heißt es: „Gleichwohl könnte ich auch auf das Fleisch Vertrauen setzen. Wenn da ein anderer meint, auf Fleisch vertrauen zu können, ich könnte es noch mehr. Beschnitten am achten Tag, aus Israel, aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, im Hinblick auf das Gesetz ein Pharisäer hinsichtlich des Eifers, die Kirche verfolgend." Etwas vom Eifer des Paulus war fehlgeleitet. Eifer ohne das Wissen, wie man ihn einsetzt, ist gefährlich.
Ich habe eine Geschichte von einem eifrigen Studenten gehört, der auf die Bob Jones Universität ging, eine Bibelschule im Süden der Vereinigten Staaten. Dieser junge Mann war mit seiner Bibel unter dem Arm per Anhalter unterwegs. Ein Mann hielt an und nahm ihn mit. Als das Auto sich wieder in den Verkehr eingefädelt hatte, zog der Fahrer den Zigarettenanzünder heraus um sich eine Zigarette anzuzünden. Der Student tadelte ihn vehement wegen des Rauchens und predigte darüber, wie schlecht es sei, ein Raucher zu sein. Er fuhr fort und sagte, wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch raucht, hätte Er ihn mit einem Schornstein erschaffen. Sehr ruhig fuhr der Mann das Auto auf den Standstreifen der Straße und sagte zu dem Studenten: „Sie können jetzt aussteigen!"
Der Student fragte: „Sie wollen mich hier mitten in der Landschaft einfach hinauswerfen?"
Der Mann antwortete: „Sicher. Wenn Gott gewollt hätte, dass Sie Auto fahren, hätte er Sie mit Rädern erschaffen." Das ist ein großartiges Beispiel von Eifer ohne Wissen.
Oft ist es so, dass eine kleine Gruppe mit einer Menge Eifer die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht. Habt ihr die Sendung über den Aufruhr gesehen, der sich im Irak abspielt? Wir sehen hunderte von Leuten auf dem Bildschirm, die dagegen protestieren, dass die Amerikaner dort sind. Es ärgert uns, dass die Iraker von Saddam Hussein befreit wurden und dafür nicht dankbar sind. Wenn ihr einen Schritt zurücktretet und die Situation betrachtet, seht ihr, dass für jeden einzelnen der Leute in der Protestgruppe weitere tausend Iraker stehen, die für die Befreiung dankbar sind. Weil die Protestgruppe so eifrig ist, sind sie diejenigen, die gehört werden. Entscheidungen werden auf der Grundlage ihres Eifers getroffen, nicht weil ihr Standpunkt der der Mehrheit der Menschen ist.
Die erste Kirchengeneration hatte keine Druckmaschinen, keine Zeitungen, keine Radios, kein Fernsehen und öffentliches Adress-System, was sie aber hatten, war Eifer gepaart mit Wissen. Schaut, was sie erreicht haben. Eifer ohne Wissen ist gefährlich.
2. Wissen ohne Weisheit - Als wir zuvor die Geschenke des Geistes besprochen haben, habe ich euch zur Vorsicht ermahnt, dass Wissen ohne Weisheit gefährlich ist. Wenn ihr wisst, dass ein bestimmter Umstand existiert, wird Weisheit euch helfen, zu wissen, wie ihr damit umgehen sollt. Manchmal erhaltet ihr Wissen über eine bestimmte Situation nur zu dem Zweck, um dafür zu beten, und nicht, weil etwas getan werden muss. Andere Male seid ihr aufgerufen, etwas zu tun. Wenn es nötig ist, etwas zu tun, dann braucht ihr Weisheit, um zu wissen, was ihr tun sollt. Paulus sagt: „Wissen macht eine Person stolz. Wenn irgend jemand glaubt, dass er irgend etwas weiß, dann weiß er noch gar nichts so, wie er es wissen sollte."
Ein gutes Beispiel ist Esau. Er verkaufte sein Erbe und verlor die Segnungen, die er hätte bekommen sollen. Wir lesen: „Denn wir wissen, dass danach, als er die Segnung erlangen sollte, er zurückgewiesen wurde, denn er konnte keinen Ort der Reue finden, obwohl er in Tränen danach suchte."
Im Buch Daniel, Kapitel 12, heißt es: „Am Ende der Zeit wird das Wissen vermehrt." Schaut euch die heutige Technologie in Kommunikation, Reisen, Wissenschaft, Medizin und allen Bereichen menschlichen Lebens an. Auch mit dem vermehrten Wissen heutzutage sind viele der Probleme der Menschen nicht gelöst worden. In Unfällen sterben heute zehnmal mehr Menschen als in allen Kriegen zusammen genommen. Industrieanlagen haben die Luft, das Wasser und die Umwelt verschmutzt, während sie mehr Komfort produzieren.
Gott bildet jetzt eine Gruppe von Menschen, die die Prophezeiungen um 713 vor Christus beachten. Wir lesen darüber bei Isaias 11:1-2: „Doch wächst hervor ein Reis aus Isaias Stumpf, ein Schössling bricht aus seinen Wurzeln hervor. Auf ihn lässt sich nieder der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist des Rates und der Stärke, und der Geist des Wissens." Wir sind die Schösslinge, die aus der Wurzel wachsen, auf denen der Geist des Herrn sich niederlässt. Wir haben die Gelegenheit, bei unseren Entscheidungen im Leben Weisheit zusammen mit Wissen zu nutzen. Die Wahrheit zu verstehen reicht nicht aus. Wir müssen Weisheit haben, um Egoismus zu überwinden, und uns Gott übergeben. Wissen ohne Weisheit ist gefährlich.
3. Tüchtigkeit ohne Charakter - Ein typisches Beispiel von Tüchtigkeit ohne Charakter ist der Mann Ismael. Er hatte große Fähigkeiten, hatte aber einen niedrigen moralischen Charakter. Man baut Lehranstalten und Konfessionsinstitute, die sich selbst verherrlichen, anstatt etwas zu tun, um Gott zu verherrlichen. Nicht jeder hat große Fähigkeiten, aber jeder kann einen großen Charakter haben.
4. Verantwortung ohne Treue - Viele Leute beten für einen Dienst und die Verantwortung, die damit einher geht, doch sie sind dem nicht treu, was Gott ihnen bereits geschenkt hat. Wir müssen schätzen, was wir bereits haben, bevor Gott mehr Segnungen auf uns herabregnen lässt. In der Bibel wird ein Mann namens Demas erwähnt. Er reiste mit Paulus, ebenso wie Barnabas, Silas, Lukas, Timotheus, Markus, Titus, Tychikus, Sosthenes, Onesimus, Kreszenz, Epaphroditus und andere. Im zweiten Brief an Timotheus 4:10 sagt Paulus: „Demas hat uns verlassen, aus Liebe zu dieser Welt, und ist nach Thessalonich gegangen." Demas liebt die materielle Welt mehr als er Gott liebt. Er wird danach nie mehr erwähnt. Wenn ihr herrschen und wie Christus leben wollt, müsst ihr treu sein, auch wenn es euch umbringt. Und das wird es. Aber was sterben wird, ist das alte fleischliche Leben und der Eigenwille.
Hört, was Gott über jene zu sagen hat, die Er in dem besonderen Endzeit-Dienst einsetzen wird. In der Offenbarung 17:14 heißt es: „Er ist der Herr der Herren, der König der Könige und die, die bei Ihm sind, sind berufen und auserwählt und treu." Von diesen dreien geht uns „berufen" oder „auserwählt" nichts an. Gott beruft und erwählt. Was uns aber etwas angeht, ist das letzte --treu zu sein.
5. Geschenke ohne Liebe - Alle Geschenke des Geistes müssen mit den Früchten des Geistes gehandhabt werden. Die Früchte des Geistes sind Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Vertrauen, Demut und Mäßigkeit. Sie stehen im Brief an die Galater, Kapitel 5. Beachtet, dass die Liebe zuerst genannt wird. Im ersten Brief an die Korinther 13:2 sagt Paulus: „Und wenn ich Prophetengabe besitze und um alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben habe, dass ich Berge versetze, doch Liebe nicht habe, so bin ich nichts." Geschenke ohne Liebe sind gefährlich.
6. Kameradschaft ohne Treue - Kameradschaft könnte man durch zwei Kameraden im gleichen Boot definieren. Wir sind miteinander verbunden und arbeiten zum Wohle von uns beiden zusammen. Einer der größten Schätze in unserem Dienst ist die Kameradschaft. Wenn ich Gemeinschaft mit Leuten anderen Glaubens habe, dann bin ich denen, mit denen ich Gemeinschaft habe, treu. Ich spreche nicht hinter ihrem Rücken über sie. Wenn wir Gott lieben, können uns unterschiedliche Glaubensrichtungen nicht trennen. Wenn wir nicht mit jedem Punkt unserer Glaubenssysteme übereinstimmen, ist das in Ordnung. Es ist wichtig, ihnen treu zu sein.
Die Lively Stones Fellowship hat keinen konfessionellen Namen. Kameradschaft (engl. fellowship) ist eine der größten Freuden und Geschenke, die wir hier haben. Gegenseitige Treue schafft eine gesunde Kameradschaft und macht jeden zum Gewinner.
7. Begabung ohne Heiligung - Gott sei Dank gibt es begabte junge Menschen. Wenn sie erwachsen werden, kann es sein, dass ihre Begabungen sie eher von Gott weg als zu Gott hin bringen. Ich nenne als Beispiel die musikalische Begabung, doch jeder ist auf andere Weise begabt. Wir haben die Wahl, ob wir diese Begabungen für die Herrlichkeit des Königreiches Gottes verwenden oder nicht. Als die Kinder Israels gerade den Jordan überquerten und dieses neue Land betraten, in das Moses sie geführt hatte, benutzte Josua die Worte: „Heiligt euch." Er sagte: „Heiligt euch. Morgen wird Gott große Dinge unter euch tun." Wir sollen unsere Begabungen heiligen. Wir sollen sie Gott widmen und sie heiligen lassen. (Heiligung bedeutet, sie zu übergeben und ihrem angemessenen Zweck zu widmen - damit sie für die Kraft Gottes verwendet werden.)
8. Autorität ohne Mitgefühl - Heutzutage sind Regierungen absolut notwendig. Es muss Autorität geben, doch sie muss mit Mitgefühl ausgeführt werden. Ein Dienst, der durch einen Vorstand, der aus mehreren Personen besteht, durchgeführt wird, ist vom Glück begünstigt. Es gefällt mir, wenn ich Kirchen sehe, die einen Vorstand haben - nicht nur eine Person, die alle Entscheidungen trifft. Einen Vorstand zu haben, dessen Mitglieder das Beste für das Königreich erreichen wollen, ist gut, so sollte es gemacht werden. Autorität ohne Mitgefühl ist eine gefährliche Sache.
9. Reich zu sein ohne zu teilen - Die Macht, Reichtum zu erlangen, liegt in den Händen Gottes. Im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 3, warnt die Bibel uns zweimal davor, gierig nach Geld zu sein. Gier wird uns Gott nicht näher bringen.
Im erster Brief an Timotheus 6:5 heißt es: „Männer von korrupter Gesinnung und ohne Wahrheit glauben, dass Bereicherung Frömmigkeit ist; davon haltet euch fern." Gott möchte, dass jeder von uns alles hat, was er braucht. Es gibt einige Leute, die auf eine Person schauen, die viel hat, und sagen: „Schau, wie Gott ihn gesegnet hat. Er muss ein frommer Mensch sein, da Gott ihm all diese wundervollen Dinge gegeben hat." Das ist nicht so. Nur weil jemand reich ist, heißt das nicht, dass er fromm ist.
Das Umgekehrte stimmt ebenfalls. Nur weil jemand reich ist, heißt das nicht, dass er nicht fromm ist. Eine große Anzahl der Anhänger Jesu waren wohlhabende Leute. Manche beschreiben Seine Anhänger als Arme oder Fischersleute mit wenig Besitz. Diese Fischersleute Andreas und Paulus (Brüder) und Jakobus und Johannes (Brüder) fischten nicht mit einem Stock mit einer Schnur und einem Haken daran. Diese Männer hatten ganze Flotten von Fischerbooten. Ihre Geschäfte waren keine Eintagsfliegen. Josef von Arimethea, dem das Grab gehörte, in das der Leichnam Jesu nach der Kreuzigung gelegt wurde, war ebenfalls ein reicher Mann. Nikodemus und Gamaliel waren reiche Männer. Nur weil jemand reich ist, heißt das nicht, dass er entweder fromm oder nicht fromm ist. Reichtum zu haben ist nichts Böses.
Doch Reichtum zu haben, ohne zu teilen, ist gefährlich. Teilen sollte man auf der Basis spiritueller Logik. Ich kann das nicht genug betonen. Im Brief an die Römer (2:8) beschreibt die Bibel den Dienst des Gebens. Dort heißt es: „Derjenige, der gibt, lasst ihn geben und lasst es ihn mit Einfachheit tun." Gott gibt einigen Reichtum, damit sie ihn teilen. John D. Rockefeller ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn wir die Politik beiseite lassen und auf das Leben von John D. Rockefeller schauen, können wir sehen, wie Gott diejenigen segnet, die geben. Im Alter von vierzig Jahren ging er herum, hatte die Taschen voller Geld und verschenkte es an diejenigen, die es brauchten. Die Leute hielten ihn für sehr exzentrisch. Es war nicht Exzentrik. Er hatte eine wertvolle Lektion gelernt und wendete sie an. Er schaffte sich den größten Reichtum, den jemals irgend ein Mensch angehäuft hat, und er tat das praktisch ganz alleine. Er unterrichtete dann seine Kinder, und sie folgten seinem Beispiel. Heute gibt die Rockefeller-Stiftung mehr Geld für wohltätige Zwecke aus als jede andere Stiftung. Die Stiftung wird jedes Jahr größer. Jesus sagte: „Gebt und es wird euch gegeben werden, ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und gehäuftes Maß wird zu euch zurückkommen." Wir müssen teilen, denn reich zu sein ohne zu teilen ist gefährlich.
Es ist wichtig, beim Teilen spirituelle Vernunft walten zu lassen. In meinem ersten baptistischen Pastorat war ein junger Mann in meiner Kirche, der von der Universität kam und seine erste Arbeitsstelle hatte. Er kam zu mir und sagte: „Ich möchte, dass Sie mir helfen, einen Plan für den Zehnten aufzustellen." (Ich glaube, dass die Regelung des Zehnten eine gute Sache ist.) Der junge Mann sagte: „Ich möchte wissen, was der Zehnte ist, wie man ihn berechnet, und überhaupt alles darüber." Ich half ihm, genau das zu tun.
Innerhalb der folgenden zwölf Jahre zog ich drei Mal um. Im neunten Jahr war ich 350 Meilen von dem Ort entfernt, wo er wohnte. Dieser junge Mann fuhr 350 Meilen, um mit mir ein neues Problem zu besprechen. Er sagte: „Erinnern Sie sich, als wir diesen Plan für den Zehnten erstellten?"
Ich sagte: „Ja, natürlich erinnere ich mich daran."
Er sagte: „Ich möchte mit Ihnen darüber sprechen, denn es wird schwierig. Als ich meinen Plan für den Zehnten aufgestellt hatte, schien es gerade so, als ob alles sich in Gold verwandeln würde. Ich bin bei allem, was ich tue, sehr erfolgreich. Mein Einkommen ist jetzt so groß, dass zehn Prozent davon inzwischen ein beträchtlicher Geldbetrag ist. Es ist zu einer Last geworden, zehn Prozent abzugeben. Ich möchte wissen, wie ich das ändern kann, wie ich immer noch das Richtige tue und doch weniger in den Zehnten investiere."
Ich sagte: „Das ist leicht. Ich helfe dir. Wir werden einfach beten und dann die Lösung haben. Wir einigen uns und bitten Gott gemeinsam darum, dein Einkommen so weit zu reduzieren, bis es leichter wird, den Zehnten abzugeben."
„Oh nein", sagte er. „Ich verstehe, was Sie meinen." Er setzte sich in sein Auto und fuhr nach Hause. Später erfuhr ich, dass er immer noch den Zehnten abgab und Gott ihn immer noch segnete.
Wenn wir geben sollten wir immer spirituelle Vernunft walten lassen. Den Zehnten an Organisationen abzugeben, die hungernden Kindern in weit entfernten Ländern beistehen, ist manchmal spirituell betrachtet nicht vernünftig. Viele davon sind unlauter. Bei neun von zehn dieser Organisationen werden 87 Cents von einem Dollar benötigt, um die anderen 13 Cents dorthin zu bekommen, wo sie hin sollen. Das eigentliche Interesse dieser Organisationen sind ihre eigenen Schatzkammern. Sie helfen in der Tat den Kinder in einem gewissen Maß, aber nicht so viel, wie sie behaupten.
Der Konvent der Südlichen Baptisten, aus dem ich kam, hatte ein ähnliches Problem. Sie trafen sich, um einen Haushalt zu beschließen, der zeigen sollte, wie sie ihr Geld verwenden würden. Es gab immer jemanden, der sich zugunsten des Haushalts aussprach und ein Flip Chart benutzte, um die Prozentsätze des Haushalts aufzuzeigen. Er fing an mit den Verwaltungskosten von zwei Prozent. Dann für die Ausländische Mission so viel, für die Inländische Mission so viel, für die Sonntagsschulen so viel usw. Dann sagte er schnell: „Ich empfehle, dass wir den Haushalt wie er präsentiert wurde annehmen." Er bat um eine Sekunde für seinen Antrag, die er auch bekam, und dann fragte der Sprecher, ob es zu dem Antrag irgendwelche Kommentare gäbe.
Ich sprang auf die Füße und sagte: „Wenn das der Haushalt ist, dann ist das in Ordnung, aber lassen Sie uns nichts verschleiern. Wir haben Verwaltungskosten von zwei Prozent und hier unten haben wir einen bestimmten Prozentsatz für die Sonntagsschule. Eine Menge der Kosten für die Sonntagsschule sind Verwaltungskosten. Hier haben wir die Ausländische Mission, die ebenfalls Verwaltungskosten von 87 Cents auf einen Dollar hat. Nennen wir die Dinge beim Namen und ordnen wir sie neu. Stellen wir die wirklichen Verwaltungskosten so dar, wie sie sind, 87 Prozent, die übrigen 13 Prozent sind der Rest des Haushalts." Der Sprecher dankte mir und fragte, ob noch jemand etwas sagen wollte. Da sich keiner meldete, wurde abgestimmt. Der Haushalt wurde mit 101:1 Stimmen angenommen.
Wir müssen uns bewusst sein, dass es Organisationen gibt, die an ihre Gefühle appellieren. Möge Gott euch helfen zu wissen, wohin ihr euer Geld geben könnt. Gebt es mit spiritueller Vernunft.
10. Leben ohne Gott - Mit Sicherheit ist es ohne Gottes Führung im Leben und ohne das spirituelle, schützende Dach Gottes schon gefährlich, einfach nur am Leben zu sein. Das ist der Grund, weshalb Gott in der Geschichte der Genesis Adam und Eva aus dem Garten Eden warf.
Wir müssen die Natur Gottes in uns haben. Fallen gibt es gleichermaßen für die Jungen und die Alten, die Reichen und die Armen, die Gebildeten und die Ungebildeten. Gebt euch Gott in jeder Hinsicht vollkommen hin und Er wird eure alte adamische Natur töten.
Kürzlich schrieb mir jemand und bat mich, ihm alle Details über den Zehnten zu erklären. Er wollte alle Fürs und Widers des Zehnten wissen. Meine Antwort ist, dass es keine Widers gibt. Es gibt nur Fürs, und der Zehnte ist ein wirklicher Segen. Ich kenne Leute, die haben durch den Zehnten ganze Reichtümer angehäuft. Der Zehnte ist ein Zehntel des Nettoeinkommens nach Abzug dessen, was nötig ist, um das Einkommen zu verdienen. Mit anderen Worten, wenn ihr einen Job habt, zu dem ihr täglich sechzig Meilen pendeln müsst und das Pendeln kostet X Dollars am Tag, dann werden diese Reisekosten vom Bruttoeinkommen abgezogen. Nicht abgezogen werden Nahrung, Miete und gewöhnliche Ausgaben des täglichen Lebens.
Ein weiteres Beispiel: Ein Elektriker, der auf Leitungsmaste steigt und mit Hochspannungsleitungen arbeitet, braucht speziell isolierte Handschuhe für seine Sicherheit. Diese Handschuhe sind notwendig und er muss sie kaufen. Wenn sie alt sind und neue angeschafft werden müssen, würden die Kosten für ein neues Paar Handschuhe von seinem Bruttoeinkommen abgezogen werden.
Manchmal taucht folgende Frage auf: „Ich gebe den Zehnten. Diese Woche ist meine Schwägerin in großen Schwierigkeiten. Kann ich ihr meinen Zehnten geben?" NEIN! Man gibt das Geld des Zehnten immer Gott.
Wie gibt man den Zehnten Gott? Ihr könnt nicht zu Ihm hingehen und es Ihm aushändigen. Lasst es mich mit einer Geschichte erklären. Ich hielt ein Heilungstreffen in Corpus Christi, Texas, ab. Es war meine letzte Woche dort und der Geistliche bat mich, über den Zehnten zu sprechen. Ich wurde darum gebeten, nach meiner Predigt eine Fragerunde zu eröffnen. Ich tat das gerne. Es gibt eine Frage, die immer gestellt wird. Wem sollte man das Geld des Zehnten geben? Ich habe eine Standardantwort. Ich antwortete: „Das Geld des Zehnten sollte einem Dienst gegeben werden, durch den die Menschen spirituell genährt werden, und eine gute Faustregel ist, dass, wenn ihr durch diesen Dienst spirituell genährt werdet, es die anderen auch werden." Ich hatte die Antwort gegeben und war fertig. Ich hatte nichts weiter zu sagen, doch dann hörte ich mich sagen: „Eine gute Faustregel ist, dass, wenn ihr von dem Dienst spirituell genährt werdet, es die anderen auch werden, ABER gebt niemals Geld an einen Dienst, der darum bittet."
Ich sah 400 offene Münder und 800 aufgerissene Augen, denn heute bittet jeder um Geld. Evangelisten bitten um Geld, Kirchen lassen sich Versprechen geben und geben Umschläge für den Zehnten heraus - jeder macht das. Die Gemeinde war schockiert, und ich auch. Ich hatte nicht gewusst, dass Gott mich an diesem Tag benutzen würde, um prophetisch zu sprechen. Ich war einigermaßen konsterniert. Ich tat, was ich immer tue. Ich betete darüber. Ich sagte leise, wie zu mir selbst: „Gott, diese Menschen brauchen eine Erklärung dafür, warum Du das gesagt hast, und ich brauche sie auch." Aus meinem Mund floss es heraus: „Wenn dieser Dienst von Gott geführt wird und man dieser Führung folgt, dann ist Gott verpflichtet, dafür zu sorgen. Es ist nicht nötig, irgend etwas von irgendwem zu erbitten." Mir wurde klar, dass wir es in meinem Dienst jahrelang so gemacht hatten. Wir bitten niemanden um Geld.
Wir nehmen eine Spende an, aber wir bitten niemanden um Geld, wenn wir ein besonderes Bedürfnis haben. Als unser Dienst in Putnam County, Florida, angesiedelt war, kauften wir ein Haus, das fünf Jahre lang leergestanden hatte. Wir verbrachten fünf Monate damit, das Haus aufzupolieren, bevor wir unser erstes Seminar ansetzten. Es waren zwölf Leute in diesem Seminar und ich erkannte, dass der Raum für die nächste Seminargruppe zu klein war. Wir brauchten einen Platz, der groß genug war, dass jeder einen Platz hatte. Das Wohnzimmer des Hauses war nicht groß genug.
Ich setzte mich hin und fertigte Pläne an und bestimmte den Geldbetrag, den wir brauchen würden, um ein Pavillon zu bauen. Es sollte achteckig sein, einen Durchmesser von neun Metern haben und mit Plüschpolsterung ausgestattet sein, und es würde 16.500 Dollar kosten. Ich sagte: „Herr, ich brauche 16.500 Dollar, um dieses Pavillon zu bauen." Ich bin nirgend wohin gegangen und habe um Geld gebeten. Ich bekam die Botschaft, dass ich mit dem beginnen sollte, was ich hatte. Wann immer ich Geld für weiteres Material oder für Löhne brauchte, kam das Geld. Ich musste niemanden um irgend etwas bitten. Wenn Gott den Dienst führt und der Dienst der Führung Gottes folgt, ist Gott verpflichtet, dafür zu sorgen. Wenn etwas gebraucht wird, dann sprecht mit Gott darüber. Wenn ihr eintausend Dollar braucht, dann gibt Gott euch vielleicht einen Menschen, der euch tausend Dollar schickt, oder Gott gibt euch tausend Leute, von denen euch jeder einen Dollar gibt. Es wird kommen. Gott ist verpflichtet, sich darum zu kümmern, und Er wird es tun.
Ich gebe zu, dass ich mir am Anfang meiner Mission Sorgen machte, wenn der Kontostand gegen Null ging. Inzwischen habe ich ihn so oft auf- und abgehen sehen - ich weiß ganz einfach, dass das Geld für das, war wir brauchen, da sein wird. Wenn ich für etwas bete und ich bekomme das Geld dafür nicht, dann schließe ich daraus, dass Gott nicht wollte, dass es getan wird. Manchmal kommen auf diese Art Zeichen. Lasst einfach los und lasst Gott sich darum kümmern.
Der Zehnte und Spenden sind nicht dasselbe. Spenden sind das, was man über den Zehnten hinaus gibt. Jeder Mensch muss sich selbst entscheiden. Einmal war ich in Ventura, Kalifornien, und frühstückte in einem Denny's-Restaurant. Die Bedienung predigte mir. Was sie sagte, war genau das, was ich brauchte. Ich gab ihr ein Trinkgeld von 56 Dollar. Sie rannte hinter mir her, weil sie dachte, ich hätte mich geirrt. Ich sagte: „Nein, das ist Ihr Trinkgeld." Ich gab etwas für einen Dienst, der mich spirituell genährt hatte. Jeder Mensch muss entscheiden, wohin sein Zehnter gehen soll. Spenden sind jenseits davon.
Jede Handlung im Leben eine Person bringt ein Ergebnis hervor, das auf die Person zurückfällt und zur Vergeltung zurückkehrt. Wenn ihr etwas Gutes tut, dann kommt Gutes zu euch zurück. Wenn ihr etwas Schlechtes tut, kommt Schlechtes zu euch zurück. Das ist das Gesetz des Universums. Im Brief an die Galater 6:7 in der Bibel heißt es: „Täuscht euch nicht: Gott lässt keinen Spott mit sich treiben; was der Mensch sät, wird er ernten." An anderer Stelle heißt es: „Seid gewiss, dass eure Sünden euch finden werden." Das ist die negative Seite. Es funktioniert in beide Richtungen.
Das ganze Universum funktioniert so, dass euch vergolten wird, was ihr tut, und das wird es zweifellos tun. Wenn ihr zum Beispiel in einen Supermarkt geht und für acht Dollar Lebensmittel einkauft und ihr der Kassiererin einen Zehn-Dollar-Schein gebt, wenn sie euch dann zwölf Dollar zurückgibt, als ob ihr ihr einen Zwanzig-Dollar-Schein gegeben hättet, dann wird der Feind auf eure Schulter springen und euch seinen Rat ins Ohr flüstern. Er wird sagen: „Die Supermarktkette hat so viel Geld und sie werden diese zehn Dollar gar nicht vermissen. Sie werden es der Kassiererin nicht abziehen. Wenn du halbwegs vernünftig bist, behältst du das Geld. Du brauchst es mehr als sie. Sag nichts." Wenn ihr das Geld behaltet, dann setzt ihr eine Handlung in Bewegung, die die Vergeltung bringt. Es kann früher oder später geschehen, aber es wird geschehen. Beim Ausparken bleibt ihr vielleicht an einem Telefonmasten hängen und beschädigt die Stoßstange, oder ihr fahrt über die Bordsteinkante, so dass ein Reifen platzt. Oder irgend etwas anderes geschieht zur Vergeltung. Das kann heute sein, diesen Monat, dieses Jahr oder in einem anderen Leben.
Wir haben heutzutage viele Gemeindemitglieder in den Kirchen, die diese Stellen in der Bibel anhören, doch sie denken an Joe Doaks. (Joe Doaks ist ein fiktiver Charakter, den ich erfunden habe.) Er wurde mit einem Silberlöffel im Mund geboren. Seine Familie hatte reichlich von allem, was sie wollte, doch Joe lebte inmitten der Sünde. Er log und betrog und verhielt sich immer unmenschlich. Als er gestorben war, wurde er in einem goldenen Sarg beerdigt. Die Leute in der Kirche betrachten Joe Doaks und sagen, dass Joe nie dafür hatte bezahlen müssen. Und zwar deshalb, weil sie nicht an die Lehrmeinung der Reinkarnation glauben. Wenn jemand in diesem Leben ein Sklaventreiber ist, ist er im nächsten vielleicht ein Sklave. Wenn er in diesem Leben mit seinem Reichtum verschwenderisch umgegangen ist, ist er im nächsten Leben womöglich arm. Dieses universale Gesetz der Vergeltung setzt sich definitiv in Bewegung. Ich bin außerhalb jeden Zweifels davon überzeugt, dass jede Handlung in eurem Leben zur Vergeltung zu euch zurückkommt.
Als nächstes möchte ich darüber sprechen, dass es keine Krankheit gibt, die zu weit fortgeschritten ist, als dass Gott sie nicht heilen könnte. Es gibt keine Umstände, die so weit gediehen sind, dass sie nicht von Gott berichtigt werden könnten. Seid als heilende Geistliche insofern aufrichtig, dass ihr den Leuten sagt, dass Gott jedes menschliche Bedürfnis deckt. Es spielt keine Rolle, wie schlimm der Zustand ist. Gott kann es tun. Das ist ein weiteres Gesetz Gottes.
Wenn mir jemand sagt, dass sein Krebs real ist, weil der Arzt es ihm gesagt hat, und dass sein Glaube an Gottes Heilungen groß ist, ABER..., dann sage ich ihm, dass Ärzte nicht alles wissen, und ich fahre fort und sage ihm, dass Gott die Heilung vollbringen wird. Vielleicht habe ich dem Mann mit der Krankheit gegenüber einen kleinen Vorteil, denn ich habe so viele Heilungen erlebt. Ich versichere ihm, dass, wenn er mir glaubt, er geheilt werden kann und wird. Zitiert Studien über Heilungen. In der Stanford Universität gibt es dicke Ordner über mich mit vielen Akten über Leute, die in einem Heildienst geheilt wurden. Verweist die Leute auf die Stanford Universität. Es laufen hier Leute herum, von denen die Ärzte sagten, sie würden in zwei Monaten tot sein. Das ist nun fünfzehn Jahre her und sie erfreuen sich bester Gesundheit. Seid immer enthusiastisch. Sprecht mit Überzeugung. Redet die Leute buchstäblich in das Vertrauen hinein. Das ist der Grund, weshalb ich mit den Leuten spreche, bevor ich ihnen die Hände auflege.
Wir sind sowohl Schöpfer als auch Geschöpfe. Der Vorgang des Schöpfens ist für uns derselbe wie für Gott - Gedanke, Wort und Tat. Wenn ihr es denkt, es aussprecht und entsprechend handelt, dann geschieht es. Wenn jemand ein Problem hat und sein Denken ändern muss, dann muss er einfach die Reihenfolge umkehren. Handelt so, als wäre es so; sprecht so, als wäre es so; und dann wird sich euer Denken ändern. Es funktioniert!
Ist euch je aufgefallen, wie Shakespeare seinen Figuren Wörter in den Mund legt, die absolut tiefgründig sind? Ihr lest sie und bewundert die Tiefgründigkeit der Worte. Aussprüche wie: „Abschied ist solch ein süßer Kummer" und „Nehmt die Tugend an, wenn ihr sie nicht habt." Tut so, als besäßet ihr die Tugend. Sprecht so, als hättet ihr sie, und euer Denken wird sich ändern.
EIN BISSCHEN KIRCHENGESCHICHTE
In Amerika gibt es achtundzwanzig verschiedene Gruppen von Baptisten. Sie haben sich wegen Unstimmigkeiten innerhalb der Gemeinde abgespalten.
Die größte christliche Gruppe von Kirchen im Süden ist der Konvent der Südlichen Baptisten und die ursprüngliche Gruppe im Norden war der Konvent der Nördlichen Baptisten. Die nördliche Gruppe hat ihren Namen geändert und heißt nun Der amerikanische baptistische Konvent.
Zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es zwei Männer, Alexander und Thomas Campbell, die Delegierte der jährlichen Nationalversammlung des Konvents der Südlichen Baptisten waren. Sie nominierten sich gegenseitig für die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten und wurden geschlagen. Sie entschieden sich, sich abzuspalten und begannen ihre eigene kirchliche Konfession. Sie wollten anders sein als die Baptisten, also entschlossen sie sich, in ihrer Kirche keine Musikinstrumente zu haben. Dies basierte auf der Tatsache, dass im Neuen Testament musikalische Instrumente nirgendwo erwähnt werden. (Im Alten Testament werden Leiern und Harfen erwähnt.) Sie gaben sich den Namen „The Church of Christ" (Die Kirche Christi) und wurden als Redner bekannt. Sie wählten den Namen „Kirche Christi", womit sie gleichzeitig sagen, dass andere Kirchen keine Kirchen Christi sind. Sie wurden bei ihren Gegnern als die Campbellaner bekannt, da der Name ihrer Gründer Campbell war.
Nach etwa zwanzig Jahren beschloss ein Teil der Gruppe, dass sie Musikinstrumente in der Kirche haben wollten. Dies provozierte eine erneute Abspaltung. Die neue Gruppe, die Musikinstrumente benutzte, nahm den Namen „Die Christliche Kirche" an. Durch diesen Namen klingt es so, als wären alle anderen Kirchen nicht christlich. Die „Kirche Christi" und die „Christliche Kirche" haben beide dieselben Lehrmeinungen.
Es lohnt sich, herauszufinden, wie die verschiedenen Konfessionen zustande kamen. Die Kirche von England entstand, weil Heinrich VIII sich von seiner Frau scheiden lassen und Ann Bolin heiraten wollte. Er bat den Papst um Erlaubnis, dies zu tun. Der Papst verweigerte Heinrich VIII die Erlaubnis, sich von der einen Ann scheiden zu lassen, um die andere Ann zu heiraten. Heinrich VIII entschloss sich, seine eigene Kirche zu gründen. Er zog das ganze britische Königreich aus der Römisch-Katholischen Kirche heraus und gründete die Kirche von England. Anstelle eines Papstes leitet der Erzbischof von Canterbury diese Gruppe.
Als die Kirche von England gegründet worden war, gab es in England eine Gruppe von Leuten, die sich gegen das Taufen von Babys auflehnte. In der Bibel lasen sie, dass jeder, der sich zu etwas bekennt, alt genug sein muss, um zu wissen, was er tut. Es ist etwas, was die freie Wahl des Individuums sein sollte. Die rebellischen Kirchen tauften Erwachsene und Kinder in ihrem späteren Leben und wurden als die Ana-Baptisten (Wiedertäufer) bekannt. Die Kirche von England war gegen die Ana-Baptisten und erlaubte den Mitgliedern der Kirche von England nicht, mit ihnen Umgang zu haben. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als England zu verlassen und woanders hin zu gehen, nämlich in die Niederlande. Dort blieben sie einige Jahre lang.
Dann wurde James II König von England. Er war ein sehr toleranter Herrscher. Er ließ die Isolation und Restriktion nicht zu, die die Kirche von England vertrat. (Unter seiner Schirmherrschaft entstand die King-James-Version der Bibel.) Er verfügte, dass alle gleichbehandelt werden. Die Ana-Baptisten wurden wieder nach England eingeladen. Sie verkauften ihr Land und ihre Geschäfte, kauften sich ein Schiff, beluden es mit ihren Habseligkeiten und segelten zurück nach England. Obwohl die Regierung sie nicht mehr reglementierte, waren sie bei den Menschen immer noch geächtet. Sie luden ihre Habseligkeiten wieder auf das Schiff und segelten in die Neue Welt. In Amerika änderten sie ihren Namen und nannten sich nicht mehr Ana-Baptisten, sondern Baptisten.
Es kamen noch weitere britische Bürger zusammen mit den Baptisten nach Amerika. Einige waren Mitglieder der Kirche von England. Nach dem Revolutionskrieg wollte der amerikanische Zweig der Kirche von England von der britischen Herrschaft und dem Wort Anglikaner frei sen. Sie wählten den Namen Episkopalkirche. Sie halten sich an dieselben Lehrmeinungen wie die Römisch-Katholische Kirche. Jedoch ist der Erzbischof von Canterbury das Oberhaupt der Episkopalkirche, ebenso wie von der Kirche von England.
Bei einer Radiosendung über spirituelle Themen sprach ich eine Stunde lang über die zwanzig größten Fehler, die von den christlichen Kirchen heutzutage vertreten werden. Ein Mann rief mich an und fragte: „Wollen Sie mir etwa sagen, dass es zwanzig fehlerhafte Dinge gibt, die von den Kirchen heute gelehrt werden?"
Ich sagte: „Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich sprach von den zwanzig größten Fehlern Es werden viele Fehler gelehrt. Wenn wir dahin kommen, dass wir ein Königreich errichten, Glaubensparagraphen erlassen und sagen, das ist es, wir sind angekommen, alles über Gott ist hier in diesen Glaubensparagraphen, dann wächst die Qualität nicht mehr. Die Kirche wächst vielleicht zahlenmäßig, aber alles Lernen hört auf. Ich stimme damit überein, dass es sicher nutzbringend ist, mit anderen Menschen Gemeinschaft zu pflegen, doch spirituelles Wachstum sollte nicht aufhören.
Sie haben ihre Eigenheiten - ihr eigenen Lehrmeinungen, die sie sich als Notwendigkeit ausbedingen, um in echter Beziehung zu Gott zu stehen. Ein Beispiel dafür kommt mir in den Sinn: Der Glaube, dass man, wenn man in rechter Beziehung zu Gott stehen will, nicht nur Jesus Christus als den einen eingeborenen Sohn Gottes akzeptieren muss, sondern auch mit Wasser getauft sein muss. Nein! Die Wahrheit daran ist, dass die Taufe sehr wohl eine wundervolle Symbolik ist, die den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung symbolisiert, und die Person, die getauft wird, sagt zu denjenigen, die der Zeremonie beiwohnen: „Ich glaube an den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung des Herrn Jesus. Ich glaube auch, dass ich selbst für die Sünde tot bin. Ich habe mich Gott hingegeben. Ich bin in Jesus Christus begraben und ich stehe zu einer neuen Art des Lebens wieder auf." Das ist ein wunderschönes Symbol, und ich bin ganz und gar dafür, aber lasst es uns nicht so begrenzen, dass wir sagen, dass das wesentlich ist, und dass jeder, der diese Taufe nicht erhalten hat, keine rechte Beziehung zu Gott haben kann. Wir haben über den Dieb am Kreuz gesprochen, der nicht getauft war, und doch sagte Jesus: „Du wirst noch heute mit mir im Paradies sein."
Lasst uns nie in die Lage kommen, zu sagen: „Ich bin angekommen. Ich habe alles gelernt, was es zu wissen gibt." Ich glaube, dass wir durch die endlosen Zeitalter der Ewigkeit immer weiter spirituell wachsen.
Die Zeugen Jehovas haben insofern ein Problem mit ihrer eigenen Lehrmeinung, als sie glauben, dass es nur 144.000 von denen geben wird, die sie gerettete Menschen nennen. Es gibt mehr als 144.000 Zeugen Jehovas. Sie haben diese Zahl aus der Bibel, aus dem Buch der Offenbarung, als Johannes 144.000 sah. Manche Leute fragen mich, warum 144.000. Woher hatte er diese Zahl? Man muss das im Licht jüdischen Denkens, jüdischer Kultur und jüdischer Sprache betrachten. In der englischsprechenden Welt haben wir das, was wir ABC und Einmaleins nennen. Wir haben ein Alphabet mit Buchstaben, aus denen Wörter gebildet werden, und wir haben Zahlen. In der hebräischen Sprache gibt es nicht „1,2,3". Jeder hebräische Buchstabe besitzt einen Zahlenwert. Es ist eine ganz andere Sache. Wir müssen es in diesem Licht betrachten, um zu verstehen, dass für Johannes als Hebräer bestimmte Zahlen eine bestimmte Bedeutung, bestimmte Betonungen und ein bestimmtes Gewicht hatten. Die Zahl zwölf ist im hebräischen Denken eine bedeutende Zahl. Es ist eine Zahl der Vollkommenheit. Ich glaube, Johannes wollte die Ungeheuerlichkeit dessen ausdrücken, was er da sah. Viele Menschen. Nehmen wir die bedeutende Zahl zwölf und multiplizieren wir sie mit zwölf. Nehmen wir dann diese Zahl und multiplizieren wir sie mit 1000. Wir erhalten 144.000. Seine nächste Aussage war: „Ich schaute und jenseits von ihnen sah ich Menschenmassen, wie Sand am Meer, jenseits des Zählens von irgend jemandem." Er versucht, die ungeheure Zahl von Menschen überall darzustellen. Dennoch behaupten die Zeugen Jehovas, dass nur 144.000 in den Himmel kommen werden. Die ganze Sache ist aus dem Ruder gelaufen. Wenn es nur 144.000 Auserwählte für den Himmel gibt, dann verschwenden sie ihre Zeit mit dem Missionieren und dem Versuch, mehr Anhänger zu gewinnen. Es macht keinen Sinn. Ich glaube nicht, dass sie das wirklich glauben. Es steht in ihren Glaubensparagraphen geschrieben...
Was ist an der Existenz all dieser Konfessionen auszusetzen? Wie sollte es wirklich sein? Ich glaube nicht, dass es jemals Gottes Absicht war, dass es verschiedene konfessionelle Kirchen wie die Baptisten, Methodisten, Presbyterianer, Lutheraner, Katholiken, Pfingstgläubige gibt. Ich glaube, wir sollten alle die Wahrheit annehmen und eine Kirche haben, die mit allen in einer identischen Theologie übereinstimmt. Die Kirche sollte einfach als „Die Kirche in der 14. Straße", „Die Kirche in der Madison Avenue" oder „Die Kirche in Lloyd" bekannt sein. Im Buch der Offenbarung liest man diesbezüglich von der „Kirche in Thyratira" und der „Kirche in Korinth". Das ist meine Meinung. Ihr müsst das für euch selbst entscheiden.
Ich glaube, dass Wahrheit Wahrheit ohne Konflikt ist. Wenn es keine Übereinstimmung gibt, dann hat jemand Unrecht. Es gab Menschen, die zu mir sagten: „Das ist Ihre Wahrheit. Was für Sie wahr ist, muss nicht auch für mich wahr sein." Ich stimme dem überhaupt nicht zu. Ich glaube, dass die Wahrheit für jeden wahr ist, genau wie zwei plus zwei vier ergibt. Jesus sagte: „Ihr werdet die Wahrheit kennen und die Wahrheit wird euch befreien." Wahrheit ist Freiheit von Ideologien, Theologien, Ideen und Philosophien. Wenn ihr die Wahrheit kennt, befreit euch das. Deswegen ermutige ich die Menschen überall, nach der Wahrheit zu suchen. Verschiedene Konfessionen existieren, weil jeder unterschiedlich interpretiert. Es können nicht beide Recht haben. Wenn es so wäre, gäbe es nicht so viele Menschen, die miteinander im Streit liegen.
Man entdeckt in den Schriften der Gründer aller Religionen, dass jeder seinen Wunsch und seine Hoffnung äußert, dass eine Zeit kommen möge, wenn sich alle Menschen theologisch einig sind. In der christlichen Bibel steht das ganz pointiert in dem, was Paulus sagte: „Bis wir alle in der Einheit des Glaubens zum vollkommenen Einssein gelangen." Bis wir alle zusammen kommen. Ich glaube, dass das geschehen wird, ich weiß nur nicht, wie viele hundert Jahre es dauern wird.
Was das Ganze zusammenhalten wird, ist die Liebe. Wir können einen Ort erreichen, wo wir einander lieben, egal, was die andere Person lehrt oder glaubt. Jesus sagte: „Liebet eure Feinde." Die größte Kraft auf der Welt ist die Kraft der Liebe. Mit Liebe kann man alles überleben.
Teil 5:
DIE ENDZEIT
(mehr Eschatologie)
DAS KÖNIGREICH GOTTES
1. Definition
Fangen wir zuerst mit der Definition im Wörterbuch an: „Die ewige spirituelle Oberherrschaft Gottes." Betrachten wir dann die Definition im Sinne dieser Abhandlung: „Ein Herrschaftsgebiet, über das ein König herrscht, der die Loyalität seiner Untertanen genießt."
2. Gleichbedeutende Ausdrücke
Betrachten wir nun zwei Passagen in der Bibel. Im Buch Markus, Kapitel 1, Vers 14, lesen wir: „Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus nach Galiläa und verkündete das Evangelium des Königreiches Gottes." Dann lesen wir bei Matthäus 4:12 u. 17: „Als Jesus hörte, dass Johannes ins Gefängnis geworfen worden war, brach er auf nach Galiläa. Von da an begann Jesus zu predigen, er sagte: Kehrt um, denn das Königreich des Himmels ist nahe." Offensichtlich schreiben diese beiden Evangelienschreiber über dieselbe Geschichte der Aktivitäten Jesu. Ihr bemerkt, dass Markus vom „Königreich Gottes" spricht, während Matthäus „Königreich des Himmels" schreibt.
Ich sage das, um die Tatsache aufzuzeigen, dass „Himmel", „Königreich des Himmels" und „Königreich Gottes" gleichbedeutende Begriffe sind, die in dieser Abhandlung durchweg als solche behandelt werden.
3. Prophezeiung für David
Fast jeder kennt die Geschichte von David, der den Riesen Goliath mit einer Steinschleuder tötete und die Aufmerksamkeit König Sauls auf sich zog, der, nachdem er erfuhr, dass David ein talentierter Sänger und Harfenspieler war, ihn als Unterhalter in den Palast mitnahm. David wuchs im Palast auf, wurde ein Militärstratege und schließlich wurde er König von Israel.
Lasst mich euch daran erinnern, dass Gott während jeden Zeitalters der Geschichte Israels (das Zeitalter der Patriarchen, das Zeitalter der Richter und das Zeitalter der Könige) immer Propheten einsetzte, um die Menschen spirituell zu führen, und einer von ihnen war der Hauptprophet. Der Hauptprophet während der Regentschaft König Davids war der Prophet Natan, ein sehr lautstarker und anprangernder Prophet.
Natan war derjenige gewesen, der David auf seine Affäre mit Bathsheba ansprach, während David Bathsebas Ehemann hatte ermorden lassen. Natan war auch derjenige, den Gott dazu benutzte, um David gegenüber eine Prophezeiung auszusprechen. Wir finden sie im ersten Buch der Chronik, Kapitel 17, Vers 11-15: „Wenn deine Tage erfüllt sind und du zu deinen Vätern gehst, dann werde ich einen von deinen Nachkommen, einen von deinen Söhnen, als deinen Nachfolger einsetzen und seinem Königtum Bestand verleihen. Er wird für mich ein Haus bauen, und ich werde seinem Thron ewigen Bestand verleihen. Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein. Meine Huld will ich ihm nicht entziehen, wie ich sie dem entzogen habe, der vor dir König war. In meinem Haus und in meinem Königtum werde ich ihm ewigen Bestand verleihen; sein Thron wird für immer bestehen bleiben. Natan sprach zu David genau so, wie es (ihm) gesagt und offenbart worden war."
Wenn wir diese Prophezeiung lesen, klingt es so, als würde Gott sagen, dass Salomo, der Sohn Davids, auf dem Thron sitzen wird, den Gott errichtet. Salomo baute in der Tat den ersten Tempel für Gott. Und Gott hatte in der Tat Saul, dem König vor David, seine Gnade entzogen, und Salomo war der nächste König nach David.
4. Petrus spricht
Doch hunderte von Jahren später sehen wir, dass Petrus sagt: „Männer und Brüder, lasst mich freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, dass von seinen Nachkommen Christus auf seinem Thron sitzen werde." Dies sagt uns, dass David damals wusste, dass nicht Salomo, sondern Jesus auf dem Thron des ewigen Königreiches Gottes sitzen würde. Erinnert euch, dass in der Bibel die männlichen Nachfahren viele Generationen lang als „Söhne" bezeichnet werden.
Bitte versteht, dass es mir hier darum geht, zu zeigen, dass Gott im Jahre 1042 vor Christus sagte, dass Er das Königreich Gottes errichten würde, dass es ewig sein würde, und dass Jesus auf dem Thron sitzen würde.
5. Nebukadnezzar wird es gesagt
Betrachten wir als nächstes eine andere, ähnliche Prophezeiung, die es während der babylonischen Gefangenschaft gab. Die Israeliten waren von den Armeen des Nebukadnezzar, dem König Babylons, gefangen genommen und nach Babylon gebracht und dort für siebzig Jahre festgehalten worden.
Eines morgens erwachte Nebukadnezzar und war ganz durcheinander, weil er in der Nacht einen Alptraum gehabt hatte. Nachdem er nach seinen Traumdeutern hatte rufen lassen, in der Hoffnung, dass sie seine Ängste beruhigen könnten, merkte er, dass er die Einzelheiten des Traumes vergessen hatte. Sofort beauftragte er die Traumdeuter, ihm zuerst zu sagen, was er geträumt hatte, und den Traum dann zu deuten. Als die Traumdeuter ihm sagten, dass es ihnen nicht möglich war, ihm die Einzelheiten seines Traumes zu sagen, sagte er zu ihnen, wenn sie seinen Wunsch nicht erfüllen würden, würden sie mit ihrem Leben dafür bezahlen. In ihrer verzweifelten Lage erinnerten sich die Traumdeuter daran, dass es in der Schule, die Nebukadnezzar für geistig begabte junge israelitische Männer errichtet hatte, einen gewissen Daniel gab, der ein großer Experte in der Traumdeutung war. Sie setzten den König davon in Kenntnis, der sofort nach Daniel schicken ließ. Als Daniel angekommen war, bot ihm der König großartige Geschenke, wenn er tun könnte, was die Traumdeuter nicht hatten tun können. Als Sklavenjunge hatte Daniel kein Interesse an den angebotenen Schätzen, doch er sagte zu Nebukadnezzar, dass er dem König tatsächlich sagen würde, was er geträumt hatte, und ihm die Deutung geben würde.
Wir finden diese Geschichte bei Daniel 2:31-45: „Du, König, hattest eine Vision: Du sahst ein gewaltiges Standbild. Es war groß und von außergewöhnlichem Glanz; es stand vor dir und war furchtbar anzusehen. An diesem Standbild war das Haupt aus reinem Gold; Brust und Arme waren aus Silber, der Körper und die Hüften aus Bronze. Die Beine waren aus Eisen, die Füße aber zum Teil aus Eisen, zum Teil aus Ton. Du sahst, wie ohne Zutun von Menschenhand sich ein Stein von einem Berg löste, gegen die eisernen und tönernen Füße des Standbildes schlug und sie zermalmte. Da wurden Eisen und Ton, Bronze, Silber und Gold mit einemmal zu Staub. Sie wurden wie Spreu auf dem Dreschplatz im Sommer. Der Wind trug sie fort, und keine Spur war mehr von ihnen zu finden. Der Stein aber, der das Standbild getroffen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.
Das war der Traum. Nun wollen wir dem König sagen, was er bedeutet. Du, König, bist der König der Könige, dir hat der Gott des Himmels Herrschaft und Macht, Stärke und Ruhm verliehen. Und in der ganzen bewohnten Welt hat er die Menschen, die Tiere auf dem Feld und die Vögel am Himmel in deine Hand gegeben; dich hat er zum Herrscher über sie alle gemacht: Du bist das goldene Haupt. Nach dir kommt ein anderes Reich, geringer als deines; dann ein drittes Reich, von Bronze, das die ganze Erde beherrschen wird. Ein viertes endlich wird hart wie Eisen sein: Eisen zerschlägt und zermalmt ja alles; und wie Eisen alles zerschmettert, so wird dieses Reich alle anderen zerschlagen und zerschmettern. Die Füße und Zehen waren, wie du gesehen hast, teils aus Töpferton, teils aus Eisen; das bedeutet: Das Reich wird geteilt sein; es wird aber etwas von der Härte des Eisens haben, darum hast du das Eisen mit Ton vermischt gesehen. Dass aber die Zehen teils aus Eisen, teils aus Ton waren, bedeutet: Zum Teil wird das Reich hart sein, zum Teil brüchig. Wenn du das Eisen mit Ton vermischt gesehen hast, so heißt das: Sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander verbinden, doch das eine wird nicht am anderen haften, wie sich Eisen nicht mit Ton verbindet. Zur Zeit jener Könige wird aber der Gott des Himmels, ein Reich errichten, das in Ewigkeit nicht untergeht; dieses Reich wird er keinem anderen Volk überlassen. Es wird alle jene Reiche zermalmen und endgültig vernichten; es selbst aber wird in alle Ewigkeit bestehen. Du hast ja gesehen, dass ohne Zutun von Menschenhand ein Stein vom Berg losbrach und Eisen, Bronze und Ton, Silber und Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was dereinst geschehen wird. Der Traum ist sicher und die Deutung zuverlässig."
Aus Platzgründen werde ich nicht in historische Einzelheiten gehen, es soll genügen, zu sagen, dass wir uns jetzt im Zeitalter der Füße und Zehen befinden, in dem es keine Zusammenarbeit (Eisen mit Ton) zwischen den Regierungen der Welt gibt.
Im Jahre 606 vor Christus sprach Gott durch Daniel und sagte uns, dass Er in den Tagen des staatlichen Ton-Eisen-Gemischs (keine Zusammenarbeit) Sein Königreich auf Erden errichten würde und dass es für immer bestehen bleiben würde.
In Teil vier dieses Buches erfahren wir von der besonderen Gruppe der Menschen Gottes, den Söhnen Gottes, die nun gebildet wird, um das Königreich zu errichten. Ja, Jesus wird zur Erde zurückkehren, um das, was Er lehrte und predigte, zur vollen Entfaltung zu bringen.
6. Johannes der Täufer spricht
Es begann mit Johannes dem Täufer, dem Vorgänger des Messias und soll seinen Höhepunkt erreichen, wenn der Messias zurückkehrt. Bei Matthäus 3:1 u. 2 lesen wir: „In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um, denn das Königreich des Himmels ist nahe."
7. Die erste Botschaft Jesu
Die grundlegende Botschaft von Jesus war „Das Königreich Gottes". Es durchdrang buchstäblich seinen ganzen Dienst und wurde zu seiner ersten, alles vereinnahmenden Leidenschaft (den Menschen überall von dem Königreich zu erzählen, das zur Endzeit errichtet wird).
8. Jesu erste Predigt
Nicht nur, dass Sein Vorgänger auftauchte und über das Königreich predigt, es war auch der erste Punkt in der ersten Predigt, die Jesus hielt. Es war die Predigt, die als die „Seligpreisungen Jesu" bekannt wurde und so beginnt: „Selig, die arm sind im Geist, denn ihrer ist das Himmelreich." (Matthäus 5:3).
9. Das Vaterunser
Als die Jünger Jesus baten, sie zu lehren wie man betet, gab er ihnen ein Mustergebet, das heutzutage als das „Vaterunser" bekannt ist. Darin sagte Er unter anderem: „In dieser Weise sollt ihr daher beten: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf der Erde." (Matthäus 6:9 u. 10). Ich habe bereits ausführlich an mehreren Stellen über die Absurdität der Verzückungsdoktrin geschrieben, die von so vielen Christen angenommen wird, doch so viel muss wiederholt werden: Es ist fast unglaublich, dass sie an dieses „Kuchen-im-Himmel-und-tschüss" glauben, obwohl sie wissen, dass Jesus sagte, seid hier auf der Erde.
10. Jesu einzige Absicht
Wusstet ihr, dass Jesus sagte, dass Er aus der Dimension Gottes zu diesem besonderen Zweck zur Erde gesandt wurde? Betrachten wir Seine Worte bei Lukas 4:43: „Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden."
Da wir nun wissen, dass Jesus sich bewusst war, dass Gott Ihn zu diesem einen Zweck beauftragt hatte, bin ich sicher, dass ihr im weiteren Verlauf erkennen werdet, weshalb jede Seiner Handlungen auf diese Sache hinzielte.
11. Der Zweck der Gleichnisse
Jesus sagte, dass das Königreich geheimnisvoll sei und dass nur bestimmte Leute es erkennen. Lasst uns das Gleichnis vom Sämann betrachten (Markus 4:2-9): „Und er lehrte sie viele Dinge durch Gleichnisse. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!"
Jesus sagt uns, dass er in Gleichnissen spricht, weil bestimmte Menschen nicht bereit sind, die Wahrheit Seiner Lehren zu hören, und für sie werden die Gleichnisse verwirrend sein. Betrachten wir Seine genauen Worte: „Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut, denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt, denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen."
Jesus erklärt dann, was Er ihnen mit dem Gleichnis verständlich machen will: „Der Sämann sät das Wort. Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach."
Natürlich verstanden die Jünger genau, was Er meinte, während die anderen dachten, Er würde eine Unterrichtsstunde in Landwirtschaft geben.
12. Missbrauchte Gleichnisse
Es ist wirklich traurig, dass so viele zeitgenössische Geistliche die Schriften über das Königreich benutzen, um ihre schändliche „Höllenfeuer-und-Verdammungs"-Doktrin zu lehren. Wiederholt sagt Jesus zu Beginn eines Gleichnisses: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit..." Und dennoch fahren sie fort, die Schriften über das Königreich als Texte für ihre sogenannten evangelistischen Rettungspredigten zu benutzen. Im 13. Kapitel im Matthäus-Evangelium gibt es folgende Beispiele: Der Schatz im Acker, Der Kaufmann, der Perlen sucht, Das Fischernetz, Das Senfkorn, Der Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert, Zehn Jungfrauen, Der Feigenbaum, Neue Flicken auf alten Kleidern, Neuer Wein in alten Flaschen und Reicher Mann durch das Nadelöhr.
13. Jesu Feinde kannten Seine Botschaft
Die Pharisäer befragten Jesus, wann und wo das Königreich, von dem Er predigte, stattfinden würde. Schauen wir hierfür bei Lukas 17:20 nach: „Er wurde von den Pharisäern gefragt, wann das Königreich kommen sollte."
Seine Antwort finden wir bei Lukas 17:20-21: „Er antwortete ihnen und sagte: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist in euch."
Im 21. Vers der King-James-Version der Bibel (aus der im Original zitiert wird, Anmerkung der Übersetzerin) gibt es ein Übersetzungsproblem. Das Wort, das mit „in" übersetzte wird, ist das griechische Wort „entos", das passender mit „in der Mitte von" übersetzt werden sollte. Woher wissen wir, dass hier falsch übersetzt wurde? Es gibt mehrere theoretische Gründe, die ich hier angeben könnte, ich glaube jedoch, dass der größte Beweis für die falsche Übersetzung einfach der gesunde Menschenverstand ist. Fragt euch: „Wie konnte Jesus tatsächlich gemeint haben, dass das Königreich Gottes in diesen scheinheiligen, den Messias ablehnenden Pharisäern sein konnte? Viele Versionen der Bibel übersetzen es mit „unter". Die Einheitsübersetzung übersetzt es mit „inmitten von". Tatsächlich sagt Jesus. „Ihr Pharisäer seid die spirituellen Herrscher Israels und mitten unter euch ist das Königreich Gottes, von dem Johannes der Täufer sagte, dass es ‚nahe‘ sei." Und Er könnte auch sagen: „Hier seid ihr also, eine Gruppe von Pharisäern, in deren Mitte das wahre Königreich steht."
14. Ein Zeichen der Zeit
Als Jesus die Frage Seiner Jünger über die Endzeit beantwortete, hatte er unter anderem folgendes zu sagen: „Und dieses Evangelium des Königreiches wird in der Welt als Zeugnis für alle Nationen verbreitet werden; und dann soll das Ende kommen."
Tatsächlich stellten die Jünger drei Fragen, nämlich: Wann wird der Tempel zerstört werden? Wann kommt das Zeichen für Dein Kommen? Und: Was wird das Zeichen für das Ende der Welt sein? Die Antwort dieser drei Fragen nimmt die gesamten Kapitel 24 und 25 ein. Später werdet ihr Einzelheiten darüber finden, warum dieses Thema von Geistlichen und Autoren vor dieser Zeit nicht betont wurde. Lasst mich euch, den Lesern, auch sagen: „Wir befinden uns jetzt in der Endzeit. Bald wird Jesus wiederkehren und wir werden die Errichtung des Königreiches Gottes hier auf Erden erleben!"
15. Die Schlüssel zum Königreich
In Matthäus 16:19 lesen wir: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wir auch im Himmel gelöst sein."
Jesus hat versprochen, uns die Schlüssel zum Königreich zu geben. Niemand von uns weiß genau, was das bedeutet. Es liegt in der Zukunft, es wird erst noch kommen. Eines ist sicher: es wird ein großartiges Ereignis sein - etwas, worauf man sich freuen kann. Es erhärtet jedoch noch einmal die Tatsache des Königreichs, und dass uns die Schlüssel dazu gegeben werden.
16. Thema der letzten Predigt Jesu
Ganz zum Schluss war die lodernde Botschaft im Geist des Herrn die Botschaft des Königreichs. Ja, es war der erste Punkt seiner ersten Predigt, die er je gehalten hat, und es war auch das Thema seiner letzten Predigt. „Dann wird der König ihnen zu seiner rechten Seite sagen: Kommt, ihr vom Vater Gesegneten, erbt das Königreich, das für euch vom Anbeginn der Welt bereitet war."
17. Das Abendmahl
Jesus versammelte am Vorabend des Passahfestes Seine Jünger um sich, brach das Brot und trank Wein mit ihnen, und setzte das, was wir „Die Heilige Kommunion" nennen, ein. Zu dieser Zeit sagte er etwas sehr bedeutendes bezüglich des Königreiches: „Ich aber sage euch, ich werde von nun an diese Frucht des Weines nicht mehr trinken bis zu dem Tag, an dem ich sie mit euch im Königreich meines Vaters trinken werde."
Ja, ganz am Ende war Ihm die Botschaft vom Königreich am Allerwichtigsten.
18. Der Dieb am Kreuz
Sogar der Dieb, der mit Jesus gekreuzigt wurde, wusste von dem Königreich, von dem Jesus predigte. Einer der Diebe wandte sich um zu Jesus und sagte: „Wenn du der bist, der du sagst, dass du bist, dann steige vom Kreuz herunter und lass auch uns heruntersteigen."
Der andere Dieb wandte sich gegen ihn und sagte: „Hör auf, mit diesem Mann auf diese Weise zu sprechen. Du und ich, wir sind schuldig. Sie haben uns auf frischer Tat ertappt. Dieser Mann hat keine Schuld auf sich geladen." Dann wandte er sich zu Jesus und sagte: „Herr, erinnere dich an mich, wenn du in dein Königreich kommst." (Lukas 23:42)
19. Nach der Auferstehung
Jesus erschien Seinen Jüngern ein Dutzendmal innerhalb eines Zeitraums von vierzig Tagen. Am vierzigsten Tag erschien Er zum zwölften Mal. Wir lesen darüber im 3. Vers des 1. Kapitels der Apostelgeschichte: „Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt, vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen."
20. Paulus trägt die Botschaft des Königreichs weiter
Nach dem Aufstieg Jesu, als Er in die Dimension Gottes zurückkehrte, trug Paulus, der nach dem Aufstieg Christ wurde, die Botschaft des Königreiches weiter. Er sagt im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 4, Vers 20: „Denn das Königreich Gottes erweist sich nicht in Worten, sondern in der Kraft."
DIE ZEICHEN DER ZEIT
Jesus kehrt zurück auf die Erde, um das Königreich Gottes zu errichten, und die Bibel gibt uns Anhaltspunkte, wann dies geschehen wird. Jesus Selbst sagt uns, dass niemand außer Gott Selbst den Tag oder die Stunde kennt. Doch die Bibel gibt uns ungefähre Zeichen, und wir werden ermutigt, die Zeichen zu deuten um dadurch zu erfahren, dass Seine Rückkehr kurz bevorsteht.
1. Jesus kommt und es gibt Zeichen
(Lukas 21:25-28) „Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe."
2. Die Zeichen sollen gedeutet werden
(Matthäus 16:2-4) „Er antwortete ihnen: Am Abend sagt ihr: Schönes Wetter, denn der Himmel ist rot. Und am Morgen sagt ihr: Heute wird stürmisches Wetter, denn der Himmel ist rötlich und trübe. Das Aussehen des Himmels wisst ihr zu unterscheiden, ihr Heuchler, die Zeichen der Zeit aber nicht?"
3. Daniel gab einige Zeichen.
(Daniel 12:4) „Du, Daniel, halte diese Worte geheim, und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden hin- und herlaufen, und die Erkenntnis wird groß sein."
Es ist wahr, dass die Menschen hin- und hergerannt sind und das Wissen sich vergrößert hat, seitdem diese Worte gesprochen wurden, jedoch haben diese Bedingungen niemals so existiert wie jetzt. Im heutigen Amerika gibt es seit ungefähr zweihundert Jahren Eisenbahngleise, und wenn heute alle Gleise in Amerika aneinander gelegt würden, würden sie einundsiebzig mal um die Erde herum reichen.
Letztes Jahr wurden zweihundertfünfzig Millionen Bahnfahrkarten verkauft, genug, damit jede Person eine Reise machen kann. Irgend jemand muss zweimal gefahren sein, denn ich bin überhaupt nicht Zug gefahren. Wir haben seit ungefähr einhundert Jahren Automobile. Heute haben wir genügend Autos auf den Straßen, dass jeder Mann, jede Frau, jeder Junge, jedes Mädchen und jedes Baby jeweils der Besitzer eines Autos sein könnte. Im letzten Jahr flogen in Amerika einhundertfünfzig Millionen Passagiere in Flugzeugen, die schnellste Art des Reisens auf der Welt, so schnell, dass man in Washington, D.C., frühstücken und in Paris zu Mittag essen kann.
In Amerika sitzen derzeit von Montag bis Freitag jede Woche einhundert Millionen Studenten in Unterrichtsräumen.
4. Sacharja gibt einige Zeichen
(Sacharja 12:2-3) „Seht, ich mache Jerusalem zur Schale voll berauschendem Getränk für alle Völker ringsum und auch für Juda wird dies gelten bei der Belagerung Jerusalems. An jenem Tag mache ich Jerusalem für alle Völker zum Stein, den man hochstemmen will: Jeder, der ihn hebt, wird schwer zerschunden. Alle Völker der Erde werden sich gegen Jerusalem verbünden."
1948, als die britische Regierung das Gebiet, das wir das Heilige Land nennen, den Vereinten Nationen übergab, und diese es wiederum den Israelis gaben, waren die Briten froh, es los zu sein. Als Kolonie war es ihnen eine ständige Last gewesen. Und in den vergangenen sechsundfünfzig Jahren hat es die Finger all derer zerschnitten, die es anfassen wollten. Doch das ist es, was die Prophezeiung sagt!
5. Paulus gab einige Zeichen.
(1. Brief an Timotheus 4:1-2) „Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist."
Klingt das nicht so, als ob wir jetzt in den letzten Tagen leben?
6. Jesus sagte, dass allgemeine Gleichgültigkeit ein Zeichen sein würde.
(Matthäus 24:38-39) „Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein."
Es herrscht derzeit gewiss große Gleichgültigkeit.
7. Paulus sagte, dass die Degeneration des Lebens ein Zeichen sein würde.
(2. Brief an Timotheus 3:1-5) „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab."
Die fünf oben zitierten Verse brauchen keine Erläuterung; sie einfach zu lesen reicht aus, um uns zu zeigen, dass wir heute definitiv in den letzten Tagen leben.
8. Christus sagte, dass physische Störungen ein Zeichen sein werden.
(Matthäus 24:6-7) „Ihr werdet von Kriegen hören, und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen. Gebt acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere, und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben."
Es stimmt, dass diese Bedingungen in einem gewissen Ausmaß immer existiert haben, seit diese Worte geschrieben wurden, aber nie in dem Ausmaß wie heutzutage. Ich erinnere mich an eine Zeit, als Kriege durchschnittlich dreißig Jahre auseinander lagen. Heute wird irgendwo auf der Welt immer Krieg geführt. Beweist diese Tatsache, zusammen mit anderen der oben genannten Bedingungen, die wir heutzutage beobachten, nicht, dass wir in der Endzeit leben?
9. Petrus sagte, dass Spötter ein Zeichen sein würden.
(2. Brief des Petrus, 3:3-4): „Vor allem sollt ihr eines wissen: Am Ende der Tage werden Spötter kommen, die sich nur von ihren Begierden leiten lassen und höhnisch sagen: Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft? Seit die Väter entschlafen sind, ist alles geblieben, wie es seit Anfang der Schöpfung war."
Also. Wenn ihr Spötter hört, und es gibt heutzutage viele von ihnen, die sagen, dass alles immer schon so war, dann seid euch bewusst, dass auch das ein Zeichen der Zeit ist.
10. Jesus warnt sowohl die Christen als auch die Nichtchristen.
(Matthäus 24:30, 32-33) „Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen, und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. ... Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr das alles seht, dass das Ende vor der Tür steht."
Schlussfolgerung
Obwohl niemand den Tag oder die Stunde kennt, wenn Jesus zurückkehren wird, um Sein Königreich auf Erden zu errichten, wissen wir jedoch durch das Studium der Zeichen der Zeit, dass wir uns diesem Tag schnell nähern.
SEIN KOMMEN IN DIESER GENERATION
Beachtet, was Jesus über seine erneutes Kommen zu sagen hatte: „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. ... Du wirst mir aber später folgen. ... Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin." (Johannes 13:33 u. 36 / 14:1-3)
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass einige Leute an die Worte Jesu bis zu dem Grad glauben, dass sie ihr Leben nach einem Teil Seiner Lehre ausrichten, und dann andere Dinge, die Er lehrte, vollkommen ablehnen. Sie glauben ganz und gar, dass Er zurück in die Dimension Gottes ging (aufstieg), weil Er sagte, dass Er das tun würde, und weil die Jünger die Einzelheiten Seines Aufstiegs erzählt haben, aber sie glauben und lehren, dass Er nicht persönlich zurückkehren wird. Ihnen zufolge wird Sein „Zweites Kommen" statt dessen eine Veränderung im Bewusstsein der Gläubigen sein. (Sie nennen es Christusbewusstsein.)
Sie schaffen es nicht, zu akzeptieren, was in der Apostelgeschichte 1:10-11 steht, wo uns gesagt wird: „Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel empor schauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen."
Nun schauen wir zu Matthäus 24:1: „Als Jesus den Tempel verlassen hatte, wandten sich seine Jünger an ihn und wiesen ihn auf die gewaltigen Bauten des Tempels hin."
Als die Jünger Jesus die Bauten des Tempels zeigten, waren sie zu Recht stolz, denn er war in der Tat das großartigste Gebäude der Welt. Die Bibel sagt uns, dass einige der älteren Männer, die die babylonische Gefangenschaft überlebt hatten, weinten, weil der Tempel, der unter der Leitung von Ezra und Nehemia erbaut worden war, nicht so schön war wie der erste, den Nebukadnezzar, der König von Babylon, zerstört hatte.
Dies provozierte eine Prophezeiung von Jesus, die sich im Jahre 70 nach Christus erfüllte, als der römische General Cyrus die Stadt Jerusalem eroberte, den Tempel Stein für Stein einriss und den Grund, auf dem er stand, pflügte, um jede Spur seiner Existenz auszulöschen. Wir lesen diese Prophezeiung bei Matthäus 24:2: „Er sagte zu ihnen: Seht ihr das alles? Amen, das sage ich euch: Kein Stein wird hier auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden."
Daraufhin stellten die Jünger ihm Fragen: „Sag uns, wann wird das geschehen, und was ist das Zeichen für deine Ankunft und das Ende der Welt?" (Matthäus 24:3) Ich sage „Fragen", Plural, obwohl ich behaupte, dass sie dachten, sie würden Ihm nur eine Frage stellen.
Später, als Jesus und die Jünger auf dem Ölberg waren, stellten sie Ihm drei Fragen, und dachten, dass alle drei Dinge gleichzeitig geschehen würden. Die drei Fragen lauteten: (1) Wann wird der Tempel zerstört werden? (2) Was wird das Zeichen deiner Wiederkehr sein? (3) Wann wird das Ende der Welt sein?
Jesus beginnt, diese drei Fragen zu beantworten und Matthäus schildert die Antworten im ganzen restlichen 24. Kapitel und im gesamten Kapitel 25. Man benötigt viel Studium, Gebet und Meditation um zu bestimmen, welche Frage in welchem Vers beantwortet wird. Einige Bibelgelehrte holen weit aus um zu zeigen, dass Jesus die Fragen in derselben Reihenfolge beantwortete, in der sie gestellt wurden. Das ist nicht so, Er antwortet in keiner bestimmten Reihenfolge.
Die meisten christlichen Geistlichen haben eine Predigt über das Zweite Erscheinen Jesu, und ich bin da keine Ausnahme. Als ich mit der Vorbereitung meiner Predigt mit diesem Thema fertig war, war ich ein Student des Seminars. (Man hatte uns nicht beigebracht, dem biblischen Rat zu folgen und uns die Predigt vom Heiligen Geist geben zu lassen. Man brachte uns bei, sie aufzubauen, wobei der erste Schritt darin bestand, einen guten Text aus den Schriften herauszusuchen.) Ich natürlich, wie die meisten Geistlichen, ging zu diesem Zweck zum 24. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus. Ich kam sehr gut voran, bis ich beim 34. Vers ankam. Dann wurde es schwierig, denn im 34. Vers heißt es: „Amen, ich sage euch, diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft."
Ich hatte ein Problem; ich wusste nicht, was das bedeutete! Ich wusste, dass es nicht bedeutete, was ich glaubte, dass es bedeutete, denn diese Generation, alle Menschen, die zu jener Zeit lebten, starben ohne dass die Prophezeiung vollständig erfüllt worden war.
Was macht also ein junger Theologe in einem Seminar, wenn er auf ein solches Problem der biblischen Interpretation stößt? Nun, es ist klar, man fragt seine gelehrten Fakultätsprofessoren, denn diese sind ja vermutlich die klügsten Leute auf der Welt - schließlich sind sie Lehrer in einem Seminar.
Genau das tat ich. Und es war so, dass die Anzahl der Fakultätsmitglieder genauso groß war wie die Anzahl der Verse - 34. Ich brauchte drei Wochen dazu, jeden von ihnen zu bitten, mir bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen. Ich ging im Klassenzimmer, auf einem Gehweg, in einer Halle oder in ihren Büros auf sie zu und fragte: „Können Sie mir die Bedeutung dieses Verses erklären?"
Ich erhielt 34 Anworten, und einige davon waren völlig abwegig. Einer von ihnen sagte mir, damit sei die „Generation der Menschheit" gemeint - es bedeute, dass die menschliche Rasse nicht aussterben würde, bis all diese Dinge erfüllt wären. Ich lernte etwas. Ich lernte, dass sie auch nicht mehr darüber wussten, als ich.
Was macht man nun, wenn keiner der gelehrten Professoren die Antwort auf diese Frage weiß? Wenn man das Glück hat, ein Theologe in diesem Seminar zu sein, dann hat man noch eine weitere Informationsquelle, aus der man schöpfen kann --die Bibliothek.
Und wiederum war es das, was ich tat. Der Leseraum unserer Bibliothek, soweit ich mich daran erinnere, war ungefähr 1000 Quadratmeter groß und war mit Bücherregalen ausgestattet, die so hoch waren wie die 3,60 Meter hohe Decke. Es standen fahrbare Leitern in Schienen zur Verfügung. Ich schaute in jedes Buch, dass sich irgendwie auf Matthäus 24:34 bezog. Ich brauchte vier Monate dafür. Ich lernte etwas, ich erfuhr, woher diese Professoren ihre Antworten hatten; und wenn es 134 von ihnen gegeben hätte, dann hätte immer noch jeder eine andere Antwort haben können. Mir wurde auch klar, dass die Autoren der Bücher nicht mehr als ich über die Bedeutung des Verses wussten.
Was macht man nun, wenn die Fakultätsmitglieder die Antwort nicht wissen und die Kommentare aus der Bibliothek ebenso wertlos sind? Ich tat das einzige, was ich tun konnte. Ich baute meine Predigt ohne die Antwort auf. Wann immer ich in Gesprächen/Predigten über das Thema auf den Vers 34 stieß, ging ich einfach darüber hinweg, als wäre er nicht vorhanden. Ich versuchte, ehrlich zu sein. Ich wollte nicht, dass die Leute denken, ich wüsste mehr als sie. Ich benutzte diese Predigt ungefähr zehn Jahre lang; ich machte einige Änderungen, aber grundsätzlich blieb es dieselbe Predigt.
Dann, während einer Zeit des Predigens, hielt ich eine Revival-Veranstaltung in Alabama City, wo ich jeden Abend am Ende des Gottesdienstes das Thema für die Botschaft am nächsten Abend bekanntgab. Am Mittwoch Abend der zweiten Woche gab ich bekannt, dass ich am nächsten Abend über Das Zweite Kommen Jesu sprechen würde. Ich wohnte bei einem der Diakone der Kirche und seiner Frau. Als ich an diesem Abend nach oben in mein Zimmer ging, zog ich meinen Entwurf der Predigt für den nächsten Abend heraus, um meine Predigt gewissermaßen aufzufrischen.
Als ich zu dem Vers gelangte, über den ich immer hinweggehe, stockte ich. Auf einmal wurde mir klar, dass es für einen Evangelisten absolut lächerlich war, überall im Land herumzureisen und die wunderbare Kraft Gottes zu verkünden und dabei über eine Stelle in den Schriften hinweggehen zu müssen, von der man nicht wusste, was sie bedeutete. Ich beschloss zu tun, was ich schon die ganze Zeit hätte tun sollen, nämlich Gott um die Antwort zu bitten. Ich begann, für die Antwort zu beten.
Es schien so, als ob die Beschäftigung mit den Schriften schließlich Tapferkeit in mir erzeugte. Auf einmal ertappte ich mich dabei, wie ich Gott ein Ultimatum stellte. Ich sagte Ihm, dass ich die Antwort von Ihm unbedingt haben müsse, und dass, wenn Er mir die Antwort nicht geben würde, ich nie mehr über das „Zweite Kommen" sprechen würde. Tapferkeit erzeugt Tapferkeit; ich ging mit meinem Ultimatum sogar noch weiter. Ich sagte Gott, dass, wenn Er mir die Antwort nicht geben würde, ich die Kirche am nächsten Abend nicht einmal betreten würde - dass ich den Geistlichen bitten würde, den Leuten zu sagen, dass ich meine Sachen gepackt hätte und abgereist wäre. Tapferkeit erzeugt Tapferkeit; ich ging noch ein Stück weiter mit meinem Ultimatum. Ich sagte Gott, dass es sehr peinlich sei, einen Vers überspringen zu müssen, weil ich nicht wusste, was er bedeutete, und wenn Er mir die Bedeutung dieses Verses nicht erklären würde, dass ich dann einfach die Nase gestrichen voll hätte und den Dienst ganz und gar verlassen würde - und nie mehr eine Predigt halten würde.
Dann plötzlich dämmerte es mir, dass ich dem Allmächtigen ein Ultimatum stellte, dem mächtigen Schöpfer des Universums, dem Einen, der sich um mich ebenso kümmert wie um den Sperling. Als ich begriff, was ich da tat, ängstigte ich mich fast zu Tode. Sofort war ich auf den Knien auf dem Holzboden und bat Gott, mir meine Dummheit zu verzeihen, ich bereute und sagte Ihm, dass ich nie mehr so etwas tun würde, wenn Er mir nur verzeihen würde.
Ich verharrte in diesem Reuegebet, bis ich sicher war, dass mir vollkommen vergeben worden war und ich in vollkommenem Frieden mit Gott war. In diesem schönen, friedvollen Zustand, bat ich Gott um die Antwort auf mein Problem mit dem Vers 34. Ich sprach mit Gott, und zwar nicht auf fordernde Art und Weise, sondern ich schüttete Ihm wirklich mein Herz aus und sagte, dass ich wirklich die Antwort haben müsste und dass es doch so viel besser wäre, wenn ich nicht jedes Mal, wenn ich auf diesen Vers stieß, darüber hinweggehen müsste. Während ich auf diese Weise so enthusiastisch betete, wurde mir eine große Wahrheit bewusst - dass nämlich niemand irgendetwas lernt, solange er redet.
Ich lernte eine Lektion, die die meisten Menschen zu lernen haben. Der Grund, weshalb so viele von uns so wenig wissen, ist, dass wir zu viel reden. Ich bat Gott, mich zu erleuchten und hörte nicht auf, meine Bitte zu wiederholen, doch ich war nicht lange genug ruhig, damit Gott mir überhaupt irgendetwas sagen konnte. Ich redete die ganze Zeit. Als mir dies bewusst wurde, hörte ich mit dem Gebet auf und sagte Gott, dass ich jetzt einfach auf dem Boden sitzen (zu dem Zeitpunkt hatte ich von der knienden Position auf dem Holzboden zu einer sitzenden gewechselt) und mich auf Ihn konzentrieren würde - die Antwort erwartend.
Ich wandte meinen Geist in voller Konzentration Gott zu, worauf er nach Texas wanderte. Ich brachte ihn zurück zu Ihm, woraufhin er sich auf eine Reise nach Übersee machte. Ich war gewissenhaft. Ich fuhr fort, meinen Geist immer wieder neu in voller Konzentration auf Gott zu richten. Dann lernte ich noch etwas anderes: Wenn man versucht, seinen Geist vollkommen auf Gott zu fokussieren und er dann zu anderen Dingen wandert, und man ihn dann beharrlich immer wieder zurück zur Konzentration auf Gott bringt, dass dann überraschenderweise eine Zeit kommt, in der man eine beachtliche Fähigkeit entwickelt hat, sich nur auf Gott zu konzentrieren.
Nach einem Zeitraum, der mir sehr lang erschien, sprach Gott zu mir: „Öffne die Bibel und lies."
Ich sagte: „Ich brauche es nicht zu lesen; ich kann es auswendig."
Er sagte: „Öffne die Bibel und lies."
Ich öffnete die Bibel und las - Vers 34: „Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft."
Ich wusste nicht mehr, als zu Beginn. Gott sagte: „Lies weiter."
Ich las Vers 35: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."
Ich wusste nicht mehr als zuvor. Gott sagte: „Lies weiter."
Ich las Vers 36: „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater."
Immer noch wusste ich nicht mehr als bisher. Gott sagte: „Lies weiter."
Ich las Vers 37 und da war es: „Denn wie es in den Tagen des Noah war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein."
Wie es in den Tagen des Noah war; so wird es sein, wenn Jesus zurückkehrt. Was waren die Bedingungen zur Zeit Noahs? Sie aßen, tranken, kümmerten sich nur um ihre eigenen Angelegenheiten und der Materialismus war Mittelpunkt des Interesses. Wenn die Welt sich wieder in demselben Zustand befindet wie zu Noahs Zeiten, dann ist das die Zeit, wenn Jesus zurückkehrt. Ich sage euch, die Zeit ist gekommen; diese Generation ist die der größten Gleichgültigkeit. Haben wir nicht im vorigen Kapitel gelesen, dass „Allgemeine Gleichgültigkeit" eines der Zeichen dieser Zeiten sein würde?
Schauen wir nun, was Jesus in den Versen 38 und 39 sagt: „Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein."
Nun habe ich etwas zu verkünden: „WIR BEKOMMEN BESUCH", den großartigsten Besuch der ganzen Welt. Der Herr Jesus Christus kehrt zurück auf die Erde, um das Königreich des Himmels zu errichten.
Was geschieht bei euch zu Hause, wenn sich Besuch angekündigt hat? Dasselbe, was bei mir zu Hause geschieht - alles wird ordentlich hergerichtet. Wenn irgendetwas im Wohnzimmer nicht an seinem Platz steht, wird es an seinen Platz gestellt. Wenn die Aussicht besteht, dass der Besuch auch in irgendwelche anderen Teile des Hauses kommt, wird das ganze Haus in Ordnung gebracht.
Das ist nicht nur in meinem derzeitigen Zuhause so, es war auch in meiner Kindheit so. Wenn meine Mutter ankündigt: „Wir bekommen Besuch", dann war das gleichbedeutend mit: „Ihr junges Gemüse, macht euch an die Arbeit; wir machen sauber."
Wir machten wirklich richtig sauber. Wir schrubbten. In Louisiana, wo ich aufgewachsen bin, hatten wir in allen Räumen Dielen aus Kiefernholz. Wir hatten keine Teppiche. So schrubbten wir die Böden mit Seifenlauge. Und wir hatten eine spezielle Ausrüstung zum Putzen. Der Schrubber war aus sechs Zentimeter dickem Holz, ungefähr einen halben Meter lang, und es waren Löcher hineingebohrt, in die getrocknete Getreidehülsen gestopft waren. In die obere Seite des Schrubbers war ein Loch gebohrt, in das ein Stock gesteckt wurde, um einen langen Griff zu haben. Wenn die Getreidehülsen nass waren, dehnten sie sich aus und ergaben so eine sehr effektive Bürste, um die Böden zu reinigen.
Wir schrubbten alles. Wir rieben den Boden mit achteckiger Seife ein, gossen Wasser darauf und schrubbten dann. Wir schrubbten die Böden, die Türrahmen, die Stühle, die Kinder; wir schrubbten richtig. Wenn wir fertig waren, konnte man bedenkenlos vom Boden essen.
Wenn wir mit dem Saubermachen im Haus fertig waren, machten wir draußen weiter. In Louisiana, als ich ein Kind war, kannten wir kein Augustinergras¨, Centipede-Gras¨ oder Kentucky-blue-Gras¨. Wir hätten diese Gräser nicht am Leben erhalten können, wenn wir sie gekannt hätten. Wir hatten nicht genug Wasser. Erst als ich das College besuchte, erfuhr ich, dass Wasser aus Wasserleitungen kam. Bis dahin dachte ich, Wasser käme aus einem großen Eimer am Ende eines Seiles. Da wir also keinen schönen grünen Rasen hatten, taten wir genau das Gegenteil, wir harkten den Garten mit einer Harke und säuberten ihn von jeder Art Vegetation. Wir ließen keinen Grashalm stehen, kein Kraut, gar nichts. Nach dem Harken rechten wir den Boden, und nach dem Rechen wässerten wir ihn.
Wir hatten einen speziellen Besen, um den Boden zu kehren - einen Bürstenbesen. Jetzt werde ich einen Beitrag zu eurer höheren Bildung leisten: Ich werde euch sagen, wie man einen Bürstenbesen herstellt. Zusammen mit den grünen Enden aus Hartriegel ist er ungefähr 1,50 Meter lang. Jedes Teil ist am unteren Ende etwa 7,5x20 Quadratzentimeter groß. An den Enden der Zweige bindet man sie zusammen. Die obere Hälfte wird mit Draht umwickelt, und schon hat man einen langlebigen Bürstenbesen.
Ja, wir reinigten alles drinnen wie draußen, wenn Besuch kam. Mein Onkel, der im Rio-Grande-Tal lebte, kam jeden Sommer mit seiner Familie zu Besuch. Etwa vier Tage bevor Onkel Garnet und seine Familie kamen, fingen wir mit dem Saubermachen an. Einmal rief er an und sagte, dass er nicht genau wüsste, wann sie ankommen würden - irgendwann im August. Das war ein schmutziger Trick, wir mussten einen Monat lang „sauber bleiben".
So ist es, wenn Besuch kommt. Wenn ihr sicher wüsstet, dass Jesus morgen kommen würde, was würdet ihr dann heute tun? Mir wurde diese Frage einmal gestellt, als ich gerade dabei war, zum Angeln zu gehen. Meine Antwort war: „Ich würde angeln gehen."
Da wir den Tag und die Stunde, wenn Er kommt, nicht kennen, leben wir jeden Tag so, als ob er heute kommen würde. Habt ihr euch je gefragt, weshalb Gott diese Ungenauigkeit wollte? Habt ihr schon mal gedacht, dass es besser wäre, wenn ihr genau wüsstet, wann es geschieht? Im Ernst, es ist so viel besser. Ein Leben voller Erwartung, in dem man sich vom Verhalten her vorbereitet und voller Freude Seine Ankunft erwartet, ist einfach die bessere Art zu leben. Seid ihr nicht froh, dass es so ist?
LASST UNS WEITERGEHEN
Im Buch der Hebräer, Kapitel 6, Vers 1-3, lesen wir: „Darum wollen wir beiseite lassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Belehrung über die Abkehr von toten Werken, über den Glauben an Gott, über die Taufen, die Handauflegung, die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es will."
Hier werden wir als Christen dazu ermahnt, in der Lehre Christi gut gefestigt zu sein und uns dann der Vollkommenheit zuzuwenden. Dann werden sechs Dinge aufgelistet, die wir beherrschen sollten, bevor wir zur Vollkommenheit weitergehen. Dies sind: (1) Abkehr von toten Werken, (2) Vertrauen in Gott, (3) Lehre über die Taufen, (4) Handauflegung, (5) Auferstehung von den Toten und (6) ewiges Gericht.
Eines Tages, als ich diese Verse las, schien es mir, als ob vier der Wörter sich aus der Seite heraus- und auf mein Gesicht zu bewegen würden. Es war ein verblüffendes Erlebnis, es war das einzige Mal, das mir so etwas geschah. Mein erster Gedanke war, dass Gott versuchte, mir etwas zu sagen, aber was? Mein Gebet war: „Gott, was möchtest Du, dass ich tue?" Die Antwort kam klar und entschieden: „Lass uns weitergehen". Die nächsten eineinhalb Stunden lang schrieb ich meine Gedanken auf.
Ein treuer Anhänger Jesu zu sein ist heutzutage nicht populärer als es das war, als Er persönlich hier war. Ja, es ist populär, ein Kirchemitglied zu sein, und es ist sogar populär, in Zungen zu sprechen. Aber Gott in allem an die erste Stelle zu setzen, ist nicht so populär.
Wenn wir in eine Stadt gehen würden und würden an einer Straßenecke, wo viele Fußgänger vorbei kommen, wie zum Beispiel am Times Square in New York City, jeden Passanten fragen: „Wie heißt der Baum im Garten Eden, dessen Früchte Adam und Eva verboten waren?", dann wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass jedermann die korrekte Antwort geben könnte: „Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse." Aber ich behaupte, dass sie, wenn sie „Gut und Böse" sagen, die Erkenntnis des Bösen meinen - sie meinen, dass das Paar etwas über das Böse lernte.
Doch tatsächlich war es beides. Sie lernten, Gut und Böse zu unterscheiden. Und dieses Wissen ist an uns weitergegeben worden, denn wir kennen Gut und Böse. Ich behaupte weiterhin, dass die Erkenntnis des Guten ein größeres Hindernis darstellt, zu größeren Dingen in Gott voranzuschreiten, als die Erkenntnis des Bösen. Wenn wir auf der Straße des Lebens an eine Weggabelung kommen und Gott lädt uns ein „höher nach oben zu kommen", dann tendieren wir dazu, zu sagen: „Oh nein, Herr, warum kann ich nicht einfach hier bleiben? Das ist ein schöner Ort. Ich habe hier Freunde, und sie sind gute Menschen. Sie sind keine schlechten, unmoralischen Menschen. Sie sind nicht in der Gosse der Sündhaftigkeit. Wenn ich nach oben zu diesem besseren Ort komme, werden einige von ihnen nicht mit mir kommen. Ich werde meine guten Freunde verlieren. Warum kann ich nicht einfach hier an diesem schönen Ort bleiben?"
Wenn wir eine Wahl zu treffen haben, dort zu bleiben, wo wir sind, an einem guten Ort, oder mit Gott zu gehen und nach oben zu einem besseren Ort zu gehen, dann ist die Erkenntnis des Guten ein größeres Hindernis für uns als die Erkenntnis des Bösen.
Manche von uns wählen, weiterzugehen zu dem besseren Ort, und wir sind froh, dass wir es taten. Wir sagen: „ Danke, Herr, für die Einladung, ‚weiter nach oben zu kommen‘, das ist in der Tat ein besserer Ort. Ich bin froh, dass ich hier bin. Ja, einige meiner Freunde wollten nicht mit mir kommen, doch die Nähe zu Dir macht das mehr als wett. Ich bin so dankbar, dass ich hier bin."
Dann kommen wir an eine weitere Weggabelung und Gott sagt: „Komme noch höher herauf."
Wir sagen: „Oh nein, Herr. Nicht schon wieder. Ja, ich gebe gerne zu, dass dies ein besserer Ort ist. Bitte, kann ich nicht einfach hier bleiben? Ich habe die Hälfte meiner Freunde verloren, als ich zu diesem besseren Ort weiterging. Versteh' das nicht falsch, Herr: Ich bin froh, dass ich gekommen bin, aber wenn ich wieder weitergehe, werde ich einige meiner jetzigen Freunde verlieren. Kann ich nicht einfach hier an diesem besseren Ort bleiben?"
Doch Gott sagt: „Komm hier nach oben zu dem besten Ort." Und das Wissen darüber, was besser ist, wird zum Hindernis, um in Gott weiter zum Besten voranzuschreiten.
Gut, besser, am besten, das ist alles, was es hier in dieser Gemeinde gibt, doch Gott kennt keine Grenzen. Wir können und werden in Ewigkeit von einem Reich zum nächst höheren Reich voranschreiten. An Gottes spiritueller Leiter gibt es keine oberste Sprosse. Ich bin überzeugt, dass wir durch die endlosen Zeitalter der Ewigkeit immer höher hinaufsteigen werden auf noch großartigere spirituelle Plateaus.
Wir alle waren irgendwann in unserem Leben einmal auf der Straße nach unten unterwegs, und dann kamen wir zur ersten Weggabelung und hatten unsere erste Wahl zu treffen. Erinnert ihr euch, was an diesem Tag geschah? Diejenigen, die sich entschlossen hatten, die Straße weiter bergab zu gehen, wandten sich gegen euch. Sie sagten, ihr seid „Gutmenschen" geworden. Sie beschuldigten euch, „fromm" geworden zu sein. Sie beschuldigten euch, ein aufgeblasenes Ego zu haben.
Aber ihr seid zu glücklich, um euch von ihnen und dem, was sie über euch sagen, stören zu lassen. Ihr habt die richtige Wahl getroffen. Ihr sagtet „Ja" zu Gott. Ihr seid nun auf einer höheren Stufe. Ihr könntet dort auf dieser ersten Stufe bleiben. Und manche Menschen bleiben wirklich dort. Sie sind mit dem Ort, wo sie sich befinden, zufrieden. Fröhlich singen sie: „Alles, was ich will, ist eine kleine Hütte in der Ecke des gesegneten Landes." Ein Mann sagte mir einmal, dass er von den Häusern gehört habe, doch er sei dort, wo er war, glücklich. Er war an keinem „Gut gemacht, du guter und treuer Diener" interessiert. Er wollte nicht mehr als das, was er hatte. Er hatte kein Interesse an irgendwelchen Ratschlägen, „weiter nach oben zu kommen".
Doch Gott sagte: „Komm weiter nach oben und ich werde dir ausgesprochene Freude schenken. Dir wird ein Ort der Freude gehören, der so groß ist, dass du unmöglich darüber schweigen kannst. Du wirst fähig sein, in aller Unbefangenheit laut zu sagen: ‚Preist den Herrn!' oder ‚Hallelujah'. Ja, du wirst voller Glück deine Freude kundtun."
Einige von uns nahmen die Einladung an. Diejenigen, die auf der Straße bergab unterwegs sind, haben nicht mehr viel über uns zu sagen. Doch diejenigen, die wir gerade verlassen haben, diejenigen mit nur einer Hütte in der Ecke des gesegneten Landes, sie sind diejenigen, die sich nun gegen uns wenden. Es sind immer diejenigen, die wir gerade verlassen haben, die sich gegen uns wenden. Sie sagen Dinge zu uns wie: „Wenn ich in die Kirche gehe, mag ich es, wenn es dort schön leise und ordentlich zugeht. Ich habe eine dieser ‚Hallelujah-Kirchen' besucht. Verschone mich bloß damit. Mitten im Gottesdienst stand ein Mann auf und brüllte mit lauter Stimme: ‚Ehre sei Gott!' Es war so störend."
Doch wir haben eine schöne Zeit mit unserer neu gefundenen Freude und der Freiheit, sie auszudrücken. Solche Art der Kritik kann uns nicht stören. Unsere neue Beziehung zu Gott ist zu lohnend.
Dann kamen wir an eine weitere Weggabelung und Gott sagte: „Komm höher herauf und ich werde dir die Taufe im Heiligen Geist geben. Du wirst eine neue Möglichkeit der Kommunikation mit Mir haben, die man „das Sprechen in Zungen" nennt - eine wahrhaft bessere spirituelle Stufe."
Und so wählten wir, weiter mit Gott zu gehen.
Inzwischen haben uns diejenigen auf der Straße bergab fast völlig vergessen und diejenigen mit der Hütte im gesegneten Land kümmern sich nicht mehr sehr um uns. Nun sind es die Hallelujah-Leute, die sich gegen uns wenden. Sie sagen so etwas wie: „Es ist gut, unsere Freude in Gott auszudrücken, aber diese Zungensprech-Kirchen machen mich fertig. Ich war bei einem ihrer Gottesdienste. Das ist nun wirklich abwegig; sie murmeln einen Jargon, den keiner versteht, völlig ohne Zusammenhang."
Wir jedoch sind viel zu glücklich mit unserem Ort bei Gott, um uns von irgendjemandem oder irgendetwas stören zu lassen; wir sind dort, wo der Geist des Einzelnen mit dem Geist Gottes durch ein Medium kommunizieren kann, das den Verstand umgeht. Wir sprechen jetzt eine himmlische Sprache. Wir sind glücklich auf unserer neuen spirituellen Stufe.
Wiederum kommen wir an eine weitere Weggabelung und wieder hören wir Gott, der uns drängt: „Komm höher herauf an einen Ort, wo du die Geschenke des Geistes haben kannst, wo du diese Geschenke in deinem Dienst für eure gegenseitigen Bedürfnisse einsetzen kannst."
Froh gehen wir darauf ein. Diese Reise nach oben ist zu wundervoll, um nicht darauf einzugehen. Und sind wir tatsächlich in der Lage, uns gegenseitig mit dem Auflegen der Hände zu helfen, und indem wir die Geschenke der Wunder und Heilungen annehmen und auch die anderen Geschenke, werden wir Zeuge des wunderbaren Werkes Gottes.
Doch wiederum treffen wir auf Kritik derjenigen, die sich weigern, mitzukommen. Diejenigen auf der Straße bergab haben uns schon lange vergessen, genau wie die Leute mit der Hütte in der Ecke des gesegneten Landes und die Hallelujah-Leute. Jetzt sind es die zungensprechenden Leute, die wir gerade verlassen haben, die sich gegen uns wenden mit Bemerkungen wie: „Es ist wundervoll, sich mit dem Herrn zu freuen und die himmlische Sprache zu sprechen, aber diese „Geschenke-des-Geistes"-Leute - lasst mich mit denen in Ruhe. Was für eine Unordnung, in der Gemeinde herumzusausen und leere Hände auf leere Köpfe zu legen. Gott kann unmöglich darin sein."
Doch solche Bemerkungen stören uns nicht. Wir schwelgen in der Güte Gottes. Wir setzen die neun Geschenke des Geistes ein. Wir sind wahrhaftige Segnungen für einander. Wir sehen, wie Menschen auf geistigem Weg von ihren physischen Problemen geheilt werden, und Menschenleben, einschließlich unseres eigenen, werden bereichert. Es ist ein wunderbarer Ort in Gott.
Doch Gott sagt wiederum: „Komm höher herauf. Komm hoch zu dem höheren Ort, wo du durch den Geist geführt werden kannst." „Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes." (Brief an die Römer 8:14). Er sagt: „Komm herauf zu diesen höheren Ort, wo der Geist dich jede Stunde des Tages leiten kann." Dann kann es sein, dass du auf dem San-Bernardino-Freeway mit 120 Stundenkilometern auf einer von mehreren Fahrbahnen der gleichen Richtung unterwegs bist. Du bist auf der linken Spur, wo die erlaubte Geschwindigkeit am höchsten ist. Der Geist sagt dir, dass du dein Auto auf dem Standstreifen zum Halten bringen sollst. Er sagt dir nicht weshalb; Er sagt dir nur, dass du es tun sollst. Du setzt den rechten Blinker und fängst an, dich nach rechts zu bewegen, wie es die anderen Fahrer erlauben. Es dauert eine Weile. Du schaust in den Rückspiegel, verringerst die Geschwindigkeit und wechselst die Spuren zur rechten Seite hin. Schließlich bist du auf der äußersten rechten Spur angekommen und dann auf dem Standstreifen und du hältst an. Du stellst den Motor ab.
Dann fragst Du Gott, weshalb Er wollte, dass du anhältst. Du erhältst keine Antwort. Du weißt jenseits jeden Zweifels, dass du die Anweisungen genau befolgt hast. Du sitzt da. Nach fünf Minuten, in denen du keine weiteren Anweisungen von Gott bekommen hast, beschließt du, dass du getan hast, was dir gesagt worden war. Du lässt also den Motor an und fädelst dich wieder in den Verkehr ein. Du fährst fünfzehn Minuten lang. Da ist ein Unfall, in den fünfundsiebzig Autos verwickelt sind; neunzehn Menschen sind tot und sehr viele sind verletzt. Zwei weitere Menschen werden morgen sterben. Dann weißt du, dass du vom Geist geführt wurdest, der dir sagte, dass du anhalten, ein wenig Zeit auf der Standspur verbringen und den Unfall vermeiden sollst. Warum haben die anderen den Unfall nicht vermieden? Sie wurden nicht vom Geist geführt. Niemand von uns ist perfekt. Niemand von uns folgt die ganze Zeit Gottes Anweisungen, aber wir wissen, dass es möglich ist, und wir freuen uns über dieses Bewusstsein.
Es scheint, dass alle, die wir auf der Straße, auf der wir gepilgert sind, getroffen haben, und die es abgelehnt haben, weiter nach oben zu gehen, uns vollkommen vergessen haben, außer denen mit den Geschenken des Geistes. Es sind immer diejenigen, die wir zuletzt verlassen haben, die sich gegen uns wenden. Sie erklären, dass es „gut ist, die Geschenke des Geistes zu haben und sie einzusetzen, aber diejenigen, die behaupten, vom Geist geführt zu werden, geben mir den Rest, sie sind so vergeistigt, dass sie auf der Erde nichts mehr taugen."
Und so geht es weiter. Ich bin überzeugt, dass wir die endlosen Zeitalter der Ewigkeit hindurch immer in Gott vorwärts schreiten werden. Lasst uns mit Gottes Gnade beschließen, dass niemals mehr eine Zeit kommen möge, in der wir uns mit dem Status quo zufrieden geben. Lasst uns immer hungrig und durstig bleiben nach mehr und größeren Dingen in Gott.
Doch seid gewarnt vor der großen Gefahr, auf irgendeiner spirituellen Stufe ein Königreich aufzubauen. Weil wir als „soziale" Wesen erschaffen wurden, haben wir die Tendenz, jedesmal, wenn wir spirituell dazulernen, alle jene um uns zu versammeln, die genauso viel dazugelernt haben wie wir und eine Organisation zu gründen. Und indem wir das tun, bauen wir ein Königreich auf dieser Stufe auf.
Erlaubt mir, meine Warnung mit meiner Erfahrung zu erläutern. Ich war durch und durch Baptist, mit einer Hütte in der Ecke des gesegneten Landes. Ich leitete Teams, um baptistische Gottesdienste zu organisieren. Ich war sicher, dass meine Seminarlehrer mir alles beigebracht hatten, was es über Gott und Sein Königreich zu wissen gibt. Ich wusste ganz einfach, dass wir Baptisten den spirituellen Gipfel erreicht hatten. Viele andere Konfessionen haben auf derselben Stufe ihre Königreiche aufgebaut.
Eines Tages erhielt ich eine Einladung von einem Freund, dem Pastor einer baptistischen Kirche in Mystle, Mississippi, zu einem einwöchigen spirituellen Retreat, zusammen mit dreiundzwanzig anderen baptistischen Geistlichen. Kost und Logis wurden von der Kirche bereitgestellt. Wir trafen uns eine Woche lang zu Gottesdiensten am Morgen, am Nachmittag und am Abend, und predigten einander. Es war eine wunderbare Erfahrung.
Der Geist Gottes fiel auf die gesamte Gruppe. Es wurde viel gerufen und Gott gepriesen. Es gab viele Umarmungen, viel Händeklatschen und tatsächlich rannten wir den Mittelgang der Kirche hinauf und hinunter. Der Geist der Freude verschlang uns buchstäblich, immer und immer wieder. Als wir die Räumlichkeiten verließen und auf dem Heimweg waren, waren wir alle besessen von der Freude des Herrn. Das Retreat fand erstmals im Jahre 1949 mit vierundzwanzig Teilnehmern statt, und es wurde zu einem jährlichen Treffen.
1973 war das Treffen so gut besucht, dass zwei einwöchige Retreats nötig waren, denn es konnten nur 1200 Leute auf einmal versorgt werden. In vierundzwanzig Jahren war es von vierundzwanzig auf zweitausendvierhundert angewachsen. Doch 1973 taten die Teilnehmer dasselbe, was die vierundzwanzig Geistlichen im ersten Jahr getan hatten, sie rannten den Kirchengang hinauf und hinunter, schrien und umarmten sich, wenn der Geist der Freude sie überkam. Die Erfahrungen, die die Teilnehmer jedes Jahr genossen, waren in jeder Hinsicht wertvoll, echte Segnungen Gottes. Doch Gott konnte sie nicht mit größeren Erfahrungen segnen, weil sie an diesem Punkt ein Königreich errichtet hatten. Ich war in dem Jahr anwesend, als einer der neu eingeladenen Geistlichen begann, in Zungen zu sprechen. Der gute Doktor, mein guter Freund, der Pastor der Kirche, ein Mann, der Gott von ganzem Herzen liebt, stoppte den Mann, der in Zungen sprach. Er sagte zu dem Mann so laut, dass wir alle es hören konnten: „Hör damit auf, hier gibt es so etwas nicht. Pfingsten war vor fast zweitausend Jahren, das ist nur ein Trick des Feindes, der versucht, uns von dem, was echt ist, abzubringen."
Es besteht nicht nur die Möglichkeit, Königreiche auf jeder beliebigen spirituellen Stufe aufzubauen, es geschieht wirklich. Konfessionelle Königreiche werden aufgebaut und täglich am Leben erhalten. Ihre Zahl geht in die Tausende. Und wenn ein Königreich aufgebaut wird, hört jedes spirituelle Wachstum auf. Deswegen habe ich es so oft gesagt, und ich glaube, dass man es nicht oft genug wiederholen kann: DER GRÖSSTE SCHADEN FÜR DAS WACHSTUM IN GOTT IST DIE ORGANISIERTE RELIGION.
Lasst mich diese Lektion mit dem Rat an euch beenden, euch niemals mit eurem spirituellen Wachstum zufriedenzugeben. Lasst uns weitergehen.
DAS WAHRE ISRAEL
Heute gibt es zwei hauptsächliche Zweige des Israelismus - also dem Glauben, dass es in den Augen Gottes etwas Besonderes ist, als Israelit oder Israeli geboren zu sein, dass sie Gottes auserwähltes Volk sind und dass alle anderen Menschen geringer sind.
1. Jüdischer Israelismus. Das ist der Glaube, das alle Nachfahren von Abrahams zweitem Sohn Isaak einen besonderen Platz bei Gott innehaben, einfach nur, weil sie in dieser Linie geboren wurden. Sie alle bilden die jüdische Nation, wo auch immer sie auf diesem Erdball leben.
2. Britischer Israelismus. Das ist der Glaube, dass nur die angelsächsische Rasse das Volk Gottes ist, und dass alle anderen, Farbige und alle, die nicht zu hundert Prozent weiße Angelsachsen sind, minderwertig sind. Dieser Glaube stammt aus Großbritannien, wurde jedoch niemals offiziell gebilligt oder in irgend einer Weise von der britischen Regierung anerkannt. Es gibt viele Gruppen dieser Überzeugung, darunter der Ku Klux Klan, die Nazi-Partei, die Skinheads und einige Gruppen weißer rassistischer Extremisten.
Betrachten wir nun das Wort Israel und wie es in der Bibel benutzt wird. In Genesis 32:25-28 lesen wir: „Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. Als der Mann sah, dass er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Jakobuss Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. Der Mann sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakobus aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. Jener fragte: Wie heißt du? Jakobus, antwortete er. Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakobus wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen."
Jakobus, der jüngere der beiden Söhne Isaaks, dem Sohn Abrahams, hatte den Zorn seines Bruders Esau auf sich gezogen und war in das Land seiner Mutter geflohen und wohnte dort. Er war überwältigt von der Schönheit eines Mädchens, das er in diesem fernen Land getroffen hatte. Er erklärte ihr seine Liebe und seinen Wunsch, sie zu heiraten, und es wurde ihm gesagt, dass er mit ihrem Vater über die Heirat sprechen müsse. Der Vater des Mädchens zog Nutzen aus der Situation und versprach Jakobus, dass er ihm seine Tochter zur Frau geben würde, wenn er für seinen zukünftigen Schwiegervater sieben Jahre lang arbeiten würde.
Aus Liebe zu der Tochter des Mannes stimmte Jakobus zu, sieben Jahre lang für ihn zu arbeiten, um dann seine Tochter heiraten zu dürfen. Doch als die sieben Jahre vorüber waren wandte der Vater einen Trick an und ließ Jakobus die ältere Tochter heiraten, indem er die ältere Tochter ein Hochzeitsgewand mit einem Schleier vor dem Gesicht tragen ließ. Der betrogene Jakobus entdeckte, dass er mit der Frau verheiratet war, die seine Schwägerin hätte sein sollen. Verärgert über die Täuschung stimmte Jakobus zu, noch einmal sieben Jahre für den Vater des Mädchens zu arbeiten, da es nur zwei Töchter waren, und ihm versichert wurde, dass er das nächste Mal die Braut seiner Liebe bekommen würde.
Während der vierzehn Jahre hatte Jakobus ein Vermögen für seinen Schwiegervater und für sich selbst angehäuft. Sobald er mit der Braut seines Herzens verheiratet war, wollte er nach Hause gehen. Er packte all seine Besitztümer zusammen, nahm seine Frauen und seine Kinder, und machte sich auf die Reise nach Hause. Während seiner Gebete am ersten Abend seiner Heimreise, näherte sich ihm der Feind und gab vor, ihm einen guten Rat zu geben. Er wurde an den Zorn seines Bruders erinnert und hörte, dass Esau immer noch böse war und ihn enthaupten würde, sobald er nach Hause zurückkehrte.
Während Jakobus inbrünstig um ein friedliches Willkommen zu Hause betete, sandte Gott einen Engel, um ihm beizustehen. Der Engel kam ganz nahe an Jakobus heran, Jakobus bekam ihn zu fassen und hielt ihn hartnäckig fest, und er sagte: „Ich werde dich nicht gehen lassen, bis du mich segnest." Der Engel stieß seinen Daumen gegen Jakobuss Hüftknochen und renkte ihn aus. Immer noch hielt Jakobus ihn hartnäckig fest.
Schließlich fragte der Engel Jakobus: „Wie ist dein Name?"
Der Engel benannte ihn von Jakobus (Bezwinger) um in Israel (Gottesstreiter). Der Hauptpunkt, den ich hier machen möchte, ist, dass Gott den Namen „Israel" einem Mann, nicht einer Nation gab. Später, als die zwölf Stämme sich in zwei Nationen teilten, wurden die beiden südlichen Stämme zu einer Nation namens „Juda". Die anderen zehn Stämme bildeten die nördliche Nation und nannten sich selbst „Israel".
Jesus benutzte das Wort Israelit als Er über Natanael sprach. Jesus hatte Andreas und seinen Bruder Petrus zu seinen Jüngern auserkoren, dann Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus. Der fünfte, der auserwählt wurde, war Phillipus, der Natanael fand und ihn zu Jesus brachte. Wir lesen bei Johannes, 1:47: „Jesus sah Natanael auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit!"
Jesus sagt, dass Natanael ein Mann ist, in dem keine Falschheit ist, dass er einfach so ist, wie er erscheint, und in ihm keine Tarnung durch die Persönlichkeit vorhanden ist.
Daraufhin stellte Natanael eine Frage, der ein Dialog zwischen den beiden folgt: „Natanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen, über dem Menschensohn." (Johannes 1:48-51)
Ich frage mich immer noch, was unter dem Feigenbaum geschah. Ich habe durch geschichtliches Forschen versucht herauszufinden, was geschah. Ich erfuhr, dass ein Feigenbaum mehr Blätter pro dreißig Quadratzentimeter hat als jeder andere Baumart. Ich erfuhr, dass in diesem trockenen Land, zu einer Zeit, als es noch keine Klimaanlage oder elektrische Ventilatoren gab, die Menschen den unteren Teil eines Feigenbaumes beschnitten, so dass man darunter sitzen konnte. In der Hitze des Tages unter einem Feigenbaum zu sitzen, war sehr angenehm. Wenn man jemanden besuchen wollte und einem gesagt wurde, dass derjenige unter seinem Feigenbaum saß, bedeutete dies, dass er sich in Gebet und Meditation befand und nicht gestört werden durfte.
Ich weiß immer noch nicht genau, was unter diesem Feigenbaum geschah, ich weiß aber, dass es einen beachtlichen Eindruck auf Natanael machte, so dass er sagte: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel."
Gott benutzte niemals das Wort Israel, wenn er sich auf die Nation bezog; statt dessen benutzte Er den Ausdruck „Kinder von Israel". Die Juden haben der Nation den Namen gegeben. Es war niemals Gottes Absicht, dass die zwölf Stämme sich trennen.
„Israeliten" bezieht sich nicht notwendigerweise auf die Abkömmlinge der Nation Israel. Beachtet, wie ausdrücklich dies in dem folgenden Text gelehrt wird: „Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, ... Es ist aber keineswegs so, dass Gottes Wort hinfällig geworden ist. Denn nicht alle, die aus Israel stammen, sind von Israel; auch sind nicht alle, weil sie Nachkommen Abrahams sind, deshalb schon seine Kinder, sondern es heißt: Nur die Nachkommen Isaaks werden deine Nachkommen heißen." (Brief an die Römer, 9:4, 6 u. 7)
Es gibt kein „besonderes" Volk in Gott, sondern es ist so, dass alle Menschen in Gott von Geburt an gleich sind. Schaut, wie genau dies im Brief an die Römer 10:12 ausgeführt wird: „Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen."
In der Apostelgeschichte 10:34 wird uns gesagt: „Gott sieht nicht die Person."
1948, unter den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs und dem Holocaust, hatte die ganze Welt Mitgefühl mit den Juden. Es herrschte ein gewisses Schuldgefühl bei den Menschen auf der ganzen Welt und besonders hier in den Vereinigten Staaten. Ja, die Alliierten waren gekommen um die unglückseligen Juden zu retten, aber wir waren zu spät gekommen. Sechs Millionen Juden waren bereits in den Gaskammern der Nazis umgebracht worden. Fast alle hatten den echten Wunsch, die Juden für diese furchtbaren Greueltaten zu entschädigen.
Während die internationalen Staatsoberhäupter über eine angemessene Entschädigung nachdachten, machten die Juden einen Vorschlag: „Gebt uns unser Land. Warum gebt ihr uns nicht das Land, das eigentlich uns gehört, das Land, aus dem uns die Römer vor fast zweitausend Jahren vertrieben haben, das Land, das Gott durch eine Verheißung unserem Vorfahren Abraham gab, und von dem Er sagte, es solle für immer Abraham und seinen Nachkommen gehören." Sie baten um Jerusalem und das umliegende Gebiet, das als das „Heilige Land" bekannt ist.
Zu dieser Zeit befand es sich unter der Zuständigkeit des Vereinigten Königreichs (den Briten). Es war viele Jahre lang eine wirkliche Last gewesen, und die Briten waren froh, es den neu gebildeten Vereinten Nationen übergeben zu können, die es wiederum an die Juden weitergaben. Es wurde buchstäblich den Palästinenser weggenommen, die hunderte von Jahren dort gewesen waren, und den Juden gegeben.
Die Palästinenser sagten: „Ja, wenn ihr den Juden Land geben wollt, das ihnen gehören soll, dann macht das ruhig. Gebt ihnen Rhode Island oder Vermont, aber gebt ihnen nicht unser Land." Doch die Vereinten Nationen gaben das Land den Juden, die es besetzten und die Nation Israel gründeten.
Nach der Gründung der Nation Israel gab es eine große Welle der Emigration von Juden auf der ganzen Welt in das Heilige Land. Einige Möchtegern-Theologen sagten auf einmal: „Das ist die Erfüllung der Prophezeiungen des Alten Testaments, dass die Juden nach Jerusalem zurückkehren werden." Dann begann die Zionistische Bewegung - Juden wanderten nach Israel ein und wurden Israelis. Viele unwissende Menschen wurden zu dem Glauben irregeführt, dass das, was geschah, die Erfüllung alter Prophezeiungen war, die besagten, dass die Juden nach Jerusalem zurückkehren werden.
In der Tat gab es Prophezeiungen im Alten Testament, in denen es hieß, dass die Juden nach Jerusalem zurückkehren würden, doch diese Prophezeiungen hatten sich erfüllt, als die Juden aus der siebzigjährigen Gefangenschaft in Babylon nach Jerusalem zurückgekehrt waren. Viele christliche Geistliche sagten zu ihren Gemeinden, dass sie gesegnet seien, einfach weil sie jetzt lebten und Zeugen der Erfüllung der göttlichen Prophezeiung waren. Somit übertrugen sie ein historisches Ereignis, das vor hunderten von Jahren geschehen war, auf die moderne Zeiten. Das war eine der größten Gehirnwäschen des modernen Zeitalters.
Als Präsident Truman 1948 Amerika so stolz verkündete, dass die Vereinten Nationen das Heilige Land den Palästinensern weggenommen und den Juden übergeben hatten, sagte ich am folgenden Sonntag den Leuten in der Kirche, in der ich Pastor war, dass einige von ihnen lange genug leben würden, um zu sehen, dass meine Prophezeiung sich erfüllen würde. Dann sprach ich meine Prophezeiung: „Eine unüberwindliche Kraft hat ein unbewegliches Objekt geschlagen, und es wird in diesem Land für viele Jahre Kampf geben, möglicherweise bis zur Wiederkehr Jesu." Täglich berichtet die Zeitung über Kämpfe und Verwüstungen in diesem Land.
Gott machte Abraham in der Tat eine Verheißung. Wir lesen darüber in Genesis 12:1-3 u. 13:15): „Der Herr sprach zu Abraham: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen. ... Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. ... Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben."
Gott machte nicht der Nation Israel eine Verheißung, sondern die Verheißung galt Abraham und seiner Nachkommenschaft. Um genau zu verstehen, was Gott mit dieser Verheißung beabsichtigte, müssen wir im Brief an die Galater 3:16-18 nachschauen: „Abraham und seinem Nachkommen wurden die Verheißungen zugesprochen. Es heißt nicht ‚und den Nachkommen‘, als wären viele gemeint, sondern es wird nur von einem gesprochen: und deinem Nachkommen; das aber ist Christus. Die Verheißung, der Gott in Christus einst Gültigkeit verliehen hat, wird nicht ungültig, so dass die Verheißung aufgehoben wäre. Würde sich das Erbe nämlich aus dem Gesetz herleiten, dann eben nicht mehr aus der Verheißung; doch Gott gab es Abraham durch die Verheißung."
Dann erhebt sich die Frage: „Wer sind die Kinder der Verheißung?" Die Bibel gibt uns die sehr genaue Antwort im Brief an die Galater 3:6-9: „Von Abraham wird gesagt: Er glaubte an Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Daran erkennt ihr, dass nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind. Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Heiden aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im voraus verkündet: Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen. Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet."
Es stimmt, die Juden sind Gottes auserwähltes Volk, aber nicht in dem Sinn auserwählt, dass sie von Geburt an besser sind als alle anderen, sondern auserwählt von Gott, um das Evangelium zu verbreiten und das Königreich Gottes auf Erden zu errichten.
Gottes Verheißungen sind immer unverbindlich. Wenn Menschen eine Verheißung Gottes zuteil wird, wird ihnen ihr freier Wille nicht genommen. Gott nimmt niemals jemandem aus irgendwelchen Gründen seinen freien Willen weg. Deshalb können diejenigen, denen eine Verheißung Gottes zuteil wird, diese Verheißung auch brechen und für nichtig erklären. Und das ist genau das, was in diesem Fall geschah, die Verheißung des Abraham wurde gebrochen. Jesus erzählt uns die Einzelheiten im 21. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus. Schauen wir nach.
Es beginnt mit dem 15. Vers: „Als nun die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder im Tempel rufen hörten: Hosanna dem Sohn Davids!, da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: Hörst du, was sie rufen? Jesus antwortete ihnen: Ja, ich höre es. Habt ihr nie gelesen: Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob?"
Am nächsten Morgen fuhr Jesus fort (Vers 31): „Das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr."
Dann gab Jesus ihnen ein Gleichnis: „Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den anderen brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erstemal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als nun die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um." (Vers 33-39)
Nun hören wir, wie Jesus Seine Gegner darum bittet, über die Übeltäter Recht zu sprechen: „Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?" (Vers 40)
Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten sind sich offensichtlich nicht bewusst, dass sie über sich selbst richten: „Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten, und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist". (Vers 41)
Dann offenbart Jesus den Sinn des Gleichnisses und erklärt, wie die Verheißung, die Abraham gegeben wurde, gebrochen wurde. „Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder. ... Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt." (Vers 42 u. 43)
Gott sagt durch die Feder von Paulus, dass die Juden verstoßen und wir eingesetzt wurden: „Ich frage also: Hat Gott sein Volk verstoßen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt hat. ... Ebenso gibt es auch in der gegenwärtigen Zeit einen Rest, der aus Gnade erwählt ist. ... Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist es auch der ganze Teig; ist die Wurzel heilig, so sind es auch die Zweige. Wenn aber einige Zweige herausgebrochen wurden und wenn du als Zweig vom wilden Ölbaum in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest und damit Anteil erhieltest an der Kraft seiner Wurzel ... Nun wirst du sagen: Die Zweige wurden doch herausgebrochen, damit ich eingepfropft werde. Gewiss, sie wurden herausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Du aber stehst an ihrer Stelle, weil du glaubst. Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte dich! Hat Gott die Zweige, die von Natur zum edlen Baum gehören, nicht verschont, so wird er auch dich nicht verschonen. Erkenne die Güte Gottes und seine Strenge! Die Strenge gegen jene, die gefallen sind, Gottes Güte aber gegen dich, sofern du in seiner Güte bleibst; sonst wirst auch du herausgehauen werden. Ebenso werden auch jene, wenn sie nicht am Unglauben festhalten, wieder eingepfropft werden; denn Gott hat die Macht, sie wieder einzupfropfen." (Brief an die Römer 11:1, 2, 5, 16, 17, 19-23)
Nun wurde den Söhnen Gottes eine neue Verheißung gegeben. Beachtet jedoch, dass auch die neue Verheißung unverbindlich ist: „Erkenne die Güte Gottes und seine Strenge! Die Strenge gegen jene, die gefallen sind, Gottes Güte aber gegen dich, sofern du in seiner Güte bleibst; sonst wirst auch du herausgehauen werden."
Das bedeutet herausgehauen aus dem Verbreiten der guten Nachricht des Evangeliums Gottes und der Errichtung des Königreiches Gottes.
Bitte sagt wegen dem, was ich in diesem Kapitel geschrieben habe, nicht, Dr. Fuller ist ein Antisemit. Denn dieser fünfte Teil des Buches handelt vom Königreich Gottes, und es liegt mir sehr viel daran, dass ihr versteht, dass die Nation Israel in keiner Weise auch nur ein Teil des Königreiches Gottes ist. Ich habe viele jüdische Freunde, von denen einige in Israel sind, und für die ich täglich bete. Sowohl die Israelis als auch die Palästinenser benötigen unsere Gebete. Wie können sie Frieden haben, wenn keiner von ihnen den Prinzen des Friedens akzeptiert?
Rettung des Körpers
Sicher erinnert ihr euch, dass in Teil 1 - „Der dreifaltige Mensch" - die Rettung der drei Teile des Menschen aufgelistet sind, nämlich die Freisprechung des Geistes, die Heiligung der Seele und die Verklärung des Körpers.
Paulus spricht im Brief an die Römer 10:9 u. 10 darüber, dass die menschliche Seele und der menschliche Geist in den inneren Teilen des Körpers wohnen: „...wenn du mit deinem Mund bekennst ... mit dem Herzen glaubst ... denn mit dem Herzen glaubt der Mensch ... und mit dem Mund bekennt er." Wir wissen jetzt, dass das technisch nicht richtig ist. Wir wissen heute, dass eine Herztransplantation aus einem Menschen nicht einen anderen Menschen macht. Paulus hatte nicht den Vorteil moderner Technologie. Die menschliche Seele und der menschliche Geist, die nicht materiell sind, brauchen keine materielle Wohnstätte.
Da die Seele der Verstand („mind") ist, glauben wir natürlicherweise, dass sie sich im Kopf befindet, obwohl wir aus derselben Argumentation heraus wissen, dass das nicht stimmt. Genauso, durch dieselbe Argumentation, wissen wir, dass der Geist nicht auf das Herz oder irgendeinen anderen Körperteil als seiner Wohnstätte begrenzt ist, obwohl Jesus bei Johannes 7:38 u. 39 sagte: „Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist."
Nun zu der Errettung: (1) Die Rettung des Geistes geschieht durch Gott, der sich im Sohn manifestiert. Sie wird Freisprechung genannt und geschieht in der Vergangenheit. (2) Die Rettung der Seele geschieht durch Gott, der sich im Heiligen Geist manifestiert. Sie wird Heiligung genannt und geschieht in der Gegenwart. (3) Die Rettung des Körpers geschieht durch Gott, der sich als der Vater manifestiert und geschieht in der Zukunft. Freisprechung geschieht durch Gnade (ein Gefalle Gottes, der nicht verdient wurde), die Heiligung geschieht durch Vertrauen, und die Verklärung geschieht durch Hoffnung.
Im ersten Brief des Petrus 1:3 lesen wir: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir ... eine lebendige ‚Hoffnung‘ haben." Das Wort ist „Hoffnung", nicht Vertrauen.
Das Werk des Vertrauens endet mit der Rettung der Seele. Petrus erklärt uns die Wahrheit dieser Tatsache. Wir lesen diese Erklärung im ersten Brief des Petrus 1:9, wo er nachdrücklich sagt: „Da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet, die Rettung eurer Seelen."
Das Werk der Hoffnung ist der verklärte Körper. Wieder lesen wir im ersten Brief des Petrus 1:4 und 5: „und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.
Hoffnung ist auf die Zukunft gerichtet. Um das gut zu begründen, müssen wir in den Brief an die Römer 8:24 u. 25 schauen: „Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann warten wir geduldig darauf."
Jesus wurde verwandelt. In der griechischen Bibel lautet das Wort „metamorphoo". Einmal nahm Jesus drei Seiner Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes mit sich auf den Berg, wo Er beten und meditieren wollte. Er sagte ihnen, sie sollten an einem bestimmten Ort bleiben, während Er ein bisschen weiter ging, um alleine zu sein. Zuerst saßen sie auf dem Boden, dann lagen sie auf dem Boden, und dann schliefen sie. Plötzlich erwachten sie und sahen, dass Jesus ging und mit Moses und Elija sprach. Sie sagten, Sein Körper habe in der Nacht wie Phosphor gestrahlt. Wir lesen darüber bei Matthäus 17:1 u. 2: „Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und seinen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, weg von den anderen, und er wurde vor ihren Augen verwandelt (metamorphoo); sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht."
Paulus ermutigt uns, uns auf die Zeit, wenn wir verwandelt werden, zu freuen: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch" (metamorphoo) (Brief an die Römer 12:2), und weiter im zweiten Brief an die Korinther 3:18: „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn."
Hoffnung ist das Schlüsselwort. Schauen wir, was Johannes über diese „gesegnete Hoffnung" zu sagen hat, während wir uns auf die Verwandlung freuen: „Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm ‚erhofft‘, heiligt sich, so wie Er heilig ist." (1. Brief des Johannes, 3:2 u. 3)
Schauen wir wiederum, was Paulus über diese Angelegenheit im Brief an die Römer 8:14 bis 24 zu sagen hat (das ist ein langes Zitat, aber bitte, es wird euch freudvoll durchrieseln, wenn ihr jeden der hier ausgedrückten Gedanken in euch aufnehmt): „Denn, die vom Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Ihr habt ja nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, um euch von neuem zu fürchten, sondern den Geist der Kindschaft, in dem wir rufen: Abba, Vater! Eben dieser Geist bezeugt es unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, sofern wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass die Leiden dieser Zeit nicht zu vergleichen sind mit der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn das Harren der Schöpfung ist ein Warten auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist ja der Hinfälligkeit unterworfen, nicht aus sich heraus, sondern nach dem Willen dessen, der sie unterwarf, zugleich mit der Hoffnung, dass auch sie, die Schöpfung, vom Frondienst der Vergänglichkeit befreit wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass bis zur Stunde die gesamte Schöpfung mit in Seufzen und Wehen liegt; doch nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes besitzen, ja wir selbst seufzen in uns im Warten auf die Kindschaft, auf die ‚Erlösung unseres Leibes‘. Denn auf Hoffnung hin wurden wir gerettet."
Der größte Lohn wird die Freude sein, mit Jesus auf Seinem Thron zu sitzen. Betrachten wir dieses endgültige Versprechen von Jesus: „Dem Sieger werde ich gewähren, dass er sich mit mir auf meinen Thron setze, wie auch ich siegte und mich mit meinem Vater auf den Thron setzte." (Offenbarung 3:21)
Es ist tragisch, dass einige einen kleinen Schimmer dieser Wahrheit erhascht haben und behaupten, voll entwickelte Söhne Gottes zu sein. Schauen wir noch einmal, was Johannes darüber sagt: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Söhne Gottes zu werden." (Johannes 1:12).
Auch wenn wir weder den Tag noch die Stunde kennen, wenn Jesus zu diesem Zweck zurückkehrt: „Doch den Tag und die Stunde kennt niemand, niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nur mein Vater", so kennen wir jedoch die Generation (siehe das Kapitel „Sein Kommen in dieser Generation").
„Sterblich" bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, zu sterben. Beachtet, was die Bibel über das Sterben sagt: „Als letzter Feind wird vernichtet werden der Tod." (1. Brief an die Korinther 15:26).
Schaut euch den folgenden Teil der Endzeit-Geschichte an: „Das aber sage ich, Brüder: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; ebenso wenig wird die Verweslichkeit die Unverweslichkeit erben. Seht, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, aber alle werden wir verwandelt werden, plötzlich, in einem Augenblick, beim Schall der letzten Posaune; denn erschallen wird die Posaune, und die Toten werden als Unverwesliche auferweckt, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss anziehen Unverweslichkeit und dieses Sterbliche muss anziehen Unsterblichkeit. Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit angezogen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit angezogen hat, dann wird zutreffen das Wort, das geschrieben steht: ‚Verschlungen ist der Tod im Siege! Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?" (1. Brief an die Korinther 15:50-55). Paulus glaubte, dass er am Leben sein würde, wenn es geschieht; deshalb sagte er „wir".
Es wird jedoch eine lebende Generation geben, wenn Jesus kommt, um Sein Königreich zu errichten. Wir lesen darüber im 1. Brief an die Korinther 15:40-44: „Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; doch ein anderer ist der Glanz der himmlischen, ein anderer der Glanz der irdischen. Ein anderer ist der Glanz der Sonne, ein anderer der Glanz des Mondes, ein anderer der Glanz der Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern im Glanz. So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit. Gesät wird in Unansehnlichkeit, auferweckt in Herrlichkeit; gesät wird in Schwachheit, auferweckt in Kraft. Gesät wird ein sinnenhafter Leib, auferweckt ein geistiger Leib. Gibt es einen sinnenhaften Leib, so gibt es auch einen geistigen Leib."
Verschiedene Male wurde ich gefragt: „Was ist der Unterschied zwischen dem geistigen Körper und dem verklärten Körper?"
Meine Antwort lautet: „Ich weiß es nicht." Ich wünschte, Gott hätte es für angebracht gehalten, uns den Unterschied zu sagen, aber Er hat es nicht getan. Es muss einen Unterschied geben, denn Er war bei der Terminologie sehr genau. Was immer der Unterschied ist, wir werden alle zusammengeschlossen und werden dieselbe Aufgabe haben, nämlich das Königreich zu errichten.
Vollkommenheit ist unser Ziel. Bei Matthäus 5:48 sagte Jesus: „Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Vollkommenheit wird kommen, wenn die Söhne Gottes in verklärten Körpern sich vollkommen manifestiert haben, und bis dahin wird es keine Auferstehung geben. Nachdem der Autor des Briefes an die Hebräer von den Vertrauensbekundungen von Heiligen des Alten Testaments berichtet hat, sagt er, dass sie auf die letzte Generation warten mit ihrer Manifestation des Glaubens: „Und diese alle, wenngleich anerkannt ob ihres Glaubens, erlangten das Verheißene nicht, weil Gott unsertwegen etwas Größeres ausersehen hatte, damit sie nicht gesondert von uns zur Vollendung kämen." (Brief an die Hebräer 11:39 u. 40).
Paulus sagt im Brief an die Hebräer 12:1: „Wir sind umgeben von einer so großen Wolke von Zeugen." Wenn wir siegen, werden sie siegen.
Einige Leute haben gefragt und fragen: „Angenommen eine Person stirbt, bevor die Seele (Verstand) völlig verwandelt (geheiligt) ist, wohin geht diese Person dann? Wohin geht die Seele?" Seelen gehen nicht in den Himmel; der Geist geht in den Himmel. Alle Menschen (geistige Wesen) gehen in den Himmel. Erinnert euch, ihr seit geistige Wesen, die einen Verstand (Seele) haben und einen Körper bewohnen.
Okkulte Gruppen beziehen sich auf die Seele als „Seelenkraft". Östliche Religionen geben sich vollkommen der Entwicklung der Seelenkraft hin; sie beziehen sich auf Gott als „Ewige Seele". Sie haben die Entwicklung der Seelenkraft (mentale Kräfte) hunderte von Jahren lang dermaßen betont, dass die Studenten aus dem Orient an amerikanischen Colleges und Universitäten schulisch besser sind als die Studenten der westlichen Hemisphäre.
Die Seele reagiert auf die physischen Sinne. Das ist nicht völlig verkehrt. Doch der Mann oder die Frau wird nie mehr als eine gewöhnliche Person sein, bevor die Seele nicht beginnt, auf den Geist zu reagieren. Der menschliche Geist ist vollkommen, er ist vollkommen erschaffen, nach dem Ebenbild Gottes. Lassen wir uns in unserem Seelenleben (dem mentalen Leben) von dem Geist in uns leiten!
Mir wurde beigebracht, dass der Himmel Tore aus Perlen hat, Straßen aus Gold, Harfen, auf denen gespielt wird, und Wolken, auf denen man schläft. Was für ein Müll und Unsinn. Ich mag Harfenmusik wirklich gerne und ich kann mich daran erfreuen und sie in einem einstündigen Konzert genießen, doch wenn ich sie in alle Ewigkeit anhören müsste, wäre es die „Hölle".
Nun, weiter mit der Seelenkraft. In der griechischen Bibel heißt das Wort „energio". Es wird entwickelt. Ein Freund von mir nennt das „verhaltensmäßige Veränderungen". Die Bibel zählt sieben Veränderungen in der Seelenentwicklung auf: „Dadurch wurden uns die kostbarsten und größten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie teilhaft werdet göttlicher Natur, die ihr entronnen seid den verderblichen Lüsten in der Welt. So wendet gerade deswegen allen Eifer auf und zeigt in eurem Glauben die tapfere Entschlossenheit, in der Entschlossenheit die Erkenntnis, in der Erkenntnis die maßvolle Zucht, in der Zucht die Ausdauer, in der Ausdauer die Frömmigkeit, in der Frömmigkeit die Brudergesinnung, in der Brudergesinnung die Liebe." (2. Brief des Petrus 1:4-7)
Die Kirchen lehren die Menschen, sich „auf den Tod vorzubereiten"; die Bibel lehrt die Menschen, sich „auf das Leben vorzubereiten". Im Brief an die Römer 2:7 lesen wir: „(der jedem vergelten wird nach seinen Werken)...und zwar denen, die in Beharrlichkeit des guten Wirkens nach Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit streben, mit ewigem Leben." Sollte es möglich sein, dass Gott uns ermutigt, nach Unsterblichkeit zu streben, nach ewigem Leben, wenn es für uns nicht erreichbar wäre? Natürlich nicht.
Manchmal kommt es in einem Seminar bei dieser Lektion an diesem Punkt vor, dass ich gefragt werde: „Dr. Fuller, glauben Sie wirklich, dass unsere Körper von Gott so erschaffen wurden, dass sie ewig leben?" Meine Antwort ist: „Ja." Ich kann mir nicht vorstellen, dass unser vollkommener und allmächtiger Gott irgend etwas tut und dabei in irgendeiner Weise begrenzt ist. Ja, ich glaube, dass Menschen deshalb sterben, weil ihre Körper durch sie selbst oder andere misshandelt wurden. Ich weiß von vielen Menschen aus den Tagen des Alten Testaments, die hunderte von Jahren lebten, und auch hier glaube ich, dass sie in diesem Alter starben, weil ihre Körper misshandelt wurden, und dass ein Mensch für immer lebt, wenn der Körper nicht misshandelt wird.
Und nun kommt die große Frage: Habt ihr vor zu sterben? Ich habe nichts dagegen! Macht nur, sterbt! Viele Leute machen das! Eigentlich ist es gar nicht so übel; ihr kommt mit einem geistigen Körper zurück, schließt euch mir und den anderen, die verklärte Körper haben, an, und zusammen errichten wir das Königreich Gottes auf dieser Erde.
Ich sage nicht, dass ich definitiv nicht sterben werde, aber ich sage dies: Wenn euch zu Ohren kommt, dass Dr. Willard Fuller „ins Gras gebissen hat", dann soll das für euch nur bedeuten, dass mein Timing falsch war, denn ich bewerbe mich als Kandidat für das ewige Leben.
ENDE