Gelesen Gelauscht Gemacht

06.01.2018 um 07:40 Uhr

Hearts of Blue

Hearts of Blue - Gefangen von dir (Hearts-Reihe 4)Hearts of Blue - Gefangen von dir by L. H. Cosway
My rating: FröhlichFröhlichFröhlich (von 5)


Das E-Book only "Hearts of Blue" von L.H. Cosway ist der vierten Band der Hearts - Serie der Autorin. Da es mein bisher erstes Buch von der Autorin ist, kenne ich die Vorgängerbände nicht, glaube aber auch nicht, dass die Handlung aufbauend ist, da nie auf Ereignisse in Vorbänden angespielt oder eingegangen wurde.

Meine Meinung:

Bücher aus dem LYX - Verlag gefallen mir normalerweise total gut, weshalb ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut habe. Das Cover passt super, und Polizistin und Dieb verspricht auch noch viel Spannung zusätzlich.Die Erotik und die heißen Szenen zwischen Klara und Lee kamen auch nicht zu kurz, jeodoch fehlt diesem Buch vieles, was für mich lesenswert ist und mich das Buch daher als nur durchschnittlich bewerten lässt.

Die Handlung spielt in London, jedoch habe ich davon beim Lesen nichts gemerkt. Obwohl ich schon oft in London war und dort so ziemlich jede Gegend kenne, ist mein Kopfkino nicht angesprungen. Hier hätte es mehr "wichtige Plätze" gebraucht, um die Handlung für mich besser zu verorten und das Gefühl von "London calling" aufkommen zu lassen.

Viele Nebenpersonen (Chefin, Vater, Mutter,...) spielen zwar eine wichtige Rolle für die Handlung, bleiben jedoch sehr flach und stereotyp. Hier hätte ich mir mehr persönliche Informationen erwartet, die auch in Nebensätzen auftauchen können.

Für mich hat der Charakter der knallharten Karrierefrau, die bei der Inhaltsangabe angekündigt wird, so gar nicht mit der Protagonistin zusammengepasst und ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl, dass sie um jeden Preis Karriere machen möchte oder das Macht das Leitmotiv ihrer Tätigkeit ist. Dazu hätte auch dieses ständige Zaudern nicht gepasst, das mich ziemlich genervt hat.

Weiters hat mir in diesem Buch die Projektionsfigur gefehlt, ich habe mich, mit wenig Kopfkino, so ein bisschen außen vor gefühlt.


Fazit: Ein weiterer erotischer Roman mit Bad Boy, für mich aber nichts besonderes.


04.01.2018 um 19:27 Uhr

Fa(t)shonista

von: mysticcat   Kategorie: Bücher

Fa(t)shionistaFa(t)shionista von Magda Albrecht
My rating:FröhlichFröhlichFröhlich(von 5)

Von der Autorin und selbst bekennenden Fa(t)shonista Magda Albrecht hatte ich bisher noch nichts gelesen und war, nach der Leseprobe, total gespannt auf dieses Buch. Hierbei handelt es sich um ein Sachbuch, jedoch wird wenigier sachlich als persönlich auf die Themen eingegangen und ich würde das Buch eher als Biographie sehen denn als Nachschlagewerk. Wer jedoch auf der Suche nach Literatur zum Thema ist, erhält neben einem Erfahrungsbericht auch noch viele Quellenangaben zum Weiterrecherchieren.

Meine Meinung:
Die Geschichte von Magda (bis jetzt, ins hohe Alter von Anfang dreißig) fand ich spannend zu lesen, als Lehrerin ist gerade ihre Erfahrung in Kindheit und Jugend spannend und lehrreich für mich. Auch andere Fallbeispiele von Kindern und Jugendlichen fand ich erschreckend. Ncith, dass diese zu viel Gewicht auf die Waage bringen, sondern wie krass die Ansätze von Eltern und Pädagog*innen sind. Für mich grenzt es schon an Körperverletzung, Heranwachsende mit Diätpillen vollzustopfen.

Was mich wenig interessiert hat, war das ausführliche Shoppingkapitel samt Selbsterfahrung. Für mich ist Mode nicht interessant, meine Interessenslage liegt wo anders (ich besitze kein einziges Paar Ohrringe und auch nicht mehr als je drei Kleider / Hosen / Paar Schuhe). Der interessante Punkt hier ist für mich, wie Menschen mit ständig erlebter Diskriminierung umgehen.

Beim Punkt "Ernährung" bin ich mit der Autorin nicht einer Meinung, nämlich, dass es keine Einschränkungen bei diesem Thema geben sollte, und dass es "die gesunde Ernährung" nicht gibt. Auch hier stütze ich mich auf Studien, die zeigen, dass Zuckerkonsum abhängig macht. Dass dabei die Kinder/ Jugendlichen zunehmen, ist für mich nicht der relevante Aspekt. Die Konzentrationsstörungen, das Aufmerksamkeitstief und die aus der zugeführten schnellen Energie erzeugten Zappeligkeit und Unruhe im Unterricht stellen jedoch in den Klassen Probleme dar. In den USA gibt es Schulen für Schwererziehbare, wo die Jugendlichen (neben kleinen Klassen) auch ausschließlich gesunde und vollwertige Ernährung mit hohem Obst- und Gemüseanteil vorfinden.
Ich begrüße ebenso das Alkohol- und Rauchverbot in Schulen, bin dafür, dass man Jugendliche nicht permanent am Smartphone / Computer herumhängen lässt, sondern echte Sozialkontakte fördert - und ebenso müssen Bildungseinrichtungen für gesunde Ernährung Sorge tragen. Was privat gegessen wird, liegt im eigenen Ermessen.

Neben vielen interessanten Studien und gut untermauerten Argumenten fällt mir jedoch der größte Kritikpunt auf, der mich das Buch auf "durchschnittlich" stufen lässt: nämlich die ständigen Wiederholungen. Ich habe kein Problem damit, wenn wichtige Punkte im gesamten Buch zwei oder drei Mal aufgegriffen werden, jedoch wurden hier für meinen Geschmack zu viele Punkte zu oft wieder aufgewärmt, zum Beispiel "mein Fett ist politisch". Wenn ich das zwei oder drei Mal lese, ist es für mich ein Statement, wenn das inflationär verwendet wird, finde ich es nervig.

Fazit: Ein gut geschriebenes Buch zur Thematik, das für mich jedoch zu viele Wiederholungen aufweist.



25.12.2017 um 20:58 Uhr

Woman in Cabin 10

von: mysticcat   Kategorie: Bücher

Woman in Cabin 10Woman in Cabin 10 by Ruth Ware
My rating: 5 of 5 stars


„Woman in Cabin 10“ von Ruth Ware ist am 27.12.2017 erschienen und damit das perfekte Buch, das man sich mit Büchergutscheinen vom Christkind zulegen kann. Ich lese nur selten Bücher aus diesem Genre und hier lag die Messlatte besonders hoch, da ich als Kreuzfahrtpsychothriller „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek im Hinterkopf hatte.
Die Handlung:
Lo Blackwood ist Journalistin und darf auf der Jungfernfahrt eines Luxuskreuzfahrtschiffs dabei sein, um darüber zu berichten. Da bei Lo kurz vor dieser Dienstreise eingebrochen wurde, ist sie leicht traumatisiert. Lo ist überzeugt davon, dass die Frau aus Kabine 10 über Bord geworfen wurde – doch Kabine 10 stand angeblich auf der ganzen Reise leer.

Meine Meinung:
Die Figur von Lo Blackwood ist großartig gezeichnet. Sie ist eine aufstrebende Journalistin, die sich durch die Vertretung ihrer schwangeren Chefin auf dieser Reise den Durchbruch erhofft. Ihr Freund ist ebenfalls häufig dienstlich unterwegs – und auf dem Schiff trifft sie ausgerechnet ihren Exfreund wieder, mit dem sie nun platonisch befreundet ist.
Lo macht Beobachtungen und ist überzeugt davon, dass das, was sie gesehen hat, tatsächlich passiert ist. Weil sie zu diesem Zeitpunkt jedoch stark alkoholisiert war, schenkt ihr niemand Glauben und auch das restliche Personal kennt die verschwundene junge Frau nicht. Haben ihr die Sinne einen Streich gespielt? Jedenfalls lässt sie diese Beobachtung nicht mehr zur Ruhe kommen, und sie forscht weiter.
Die Charaktere sind toll gezeichnet, ich konnte mir alle Personen in diesem Buch ohne Schwierigkeiten vorstellen. Die Eigenheiten der Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und es war daher möglich, auch viele Charaktere auseinander zu kennen. Das Beziehungsgeflecht ist klar und auch die verwendete Technik des Buches ist zeitgemäß. Bei der Umgebung des Schiffes ist mein Kopfkino sofort angesprungen, bei Norwegen habe ich zwar keine eigenen Erlebnisse, auf die ich zurückgreifen kann, jedoch schon ausreichend Dokumentationen gesehen, um mir die Landschaft vorstellen zu können und auch ich habe mich darüber gefreut, über die Polarlichter zu lesen.
Der Schreibstil ist locker und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Authentisch sind Gespräche und Mails eingebaut, wodurch den einzelnen Personen noch mehr Profil verliehen wurde.
Die Handlung war durchgehend spannend, ich habe die Geschichte aus Sicht von Lo miterlebt und mitgefiebert und mit ihr gehofft, gezweifelt und gelitten. Der Spannungsbogen hat nach etwa einem Drittel des Buches begonnen, sich aufzubauen und wurde immer weiter gespannt, so dass ich nicht mehr aufhören wollte, zu lesen.

Fazit: Der beste Thriller, den ich heuer gelesen habe.


25.12.2017 um 10:45 Uhr

Das McBook

von: mysticcat   Kategorie: Bücher

Das McBook: Von den Burgern der Zukunft, der Filiale der Queen und Igeln im Eisbecher – (fast) alles über McDonald'sDas McBook: Von den Burgern der Zukunft, der Filiale der Queen und Igeln im Eisbecher – (fast) alles über McDonald's von Alexandra Reinwarth
My rating: 5 of 5 stars


Das „McBook“ von Alexandra Reinwarth ist ein Sachbuch, das 2017 im riva Verlag erschienen ist. Die Autorin ist Journalistin und geht in diesem Buch den Gerüchten rund um den Fastfoodriesen auf den Grund.

Eingeteilt in Kapitel wird mit verschiedenen Vorurteilen und Halbwahrheiten um den Fastfoodkonzern aufgeräumt. „Kontrolle, Kontrolle!“ und „Transparenz“ scheinen die beiden Eckpfeiler des Unternehmens zu sein, ebenso wird das Übernehmen sozialer Verantwortung, wie beispielsweise in der Flüchtlingskrise, herausgearbeitet. Alle Interviewpartner geben sich offen und gewähren der scheinbar naiven Autorin Einblicke in interne Abläufe.


Sofort ins Auge gesprungen ist mir die grafische Gestaltung der einzelnen Abschnitte, die wie ein ge- und entfaltetes Papier aussehen und den Beginn eines neuen Themas ankündigen. In jedem Kapitel befinden sich interessante Statistiken, die ich jedoch nicht ernst nehme, da hier keine Umfragen geführt (oder nicht aufgelistet wurden), ich gehe davon aus, dass diese zur Erheiterung aus der Fantasie der Autorin stammen. Ebenso spannend zu lesen waren für mich die „Fun Facts“, ich glaube sogar, im Restaurant mit den türkiesfarbenen Bögen bereits einmal gewesen zu sein, damals war es mir jedoch nicht bewusst, warum das etwas Besonderes ist.

Als regelmäßiger Gast in dieser Fastfood Kette finde ich die Zusammenhänge interessant und finde es auch gut, dass einer unabhängigen Journalistin so tiefe Einblicke gewährt wurden, und diese über ihre Erfahrungen und Erlebnisse geschrieben hat. Sie erhebt zu keinem Zeitpunkt den Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit, es ist von Anfang bis Ende ein Erlebnisbericht, in dem die Autorin ihren eigenen Fragen nachgeht.

Mir gefallen Layout und Schriftgröße sehr gut und das Buch war schnell gelesen. Ich empfehle das Buch an alle weiter, die auch selbst gerne mal hinter die Kulissen des Fastfoodgiganten blicken wollen.


19.12.2017 um 21:05 Uhr

Blut und Stein

von: mysticcat   Kategorie: Bücher

Die Kopfgeldjäger Reihe: Blut und SteinDie Kopfgeldjäger Reihe: Blut und Stein by Marlen May
My rating: 4 of 5 stars

„Blut und Stein“ ist der erste Band der Kopfgeldjägerreihe von der österreichischen Autorin Marlen May. Dieses Buch ist im November 2017 im Selbstverlag erschienen. Weitere Teile der Reihe sind geplant, am zweiten Band wird gerade geschrieben und es ist noch kein Veröffentlichungsdatum bekannt.

In der Fantasywelt der Autorin gibt es die Guten in Form der Jäger – zu denen auch die Protagonistin Magda(lena) gehört – und die Bösen, die sich aus Dämonen und Hexen zusammensetzen. Wie es sich für eine Fantasywelt gehört, gibt es auch viele Graustufen, von denen der Leser nicht weiß, ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehören. Unter anderem gibt es einen Geist (und Mitbewohner) der Waisen Magda und Tom. Dieser Geister ist schon lange dazu verdammt, seinen letzten Tag immer und wieder zu erleben, wobei die Tragik dabei ist, dass er sich am letzten Tag betrunken hat und auch diesen Zustand in der Endlosschleife verleben muss. Diese tragisch-komische Gestalt ist sicher nicht der perfekte Mitbewohner, jedoch haben sich die beiden Jugendlichen in den letzten Jahren an ihn gewöhnt.

Das Abenteuer beginnt, als Magda und Tom gerade in der Jägerschule ausgebildet werden. In der Heimatstadt Wien gibt es ungewöhnliche Aktivitäten und bereits die Jäger in Ausbildung werden wegen der Größe des Auftrags benötigt. So lernt Magda auch Kilian kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Weil die Lage jedoch sehr ernst ist, unterdrückt Magda ihre Gefühle und konzentriert sich auf ihre schwierige Aufgabe.

Der Schreibstil ist packend und ich konnte kaum aufhören zu lesen. Mit Magda habe ich eine Projektionsfigur gefunden und konnte mir auch die anderen Charaktere sowie die jeweilige Umgebung trotz der knappen Beschreibung gut vorstellen und hatte das „Kopfkino“ von Anfang an. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Handlung oder eine intensivere Beschreibung gewünscht und es kam mir so vor, als würde die Handlung nur so an mir vorbei rauschen. Andere Szenen, zum Beispiel die Kampfszenen, waren auch emotional großartig geschrieben. Nach dem Lesen hatte ich das Gefühl, dass ich selbst bei dem Kampf dabei gewesen wäre (jedoch ohne Wunden und Erschöpfung).

Was mir gut gefällt ist, dass der Titel und das Cover Bezug zur Handlung haben, was jedoch erst im Laufe des Buches offensichtlich wird.

Die Handlung ist logisch und nachvollziehbar – und ich kann es kaum erwarten, beim zweiten Band weiterzulesen. Durch den Selbstverlag sind noch einige kleine Fehler im Buch geblieben, die von der Autorin in den nächsten Auflagen nach und nach ausgebessert werden, denn das Taschenbuch ist auch layoutmäßig gerade in Überarbeitung.

Fazit: Ein großartiges Erstlingswerk, spannend zu lesen, das in der Tiefe jedoch noch Potential nach Oben hat.