Glaubenssuche

23.04.2006 um 01:51 Uhr

Jahrestag!

Nun hab ich fast den Geburtstag dieses Blogs übersehen.

Genau vor einem Jahr hab ich meine Suche begonnen und meine Gedanken dabei aufgeschrieben. Es sind nicht viele Einträge geworden, doch beschäftigt habe ich mich sehr viel mit der Glaubensfrage, habe mich mit Menschen unterhalten, ihre Meinungen zum Glauben und zur Religion angehört und dabei festgestellt, dass mein Glaube mich schon immer begleitet hat, doch durch den Einfluß der Umwelt Zweifel aufkamen.

Nun seit dem ich die Worte der Bibel verfolge, finde ich immer wieder Worte meines Herzens. All die unterschiedlichen Religionen können mich an meinen Worten des Herzens nicht mehr zweifeln lassen.

Mir wurde bewusst, dass es nicht der Glaube war den ich suchte, sondern das Verständnis der verschiedenen Religionen. Ich muss diese Religionen nicht verstehen wenn ich meinen Glauben gefunden habe. Doch achten will ich sie und anerkennen, dass Menschen ihren ganz persönlichen Glauben brauchen. Viele erzählten mir, dass sie den Glauben an der Kirche verloren haben und sich abgewandt haben. Muss ich wirklich der Kirche meinen Glauben schenken? Ich denke doch, dass ich Gott meinen Glauben schenken sollte.

In Palm 31,3a steht geschrieben: „Sei mir ein starker Fels“.

Brauche ich einen starken Fels? Wer ist mein starker Fels?

Ich will mir mein starker Fels sein, will stark sein nicht an Muskelkraft sondern Stärke zeigen in Geduld, Klugheit, Besonnenheit, Sensibilität, Weitsicht und Ideenreichtum. Doch nicht immer kann ich so stark sein und dann finde ich Worte der Hoffnung in der Bibel:

 

Sei mir ein schützender Fels,

eine feste Burg, die mich rettet.

Denn du bist mein Fels und meine Burg;

um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

02.02.2006 um 11:07 Uhr

Die Enzyklika von Papst Benedikt XVI.

..... hat überall Zuspruch gefunden und so wurde ich neugierig und hab diese Botschaft des Papstes gelesen.

Das ausgewählte Thema „DEUS CARITAS EST“ hat er als Zeichen gesetzt "für eine Welt, die mit dem Namen Gottes bisweilen Rache, Pflicht zu Haß und Gewalt in Verbindung bringt" , so schreibt er.

Die Zeilen haben mich sehr angesprochen, sie sind in einer warmen, versöhnlichen Art geschrieben,  lassen keinen erhobenen Zeigefinger spüren und zeigen doch einen klaren Weg, der zum Nachdenken anregt.

Papst Benedikt XVI. erklärt im ersten Teil mit deutlichen Worten, dass Religion und Eros zusammen gehören, dass die Verbindung zu Gott nicht körperlos bleiben kann. Er macht klar, dass Liebe irgendwie mit dem Göttlichen zu tun hat, dass sie Unendlichkeit und Ewigkeit verheißt.

Er schreibt aber auch, dass der Weg nicht einfach durch den Trieb gefunden werden kann. Reife und Reinheit,  die auch über die Straße des Verzichtes führen können, sind nötig um zur wirklichen Größe der Liebe zu gelangen.

Diese wunderbare Beschreibung des Eros hat mich sehr nachdenklich werden lassen. Zeigt sie doch ganz deutlich die Missstände in unserer Gesellschaft.

Es gibt aber auch einige Passagen im Ersten Teil der Enzyklika, die mich noch einige Zeit beschäftigen werden.

 

Im zweiten Teil schreibt Papst Benedikt von der Aufgabe der Kirche die Gebote der Nächstenliebe praktisch umzusetzen. Er schreibt von der Nächstenliebe im Sinne von Jesus Christus, die darin besteht, dass ich auch den Mitmenschen, den ich zunächst gar nicht mag oder nicht einmal kenne, von Gott her liebe. Diese Liebe ist nur möglich, aus der Willensgemeinschaft mit Gott, sie ermöglicht mir den anderen nicht nur mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Gottes und nur so kann Gottes Freund auch mein Freund werden.

 

All diese Zeilen finde ich ansprechend und gut gewählt. Meine Gedanken über diese Enzyklika teile ich mit dem Kirchenkritiker Hans Küng, der den Text eine "solide theologische Kost" nennt, aber dabei auch die Forderung stellt Konsequenzen daraus zu ziehen und jeden Erlass der Kurie daraufhin zu überprüfen, ob er der christlichen Liebe entspricht.

 

Dies finde ich ein besonders wichtiger Punkt Nächstenliebe vorzuleben. Jede Handlung zu überprüfen, ob sie dieser christlichen Liebe standhält.

02.11.2005 um 10:01 Uhr

Lichter, die unsere Welt erleuchten

Diese Überschrift ist mir heute morgen in unserer Tageszeitung ins Auge gefallen und ich musste diesen Artikel lesen, ein Bericht über den Dom-Gottesdienst zu "Allerheiligen" in Speyer mit Weihbischof Georgens.

Für mich war das Wort "heilig" immer etwas besonderes und auch schon etwas unerreichbares. Aber je mehr ich mich mit diesem Wort beschäftige, desto vertrauter wird es mir. Mit diesem heutigen Bericht ist mir das Wort noch vertrauter geworden, auf jeden Fall ist mir noch einiges mehr "heilig" geworden als bei meinem damaligen Eintrag.

In seiner Predigt sagte der Weihbischof, dass Heilige über die eigene historische Situation in der sie gelebt haben, hinauswirken. Jede Zeit - auch die unsere - kenne solche Menschen. "Ob heiliggesprochen oder nicht, ihre Namen und ihr Vorbild werden zum Segen für andere, auch für uns. "

Auch ich habe Vorbilder, die mir heilig sind und waren und finde den Feiertag "Allerheiligen" sehr wertvoll um diesen Menschen zu danken.

 

31.10.2005 um 00:25 Uhr

Der Reformationstag ....

ihr "verordnet" ist, die von Gott eingerichtete Obrigkeit usw. <117>
Diese Dinge bleiben ihm unauflöslich, unnahbar, "über allem Zweifel
erhaben", und da der Zweifel, der in der Praxis ein Rütteln wird, des
Menschen Eigenstes ist, so bleiben diese Dinge über ihm selbst
"erhaben ". Wer nicht davon loskommen kann, der wird ­ glauben;
denn daran glauben heißt daran gebunden sein. Dadurch, daß im
Protestantismus der Glaube ein innerlicherer wurde, ist auch die
Knechtschaft eine innerlichere geworden: man hat jene Heiligkeiten in
sich aufgenommen, sie mit seinem ganzen Dichten und Trachten
verflochten, sie zur " Gewissenssache" gemacht, sich eine "
heilige
Pflicht
" aus ihnen bereitet. Darum ist dem Prote[97]stanten heilig das,
wovon sein Gewissen nicht loskommen kann, und die
Gewissen-
haftigkeit
bezeichnet am deutlichsten seinen Charakter.

....ein Tag für mich, hier in meinem Blog wieder einmal etwas zu schreiben.

Ein Feiertag der evangelischen Christen zum Gedenken an die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther.

Welchen Grund gab es für Martin Luther, warum hat er die Kirche reformiert? War es notwendig?

Es war im Jahre 1517 als Martin Luther mit seinen Thesen die Kirche reformieren will. Das Spätmittelalter, eine Zeit in der Columbus Amerika entdeckt, Kopernikus lehrt, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Planetensystems ist, die Bauern sich gegen Entrechtung und Missachtung ihres Standes durch den Adel wehren und das Renaissance-Papsttum sich immer mehr von weltlicher Politik beeinflussen lässt .

Der,  wegen seines ausschweifenden Lebensstiles, ständig verschuldete Papst Leo X trieb den Ablasshandel zur wahren Perfektion. Seine Ablassbriefe wurden in ganz Europa wie Wertpapiere gehandelt.

Irgendwie erinnert mich dies an den Turmbau zu Babel und folgende Worte, die ich meinen Enkelkindern aus der Kinderbibel vorlese:

 „ ...Gott sah, wie der Turm höher und höher in den Himmel wuchs und war sehr traurig. Er wusste, dass die Menschen danach strebten wichtig und groß zu sein. Sie würden immer größere Pläne haben und denken, dass sie so groß seien wie Gott. Er gab ihnen verschiedene Sprachen und zerstreute sie in alle Länder.“

Auch Luther bekam eine andere Sprache und seine Sprache wurde ebenfalls in alle Länder zerstreut.

Die Sprache des „Protestanten Luther“, ist die Sprache der Eigenverantwortung. Nach dieser Sprache handelt jeder nach „bestem Wissen und Gewissen“, dem Wissen aus der „heiligen Schrift, dem „Wort Gottes“. Das Wort Gottes ist dem Protestant zur „Gewissenssache“ geworden und die „Gewissenhaftigkeit“ bezeichnet am deutlichsten seinen Charakter.

 

Zitate von Martin Luther ausgesucht aus ca. 200 Zitaten

 

"Allein der Glaube ist des Gewissens Friede"

 

"Der Glaube ist der Anfang aller guten Werke"

 

"Das Wort Gottes ist eine Speise,

wer sie isst, den hungert immer mehr danach"

 

"Eine der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes

 ist die Musik, damit man viel Anfechtung und böse Gedanken vertreibt."

 

"Eine feste Burg ist unser Gott"

 

"Es ist kein Mensch so böse,

dass nicht etwas an ihm zu loben wäre"

 

"Wie du an Gott glaubst, so hast du ihn.

Glaubst du, dass er gütig und barmherzig ist,

so wirst du ihn so haben."

 

"In der Bibel redet Gott selbst mit uns
wie ein Mensch mit seinem Freunde."
 
"Unser Paradies ist die Bibel.
Und wir sollen darin leben und arbeiten
wie einst die ersten Menschen im Garten Eden. "
 
"Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen untergeht,
würde ich dennoch heute einen Apfelbaum pflanzen."
 
"Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.
Gott helfe mir! Amen."
 
 

03.07.2005 um 18:53 Uhr

Der ungläubige Thomas.....

...... hat heute in der katholischen und anglikanischen Kirche seinen Gedenktag.

Der eigentliche Thomastag ist jedoch am 21. Dezember an dem die evangelische Kirche heute noch diesen Gedenktag feiert.

Die Liturgiereform hat in der katholischen Kirche diesen Gedenktag jedoch auf den 03. Juli verlegt. Warum dies nun sein musste ist mir unverständlich aber ich denke es ist doch auch schön, dass gerade der ungläubige Thomas zwei Gedenktage hat.

Ungläubige gibt es doch so viele und da kann es auch gut sein, wenn zwei Tage zum Nachdenken anregen.

Ich hab mich nun etwas mit dem Thomas beschäftigt und festgestellt, dass gerade die Geschichte von Thomas den Suchenden, Zweifelnden und nicht Glaubenden ein Zeichen setzt.

Hat doch Thomas auch erst an die Auferstehung Jesus geglaubt, als er die Wundmale Jesus berühren durfte. Es zeigt uns doch,  dass wir auch in der Gemeinschaft der Kirche am zweifeln nicht verzweifeln müssen.

 

Noch etwas fällt mir beim Lesen über Thomas auf. Thomas war der Apostel Indiens. Er war somit der Apostel im Land von Buddha, den die gleiche Frage nach dem Leiden und seiner Aufhebung bedrängte.

Auf dieser Seite hat mich der Gedanke angesprochen wo es heißt: " Thomas hat aus den Lehren Buddhas eine ganz neue Antwort mitgenommen, die im Westen niemand verstand."  Es wird die Frage gestellt ob vielleicht auf ihn jene – oftmals atemberaubende – Umwertung menschlichen Lebens und Liebens zurückgeht, die im ersten Jahrhundert anhebt und alle Strömungen indischer Religion und Philosophie erfasst, erschüttert und erneuert. Der Verfasser dieser Seite stellt sich weiter die Frage,  ob die inzwischen nach Alternativen zur Selbstzerstörung einer weltweit christlich geprägten Zivilisation Suchenden im exotischen Gewand indischer Weisheit womöglich Jesus selbst anspricht, also unser eigenes, im Westen untergegangenes Erbe.

Somit war und ist der ungläubige Thomas ein Mittler beider Welten.

 

Dieser Gedankengang hat mich sehr angesprochen, da ich von einigen Menschen gehört habe, dass sie sich mit dem Buddhismus beschäftigt haben, vieles hat sie angesprochen und doch sind sie letztendlich wieder zu ihren Wurzeln - zum Christentum - zurückgekehrt. 

 

Warum sollte ich diesen ungläubigen Thomas nicht als meinen Schutzpatron auf meinem Weg der Glaubenssuche betrachten. Dieser Gedanke reizt mich, da mir dieser ungläubige Thomas ganz nah ist.

Ein ganz lieber Mensch in meiner Familie heißt Thomas, hat am 21. Dezember Geburtstag und ist total ungläubig.