Gesellschaftsspiele

02.12.2009 um 15:05 Uhr

Eine weitere Leseprobe

Hier eine weiter Leseprobe, die hoffentlich an die guten alten Zeiten erinnert..... 

Unsere Unbekümmertheit von damals hat uns nicht nur den Umgang mit unseren Freunden und Klassenkameraden erleichtert und unser ganzes Leben deutlich einfacher gestaltet, sie hat uns auch vor starker emotionaler Brutalität gegenüber anderen und von anderen geschützt.

Aber leider konnte diese unbekümmerte Zeit, in der man Probleme mit einer Entschuldigung oder zumindest mit Geld lösen konnte, ja nicht ewig anhalten.

Man kam nun in die dritte oder bei manchen war es auch die vierte Klasse. Auf einmal hatte sich was an der Grundeinstellung einiger Mädchen und Jungen geändert. Für Jungen stellte sich nicht mehr ausschließlich die Frage „:“Ist der Ferrari in rot oder schwarz besser?“ Sie fingen auch an sich zu fragen „:“Gefällt mir blond oder brünett mehr?“

Diese Überlaufversuche zum „Feind“, wie sie von den Kameraden bezeichnet wurden, fanden ihren Höhepunkt in den kleinen Briefchen, die von Freunden in den Pausen überbracht werden mussten, weil man sich selbst nicht traute. In diesen Briefchen wurde meist die alles entscheidende Frage gestellt „:“Willst du mit mir gehen? JA ٱ  Nein  ٱ  Vielleicht ٱ .“

Nun begann für den Jungen, denn sie waren es meist, die diese Briefe schreiben mussten, die Zeit des Wartens. Schon damals war automatisch klar, dass der Junge den ersten Schritt macht, genauso wie es heute selbstverständlich ist, dass der Mann die Rechnung bezahlt, wenn er nicht auf freundschaftlicher Basis mit einer Frau ausgeht. Beantwortet das Mädchen diese alles entscheidende Frage nun mit Ja, so sind die beiden offiziell ein Paar, selbst wenn man bis zu diesem Zeitpunkt nie miteinander gesprochen hatte. Zwar beschränkte sich jetzt auch weiterhin die Kommunikation auf kleine Briefchen, die während des Unterrichts ausgetauscht wurden und die Lehrer zur Weißglut trieben. Abgesehen von diesen Briefchen geschah meist nicht viel zwischen dem Jungen und dem Mädchen.

12.11.2009 um 12:01 Uhr

ein neuer Abschnitt....

Dieses Handeln muss aber einen Auslöser haben, gehe ich doch davon aus, dass nur die wenigsten von uns wirklich boshafte Menschen sind. Vielmehr glaube ich, dass wir einfach nicht in der Lage sind, mit unseren Problemen umzugehen und sie nicht ansprechen können. Bleiben wir einmal beim Fremdgehen. Wenn wir eine tolle Beziehung hätten und in jeder Hinsicht zufrieden mit dem Partner wären, welchen Grund hätten wir dann fremdzugehen? Selbst der viel zitierte Alkohol ist kein wirkliches Argument. Er hat uns höchstens die Entscheidung leichter gemacht, ein Zeichen zu geben, dass wir in irgendeiner Form mit der Beziehung unzufrieden sind. Das Fremdgehen ist ein Ventil, mit dem wir uns, zugegebenermaßen auf eine sehr rücksichtslose Art und Weise, Gehör verschaffen. Irgendwann kommt jeder Seitensprung zur Sprache und insgeheim wünschen wir uns das auch. Wir sind unglücklich, fühlen uns vom Partner missverstanden oder haben eine zu schwache emotionale Bindung zum Partner. Die meisten sind aber zu feige, dies anzusprechen. Viele haben die Probleme auch nur unbewusst wahrgenommen. Somit entwickeln wir bewusst oder unbewusst Wege, unsere Probleme deutlich zu machen. Selbst wenn ich meinem Partner verschweige, dass ich fremdgegangen bin, so fange ich doch wenigstens an, über meine Beziehung nachzudenken und Ursachen für mein Fehlverhalten zu finden. Unser Drang nach körperlicher Befriedigung, ausgelöst von unserem Unterbewusstsein, hat uns dazu gebracht, uns mit unserer Beziehung auseinanderzusetzen und die Probleme zu erkennen.

09.11.2009 um 16:22 Uhr

Fröhlichen Wochenstart

So ich hoffe alle haben das Wochenende gut überstanden. Hier ein weiterer Abschnitt.....

Heute beleidigen wir mit voller Absicht und einem gewünschten emotionalen Ziel. Wir wählen mit Präzision den schwächsten Punkt desjenigen aus, den wir verletzen wollen. Dies gelingt uns besonders gut in Beziehungen, da dort die emotionale Bindung den Grad der Verletzung noch um einiges steigern kann. Wir handeln mit vollem Bewusstsein und einer klaren Absicht, und im Gegensatz zu unserer Kindheit sind wir uns der Konsequenzen völlig bewusst. Das sagen sogar der Staat und das Gesetz von uns, denn ansonsten würden wir als unzurechnungsfähig bevormundet werden. Nehmen wir z. B. mal das Fremdgehen. Wir gehen mit voller Absicht fremd und in der Gewissheit, den anderen so stark zu verletzen, dass man die Sache nicht mit einer einfachen Entschuldigung aus der Welt schaffen kann. Damals haben wir den dicken Klassenkameraden nicht mitspielen lassen, weil wir das Fußballspiel gewinnen wollten, ohne genau zu wissen, wie sehr wir ihn damit verletzen. Aber eine einfache Entschuldigung konnte die ganze Streitigkeit sofort wieder beenden. Heute verfolgen wir zwar auch ein klares Ziel beim Fremdgehen. Wir wollen körperliche Befriedigung erreichen, sind uns aber im Gegensatz zu damals völlig im Klaren über die Konsequenzen. Wir wissen, dass wir den Partner sehr stark verletzen, und wir wissen auch, dass eine einfache Entschuldigung nicht hilft.

06.11.2009 um 13:44 Uhr

3. Teil zum Wochenende

zum Wochenende nun ein weiterer Abschnitt meines Buches...

 

Aber nicht nur die Jungen haben in dieser Zeit weniger Probleme und ein entspannteres Leben. Auch den Mädchen geht es deutlich besser. Sie sind wesentlich ausgeschlafener, weil sie nicht kurz nach Mitternacht aufstehen müssen, um sich zu schminken und das passende Outfit für den Tag zu finden. Niemanden interessiert es, was sie für Schuhe tragen oder wie kurz ihr Rock ist. Obwohl ich, wenn ich so auf diese Zeit zurückblicke, sagen muss, schon damals hätte einigen Mädchen ein wenig Schminke sicherlich nicht geschadet und einige Jungen wären auch nicht in Ungnade gefallen, wenn sie sich ein wenig um ihr Äußeres gekümmert hätten. Der später einsetzende Bartwuchs ist in meinen Augen auch nur eine Schikane der Natur, damit die Zeit, die Männer und Frauen im Bad verbringen müssen, nicht völlig ins Ungleichgewicht fällt. Diese Unbekümmertheit ist aber auch das Schöne und Positive an dieser Zeit. Wir interessieren uns nicht für Oberflächlichkeiten und bemühen uns nicht um einen guten ersten Eindruck. Wir sind wir selbst und meist werden wir auch als dieser akzeptiert und gemocht. Natürlich können Kinder in diesem Alter schon unheimlich brutal in ihren Urteilen über andere sein. Ich denke nur daran, wie es denjenigen ergangen ist, die nicht vom Großteil der Klasse akzeptiert wurden. Sie wurden ohne Rücksicht und Gnade gehänselt und beleidigt, aus dem einfachen Grund, weil sie zu dick waren oder nicht Fußball spielen konnten.

Diese emotionale Brutalität ist aber eine andere, als sie jetzt von uns im Erwachsenenalter praktiziert wird. Damals war es sicher nicht unsere Absicht, den anderen aufs Tiefste als Mensch zu verletzen. Wir wollten vielmehr das Fußballspiel gegen die Nachbarklasse gewinnen und haben deshalb die Schlechten und Untalentierten ausgeschlossen. Dies hatte aber nichts mit ihrem Charakter zu tun. Ein paar Wochen später konnte man die besten Freunde sein. Diese Tatsache haben wir damals zwar noch nicht realisiert, aber sie wurde uns einige Jahre später bewusst. Damals waren Streitigkeiten meist nach ein paar Stunden spätestens aus der Welt geschafft.

04.11.2009 um 16:32 Uhr

weiter gehts

Jungen können in dieser Zeit mit Mädchen nichts anfangen, außer sie spielen die Gefangene in einem Cowboy- und Indianerspiel, dann können sie sich zumindest für die Dauer des Spiels mit dem anderen Geschlecht arrangieren. Jungen und Mädchen gehen getrennte Wege. Es gibt keine gemeinsamen Freundeskreise, geschweige denn gemeinsame Freizeitaktivitäten. Man wird sogar gehänselt, wenn man neben einem Mädchen im Klassenzimmer sitzt.

Kein Mädchen leidet in diesen Jahren unter gebrochenem Herzen, höchstens unter ein paar von einem Jungen ausgerissenen Haaren oder einer 2+ in Schönschreiben. Kein Junge sitzt in einer Kneipe und betrinkt sich, weil er Liebeskummer hat oder gerade verlassen worden ist. Sie weinen vielleicht, weil sie ein aufgeschürftes Knie haben, oder weil der böse Typ aus der Klasse über ihm sein neues Spielzeugauto geklaut hat. Das ist aber noch lange kein Grund, zur Flasche zu greifen und den Frust einfach runterzuspülen.

Die Freizeit verbringen wir mit Fußball oder irgendwelchen anderen skurrilen Spielen, die man sich ausgedacht hat und bis heute nicht weiß, warum man so etwas überhaupt gespielt hat. Vor allem müssen wir uns nicht stundenlang in Designerboutiquen aufhalten, um ein passendes Outfit zu finden, mit dem wir Eindruck bei einer Frau schinden können, oder um einen Konkurrenten im Kampf um die Angebetete auszustechen. Niemand hat ein Problem damit, wenn wir ungekämmt aus dem Haus gehen, außer unserer Mutter vielleicht, die um einen guten Eindruck ihres Kindes bei den anderen Eltern bemüht ist. Wir kaufen uns einfach das neueste Matchbox-Auto und sind für ein paar Tage der coolste Typ auf dem Schulhof.

04.11.2009 um 14:34 Uhr

Der Start

So nun ist der Blog zum Leben erweckt. Zu Beginn würde ich vorschlagen wir starten mit einem kleinen Auszug aus dem gennanten Buch: 

Zwischenmenschliche Beziehungen. Ich glaube, es gibt niemanden, dem sie nicht von Zeit zu Zeit Stress und Probleme bereiten. Die Glücksgefühle, die einem eine Beziehung bereitet, scheinen dann aber doch zu überwiegen, und damit meine ich nicht den Höhepunkt beim Sex. In ihnen muss ein besonderer Reiz liegen, der uns dazu antreibt, unser problemfreieres Leben aufzugeben und Kompromisse einzugehen, nur um das Zusammenleben mit einem anderen Menschen, der in keiner familiären Beziehung zu uns steht, möglich zu machen. Unser animalischer Fortpflanzungstrieb kann nicht allein der Motor sein, der uns antreibt diese Umstellung einzugehen.

Dennoch gibt es eine Zeit in unserem Leben, da haben wir keine Probleme mit dem anderen Geschlecht und müssen auch keine Kompromisse eingehen. In dieser Zeit kommt es zu keinen Beziehungskrisen, zu Streit oder Stress, der durch den Partner ausgelöst wurde, ganz einfach, weil wir keinen Partner haben und auch keinen haben wollen. Mädchen finden Jungen doof und umgekehrt. Ich meine die Zeit, die wir im Kindergarten verbringen und die ersten Jahre in der Grundschule.... In kürze mehr ....