Eine weitere Leseprobe
Hier eine weiter Leseprobe, die hoffentlich an die guten alten Zeiten erinnert.....
Unsere Unbekümmertheit von damals hat uns nicht nur den Umgang mit unseren Freunden und Klassenkameraden erleichtert und unser ganzes Leben deutlich einfacher gestaltet, sie hat uns auch vor starker emotionaler Brutalität gegenüber anderen und von anderen geschützt.
Aber leider konnte diese unbekümmerte Zeit, in der man Probleme mit einer Entschuldigung oder zumindest mit Geld lösen konnte, ja nicht ewig anhalten.
Man kam nun in die dritte oder bei manchen war es auch die vierte Klasse. Auf einmal hatte sich was an der Grundeinstellung einiger Mädchen und Jungen geändert. Für Jungen stellte sich nicht mehr ausschließlich die Frage „:“Ist der Ferrari in rot oder schwarz besser?“ Sie fingen auch an sich zu fragen „:“Gefällt mir blond oder brünett mehr?“
Diese Überlaufversuche zum „Feind“, wie sie von den Kameraden bezeichnet wurden, fanden ihren Höhepunkt in den kleinen Briefchen, die von Freunden in den Pausen überbracht werden mussten, weil man sich selbst nicht traute. In diesen Briefchen wurde meist die alles entscheidende Frage gestellt „:“Willst du mit mir gehen? JA ٱ Nein ٱ Vielleicht ٱ .“
Nun begann für den Jungen, denn sie waren es meist, die diese Briefe schreiben mussten, die Zeit des Wartens. Schon damals war automatisch klar, dass der Junge den ersten Schritt macht, genauso wie es heute selbstverständlich ist, dass der Mann die Rechnung bezahlt, wenn er nicht auf freundschaftlicher Basis mit einer Frau ausgeht. Beantwortet das Mädchen diese alles entscheidende Frage nun mit Ja, so sind die beiden offiziell ein Paar, selbst wenn man bis zu diesem Zeitpunkt nie miteinander gesprochen hatte. Zwar beschränkte sich jetzt auch weiterhin die Kommunikation auf kleine Briefchen, die während des Unterrichts ausgetauscht wurden und die Lehrer zur Weißglut trieben. Abgesehen von diesen Briefchen geschah meist nicht viel zwischen dem Jungen und dem Mädchen.