(Auf)Gelesen

10.04.2007 um 14:48 Uhr

Existenzgeld statt Hartz IV

von: enan   Stichwörter: Existenzgeld, Hartz, IV, ALG, II, Grundsicherung, Arbeitslose

Heute gelesen in der Berliner Zeitung:

<>Das bedingungslose Grundeinkommen wird populärer und ernsthafter diskutiert, auf allen politischen Seiten. Zitiert wird Götz W. Werner, Chef von dm, der über dieses Thema sogar ein Buch verfasst hat, damit so gar nicht dem Klischee eines Chefs einer riesigen Drogeriekette entspricht und die These vertritt, dass das Problem der Arbeitslosen nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Einkommenslosigkeit sei. Durch ein Grundeinkommen würde zudem der sinnlose Zwang zur Arbeit wegfallen. Alle Sozialleistungen würden dadurch ersetzt werden.

Ideen anderer Zitierter reichen von einem Grundeinkommen von 600€ bis 1500€, einer Aufstockung des ALG II, Kombilohn und von einem Verzicht auf die ALV- Versicherung.

Wie man an dem Artikel sieht, gibt es hier noch viel Diskussionsbedarf und offene Fragen, zum Beispiel:

Was heißt: Wegfall aller Sozialleistungen? Gehören immaterielle Sozialleistungen wie Schuldnerberatung, Betreuung von Behinderten und Hilfebedürftigen dazu? Was ist eine Verbesserung gegenüber der aktuellen sogenannten Hartz IV-Leistungen, wenn das Existenzgeld 600€ betragen soll, wovon Miete und andere Verbindlichkeiten bezahlt werden müssten? Was ist derzeit der Unterschied zwischen Kombilohn und Lohn, der so gering ist, dass er durch ALG II aufgestockt wird? Wodurch wird die soziale Komponente der Arbeit ersetzt, unter deren Wegfall die bisherigen Arbeitslosen, wie doch eigentlich bekannt sein müsste, außer an der Einkommenslosigkeit, mindestens ebenso stark leiden? Wie soll eine Finanzierung erfolgen, wenn man dafür nicht beispielsweise eine Steuer wie die namens Arbeitslosenversicherung erhebt?

Fragen über Fragen, aber immerhin ist das Thema auf dem Tisch ...

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